I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Sonntag, 14. September 2014

Im Gefängnis - und doch wieder nicht

Als wir vor Jahren in San Francisco waren, sind wir voller Vorfreude zum Pier 33 getapst um eine Alcatraz Tour zu unternehmen... und wurden jäh enttäuscht. Alle Touren waren längst für die nächsten Wochen (!) ausgebucht. Wahnsinn. Das hatten wir überhaupt nicht erwartet und ich war wirklich traurig. 

Nach dieser Nacht, die wir im Super 8 San Bruno, einem wirklich sehr empfehlenswerten Hotel, ganz in Flughafennähe, verbracht haben, wachen wir -dank Jetlag- wirklich früh auf. Das hatte ich auf dem Schirm als ich Daniel von http://amerika-ich.com vor Wochen gebeten habe, für uns Early Bird Tour Tickets für Alcatraz zu besorgen. Die Tour startet um 8:45h und aus Erfahrungswerten konnte ich schon im Juli voraussagen, dass die frühe Uhrzeit für uns gar kein Problem sein wird. Und so ist es auch. 

Wir fahren heute also tatsächlich auf die berühmte Gefängnisinsel und sind die erste Gruppe, die übersetzen kann. Die Golden Gate Bridge liegt im Morgendunst, aber das Wetter verspricht prima zu werden, die Sonne scheint schon ordentlich. Wir sitzen auf dem Boot ganz oben und sind gefühlt die einzigen, die nicht schon gleich nach dem Ablegen 100te Fotos von der Insel in der Bucht von San Francisco schießen. Immerhin fahren wir den gleichen Weg ja auch wieder zurück, anders kommen wir ja nicht wieder runter. Kein Grund zur Hetze also. 

Die Gefängnisinsel, die schon vor 10.000 Jahren von den Indianern dazu genutzt wurde, Stammesmitglieder los zu werden, die sich nicht in die Gemeinschaft einfügen wollten oder konnten, wurde erst als Militärstützpunkt und dann als Gefängnis verwendet. 1963 haben die letzten Insassen Alcatraz verlassen und der National Park Service hat die Insel übernommen um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jeder der die Insel besucht bekommt im Zellenblock eine Audiotour. 

Das heißt, dass praktisch jeder auf Alcatraz mit einem Kopfhörer durch die Gegend läuft. Jede Tour kann individuell gestoppt werden und trotzdem finden der Zeugwart und ich uns in einer Gruppe von Besuchern wieder, die unseren Abspielrythmus zu haben scheinen. Wir wandeln durch den Zellentrakt, auf den Außenhof, durch die Bibliothek und durch die Kommandozentrale. Ich finde alles unheimlich spannend, was auch daran liegen mag, dass das mein erster Gefängnisaufenthalt ist, und beklemmend. Die Zellen sind winzig, hier hatte sicherlich keiner was zu lachen. Nicht, dass ich deshalb die Taten verharmlosen will, jeder, der hier einsaß, hat das sicherlich nicht zu unrecht getan. Aber wenn man das so sieht, wird einem wirklich nicht gerade warm ums Herz.  

Zusätzlich bin ich sicher, dass ich morgen Muskelkater habe. Der Zellentrakt liegt nämlich ganz oben auf der Insel und weil der Zeugwart und ich zügig unterwegs sind und dann noch eine extra Besichtigungsrunde drehen um ein paar schöne Ausblicke auf die Golden Gate Bridge zu erhaschen, wird sich das in meinem derzeitig nicht vorhandenen Trainingszustand ganz sicher morgen bemerkbar machen. 

Nach dem Gefängnisaufenthalt fahren der Zeugwart und ich  mit dem Auto gen Norden. Über die Golden Gate Bridge. Wir haben einen herrlich weiten Blick und die Skyline von San Francisco, sowie Alcatraz, sind gut zu sehen. Ich muß an die Affen aus dem Planet der Affen Film denken, die über diese Brücke in Richtung Wälder geflohen sind. 

So ähnlich machen wir es auch... ab in die Wälder, raus in die Natur, weg aus der Stadt. 

Samstag, 13. September 2014

Fliegen im Kühlschrank

Der Zeugwart und ich brauchen Urlaub. Meine letzte Woche hat dieses Bedürfnis bereits mehr als sonst herausgearbeitet, obwohl mir arbeiten seit dem ich überhaupt arbeite selten mehr Spaß gemacht hat, als jetzt. Es ist einfach herrlich, wenn man Anerkennung erfährt. Das sollten sich viel mehr Arbeitgeber zu Herzen nehmen. Leichter gesagt, als getan. 

Urlaub. Irgendwie ist das bei uns seit Jahren eine Reise in die USA. Und wir haben mittlerweile tatsächlich so ein bischen das Gefühl nach Hause zu kommen. Mit meinen Eltern war das früher Südtirol, das dieses Gefühl jahrelang vermittelt hat, und mit dem Zeugwart ist es eben die USA. Ist ja auch nicht so, als gäbe es dort nichts zu sehen. Wir waren schon oft dort... und müssen nirgends zweimal hin. Können aber, weil es mancher Orts so schön ist. 

Diesen Herbsturlaub verbinde ich mit der Arbeit. Zumindest ein bischen, es fühlt sich aber immer nach Urlaub an. Soviel ist sicher. Wir fliegen wieder in die USA. Mit Delta. Eine Freundin bemerkt dazu treffend: fliegen im Kühlschrank. Da hat sie sowas von recht, dass es schon fast angsteinflössend ist. 


Auf dem Flug von Detroit/ Michigan nach San Francisco friere ich konstant 4 Stunden. Der Flug ist 15 Minuten länger, aber am Anfang wars noch nicht so schlimm. Deshalb also nur 4Stunden. 

Vorher, die Einreise, geht am Automaten. Wir erleben in all den Jahren eine regelrechte Entwicklung der Einreiseprozedur mit. Auch in den USA scheinen Personalkosten einsparen ein lukratives Geschäft zu sein. Während das Foto um den Augenabstand zu prüfen für den Zeugwart ein Tanz vor der Kamera wird, kann ich einfach nur hochsehen und treffe genau die erforderliche Abstandsnorm. Wir stehen wahrscheinlich vor einem Einreiseautomaten für kleine Menschen? Muss ja so sein. 

Erfreulicherweise geht alles gut. Mit der Einreise und mit unserem Gepäck, das wir dann nach der Kühlschrankreise in San Francisco vom Band holen. Ebenfalls tiefgekühlt. Im Gepäckraum wird's wohl noch frischer. 

Wir mieten jedes Mal einen Mietwagen, der unseren Grössenbedarf weit übersteigt, aber Spaß macht: einen SUV. So stellen wir sicher, dass wir uns bei plötzlichen Kälteeinbrüchen im Gebirge auch mal innen drin umziehen können... alles Erfahrungswerte. 

Ehe wir allerdings in die Wildnis abbiegen, planen wir erst einige Tage Zivilisation. Obwohl wir niemals ganz abtauchen werden. 

Donnerstag, 11. September 2014

Hase und Jäger

Manchmal ist einfach keine wirkliche Zeit für Sport. Wahrscheinlich ist mein Körper im Moment sowieso im Erholungsmodus, weil es derzeit ja wieder kurz nach Köln ist? Meine Mitteldistanz ist jetzt also ein Jahr her. Wahnsinn. Es kommt mir gleichzeitig vor, als wäre es gestern gewesen und als wäre es schon ewig her. Verrückte Zeitwahrnehmung. 

Im Augenblick würde ich mir auf gar keinen Fall eine Mitteldistanz zutrauen. Zusätzlich fühlt es sich auch mal gar nicht danach an, dass ich überhaupt jemals wieder eine Mitteldistanz mache. Aber davon hatte ich es ja bereits. Es ist im Moment die Zeit für etwas anderes. Triathlon muß warten, ganz klar. Kann er aber auch, da ist Triathlon emotionslos. Es gibt schließlich genug fleißige Triathleten, da kommt es auf eine mehr oder weniger nicht an. 

Ich widme mich Koordinationsübungen. 

Natürlich nur, weil ich die DVD zugeschickt bekommen habe und nun bei jeder freien Gelegenheit, wenn z.B. ein Programm auf dem Arbeits-PC mal wieder ewig zum laden braucht, übe. Auf der DVD gibt's auch eine Übung für den Kopf: Hase und Jäger. Ich kann die nicht beschreiben, aber glücklicherweise gibt's ein Video davon. Hase und Jäger ist das, was der Koordinationsguru hier mit seinen Händen macht. 


Natürlich könnte ich auch  kreuz und quer durch die Gegend springen, während ich die Übung mit den Händen mache. Aber das würde zu nichts führen. Ich kriege mit Mühe und Not überhaupt hin, dass der Hase nicht noch einen zusätzlichen Daumen hat oder ich beim Jäger keine zweiläufige Pistole hochhalte. Was soll das dann also, mit dem Rumspringen. 

Heute war also mein Kopf undenkbar sportlich, während mein Körper im Büro anwesend war. Sicherlich gibt's noch mehr Kopfübungen auf der DVD, aber ich gehe in kleinen Schritten voran. Wenn ich den Hase-Jäger-Kampf irgendwann gewonnen habe, dann mache ich weiter. 

Vielleicht habe ich bis dahin auch eine Koordinationsleiter? 

Dienstag, 9. September 2014

Mein Lehrer Samir

Mein Nachbarskind ist ganz stolz, dass es meinen Nachnamen kennt und mir heute ein Paket vor die Tür gestellt hat, dass der Postbote bei ihrer Mama abgab. Ich bin überrascht, dass ich generell heute ein Paket bekomme... bestellt habe ich nämlich nichts. Und so ist es auch... heute bekomme ich eine DVD geschickt, die mir zwar angekündigt wurde, aber dann habe ich nichts mehr gehört, also habe ich sie wieder vergessen. Ich kann mein Gehirn nicht mit zuviel Ballast bepacken. 


Im Paket befindet sich die DVD Visuelles Koordinationstraining von 1x1 Sport, der Europäischen Akademie für Sport und Training. Schon das Cover ist vielversprechend, finde ich. Es verkündet dass 70 Übungen mit der Koordinationsleiter gezeigt werden. Das kann ja was werden. Ich weiß nämlich noch nicht mal, was eine Koordinationsleiter überhaupt ist. Bei mir fängt Lehrer Samir also bei null an. Dann wünsche ich mal viel Spaß dabei. Und zwar ihm und mir. 

Obwohl er sich ja eigentlich fein aus der Affaire zieht... und mir einfach aus dem TV entgegenspricht. Sicherlich wäre es um ein vielfaches lustiger, wenn er einfach mal bei mir vorbei käme und sich mal ansehen könnte, wie jemand mit ganz offensichtlich großem Mangel an Bewegungskoordinationstalent durch seine DVD hüpft. Lieber Lehrer Samir, falls Du das liest und mal etwas Abwechslung in Deinem Tagesplan möchtest... wir können gerne einen Termin ausmachen. Melde Dich einfach, die Kontaktdaten stehen unten. 



Natürlich packe ich die DVD gleich aus und schau mal rein. Und werde auch sofort bestätigt. Obwohl ich natürlich -jetzt wo ich sie sehe- durchaus weiß, was eine Koordinationsleiter ist. Aber wer hätte gedacht, dass Strickleitern auf einmal einen neuen Namen bekommen haben. Zur Taufe war ich nicht eingeladen. 

Durch den ersten Teil der DVD führt Samir Tanjo, er ist Koordinations- und Sport-Visualtrainer. Er ist unheimlich fit und hüpft über die Sprossen dieser Koordinationsleiter wie ein junges Reh. Zusätzlich, klatscht er vor oder hinter seinem Körper und bald wird mir schwindlig, weil die  Übungen mittlerweile fast einer Tanzchoreografie ähneln. Zumindest mehr, als mein sonstiges Training. 

Es gibt auch Vorübungen, die man vom Sofa aus machen kann. Am Besten, ich starte mit denen. Ehe es Unfälle gibt. 

Sonntag, 7. September 2014

Mühlheimer Volkslauf

Heute früh geht unser Rauchmelder an. Der im Schlafzimmer. Um kurz nach 7h! Ich stehe direkt im Bett, schnuppere einmal rundrum, stelle fest, dass es glücklichweise ein Fehlalarm zu sein scheint, und bin trotzdem hellwach. Der Rauchmelder hört nämlich nicht auf zu piepsen. Und wir kommen nicht dran, weil er im Giebel hängt und die hohe Leiter gerade nicht im Zugriffsbereich ist. Also stehen wir auf, lassen das Ding piepsen und sind halt nun sowieso schon mal hellwach. 

Überpünktlich um heute den gestrig entdeckten Pfeilen nochmals einen Besuch abzustatten und im Wald für etwas Stimmung zu sorgen. Der Mülheimer Volkslauf startet mit der 21km Strecke um 9h und der Zeugwart und ich lehnen überpünktlich die Räder an ein Baumpaar um Stellung zu beziehen. 


Obwohl der Lauf mit seiner Streckenführung recht zuschauerfreundlich gestaltet ist, sind wir scheinbar die einzigen die hier rumstehen und klatschen. Dafür machen wir das an 8 unterschiedlichen Positionen, falls ich mich nicht verzählt habe. Glücklichweise kennen wir auch noch ein Paar Läufer, so dass die Vielzahl unseres Auftrittes sich so leicht erklären läßt. 


Für meine Fahrpraxis und mein Knie ist das heute ein wunderbarer Trainingsausflug. Ich erfahre die verschiedensten Untergründe und bin buchstäblich über Stock und Stein unterwegs. Manchmal müssen wir uns regelrecht sputen, um unsere Läufer noch zu erwischen, weil eine Abkürzung eben nicht immer ganz so kurz ist, wie sie klingt. 

Trotzdem sind wir an allen Stationen die wir abklatschen ziemlich erfolgreich und kreisen das Ziel so immer weiter ein. Wir treffen kurz vor unserer Läuferin ein und ich bin ausnahmsweise mal still und rufe ihr nichts zu... im Wald hat sie mich schließlich schon genug gehört. 

Das hier ist wirklich ein sehr schöner Lauf in Mühlheim. Wenn ich mal wieder laufen kann, dann lohnt es sich bestimmt hier mal zu starten. Die Strecke ist wirklich schön... aber eben einsam. 

Samstag, 6. September 2014

Du bist schuld.

Dank des besten Jobs der Welt, nämlich meinem, hatte ich diese Woche kaum Zeit für Sport. Ich war in Nizza. Da gibt es aber auch wirklich schlimmeres, das stimmt. In Nizza gab es viel Arbeit, unheimlich gutes Wetter, zahllose Palmen, 30Grad und das Meer. Sandstrand war leider Fehlanzeige, es gab nur Steine... aber gut. Kleine Abstriche... ich war ja schließlich zum arbeiten dort. Was soll der Chef denn sonst denken? 

Heute fahren der Zeugwart und ich dafür gemeinsam Rad. Dem Knie geht es nach dem Rollenexperiment wieder besser, es fühlt sich derzeit ziemlich gut an und ich möchte versuchen mal eine Stunde unterwegs zu sein. Dabei kommt es nicht auf die Strecke an... denn ich krebse ja noch immer auf dem kleinen Kettenblatt mit möglichst wenig Widerstand rum und fahre nicht sonderlich flott. Vielmehr geht es ums fahren an sich und darum Radbeherrschung zu gewinnen, unterwegs zu sein und Fahrpraxis zu bekommen. Das Knie soll ja möglichst viel locker bewegt werden, also ziehen wir uns an und schon geht's los. 


Gleich nach dem Start schlage ich vor eine andere Strecke zu nehmen, nämlich eine, von der ich immer Spaziergänger mit Hunden kommen sehe. Normalerweise fahren der Zeugwart und ich rechts, heute aber links. Das ist spannend, denn nach dem O-Ton des Zeugwarts: "Ein Weg ist das hier nicht.", fahren wir einfach mal querfeldein. Man kann einen Trampelpfad erahnen. Wenn man halt ganz genau hinschaut. Also wer so einen Weg aussucht... man man man. Dann biegen wir ab, weil ich vorschlage, dass wir ja auch da vorne lang fahren können. Ne, ist klar. Ich bin also schuld. Hier geht's durch Schlamm, über Wurzeln, durch tiefes Gras und durch matschige Stellen auf denen soviel Wurzelstücke rumliegen, als hätte jemand versucht einen trockenen Übergang zu schaffen. Der Zeugwart fährt einfach. Ich jongliere. Durch so eine Schlammlandschaft zu fahren ist schon vor dem Unfall nicht meine Welt gewesen und auch jetzt fällt mir das nicht besonders leicht. Ein Stück steige ich ab und trage das Rad... so leicht wie das ist, geht das gut. 


Wir sind danach total eingesaut, aber ich bin zufrieden. Dieses Unwegsame Stück habe ich ganz gut gemeistert. Mitten im Wald entdecken wir Pfeile. Anscheinend findet hier morgen ein Lauf statt. Ausgeschildert bzw. bodenmarkiert sind 5km, 10km und 21km. Scheint eine größere Sache zu sein. Wir folgen den Pfeilen und entdecken neue und alte Wege aus unterschiedlichen Richtungen. Genau so habe ich mir das vorgestellt mit diesem neuen Fahrrad.


Nach über einer Stunde fahren der Zeugwart und ich wieder zu Hause vor. Ich bin mehr als zufrieden. Die Strecke war nicht nur locker über Asphalt rollen, sondern teilweise recht anspruchsvolles Gelände. Und der Zeugwart sagt "Du bist schuld" an diesem Weg... wo er recht hat, hat er recht. 

Mittwoch, 3. September 2014

Waldorientierung


Also naturverbunden bin ich irgendwie nicht so richtig. Ich weiß zwar nicht, wo das in meiner Jugend verloren gegangen ist, oder was man hätte anders machen können... aber klar ist... Getier ist nicht so meins. In meinem Auto hat sich zwischendrin, also zwischen Kofferraum und außen eine Spinne platziert und ich muß den Zeugwart dazutuen, weil ich sie dort nicht haben will. Wegmachen will ich sie aber auch nicht. Ganz schön zwiespältig. 

Der Zeugwart hat die kleine Spinne sogar noch benennen und dann ziehen wir uns um und fahren noch mal eine kurze Runde Rad gemeinsam. Mittlerweile ist der Herbst wirklich merkbar, denn es wird im Wald schon ganz schön dunkel. Egal. Ich kenne ja den Weg. Es ist nämlich der, den ich dem Zeugwart nicht ganz so gut beschreiben konnte letzten Samstag. Also schlage ich vor, dass wir die Strecke noch mal abfahren. 

Falls ich den Weg wirklich wieder finde. Da ich offenbar doch eine leicht bessere Orientierung habe, als ein Stuhl klappt's und der Zeugwart lernt unser Heimatdorf von den verschiedensten Seiten kennen. Ich finde die Strecke tatsächlich wieder. Das ist ja vielleicht ein Ding. 

Wir sind viel schneller, als ich alleine am Samstag, wahrscheinlich, weil es jetzt eine bekannte Strecke ist? Ab wann ist eine Strecke denn eigentlich bekannt? Wir kommen zurück, als die Dämmerung nicht nur den Wald ordentlich dunkel, sondern auch außerhalb des Waldes bereits Einzug gehalten hat. Schneller wäre aber mit meinem Knie nicht möglich gewesen. Es ist nun also wirklich endgültig Zeit, dass ich mich nach einer ordentlichen Fahrradbeleuchtung umsehe. Ich kann ja schlecht meine neu gewonnene Radleidenschaft zukünftig wegen Dunkelheit einschränken. Soweit kommt's noch. 

Montag, 1. September 2014

TomTom Runner Cardio - Abschlussgedanken


Da die TomTom Runner Cardio Uhr ja mittlerweile auch schon im Frühstücksfernsehen als neuartiger Technik Gimmick vorgestellt wird und meine Testzeit sich schon wieder mit großen Schritten dem Ende nähert, möchte ich nicht versäumen noch ein paar Eindrücke zur Uhr aufzuschreiben.
 
Ich finde das Konzept den Puls ohne Pulsgurt direkt am Handgelenk messen zu können hervorragend. Dafür gibt es zahlreiche Daumen nach oben, das muß ich wirklich sagen. Kein lästiges Gurt anlegen, womögliches verrutschen, wund scheuern oder erst nachdem mehrere Schichten Kleidung am Athletenkörper angelegt sind doch feststellen, dass der Gurt vergessen wurde, das ist wirklich herausragend. Zu überlegen ist dann natürlich in der kalten Jahreszeit die Handhabung, denn die Uhr muß ja -verständlicherweise- direkt am Körper getragen werden, das heißt unter der Jacke. Dann kann ich sie aber nicht ablesen, ohne unter die Jacke zu schauen. Das bequeme einfach mal schnell Schauen, was der Puls so macht entfällt dann leider. Aber einen Tod muß man wahrscheinlich auch einfach sterben. Alles haben geht eben nicht.
 
Die Handhabung über den dicken Knopf funktioniert gut, ist selbsterklärenend und braucht nicht viele Versuche, bis man das findet, was man sucht. Leider lassen sich einige Konstellationen anscheinend nur am PC einstellen und das habe ich bei diesem Uhrentest bewußt nicht gemacht. Ich finde, eine Uhr sollte auch so einstellbar sein. Klar finde ich es gut, dass man am PC noch zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten hat, aber ich finde grundlegende Einstellungen sollte man direkt an der Uhr vornehmen können. Und zwar alle. Ein weiterer Grund, warum ich nicht auf die Einstellungen am PC zurückgegriffen habe ist, dass mich das Programm, dass ich für den ersten TomTom GPS Uhrentest heruntergeladen hatte, weiterhin an updates erinnert, obwohl es mittlerweile längst deinstalliert wurde. Das geht gar nicht und nervt kolossal.
 
Aus diesem PC-fernen Grund habe ich es z.B. auch nicht geschafft die Uhr auf Km/h umzustellen. Sowas sollte, wie ich finde, am Gerät selbst möglich sein. Vielleicht geht es auch und die Anleitung sowie meine technischen Fertigkeiten hatten da einfach ihre Grenzen?
 
Ich finde die Uhr liefert verlässliche und plausible Pulswerte, auch wenn sie im direkten Vergleich zu anderen Uhren, wie der Timex oder den Suuntouhren die im Zeugwartschen Haushalt zu finden sind, immer abweichen. Da kann man nun aber drüber streiten, wer hier wohl die richtigen Werte liefert und ob es entscheidend ist ob man 5 Schläge höher oder niedriger unterwegs ist. Da scheiden sich die Geister. Bei der Bestimmung meiner Pulswerte sind die Uhren nie weiter als 5-7 Schläge voneinander abgewichen. Meistens war die Anzeige aber ähnlich. Pulssteigerungen hat die Uhr ebenso schnell angezeigt, wie die Uhren mit Brustgurt, genauso, wie sinkende Pulswerte.
 
Um einen Puls angezeigt zu bekommen muß ich die Uhr verhältnismäßig straff am Handgelenk tragen. Das ist nicht immer bequem. Sitzt sie allerdings zu locker, gibt's keine plausiblen - oder gar keine- Werte. Wobei ich nicht weiß, ob da das eine schlimmer als das andere ist. Nur ein richtiger Wert ist ja überhaupt sinnvoll, alle anderen kann man eh weglassen und vergessen. Nach dem Sport habe ich also einen überdeutlichen Uhrenabdruck am Handgelenk. Das passiert natürlich mit herkömmlichen Pulsuhren nicht. Die kann ich auch locker tragen. Und bei Kälte eben auch über der Jacke... aber davon hatte ich es ja schon weiter oben.
 
Mittlerweile gibt es die Uhr übrigens auch in anderen Farbvarianten als der von mir getesteten rot/ weiß Ausstattung. Etwas in Schwarz würde mir sicherlich mehr zusagen. Aber das hat mit dem Test ja direkt nichts zu tun. Die Funktionalität sollte überall gleich sein.
 
Derzeit kostet die Uhr 269EUR auf der TomTom Seite und ist bei Amazon ab 264EUR zu haben.
 

Samstag, 30. August 2014

Einfach irgendwo abbiegen

Ich war diese Woche zweimal auf der Rolle. Das war eine blöde Idee. Grundsätzlich natürlich nicht. Die Rolle ist eine praktische Sache, wenn das Wetter extrem ungemütlich ist, die Konzentration nicht gut abgerufen werden kann oder die Tageszeit draußen fahren einfach nicht zulässt. Für mein Knie ist die Rolle aber Gift, wie es meine Oma gesagt hätte. Die Einstellungen vom Triathlon Rädchen sind für mein Knie derzeit untragbar. Der Crosser war da bisher angenehmer. Aber irgendwie habe ich den Punkt Rad fahren in dieser Woche sträflich vernachlässigt. Das passiert schon mal, wenn das Arbeitsleben einen größeren Teil des Lebens einnimmt, als der Freizeitteil. 

Heute allerdings ist Samstag und deshalb gibt es schier endlose Freizeit. Einen ganzen Tag, der nur darauf wartet freizeitlich gefüllt zu werden. Heute mache ich mal nur, was mir gefällt. Also holen der Zeugwart und ich früh gleich einen Schreibtisch ab und klingeln die Verkäuferin im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Bett. Im Anschluß backe ich einen Kürbiskäsekuchen mit Orangenrahm der mich ganz schön auf Trab hält. Backen, rausnehmen, was ergänzen, backen, wieder rausnehmen etc. Soviel Tamtam wollte ich mir wegen eines Kuchens eigentlich heute nicht machen. Aber gut. Ist ja dem Kuchen gegenüber unfair. 

Im Anschluß, nachdem der Kuchen also endlich zum abkühlen in der Küche steht und dekoriert ist, ziehe ich mich an um Fahrrad zu fahren. Der Zeugwart gibt mir noch ein Schutzblech, was ich montieren kann und dann geht's auch schon los. 

Ich fahre den üblichen Weg und biege dann einfach irgendwo ab. Ich will heute so gute 45Minuten fahren, damit mein Knie etwas Bewegung hat. Ich fahr gefühlt überall hin und werde zwischendurch auch mal richtig nass. Verfahren habe ich mich ja direkt nicht, weil ich ja nirgendwo bestimmtes hin möchte und es deshalb keinen Weg gibt, von dem ich hätte abkommen können. Verfahren könnte aber auch einfach dafür stehen, dass ich nicht mehr weiß, wo ich eigentlich so bin. Sowas kann unangenehm sein. Ist es für mich aber heute nicht. Ich fahre einfach weiter und weiß, dass ich im Notfall auf modernste Ortungsgeräte zurückgreifen kann. Ich habe mein Handy dabei und eine Karte darauf. Das kann für sowas ziemlich praktisch sein. Nötig ist es heute aber nicht. 

Immer wieder komme ich an bekannten Sachen vorbei. Am Freibad, am Turnverein, an einer Bank, die ich schon mal gesehen habe und an einer Sparkasse. Lustig ist allerdings, dass ich diese Dinge niemals in eine Reihenfolge gesetzt hätte und ich mich mittlerweile, als die Sparkasse vor mir auftaucht auch wirklich frage, wie ich das wohl gemacht habe. Wie genau bin ich bloß hier her gekommen? Ich glaube, meine Radtour läßt sich heute überhaupt gar nicht nachvollziehen. Überflüssig zu erwähnen, dass auch keine GPS Uhr mitläuft, weil alle nach Strom geschrieen haben und deshalb zu Beginn meiner Radtour nicht einsatzfähig waren. So ist das mit der Technik... manchmal ist sie einfach nicht zu gebrauchen. 


Dank meines angeborenen, grandiosen Orientierungssinns finde ich aber doch zurück nach Hause. Mein Knie quittiert den Ausflug mit Zufriedenheit. Und ich hoffe, dass ich mich beim nächsten Mal wieder ein bisschen besser auskenne. Darauf würde ich allerdings nicht wetten. 

Meine Gedanken finden keine Ruhe.

Die Zeit rast und ich kann sie nicht festhalten. Ich kann sie auch nicht zurückdrehen und ich kann mich selbst auch nicht überlisten. Ich erinnere mich nicht gut an Dinge. Vieles, was geschehen ist, viele Filme oder Bücher, sogar manche Ereignisse, vergesse ich einfach. Ich kann Filme zigfach ansehen und mir gefallen immer die gleichen Stellen, ohne zu realisieren, dass ich den Film eigentlich kennen müßte. Gleiches passiert mir auch oft mit Büchern. 

Dabei bin ich schon bei der Sache, wenn ich Filme ansehe. Aber ich speichere sie einfach nicht ab. Ich habe auf meiner Festplatte keinen Filmspeicher eingerichtet. Und so geht es mir auch oft mit Personen und mit Ereignissen, die zu den Personen zugeordnet werden können. Ich erkenne sie zwar bestimmt wieder irgendwo in meinem Kopf, aber die Information findet nicht immer zurück an die Stelle, wo sie verarbeitet werden kann. 

Manche Sachen vergesse ich aber scheinbar niemals. Ich weiß noch genau, wo ich am 11. September war, als ich Nachrichten hörte. Ich weiß noch genau, wo ich war als die Nachricht kam, dass mein Patenkind geboren wurde und ich weiß noch genau, wie es sich angefühlt hat, als ich erfuhr, dass Du gestorben bist. Alles ist so präsent, als wäre es gestern gewesen. 

Ich verarbeite Deinen Tod seit Jahren, immer wieder kommst Du mir automatisch in den Sinn. Pünktlich. Immer rund um Deinen Todestag. Jedes Jahr. Auch an Deinem Geburtstag denke ich an Dich. Als könnte mein Gehirn alleine den Kalender lesen oder hätte eine Zeitschaltuhr eingebaut: Nicht vergessen an Sebastian zu denken. Ich weiß gar nicht warum. Schon letztes Jahr war ich mir unsicher, ob wir überhaupt noch Kontakt hätten. Und dieses Jahr hatte ich wieder ein Jahr länger Zeit darüber nachzudenken. Obwohl das eher nebenbei passiert. Unbewusst. 

Meine Gedanken finden keine Ruhe. 
Sie erinnern sich zurück, an lustige Situationen, an Augendrehmomente und an Deine Herzlichkeit. Du warst nicht perfekt und es gab genug Möglichkeiten anderer Meinung zu sein oder darüber nachzudenken, ob Deine Aussage jetzt wirklich und wahrhaftig ernst gemeint war. Manches, was in den Köpfen anderer vorgeht, kann man eben einfach nicht nachvollziehen. Muß man ja auch nicht. Ich bin einfach immer noch geschockt. Soviel ist sicher. Geschockt darüber, wie schnell sich alles von einem Moment auf den anderen plötzlich ändern kann. 

Und dann ist alles anders. Für immer. 

Donnerstag, 28. August 2014

Trainermeldung dauerbunt

Heute habe ich mich beim Trainer gemeldet. Ich wollte ihm einfach mal wieder einen Zwischenstand geben. Immerhin macht mein Knie kleine Fortschritte und so ein Trainer nimmt –wenn man gesund ist- ja doch merklich am Leben teil. Derzeit tut er das bei mir gar nicht. Ich habe keinen Trainingsplan und ich mache ja im Augenblick keinen wirklichen Sport, der Trainer bekommt also nur mehr oder weniger regelmäßig Zwischenstände um auf dem Laufenden zu bleiben.

Ich merke ja mittlerweile wieder eine deutliche Besserung im fühlen und berühren. Es tut auch nicht mehr dauerhaft weh und ich kann mittlerweile fast jede Nacht durchschlafen, auch mit Lagerungsänderungen. Das ist sehr angenehm. Fahrradfahren tue ich in kleinen Gängen mit möglichst wenig Widerstand, das tut gut und schmerzt nicht. Laufen tue ich derzeit ja bekannterweise überhaupt nicht. Ich gehe, allerdings auch nicht besonders zügig, denn sobald ich beschleunigen merke ich das Knie wieder stundenlang. Jeder stoßhafte Auftritt wird also sofort quittiert. Hinknien kann ich mich ebenfalls nach wie vor nicht.

Seit dem letzten Arzttermin habe ich das Knie nun permanent mit Tape dekoriert. Der gut gemeinte Ratschlag war ja, wenn etwas draufklebt, dann merkt mein Hirn, dass da was anders ist und schenkt dem Knie mehr Aufmerksamkeit. Ich lasse dem Knie diesbezüglich manchmal stundenweise Pausen, ansonsten ist es dauerbunt.



Alles in allem, habe ich allerdings das dumpfe Gefühl, dass es noch eine Weile dauern wird, bis ich sportlich wieder so einsatzfähig bin, wie ich mir das vorstelle. Ich bin deshalb auch gerade am überlegen, was ich mir denn eigentlich so überhaupt vorstelle. Sportlich. Ich stelle jetzt ja deshalb nicht mein ganzes Leben in Frage, aber ich bin im Alter und seit dem Unfall recht realistisch geworden. Ein Ironman ist in den nächsten Jahren einfach nicht drin. Dafür muß man unheimlich fit sein, wahnsinnig viel Zeit dem Training opfern und alles auf eine Karte setzen. Eine Langdistanz ist unheimlich lang, dafür steht sie mit ihrem Namen, und damit ist auch die Vorbereitung gemeint. Ich kann mir derzeit überhaupt nicht vorstellen, dass ich jemals so fit werde, dass ich mir den Start bei einem Ironman zutraue.

Ich kann mir allerdings gut einen Mitteldistanzstart vorstellen. Irgendwann. Wenn die Strecke paßt.  
Schon 10km Radfahren sind derzeit für mich eine so große Herausforderung... ich weiß gar nicht, wie ich jemals 90km überhaupt geschafft habe? Die Zeit gab es aber mal, das weiß ich. Ich muß dann also mal schauen, wie ich die Zukunft mit dem Sport so gestalte. Wenn ich die Bewegung, die ich so mache, dann irgendwann auch mal wieder Sport nennen kann.

Mittwoch, 27. August 2014

Eiswasser und Spende

Sicher hat mittlerweile nur der, der direkt hinterm Mond wohnt, nichts von der ALS Ice Bucket Challenge gehört. Praktisch jeder Promi hat sich schon einen Eimer Eiswasser übergießen lassen und dann hoffentlich auch gleich für Forschungszwecke gespendet. ALS ist die Abkürzung für Amyotrhophe Lateralsklerose und ist eine Erkrankung des zentralen und peripheren Nervensystems. Hier kann man etwas genauer nachlesen, was die Krankheit ausmacht. 

Mit der Ice Bucket Challenge geht es darum Spendengelder zu sammeln und sich -dank des Eiswassers- kurzfristig wie ein erkrankter zu fühlen, weil die Muskeln vor Kälte erstarren bzw. wie gelähmt sind. Angefangen in den USA schwappt die Welle mittlerweile über auf die ganze Welt und geht auch über die Prominenten hinaus. Einige Freunde von mir wurden bereits vor einigen Tagen nominiert und haben innerhalb der vorgegebenen 24 Stunden auch mitgemacht. Eisdusche und Spende. Die Einschläge kamen näher, aber bisher kam ich drumrum. Obwohl man ja auch Spenden kann, wenn man nicht nominiert ist. Logisch. 

Jetzt hat es aber auch mich getroffen. Da bin ich ja baff. Sowas passiert ja immer nur anderen. Bisher zumindest. Aber die Zeiten sind vorbei. Ein -bisher- guter Freund hat mich nominiert und schwups bin ich im Zugzwang. Ich muß innerhalb von 24 Stunden reagieren. Klar, es besteht keine Pflicht, aber so eine Aktion einfach zu ignorieren finde ich auch blöd. Ist ja immerhin für einen guten Zweck. Also überlege ich, wen ich denn nominieren könnte. Es müssen ja Leute sein, die noch nicht selbst nominiert wurden, soweit man das eben im Internet nachvollziehen kann, und zusätzlich sollten es Leute sein, die mitmachen. Wenn das Schnellballsystem nicht funktioniert, hätte man sich die Nominierung ja schließlich auch sparen können. 

Ich stehe heute früh also auf, checke den Eiswürfelbestand im Zeugwartschen Haushalt und fülle einen Eimer mit kaltem Wasser. Dann bekommt der Zeugwart das Aufnahmegerät in die Hand und wir begeben uns auf den Balkon, wo ich die Eiswasserdusche vornehme und zusätzlich drei Freunde nominiere. Ich bin gespannt ob Gian, der Flitzer und der Profiathlet es mit gleichtun und ebenfalls spenden und duschen. Obwohl die eigentliche Regel ja lautet entweder spenden oder eine Eiswasserdusche. Hauptsache die drei Herren unterbrechen die Kette nicht. Darauf kommt es an.


Das Video gibt es auf der Blog Facebookseite zu sehen. Allerdings sieht man eben auch nur eine Frau, die sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf kippt.

Gespendet werden kann hier bei der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V.

Spendenkonto:

Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
IBAN: DE38 6602 0500 0007 7722 00
BIC: BFSWDE33KRL
Kontonummer: 777 22 00
BLZ: 660 205 00

Sonntag, 24. August 2014

Rodgau Triathlon 2014 - Kältebeurkundung

Obwohl wir heute später als sonst zu einem Wettkampf aufbrechen, finde ich es trotzdem richtig früh.  Ich habe außerdem Schmerzen im Knie und hatte keine besonders gute Nacht. Der Zeugwart startet heute in der Staffel. Ursprünglich sollte ich ja schwimmen, aber der Arzt hat berechtigterweise gefragt, ob ich eigentlich noch alle Latten am Zaun habe. Was denn wäre, wenn mir da jemand dagegentritt? Auf sowas komme ich selbst ja nicht. Ich schwimme also nicht. Verklärte Wettkampfwahrnehmung nennt man das vielleicht auch. 

Die Luft hat 10°C, das Wasser frische 17°C. Die einspringende Staffelschwimmerin ist hart im nehmen. Respekt. Am See bläst es zusätzlich ordentlich. Wie schade für alle Athleten, denn gerade die Jedermänner sind ja häufig auch ohne Neoprenanzug unterwegs. da kann man vor allem auf viel Adrenalin hoffen. 

Ich habe nichts zu tun, außer zu frieren. Aber rumpiensen läuft heute nicht, immerhin geht jemand anders für mich ins kühle Nass... deshalb halte ich mich mit Kältebekundungen zurück. Der Zeugwart fährt Rad und checkt deshalb frühzeitig in die Wechselzone ein. Und weil die Kampfrichter auf Nummer sicher gehen, werden die Staffelteilnehmer gleich noch mal entsprechend eingenordet. 

im Hingergrund links ist der weltbeste Fahrradhändler von Radsport 360°
Wir betrachten uns die Starts, denn heute schwimmt hier auch die Hessenliga. Da sind also auch ein paar schneller Damen und Herren am Start. Manch eine Schwimmzeit wird allerdings heute ganz besonders schnell, weil sich nicht jeder bei der Olympischen Distanz Mühe gibt, den Markierungen auf der Schwimmstrecke zu folgen. Da wird fleißig abgekürzt und über Leinen hinweggeschwommen. Schon interessant, wie dreist manche Athleten sind, wenn kein Kampfrichter auf dem See zugegen ist. 

Als unsere Staffelschwimmerin im Wasser ist, betrachten wir uns noch die erste Runde und dann teilen wir Anfeuerer uns auf. Einer bleibt am Schwimmausstieg, ich gehe mit hoch in die Wechselzone. Und als der Zeugwart nach dem erfolgten Wechsel mit seinem Rad von dannen rennt bzw. fährt, wechsle ich an die Radstrecke. Mittlerweile habe ich auch Fotografengesellschaft und spontan eine Kamera umgehängt bekommen. So schnell geht das manchmal. 



Natürlich muß ich nicht extra erwähnen, dass keines der hier gezeigten Bilder von mir ist... alle Fotos hat mal wieder der coolste Haus- und Hoffotograf gemacht, den es in unserem Bekanntenkreis so gibt. Ich habe trotzdem zahlreiche Bilder gemacht, aber bisher keines ansehen können. Zu einer guten Kamera gehört auch die Zeit und Muse, sowie ein Bearbeitungsprogramm. Die Post-Production ist nämlich mindestens genauso wichtig wie das Fotografieren an sich. So lümmeln wir also munter auf der Straße rum und schießen zahlreiche Athletenfotos.

Mittlerweile hat es sich auch so aufgewärmt, dass ich tatsächlich die Jacke aufmachen kann. Trotzdem finde ich es für die Athleten immer noch unangenehm frisch. Der Zeugwart muß heute zwar nur Rad fahren... trotzdem wird das für einen Erkältungsanflug reichen. Ich hoffe, es haut ihn nicht zu sehr aus den Radschuhen...

Freitag, 22. August 2014

Eisgekühltes Schwimmen

Wir verbringen ein paar Tage in der Nähe von Osnabrück, weil unsere Steinheimer Triathlon Homestay Familie vom letzten Jahr ein besonderes Familienfest begehen kann. In NRW ist nämlich Einschulung und weil der Zeugwart ein großer Bastler ist hat er sich an der Schultüte gütlich getan. 



Und weil eine Einschulung auch ein besonderer Tag in einem Kinderleben ist, nehmen wir uns frei und verbringen ein paar Tage im Norden.

Und der gibt sich wirklich alle Ehre gerade auch temperaturmäßig jedem -und wirklich ausnahmslos jedem- Vorurteil gerecht zu werden. Als wir heute früh aufbrechen, um das neue Schulkind zur ersten Stunde zu begleiten, nutze ich die Gelegenheit und mache einen Abstecher ins Freibad.

 
Hier zahlt man beim Schwimmmeister, weil die Kassenfrau um diese Uhrzeit noch nicht mit Anwesenheit glänzt und bekommt gleich ein paar Auskünfte zur Wasserqualität, zu Öffnungszeiten und zu generellen Verhaltensweisen am Pool. Das Schwimmen mit Neoprenanzug ist zum Beispiel ausdrücklich gestattet und Sportler sieht man hier gerne, sagt der Schwimmmeister. Und außerdem sagt er auch, dass er mich für mein gezahltes Eintrittsgeld nicht zeitlich einschränkt. Ich darf so lange schwimmen, wie ich es im Wasser aushalte. Die Temperatur sei allerdings derzeit weniger verlockend und läge ein Stück unter 20°C.
 
Ich ziehe mich also um und bin schon beim laufen zum Becken froh über den Neo. Hier kümmert sich der Norden wirklich ausgiebig und hat auch noch Wind am Start. Bei den zwei Schritten, die ich barfuß über den Boden mache, weil ich die Schlappen schön ordentlich in die Reihe der bereits abgestellten ablege, halte ich vor Kälte erst mal die Luft an. Ganz schön frisch. Wer kommt halt auch drauf bei 10°C ins Freibad zu marschieren? Dazu möchte ich weiter nichts schreiben.
 
Ich schwimme mich erst mal ein und versuche warm zu werden. Im Neo sollte das eigentlich kein Problem sein. Meint man so. Aber ich werde eines Besseren belehrt. Zügig. Das Wasser ist eiskalt. Gut, dass der Arzt die Schwimmzeit mit Beinen merklich eingeschränkt hat und ich so ganz prima nach 30Minuten aus dem Wasser steigen kann. Mir ist nun aber auch ordentlich frisch. Eisgekühltes Schwimmen ist nicht so wirklich meins. Ich beeile mich in die Schlappen zu kommen und den kalten Platten zu entfliehen. Wenn ich hier fest friere gibt es nur den Schwimmmeister, der mich retten könnte... und wer will das schon?
 
An der Bank angekommen muß ich erst mal vor Kälte durchschnaufen. Ein paar Damen älteren Semesters stellen sofort fest, dass ich neu bin, nicht von hier und befragen mich, ob ich denn wohl in Zukunft öfter vorstellig werde. Wahrscheinlich schwimmen die normalerweise auf Bahn 4 und sind froh, dass ich nun abdampfe, weil ich die quasi unschwimmbar gemacht habe. Immerhin habe ich garantiert rumgespritzt. Oder sowas.


Nachdem ich es dann in die Dusche und in die Umkleide geschafft habe, bin ich froh, dass mein Schwimmrucksack automatisch auch immer mit einer ordentliche Mütze ausgestattet ist. Die gehört bei Schwimmrucksäcken quasi zur Basisausstattung. Bei mir zumindest. Und wieder einmal bestätigt sich, das das gar nicht so unschlau ist, weil der Norden es auch schafft, dass der Vormittag ähnlich kalt ist, wie der frühe Morgen, als ich losmarschiert bin.




Mittwoch, 20. August 2014

Lichtblogger

Ich freue mich so! Im Juli habe ich mich beworben und hatte offensichtlich so richtig Glück, denn mein Blog gefällt und  LED Lenser hat mich deshalb ausgewählt und zukünftig darf ich derren Produkte als Lichtblogger testen. Das finde ich klasse. Gerade aus dem Grund, weil der Zeugwart, der seinem Namen selbstverständlich auch im Bezug auf Licht alle Ehre macht, ein guter Mittester ist.
 
Ich freue mich auf Licht zum laufen, weil ich das bestimmt mit dem heilenden Knie bald wieder kann und die dunkle Jahreszeit ja wie geschaffen ist für Licht. Außerdem freue ich mich auf Licht zum Fahrrad fahren, weil mein neues alltagstaugliches Fahrrad bisher keine Beleuchtung hat und ich im Wald natürlich auch etwas sehen muß. Und ich freue mich auf Licht zum suchen... weil ich in letzter Zeit öfter mal in dunklen Ecken rumstöbere. Warum auch immer. Licht trägt meistens zus Klärung bei.
 
Ich bin gespannt, wie der Produkttest abläuft und wann es genau los geht. Bisher gab es nur  eine Vorabinformation... so zur wochenmittigen Freude.

Klebeabwechslung

Strohhalme können ja besonders gut schwimmen und weil ich ja prima einfach so auf dem Wasser liegen kann, scheint das mit den Strohhälmen genau mein Ding zu sein. Immer wenn also ein Tape abgeht, klebe ich neu. Dabei wechsel ich nicht nur Farben, wie man auf diesem Foto schön sehen kann, sondern ab und an auch die Methodik. Vom Prinzip her geht es bei dieser Taperei ja "nur" darum, den Hautrezeptoren das Gefühl zu vermitteln, dass am Knie was ist. Und die nehmen dann Kontakt mit meinem Gehirn auf, damit das sich dann kümmern kann.
 
Das Gehirn schickt dann Lympe und ordentlich Blut zum Knie, und beides räumt auf. Mit der Schwellung, mit der Taubheit und mit dem wabbeligen Gefühl.

 
 
 
Und was soll ich sagen... ich merke tatsächlich eine Besserung. Die könnte natürlich auch von der Faszienrollerei mit der Black Roll kommen, die ich mindestens einmal am Tag mache. Oder eben, weil mein Knie vielleicht doch endlich die Kurve bekommt? Ich will mir jetzt mal nicht zu viel Hoffnung machen, aber das wäre ja tatsächlich der absolute Hit. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sich das Knie so ohne Problem anfühlt. So lange zwickt und zwackt es schon, dass ich die Beweglichkeit und die Schmerzfreiheit offenbar vollkommen verdrängt habe.
 
 

Montag, 18. August 2014

Nach Strohhalmen greifen

Ganz dem Ratschlag des Arztes folgend wird mein Knie weiter geschont. Es erlebt keinerlei Stossbelastung und ich werde eher mal nass bis auf die Haut (natürlich durch alle Klamottenschichten, macht ja sonst keinen Spaß), als dass auch nur ein winziger Stoß die Kniegenesung stören könnte. Der Anschiss hat gesessen und ich bin ja jung, dynamisch und vor allem lernfähig. 

Und deshalb tape ich das Knie auch fleißig, genau wie es der beratende Physiotherapeut gesagt hat. Irgendwann greift man oder Frau eben nach dem vermeintlich letzten Strohhalm. Also werden die Zeugwartschen Tapevorräte angegangen und ohne großartig auf die Farbgebung zu achten, geht's auch schon rund um die Uhr los. 


Ich bin mir tatsächlich etwas unsicher, wie meine Haut auf die Dauerbeklebung reagiert, aber wahrscheinlich ist das eine wesentlich kleinere Baustelle, falls es überhaupt eine wird. Über ungelegte Eier mache ich mir besser mal keine Gedanken. Es ist ja nicht so, als hätte ich nichts um was ich mich kümmern könnte.
 
Zusätzlich zur fröhlichen Kniebeklebung rechts gab es vom beratenden Physiotherapeut auch noch den Hinweis, die Faszien im Bein zu bearbeiten. Dafür sind wir natürlich auch bestens ausgestattet und so rolle ich mich also ab sofort mehr schlecht als recht und wirklich mühsam über das haushaltseigene Exemplar. Ich berolle den Oberschenkel vorne und hinten und die Wade.

 
 
Die Black Roll ist also ein weiterer Strohhalm der zum Einsatz kommt.


Samstag, 16. August 2014

Puls daneben

Der Sommer ist vorbei. So scheint es mir zumindest. Draußen sind es 16°C und wir haben mitten am Tag. Außerdem sieht es nach Regen aus. Das alles zusammen ist eine wunderbare Vorraussetzung um  auf der Couch zu bleiben und den Tag gemütlich anzugehen. Für andere. Für uns nicht. Wir sind irgendwie anders, als die anderen und deshalb ziehen wir uns an und sind sportlich. Draußen. 

Der Zeugwart läuft heute und weil ja für das Knie jede Stoßbelastung vermieden wird, fahre ich ihm mit dem Crosser hinterher. Oder vorneweg. Wir sind auf jeden Fall gemeinsam unterwegs. Der Zeugwart ist noch immer unheimlich fit. Ich glaube, diesen Vorsprung werde ich in meinem ganzen verbleibenden Sportlerleben nicht mehr aufholen können. Bemüht man sich nämlich zu sehr, dann kommt ganz sicher irgendeine Überlastungsverletzung... das habe ich ja schon tausendmal gehört. 

Er rennt also wie der Teufel und ich bin jedes Mal, wenn ich vermeintlich weit nach vorne gefahren bin, total überrascht, wenn er doch wieder nur kurz hinter mir ist. Und ich fahre -selbstverständlich- ordentlich schnell. Für dieses Bild bin ich extra vorgefahren, um dann anzuhalten und ein Bild zu machen. Und bis ich das alles sortiere und hinbekomme, ist der Zeugwart vorbei gelaufen und ich schaffe es gerade noch so abzudrücken, ehe er gar nicht mehr zu erkennen ist. 


Also, nichts wie hinterher. Ist so ein bisschen wie Hase und Igel bei uns heute. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Der Zeugwart beschäftigt sich damit sicherlich gar nicht, für ihn ist das normal, nehme ich an. 

Der Zeugwart nimmt heute die TomTom Runner Cardio mit auf die Laufrunde. Er trainiert sonst, außer in meiner Begleitung natürlich, mit der Suunto Ambit 2 und so wird die TomTom Uhr heute gleich mit der Ambit 2 verglichen. Beide Uhren finden flott GPS und Puls, wobei die Ambit leicht vorne liegt und der Puls bei TomTom 10Schläge niedriger liegt. Und irgendwie bleibt die Abweichung den ganzen Lauf mehr oder weniger stark erhalten. Manchmal hat der Zeugwart rechts 20 Pulsschläge pro Minute mehr als links. Dabei sieht er aber ganz normal aus und läuft auch total gleichmäßig. Irgendeine Uhr tickt also falsch. Ganz klar. 

Wir sind rechtzeitig für das ansonsten geplante Samstagsprogramm zurück zu Hause und starten gefühlt voll durch. Immerhin gilt es noch einen Nudelsalat vorzubereiten, weil heute Abend ein Kampfrichtergrillen ist und  auch ansonsten ist so ein Samstag immer gespickt mit Sachen, die es zu tun gibt. 

Beim Kampfrichtergrillen wird sich im illustren Kreis der Kampfrichter getroffen und geklönt. Natürlich wird keiner von uns gegrillt, auch wenn die Aussage eindeutig, zweideutig ist. Wie immer haben wir sofort Gesprächsthemen und während wir auf gar keinen Fall hungrig bleiben, weil es einfach viel zu viele und sehr leckere Sachen gibt, erfahren wir auch allerlei Neuigkeiten aus Natur, Politik, Forschung und natürlich Sport. So ist einer von uns bekennender Sockenfahrer, einer kennt lustige Schafe, die am Hang leben und wieder einer kann mit beeindruckendem Wissen über Sprühfarbe, Selbstbräuner und dunklen Hausstaub, sowie Milben mit Allergien aufwarten. Es ist wirklich ein schöner Abend.  

Als wir wieder zu Hause sind, bin ich über die Stille bei uns daheim froh... der Hausstaub hat keinen Grund zu niesen, denn Selbstbräuner verwende ich nicht. 

Freitag, 15. August 2014

Fotostrecke Tough Mudder 2014

Was eine Freude! Die Fotografen haben tatsächlich noch einige -in meinen Augen unfassbar gute- Bilder zur Veröffentlichung frei gegeben! 



























Und zum Abschluß noch mein absolutes Lieblingsbild aus dieser Reihe:


Alle Fotos wurden von Zafer Tecer oder Andreas Bahlke gemacht.
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