I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

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Mittwoch, 23. Oktober 2013

Wir haben uns getrennt.

Es ist soweit. Nach ein paar Wochen gemeinsam verbrachter Lebenszeit trennen sich unsere Wege. Ich habe die TomTom Multi-Sport Uhr nun frühzeitig zurückgeschickt um sie weiteren Testern zur Verfügung zu stellen. Weil ich nicht wirklich 100% zufrieden war, mit dem, was mir so geboten wurde. Ich finde, dann muß ich nicht bis zu guter Letzt auf der GPS-Uhr sitzen. Dann kann auch früher jemand anderes. 

Warum ich nicht so wirklich zufrieden war? Bei mir lag es an mehreren Dingen, ganz klar:
  1. Die Anzeige zeigt mir die Dinge, die ich sehen möchte entweder in außerordentlich kleinen Feldern oder durch umschalten. Das bedeutet für mich, dass ich nicht "auf einen Blick" mal schnell während eines Laufes das erfassen kann, was ich gerne sehen mag. Vielleicht kann die Uhr dafür nichts, meine Sehschwäche ist ja individuell, aber für mich paßt es eben nicht. 
  2. Der eine Bedienschalter hat bei mir und meinem Leben zu einer "nicht Alltagstauglichkeit" geführt. Trage ich die Uhr im Alltag, so komme ich ständig an den Schalter, starte aus Versehen und vollkommen unbewusst Lauf- oder Radeinheiten und fülle so den Speicher. Gleiches passiert unter einer Laufjacke oder sogar nur an den Ärmelfalten der Jacke im Training, so dass ich das Training mehrfach stoppe oder pausiere, während ich unterwegs bin. Und das natürlich meistens ohne das zu merken. 
  3. Bei jeder Computerzusammenführung arbeitet das Programm und die Uhr nur auf Englisch. Diese Sprachänderung bleibt auch nach dem Abstöpseln erhalten. Eigentlich kein Thema, weil ich Englisch verstehe, trotzdem empfand ich das als extrem nervig. Das ständige Umstellen der Sprache, der Einstellungen und der Einheiten ist mir einfach dauerhaft lästig. 
  4. Das Armband und die Uhr bilden keine verlässliche Einheit. Zumindest nicht so verlässlich, dass die Einheit meiner Belastung stand hält. Zahlreiche Male habe ich die Uhreneinheit aufgefangen, weil sie sich aus dem Armband verabschiedet hat und auf direktem Weg zum Fliesenboden im Schwimmbad war. Ich konnte jeden Aufprall vermeiden, trotzdem war mir das etwas zu viel "action" für einen Schwimmbadbesuch. Das Armband war für mein Handgelenk beim Schwimmen auch ungeeignet, weil es entweder zu weit gesteckt war, so dass es bei jedem Armzug hin und her schlabbelt, oder zu eng, so dass die Hand leichte Durchblutungsstörungen hatte. 
  5. Die Radhalterung hat auf meinem Rad nur bedingt Einsatzgebiete gefunden. Das lag einfach daran, dass bei einem Triathlonrad wie meinem, das eher in der kleinen Riege tätig ist, Platzmangel herrscht. Die Rohre sind zu dick für die Halterung, da, wo Platz wäre. Ich hatte die Uhr auf dem Rad also trotzdem am Arm, was dann teilweise auch wieder zum Bedienschalterproblem geführt hat. 
  6. Der Einsatz beim Schwimmen hat nicht verlässlich funktioniert. Gerade da, wo ich es als extrem angenehm empfunden hätte, wenn mir jemand die lästige Zählarbeit abnimmt und ich nach der Schwimmeinheit genau wüsste, wie weit ich nun geschwommen bin. Die Uhr ist nur für das Schwimmbad ausgelegt und zählt Bahnen. Das tat sie in meinen Testeinheiten nicht zuverlässig. Im Vergleich zu meinem Hirn und zur Suunto Ambit 2 waren die Werte der TomTom Multi-Sport Uhr schlichtweg falsch. 
  7. Die Minuten/ Kilometer Hochrechnung lief ebenfalls unbefriedigend. Da ich auf meiner üblichen Laufstrecke weiß, wo der Kilometer rum ist, konnte ich das besonders gut überwachen. Und wenn ich nun mal gleich dort bin, und 7Minuten rum sind, braucht mir die Uhr nicht zu erzählen, dass ich derzeit mit 6:15Minuten unterwegs sei. Mir ist auch -allerdings nur im Vergleich zur Ambit- aufgefallen, dass die Uhr die Geschwindigkeit der Intervalle erst nach "längerer" Zeit anzeigt, das heißt werde ich schneller (oder auch langsamer) braucht die Uhr verhältnismäßig lange, bis sie das merkt und darstellt. 
  8. Die derzeitige Möglichkeit die Daten am PC auszuwerten ist stark begrenzt. Ich vergleiche ja zum Angebot von Suunto, und dort bieten sich viel mehr Möglickeiten zur Darstellung der Läufe oder Radeinheiten. Bei der Mulit-Sport kann ich mir im Prinzip nur das ansehen, was mir das Display zeigt, plus eine Karte, wo ich langgelaufen bin. 
  9. Die Displaybeleuchtung schaltet sich bei der Berührung des Displays an. Ich komme ständig an das Display, was bedeutet, die Uhr leuchtet ständig. Das ist zwar eigentlich nicht schlimm, aber es verbraucht natürlich Strom. 
  10. Bis die Uhr startklar ist, haben der Zeugwart und ich übrigens die ganze Nacht die Uhr mit Software gefüttert. Das heißt, Uhr im Päckchen erhalten, aufladen, loslaufen, war hier nicht möglich. Es war eher ein: Uhr auspacken, an den PC anschließen, warten, loslaufen ohne Uhr, heimkommen, feststellen die Uhr ist immer noch nicht fertig, duschen, essen, schlafen, aufstehen, die Uhr meldet Vollzug. Das ist mir eindeutig viel zu lange für ein neues Gerät, das ich doch am liebsten sofort ausprobieren möchte. 
  11. Die Batteriewarnung ist mir nicht eindeutig genug. Im Display erscheint ein Batteriesymbol mit nur noch einem (von drei) Ladebalken. Ich habe das GPS dann im Laufmodus angeschaltet und während des Betriebs beendet die Uhr den Modus einfach, weil sie nicht mehr genug Saft hatte und kehrt zurück in die Uhrenanzeige. Ich bin also offenbar nicht sensibel genug für die Handhabung der Stromreserven. Gut, dass ich nicht alleine irgendwo im nirgendwo war.
  12. Gerade wenn ich mit anderen zusammen gelaufen bin, hatte ich öfter eine nicht nachvollziehbare Pulsanzeige. Die war entweder besonders hoch (über 200) oder extrem niedrig (45) und nicht plausibel. 
Ich fand es trotz aller Kritikpunkte äußerst spannend in den Genuß einer gemischten GPS/ Pulsuhr zu kommen. Die Rückkehr zu meiner Suunto Quest wird wieder eine Umgewöhnung, weil ich es schon interessant fand, dass die Uhr mir meine absolvierte Entfernung angezeigt hat, auch wenn die Anzeige der derzeitigen Geschwindigkeit ausnahmslos mehr motivierend als nachvollziehbar war. Aber Motivation ist ja immer gut.

Danke für die Möglichkeit zum Uhrentest! 

Sonntag, 13. Oktober 2013

Kleines Wahrzeichen im Cowboyland

Weil wir uns gegen ein ausgiebiges Frühstück entscheiden, sind wir heute wesentlich früher als gestern unterwegs. Das zahlt sich aus, denn im Canyonlands Nationalpark, der dank der Regierung des Staates Utah ebenfalls geöffnet hat, gibt es keine Schlangen. Außerdem ist der Parkplatz zur Hauptattraktion des Parks, dem Mesa Arch, praktisch leer. Nachdem wir den kurzen Weg zum Arch absolviert, und uns mehr als einmal über die teilweise vollkommen unnötigen Treppenstufen gewundert haben, stellen wir fest, dass wir uns dieses Absolute Parkwahrzeichen größer vorgestellt haben. So als Hauptattraktion erwarte ich irgendwie mehr. Vor allem, nach dem, was wir gestern im Arches Nationalpark bestaunen durften. 

Der Blick durch den Mesa Arch runter in den Nationalpark ist natürlich trotzdem beeindruckend. Und die japanischen Touristen, die doch tatsächlich versuchen auf den Steinbogen zu klettern, sind ebenfalls eine Attraktion. Manchen Menschen kann man auch einfach nicht helfen. 


Dieser Nationalparks rühmt sich damit, der natürlichste und unangetastetste der USA zu sein. Das steht wahrscheinlich in einigen Beschreibungen, trotzdem kann ich es heute schon irgendwie glauben.   Canyonlands ist wirklich sehr urtümlich. Ich kann mir sofort vorstellen, wie ich als Cowboy hier mein Pferd suche oder mich frage, warum der Bohnenkaffee nicht schmeckt. Die Landschaft ist einfach genau wie ich  mir den wilden Westen vorstelle. Besser hätte ich es nicht beschreiben oder gar malen  können. 


Dazu noch der blaue Himmel und die paar Wolken. Einfach die absolut perfekte Filmkulisse. Der Zeugwart und ich erwandern noch den Island in the Sky District und kraxeln oben am Rim entlang. Es geht immer weiter raus, so dass wir einen tollen Blick über das komplette Tal bekommen. Man kann die geologischen Besonderheiten, also warum manche Felsformationen stehen bleiben und andere ganz offensichtlich einfach mit den Jahrmillionen verschwunden sind, gut erkennen.  

Nachdem wir zurück am Auto sind, brauchen wir erst mal eine Pause. Die Sonne brennt heute richtig runter und wir sind geschafft. Die Höhe und die Sonne sind eine ermüdende Kombination.

Als nächstes haben wir uns für heute den Dead Horse Point Park vorgenommen. Das ist eigentlich einfach "nur" eine andere Ecke des Canyonlands Parks, der allerdings als State Park ausgelobt wurde. Das heißt, hier kassiert nicht der Nationalpark Service, sondern der Staat Utah. Heute ist allerdings eh alles eines und deshalb total egal. 

Der Name dieses Parks kommt daher, weil hier auf diesem Hochplateau über dem Colorado Fluß die Cowboys die Mustangs zusammengetrieben haben und sich die aussuchten, die sie behalten wollten. Die anderen haben sie eingesperrt gelassen und die Pferde sind deshalb auf dem Hochplateau verdurstet, obwohl das rettende Wasser nur 200m unter ihnen floss. Keine schöne Geschichte. Auch bei den Cowboys waren offenbar nicht alle schlau. Warum soll es damals anders gewesen sein als heute? 

Die schöne Landschaft kann man sich von oben ansehen und an der Abrißkante spazieren gehen. Der Zeugwart und ich beschauen uns beide Seiten des Tals und stellen nach kurzer Zeit fest, dass wir wirklich alles gesehen haben und es hier wirklich nicht mehr gibt, als das Tal. Es sind toll aus, trotzdem kann man eben einfach nicht mehr als schauen. 

Wir haben heute zu viel Sonne abbekommen. Denn als wir zurück ins Hotel fahren, stellen wir beide fest, dass wir heute früh ins Bett gehen und froh sind, dass wir morgen keinen langen Sonnenausflug sondern drei eher kurze Stationen mit längeren Anfahrtswegen geplant haben. Dann sind die Sonnen- oder Cowboykopfschmerzen sicherlich verschwunden. 

Samstag, 12. Oktober 2013

Arches, egal wo man hinschaut

Die Sonne scheint schon, als wir feststellen, dass die Mikrowelle im Frühstücksbereich kaputt ist. Der Herr, der zur Beaufsichtigung der Mikrowelle da steht, weiß das allerdings offensichtlich längst. Zumindest ist es für ihn klar, dass sie kaputt ist und wahrscheinlich fragt er sich, warum der Zeugwart ihm gegenüber sowas uninteressantes überhaupt erwähnt. 

Wir beschließen, dass wir heute hier nicht frühstücken können. Die Kinder nerven, die Mikrowelle geht nicht und die sonstige Auswahl ist stark begrenzt. Also fahren wir in das einzig wahre Frühstücksrestaurant, dass Moab zu bieten hat... so zumindest die Werbung. Dafür, dass es Pancake Haus heißt, bin ich über die spärliche Anzahl an selbigen etwas überrascht, aber gut. Was weiß ich schon? 

Nach dem wir gefrühstückt haben und sicherlich für die nächsten Stunden gut gesättigt sind, starten wir unseren Abenteuertag. Zuerst buchen wir einen Nachmittagsausflug bei Moab Powersports. Das ist ein Tip von Kirk, den wir gestern kurz vor dem Trailende im Tal der Kobolde getroffen haben. Wir buchen für heute Nachmittag einen Side by Side Vehicle Ausflug. Das klingt auf jeden Fall schon mal ziemlich abenteuerlich. 

Da Moab direkt am Arches Nationalpark liegt und der Staat Utah ja netterweise beschlossen hat, die Nationalparks trotz Governmental Shut-Down zu öffnen, ist das heute unser Ziel. Da wir über Daniel bereits einen Eintrittspass erhalten haben, müssen wir uns nicht in die lange Schlange stellen und fahren einfach über die Seiteneinfahrt in den Park. Der Weg führt innerhalb von kürzester Zeit über den Pass und in das Tal der Arches hinein. Die Felsformationen sind beeindruckend. 

Wir fahren auf den Parkplatz des Delicate Arch Wanderweges, packen Kamera, Fernglas und natürlich Wasser ein, und marschieren los. Wieder einmal haben wir uns vorher nicht weiter über den Weg informiert und starten einfach ins Blaue hinein. Ich habe heute die Tom Tom Uhr am Handgelenk. Die Wege sind hier zwar immer irgendwie beschildert, dennoch bin ich trotzdem daran interessiert zu erfahren, wie lange wir denn tatsächlich unterwegs waren und wie weit. 

Die Tom Tom Uhr startet mit ihrer Aufzeichnung etwas später, als ich den Trail. Allerdings ist sie auch im Koffer einmal um die Welt geflogen und ich finde es vollkommen normal, dass sie sich erst mal orienteren muß und möchte. Wir laufen los und genießen beeindruckende Ausblicke.


Der Weg windet sich den Berg nach oben und so wird mit jedem Schritt mehr Blick auf eine wirklich tolle Kullisse frei. Die Amerikaner wissen, warum sie bestimmte Plätze und Landschaften als Nationalpark ausloben und Eintritt haben möchten. Da macht ihnen keiner was vor, soviel ist sicher.

Der Weg zum Delicate Arch ist gigantisch. Der Arch selbst ebenso. Ich könnte ihn einfach nur anstarren... die ganze Zeit.




Wir genießen den Ausblick und machen uns irgendwann auf den Weg nach unten. Jetzt haben wir den herrlichen Ausblick die ganze Zeit vor Augen. Die Tom Tom Uhr stimmt in ihren Werten mit der Suunto Ambit des Zeugwarts überein... und dann ist die Batterie leer. Ohne wirkliche Vorwarnung, außer einem kleinen Symbol im Display. Nun gut. Jetzt also nur noch die Uhrzeit. Ist ja auch was.

Zurück am Auto studieren wir die Karte und der Zeugwart beschließt, dass wir uns vor dem Abenteuerausflug am Nachmittag noch den Rest des Parks ansehen.


Ein kleiner Spaziergang führt uns noch an den Double Arch, der wirklich beeindruckend ist.  



Dann treibt uns der Hunger zurück in die Stadt. So viele Eindrücke machen eben einfach hungrig.

Unser Abenteuerausflug mit Moab Powersports beendet den heutigen Tag. Wir fahren in einem Side by Side Fahrzeug und schon die Anfahrt zum größen Erwachsenenspielplatz, den ich jemals gesehen habe ist beeindruckend. Und auf dem Spielplatz selbst geht dann in jeder Hinsicht die Post ab. Wir fahren nicht auf Wegen, wir fahren einfach so die großen Felsen hoch und runter, teilweise senkrecht, durch Pfützen und Sandsteilkurven. Wir fahren Vollgas, driften und ich fühle mich mehr als einmal wie in einer Achterbahn. Einfach verrückt. Die Fotos von diesem absolut empfehlenswerten Ausflug muß ich noch herunterladen und werde sie dann hier einstellen.

Heute Abend träume ich von den Arches und dem Erwachsenenspielplatz. Oder ich lasse das mit dem Träumen und sammle Kräfte für den morgigen Tag. Da steht der nächste Wandertag an. 

Sonntag, 29. September 2013

Die RTF und die Temperatur

RTF's sind einfach Gewöhnung, fährt man einen Sonntag eine, ist es -wenn's nur irgendwie klappt- am nächsten Sonntag wieder so. Heute ist so ein "wieder so" Sonntag. In Bad Homburg findet eine RTF statt. Treffpunkt ist vor dem neuen Fahrrad Denfeld, geparkt wird auf einem Firmenparkplatz 30m entfernt. Schon die Ausschilderung zum Start ist vorbildlich, und so wissen der Zeugwart und ich ganz schnell wo es langgeht. 

Es ist kalt in Bad Homburg aber die Strecken versprechen, dass zumindest mir kurzfristig bestimmt recht warm wird. Wir planen das Fahren der 70km Runde und weil 1000hm dabei stehen, bin ich total unbesorgt was die Temperaturen angeht. 

Bei dieser RTF hat man die Möglichkeit beim Radladen Laufräder und Rennräder zu testen. Das ist natürlich Musik in des Zeugwarts Ohren und so hat er bereits vor Tagen, als unsere RTF Teilnahme sicher wurde, einen Laufradsatz reserviert. 


Mit dem Laufradsatz, der am Hinterrad mit einer ganz speziellen Narbe ausgestattet ist, von der ich keine Ahnung habe -klar- testet der Zeugwart heute ein Gerät von Garmin. Das zeigt ihm nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Geschwindigkeit, Kilometerstand und Stand- bzw. Fahrort sondern, dank der speziellen Narbe im Hinterrad, auch die Wattzahl, die der Zeugwart tritt. Der Umbau wird fachmännisch direkt vor Ort durchgeführt und dabei bekommt der Zeugwart auch gleich neue Bremsbeläge, weil die bei den Zipp Felgen eben passend sind. 

Bei mir ist heute wieder mal die TomTom Uhr am Start. Die Radhalterung funktioniert auf dem Triathlonrad nicht, deshalb trage ich die Uhr am Arm. Während wir die Räder zusammenbauen und auf die Testlaufräder warten, starte ich die Uhr, die sich nach dem letzten PC Kontakt wieder mal auf Englisch umgestellt hat, 20ml aus Versehen. Da ich bisher keine Tastensperre entdeckt habe, ist der eine Bedienknopf ständig in meiner Berührungszone. Das nervt. So hat die Uhr dann allerdings flott das GPS Signal gefunden, als wir losfahren wollen. Das ist natürlich auch was wert. Was überwiegt kann ich leider nicht sagen... das Glück des schnellen Findens oder das genervt sein. 

Wir steigen auf die Räder und ich kann nur falsch rum aufsteigen, weil ich mein rechts Bein nicht so hoch schwingen kann, dass ich über das Rad komme. Die Leiste schmerzt immer noch. Nervig. So übe ich also falsch rum aufsteigen, so übliche Sachen einfach mal anders zu machen, kann ja auch hilfreich sein. Beim anfahren nutze ich das Ziehen und Drücken meines linken Beines, das rechte ist einfach nur am Pedal. Paßt irgendwie, aber gut ist es nicht. Die ganze Kraft nur mit einem Bein aufzubringen ist halt nicht so effizient, wie mit zweien. Nachdem mich dann auch noch ein Rollerfahrer so knapp überholt, dass ich seinen Spiegel am Ellbogen merke, sage ich dem Zeugwart, dass ich nur die 40km Runde fahren werde. Heute scheint nicht mein Tag. 

Der Zeugwart und die Zipp Laufräder fahren weiter auf die 70km Runde... und weil er sich spontan entscheidet, dass ihm 80km zu weit sind, fährt er heute einfach mal den Sandplacken rauf. Respekt. So wird Faulheit also bei dieser RTF belohnt. Wahrscheinlich wären die 10km außen rum weniger anstrengend gewesen? 

Ich fahre mein Tempo, wobei man das heute eher weniger Tempo nennen kann. Die Strecke ist anstrengend. Nach Wehrheim geht es ewig nur bergauf. Allerdings überhole ich ganze vier Radfahrer und das nur mit links. Die Radler, die an mir vorbei ziehen zähle ich nicht... das ist mir zu anstrengend. Egal. Hoch nach Wehrheim wird mir ordentlich warm, runter ist es dann schrecklich kalt. Selbst meine Windstopperkleidung kommt hier an ihre Grenzen. 

Die Streckenausschilderung ist vorbildlich und so komme ich irgendwann wieder am Start an und hole mir ein Stück Streuselkuchen. Während ich auf den Zeugwart warte, betrachten sich Trauben von Menschen mein Rad und debattieren darüber, ob es wohl ein 26 Zoll Rad ist, ob es ein Triathlonrad ist und was die Besonderheiten sind. Die Menschen fragen sich, ob es ein Serienmodell ist, sie machen Fotos und starren. Ich schaue einfach nur zu und sitze in der Sonne. 

Als der Zeugwart zurück kommt, gratuliert ihm das Garmingerät zur persönlichen Bestzeit. Herrlich, wenn Geräte versuchen einen zu motivieren. 

Den Nachmittag verbringen wir im Krankenhaus. Ich kann mein Bein nämlich weder zum aus- oder anziehen noch zum Treppe hochsteigen anheben. Festgestellt wird eine Entzündung und womöglich eine Zerrung. Kein Wunder, dass nix ging. Am Trainingszustand lag es also nicht. Das ist ja auch was wert. 


Dienstag, 24. September 2013

Psychologisch am Limit

Der Zeugwart beschließt heute mittag beim Blick in unseren Trainingsplan, dass wir uns heute mal um die Belustigung der Fahrgäste des öffentlichen Nahverkehrs im Rhein-Main-Gebiet kümmern werden. Ich bin skeptisch, aber der Zeugwart ist sich sicher, dass es am Bahnhof genau die richtige Länge Trainingstreppe gibt, die wir für unsere Trainingsplanbelange brauchen, als stimme ich der Belustigung der Fahrgäste zu. 

Vorher gehe ich noch zum Arzt. Der hat mich einbestellt, weil es in meinem Alter jetzt an der Zeit ist mal einen Check zu machen und diesen auch noch zu besprechen. Es ist unfassbar, dass ich tatsächlich in so einem Alter bin. Nun gut. Da kann man wohl nichts machen. Beim Abhören fragt der Arzt ob ich eigentlich mal darüber nach gedacht habe Sport zu machen. Oh je. Ich muß denkbar unfit aussehen! Ich erwähne, dass ich Triathlon mache und Anfang des Monats eine Mitteldistanz ins Ziel gelaufen bin und der Arzt sagt puppenlustig "das hätte ich Ihnen nicht zugetraut". Eine wirkliche ehrliche Haut, der Arzt. Ich mag ihn irgendwie, sage "willkommen im Fettnäpfchen" und gratuliere ihm zu seinem gestrigen Fitnessstudiobesuch. Über meine restlichen Werte müssen wir nicht mehr sprechen. Er ist zufrieden und erwähnt wie nebenbei, dass ich einen kerngesunden und sehr fitten Eindruck mache. Aha. Na, dann kann dem Treppentraining zu allgemeinen Bevölkerungsbelustigung ja nichts mehr im Weg stehen.

Wir warten heute nur wirklich kurz auf die TomTom Uhr und schon hat sie das GPS Signal gefunden. Vielleicht mußte sie sich auch erst ein paar Wochen einleben? Wer weiß. Heute klappt's auf jeden Fall flott und wir laufen los. 10Minuten einlaufen verkürzen wir spontan auf 9Minuten oder so, damit wir nicht noch an der Treppe vorbeilaufen müssen. Am Ziel vorbei geht ja psychologisch gar nicht und immerhin hatte ich heute schon die Arztbelastung. Psychologisch gesehen.

Heute steht "jede zweite Stufe" auf unserem Trainingsplan. Leider ist die Treppe tatsächlich doch nicht hoch genug. Wir sind bereits nach 8Sekunden oben. Also vereinbaren wir, dass wir statt den vorgegebenen 5 mal ganze 8 mal hochlaufen werden, pro Intervall natürlich. Klar. Verrückt. Wir hüpfen also jede zweite Stufe nehmend 8 mal die Treppe hoch. Ich kriege meine Beine kaum in den Griff. Es ist ziemlich anstrengend. Der Zeugwart spurtet an mir vorbei wie auf Federn und stoppt die Zeiten.



Sinnvollerweise richtet er es so ein, dass die S-Bahn während unserer Pause ankommt, so dass wir den Menschen, die in ihren wohlverdienten Feierabend strömen, nicht einfach von uns plattgewalzt werden. Ich stelle mir kurzfristig vor, wie schön es wäre, wenn der Zeugwart und ich einfach während alle runter wollen, hoch spurten würden und dass das dann garantiert eine prima Fahrgastbelustigung wäre. Aber es passiert nicht. Die Treppe ist leer, als der Zeugwart den nächsten Spurt hoch ankündigt.

Die 10Minuten Laufpause vor dem nächsten Intervall machen wir ins Industriegebiet. Wir sind überrascht, wie viele Menschen uns hier begegnen und als wir zurück zur Treppe kommen renne wir gleich sofort wieder hoch. Das wird mir fast zum Verhängnis. Meine Oberschenkel können das nicht. Ich bleibe fast hängen... nach der nächsten Pause klappt's dann wieder ganz gut.

Irgendwie motiviert mich mein Arztbesuch heute und so brenne ich nochmals 6 Treppensprints auf die Stufen. Die letzten zwei passe ich leicht an und nehme jede Stufe. Ich kriege die Beine einfach nicht mehr hoch.

Wir laufen zum Auto zurück und das Losfahren wird schwierig, weil mein Bein es kaum schafft die Kupplung des kleinen Autos zu treten. Was denkt sich der Trainer nur bei diesen Einheiten? Vielleicht sollte er mal mit meinem Arzt Kontakt aufnehmen?


Sonntag, 22. September 2013

RTF Götzenhain

Wir sind in diesem Jahr längst nicht so viele RTF's gefahren, wie geplant. Irgendwie kam einfach immer was dazwischen. Damit wir das Jahr, in dem nicht mehr viele RTF's anstehen, aber noch so gut wie möglich ausnutzen, wollen wir heute in Dreieich an den Start gehen. In Götzenhain wird heute am Sportplatz gestartet und der Zeugwart und ich sind um 8:30h verabredet. Zum einen mit Pantone, die heute mal wieder eine Radrunde drehen möchte und zum anderen mit den Herren vom Radteam Rhein-Main. Die fahren so flott, dass ich sowieso nicht mitfahren kann, aber es ist nett jemanden an den Kontrollpunkten oder im Ziel zu treffen. 

Wir sind fast irgendwie pünktlich, der Zeugwart meldet uns an und dann kann es auch schon los gehen. Die TomTom Uhr fährt heute mit dem Rad mit und ich schalte sie schon mal an, als ich die Startnummer "montiere". Das GPS Signal ist gefunden als wir losfahren und die Uhr meldet es engagiert mit einem Vibrieren. RTF's sind immer herrlich ausgeschildert und so können wir auch heute wieder die Natur und das klasse Wetter genießen, ohne ständig auf eine Karte schauen zu müssen. Unsere Route sind heute 77km, Pantone verläßt uns daher an der Streckenteilung und wir fahren alleine weiter. 

Wir schließen auf eine Gruppe Herren auf, die fleißig treten was das Zeug hält. Ich bleibe am letzten dran, der Zeugwart ist vor mir, im Pulk. Ich versuche mehrfach zu überholen, aber der Herr findet das keine gute Idee. Er schlenkert, er gibt Gas aus heiterem Himmel und er schaut sich ständig gehetzt um. Unglaublich. Ihm ist es definitiv nicht recht, dass ich hinter ihm fahre und versuche dran zu bleiben. Das ständige plötzliche Abbremsen und Schlängeln wird mir zu blöd. Ich lasse mich zurückfallen und fahren ganz langsam. So bekomme ich einen ordentlichen Abstand hin. 

Dann überholt mich ein netter Herr und ich kann gut mithalten. Irgendwie scheint es bei RTF's ja üblich zu sein, dass man sich "ranhängt" und mitfährt und so hänge ich mich ran, gebe mich zu erkennen und darf natürlich mitfahren. Dieser Typ tickt richtig und wir fahren durchs Land, als wenn wir einen Motor am Rad hätten. Und zwar einen an jedem Rad. Irgendwann überholen wir den Schlenkerradfahrer und zwar sowas von volle Kanne, dass ich kurzfristig zweifle ob ich noch im GA1 Modus unterwegs bin. Das ist mir in diesem Fall allerdings egal, denn der Ehrgeiz hat mich gepackt und so ziehe ich hinter dem richtig tickenden Typen her, die Brücken hoch und immer am Hinterrad fahrend, lassen wir den Schlenkerer schnell weit hinter uns. Herrlich. Ein inneres Fronleichnamsfest. 

Irgendwann docken wir wieder am Zeugwart und seinem Zug an. Der ist noch eine Ecke schneller unterwegs. Irre. Ich kann ein paar Kilometer mithalten. Dann habe ich 77km auf der Uhr und die RTF ist zu Ende. Ha... veräppelt. Ist sie nicht. Vom Ziel und dem Sportplatz bisher keine Spur. Unglaublich! Ich muß noch weitere 5km fahren, bis ich das Ziel endlich sehe... so gut die Schilder, so schlecht die Messung offensichtlich. 

Der Streuselkuchen im Ziel ist hervorragend! Einfach super lecker. Die TomTom Uhr stoppe ich bei der Zielankunft und sie zeigt exakt die gleiche Entfernung wie mein Fahrradtacho. Na, das ist doch schon mal was. 


Mittwoch, 18. September 2013

Waden on Tour

Gott sei Dank habe ich eine schier unendlich scheinende Menge an Schuhen zur Auswahl, wenn ich morgens zur Arbeit gehe. Ich kann zwar nicht in Turnschuhen hingehen und für Sandalen ist es mittlerweile auch etwas frisch... aber trotzdem bieten sich genug Varianten um heute morgen ein paar zu finden, die ich ohne allzu große Schmerzen in meinen Waden anlegen kann. Das es draußen auch noch in Strömen gießt schränkt die Auswahl zwar ebenfalls merklich ein, trotzdem findet sich ein Paar, dass es heute also sein soll. 

Da ich tagsüber meistens sitze und in den PC starre, kann sich Muskelkater in den Beinen klamm heimlich einschleichen und fast unbemerkt festsetzen. Ich merke also nichts vom ungebetenen Gast und leide dafür umso mehr, als meine Anwesenheit endlich beendet werden kann und ich die kurze Treppe zum Garagenzubringer nehme. Oh je. Länger dürfte die Treppe wirklich nicht sein. 

Der Zeugwart wartet zu Hause und weil es früh dunkel wird, ziehen wir uns nach meinem Eintreffen gleich um, legen die technisch hochgradig ausgereiften Uhren an, und verlassen das Haus. Die TomTom Uhr ist nicht fit und fügt sich damit nahtlos an mein Wadengefühl an. Nach guten 2Minuten gebe ich es auf und wir laufen ohne das TomTom GPS Signal los. Nach 500m schalte ich die Uhr nochmals aus und beginne dann von Neuem. Jetzt findet sie das GPS sofort. Wenn's doch immer so wäre. Dass man noch mal anhalten muß ist indiskutabel. Entweder es klappt sofort, oder die Uhr taugt nichts. Ich werde das beim  nächsten Mal nochmals probieren. Klappt es dann nicht so, wie ich mir das vorstelle, breche ich den Test ab. Für Kindergeburtstag sind mir meine Trainingseinheiten dann doch zu wichtig. 

Der Zeugwart und ich laufen heute 1Stunde 20Minuten. Meine Waden laufen mit und versprechen, dass sie mir im Anschluß und vor allem morgen ordentlich weh tun werden. Ich ahne schreckliches. Ich  drehe früher um und laufe zurück, weil ich mir ziemlich sicher bin, dass ich für den Rückweg länger brauche, als für den Hinweg. Am Schluß hatte ich damit auch recht. Bei meinem Wadenmuskelkater helfen selbst die angelegten Kompressionsstrümpfe nur bedingt weiter. Irgendwann kommt alles an seine Grenzen. 

Als wir zurück sind versuche ich mich an der Dusche... aber es ist wenig erfolgsversprechend. Ich werde zwar sauber, aber das Verlassen der Dusche und das Anheben meiner Beine geht so langsam von statten, dass soviel Zeit vergeht, dass ich fast schon wieder dreckig bin, bis ich es geschafft habe. Meine Waden melden an mein Gehirn, dass ich -höchstwahrscheinlich- nie wieder laufen werde. Na, das werden wir noch sehen. 


Dienstag, 17. September 2013

Treppenargumente

Der Zeugwart und ich sollen heute Treppen laufen. Der Trainer denkt wahrscheinlich, dass wir im nächsten Jahr wieder in Köln mitmachen möchten und baut deshalb vor? Ich möchte ja vielleicht gerne in Moritzburg starten, weil das so schön zum geplanten Trainingslager paßt, aber sicher ist da noch gar nichts, von daher steige ich nicht in eine Diskussion über die Trainingsnotwendigkeit von Treppenläufen ein. Wahrscheinlich hat der Trainer sowieso die besseren Argumente?

Auf dem Plan steht nach dem üblichen einlaufen, dass wir 15Sekunden hoch rennen sollen und dabei jede einzelne Stufe nehmen müssen. Für das Runtergehen sollen wir uns 2Minuten Zeit lassen. Ich denke darüber den ganzen Tag nach… wie schnell denkt der Trainer bin ich, damit ich eine Strecke die ich 15Sekunden lang laufen soll, in ganzen 2Minuten zurücküberwinde? Das kann doch gar nicht gehen, wenn ich mich kontinuierlich bewege. Ich versuche es kurz im Büro-Treppenhaus, bin aber natürlich mit Pumps und Hosenanzug nicht konkurrenzfähig und kann deshalb leider keinen Beispielwert für heute Abend festlegen.

Wir fahren mit dem Auto zum Laufen hin. Das ist ungewöhnlich, denn wir wohnen so ländlich, dass eine vorherige Anfahrt zu einer Laufstrecke –außer wir laufen mal bei der Teamchefin und dem Profiathleten- nicht notwendig ist. Ich falle eigentlich direkt vom Schuhe anziehen auf meine Laufstrecke drauf. Ein direkterer Einstieg ist tatsächlich kaum möglich. Heute aber nicht. Der Weg zur Treppe ist zu lang. Wir sollen uns ja nur einlaufen und dann mit den Treppenserien starten. Da würde es nichts bringen, wenn ich mich erst mal 45Minuten einlaufe. Wobei ich dem Trainer locker zutraue, dass ihm das irgendwann auch mal einfällt. Er ist schließlich dermaßen kreativ, dass es einem fast Angst machen kann.

Weil ich weiß, dass die TomTom Uhr für’s GPS etwas länger braucht, schalte ich sie schon im Auto an. Nach 2:30Minuten hat sie das GPS gefunden, wir parken und es kann los gehen. Wir nehmen unsere Kopflampen mit, denn rein zeitlich gesehen, kommen wir in die Dämmerung rein, und da ist es einfach netter, wenn man was sieht. Wir laufen uns zur Treppe hin ein und starten dann die erste Serie. Es gilt 5 mal 15 Sekunden die Treppe hoch laufen und dabei jede Stufe zu nehmen. Runter soll ich in den angesagten 2Minuten gehen. Wie erwartet klappt das natürlich nicht so richtig mit den 2Minuten. Ich bin schon nach 1:10Minute unten. Na ja: ausbaufähig. Die Treppe hoch renne ich mit ordentlich hochgezogenen Knien. Außerdem laufe ich außen und der Zeugwart innen… und das macht ihn natürlich schneller, weil die Treppe mehrere Absätze hat und somit einige Drehungen erfordert. Ich, die mit den kürzeren Beinen im Haushalt, muß also den längeren, äußeren, Weg nehmen. Das Leben ist ja sowieso meistens ungerecht…

Nach den ersten 5 Hochläufen sollen wir eine 10Minuten Laufpause machen. Was laufen in diesem Fall mit Pause zu tun hat weiß ich auch nicht so ganz. Ich habe meinen Puls auf der TomTom Uhr genau im Auge. Da ist die Uhr wirklich prima, weil man die große Anzeige eben –je nach Bedarf- auf Knopfdruck ändern kann. So kann ich, wenn’s gewünscht wird wie jetzt, schnell zwischen Uhrzeit, abgelaufener Zeit und Puls hin und her schalten. Ein Nachteil ist, dass man an diesen joystickartigen Knopf eben auch leicht mal dran kommt, wenn man eigentlich nicht dran kommen will. Plötzlich „Stop“ zu drücken, ist mir aus Versehen allerdings bisher noch nie passiert. Ich habe nur die Anzeigen gewechselt, was für die Aufzeichnung keine Relevanz hat.

Die zweiten 5 Treppenläufe werden anstrengend. Ich laufe weiterhin den weiteren Weg und der Zeugwart ist immer zwei Stufen über mir, wenn er Stop ruft. Das tut er übrigens, wenn die Treppe rum ist, nach 17Sekunden. Aber das erzählt er trainingstechnisch höchst sinnvoll erst beim vorletzten Mal. Ein sehr schlauer Typ der Zeugwart.

Nach den Treppenläufen, geht’s zurück zum Auto. Das verbinden wir einfach mit dem Auslaufen. Manchmal muß man, was das Zeitliche angeht, einfach flexibel sein.

Da die Betreuung meiner TomTom Testuhr übrigens vorbildlich ist und man sich wundert, dass die Uhr für die Findung der Satelliten so ewig braucht, wurde ich übrigens kontaktiert und beratschlagt, was ich dafür bzw. dagegen tun könnte. Ein Schnelltest nach dem Lauf brachte tatsächlich eine besonders schnelle Ortung. Vielleicht ist das ja des Rätsels Lösung? Das wäre ja super. Wenn der spätere Kundenservice dann auch ebenso vorbildlich funktioniert, wie die Betreuung der Tester, könnten sich einige Firmen davon noch was abschneiden.

Samstag, 14. September 2013

Wut läuft.

Nachdem ich quasi ausgeschlafen habe, checke ich kurz den Armmuskelkater und ordne ihn auf einer Katerskala ein. Für das Halten der Müslischale reicht es... und später steht Radfahren und Laufen auf dem Plan. Die Arme haben dabei ja nicht wirklich viel zu tun. Geht also.

Nach dem Frühstück muß ich mich aber erst mal mit meiner absoluten Lieblingsdisziplin, dem Zuschauen befassen. Heute kämpft Anne Haug in London um den WM Titel und da es einen Livestream gibt, kann man das Rennen live verfolgen. Ein super ARD Service. Ich bin begeistert und schaue ausdauernd. Anne Haug beweist einen unglaublichen Kampfgeist und eine sehr sympathische Menschlichkeit und rennt zur Bronzemedaille. Ich bin sicher, sie hatte sich mehr erhofft, aber der Mensch ist keine Maschine und kein technisches Gerät und kann deshalb nicht auf Abruf funktionieren. Auch, wenn es kaum tröstet. 

Während das Rennen noch läuft, baut mir der Zeugwart die Rolle auf. Draußen schüttet es und ich muß heute 2,5 Stunden Rad fahren. Das will ich nicht im strömenden Regen machen... ich möchte mit dem Gonzo-Triathlon-Rad vor allem Auflieger fahren üben. 

Da die TomTom Uhr bei jeder Einstellung, außer beim Schwimmen und beim Laufband ein GPS Signal sucht, und man ehe sie es gefunden hat, nicht auf Start drücken kann, wähle ich "Laufband" um auf der Rolle zu fahren. Hier geht es darum den Pulsgurt zu finden (das macht sie beim Schwimmen nicht) und das klappt auch richtig flott. Ich fahre 50 Minuten auf der Rolle, schaue dabei die Hitparade von 1972 und nutze endlich mal ausgiebig mein Köln Triathlon Siegerhandtuch. Die TomTom Uhr behauptet, ich sei im Laufband Modus 1,75km unterwegs gewesen. Wie ich das gemacht habe, auf der Rolle, weiß ich natürlich nicht. Aber die Uhr ist sich sicher. 

Der Wechsel wird vom Zeugwart auf Anweisung vorbereitet. Echt super, er richtet Mütze und Schuhe inkl. Sohlen und holt meine Teamjacke. Als ich dann von der Rolle absteige, stoppe ich den Laufbandmodus und ziehe mich um. Schnelle Wechsel sind in unserer Familie die Spezialität vom Zeugwart, aber heute war ich ebenfalls ziemlich flott. Die TomTom Uhr schalte ich schon mal in den Laufmodus und meinen Puls hat sie schon im Treppenhaus gefunden. 

Die Anzeige sagt mir allerdings, ich soll noch warten. Will ich aber nicht. Ich habe weder Lust geschwitzt bei diesem Koppeltraining in der Kälte zu stehen noch bin ich damit zufrieden, dass sich die Satelliten offensichtlich gerade woanders befinden. Sowas finde ich total ätzend. Gerade erst habe ich gepredigt, dass ein Mensch keine Maschine ist und man sich deshalb nicht auf Abruf darauf verlassen kann... und huldige somit quasi den technischen Geräten... und dann so was. Das regt mich auf. Nach einem Kilometer sagt die Uhr, sie wäre jetzt soweit, wir könnten loslaufen. Aha. 

Da bin ich ja froh. Die Uhr läuft also ab sofort mit, das ist schön. Hat sie sich also auch begnügt mitzumachen... ist ja herrlich. Gott, wie ich sowas hasse. Wenn Technik nicht funktioniert macht mich das rasend. Ich laufe weiter, immerhin soll ich ja 30Minuten laufen. Der Trainer hat 30Min. koppeln aufgeschrieben, so wird's gemacht. Egal ob die Uhr mitmacht oder nicht. 

Ich laufe also. Zwischendurch checke ich immer mal meinen Puls. Der müßte im GA2 Bereich liegen. Die TomTom Uhr zeigt mit einen momentanen Puls von 46 Schlägen an. Das macht mich rasend. Technik die begeistert. Ich werde richtig sauer. 46 Schläge sind ein Witz. Das schaffe ich morgens nach dem wach werden liegend im Bett kaum, und dafür aber jetzt? Auf der Laufstrecke mit einer Vorbelastung vom Radfahren? Wenn ich schon eine Pulsuhr mitnehme, will ich haben, dass sie verlässlich arbeitet. Ich will zu jedem Zeitpunkt beim Sport einen plausiblen Wert ablesen können. Habe ich eine GPS Funktion, will ich die außerdem abrufen können. Und nicht so was. 

Während ich nach Hause zurücklaufe bringt mich die Uhr weiter auf die Palme. Ich laufe angeblich mit 63 Schlägen. 

Nach etwas mehr als einer halben Stunde komme ich daheim an. Wäre die Uhr mir, würde sie nun in die Ecke fliegen so sauer bin ich. Dabei würde sie wahrscheinlich aus ihrem Armband rausfliegen und der Zeugwart würde mich versuchen zu beruhigen. Da ich sie nur leihweise zum testen habe, lege ich sie ab und stupse sie nur an. Damit sie auch merkt, dass ich sauer bin. Nur weil sie ein Testgerät ist, braucht sie nicht zu denken, ich würde schnell verzeihen. 

Über meine Wut, habe ich das heutige Training ganz locker weggelaufen. Dabei dachte ich, es wird anstrengender... 


Freitag, 13. September 2013

Schwimmen mit Stimmung

Auf der einen Seite könnte ich auch einfach mal Sport-Pause machen... auf der anderen Seite bin ich gerade derart motiviert, dass ich gar kein Päuschen machen möchte. Der Zeugwart und ich fahren in diesem Jahr ja noch in den Urlaub, da werden wir dann eh eine Pause vom regelmäßigen Sport machen und nur Trailrunning, Schwimmen und laufen gehen. Klingt ja total unsportlich... 

Weil also derzeit keine Sportpause angesagt ist, gehen wir heute Schwimmen. Der Trainer denkt zweimal die Woche wäre nötig, also zweifle ich nicht, sondern gehe eben. Heute zeigt sich der Herbst von seiner besten Seite... 13°C und Wind. Herrliches Wetter, wenn man im Freibad schwimmt. Das Wasser ist so warm, dass es verdampft und darüber eine Nebelwolke schwebt. Beeindruckende Stimmung. Immerhin ist es nun schon richtig dämmrig und die Beleuchtung ist an. Und der Mond auch. Es wird ganz klar Herbst und zwar mit großen Schritten. 


Ich möchte heute das Schwimmprogramm vom Kopfschmerzdienstag absolvieren. Nachholen soll man Trainingseinheiten ja nicht... aber tauschen ist, denke ich, irgendwie ok. Ich schwimme also 3x1000m. Das ist der Plan. Die ersten 1000 schwimme ich in 19Minuten. Ich zähle die Bahnen und kontrolliere so die TomTom Uhr. Sie zählt die Bahnen richtig. Die Zeit setze ich als richtig voraus. Das sollte jede Uhr hinkriegen. 

Die zweiten 1000m beginne ich nach 30Sekunden Beckenrandpause. Jedes Mal wenn mein Ellbogen kalt wird, wenn er aus dem Wasser gezogen wird, weiß ich, die Technik paßt. Außerhalb vom Wasser ist es nämlich ziemlich frisch mittlerweile. Als ich 2000m fertig gezählt und geschwommen habe, zeigt die Uhr 20:37 Ich bin also 37Minuten unterwegs. Das kann ja irgendwie nicht sein... was habe ich denn dann in Köln gemacht? Ich habe mich garantiert verzählt. Die TomTom Uhr sagt allerdings auch, dass ich 2000m rum habe jetzt. Komisch. Ich bin ungläubig. 

Dem Zeugwart ist kalt. Er macht heute Techniktraining und findet das Wasser frisch. Wir vereinbaren, dass ich jetzt noch 1000m schwimme und wenn es bei ihm nicht mehr geht, dass er mich dann antippt und ich einfach jederzeit vorher aufhöre. Alleine auf der Bahn schwimmen geht nicht. Schon dass ich die 1000m noch schwimme möchte, finde ich komisch...

Ehe ich die letzten 1000m in Angriff nehme, packt der Zeugwart die Suunto Ambit 2 an meinen rechten Arm. Ich habe also nun links die TomTom Uhr, rechts die Suunto Variante und in der Mitte mein Gehirn. Die letzten 1000m zähle ich genau mit, ich will schließlich wissen, wie genau welche Uhr hier so zählt. Außerdem schwimme ich ohne Walkman... so dass mein Gehirn prima zählen kann. Und dabei achte ich auch noch immer auf den Ellbogen, der regelmäßig an beiden Armen kühl wird. Gute Technik... bzw. zumindest beachtete Technik. 

Nach 500m schwimmt der Zeugwart auf mich auf und zeigt mir das Abbruchzeichen, was wir jahrelang für regelmäßige Tauchgänge eingeübt hatten. Ich checke die Uhren: Die Ambit richtet sich nach meinem Zählgehirn und zeigt 500m an. Die TomTom Uhr gibt alles um mich zu motivieren und zeigt mir 800 geschwommene Meter an. Wie sie das gezählt hat weiß ich nicht. Ist jetzt aber so. 

Wie man sieht, behauptet TomTom ich war kurzfristig -172,5km/h schnell.
Am Beckenrand gebe ich kurz die Order: "so schnell wie möglich raus und unter die Dusche" und hüpfe aus dem Becken. Zack: Schuhe an und weiter geht's. Ich stelle meine Tasche ab, Handtuch raus, Duschgel in die Hand und schon ist die Dusche an. Herrlich. Die Dusche ist angenehm warm. 

Ich bin also heute 2,5km in 50Minuten geschwommen. Von der Kondition her hätte ich ganz locker noch weiterschwimmen können. Ungewöhnlich. 

Aber vielleicht der richtige Weg um im nächsten Jahr nochmals eine Mitteldistanz zu machen... 

Mittwoch, 11. September 2013

Schneckenparty

Eigentlich gibt es genug Jahrestage in diesem Leben, trotzdem ist heute immer irgendwie etwas besonderes. Der 11. September bleibt für mich immer ein krasses Beispiel dafür, dass man sich an bestimmte Situationen im Leben eben einfach immer erinnern wird.  

Mein Tag heute hat einfach keine Chance. Das hat allerdings wirklich nichts mit dem 11. September und dem Jahrestag zu tun. Mein täglicher Arbeitswahn- und vor allem Irrsinn wird sich heute fortsetzen und man kann einfach nichts dagegen tun. Zumindest nicht kurzfristig. Gestern diese pochenden Kopfschmerzen haben mich offensichtlich unbelastbar gemacht? Man kann es mir heute also nicht recht machen. Leider ist das den meisten meiner Mitmenschen vollkommen egal. 

Dem Trainer nicht. Und dem Zeugwart natürlich auch nicht. Auch die Teamchefin versucht mich heute morgen aufzuheitern. Sie alle geben sich wirklich extrem viel Mühe... ob mit Erfolg wird sich zeigen. 

Der Trainer schreibt heute Abwechslung auf meinen Trainingsplan. Der Lauf aus der Routine. Ich soll alle 10 Minuten schnell machen heute. Das klingt auf jeden Fall anders, als ich es normalerweise mache. Da hat der Trainer schon recht. 

Nachdem der Arbeitsirrsinn mich heute länger als geplant im Büro festhält, kann ich erst später als geplant loslaufen. Das paßt ja zum Rest vom Tag. Netterweise reißt der Zeugwart praktisch alles raus, weil er mich begleitet. Wir laufen immer 10Minuten GA1 und sprinten dann 100m. Routine ade quasi. Das klappt auch wirklich gut. Ich bin nach meinen üblichen 3km eingelaufen und der Rest läuft wie von selbst. 

Die TomTom Uhr foppt mich dabei ordentlich. Sie zeigt die Zeit richtig an und die absolvierte Strecke ebenfalls. Das finde ich gut und hilfreich. Auch der Puls wird richtig angezeigt. Nehme ich zumindest an. Ich zähle nicht nach, aber mein Gefühl sagt mir, dass die Anzeige schon paßt. Die aktuelle Geschwindigkeit ist allerdings Schrott und schlichtweg falsch. Ich weißt nicht wirklich, wie die TomTom Uhr das errechnet, aber die abgelaufene Zeit nach einem Kilometer entspricht kein einziges Mal dem Wert, der mir als Min/km Wert angezeigt wird. Wahrscheinlich ist die Uhr motivierend programmiert? Sie zeigt nämlich immer an, dass ich wesentlich schneller unterwegs bin, als es dann nach dem abgelaufenen Kilometer der Fall gewesen ist. Irgendwas stimmt da nicht. 
Die Suunto Ambit, die der Zeugwart am Handgelenk trägt, zeigt plausiblere Min/Km Werte an. 

Auf unserer Laufstrecke kreuzen wir heute eine Schneckenstraße. Alle Nacktschnecken der Umgebung sind ganz offensichtlich auf eine Party eingeladen, die demnächst beginnt. Jede will pünktlich sein und so ist praktisch jede auf dem Weg von rechts nach links. Hätten sie ein Haus, hätte ich ihren Weg beschleunigt, so lasse ich natürlich die Finger weg. Und wundere mich, wie viele Schnecken auf dieser Party eingeladen sind. Ob es was zu essen gibt? 

Als wir zurück zu Hause sind hüpft der Zeugwart gleich duschen, weil ihm kühl ist. Ich beginne schon mal mit der Zubereitung des Essens... und als er fertig ist, übernimmt er. Herrlich. Wir haben wirklich eine tolle Planung. 


Dienstag, 10. September 2013

Poch, Poch, Poch

Mein Kopf schmerzt heute irgendwie den ganzen Tag. Das mit dem Herbst ging ihm wohl dieses Jahr anscheinend zu schnell. Nachdem ich mich auch noch damit befassen darf, warum die Lufthansa wohl genau diesen Flugplan gewählt hat und ob es nicht möglich ist, dass so ein Flieger einfach mal später oder früher, quasi "flight on demand" losfliegt, ist es für meinen Kopf heute endgültig zu viel. Er kann nur noch mit Novalgin. Das hilft allerdings Wunder. Und zwar wirklich. Knallhart.

Wir fahren heute ins Schwimmbad. Auf dem Plan stehen 3x1.000m und so wird die eigentlich vorgesehene Schwimmzeit von einer Stunde knapp. Während der Zeugwart noch eine Leine richtet, schwimme ich schon mal los. Die ersten 1.000m klappen gut.

Die TomTom Uhr zählt die Bahnen verlässlich und zeigt mir wahlweise die absolvierten Meter oder die Bahnenanzahl an. Außerdem kann ich mir auch die Uhrzeit anzeigen lassen. Eine Uhr, die mir während des Schwimmens etwas anzeigt ist allerdings nicht so meines. Ich kann während des Schwimmens nichts ablesen. Das ist irgendwie vergebene Liebesmüh, da bin ich ehrlich. Am Beckenrand, wenn ich drehe, erhasche ich mal einen Blick auf das Display, aber auch nur auf die große Zahl. Für die kleinen Anzeigen im oberen Teil fehlt mir die Sehstärke. Leider kann ich das Armband nicht wirklich gut auf meine Armbreite einstellen. So schlabbert die Uhr entweder, oder sie ist zu weit. Oder sie schabt. Aber für die breite meines Handgelenks bzw. für seinen Umfang kann ja nun wirklich keiner was.

Die zweiten 1.000m breche ich nach der Hälfte ab. Die Kopfschmerzen sind zurück. Ich hänge kurz am Beckenrand, weil es wie wild pocht, dann raffe ich mich auf und schwimme zur Treppe. Nachdem ich mich im warmen Becken kurz aufgewärmt habe, gehe ich duschen. Die 20m bis dahin reichen, damit ich Schüttelfrost bekomme. Fit ist was anderes.

Ich warte dann noch auf den Zeugwart und bin froh, dass er ein Schnellduscher ist. Zu Hause falle ich erst mal auf die Couch. Falls mein Kopf bis morgen nicht geplatzt ist, steht morgen ein "gegen die Laufroutine" Programm auf dem Plan. Ich bin gespannt.



Samstag, 7. September 2013

Im Training reichen 8

Mein kleines grünes Rennrad und ich wollen heute mal wieder eine gemeinsame Radtour machen. Das liegt bei mir hauptsächlich daran, dass ich das Triathlon-Gonzo-Rad nicht komplett einsauen möchte. Es ist quasi ein Schönwetterrad und weil es draußen regnet wie aus Kübeln, entscheide ich mich irgendwie spontan für das Rennrad. Ich werde es demnächst sowieso höchstwahrscheinlich verkaufen, weil ich in einen Crosser investieren möchte und sicher bin, dass ich nicht mehr als zwei Fahrräder brauche. Also werden das Rennrad und mein Mountainbike neue Besitzer suchen und ganz bestimmt auch finden.

Heute fahre ich aber erst noch mal mit dem grünen Rennrad. Wir haben immerhin die ersten schnellen Radtouren meines Lebens gemeinsam gemacht. Es verdient also ab und an noch eine Ausfahrt. Weil es regnet tragen der Zeugwart und ich unsere Regenjacken. Ich montiere außerdem die Tomtom Uhr in ihrer Mitgelieferten Fahrradhalterung und ich ziehe mir meine Neoprenüberschuhe an. Nicht, weil es so kalt ist, sondern einfach weil das herrliche Wetter ansonsten dafür sorgen wird, dass ich innerhalb kürzester Zeit nasse und damit doch wieder kalte Füße habe. Also lieber zu warme Füße als kalte. So einfach ist meine Regel. Der Zeugwart zieht sich an und so pumpe ich, nachdem ich bereits alles wesentlich angelegt habe, die Räder auf. Weil ich mir die nötige bzw. gewünschte Barzahl nie merken kann, frage ich den Zeugwart. Seine Antwort ist der Blogtitel: Im Training reichen 8. Ich bin nun also tatsächlich ein wettkämpfender Triathlet geworden… ich habe unterschiedliche Barzahlen auf meinen Reifen, je nach Einsatzgebiet. Wahnsinn!

Der Zeugwart und ich fahren los, als es nicht mehr regnet. Das ist ganz nett. Allerdings hat der  Zeugwart andere Pläne als ich und so verlasse ich mich darauf, dass ich nach spätestens einer Stunde Fahrt eine Einkehr beim Bürgerfest in Hanau mache, um den Herrn Motivator im Drachenboot anzufeuern. Der Zeugwart fährt aber lieber mit dem Fahrrad nach Bayern und so wird aus meiner Anfeuerung vorerst nichts. Und aus dem Essen auch nicht. Ich merke so einen Essensverzicht immer sofort und so schleiche ich also irgendwann durch Bayern und beginne mir zu überlegen welches Tier als erstes aus diesem hübschen Wald rauskommen wird und wie ich es wohl am besten zubereite.

Auf der Suche nach einer Zwischenmahlzeit, die ich mir lieber beim Bäcker erjage als im Wald, wartet der Zeugwart in Alzenau vor einer Kirche. Alleine. Als ich zurück bin, steht der Zeugwart in Mitten einer Menschenmenge und alle tragen Startnummern. Ich bin verwirrt. Der Zeugwart hat nichts gemacht und steht trotzdem mitten in der Startaufstellung vom Friedenslauf. 

Um mitzuhalten verspeist der Zeugwart ein neues GU Gel. Ich habe eine Probepackung "Salted Caramel" gewonnen und die gilt es natürlich nun auszuprobieren. Der Zeugwart mag den Geschmack. Er ist sowieso schon von der Wirkung des Gu-Gels überzeugt, das heißt, das muß er nicht mehr testen. Wir machen hier also nur einen Geschmackstest dieses Mal. Nachdem ich meine Zwischenmahlzeit auch verdrückt habe, fahren wir weiter. Jetzt geht's in Richtung Hanau. 

Dort kommen wir genau so an, dass wir noch etwas essen können, ehe das Team des Motivators sich mit dem Drachenboot für das Finale qualifizieren möchte. Der Zeugwart hat doch ein sehr gutes Timing. 

Freitag, 6. September 2013

TomTom schwimmt

Unser Verein hat eine Kooperation mit einem anderen Frankfurter Sportverein und so haben der Zeugwart und ich seit Jahren die theoretische Möglichkeit zweimal die Woche zu schwimmen. Natürlich nutzen wir das selten, einfach deshalb, weil Schwimmen immer so anstrengend ist. Und weil der Trainer netterweise in der Seefreien Zeit selten zweimal Schwimmen in der Woche auf den Plan schreibt. 

Diese Woche steht Schwimmen allerdings zweimal drauf. Sicherlich, weil wir uns nach dem Wettkampfwochenende eher entspannen sollen. Ich weiß zwar nicht so genau warum Schwimmen zu "nicht so anstrengend" zählt, aber egal. Manche Sache versteht mein Kopf eben einfach nicht. 

Ich nehme die TomTom Uhr heute mit ins Wasser. Immerhin wird die Uhr mit einer Schwimmtauglichkeit beworben, also probiere ich das heute gleich mal aus. Beim Anziehen der Uhr fällg mir auf, dass sie erstaunlich locker in ihrem Armband sitzt. Der Uhrkörper inklusive Bedienungsknopf läßt sich aus dem Armband leicht rausnehmen um in die Radhalterung gesteckt zu werden oder an den PC angeschlossen zu werden. Leider ist dieses -eigentlich praktische- Element mir persönlich etwas hinderlich, wenn ich die Uhr jetzt anlegen möchte. Ich muß aufpassen, dass sie mir nicht auf den Beton knallt. 



Nachdem das alles unfallfrei vorüber gegangen ist, wähle ich Schwimmen auf der Uhr aus und der Zeugwart und ich legen los. Die Suunto Ambit ist am zeugwartschen Arm selbstverständlich ebenfalls total auf Schwimmen eingestellt.


Donnerstag, 5. September 2013

Zwei Uhren - 110Meter

Nachdem seit gestern wieder sicher gestellt ist, dass ich gegen die schweren Krankheitserreger die es auf der Welt gibt jeden Kampf gewinnen würde, tun mir heute ordentlich die Arme weh. Die Arzthelferin hat sich bestimmt Mühe gegeben, dass es nicht so schmerzt, aber eben leider ohne Erfolg. Den kann man bei Impfungen zwar im Endergebnis sicher stellen, aber der Zwischenstand ist anscheinend nicht beeinflußbar. Mein linker Arm hat eine Schwellung, ist heiß, rot und schmerzt, mein rechtes Exemplar ist all das ebenfalls, außer rot und dick. Dafür kann ich rechts kaum richtig anheben, weil es weh tut. Mechanisch ginge es natürlich schon. Klar. 

Heute wäre eigentlich schwimmen dran. Aber wenn man seine Arme kaum bewegen hat, macht Schwimmen ja nun eher weniger Sinn. Also gehen wir auf die Laufstrecke und machen den morgigen einstündigen Lauf heute. 

Die TomTom Multi-Sport Uhr geht heute natürlich mit laufen. Der Zeugwart ist mit seiner Suunto Ambit 2 unterwegs. Wir wollen mal schauen, wie wir vier uns heute auf der Laufstrecke so machen. Vor der Tür suchen beide Uhren nach dem wir sie auf Laufen eingestellt haben erst mal die Herzfrequenz und das GPS Signal. Die Ambit ist bei Beidem flotter, was aber gut und gerne daran liegen könnte, dass sie mittlerweile weiß, wo sie ist und die TomTom Uhr ja heute und hier zum ersten Mal überhaupt ein GPS sucht. Es dauert aber nur ein oder zwei Minuten und dann piepst sie uns ein kleines Bestätigungspiepsen und wir starten die Uhren gleichzeitig. 

Der Zeugwart und ich wissen ungefähr, wo die Kilometer auf der Laufstrecke vorbei sind, so dass wir uns auch ohne Uhren diesbezüglich orientieren könnten. So haben wir aber auf jeden Fall einen Anhaltspunkt, inwiefern die Angaben der beiden Uhren sinnig sind, oder eben nicht. 

Die TomTom Uhr zeigt mir groß auf ihrem Display an, wie schnell ich derzeit gerade unterwegs bin. Die Einheit Minuten / Kilometer habe ich bzw. der Zeugwart vorher am PC ausgewählt. Man kann das aber auch in der Uhr selbst einstellen... sogar ziemlich einfach. In zwei kleinen Feldern über der momentanen Geschwindigkeit, kann man sich verschiedene Sachen anzeigen lassen. Ich wähle heute die Herzfrequenz und die absolvierten Kilometer. Die Herzfrequenz, weil es ein GA1 Lauf werden soll und die Kilometer, weil wir die beiden Uhren auf diesem Weg gut vergleichen können. Ich persönlich hätte gerne auch die Möglichkeit die abgelaufene Zeit zu sehen. Das liegt bei mir aber einfach daran, dass ich meinen Trainingsplan nach Zeit gestrickt bekomme und nicht nach Kilometer. Klar könnte ich die Kilometer dann ausblenden und die Zeit ein, aber dann wüßten wir ja nicht, wieviele Kilometer die Uhr gerade rausgefunden hat. 

Meine Herzfrequenz in dem kleinen linken oberen Feld ist sehr klein. Oder ich sehe schlecht. Sicherlich ist es eine Mischung aus Beidem. Und dann wird sich auch noch bewegt... obwohl mein Arm weh tut. Das Ablesen ist für mich also mehr als schwierig. Ich richte mich also etwas mehr nach Bauchgefühl als üblich. Dem Trainer dürfte das recht sein. 


Der Zeugwart läuft immer etwas voraus. Er ist im GA1 Bereich einfach schneller als ich. Nach einiger Zeit zeigen die Uhren zumindest eine ähnliche Geschwindigkeit an. Anfangs waren wir nämlich wirklich sehr unterschiedlich schnell unterwegs, obwohl wir einträchtig direkt nebeneinander her liefen. Aber die TomTom Uhr braucht offensichtlich erst mal ein bischen Praxis. 

Am Ende unsere gemeinsamen Laufes differieren die gelaufenen Kilometer beider Uhren um 110Meter, wobei der Zeugwart angeblich weiter unterwegs war. Die TomTom Uhr hat sich auf den letzten 3km auch in der aktuellen Geschwindigkeitsanzeige nicht mehr verändert.... ich bin mir unsicher, ob ich irgendwo drangekommen bin und die Uhr fehlerhaft eingefroren habe, oder ob sich die Anzeige einfach aufgehängt hat. 

Erstaunlich finde ich auch, dass mir heute bei diesem Lauf nur meine Oberarme weh tun. Meine Beine sind fit. 

Dienstag, 3. September 2013

In der Post: TomTom Multi-Sport

Meine Beine melden seit gestern an mein Gehirn, dass sie Sport gemacht haben und fragen nach, ob andere Körperteile sich ähnlich fühlen. Tja, was soll ich sagen... die Arme und der Rücken hauen in die gleiche Kerbe. 

Nachdem der Trainer mich heute für meine Leistung so nett gelobt hat, dass ich vor Rührung ein Tränchen verdrücken mußte, ist heute Abend schwimmen angesagt. Auf dem Trainingsplan stehen 30Minuten locker schwimmen. 

Vor dem Schwimmen und nach dem Tränchen steht allerdings noch die neue TomTom Multi Sportuhr.



Die habe ich nämlich als Testgerät zugeschickt bekommen. Leider in der Unisex Variante grau und nicht in pink. Aber egal. Heute kommt das Paket an.  Leider habe ich in der Pause keine Zeit um sie mir gleich anzusehen. Das mache ich dann also nach dem Schwimmen. 

Zum Schwimmbad spaziere ich heute mit dem Finishershirt vom Sonntag. Der Kapitän, der am Sonntag extra für den Wettkampf nach Köln gekommen ist, umarmt mich und gratuliert. Ich bin mir unsicher, ob es ihm lieber gewesen wäre, wenn ich schneller im Ziel gewesen wäre, aber im Grunde ist es egal. Er kennt mein Thema und es kommt eben derzeit auf andere Dinge an, als Schnelligkeit. 

Im Becken schwimme ich die vorgegebenen 30Minuten hin und her und wechsle einfach zwischen den Schwimmstilen. Überpünktlich gehe ich dann aber aus dem Becken raus und begebe mich ins warme Kinderbecken. Hier liege ich noch ein bischen rum und lasse mich treiben, ehe wir duschen gehen und das Experiment "Schwimmen nach der Mitteldistanz" abbrechen. 

Zu Hause packe ich die TomTom Uhr aus und der Zeugwart hilft mir netterweise mit der Installation am PC. Heutzutage ist es ja so, dass eine solche Uhr kaum mehr ohne PC und Internet zu gebrauchen ist. Die ersten Minuten mit der Uhr finde ich schwierig... denn die beiliegende Bedienungsanleitung ist ganze 4 Seiten lang. Offensichtlich müssen praktisch alle Einstellungen an diesem Wundergerät am PC durchgeführt werden. 

Um das zu tun, muß ich mich bei TomTom registrieren und mich dann anmelden. Meiner Uhr soll ich einen Namen geben und dann lauter Eckdaten einpflegen. Etwas mühsam muß ich zugeben. Ich bin froh, dass der Zeugwart das übernimmt. 

Eine umfassende Bedienungsanleitung für das Gerät ist bisher nur in Englisch erhältlich. Die deutsche Variante ist noch in der Mache. Gut, dass das Testgerät früher verschickt wird bzw. zur Verfügung steht als die Anleitung, dafür kann ja keiner was. Der Übersetzer soll sich ruhig Zeit nehmen alles genau zu beschreiben, ich habe das Gefühl, das ist nötig. Und das ist nur mein erster Eindruck. 

Wenn die Uhr dann irgendwann erlaubt, dass wir sie wieder vom PC trennen bin ich auf die Funktionen gespannt! Am Donnerstag kommt sie mit in den See und am Freitag wird gelaufen. Am Samstag kann sie ihr Können dann gleich auch noch beim Radfahren beweisen. Eine Fahrradhalterung ist in dem Testpaket enthalten. Das werden spannende Wochen.