I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

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Donnerstag, 20. September 2012

Mon dieu.

Ein Zwischenstop in Paris klingt eigentlich total verlockend. Ist er lediglich 25Minuten lang, schiebt sich das Ganze von verlockend zu abschreckend. Und heißt der Flughafen dann auch noch Charles de Gaulle wird mir demnächst sicherlich gleich schlecht. 

Wir landen pünktlich in Paris, warten aber eine gefühlte Ewigkeit, weil man derzeit leider keine Treppe findet, die man an unser Flugzeug anstellen kann. Ist ja kein Problem, ich hatte ja Urlaub, bin tiefenentspannt und nach der durchwachten Nacht, dank einer hypernervösen zittrigen Nachbarin, auch total belastbar. Was soll es also? Dass keine Treppe gefunden wird ist allerdings schon ein Ding. 

Als wir den Flieger verlassen steht kein Flughafenmitarbeiter bereit, der uns vielleicht den Weg zu den Anschlußflügen weisen könnte... wir laufen also auf eigene Faust los und finden irgendwie auch ein Schild. Natürlich auf Französisch... klar. Wir sind ja in Paris. Dass die Aufschrift "Transition" ebenfalls auf dem Schild steht übersehe ich fast, so winzig ist es geschrieben. 

Wir rennen zur Passkontrolle, reisen nach Frankreich bzw. in die EU ein, und wetzen weiter. Wir geben alles. Ein prima Zieleinlauftraining. Zum ersten Mal renne ich um den Platz im Flugzeug... ich brülle uns den Weg frei und wir hechten durch zwei Terminals. Irre. 

Wir waren noch nie so flott an der Durchleuchtung und ich habe den Zeugwart wirklich selten so fix seinen Gürtel ablegen sehen. 

Bei der Durchsage "final call for Munich" erreichen wir dann die Spitze unserer Leistungsfähigkeit und werfen der Dame am Gate förmlich unseren Boardingpass entgegen. Der Flieger soll in 4Minuten abheben. Ob das klappt? 

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass wir die ganze Aufregung nur gemacht haben, weil wir soviel Spaß an der Sache hatten. Der Zubringerbus in dem wir jetzt sitzen steht nämlich noch gute 15Minuten am Gate rum ehe wir überhaupt zum Flugzeug gefahren werden. 

Das wäre was für den Kopfschüttelblog. Ehrlich. 

Dienstag, 18. September 2012

Hat Montréal einen Dom?


Im Urlaub früh aufstehen ist fast so, wie an einem Wochenende daheim früh zu einem Wettkampf aufbrechen. Ich stehe etwas neben mir, muß aber wenigstens kein Rad verladen oder Auto fahren. Wir ziehen uns einfach nur an und gehen an Deck. Heute fahren wir nämlich in den Hafen von Montréal ein, der letzten Station unserer Reise. Nachdem ich Quebec City so genossen habe, bin ich sehr gespannt auf Montréal. Immerhin die zweitgrößte Französisch sprechende Stadt der Welt. Allerdings zählen sie dafür auch alle Vororte und das weitere Umland hinzu.

Die Einfahrt nach Montreal ist um 7h morgens. Für einen Urlaubstag wirklich früh... wir fahren am Olympiastadion und dem Olympiaturm vorbei, sehen die Notre Dame Kathedrale und schon fängt unser Kapitän an das Schiff in Parkposition zu bewegen. So eine Hafeneinfahrt ist wirklich imposant. Das Wetter ist herrlich und so gehen wir zum Frühstück und sitzen auf der Terrasse mit Blick auf die Skyline. 



Nachdem durchgesagt ist, dass wir an Land gehen dürfen geht es auch schon los. Wir wollen die berühmte unterirdische Stadt anschauen, denn in Montréal sind angeblich knappe 40km unter der Erdoberfläche bebaut, mit Geschäften, Banken und Behörden. Eine Stadt unter der Stadt eben, die man ganzjährig nutzen kann. 

Montag, 17. September 2012

Kein Trikot hilft.


Ich muß meine Lieblingsstadt - Wahl nach diesem Tag in Quebec höchstwahrscheinlich überdenken. 

Wir sind die ganze Nacht über den St. Lorenz Strom gefahren und blicken nun auf eine wirklich knuffig anmutende kleine Stadt. Oben auf einer Anhöhe sieht man ein eckiges Schloß, dass den Zeugwart und mich spontan an Disneyland erinnert. 

Nach dem Frühstück checken wir aus dem Schiff aus und wollen in die Stadt hinein. Die schickt extra Touristeninformanden an Bord um uns den Weg zu weisen, das ist bisher in keinem Hafen passiert. Sehr nett. Und als wir an Land gehen ist es uns noch unklarer, warum andere Städte das nicht machen und ausgerechnet Quebec City uns jemanden schickt. 
Die Stadt ist herrlich klein. Wir spazieren die französisch beschilderten Straßen entlang direkt in die Unterstadt hinein. Für eine kanadische Stadt sieht es hier reichlich anders aus  als wir es erwartet haben. 

Auch heute ist das Wetter herrlich und so spazieren wir durch die kleinen Gässchen unter dem Château Frontenac und staunen. Eine wirklich herrliche Stadt. 
Den Aufstieg zum Château machen wir mit einem Treppentraining... 

so hoch sah der Hügel gar nicht aus... ist er aber. Wir bummeln durch die kleinen Gassen und sind pünktlich zur Mittagszeit wieder zurück am Schiff. 

Sonntag, 16. September 2012

In Freiheit gefangen.


Ich wäre ein prima Gefängnisinsasse, außer dass mir jegliche kriminelle Energie fehlt die dafür nötig ist erst mal eingewiesen zu werden. Ich lese an den Seetagen ein Buch nach dem anderen, mittlerweile sind wir drei volle Tage auf See und ich lese mein fünftes Buch. Gut, dass es eine Bibliothek an Bord gibt. Gibt es im Gefängnis bestimmt auch, weiß ich aber nicht, weil ich ja bisher nie in einem war. 
Gestern war der Seetag mit einem Termin gespickt. Ich war um 15h Schwäne aus Äpfeln und Mäuse aus Melonen schnitzen. 

Mehr hatte ich nicht vor. Ich habe ansonsten gelesen. Den ganzen Tag. 

An Seetagen fühle ich mich auf diesem Schiff wie im Heim. Oder wirklich wie im Gefängnis. Selbst bei Hausarrest würde ich mich freier fühlen. Ich kann zwar raus und rein, also an die Luft, wie ich möchte... aber das bringt dem Gefühl des „nicht weg Könnens“ nichts weiter. Ich kann nicht weg. Genau wie alle anderen an Bord. Wir sind gefangen. 

Freitag, 14. September 2012

Museum ohne Erkenntnis


Wir erreichen heute spät Halifax in Nova Scotia. Spät heißt auf See circa 12h mittags. Ich setze das sofort um und schlafe lange... also genau so lange, bis ein fleißiger Matrose unser Kabinenfenster putzt. Dann bin ich wach. Er macht das geräuschlos, aber trotzdem merke ich es und wache auf. 

Wir frühstücken mit Blick auf die Küste von Nova Scotia und gehen danach an Deck um das Lotsenboot zu beobachten. Da man sowieso praktisch gar nichts anderes machen kann außer rumschauen, ist man automatisch total entspannt und legt jede Hetze ab. Also uns geht es zumindest so. Einige Herrschaften an Bord sind trotz dem, dass sie genauso wenig machen können, wie wir, total im Stress und haben für gar nichts Zeit oder einen offenen Blick. Sie hetzen umher, kämpfen am Buffett und ärgern sich mehr über alles als dass sie zufrieden sind. 

Wir stehen mit den Ferngläsern eine ganze Weile an Deck, halten nach Walen Ausschau und genießen die Sonne. Die scheint unaufhörlich, am Himmel ist keine Wolke zu sehen. Was das Wetter angeht hat der Zeugwart wirklich ein Händchen. Er hat Sonne und fast wolkenlos gebucht und auch bekommen. Wirklich super, ihn kann man diesbezüglich schicken. Zukünftig wird der Zeugwart all unsere Urlaube buchen, beschließe ich klammheimlich. Sein Zutun scheint eine gut-Wetter-Garantie zu sein. Schließlich laufe ich den ganzen Urlaub nur im T-Shirt und in kurzen Hosen durch die Gegend. 

Donnerstag, 13. September 2012

Banana position & Early Bird Lobster


Als ich wach werde ist Land in Sicht. Da ich annehme, dass unser Kapitän das längst bemerkt hat, mache ich mir nicht die Mühe jemanden von der Crew zu informieren. Wir ziehen uns an und gehen frühstücken. Man muß einfach Prioritäten setzen. 
Das riesige Schiff fährt durch jede Menge Reusen und schon legen wir auf Reede an. Vor uns liegt der Staat Maine, in Neu-England, und sein Küstenort Bar Harbor. Ursprünglich gegründet 1796 als „Eden“ auf Mount Desert Island und erst 1918 in Bar Harbor umbenannt. Eden hätte man es aber ruhig auch weiter nennen können, finde ich zumindest. Der Blick auf den Küstenort und die einzelnen Inseln rund rum ist toll und so schmeckt mir das Frühstück gleich noch ne Ecke besser. Obwohl es auf dem Schiff sowieso was die Essensauswahl angeht, eh keine offenen Wünsche gibt. 
Da wir nicht mit 50Leuten durch den Arcadia Nationalpark wandern möchten, heute aber auch nicht nur im beschaulichen Bar Harbor eine Lobsterbar nach der anderen unsicher machen wollen, haben wir uns schon zu Hause für einen Kajak Ausflug entschieden. Der Zeugwart ist bei so was ja immer gut dabei und so war der Ausflug schnell entschiedene Sache. Online zu Hause gab es sogar noch einen Rabatt... 

Mittwoch, 12. September 2012

Is this a bike tour?


Auf unserem Boot fahren nicht nur 1200 Mensch mit, sondern auch gute 60 Fahrräder. Das wollen wir natürlich ausnutzen und machen deshalb heute eine Fahrradtour. Weil wir uns nicht gut in Boston auskennen, nutzen wir alle Kapazitäten die wir anzapfen können und fahren mit Guide. Bane ist junge Anfang 20, sehr wortgewandt und aus Pinneberg. Er fährt heute mit uns kreuz und quer durch Boston, Cambridge und zeigt uns Harvard. So ist zumindest der Plan. 
Zuerst ist aber mal Treffpunkt am hinteren Treppenhaus auf Deck 3. Da bekommen wir unsere Fahrradhelme, Trinkflaschen und Müsliriegel. Offenbar arbeitet die AIDA derzeit mit Dextro Energy zusammen und so weiß ich sofort, dass mir das Getränk schmecken wird. Fruit Punch in Boston... lecker. Das paßt schon mal. 

Gut ausgestattet checken wir aus dem Boot aus und stehen auf einmal im Hafen von Boston. Hier bekommen wir unsere Fahrräder zugeteilt. 
Die Bike Guides der AIDA sind alle super nett und nachdem jeder sein Rädchen bekommen hat und weiß wie zu schalten und zu bremsen ist, fahren wir los. 

Montag, 10. September 2012

NYC zu Fuß und einfach nicht genug


Wie es das Jet Lag so will, sind wir heute früh wach. In einer Außenkabine hat man ja Tageslicht... aber um wach zu werden brauchen wir das heute nicht. Der Zeugwart ist schon vorher wach. Also bevor es das Tageslicht überhaupt bis nach New York schafft. Und weil ich ein aufmerksamer Schläfer bin, wache ich auch langsam auf. 

Heute verbringen wir den ganzen Tag in New York City und wollen deshalb, wie 90% der anderen Schiffsbewohner, möglichst wenig Zeit verschwenden. Wir frühstücken, wundern uns über den AIDA Frühstücksservice, das Speisenangebot und die vielen Ellbogen, die bei der Nahrungsaufnahme eingesetzt werden und starten den Tag. Draußen ist es herrlich, die Sonne scheint und macht den Tag vor dem schrecklichen Jahrestag zu einem Strahlenden. 

Wir fordern die New Yorker und ihre Hilfsbereitschaft heute heraus und erfragen Wege zu Triathlonläden. Und weil die Hilfsbereitschaft den Amerikanern anscheinend ebenso im Blut liegt, wie die oberflächliche Fragerei nach meinem Befinden, werden wir natürlich fündig. Wir finden also „Swim Bike Run“ direkt südlich vom Central Park und schauen uns um. Im Laden gibt es sogar einen kleinen Pool mit Gegenstromanlage um Neoprenanzüge Probe zu schwimmen. Die der Firma TYR werden hier in Diplomatenkoffern verkauft. Ich stelle mir den Koffer am Langener Waldsee vor. Das käme im nächsten Jahr bei den Swimnights sicherlich gut. Preislich gesehen ist nichts verlockendes dabei. Die Welt ist einfach zu schwammig geworden, praktisch alles, was es hier gibt, gibt es mittlerweile auch bei uns.

Sonntag, 9. September 2012

Die Welt ist kleiner als gedacht.


Nach dem wir unser Eincheckabenteuer der Koffer ja gestern erfolgreich hinter uns gebracht haben, müssen wir heute nur noch im neuen Bereich des Terminal 1 am Frankfurter Flughafen in den Flieger in die neue Welt einsteigen. Nur noch. Eigentlich ganz einfach, möchte man meinen.
Unser Flieger hat ein technisches Problem, was die Lufthansacrew freundlicherweise ehe wir einsteigen löst. Das dauert allerdings ein Weilchen. Und genau, als die Teamchefin und der Profiathlet beim Triathlon in Alzenau ins Ziel gelaufen sind und mir von ihrem Erfolg berichten, erheben sich um mich herum alle Menschen und drängen zum Flugzeugeingang. Offenbar geht es jetzt los? Ich krieg ja gar nichts mit, wenn ich in Triathlonerfolgsgeschichten schwelge. 
Nachdem die Teamchefin noch einen Duthlon pro Monat in diesem Winter angekündigt hat, verabschieden wir uns über den großen Teich. Unsere Reihe ist dran und wir steigen in den Kranich ein. 

Jeder hat einen eigenen Bildschirm vor sich und ich genieße das mit vollen Zügen. Vier Filme können einem die Flugzeit ganz schön verkürzen. Außerdem ist die Crew der LH402 vom heutigen Tag wirklich außerordentlich freundlich und fürsorglich. Ich bekomme sogar extra Getränke geliefert, ohne dass geklingelt werden muß. Die Stewardessen strahlen mich an, wenn sie Essen servieren, sie freuen sich, wenn sie es abräumen und geben mir schon gleich das vollkommene Urlaubsgefühl. Wirklich super. 

Samstag, 8. September 2012

Doofenschein

Endlich ist es soweit, der Erholungsurlaub steht vor der Tür und wir packen unsere Koffer. Es ist höchste Zeit mal wieder fremde Luft zu schnuppern und sich eine Auszeit zu gönnen. Manchmal hat man ja das Gefühl, es wächst einem einfach alles über den Kopf, und weil es mal wieder fast so weit ist, machen der Zeugwart und ich einfach mal Pause. 

Heute steht Kofferpacken auf dem Programm. Nachdem wir sicher sind, dass wir für Wind, Wetter, Meer, Wald und Stadt ausgerüstet sind, wiegt der Zeugwart das Gepäck und wir stellen fest, dass für über 12kg in den Urlaubsländern eingekauft werden kann, ohne das zulässige Koffergesamtgewicht zu überschreiten. Da wir bestimmt jede Menge feine Sachen finden werden, paßt das einfach wunderbar. 

Als es Zeit für den Vorabendcheck In ist, fahren wir zum Flughafen. Alles ist heutzutage schrecklich modern, und obwohl ich Blog online schreibe, mein Auto eine Spracherkennung hat und die Waschmaschine eine Vorwahluhr, bin ich total überrascht, dass ich an einem Automaten einchecken soll. 
Der Zeugwart und ich stehen also mit unserem Gepäck vor einem kleinen Automaten, der uns begrüßt und auffordert einen Paß einzulesen. Das ist ja einfach. Der Zeugwart legt seinen Paß auf und der Automat weiß sofort, dass es der Zeugwart ist, fragt aber noch nach der Flugnummer. Weil wir die zumindest ansatzweise wissen, tippen wir die ein. Und weil der Automat jetzt noch nach der Buchungsnummer fragt, ist gleich eine freundliche, hilfsbereite Mitarbeiterin zur Stelle, die fragt, ob sie uns nicht besser helfen soll. 
Wir sind ehrlich: ja, bitte... denn es gelingt uns einfach nicht uns auf bzw. in dieses Flugzeug einzuchecken. 
Die nette Dame hilft wo sie kann und als sie feststellt, dass uns mit unseren Nummern am Automaten einfach nicht zu helfen ist, drückt sie uns einen Doofenschein in die Hand und schickt uns zum Menschenschalter. 

Am Automaten einchecken klappt bei uns heute nicht. Der Doofenschein gestattet uns unsere Bordkarte am Schalter abzuholen. Dort sitzt ein junger Mann, der sein eigenes Waageband noch nicht verstanden hat, und liest unsere Pässe ein. Nachdem er unsere Koffer markiert und die Bordingkarten ausgedruckt hat, wissen wir auch, wann wir morgen Vormittag hier sein sollen, damit's auch mit dem boarden klappt. 

Der Zeugwart hat heute übrigens Muskelkater vom feinsten. Er stellt derzeit seinen Laufstil um. Dafür hat er sich einen neuen Barfußlaufschuh angeschafft und trägt bzw. läuft diesen nun ein. Das gibt Muskelkater. Aber weil wir die nächsten Wochen wahrscheinlich sowieso nur im Kreis rumlaufen werden, kann er sich dann prima dran gewöhnen... Runde für Runde.