I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Dienstag, 3. September 2013

In der Post: TomTom Multi-Sport

Meine Beine melden seit gestern an mein Gehirn, dass sie Sport gemacht haben und fragen nach, ob andere Körperteile sich ähnlich fühlen. Tja, was soll ich sagen... die Arme und der Rücken hauen in die gleiche Kerbe. 

Nachdem der Trainer mich heute für meine Leistung so nett gelobt hat, dass ich vor Rührung ein Tränchen verdrücken mußte, ist heute Abend schwimmen angesagt. Auf dem Trainingsplan stehen 30Minuten locker schwimmen. 

Vor dem Schwimmen und nach dem Tränchen steht allerdings noch die neue TomTom Multi Sportuhr.



Die habe ich nämlich als Testgerät zugeschickt bekommen. Leider in der Unisex Variante grau und nicht in pink. Aber egal. Heute kommt das Paket an.  Leider habe ich in der Pause keine Zeit um sie mir gleich anzusehen. Das mache ich dann also nach dem Schwimmen. 

Zum Schwimmbad spaziere ich heute mit dem Finishershirt vom Sonntag. Der Kapitän, der am Sonntag extra für den Wettkampf nach Köln gekommen ist, umarmt mich und gratuliert. Ich bin mir unsicher, ob es ihm lieber gewesen wäre, wenn ich schneller im Ziel gewesen wäre, aber im Grunde ist es egal. Er kennt mein Thema und es kommt eben derzeit auf andere Dinge an, als Schnelligkeit. 

Im Becken schwimme ich die vorgegebenen 30Minuten hin und her und wechsle einfach zwischen den Schwimmstilen. Überpünktlich gehe ich dann aber aus dem Becken raus und begebe mich ins warme Kinderbecken. Hier liege ich noch ein bischen rum und lasse mich treiben, ehe wir duschen gehen und das Experiment "Schwimmen nach der Mitteldistanz" abbrechen. 

Zu Hause packe ich die TomTom Uhr aus und der Zeugwart hilft mir netterweise mit der Installation am PC. Heutzutage ist es ja so, dass eine solche Uhr kaum mehr ohne PC und Internet zu gebrauchen ist. Die ersten Minuten mit der Uhr finde ich schwierig... denn die beiliegende Bedienungsanleitung ist ganze 4 Seiten lang. Offensichtlich müssen praktisch alle Einstellungen an diesem Wundergerät am PC durchgeführt werden. 

Um das zu tun, muß ich mich bei TomTom registrieren und mich dann anmelden. Meiner Uhr soll ich einen Namen geben und dann lauter Eckdaten einpflegen. Etwas mühsam muß ich zugeben. Ich bin froh, dass der Zeugwart das übernimmt. 

Eine umfassende Bedienungsanleitung für das Gerät ist bisher nur in Englisch erhältlich. Die deutsche Variante ist noch in der Mache. Gut, dass das Testgerät früher verschickt wird bzw. zur Verfügung steht als die Anleitung, dafür kann ja keiner was. Der Übersetzer soll sich ruhig Zeit nehmen alles genau zu beschreiben, ich habe das Gefühl, das ist nötig. Und das ist nur mein erster Eindruck. 

Wenn die Uhr dann irgendwann erlaubt, dass wir sie wieder vom PC trennen bin ich auf die Funktionen gespannt! Am Donnerstag kommt sie mit in den See und am Freitag wird gelaufen. Am Samstag kann sie ihr Können dann gleich auch noch beim Radfahren beweisen. Eine Fahrradhalterung ist in dem Testpaket enthalten. Das werden spannende Wochen. 

Sonntag, 1. September 2013

Köln Triathlon - Halbmarathon

Ich kann gut laufen. Gerade hier durch die Massen an Menschen paßt das in den Lauf finden prima. Als ich um die erste Ecke biege stehen dort ganz viele Vereinskollegen und feuern mich an... sie wissen wahrscheinlich gar nicht so genau, wie gut mir das tut. Unter der Eisenbahnbrücke sehe ich die Teamchefin und wir umarmen uns lang. Das tut gut. Sie glaubt, dass ich ins Ziel komme und ich freue mich, dass sie nicht so dolle Knieschmerzen hat, wie wir erwartet haben. 

Dann laufe ich weiter. Hinten am Wendepunkt an der Zoobrücke geht es über die Matte und dann laufe ich zurück zum Zielbereich. An dem Verpflegungspunkt ist eine bomben Stimmung! Die Helfer sind total nett, tragen Schilder was sie anbieten und sagen mir, wie toll sie mich finden, weil ich so eine Leistung bringe. Ich bin ganz gerührt. 

Ich laufe am Zielbereich vorbei und sehe den Zeugwart. Dem erzähle ich die Schnellversion vom Schwimmen und wie sehr ich auf dem Rad gelitten habe und laufe weiter. Ich habe immerhin noch ein paar Kilometer vor mir. Auf dem Weg über die Eisenbahnbrücke suche ich mir ein paar Lieblingsschlösser aus, ich will versuchen sie auf der nächsten Runde wiederzufinden. Durch die Erschütterung der Läufer und den Wind feuern uns die Fahnenmasten mit an. Sehr cooler Schachzug der Organisatoren. Über einen Serpentinenkurs geht es wieder runter an den Rhein. Hier ist der Weg wirklich unwegsam, ich muß aufpassen, dass ich nicht über die Wurzeln falle. Die Strecke nach Norden führt wieder bis zur Zoobrücke. Kurz danach ist der Wendepunkt und ich bekomme mein erstes Rundenbändchen. 


Die Farbe darf ich mir aussuchen. Ich wähle grün, wegen der Hoffnung, und bin schon auf dem Weg zurück. Jetzt geht die Strecke bis zur Wendeltreppe, hoch auf die Deutzer Brücke und zurück in den Zielbereich. Dort beginnt die nächste Runde. Die Wendeltreppe habe ich zwar geübt, aber jetzt ist es schon etwas anderes... die Treppe ist nicht das Thema, eher der Wendelteil. Ich muß mich festhalten, weil ich zu schnell für meinen Kopf da hoch laufe und mir etwas schwindlig wird. 

Oben auf der Deutzer Brücke kann ich gut laufen und dann fliege ich förmlich durch den Zielbereich. Fliegen in meiner Welt ist natürlich eine andere Klasse, als in der Welt der großen Triathleten... aber egal. 

Die nächste Runde beginnt und ich schließe auf zwei Herren auf: Malteser und Saarbrücken. Die beiden wurden leider aus der Wertung genommen, weil sie für die Radstrecke zu lange gebraucht haben. Ein Defekt hat sie aufgehalten und so haben sie die Cut-off Zeit nicht geschafft. Bei diesem Wettkampf darf man aber trotzdem ins Ziel laufen und so absolvieren wir die zweite Laufrunde praktisch gemeinsam. Wenn ich Gehpausen wegen des Kopfsteinpflasters oder den Schotterpassagen mache, laufen die Herren weiter, wenn ich dann wieder anlaufe überhole ich und sie hängen sich dran. An den Verpflegungsständen trinke ich Cola und esse ein paar Brezeln, das Salz tut gut. 

Und dann entdecke ich den Flitzer, der mich in einer Gehpause erwischt. Er ist natürlich bereits seit Stunden im Ziel und hat sein Rad auch bereits ausgecheckt. Ich trabe wieder an, denn er möchte ein sportliches Foto machen. Herrlich. Dann fährt er vor bis zur Wendeltreppe, wo Frau Flitzer und unser Alterspräsident auf mich warten. Ich hangle mich die Wendeltreppe hoch und laufe das letzte Mal heute in diese Richtung über die Deutzer Brücke. 

Ich weiß jetzt ganz genau, dass ich auf alle Fälle in dieses Ziel reinlaufe. Ich werde auf gar keinen Fall vorher stehen bleiben, wie schon so oft. Das wird es heute nicht geben. Ich biege an der Wechselzone links um die Ecke und höre Robin Thick. Na das ist ja der Hammer. Spielen sie doch gerade jetzt mein Lieblingslied! Unglaublich. 

Also gebe ich noch eine Idee Gas, was eben gerade noch so zu holen ist, und laufe einfach mit allem, was noch so zu liefern ist. Aus dem Athletengarten feuern mich noch zwei Herren an, die vorhin noch mit mir auf der Strecke waren... und dann biege ich links ab in den Zielkanal. Und ich schaffe es tatsächlich, während meines Lieblingsliedes ins Ziel einzulaufen! 

Dieses Zieleinlaufvideo hat ein Vereinskollege von mir aufgenommen! DANKE!

Auf dem roten Teppich werfen sich die Teamchefin und Madita zu Boden und ich überlege den Hauch einer Sekunde, ob die beiden Damen überhaupt jemals wieder aufstehen können. Und dann hängt mir eine Helferin eine Hawaikette und meine Medaille um. Und ein anderer Helfer drückt mir ein Bündel Finishershirts in die Hand. Wahrscheinlich gleich mehrere, weil ich groß angekündigt hatte, dass ich die vorerst nicht wieder ausziehen werde? 

Alle gratulieren und beglückwünschen mich und freuen sich tierisch, dass ich die Mitteldistanz geschafft habe. 

Und ich? Ich habe das noch nicht so realisiert und fühle mich irgendwie ein bischen wie letztes Jahr, wo ich den Vereinsmädels und dem Kapitän hier zugejubelt habe. Es kommt mir wirklich sehr unwirklich vor, dass ich mein Rad und meine Beutel nun aus der Wechselzone raushole und der Zeugwart mir alles abnimmt, weil ich mich erst mal ausruhen soll. Ausruhen? Verstehe ich jetzt nicht so richtig... 

Wir laufen zurück ins Hotel. Da hat der Flitzer angeboten, dass ich duschen kann, ehe wir nach Hause fahren. Wie nett. Unter der Dusche überlege ich mir, was der Trainer wohl morgen auf den Trainingsplan geschrieben hat... immerhin muß ich für den Wettkampf in Köln ja trainieren. Und beim abtrocknen merke ich, weil ich meine Beine ordentlich spüre, dass der Wettkampf in Köln ja gelaufen ist. Und ich im Ziel bin. Nachdem ich wieder angezogen bin, lege ich die Medaille wieder um und der Zeugwart kutschiert uns nach Hause. Schlafen kann ich nicht. 

Köln Triathlon - Rad fahren

Der Ratschlag des Zeugwarts war, dass ich immer eine drei vorne haben soll auf dem Rad. Dann würde schon alles passen. Das klappt bislang auch ganz gut. Meinen Tacho hatte ich ja genullt, als ich mein Rad gestern aufgehängt habe und so weiß ich, dass es bis Köln nicht mehr weit sein kann. Der Zubringer nach Köln ist 16km lang, bis zur ersten Wende. 

Ich kann die Teammitglieder, die an der Strecke stehen um uns zu unterstützen, schon von weitem hören, so einen Lärm machen sie. Herrlich. 

Die Radstrecke ist hubbelig und mein Rücken tut mir weh. Die Prellung findet den Schwimmschlag nicht lustig und so merke ich jetzt jeden Gullideckel und jede Bodenwelle. Und gerade letztere gibt es einige auf dieser Radstrecke. Schon die ersten Baustellenabdeckungen auf der Deutzer Brücke sind so unangenehm, dass meinem Rücken nach Wärme, Ruhe und Frieden ist. Aber wir haben ja erst 17km... da kommt noch was. 

Die Aeroposition fällt mir rückentechnisch immer schwerer, so dass ich mehr auf dem Oberlenker fahre, als ich das geplant hatte. Damit schaffe ich auch nur noch selten die drei vorne... ich bewege mich nun immer mit 27 oder 28km/h vorwärts. Aber immerhin, vorwärts. Das ist ja schon mal was. Es gab Zeiten, da wäre ich abgestiegen und hätte den Wettkampf für beendet erklärt. Heute nicht. Hier ist gar nichts beendet, bis ich nicht in dieses Ziel eingelaufen bin. 

Das Rädchen und ich fahren nun auf die große Runde, die ungefähr 55km lang ist. Sie führt nach Norden, am Fühlinger See vorbei, durch ein paar Dörfer und dann wieder zurück in die Stadt. Im Feld gibt es Gegenwind vom Feinsten und aus meinen 28km/h werden 22km/h. Aber mehr Kraft kann ich einfach nicht aufwenden. Ich habe dem Wind einfach nicht mehr entgegen zu setzen. So einfach ist das manchmal. Immer wieder sehe ich Vereinskollegen auf der Strecke und wir rufen entweder oder klatschen. Irgendwann ist es bei mir soweit, dass ich nur noch winke oder mit dem Kopf nicke. Hier draußen ist die Strasse wirklich sehr schlecht. Ich gehe ständig aus dem Sattel um die Schläge auf den Rücken so gering wie möglich zu halten, aber irgendwie hilft das nur partiell. 

Madita holt mich ein und ich sehe sie noch eine ganze Weile vor mir, ehe sie ihr Raketen Triebwerk anschaltet und das Ironmantraining auf die Strasse brennt. Dann ist sie weg und ich bin wieder ganz alleine auf der Strecke. Wieder in Richtung Köln läßt der Wind nach und ich schaffe die drei wieder vorne. Nicht dauerhaft, aber doch einen signifikanten Teil der Strecke. Mein Rücken tut mir mittlerweile so weh, dass ich nicht traurig darüber wäre, wenn man mich nicht auf die letzte Radrunde lassen würde. Ich weiß nicht, wie spät es ist, aber irgendwann wird man nicht mehr aus Köln rausgelassen, weil man es vor der Aufhebung der Straßensperrung nicht in die Wechselzone schaffen würde. Als ich die letzte Wende ansteuere gehe ich bei jeder Bodenwelle aus dem Sattel. Der Zeugwart merkt, dass ich schmerzen habe. 

Keiner hält mich auf, als ich auf die letzte Radrunde fahre. So langsam bin ich also gar nicht. Das fühlt sich zwar nicht gut an, weil die Prellung immer noch schmerzt, aber zufrieden macht es mich trotzdem. 

Auf dem Weg raus aus der Stadt sehe ich die Teamchefin, wie sie mir auf dem Rad entgegen kommt, und ich sehe ein paar unserer Vereinsmänner auf der Laufstrecke. Die führt nämlich an der Radstrecke teilweise entlang. Hier sitzt auch der Profiathlet auf einer Mauer und macht ein Bild von mir, als ich irgendwann auch endlich in Richtung Radziel fahre. 


Ich fahre ein letztes Mal den Bogen über die Matte und biege in die Wechselzone ein. Am Absteigebalken steht die Kölnbekannte, das ist toll. Der Zeugwart steht am Zaun und ist stolz wie Bolle, weil ich das Radfahren auch einfach so geschafft habe. 

Ich finde meinen Wechselplatz nur, weil die Teamchefin ihr Rädchen genau daneben geparkt hat und leere meinen Beutel aus. Außerdem lese ich noch einen Zettel, den mir die Teamchefin geschrieben hat. Es geht um lächeln und das Ziel. Da hat sie recht... jetzt geht es ja nur noch darum ins Ziel zu laufen. Was sind schon die 21km, wo ich heute schon so viele hinter mir habe? 

Der Zeugwart verabschiedet mich auf die Laufstrecke und -obwohl ich den Weg gestern nicht abgerannt bin- ich finde den Weg sofort und bin mitten im Getümmel. Hier ist später dann auch das Ziel und deshalb brennt hier die Luft. Damit habe ich wenig Erfahrungen, normalerweise brennt bei mir ja nur die Hütte... Luft fühlt sich anders an, wenn sie brennt. Ganz klar. 


Köln Triathlon - Schwimmen

Auf dem Ponton umarmen wir alle Vereinskollegen und wünschen uns einen tollen Wettkampf. Wir sind uns sicher, dass wir uns auf der Strecke sehen und es deshalb nicht langweilig wird. Die Teamchefin führt mich netterweise auf dem Ponton zur Wasserkante und dort setzen wir uns hin. Das Wasser ist zu weit weg, als dass man einen Fußtest machen könnte. Blöd, dass der entfällt, so muß ich einfach so reinspringen... und gleich losquietschen. Das Wasser ist kalt! 

Und die Teamchefin hatte sich noch Gedanken zu einem eventuellen Neoprenverbot gemacht. Unglaublich. Davon sind wir meilenweit entfernt. 

Der Zeugwart ist gestern seinen Wettkampf auf Bahn 3 geschwommen. Immerhin ist das hier eine Regattastrecke. Ich wähle deshalb heute hier auch Bahn 3 und reihe mich ein. Also viel einzureihen ist nicht... ich bin der zweite Schwimmen auf Bahn 3. Die meisten Schwimmer sind auf den Bahnen 10-6 zu finden, dort ist ein richtiger Pulk. Hier hinten, der weiteste Weg vom Ponton, ist kaum was los. Auch wir bekommen das Uhr-Ticken und den mechanisch klingenden Countdown. Wir sind heute die letzte Startgruppe. Es ist 12:40h als ich den Startschuss höre. 

Ob es ein Feuerwerk gibt, weiß ich nicht. Immerhin schwimme ich beim Start los und achte darauf, dass ich die Richtung halte, richtig durchziehe und mir kein anderer Schwimmer zu nahe kommt. Jetzt ist der See auch gar nicht mehr so kalt. Ich finde einen guten Rhythmus und schwimme mit zwei anderen Schwimmern einen belgischen Schwimmkreisel. Wir kreiseln uns in Richtung Wendebojen, als ein Schlägerschwimmer von rechts hinten einfach unseren Kreisel zerstört, mich erst mal auf den Rücken haut, dann überschwimmt und dann bei meinem linken Kreiselpartner noch mal genau das gleiche tut. Der ist irre. Nach dem Schwimmen, in der Wechselzone, spreche ich ihn darauf an und erhalte nur als Antwort, dass es ja so schlimm nicht gewesen sein könnte, ich würde ja immerhin hier stehen. Grob unsportlich ist bei mir ja normalerweise rot. Aber gut. 

Kurz vor dem Schwimmausstieg schwimme ich noch durch einen Wasserpflanzenwald, erspähe einen kleinen tierischen Zuschauer und freue mich, dass Flora und Fauna hier offensichtlich wohl intakt sind. 

Die Treppenfänger sind total nett und die Helferin, die meine Brille hat, erkennt mich sofort und reicht profimäßig an. Ich ziehe meine Badekappen aus und die Brille an. Dann renne ich über die Matte, klatsche den Moderator ab und denke mir kurz, dass er wohl immer den letzten Schwimmer abklatscht, renne an meinen Teamkollegen vorbei und bin schon in der Wechselzone. 


Hier liegt ein Zettel von der Teamchefin, die wußte, dass ich das Schwimmen gut meistern würde. Ich verdrücke ein Rührungstränchen, ziehe meine Socken an und schlüpfe in meine Radschuhe. Dann noch die Windweste und die Radbrille, Helm auf und das Startnummernband. Dann stopfe ich alles in meinen Wechselbeutel und mache einen Knoten rein.

Mit dem Rädchen am Sattel gepackt laufe ich in Richtung Balken. Dort bekomme ich noch meine persönlichen guten Wünsche von einer kölner Bekannten und dann klicke ich ein und bin unterwegs. 

Es geht los in Köln.

Um 8h wird gefrühstückt, so haben wir genug Zeit zum verdauen und um uns dann nach dem Frühstück in die Wettkampfklamotten zu packen. Ich mache keine Experimente. Ich mache alles genauso, wie es einstudiert wurde. Also esse ich Müsli und trinke Orangensaft. Schade eigentlich, denn das Frühstücksbuffet im Maritim Köln  bietet soviel mehr. 

Ich fühle mich wohl. Irgendwie habe ich das  Gefühl, dass ich das heute schon hinbekomme. Und dass ich ins Ziel laufen werde. Meiner Prellung geht es ganz gut. Ab und an ziept sie noch ein bischen, aber das ist erträglich. 

Zurück im Zimmer lege ich meine erprobte Wettkampfmontur an. Ich mache auch hier heute keine Experimente. Alles wird genau so angezogen, wie bei den Trainingseinheiten im See, auf dem Rad und beim Laufen ausprobiert. Und weil es so ist, geht's auch dementsprechend flott. 

Ich packe meine Beutel. Den für danach, wenn ich im Ziel angekommen bin und den, mit meinen Schwimmsachen und Radschuhen. Ich denke an meinen Neoprenanzug, an meine Socken und an meine Wechselmatte. Es scheint, als wäre alles gut vorbereitet. 

Dann marschieren wir nach unten in die Lobby. Die glänzt bereits Orange, weil das Team praktisch komplett versammelt ist. Nach einer spontanen physiotherapeutischen Klebesitzung, bei der der Zeugwart Madita tapemäßig versorgt, weil sie noch in die Hocke gehen mußte und dabei irgendwie was nicht gut in der Wade war, machen wir ein Teamfoto. Dabei tauchen wir nun auch die Treppe in komplettes Orange. 

Der Shuttlebus zum Fühlinger See fährt direkt am Hotel ab, da haben wir Glück, dass wir im Wettkampfhotel wohnen. So sind die Wege kurz. Wir marschieren raus, und schon ist der Bus da. Ein wunderbares Timing. 

Während der Fahrt zum See legt die Teamchefin noch die Wettkampffrisur an. Das braucht immer einige Zeit, aber sie hat sich ja einen Friseurplatz ausgesucht, von daher paßt das schon. Die Frisur sitzt lange ehe wir den Shuttleparkplatz am See erreichen. Der ist anders, als der gestern und so müssen wir erst noch etwas Ortskundigkeit beweisen, ehe wir in die Wechselzone kommen. Meine natürlich angeborene Orientierung, die sich sonst immer in gänzlichem Verlorengehen auszeichnet, dreht voll auf und so finden wir nicht nur den See, sondern auf dem Weg dahin auch Dixiklos und dann tatsächlich die Wechselzone. Beeindruckend. 

Die Teamchefin und ich richten unseren Wechselplatz ein. Dann organisiert die Teamchefin eine Radpumpe und wir pumpen Luft auf die Reifen. Weil wir unseren Neoprenanzug dann auch schon anziehen, denn der Trainer der Teamchefin sagt, eine Stunde vorher paßt schon, können wir dann unseren grünen Nachwettkampfwechselbeutel abgeben. Nachdem die Teamchefin noch eine Flasche Wasser organisiert hat, marschieren wir kurz vor 12h zur Wettkampfbesprechung. Die hören wir uns an. Allerdings gibt es nichts wesentliches Neues, denn wir haben ja die Wettkampfinformationen ausgiebig gelesen. 

Nach der Wettkampfbesprechnung gebe ich mit Hilfe der Teamchefin meine Brille ab. Eine Helferin im quietschneonfarbenen Oberteil unter ihrem Helfershirt bietet sich an, die Brille an sich zu nehmen und mir dann nach dem Schwimmen wieder zu geben. Toll. So kann ich sehenden Auges über die Matte und in Richtung Wechselzone laufen. Das wäre prima. 

Dann ziehen die Teamchefin und ich die Neoprenanzüge fertig an und bewegen uns zum Ponton. Da ist der Einstieg in den Fühlinger See. 

Samstag, 31. August 2013

Morgen in Köln

Der Zeugwart startet heute Olympisch in Köln. Das Rädchen ist fit und nachdem wir die Wunden mit wasserdichten Pflastern versorgt haben, bricht der Zeugwart in Richtund See auf.

Die Teamchefin und ich fahren mit dem Rad an den See. Immer am Rhein entlang. Eigentlich kein Problem, bis auf das Fordwerk, was sich uns in den Weg stellt. Henry, den wir als hoffentlich ortskundig, ansprechen ist über unser Anliegen zum Fühlinger See zu wollen denkbar verwirrt. Schließlich schickt er uns nach rechts und dann bis zum Ende der Strasse und da wäre dann auch eine Esso. Gut, ich glaube, heute ist eine Tankstelle nicht ganz so kriegsentscheidend. Trotzdem fahren wir in die angegebene Richtung, denn sie ist auch laut unserer Orientierung die Richtige. 

Überpünktlich vor dem zeugwartschen Start, sind dann die Rädchen im Auto am Fühlinger See verladen und der Athlet geküsst. Besser hätten wir das wirklich nicht timen können.  

Der Schwimmstart macht mir Gänsehaut. Die Nationalhymne wird live gesungen und es gibt ein Feuerwerk. Herrlich. Und der Zeugwart mitten drin. 

Wir sind da, als er durch den Kanal in die Wechselzone rennt und die Teamchefin macht ungefähr 100 Bilder als der Zeugwart mit seinem Rädchen aus der Wechselzone wieder raus kommt. Außerdem sind wir natürlich nicht zu überhören. Mittlerweile stehen einige Teammitglieder überall an der Strecke und der Zeugwart hört seinen Namen überall. 

Als er auf die Laufstrecke geht, stehen alle Spalier für ihn. Großartig! Es freut ihn sehr, dass kann man ihm ansehen. 

Ich bin noch immer nicht aufgeregt und freue mich eher auf morgen. Selten habe ich einen Plan so durchgehalten wie dieses Mal. Ich bin gespannt, wie morgen alles klappt. 

Dann kann ich den Zeugwart von weitem sehen. Er ist auf dem Weg ins Ziel und auch jetzt kann er uns von weitem sehen und natürlich hören. Wir vergessen leider ihm zuzuschreiben, dass er die Arme hoch nehmen soll, das ruft nämlich ein älterer Zeitgenosse den Athleten reihenweise zu. Aber wir setzen Prioritäten und lassen ihn einfach wissen, dass er super ist. Der Zeugwart hat Schmerzen im Ziel, aber die Massage tut ihm gut. 

Am Auto bekleben die Teamchefin und unsere Rader und Radhelme und dann marschieren wir zum Check in. Ein Bekannter von den Ironmanreferees checkt mich ein und dann hängen die Teamchefin und ich unsere Räder nebeneinander an die Stange. Die Reifen berühren den Boden nicht, so hoch hängen die beiden. Das ist aber anscheinend so gewünscht. Wie kleine Fähnchen im Wind baumeln sie nun an der Stange. 


Zurück in der Stadt laufen wir dann noch die Deutzer Brücke entlang um unsere Laufbeutel in der Wechselzone abzulegen. Wir verzichten darauf einmal quer durch die Zone zu wetzen um uns den Weg einzuprägen. Ich bin sicher bis durch, dann rechts und links in den Laufkanal rein werden wir schaffen. Ich war selten so zuversichtlich. Eine Mitstreiterin motzt über den Grasboden der Wechselzone, der für Topzeiten einfach nicht taugt und rennt dann einmal kreuz und quer durch um sich den absolut besten Weg für morgen rauszusuchen. Äußerst ambitioniert. 

Abendessen tun wir heute im Maredo, direkt neben dem Hotel. Danach taped der Zeugwart die Teamchefin bzw. ihr Knie und dann liege ich auch schon im Bett. 

Morgen geht's los. In Köln. 

Freitag, 30. August 2013

Noch zwei Mal schlafen

Der Zeugwart kann morgen mit seinem eigenen Rad in Köln an den Start gehen. Darüber freue ich mich sehr! 

Radsport 360 Grad hat sich ins Zeug gelegt und Ridley anscheinend auch. Damit der Zeugwart starten kann, wurde einem anderen neuen Fahrrad das Schaltauge abmontiert. Schaltaugen scheinen wirklich extrem individuell zu sein, jedes Radmodell hat seine eigene Version. Wir können das Rad also heute Mittag komplett wiederhergestellt in Empfang nehmen. Wunderbar. Ich hatte schon ein paar Bedenken seit gestern. 

Nachdem ich dann noch meine Wettkampftasche gegenkontrolliert habe und sogar meine Schwimmbrille mit Klarspüler präpariert habe, packen wir das Auto. Dabei stürze  ich noch die letzte Treppenstufe zum Hof runter und knicke um. Aua. Der Knöchel meldet sich gleich und mir wird ganz anders. 

Der Zeugwart wird ganz blass. Und mir wird schlecht. Ich setze mich erst mal auf den Hintern und erbitte mir ein Eispack. Den Schuh kann ich gut ausziehen und den Socken ebenfalls. Das sofortige kühlen tut gut. Und als der Zeugwart mir noch eine Cola für den Kreislauf reicht, geht es auch mit dem langsam bergauf. 

Was ein Schreck. Ich kühle den ganzen Nachmittag. Noch zwei mal Schlafen, bis zum Start.  Hoffentlich nimmt der Fuß mir das nicht übel. Wir werden sehen. Und hoffen das Beste. 

Morgen startet der Zeugwart auf der olympischen Distanz. Da werden wir dem See also schon mal Hallo sagen. 

Lebenswert!

Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Manche Menschen messen das in Kinderentwicklungsschritten, manche in beruflichem Erfolg, Sportler oftmals mit erreichten Bestzeiten oder Medaillen und doch sind zwei Jahre irgendwie kaum greifbar. Zwei Jahre auf dieser Welt können uns jede Menge Schönes bescheren und genauso jede Menge Elend.

Vor zwei Jahren bist Du gestorben. Plötzlich und unerwartet, mitten aus dem Leben gerissen. Du hast eine Lücke hinterlassen, die für mich nach wie vor unbegreiflich ist. Obwohl ich nach wie vor nicht sagen kann, ob wir noch Kontakt hätten mittlerweile, weil sich meine Arbeitsstelle verändert hat . Und wenn er noch wäre, ob intensiv weiß ich auch nicht. Das ist aber auch egal, weil es sowieso nicht mehr interessiert. Das -was wäre wenn- kann wirklich extrem nervenaufreibend sein, wenn man es läßt. Ich bemühe mich, Dich in Erinnerung zu behalten und nicht zu vergessen. Das fällt mir nicht schwer, denn noch immer kann ich mir Dein Lachen und Dein Wesen immer wieder ins Gedächtnis rufen.
Ich muß oft an Dich denken, weil ich weiß, was ich Dir von den aktuellen Situationen immer so erzählt habe. Und jetzt erzähle ich es Dir natürlich nicht mehr. Irgendwie bin ich diesbezüglich stehen geblieben. Vor zwei Jahren.

Dabei hätte ich jede Menge toller Sachen verpaßt, wenn ich wirklich vor zwei Jahren stehen geblieben wäre. Die Welt hat sich schließlich unerbittlich weitergedreht. Meine beste Freundin aus Kindertagen hat geheiratet und meine Nennnichte ist auf die Welt gekommen. Leider wohnen sie nicht um die Ecke, die Distanz ist für mich aber gut zu verkraften, Besuche waren eh selten, die Nähe ist trotzdem da. Das ist das Wichtigste. Überhaupt sind in unserem Freundeskreis einige Kinder geboren worden und natürlich sind auch neue Freundschaften entstanden und andere haben sich irgendwie auseinandergelebt. Zwei Jahre sind eben irgendwie doch einiges an Zeit. Wie schade, wenn die letzten zwei Jahre nicht gewesen wären. Nicht nur für die anderen, sondern auch für mich. Ich möchte keinen Tag missen… und doch fühlt sich manches Ereignis an, als wäre es erst gestern gewesen. Obwohl es doch schon länger her ist.

Die Nachricht, dass Du verstorben bist, ist mir nach wie vor unheimlich präsent. Auch die Reaktion unseres Geschäftsführers und der Kollegen. Es zerreißt mir immer noch fast das Herz, wenn ich an die Zusammenkunft der Kollegen im Besprechungsraum denke und an die Nachfragen aus anderen Abteilungen des Unternehmens, ob die Email mit der Information an die Mitarbeiter, ein Scherz sei. Ich bin dann doch sofort wieder zurück am 30. August 2011. Ich bin sofort zurück in meinem alten Büro, an meinem alten Arbeitsplatz und in Mitten der ehemaligen Kollegen. Ich kann den Flur und den Teppich riechen und das Eau de Toilette des Chefs, ich höre die gedämpften Stimmen auf dem Gang und ich merke das gleiche unangenehm beklemmende Gefühl wie damals. Ich habe den Eindruck, ich kann das Gefühl und den passenden Film dazu Ein- und Ausschalten. Manchmal zumindest. Und oftmals weniger aus als ein.

Gerade planen der Zeugwart und ich mal wieder einen Urlaub in den USA. Deine Reiseführer und Insidertipps von vor zwei Jahren halten derzeit wieder mal mit unerschöpflicher Kreativität dafür her. Das Land in das Du so gerne gefahren bist… und nie wieder besuchst. Obwohl das sicherlich die kleinste Sorge überhaupt sein dürfte. Wenn es überhaupt um Sorgen geht.

Worum es geht weiß ich selbst nicht so genau. Wenn ein Leben vorbei ist, ist es eh vorbei. Es gibt ja im Nachhinein nichts mehr zu ändern, zu ergänzen oder wegzustreichen. Man lebt sein Leben so, wie es ist. Wenn dann irgendwann der Schlußstrich gezogen wird, zieht keiner Bilanz und errechnet Sinn oder Unsinn oder eine Wertigkeit. Leben sind einfach, wie sie sind. Man kann sich zu Lebzeiten bemühen sein Leben so zu gestalten, dass es gefällt. So dass man selbst das Gefühl haben kann, wenn es irgendwann vorbei ist, hat das schon gepaßt. Aber ob es nachvollziehbar ist für andere, das weiß man nie. Und eigentlich ist das dabei aber auch egal. Weil es nur auf einen selbst ankommt. Mit dem Leben eben lebenswert umzugehen und das Beste rauszuholen.

Und ich hoffe einfach, dass Deines schlussendlich gepasst hat. Für Dich. Und ich hoffe, dass ich irgendwann die Ruhe finde. Für mich.  

Donnerstag, 29. August 2013

Noch 4 Tage

Heute bin ich das letzte Mal arbeiten, ehe ich nach Köln fahre. Komisch. Ich habe so lange darauf hingearbeitet und auf einmal sind es wirklich nur noch vier Tage. Irre. 

Den Zeitpunkt "vier Tage vorher" kann man beruhigt auch zur intensiveren Vorbereitung nutzen. Heute packe ich daher meine Wettkampftasche. Mit einer App habe ich in den letzten Tagen eine Packliste erstellt. Immer, wenn mir wieder was eingefallen ist, habe ich es einfach dazugetippt. Extrem praktisch fand ich das. Das Listenapp hat sogar erkannt, wenn es den Eintrag schon hatte. Herrlich. 

Ich packe also meine Triathlon Tasche von BMW und bin wieder mal zufrieden mit der Aufteilung. Alle meine Sachen, sogar eine kurze und eine drei-viertel lange Wettkampfhose, je nach Wetter und Gefühlslage, passen rein. Dank der App denke ich an praktisch alles und das, was ich dann doch vergessen habe, das werde ich dann sicherlich am Sonntag entweder nicht vermissen, oder vermissen und doch nicht brauchen. Irgendwann ist es dann einfach egal. 

Wir bangen noch, ob der Zeugwart am Samstag mit seinem Rad überhaupt an den Start gehen kann. Der Radladen des Vertrauens in Rödermark hat zwar bereits am Montag geschaltet und alles geordert, aber die Ersatzteile kommen nur schleppend und so ist es derzeit noch unsicher, ob das Rad bis zur Abfahrt nach Köln fit und einsatzbereit ist. Die Daumen sind gedrückt und die Hoffnung stirbt bekanntermaßen ja zuletzt. 

Heute bin ich nachdenklich. Das liegt allerdings weniger an Köln und dem bevorstehenden Wettkampf als an morgen und einem sich jährenden Jahrestag. 

Mittwoch, 28. August 2013

Noch 5 Tage - und Obenrum?

Gestern 30min Schwimmen, heute 30min laufen. So steht es auf meinem Trainingsplan und so wird es gemacht. Heute ziehe ich mich also an, um 30min zu laufen. Es gab Zeiten, da war das nicht möglich. Nicht das Anziehen, sondern die Zeit. Es war für mich schlichtweg nicht möglich so lange unterwegs zu sein. Die Kondition hat einfach nicht gereicht. Heute soll ich nicht länger. So ändert sich die Zeit.

Der Zeugwart kramt in seinem kaum überschaubaren Sportklamottenstapel und sucht sich eine kurze Hose raus. Eine lange Hose ist nicht so angenehm über den offenen Wunden, also verstehe ich, dass er die kurze Hose braucht. Die alles entscheidende Frage danach heißt: "Und Obenrum?" Denn im zeugwartschen Haushalt gibt es natürlich nicht nur eine ausreichend große Hosenauswahl, sondern wir könnten zusätzlich sicher stellen, dass nicht nur der Zeugwart sondern auch eine unzählbare Anzahl an potentiellen Mitläufern obenrum mit Laufshirts aller Farben, Marken und Beschaffenheiten ausgestattet werden. Die Auswahl ist dementsprechend riesig und der Zeugwart unentschlossen. Als die Wahl irgendwann auf ein rotes Shirt gefallen ist, kann es losgehen. 

Wir legen die Pulsgurte an und laufen los. Langsam. Allerdings immer noch schneller als zu meiner Anfangszeit. Trotzdem unheimlich langsam, denn der angegebene Pulsbereich ist niedrig. So schleichen wir also 3,7km durch die Gegend und das in einer halben Stunde. So steht es auf dem Plan. Und da der beim Zeugwart in Rodgau ja durchschlagenden Erfolg hatte... gibt es keine Zweifel. Der Plan wird befolgt, der Trainer hat Ahnung und wird deshalb nicht in Frage gestellt. 

Gestern Nacht habe ich von Köln geträumt. Ich habe mich beim Start etwas flau gefühlt und beim Schwimmen dann einen realen Wadenkrampf gehabt. Den hatte ich nämlich auch im Bett. Beim Wechsel war die Teamchefin noch zu sehen und auf der Radstrecke hatte ich prima Zeit, mir meine Hochzeitsrede für die anstehende Hochzeit zu überlegen. Den anschließenden Lauf habe ich ebenfalls durchlebt. Ohne Krampf, aber die Brückenaufgänge waren sehr steil. Beim Aufstehen heute früh habe ich gemerkt, dass meine Beine irgendwie angestrengt waren in dieser Nacht. Na dann kann Köln ja kommen. Denn vom Zieleinlauf habe ich nicht geträumt. 

Aber es sind ja auch noch ein paar Nächte und noch 5 Tage. 


Dienstag, 27. August 2013

Noch 6 Tage - der Flitzer leidet

Wann beginnt man denn sinnvollerweise damit die Wettkampftasche zu packen? 6 Tage vor dem Wettkampf ist wohl dafür noch etwas zu früh, oder? Bis zum Wettkampf habe ich ja dann vergessen, was ich eigentlich alles in die Tasche reingepackt habe. Das könnte auch blöd sein. Dann packe ich wahrscheinlich am Samstag panisch alles wieder aus um zu prüfen, ob ich vor fünf Tagen auch nichts vergessen habe. 

Ich rechnen mir heute mal aus, wie schnell ich auf dem Rad sein muß, um nicht von der Strecke runtergenommen zu werden. Das löst spontanen Schreckensstreß bei mir aus. Allerdings kann ich sowieso nichts daran ändern. Trotzdem wirkt die Zeitbegrenzung angsteinflössend. 

Richtig aufgeregt bin ich trotzdem noch nicht. Erstaunlich. 

Heute stehen 30Minuten Schwimmen als Regeneration auf meinem Trainingsplan. Erst lache ich, weil es eigentlich nicht sein kann, dass Schwimmen und Regeneration in einem Atemzug gelesen werden, aber dann glaube ich dem Trainer und wir gehen ins Hallenbad. Hier schwimme ich munter hin und her... und zwar genau so lange, bis der Flitzer fast beim Versuch ein paar Delfinzüge zu machen stirbt. 

Der Flitzer kann gut Kraul, aber Delfin ist bei ihm ausbaufähig. Definitiv. 

Ich schwimme ihm eine Bahn vor, weil es beim Delfinschwimmen auf den Rhythmus ankommt und der ihm bislang fehlt. Dann versucht er sich. Und weil es so schön ist, schwimmt er gefühlte 10.000m immer hin und her und wackelt dabei mit dem Hintern und den Beinen immer auf und ab. Er leidet und findet es schrecklich anstrengend. Den Ironman kann er machen, aber ein bischen Delfin sein strengt ihn an. Das kann ich irgendwie nicht glauben. Er macht ein ganz schönes Wellenbad. 

Irgendwann klappt's dann plötzlich mit dem Takt. So einfach kann das sein. Ich habe länger gebraucht. Aber ich bin ja auch kein Ironman. 

Montag, 26. August 2013

Noch 7 Tage

Ich bin nicht aufgeregt. Und das überrascht mich. 
Ich dachte, ich könnte mindestens seit heute nichts mehr wirklich essen und nur schwierig schlafen. Aber so ist es nicht. 

Das Essen schmeckt mir wirklich hervorragend. Auch jeder Gedanke an das Wochenende in Köln ist positiv behaftet. Ich freue mich auf das Schwimmen, weil es die letzten zwei Male im See wirklich herausragend gut geklappt hat. Ich freue mich auf das Rad fahren, weil ich gespannt bin, ob die vielen Trainingseinheiten auf der Ironmanstrecke, das ewig scheinende Hochtreten der Flachlandtirolerberge und das Üben in Aeroposition meine Muskeln für Sonntag fit gemacht hat. Und auf das Laufen freue ich mich, weil ich da den Zeugwart an der Strecke stehen sehe. Und den Kölner Dom. Und weil es nur 21km sind und man ja nach 10km laufen schon die Hälfte erledigt hat. 

Und wenn ich dann tatsächlich mit den 21km durch bin, dann biege ich ab ins Ziel und alle meine Vereinskollegen warten dort auf mich. Da bin ich ganz sicher! 

Ich trage am Sonntag die Startnummer 1676. Die Teamchefin startet mit mir zusammen in einer Startgruppe, ihre Nummer ist niedriger... weshalb sie höchstwahrscheinlich auch vor mir ins Ziel laufen wird. Das ist ok. So kann sie ebenfalls im Ziel auf mich warten. 

Untypisch genug: ich bin nicht nervös. Noch 7 Tage. 

Sonntag, 25. August 2013

Der Rodgau Triathlon und das Blut

Die Nacht war kurz und nachdem wir einen morgendlichen Scherenangriff fachmännisch medizinisch versorgt haben, brechen der Zeugwart und ich in Richtung Rodgau auf. Mir kommt es heute dunkler vor, als in den letzten Jahren, als wir um 6h auf den Parkplatz kommen. Der Zeugwart setzt sich auf den Beifahrersitz und schläft noch mal ein. 

Das Wetter ist irgendwie ungemütlich. Sommer ist das nicht mehr, soviel ist sicher. Heute regnet's bestimmt noch... nach Sonne sieht am Himmel gar nichts aus. Eigentlich ist das hier ein Sommertriathlon. Eigentlich. 

Beim Rodgau Triathlon öffnet die Wechselzone früh. Heute ist allerdings kaum was los. Der Ansturm an Athleten kommt heute erst kurz vor knapp um seine Räder einzuchecken. Das liegt eindeutig daran, dass es gestern eine Pastaparty gab an der bereits die Startunterlagen abgeholt werden konnten. So schlafen die Athleten heute einfach etwas länger. Eine vollkommen nachvollziehbare Entscheidung. 

Ich bin auch in diesem Jahr wieder beeindruckt, dass manche Athleten -und darunter nicht nur die sogenannten Ersttäter- mit einem vollkommen unangepaßten Radhelm antreten möchten. Wenn so ein Radhelm nicht richtig sitzt, kann man es vom Prinzip her ja auch gleich lassen. Die Einsicht die Helmeinstellungen zum Positiven zu verändern ist nicht überall gegeben... aber Starrsinn macht insbesondere mich ja äußerst geduldig. Und so erkläre ich gerne und mit einer stetigen Wiederholungsschleife, dass der Helm zum Schutz des Athletenkopfes da ist und nicht zu meinem Spaß, dass jeder sich selbst angemeldet hat und die Regeln zu diesem Wettkampf nicht von mir persönlich heute morgen zusammengedichtet worden sind um einem Athleten so richtig den Sonntag zu verderben. Das wirkt. Zumindest in einer ordentlichen Anzahl. Und manchmal ist es mir dann auch gar nicht mehr so wichtig, dass ein Athlet mich versteht... man darf seine Ziele auch einfach nicht so hoch stecken. Und wenn Hopfen und Malz verloren ist, ist das eben so.


Samstag, 24. August 2013

Ambitionierte Läufer bei der Runner's in Hamburg

Mein Rucksack ist gepackt. Ungewöhnliches Gepäck. Das findet auch der Sicherheitsbeamte am Flughafen. Er fragt mich, ob ich beruflich mit Zeitungen und Schreiben zu tun habe. Ich kann seine Frage verstehen... es ist sicherlich nicht alltäglich, dass jemand mit einem Fahrradrucksack voller Sportzeitungen und sonst rein gar nichts hier durch geht. Ich finde mich einfach nur super, erkläre ihm kurz, dass ich zu einer Laufzeitung nach Hamburg unterwegs bin und ganz sicher einen wundervollen Tag haben werde und wünsche ihm einen ebensolchen. Dann flitze ich zum Gate. 


Das ändert sich allerdings noch zweimal. Auf dem Frankfurter Flughafen gibt es ganz offensichtlich genügend Gates, die man ausprobieren kann. Und ich bin ja sportlich und deshalb ist es kein Thema mich hin und her zu schicken. 

Im Flieger nach Hamburg schlafe ich sofort ein. Das passiert mir immer, wenn ich in einem Flugzeug bin. Die Landung ist mein Wecker und als ich raus schaue ist herrliches Wetter. In Frankfurt war es heute morgen noch bewölkt, Hamburg hat dafür die Sonne gebucht.


Freitag, 23. August 2013

Die Ironmanglücksfee und der Uhrzeigersinn


Gut, dass ich mit neuster Technik ausgestattet bin und deshalb tagsüber regelmäßig über die sozialen Medien prüfen kann, was sich so ergibt. Heute ergibt sich, dass zusätzlich dazu, dass heute das letzte Mal die Swimnight am Langener Waldsee statt findet, auch noch eine abschließende Essensversorgung organisiert wurde. Und es gibt eine Verlosung. Das klingt wirklich extrem verlockend.

Also informiere ich, auch mit Hilfe der neusten Tricks, den Zeugwart und wir beschließen, dass wir heute Abend keine Pizza essen werden. Es sei denn, die von der Swimnight geplante Essensversorgung bietet Pizza. Das weiß man schließlich nicht.

Ich bin heute nicht ganz so gestresst wie sonst. Das mag auch daran liegen, dass heute Freitag ist? Auf jeden Fall, fahre ich fast tiefenentspannt zum See, muß keine Sekunde warten und gerate dann tatsächlich leicht unter Druck, weil ich normalerweise in der Schlange zum Parkplatz mein Geld raushole. Aber da auch hinter mir keiner ist, sind die 20Sekunden Verzögerung an dieser Stelle gut zu verkraften.

Umgezogen bin ich schnell. Ich glaube der Neoprenanzug ist an den Beinen eingelaufen.  Dafür ist mein Hals/ Schulterbereich dünner geworden. Da sitzt der Anzug nämlich recht  locker. Es ist aber sicherlich müßig sich jetzt darüber Gedanken zu machen. Für diese Feinheiten habe ich dann im Winter Zeit.

Nachdem wir das Gewinnspiel mitgemacht haben und unsere Schlüssel ein letztes Mal in diesem Jahr wohlverwahrt wissen, geht’s an den Strand. Heute ist nicht wirklich viel los. Wahrscheinlich weil Freitag ist? Oder weil die Saison für die meisten Triathleten schon rum ist? Das Wetter war heute auch nicht wirklich einladend, daran könnte es auch liegen.


Mittwoch, 21. August 2013

Intervalle

5 x 5Minuten GA2 mit 5 Minuten Trabpause. Ich bereite mich heute wieder den ganzen Tag auf die Abendaufgabe vor. Das hat das letzte Mal besonders gut geklappt, also strebe ich eine Wiederholung an. 

Vor den Intervallen soll ich mich 15-20m einlaufen. Wenn ich mir das recht überlege, wird das eine ziemlich lange Einheit... immerhin laufe ich mich ja bestimmt auch noch aus. Steht zwar irgendwie nicht auf dem Plan, aber es gehört ja schon dazu. So wie aus-schwimmen eben. 

Der Zeugwart mach heute ebenfalls dieses Programm und so wartet er netterweise auf mich und wir laufen gemeinsam los. Im GA1 Bereich läßt er mich nur ganz langsam hinter sich. Das könnte auch daran liegen, dass ich am ganz unteren Teil von GA1 laufe... ich versuche mich quasi zu schonen. Irgendwie sind mir 5Minuten GA2 suspekt. 

Als die Einlaufphase rum ist, wird mir auch schlagartig klar, warum mir 5Minuten GA2 suspekt sind. Es ist ziemlich anstrengend. Um in den GA2 Bereich zu laufen muß ich ordentlich ranklotzen. Die Beine fliegen. Ich schaue bei jedem der Intervalle nach genau 2Minuten zufällig auf meine Sportuhr um zu prüfen wie viel Zeit schon rum ist. Zwei Minuten kann ich also offensichtlich gut abschätzen. Unbewußt. 

Die Trabpausen dazwischen muß ich tatsächlich traben um den Puls zu halten. Ich schaffe im Traben den unteren bis mittleren GA1 Bereich, würde ich gehen, wäre der Puls zu niedrig. Unglaublich eigentlich. 
Allerdings trabe ich ziemlich langsam. Die 5 Minuten reichen mir allerdings als Erholung prima aus. Ich starte quasi jedes Mal frisch erholt in die Belastung. 

Das letzte Intervall klappt ziemlich gut. Der Zeugwart kommt nicht so weit von mir weg wie am Anfang. 

Wir laufen uns dann gemeinsam locker aus und sind total stolz, dass wir die Einheit einfach so durchgezogen haben... und als ich nach 1:15Stunde dann daheim bin, freue ich mich, dass ich meine Uhr erst mal auslesen kann. Sie hat immerhin jedes meiner 5Minuten Intervalle gestoppt. Automatisch. Technik, die begeistert. 

Dienstag, 20. August 2013

2100m mit Hilfsmittel

Die hessischen Sommerferien sind vorbei und so ziehen wir von Montagsschwimmen auf Dienstagsschwimmen und außerdem in die Halle. Damit schwimmen wir ab sofort wieder auf einer techniktrainingtauglichen 25m und sind wetterunabhängig. Gerade Letzteres kann derzeit wirklich ein Vorteil sein, der Sommer hat sich nämlich in unseren Gefilden wieder kurzfristig verabschiedet. Der Herbst scheint zurück. Das ging jetzt aber irgendwie schnell. 

Heute soll ich Techniktraining machen. Und weil der Trainer das nicht vorgibt, schreibe ich einen Plan mit Hilfe der Triathlon Training Zeitung. Heute werden 2100m geschwommen und als Hilfsmittel brauche ich Pullbuoy und Paddles. Außerdem natürlich meinen Walkman. 

Der startet nach anfänglichen Schwierigkeiten prima und schon kann's losgehen. Ich glaube, ich muß -was die Feinmortorik angeht- noch ein bischen üben. Mit musikalischer Begleitung geht mir das Schwimmtraining recht gut von der Hand. 

Nach 54Minuten habe ich meinen Plan abgearbeitet. Die Hilfsmittel verschwinden im Aufbewahrungsnetz und ich erst im warmen Kinderbecken und danach in der Dusche. Herrlich. 

Montag, 19. August 2013

Erkenntnisse zur Suunto Quest

Seit einiger Zeit habe ich ja eine Suunto Quest Sportuhr. Die Originalverpackung haben wir Gott lob aufgehoben. Ich hätte nämlich gerne, dass die Uhr Rundenzeiten kann. Interessant dabei ist, dass ich letztens auf einer Radtour zufällig herausgefunden habe, dass die Uhr tatsächlich Rundenzeiten kann. Wie ich das gemacht habe, ist mir allerdings denkbar unklar. Jede Tastenkombination, die ich im Laufe der nächsten Tage drücke, gibt mir keine neue Erkenntnis und vor allem: keine Rundenzeiten.

Es ist einfach wie verhext. Die Uhr kann sie, ich bin sicher... aber das Geheimnis bleibt gewahrt. Aber weil nichts für die Ewigkeit ist, nutze ich die Gunst der Stunde und schaue einfach mal in die im Internet verfügbare PDF Bedienungsanleitung. Die ist wesentlich ausführlicher als die beiliegende, die nur mit Skizzen arbeitet.

Als ich mich langsam bis auf Seite 5 vorgearbeitet habe, bin ich sicher, die Bedienungsanleitung kann nicht für meine Sportuhr sein. Ich dachte, ich habe ein "billig" Modell, was nur notdürftige Funktionen hat. So ist es aber nicht. Die Uhr, so sagt die Bedienungsanleitung, hat sogar einen Touchscreen. Sie kann außerdem Internet und ist konfigurierbar. Und natürlich kann sie Rundenzeiten. Klar.

Nach einem mehr als ausführlichem Studium der Bedienungsanleitung rauf und runter und der Entdeckung eines wirklich extrem kleinen USB Sticks, der sich noch in der Verpackung versteckt hielt, verbindet der Zeugwart meine Uhr mit dem Internet, meldet mich bei einem System namens Movescount an und wir lesen die Quest erst mal aus. Erstaunlich. Die Uhr zeigt mir immer nur die Daten der letzten Trainingseinheit an, aber insgeheim speichert sie wesentlich mehr. Und die kann ich mir dann im Internet in diesem Movescount Programm ansehen.


Sonntag, 18. August 2013

RTF - ich finde den Weg!

Madita und der Zeugwart hecken manchmal wirre Dinge aus. An das Letzte kann ich mich zwar kaum erinnern, aber heute ist definitiv so eine Gelegenheit. Die beiden beschließen, dass heute eine RTF gefahren wird. Das Höhenprofil zeigt an, dass es immer nur bergauf geht. Aber bitte. Weil wir das mittlerweile äußerst selten tun, ist schon mal klar, dass wir das Startnummernband vergessen. Daran erkennt man eben geübte RTF Teilnehmer. 

Der Zeugwart lädt uns zur Teilnahme ein und nachdem die Startnummern fädenziehfrei befestigt sind, geht's auch schon los. Es tröpfelt leicht, aber weil wir das nicht bestellt haben, hört es dann natürlich auch gleich wieder auf. 

Nach 8km gibt es bei dieser Veranstaltung die Streckenteilung. Der Zeugwart und Madita fahren heute 72km und 600hm. Da meine Prellung vom gestrigen Rad fahren auf hubbeliger Strasse schmerzt und ich gestern Nacht aus diesem Grund gefühlte 100 und reale 6 Mal wach gewesen und aufgestanden bin, fahre ich weiter geradeaus und widme mich der 42km Tour. Ich hoffe darauf keinen Platten zu bekommen und lege los. 

Die Tour führt mich durch Ober Erlenbach bis nach Friedrichsdorf. Hier endet mein angeborener Orientierungssinn. Ich war bewusst noch nie hier. Leider endet hier auch die Ausschilderung. Zumindest sehe ich kein Schild mehr. Ich fahre also dem letzten Schild nach und biege links ab in den Ortskern. Und da verließen sie mich. Also die Schilder. 

Wenigstens kamen mir noch zwei Herren hinterher, die ganz offensichtlich ebenfalls kein weiteres Schild gesehen haben. Nachdem ich eindeutig festgestellt habe, dass ich in unserem illustren 3er Kreis tatsächlich die beste Orientierung habe, lasse ich die Herren, die sich sicher sind, in die falsche Richtung fahren und besinne mich. Im Ernstfall kann ich ja immer noch umdrehen. Nachdem ich die Handykarte bemüht habe, und die Strasse doch nicht mit kompletter Sicherheit ausmachen kann, fahre ich die Strasse, die ich mittlerweile 8 mal hoch und runter gefahren bin, weil ich den richtigen Weg gesucht habe, einfach noch ein letztes mal hoch. Hier bin links abgebogen, also fahre ich jetzt rechts. 

So finden das Rädchen und ich nun also den Weg zurück. Und irgendwann gibt es dann auch wieder ein Schild. Das ist toll und so halte ich an und mache ein Rädchen-Schild-Erinnerungsbild. 

Wahrscheinlich waren Schilder da, aber ich habe nix gesehen. 

Den Rückweg finde ich dann gut. Ganz offenbar bin ich -zufällig- auf den RTF Rückweg gestoßen. Manchmal gehört eben auch ein bischen Glück dazu. Ich war 38km unterwegs. Und ich habe zurück zum Auto gefunden. Das ist doch mal was. 

Im Ziel warte ich auf den Zeugwart und Madita. Ich sitze unter einem Sonnenschirm im strömende Regen und esse ein Stück extrem leckeren Zebrakuchen. 

Samstag, 17. August 2013

Gefährlich für die Umwelt.

Auf meinem Trainingsplan stehen für heute zwei Einheiten. Was sich der Trainer dabei wohl gedacht hat? Er will mich fit machen für Köln. Oder er kann mich nicht leiden... aber das glaube ich nicht. Also fit für Köln. Ein guter Grund für diese zwei Einheiten. 

Ich stehe um kurz vor 6h auf und frühstücke. Dann gehe ich zurück ins Bett und schlafe noch 1,5Stunden weiter. So kann ich mir Training gefallen lassen. Als der Wecker klingelt hadere ich kurz mit mir und mit dem Schweinehund. Der Zeugwart springt sofort auf und marschiert in die Küche. Aus ihm strotzt die Motivation nur so raus. 

Ich ziehe mich um und trinke noch etwas. Dann packe ich meinen Trinkgurt mit einer kleinen Wasserflasche und einem Gel. Ich will heute noch mal versuchen ein Gel auf der Laufstrecke zu nehmen und hoffe einfach, dass ich es vertrage. Wir müssen heute 1,5 Stunden in GA1 laufen. Eigentlich genauso wie am Mittwoch. Das Problem daran ist nur, dass der Mittwoch und der Donnerstag und der Montag und die Arbeitswoche auch noch dazwischen liegen und meine Beine heute deshalb schwerer sind, als am Mittwoch. Aber es läuft. Steht ja schließlich auch auf dem Plan. 

Mein Puls ist unheimlich niedrig im Vergleich zu dem, an was mein Kopf sich erinnert. Ich laufe ganz gleichmäßig, komme weiter als am Mittwoch und kann einfach so ganz locker meine Geschwindigkeit halten. 8km/h sind bei mir also GA1, das hat sich in den letzten Laufeinheiten gut rauskristallisiert. 

Als wir zurück zu Hause sind geht es unter die Dusche und dann fahren wir ein paar Bücher in die Mediathek. Büchereien heißen seit neustem so. Wir geben drei große Kisten Bücherspenden ab. Ein Danke hören wir dazu nicht. Ich bin darüber schockiert und frage mich wirklich, ob die Stadtbücherei oder ich froh sein soll, dass die Bücher den Besitzer gewechselt haben. 

Es ist Zeit Mittag zu essen. Das muß nun schnell gehen. Ich bin im Begriff ansonsten Menschen anzufallen oder Radfahrer zu jagen, wenn ich nun nicht wirklich flott etwas zu essen bekomme. Der Zeugwart schafft aber wirklich schnell Abhilfe und so essen wir Leberkäs und Spiegelei und alle Menschen in meinem Umkreis bleiben verschont. Da haben sie aber noch mal Glück gehabt. 

Nach einem kleinen Nickerchen auf der Couch, dass der Trainer mit dem Hinweis "Füße hochlegen" sogar im Trainingsplan eingetragen hat, ziehe ich mich um und wir fahren noch 1,5 Stunden Rad. Die ersten Meter fallen mir unheimlich schwer. Ich komme kaum vom Fleck. Als ich mich ein bisschen eingeradelt habe, geht's aber. Der Zeugwart sagt an, dass wenn ich es in 45Minuten nach Hainstadt schaffe, dann gibt es ein Eis. 

Ha, so etwas lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Natürlich sind wir mit dieser Ansage in 43Minuten in Hainstadt und ich esse eine Kugel Vanilleei bei Köhler. Ich glaube, dass der Trainer das nicht mit seinem Trainingsplan gemeint hat... aber egal. Er muß es ja nicht erfahren. 

Auf dem Heimweg fahre ich auf einer Vorfahrtsstraße und aus einer Seitenstrasse fährt, obwohl mir der Fahrer des Transporters genau in die Augen blickt, einfach einer raus. Ich bremse und schreie "Faaaaaaahhhhhhhhrr", damit er meine Spur wenigstens so schnell wie möglich frei macht... , so dass vom Transporter spontan beide Scheiben runtergehen und die Insassen sich ganz offensichtlich nicht bewußt sind, dass sie mich mit ihrer vollkommen sinnlosen Aktion fast vom Rad geholt haben. Alle Einwohner der Straße haben mich -glaube ich- ebenfalls gehört. Unfassbar, dass der einfach rausgefahren ist. Er hat mich genau gesehen und einfach gedacht, das paßt schon. Am Montag zeige ich den Herren an. Das ist wirklich unglaublich. Und das Schlimmste daran ist noch, dass er noch nicht mal ein "Entschuldigung" oder "Tut mir leid" aus seinem Fenster gerufen hat. Dann hätte ich mir das sicherlich noch mal gefallen lassen, obwohl ich mich wirklich sehr aufregen muß. Aber so ganz ohne Einsicht... das ist nicht nur lebensgefährlich, unglaublich und eine Frechheit, dass hat auch nichts mit gegenseitiger Rücksichtnahme im Straßenverkehr mehr zu tun. Was, wenn ich ein Kind gewesen wäre ohne eine derartige Weitsicht und Reaktionsfähigkeit? 

Zurück sind wir nach 1,5Stunden Trainingszeit. Das paßt also alles perfekt. Ich dusche zum zweien Mal heute und bin bereits wieder hungrig. Da es heute im Hause Motivator Burger gibt für uns, ist der Hunger kein Problem. Wir müssen nur schnell hinfahren, sonst falle ich zwischendurch doch noch jemanden an. Und das will ja keiner.