I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

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Sonntag, 9. Juni 2013

Challenge Kraichgau - Laufsteg der Extraklasse / Teil 2

Nachdem wir die leckere Currywurst vollständig verspeist haben drängt unser Gefühl auf die Laufstrecke. Und das, weil der Zeugwart und ich ein hervorragendes Gespür für die Zeit haben. Genau zu dem Zeitpunkt, als wir auf die Laufstrecke treffen, fährt der Führende in die Wechselzone. Wir haben wirklich ein herausragendes Timing. 

Als der Führende an uns vorbei läuft sehen wir ihn zum ersten Mal. Zum ersten Mal auf der Laufstrecke, klar, aber auch sonst so zum ersten Mal. Das Gesicht ist mir vollkommen unbekannt. Ein älterer Herr stellt fest, dass das aber nicht der Raelert gewesen sei... und ich kann ihm zustimmen. Der Führende ist Boris Stein, amtierender Deutscher Meister auf der Mitteldistanz. Er wird die Führung bis zum Schluß nicht aus der Hand geben. 

Nachdem ich den Herren also aufgeklärt habe und auch noch die Verfolger an uns vorbei gerannt sind, begeben der Zeugwart und ich uns zu Kilometer 3/ 10 und 17. Im Kraichgau werden drei Runden gelaufen und so sieht man die Athleten 6 mal an sich vorbei kommen. Obwohl wir die Schirme noch immer dabei haben, kommt jetzt immer öfter die Sonne raus. 

Die Läufer laufen hier noch einsam. Es ist nicht viel los und die Profis machen so große, weiausschreitende Schritte, dass ich mir die Flugphase ganz genau betrachten kann. Andreas Raelert ist noch nicht vorbei gekommen. Er fährt noch Fahrrad und wird deshalb heute hier nicht um den Sieg mitlaufen. Ich bin begeistert, dass er trotzdem weitermacht und nicht einfach aufgibt, weil es eh nicht mehr ums Gewinnen geht. Es gibt viele Sportler die das machen würden... 

Als Andreas Raelert dann bei uns vorbei kommt rufe ich ihm zu, dass er das toll macht. Aber er lächelt nur müde. Ich hoffe nicht, dass er sich veräppelt vorkommt. Ich finde es schließlich wirklich toll, dass er einfach weitermacht und den Wettkampf offensichtlich ins Ziel bringt. Seine Leistung ist in meinen Augen sowieso übermenschlich, so weit vorne bin ich nie dabei. Also alles in allem toll.

Über den Athletenticker erfahren wir, dass die Teamchefin nach einer Gesamtwettkampfzeit von irgendwie groben 4:30Stunden vom Rädchen gestiegen ist. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis sie bei Km3 auf der Laufstrecke, und damit hier bei uns, auftaucht. Kurz vor ihr sehen wir Karina, die gleich mal eine kurze Laufpause bei uns einlegt. Und dann ist die Teamchefin auch schon da. Wir halten ihr Plakat hoch, aber das ist gar nicht so wichtig. Sie ist einfach froh uns zu sehen, drückt uns und ich bin spontan klatschnass. Wie ein Schwamm habe ich mir gleich eine ordentlich Portion Wasser ins T-Shirt gezogen. Egal. Darauf können wir jetzt keine Rücksicht nehmen. Die Teamchefin und Karina hüpfen zurück auf die Strecke und laufen weiter. 3km haben die beiden Damen schon. Respekt. Wir geben den aktuellen Wettkampfzwischenstand gleich über die Medienkanäle an die anderen Anfeuerer weiter.

Challenge Kraichgau Regen und Rad / Teil 1

Der Wecker klingelt wie an einem Wochentag. Das ist seit einigen Jahren bei uns am Sonntag ein mehr als deutliches Zeichen. Es geht zu einem Wettkampf. Es ist dabei egal, ob wir als Teilnehmer, Helfer, Anfeuerer oder Kampfrichter vor Ort sind, früh ist es immer. Wenn wir, so wie heute, nur als Anfeuerer  an der Strecke stehen ist es eigentlich noch wichtiger früh aufzubrechen. Wir müssen uns schließlich mit den Gegebenheiten vertraut machen. Als guter Anfeuerer ist man zwar schon vor dem Eintreffen am Wettkampfort ausreichend belesen und vorbereitet, trotzdem sind die Gegebenheiten vor Ort und eine entsprechende Besichtigung durch nichts zu ersetzen. 

Heute fahren wir in den Kraichgau. Dort findet heute die Mitteldistanzpremiere der Teamchefin und unserer Bibi statt. Das lassen wir uns selbstverständlich nicht nehmen und sind also schon ehe die Athletinnen überhaupt aufstehen, auf den Beinen und unterwegs. Der Zeugwart erinnert mich noch an eine Regenjacke und schon geht's los. 

Auf der A5 in Richtung Süden beginnt es wie aus Eimern zu schütten und wir kommen mitten in ein großes Gewitter. Unglaublich, wie schön es gestern war und wie viel Regen heute vom Himmel kommen kann. Wir schleichen in Richtung Süden und kommen 30Minuten vor dem Profistart an. Geparkt wird ausgeschildert und wir sind begeistert, wie gut organisiert alles ist. Ich ziehe mich im Auto spontan um und weil meine eingepackte Regenjacke die vom Laufen ist, zaubert mir der Zeugwart spontan aus seinem Kofferraum noch ein Exemplar hervor. Dazu gibts auch gleich noch einen großen Schirm. Wenn ich den Zeugwart nicht hätte, wäre ich bereits jetzt komplett durchnäßt. 

Mit zwei riesigen Schirmen laufen wir in Richtung Laufstrecke, Messe und Ziel um erstens eine Toilette zu suchen und zweitens eine entsprechende Orientierung zu bekommen. Die Toilette ist auch gleich da. Schließlich ist hier wirklich alles prima organisiert. Die Messe ist noch geschlossen und überall stehen riesige Pfütze und ganze Sturzbäche ergießen sich von den durchhängenden Zelten. Gut, dass wir diese zwei riesigen Schirme haben und zusätzlich noch jeder eine Regenjacke trägt. Die Beine werden trotzdem nass, so trascht es vom Himmel. 

Wir erfahren, dass der Start auf 10h verschoben wurde. Die Challenge Organisatoren sprechen anscheinend gerade mit dem Wettergott und weil es da eben einfach länger dauert, wird der Start vorsichtshalber verschoben. Am Infopoint erfahren wir außerdem wo genau es an die Radstrecke geht und so pilgern wir dort langsam hin. Und während wir so den Pfützen ausweichen und unter unseren Großen Schirmen versuchen irgendwie trocken zu bleiben, begegnen uns lauter Athleten in ihren Neoprenanzügen auf ihren Fahrrädern. 
Denen war es wohl zu naß, zu kalt und zu gefährlich zu starten. Irgendwie kann ich sie verstehen. Es schüttet immer noch.