I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Samstag, 13. Juli 2013

Tough Mudder Fursten Forest

Nachdem sich beim Steinbecker Triathlon der Homestay als äußerst praktisches und angenehmes Übernachtungsmittel herausgestellt hat,wählen wir für das nächste nordische Event in unserem Kalender nicht die Gleiche, aber doch eine ähnliche Übernachtungsform. Und weil ein Homestay meist mit einer äußerst fürsorglichen Crew ausgestattet ist, bekommen wir heute um 7:30h Frühstück mit Ei und können uns dann ganz gemütlich auf in den Fürsten Forest machen.

Dort, im nordischen Fürstenau,findet heute Tough Mudder statt, ein Hindernislauf der Extraklasse.
Die Parkplatzsituation ist zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig und fördert den bei diesem Event noch so oft gepriesenen Teamgeist in einer besonderen Art und Weise. Autos mit weniger als drei Personen zahlen 10EUR Parkgebühr. Das habe ich im Vorfeld nirgends gelesen und ich muß zugeben, ich bin negativ überrascht. Vom Parkplatz aus fahren kostenlose Shuttlebusse zum Eventgelände und zwar bis direkt vor den Eingang.

Nachdem wir auf dem Eventgelände eingecheckt haben sondiert der Zeugwart erst mal die Lage. Das Start-und Ziel Gebiet ist mit vielen Fressbuden, Umkleidezelten, Gepäckaufbewahrung, unendlich vielen Toilettenhäuschen und einem ersten Hindernis die Basis dieses Abenteuers. Da die erste Startgruppe bereits auf die Strecke gelassen wurde, ist am Eiswasserbecken auch gleich jede Menge los. Die Menschen schieben sich, nicht nur auf der Strecke, sondern auch im Zuschauerbereich. Man kann hier an jedem Hindernis auch ohne Probleme vorbei laufen, aber von dieser Startgruppe scheint das keiner zu wollen. Es geht um nichts, nur die Schweinehunde müssen anscheinend ordentlich abgekühlt werden. Jeder wie er möchte eben.



Am Ende des Eiswasserhindernisses steht ein wunderbares Schild...


Da das Ziel ebenfalls auf diesem Areal ist, schauen der Zeugwart und ich uns das auch gleich an. Hier ist zwar heute noch keiner rein gelaufen, aber –weil es mit einem Stromkabelhinderniss dekoriert ist- zieht es die Neugierigen schon jetzt an. Obwohl sie sowieso noch hindurch müssen, gibt es schon jetzt Athleten, die gleich mal antesten ob wirklich Strom da ist.

Tough Mudder wird in Wellen gestartet. Alle halbe Stunde wird eine Startbox an Menschen auf die Strecke gelassen.


Die nächste Startgruppe ist bereits in die Startbox geklettert. Hier gibt’s nämlich nicht einfach die Möglichkeit sich hinten anzustellen. Bei Tough Mudder klettert man über eine Wand aus Holz, die ein gutes Stück höher ist als ich groß bin, in die Startbox. Und der Moderator gibt gleich bekannt, dass jeder, der es nicht alleine über die Wand schafft, höchstwahrscheinlich noch nicht bereit sei für Tough Mudder. Alle anderen, die es ganz offensichtlich geschafft haben, weil sie sich in der Box befinden, werden nun auf die Regeln von Tough Mudder eingeschworen. Der Moderator hat seine Startgruppe gut im Griff und so werden der Teamgeist bestärkt und alle bestätigen mit einem laut gebrüllten Uuaaaaahhh, dass sie verstanden haben, dass es um die Gemeinschaft geht und das dies kein Rennen ist, sondern eine Herausforderung. Der Moderator fordert außerdem, dass alle bestätigen, dass sie verstanden haben, dass sie Hilfe leisten müssen, wenn sie gefragt ist. Alleine kommt hier keiner durch, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt macht sie stark.

Mich reißt der Moderator sofort mit und auch bei den Tough Mudder Anwärtern scheint seine Rede ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Sie brüllen ihr Uuaaaahhh und allen ist klar, dass Erste Hilfe, Rücksicht und Zusammenarbeit wichtiger ist, als Zeit und sich alleine durchzuschlagen.

Ich bekomme wirklich Lust selbst mitzumachen. Außer, dass ich es natürlich noch nicht mal in die Startbox schaffen würde. Mir geht’s eher um das  Gemeinschaftsgefühl. Direkt neben dem Start gibt es noch ein Hindernis, was zum Schluß, als vorletztes von den Teilnehmern bewältigt werden muß: der Everest.

Tough Mudder wirkt auf mich schon jetzt unglaublich anstrengend. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen den Everest zu bezwingen... und ich habe die 18km Wegstrecke mit den ganzen anderen Hindernissen noch gar nicht in den Knochen. 

Nachdem wir eine weitere Startgruppe auf die Reise geschickt haben machen wir es wie einige andere Zuschauer. Auf geht's in den Wald.

Wir folgen der Spur der Mudder’s und sind stets bemüht nicht umzuknicken oder in tiefe Löcher zu treten. Der Parcour geht hier im Fursten Forest durch ein Armeeübungsgebiet und ist dementsprechend uneben. Ich wäre schon nach den ersten 100m platt wie ne Flunder, nicht so die Teilnehmer. Wir passieren das Km2 – Schild und erreichen eine Pfütze. Hier geht die Strecke mitten durch und wie die Pfütze da so auf die Abenteurer wartet überlege ich mir, dass dabei die Schuhe ja ganz schön naß werden können. Wie unschön. Und weil ich so total naiv bin, aber lernfähig, kommen die ersten angerannt… unterschätzen die Tiefe und versinken quasi locker bis zum Bauch im Schlamm. Ich lach mich erst mal tot. Unglaublich was die Teilnehmer hier wegstecken und was die für einen Spaß dabei haben. Dass nur die Schuhe dreckig werden ist hier wohl wirklich das kleinste Problem.

Mittlerweile haben der Zeugwart und ich auch schon Lieblingsteilnehmer bzw. Gruppen, die uns immer wieder auffallen. Ganze Army-Einheiten scheinen sich für die Teilnahme angemeldet zu haben. Aber auch ganz normale Menschen… normal im Sinne von total fit, aber eben nicht bei der Armee. Als unfitter kommt man ja noch nicht mal in die Startbox rein. Durchtrainiert ist hier jeder. Ausnahmen gibt es da keine. Und jeder kämpft um jeden Meter und niemals gegen einen Mitläufer. Besonders auffällig ist das für mich am Hindernis-Hang mit dem freundlichen Titel Cliffhanger. Von der Seite, auf der ich mich befinde sind es geschätzte 2,50m Hang. Von der anderen Seite geht es tief runter… bestimmt 15m. Die Teilnehmer müssen sich mit Hilfe von Wurzeln und ihren Mitmuddern hier hoch kämpfen. Während wir warten können wir beobachten wie eine Armyeinheit den Hang ganz locker bewältigt, weil einer eine Leiter vortritt und 12 hintendran bleiben und seinen Weg nachgehen. Und wir beobachten beeindruckende Teamszenen bei denen sich Männer als Kletterhilfe anbieten: „Du darfst Dich an fast allem an mir festhalten.“ Oder sich extra noch mal runter lassen und ihre Mitstreiter mit den Worten „grab my leg“ unterstützen. Eine Gruppe von Herren wartet sogar auf wildfremde Mudders, weil den Herren klar ist, gehen sie weg, hilft von oben keiner mehr. Der Hang wäre verlassen. Also warten sie. Ich finde das wunderbar.
 

Wir laufen weiter, sehen wie viel Spaß auch die anwesenden Sanitäter haben, weil sie mit ihren M-Klassen querfeldein kurven dürfen, und landen beim Fire Walker. Hier brennts, das sieht man schon von weitem und die Teilnehmer springen über das Feuer drüber in einen Wassergraben rein. Jeder springt. Ich bin beeindruckt. Und es wirkt auf mich so, als hätten hier die Feuerwehrmänner auch richtig ihren Spaß. Dieses Event ist eben etwas ganz besonderes.

Der Zeugwart und ich laufen den Teilnehmern hinterher, passieren die Mud-Mile 


in der etwas Wasser fehlt und betrachten uns „Walk the Plank“. Hier fragt sich der Zeugwart, warum alle Frauen schreien müssen, wenn sie ins Wasser springen… und ich frage mich, warum alle Männer das nicht tun. Und wie ich so darüber nachdenke, woran es wohl liegen könnte, fängt eine Gruppe von Crossfittern an, Burpees zu machen. Das tun sie einfach so lange, bis alle von ihrer Gruppe das Hindernis überwunden haben. Offensichtlich sind die anstrengenderes gewöhnt.


Überhaupt sehe ich hier viele Crossfit- Gruppen. Man könnte also durchaus mal einen Kurs anbieten: in 12 Wochen fit für Tough Mudder oder sowas. Das wäre sicherlich ein Verkaufsgarant. Und zum Schluß startet der ganze Kurs bei dieser Veranstaltung. Das wäre doch gigantisch. Aber ich bin heute nicht hier um mir neue Werbesachen für Crossfitboxen auszudenken. Heute bin ich Zuschauer und sauge den Teamgeist und den Ehrgeiz der Teilnehmer auf wie deren Klamotten den Schlamm. Mittlerweile haben die Mudder schon rund die Hälfte der zu absolvierenden 18km Wegstrecke hinter sich… und weil es so schön ist, tragen sie nun noch ein paar Baumstämme durch die Gegend. Der Zeugwart und ich kürzen ab. Ohne Baumstamm. Wir nehmen ein paar kleine Umwege in Kauf, sind nochmals total fasziniert vom Boa Constrictor Hindernis, bei dem die Teilnehmer durch dunkle Röhren, die nicht frei von Wasser und Schlamm sind, kriechen müssen. Das letzte Stück Röhre geht bergauf, auch hier ist ohne Teamgeist nichts zu holen. Schon mit Teamgeist ist das ein schwieriges Hindernis. Aber machbar. Ganz offensichtlich.




Wir laufen in Richtung Everest und Ziel. Und weil wir manche Teilnehmer mittlerweile fast lieb gewonnen haben, freuen wir uns natürlich umso mehr, als wir sie an diesen letzten Hindernissen sehen. Die Kräfte lassen bei den Teilnehmern mittlerweile deutlich nach, nicht bei allen, aber doch bei einigen. Und trotzdem wird jedem geholfen.

Der Zieleinlauf geht durch Mark und Bein. Mir vor Emotionen, den Teilnehmern vom Strom, der in lauter Kabeln von oben runterhängt. Die Tough Mudder Teilnehmer bekommen ein Finishershirt und ein Stirnband. Alle sind Sieger und alle sind unglaublich eingesaut. Während der Zeugwart und ich noch etwas zum Mittag essen blicken wir auf viele dreckige, aber glückliche und sehr zufriedene Gesichter. Das Areal, das vorhin noch relativ leer war, liegt nun voll mit erschöpften Teilnehmern.
Und alle sind irgendwie Helden. Weil sie den Parcour geschafft haben, weil sie –und das ist das Besondere in der heutigen Zeit- Wert darauf gelegt haben, dass alle mitkommen und weil sie das Wohl aller und den Erfolg ihres Teams über ihre eigene Zeit gestellt haben. Events wie dieses, ohne Zeitnahme und mit der Vorgabe, dass es um den Teamgeist geht, sollte es viel mehr geben. Und wenn die Hindernisse nicht ganz so groß wären, würde ich vielleicht auch selbst mal mitmachen… wenn ich genug trainiert hätte.
 

Donnerstag, 11. Juli 2013

Mit Elan geht's los

Damit so ein Lebensjahr sich auch gleich an das gewöhnen kann, was nun vermehrt auf es zukommt, gehe ich heute schwimmen. 

Beim Schwimmen werden zwar keine Wettkämpfe gewonnen, aber es ist trotzdem nett, nicht so langsam zu sein, dass man (oder eben ich) durch ins Brust schwimmen verfallende Krauler getreten wird. Ich möchte mich zukünftig eher Mitte-Vorne im Athletenfeld aufhalten, soviel ist sicher. Nicht, dass da nie jemand Brust schwimmt, aber die Wahrscheinlichkeit ist sicherlich durchaus geringer als hinten. Also muß ich öfter mal schwimmen. Von nichts kommt nichts, ganz klar.

Diese Woche wässere ich mich daher schon zum zweiten Mal. Einmal quasi letztes Lebensjahr und einmal im Neuen. Herrlich.

Die Teamchefin bietet sich spontan zum Geburtstagsbegleitschwimmen an und weil sich kein anderer angeboten hat, ist der Platz selbstverständlich ihrer. Der Zeugwart schwimmt heute mehrfach die kleine Runde. Das sei mehr, als eine Große ist seine Begründung. Der Profiathlet schwimmt heute ebenfalls mit. Er betont allerdings, dass er nicht im Training ist und dass seine heutige Anwesenheit lediglich dazu dient, zu prüfen, wie dehnbar sein Neoprenanzug ist. Der kann offensichtlich einiges ab und so ist er zufrieden. 

Vor dem eigentlichen Beginn der Swimnight erfahren wir noch, dass es nach dem Schwimmtraining von Ironman alkoholfreies Bier für alle gibt und schon stürzt sich mein neues Lebensjahr zusammen mit der Teamchefin und mir in die Fluten. Wir schwimmen zuerst recht langsam, weil der Waldsee nicht wirklich warm ist, aber dann schwimmt sich’s ganz gut. Wenn das Wasser im Neo eine angenehme Temperatur erreicht hat, gehts. Und jedes Mal wenn ich hochschaue kommt die Boje tatsächlich näher und die Teamchefin ist auch noch da. Jetzt weiß ich natürlich nicht, woran das liegt. Macht sie langsam oder bin ich so schnell wie sie? … es gibt schließlich mehrere Möglichkeiten. Auf jeden Fall merke ich sofort den Unterschied, wenn ich nicht auf meine Technik achte.

Draußen warten die Vereinsmädels. Die gehen heute nämlich mit uns nach dem Schwimmen in die Tevere zum Essen. Dafür setzen wir die Bestellung schon altbewährt am Parkplatz ab und als wir dann mit geballter Kraft und großem Hunger in der Pizzeria eintreffen, stehen die ersten Essen bereits auf dem Tisch. Hier weiß man offensichtlich, dass wir unsagbar hungrig aus dem Wasser kommen. Toll.

Mittwoch, 10. Juli 2013

Der letzte Pausentag

Heute ist der letzte Pausentag im "alten" Lebensjahr. Der Trainer hat das zwar nicht ganz so geplant, aber ich habe die Woche den neuen Schwimmgegebenheiten angepaßt. Der Trainer kann schließlich nur wissen, was ich ihm sage oder schreibe. Er ist darauf angewiesen. Also war ich kurz selbst aktiv und habe umgeplant. 

Und so dachte ich, das "alte" Lebensjahr mit einem Pausentag abzuschließen kann keine ganz so schlechte Sache sein. Immerhin geht ein recht sportliches Lebensjahr zu Ende, das ich ganz locker mit einem sportlichen Ruhetag beschließen kann. Für das neue Lebensjahr, dass bald beginnt, geht's dann  auch gleich sportlich los. 

Morgen wird nämlich im See geschwommen, quasi eine Geburtstagsrunde, und am Wochenende sind wir bei Tough Mudder. Sportlicher geht ein Beginn für so ein Lebensjahr kaum. Obwohl ich natürlich die Prellung schone und bei Tough Mudder lediglich als Zuschauer vor Ort bin. Aber so ein Event ist sicherlich auch aus Zuschauersicht absolut sehenswert. 

Große Pläne gibt es für das neue Lebensjahr aus sportlicher Sicht. Ich würde immer noch sehr sehr gerne bei der Mitteldistanz in Köln starten und ins Ziel kommen. Derzeit zweifle ich immer mal wieder, wegen der Prellung, aber es ist ja auch noch etwas Zeit. Und wenn das nicht klappt, dann mache ich bestimmt eine andere in diesem Lebensjahr. Eine soll es auf jeden Fall werden. Das wäre toll! 

Dienstag, 9. Juli 2013

Arena läuft

Als der Trainer mich fragte, wie lange ich pro Tag Zeit fürs Training hätte, habe ich tollkühn und vollkommen unüberlegt 1,5Stunden pro Werktag angegeben. Außer natürlich, wenn's ums Schwimmen geht. Da habe ich nur 1 Stunde eingetragen. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen länger zu schwimmen, von daher war das klar. Am Wochenende habe ich längere Stundenanzahlen eingetragen, also paßt das dachte ich. 

Heute steht auf dem Trainingsplan, dass ich 1:15 Std. laufen soll. Nach der Arbeit lief ich bisher so 30, maximal 40 Minuten. Das war dann aber schon das Äußerste der Gefühle. Länger zu laufen, nach der Arbeit ist nur was für ultrasportliche, die ihren Schweinehund gut im Griff haben. Und ab sofort scheine ich dazu zu gehören. 

Nachdem ich noch einen interessanten Bericht über den Frankfurt Marathon gesehen habe, ziehe ich den Arena Einteiler an und laufe los. Ich laufe mit Pulsuhr, weil der Trainer schreibt die Belastung soll GA1 sein. Und ohne Pulsuhr laufe ich oft schneller als GA1, obwohl es mir trotzdem wie GA1 vorkommt. 

Ich bin also heute eine Weile unterwegs, 1:15Std. muß ja auch Streckenmäßig erst mal abgearbeitet werden. Deshalb laufe ich heute eine andere Runde als normalerweise. Normal hat ja auch ein Ende, da bin ich ja nach 30Minuten wieder daheim. Heute habe ich nach 30Minuten noch nicht mal die Hälfte. Ich laufe mit Musik und das lenkt gut ab. Außerdem ist die Strecke eben eine andere, so dass ich auch gut was zu schauen habe. 

Ich laufe in der prallen Sonne bis zum Wendepunkt und dann zu 90% im Schatten wieder zurück. Wir haben heute über 30°C, aber der schattige Rückweg hat außerdem etwas Wind vorbereitet. Das paßt natürlich hervorragend. Der Arena Anzug ist hervorragend bei diesen Temperaturen. Ich schwitze zwar ordentlich, aber der Anzug ist nicht zum auswringen nass. Er fühlt sich auf der Haut sehr angenehm an. 

Ich habe einen schwarzen Sport BH drunter, so dass ich den Reißverschluß ohne Hemmungen auch ein Stück auf machen kann um mehr Luft an die Haut zu lassen. Allerdings ist der Unterschied gar nicht so groß zu merken. Reißverschluss zu oder auf ist also fast egal. Zumindest für mich. Der Anzug fühlt sich  auf der nass geschwitzten Haut wirklich gut an. 

Als ich heim komme, hat der Zeugwart bereits das Abendmenü vorbereitet. Es schmeckt total prima. Bei 1:15Std. hatte er viel Zeit zum vorbereiten, und jede Sekunde hat sich gelohnt. 

Montag, 8. Juli 2013

Drehwurmfrei

Ich wache heute Morgen auf und spüre jeden Muskel meines Körpers. Wie kann das sein, wo ich doch eigentlich gestern nichts gemacht habe, außer ein bischen anfeuern und den Ironmännern und –Frauen ein bischen Abwechselung auf die Strecke bringen. Aber es war spät und vielleicht möchte mein Körper einfach in meinem Alter mehr Ruhe? Egal.

Heute wird geschwommen, denn dank der Sommerferien haben wir nun eine Bahn draußen im Freibad. Das bedeutet auch, dass die Bahn 50m lang ist. Ich habe heute einen Schwimmplan vom Trainer bekommen. Ich bin schier begeistert, weil das bedeutet, dass ich mir nichts ausdenken und auch nicht spontan einfach mal entscheiden muß was ich denn nun als nächstes schwimme. Ich habe einfach genaue Vorgaben, was zu schwimmen ist und dann schwimme ich auch.

Einschwimmen steht auch mit drauf. Warum man sich einschwimmt ist mir genauso unklar, wie dass man sich einläuft oder ausläuft. Klar, wird es auch beim Laufen und sogar auch bei mir irgendwann von unrund zu rund und das markiert dann wohl den Zeitpunkt des eingelaufen seins. Andererseits müßte ich mein Lauftraining dann jedes Mal richtig lange machen, weil ich mindestens 4km brauche, bis ich von unrund zu rund übergelaufen bin. Aber wenn Einschwimmen auf dem Plan steht, dann mache ich das natürlich. Der Trainer macht seinen Job ja nicht zum ersten Mal und ich will schließlich schwimmen und mich nicht langweilen.

Nach dem Einschwimmen muß ich 3x400m kraulen im GA1 Bereich. Dazwischen mache ich immer 1 Minute Pause. Ich schwimme 9:25Min. , 9:35Min. und 9:20Min. und stelle fest, dass eine ganze Minute Pause extrem lang sein kann. Sonst kommt mir das nicht so vor. Die 400m schwimmen sich leicht. In diesem 50m Becken bekommt man auch keinen Drehwurm. Das Ausschwimmen mache ich als Kraul- Brust – Mix.

Die Vereinsmädels, die uns netterweise heute muskelkatergeplagt ins Training begleiten, erzählen uns nach dem Training noch ihre ganz persönliche Ironmangeschichten. Allerdings natürlich längst nicht alle. Dafür ist die Zeit zu knapp. Aber ich kann mir ausgiebig ihr Finishershirt betrachten, dafür reicht die Zeit. Ich finde es außerordentlich hübsch. Aber wer so eine tolle sportliche Höchstleistung absolviert, sollte dafür auch mal mindestens so ein super T-Shirt bekommen. Ich würde es höchstwahrscheinlich vor Stolz nicht mehr ablegen…

Sonntag, 7. Juli 2013

Ironman - Der Stolz bleibt.

Als es früh morgens bei uns zu Hause klingelt, weil die Teamchefin, der Profiathlet und das Sportkind den Zeugwart für die morgendliche Party am Langener Waldsee abholen, habe ich es gerade erst in meine Hose geschafft. Meine Arbeitsmontur habe ich noch nicht an. Ich habe allerdings auch noch 45Minuten Zeit, bis ich losfahren muß. Unser Treffpunkt ist um 7h. 

Da bin ich dann auch überpünktlich, nachdem ich mein Auto logistisch äußerst günstig geparkt habe. Heute habe ich eine Kühltasche mit diversen Getränkeflaschen im Auto, außerdem Wechselschuhe für den Zeugwart, Wechselklamotten für mich und natürlich Sonnencreme zum nachschmieren. Es wird ein langer Tag für uns und es ist immer gut entsprechend nachladen zu können. Gerade mit Getränken und Sonnencreme. Für Frankfurt sind heute knappe 30°C angesagt. Von Regen keine Spur. 

Mein Partner auf der Radstrecke ist heute eine alte BMW und ihr Fahrer. Wir verbringen heute viele Stunden miteinander und verstehen uns ganz gut. Während ich noch am Treffpunkt stehe, sind am Langener Waldsee längst alle Athleten im Wasser und der Zeugwart und die Teamchefin sorgen vor Ort für Stimmung. Leider scheint es auch ein paar Morgenmuffel an den See verschlagen zu haben, die sich nicht damit anfreunden können, dass anfeuern mit etwas Lautstärke verbunden ist. Aber weil es heute den ganzen Tag nicht auf Morgenmuffel oder andere Streckensteher ankommt, sondern auf die Athleten lassen sich der Zeugwart und die Teamchefin nicht beirren. So einfach ist das. 

Die ersten Athleten schießen aus dem Waldsee und an der lärmenden Menge vorbei. Und dann sind sie gefühlte Sekunden später schon in der Stadt und auf dem Weg in die Wetterau. Der Asphalt hat noch eine recht angenehme Temperatur, obwohl wir schon über 20°C haben. Die Athleten kommen heute in recht großen Gruppen auf die Strecke. Entweder alle haben das Schwimmtraining schleifen lassen, oder alle haben Schwimmen gut trainiert. Die Zeiten scheinen sich auf jeden Fall sehr zu ähneln, sonst würde sich das Radfeld weiter auseinander ziehen. 

In der Wetterau ist die Stimmung heute hervorragend. Man merkt das gute Wetter. Die Menschen kommen auf die Straße. Ich habe gut zu tun auf der Strecke. Nicht nur, dass die Athleten auf der Radstrecke des öfteren auf das Reglement hingewiesen werden müssen, auch hier ist es irgendwie wie gestern und ich beantworte zahlreiche Fragen. Man möchte meinen, dass die Athleten auf der Radstrecke eher mit Pedale treten und Nahrungsaufnahme beschäftigt sind, aber nein. Einige wollen lieber während ihres Wettkampfs noch ein paar Fragen beantwortet wissen. Oftmals kommt einem ja auch erst während der Situation, was einen beschäftigt... und dann gilt es eben gleich zu klären, ob das was einem da in den Sinn kommt, auch Regelkonform ist. Ich stelle also fest: es wäre wirklich schön, wenn sie die Athleten vor dem Wettkampf mal die Sportordnung durchlesen. Allerdings trainiert ein Ironman auch gefühlt rund um die Uhr, so dass ich auch wieder verstehen kann, dass das Hauptaugenmerk eben nicht auf der Sportordnung liegt. Trotzdem gehört die ja doch wieder zum Wettkampf, wie das Training eben auch.


Samstag, 6. Juli 2013

Gerne zu mir.

Die Ironmanwoche läuft und heute ist also der Samstag. Ging –wie jedes Jahr- schneller als gedacht. Aber diese komplette Woche ist für mich ja immer so ein bischen wie Weihnachten und da ist es ja auch oft so, dass das eigentliche Fest dann plötzlich und doch irgendwie unerwartet da ist. Ich bin heute beim Check in tätig und fahre, weil ich Frühschicht habe, entsprechend früh zum See. Der Check-In beginnt um 10Uhr. 
Einige Athleten warten über eine halbe Stunde ehe der Check-in, bei dem die Räder und die Radhelme auf ihre Ironmantauglichkeit geprüft werden, öffnet. Da merkt man schon wie aufgeregt die Menschen vor so einem Ereignis sind. 

Ich bin ruhig und besonnen. Das kommt bei den Athleten oft am besten an. 

Im Getümmel sehe ich den Flitzer, er ist im Teamoutfit nicht zu übersehen. Ihn kann nichts erschüttern. So sieht es zumindest für mich aus. Allerdings kann ich jedem Athleten und damit eben auch dem Flitzer nur bis vor die Stirn schauen. Ich checke ihn ein. Man merkt, dass er Erfahrung hat, Aufregung ist keine spürbar. 

Aufgeregt sind die meisten Athleten wirklich genug, haben Bedenken, ob sie alles gepackt haben, ob alle Utensilien im richtigen Beutel (immerhin gibt es derer ja drei  Stück) verstaut sind  und wollen ihre gefühlten 1.000 Fragen noch platzieren. Das ist mir immer das Liebste. Ich strahle gerne Ruhe aus und beantworte gerne Fragen rund um diese Veranstaltung. Und den Athleten fällt jede Menge ein:
  • Ob sie zum Beispiel ihren roten Laufbeutel auch erst morgen abgeben können. Das geht natürlich nicht, alle roten Beutel werden heute Abend bereits in Richtung Wechselzone transportiert, immerhin müssen sie ja auch noch sortiert und aufgehängt werden.
  • Oder ob es geht, dass sie ihren Neoprenanzug nach dem Schwimmen mit einem Bügel zum Trocknen aufhängen, weil sie ja sonst einen nassen Neoprenanzug im Flieger hätten, wenn sie am Montag heim fliegen.
  • Ein Herr fragt mich, ob seine Begleiterin mit in die Wechselzone kommen kann. Als ich verneine und sage, dass nur Athleten die Wechselzone betreten dürften, fragt er mich, wo er hier am See noch schnell für sie ein Athletenbändchen besorgen kann, Geld würde keine Rolle spielen.
Und wie ich mich so durch den Tag hangle, von einer lustigen Begebenheit zur nächsten und dabei in jede Menge aufgeregter, aber weitesgehend gut vorbereiteter Athletengesichter blicke, stehen sie auf einmal vor mir. Die Vereinsmädels. Gut sehen sie aus und die Hände bleiben ruhig, als sie mir Ihre Rädchen für den obligatorischen Bremsencheck in die Hand drücken. Alle Beutel sind natürlich ebenfalls richtig gepackt und mitgebracht. Da kann ja morgen mal überhaupt nichts schief gehen. Das paßt hier alles.

Dann möchte noch Marino, der Vorjahressieger, sein schnelles Rad loswerden. Der Profieingang zur Wechselzone ist aber belegt, so dass er als Ausweichmöglichkeit auf den Eingang zurück greift, den ich bewache. Das ist doch mal eine super Idee! Da freue ich mich natürlich... und habe spontan eine Fernsehkamera auf mir. Marino bekommt keine Sonderbehandlung und nimmt's total gelassen. Toll. Ich wünsche ihm, wie jedem meiner heutigen Athleten, ein tolles Rennen und schon ist er drin in der Wechselzone. 
Als mein Dienst irgendwann zu Ende ist, weil ich abgelöst werde, schlendere ich noch mal am See entlang. Hier beginnt also morgen das große Abenteuer der Vereinsmädels. Obwohl es eigentlich längst begonnen hat und morgen nun eigentlich „nur“ einen vorläufigen Höhepunkt findet. Die Mädels sind noch da und laufen mit mir zusammen zurück zum Auto. 

Mit einer letzten Umarmung wünsche ich den Beiden für morgen alles Gute und ganz viel Spaß und Erfolg. Unsere letzte Umarmung auf sportlich fast gleicher Ebene. Wenn ich sie dann am Montag beim Schwimmtraining sehe, werden sie ganz gewiss beide Ironwomen sein. Und ich platze dann einfach vor Stolz.

Freitag, 5. Juli 2013

Irgendwie ein Teil.

Die Spannung steigt und dabei bin ich, wie in jedem Jahr, nur halb involviert. Obwohl, dieses Jahr vielleicht Dreiviertel involviert, weil ich mit unseren Vereinsmädels einfach ein kleines bischen mehr Ironmanluft schnuppern durfte als in den Jahren zuvor. 

An der Strecke zu stehen und den Athleten zuzujubeln ist sowieso das Allerbeste. Darüber geht für mich eigentlich kaum etwas. 

Außer eben die Athleten zu begleiten. Ein Teil ihres Ironmanlebens zu sein. Das durfte ich in diesem Jahr das erste Mal so richtig erleben und habe jede Sekunde genossen. 

Bei den Vereinsmädels war ich als Trainingsbegleitung immer gerne gesehen. Auf dem Rad, beim Schwimmen und beim Laufen. Sie haben mir immer das Gefühl gegeben, dass ich dabei sein kann, dass ich erwünscht bin und dass ich damit ein Teil dieses Ironmans werde. Und zwar eben ein ein klein bischen größerer Teil als die letzten Jahre. 

Bei den langen Läufen der Vereinsmädels haben ich mich einfach eingeklinkt, bin einen Teil mitgelaufen und habe dann wieder aufgehört. Die Radeinheiten der Mädels konnte ich selbstverständlich nicht alle begleiten. Dafür hätte meine Kondition gar nicht gereicht. Aber auch hier war ich eine gern gesehene Begleitung bei den Vereinsmädels. So haben sie wenigstens regelmäßig ihre Päuschen bekommen, weil sie auf mich gewartet haben. Das war vielleicht auch was wert? 

Dieses direkte Miterleben des Training mit seinen Höhen aber auch mit seinen Tiefen war für mich ganz toll. Ich habe das wirklich sehr genossen. 
Danke dafür! Ich bewundere Eure Durchhaltekraft. Für mich ist es schon irgendwie schade, dass das Training jetzt schon vorbei ist. Aber ich kann verstehen, dass es irgendwann einfach soweit ist.  Vielleicht habe ich Glück und Ihr startet einfach nochmals... das würde mich sehr freuen. 

Ich wünsche Euch für diesen Start auf jeden Fall schon mal das Allerbeste. Ich weiß, dass das ein harter Kampf wird. Aber ich kenne Euch mittlerweile und weiß, dass Ihr Kämpfen könnt und wollt. Und zur Not am Sonntag eben werdet. Der Zeugwart und ich sind da. Genauso wie in den Trainingseinheiten... allerdings versuche ich dieses Mal komplett durchzuhalten. Bis zum Ende! 

Nachdem die Ironmanstarter gestern nun dem Night Run beigewohnt haben und das Ironmanwochenende damit irgendwie gestartet wurde, fahren der Zeugwart und ich heute auf die Messe. Schließlich ist der dortige Besuch schon obligatorisch. Der Zeugwart muß natürlich nach dem Neusten vom Neusten schauen, klar. Da ist der Name einfach Programm. 
Ich stöbere einfach nur gerne und bin ein Teil des Ganzen. Das reicht mir schon. 

Wir fahren heute mit den Mountainbikes zur Messe. Auf dem Trainingsplan steht nämlich, dass ich 1:30Std. Rad fahren soll. Das ist heute mit dem Rädchen nicht drin, aber mein Mountainbike ist ja fein gefedert und ich fahre wie auf Wolken. Es dauert zwar auch ewig... aber immerhin gefedert. Die Prellung ist sofort zufrieden. 

Beim Rudy Project Stand probiere ich gleich meinen zukünftigen Helm an. In Orange/ Schwarz würde der natürlich wunderbar zu den Teamfarben passen. Und am Kopf fühlt er sich ebenfalls gut an. Das ist ja bekanntlich noch eine Idee wichtiger, als die Farbe. 

Nachdem wir uns noch die Wirkung von Orthomol und eine neue Sportbrille erklären lassen, fülle ich noch ein Mercedes Gewinnspiel aus und dann pilgern wir zurück zu den Fahrrädern. Wir fahren an der Pastaparty der Athleten vorbei und machen schnell noch einen Fotohalt während Pete Jacobs vorgestellt wird. 

Zu Hause angekommen lege ich mir meine Arbeitssachen für morgen zurecht und verschwinde ins Bett. Es ist besser, wenn ich ausgeruht bin. Das Wochenende wird lang. 

Und wundervoll! 

Men's Fitness

Am Montag ist es soweit. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die Welt noch eine weitere Fitness- oder Sportzeitung braucht. Aber das tut nichts zur Sache, denn sie ist bereits im Druck und ab Montag überall zu haben. Die Rede ist von der Men's Fitness.


Ich bin darauf aufmerksam geworden, weil der Vin mich so nett vom Cover her ansieht. Ganz offensichtlich müßte ich aber Angst um meine Prellung oder jegliche Rippen haben, wenn der Herr mir derzeit zu Nahe käme. Ich weiß auch nicht, was der Zeugwart davon halten würde, wahrscheinlich nichts. Das Coverbild mit dieser extrem breiten Brust und den breiten Schultern und extremen Oberarmen wirkt fast angsteinflößend.

Der Thementeil, der mir sofort passend dazu ins Auge fällt ist "Diesel Power" und es geht -ganz offensichtlich- um breite und kräftige Schultern. Ich finde die Bezeichnung Diesel Power super und muß grinsen, denn Diesel tanke ich regelmäßig mit meinem kleinen Flitzer. Von breiten Schultern bin ich allerdings weit entfernt. Die Frage ist, wieviel Diesel muß man tanken um es soweit zu bringen? Und müssen es dann solche sein, wie beim Vin?

Allerdings ist Men's Fitness ja auch ganz klar eher eine Zeitung für Männer. Ich sollte aufhören immer alles auf mich zu beziehen. Die Frage die sich mir dazu stellt: gibt es demnächst eine Woman's Fitness Magazin? Google findet unter dem Begriff zumindest nur eine Woman's Health. Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass Männer eher auf Fitness und Frauen eher auf Gesundheit abfahren. Ist wohl genetisch so festgelegt.

Ich bin auf jeden Fall auf die Zeitschrift gespannt und werde sie dem Zeugwart am Montag sicherlich mal stibizen um selbst einen Blick rein zu werfen. Das Muskelgeheimnis von Herrn Diesel will ich natürlich auf jeden Fall gelöst haben und ich will eine Antwort auf die Frage, warum er sich auf einmal als Gefangener seines Körpers sieht. Und was das auf dem Bild für ein Auto ist, wüßte ich auch gerne, und ob es Diesel tankt natürlich.


Ob ich 4kg in 21Tagen wirklich losbekäme ist sicherlich auch nicht so unspannend. Ob der Autor dabei meinen Arbeitstag berücksichtigt hat? Aber auch hier beziehe ich wieder viel zu viel auf mich... es geht schließlich bei dieser neuen Zeitschrift um die Männer und deren Fitness.

Dann mal viel Spaß beim lesen und beim Diesel tanken.

Donnerstag, 4. Juli 2013

Nightrun - es gibt keinen Grund zu gehen.

Im Rahmen des Ironman Events in Frankfurt gibt es jährlich auch den Nightrun. Der Staffellauf über 3x5km finde am Mainufer statt und überläuft einen Teil der Laufstrecke vom Sonntag. Wir sind in den vergangenen Jahren bereits mit dem Team mitgelaufen und auch in diesem Jahr sind wir mit drei Teams gemeldet. Der Flitzer läuft einfach nur so zum Spaß mit und die Vereinsmädels sind dabei, weil sie ihren Athletenbändchen einfach mal die Kulisse zeigen möchten. So wissen die Bänder auch gleich, worauf sie sich eingelassen haben. Die Bänder sind schon ganz grün. Ich kann sie verstehen. Je näher der Wettkampftag rückt, desto aufgeregter wird man eben.

Die Staffel in der ich laufe hat sich spontan geändert, weil Frau Motivator gesundheitlich heute Prioritäten setzt. Die Teamchefin und ich haben deshalb für hochkarätigen Laufersatz gesorgt. Mein Plan, dass die Einspringerin spontan alle drei Runden läuft geht leider heute nicht auf. Die Einspringerin behauptet nicht gut trainiert zu sein.

Gott sei Dank gibt's heute den entscheidenden Tipp: Es gibt keinen Grund zu gehen. Da weiß ich ja schon, was sich Madita von mir anhören darf und wie Lisabeth sich freuen wird, wenn ich ihr diesen freundlichen Ratschlag auf der Strecke zukommen lasse. Manchmal kommen so unbewußt einfach die herrlichsten Ratschläge raus. Wunderbar.

In unserem Team startet die Teamchefin, im Zeugwartschen Team gibt der Jäger als Startläufer alles. Die Teamchefin läßt den Jäger ziehen, er ist hochmotiviert und soll nicht deprimiert sein, falls sie ihn überholt. Der Jäger klatscht den Zeugwart schon nach knapp unter 20Minuten ab. Verrückte Welt. In meinem Team haben wir die Order, dass jeder eine 3 läuft. Die Teamchefin hält sich aber nicht dran und kommt weit unter 30Minuten an. Ich bin noch gar nicht wirklich vorbereitet. Na gut. Ich laufe los. Nicht schnell, weil ich schon den ganzen Tag meine Prellung merke. Bis zum Kopfsteinpflaster klappt's auch ganz gut. Aber das Unebene macht mir zu schaffen. Also eigentlich nicht, aber meine Prellung meldet sich auffällig. Das raubt mir die Puste. Schmerzen sind ätzend.

Und weil es ein Lauf ist und kein Gehevent klinke ich mich aus und kürze über eine Brücke ab. Ich setze meinen rechten Fuß nur ganz vorsichtig auf und schleiche also so zurück zur Wechselzone. Und das, obwohl es eigentlich keinen Grund zu gehen gibt, wie ich ja jetzt weiß. Die Schmerzen sind aber schon blöd und irgendwie doch ein Grund. Die Einspringerin kommt mir entgegen, schnappt sich die Nummer und rennt los. Ich bin mir sicher, auch sie wird sich nicht an die Teamorder halten, so wie sie losprintet. Na ja.

Und so ist es dann auch. Beim gemeinsamen Zieleinlauf komme ich kaum mit. Das hätte allerdings auch nicht geklappt, wenn ich keine Prellung gehabt hätte, da müsse wir schon realistisch sein.

Den Abend lassen wir -dank der hervorragenden Organisation des Motivators- mit Würstchen, Kartoffelsalat und Flammkuchen ausklingen.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Ernährungsberatung und Showcooking beim 2. BMW Expertentalk

Der heutige BMW Expertentalk ist ausgebucht. Die Teamchefin kann sich nicht mehr anmelden und so sitzen der Zeugwart, der Motivator und ich alleine mit geschätzten 150 weiteren Sportlern in der Niederlassung in Frankfurt und sind gespannt. Heute geht es um Ernährung und wir legen gleich los. Zur ersten Einstimmung findet jeder ein High 5 Gel auf seinem Sitzplatz. Das ist schön, aber für mich nicht wirklich verträglich. Als zweites gib's ein Eis. Das ist noch eine Ecke schöner und selbstverständlich auch wunderbar verträglich. Nicht nur mit mir, sondern mit praktisch jedem um mich rum. Jeder löffelt sein Eis. Der Zeugwart macht Werbung für meinen Blog und der Motivator gibt Tips zum Radfahren in Aeroposition. Sehr ordentlich die Herren. Ich löffle einfach nur mein Eis und lasse meine Gedanken abschweifen.

Als die mittlerweile altbekannte HR1 Musik ertönt wird meine Aufmerksamkeit sofort nach vorne gelenkt und auch im restlichen Saal wird's ruhig. Marco Schreyl begrüßt uns, wie die letzten Male und stimmt uns auf die heutigen Vorturner ein: Sören Döbbemann, Kai-Uwe Kreichelt und Sybille Schönberger. Bevor es allerdings mit diesen Herrschaften los geht wird natürlich erst mal wieder Herr Magdon nach vorne geholt. Wenn man schon ein paar Mal hier war, dann weiß man mittlerweile auch, was er zu sagen hat und dass BMW, wie der Frankfurt Marathon eben auch, Effizienz, Dynamik und Emotionen ganz nach vorne stellt. Das verbindet beide. Das weiß ich aber längst.

Jo Schindler ist selbstverständlich heute ebenfalls wieder dabei. Er ist nach dem Ende der ersten Frühbucheranmeldephase ziemlich entspannt und berichtet, dass in diesem Jahr kein Weltrekord gelaufen werden muß. Ein spannendes Rennen wäre ihm wesentlich wichtiger. Gut, dann kann ich mich ja dieses Jahr ordentlich zurückhalten. Gut zu wissen.

Nun bekommen wir erst mal einen Fernsehbeitrag zu sehen. Darin erzählt ein Frankfurter namens Thomas Stephan wie er es von 230kg auf Marathongewicht geschafft hat. Er hat meinen absoluten Respekt. Wie er es gemacht hat, klingt es total leicht, so, als könnte es jeder. Emotionen pur, weil es eben jeder könnte, aber die wenigsten fertig bringen.

Dann beginnen die drei Protagonisten ihren Vortrag. Auf dem Shirt von Kai-Uwe Kreichelt hat er gleich mal selbst unterschrieben. Das ist eine gute Idee finde ich. Die Unterschrift ist eingestickt. Seine Art die Ernährungsthemen rüber zu bringen ist eine ganz eigene. Er hat einen großen Feind im Leben, den Zucker. Und erzählt uns, dass wir viel mehr Eiweiß und weniger Kohlehydrate essen sollen. Einfach nur, weil unser Körper es brauchen würde. Das nehme ich einfach mal so hin. Und weil es um Ernährung geht wußte ich schon vorhin, als ich das Eis gegessen habe, dass das heute noch mal auf den Tisch kommt.

Als Kai-Uwe eine Pause macht springt Sören Döbbemann gleich ein. Er provoziert ohne Ende, wirbt für Kompensationstraining und fragt, wer das denn überhaupt macht. Der Motivator, der Zeugwart und ich können uns hier natürlich melden. Immerhin machen wir neben dem Lauftraining auch noch Rad- und Schwimmtraining. Über Abwechslung kann man sich bei uns wirklich nicht beschweren. Den Ratschlag, dass wir nach dem Training einfach noch eine Sportart anhängen sollen kommentiert der Motivator mit einem einfachen: "Das nennt man dann koppeln." Unser Training würde Herrn Döbbemann gefallen.

Später geht es noch um Regeneration und immer wieder um Eiweiß. Die Showküche kann ich von meinem Platz aus kaum sehen, nur ab und zu hören. Aber da Jacobsmuscheln mit grünem Spargelpesto gekocht wird, ist mir das ausnahmsweise nicht ganz so wichtig. Sybille Schönberger rät uns möglichst viele verschiedene Öle zu benutzen und hauptsächlich kleine Flaschen zu kaufen. Marco Schreyl gibt uns den Tipp einfach das zu nehmen, was daheim offen ist. Er ist halt eher praktisch veranlagt.

Nachdem wir noch erfahren haben, dass wir täglich 500gr. Gemüse essen sollen, weil auch das eine Empfehlung ist, bin ich fast sicher, dass es sich hierbei um ein Ding der Unmöglichkeit handelt. Ich weiß, dass das zu Schaffen nicht leicht umzusetzen ist.

Zum Abschluss gibt's noch eine Übung und dann wird zum Abendessen gebeten. Überall an den Tischen verspeisen die Läufer die leckere Pasta und man hört sie über Eiweiß, Kohlehydrate und Ausgleichstraining sprechen. Die provozierende Art hat ganz offensichtlich ihre Wirkung gezeigt, und darauf kommt es schließlich an. 

Dienstag, 2. Juli 2013

Schwimmen? Kopflos.

Wo habe ich nur meinen Kopf, wenn ich meine Schwimmtasche packe? Es gibt Dinge, die will ich seit Wochen tun, aber irgendwie bin ich dann immer in der Umkleide und denke daran. Ist zwar schön, dass ich immerhin irgendwann doch wieder dran denke, aber dieses Denken zum falschen Zeitpunkt ist blöd. Das passiert ja bei vielen Leuten, allerdings schaffen es auch manche das Denken komplett abzustellen. Nun ja. Da frage ich mich wirklich, was ist besser?


Ich will seit Wochen meine Schwimbrille gegen Beschlagen schützen und einsprühen. Außerdem muß in meine Schwimmtasche ein neues Duschgel rein. Ich schnorre vermehrt Duschgel bei den Vereinsmädels und das geht ja nicht. Ich bin zwar deshalb gut im Adidas-Shape, aber eine Dauerlösung kann das natürlich auch nicht sein. Und dann der leidige Schwimmplan. Den vergesse ich wirklich mit einer derartigen Regelmäßigkeit, dass ich mich wirklich schämen könnte. Aber das vergesse ich dann auch.

Heute schwimme ich mich deshalb mit halb beschlagener Schwimmbrille erst mal ein. So habe ich schon mal 200m rum ehe ich mich entscheiden muß, was sich so ohne Schwimmplan heute an Fertigkeiten trainiert läßt. Ich bin beim Schwimmen immer denkbar unentschlossen. Unglaublich. Es gibt halt auch nichts zu sehen außer den Leinen am Rand und dem Boden irgendwo. Und der ist leider so weit weg, dass zumindest ich nichts darin erkennen kann. Aber ich hab mir sagen lassen, spiegeln tut er nicht. Schade eigentlich. Nachdem ich beschlossen habe immer 100m-weise besonders auf die Ausführung einer prima Technik zu achten lege ich los. Ich komme allerdings nicht besonders weit mit meiner super Technik, denn der Motivator sitzt urplötzlich am Rand. Er kommt zwar nicht ins Wasser, wollte es sich aber nicht nehmen lassen, den Vereinsmädels bei ihrem letzten Schwimmtraining vor dem Ironman am Sonntag noch mal zur Seite zu stehen.

Die Anwärterinnen und der, der es bereits im letzten Jahr in den Ironman-Olymp geschafft hat, sprechen über Gels, Riegel, Bananen, Trinkflaschen an der Strecke, Abfahrten, Durchschnittsgeschwindigkeiten und die Leidenschaft. Ich stehe dabei und freue mich fremd. Das ist wesentlich weniger anstrengend als selber machen, soviel ist klar. Aber es ist eben auch ganz ohne Feuer… so viel ist sicher.

Dann schwimme ich noch zwei letzte Bahnen und hänge dabei einen benachbarten Taucher, der mit seinen Schwimmflossen schwimmt, ab. Gegen meine super Technik hat er offensichtlich keine Chance. Ein gutes Gefühl.

Montag, 1. Juli 2013

Ironman - Olymp

Der Juni ist so schnell an mir vorbei gegangen, ich fasse es kaum. Manchmal zieht sich's so richtig und dann rast die Zeit wieder, als hätten wir quasi keine. Es ist viel passiert im Juni, soviel ist sicher.

Jetzt startet der Juli und mit ihm meine Lieblingswoche. Die Ironmanwoche. Eigentlich ist es nur ein Ironmanwochenende, klar, denn Samstag ist Fahrrad Check-in und Sonntags dann der Wettkampf. Aber irgendwie ist die ganze Woche schon mit einem besonderen Zauber belegt. Die Stadt merkt die Wettkampfatmosphäre bereits, Absperrgitter werden abgeladen, langsam geht's dann Mitte der Woche auch los mit dem Aufbau der Tribünen und Wechselzonen. So ein großes Event wirft eben seine Schatten voraus. Mittlerweile sehe ich auch immer mehr Athleten in der Stadt und das wird sich die ganze Woche sicherlich nicht ändern.

Die letzte Swimnight vor dem Wettkampf findet am Dienstag statt, anstelle, wie gewohnt am Donnerstag. Das liegt einfach daran, dass am Donnerstag am Langener Waldsee schon alles aufgebaut wird für das Wochenende. Zusätzlich ist am Donnerstag der Night Run, der Staffellauf am Mainufer, so dass die meisten Athleten und ihre Angehörigen sicherlich am Donnerstag sowieso nicht mehr zum Langener Waldsee fahren würden.

Unsere Vereinsathleten sind gut vorbereitet. Eigentlich muß ich sogar sagen, sie sind außerordentlich gut vorbereitet. Sie werden uns am kommenden Sonntag mal so richtig zeigen, dass hartes Training sich auszahlt. Da werde ich mal wieder schön meine Faulheit vor die Nase gehalten bekommen, das ahne ich bereits. Ich wünsche Euch auf jeden Fall noch eine feine letzte Woche als "Normalos" ehe Ihr dann alle endgültig und unwiederrufbar in den Ironman-Olymp aufsteigt. Obwohl der Flitzer und Bruce ja bereits Teil des Olymps sind, wollen sie sich in diesem Jahr einfach noch einmal mehr beweisen. Der Flitzer wird hart kämpfen und seinen Grenzen mal zeigen wo der Hammer hängt. Auf dem Weg dorthin und im laufenden Wettkampf wünsche ich ihm dafür das Allerbeste. Du bist perfekt vorbereitet, ich wünschte, andere würden auch nur einen Funken von Deinem Einsatz für ihre Projekte übernehmen. Glaub an Dich und drück am Sonntag einfach nur den "Leistungsabspulknopf".

Was ein Ehrgeiz! Dafür hat sowieso jeder Einzelne, der sein Rad am Samstag in die Wechselzone schiebt meinen größten Respekt verdient. Dieser Fleiß sein Training bei Wind und Wetter zu machen, der Ehrgeiz diese unglaubliche Distanz zu absolvieren und die Tür zum Olymp dann am Sonntag, egal zu welcher Zeit, aufzustoßen. Einfach eine Wucht. Diese Athleten sind einfach bewundernswert... ich wünschte, ich würde irgendwann dazugehören.

Aber derzeit fehlt mir dazu Fleiß, Muse und Ehrgeiz... ganz davon abgesehen, dass es mir leider nicht an Kilos fehlt, die so einen Wettkampf sicherlich zusätzlich auch noch unwesentlich schwerer machen. Und Talent sehe ich bei mir derzeit auch keines...  schade eigentlich. Also bleibt mir das Fremdfreuen, was derzeit auch voll genossen werden kann. Immerhin.

Sonntag, 30. Juni 2013

Anzugverträglichkeit

Beim Triathlon fährt man erst Rad und dann wird gelaufen. So ist es normal und wenn man das im Training macht, nennt man es koppeln. Soviel zur Theorie. Ich koppel manchmal, aber ich finde es unheimlich anstrengend, so dass ich das Koppeln so gut es geht meide. Koppeln ist was für Wettkämpfe. Ich mache so selten Wettkämpfe, dass klar ist, warum mir solche Einheiten jedes Mal total schwer fallen. Der Trainer schreibt heute ein Kombitraining auf den Plan bei dem zuerst gelaufen und danach aufs Rad gestiegen wird. Komische Reihenfolge, ich weiß nicht, ob das dann auch noch koppeln heißt. 

Ich frühstücke eine Stunde bevor ich loslaufen möchte. Alles ist heute genau getacktet, weil wir uns zum Rad fahren verabredet haben und deshalb natürlich alles andere davor abhaken müssen. Heute führe ich den arena Triathlonanzug aus. Ein verwirrtes Koppeltraining dürfte genau das Richtige sein um den Anzug auf seine Claudi-Verträglichkeit zu prüfen. Über meine Knie ziehe ich meine Beinlinge. Es sind noch frische 10°C und die Sonne hat sich auch noch nicht wirklich dazu durchgerungen sich meinen neuen Anzug anzusehen. 

Ein bischen mehr Elastizität würde dem Modell wirklich nicht schaden. Das Anziehen ist ziemlich mühsam. Gerade über die Schultern ist es ein arges verdrehen und reinzwängen. Angezogen sitzt der Anzug gut, nichts schneidet ein, er hat die richtige Länge, perfekt. Wir laufen los. Der Zeugwart läuft in eine andere Richtung als ich. Ich bin eh langsamer als er und zusätzlich, dank der Prellung, auch zum sehr langsamen laufen verdonnert. Ich schleiche also durch die Gegend und dann hat mein Magen doch tatsächlich Mitleid mit den Buschtieren und serviert ihnen mein Frühstück. Irgendwas stimmt wirklich nicht mit der Nahrungsverträglichkeit vor dem Sport bei mir. Als ich dann wieder daheim bin muß ich auch sofort das Bad blockieren. Ich bin froh, dass der Zeugwart noch auf der Strecke ist. Raus komme ich aus dem arena - Anzug ziemlich flott. Liegt vielleicht auch am Ernst der Lage? 
Das Stöffchen dann wieder anzubekommen, wo die Haut vom laufen feucht geschwitzt ist, ist schon eher ein Abenteuer. Aber es klappt. Ich pumpe die Räder auf und mache die Trinkflaschen zurecht. 

Als der Zeugwart zurück von seinem Lauf ist und die Radfahrklamotten angelegt hat fahren wir los.  Der Zeugwart begutachtet meinen Anzug auf dem Rad und stellt fest, der ist durchsichtig. Was ist das denn? Am Hintern ist der Anzug zwar schwarz, aber das Material wird in der Aeroposition offensichtlich so stark gedehnt, dass es durchsichtig wird. Wenn ich aufrecht sitze, sagt er, ist es nicht so schlimm, aber wenn ich mich nach vorne beuge ist es eben durchsichtig. Na prima. Wer entwickelt denn sowas? Warum prüfen die Hersteller nicht gerade solche Themen ehe ein Anzug auf den Markt kommt? Mir ist das bei diversen Wettkämpfen jetzt schon mehrfach aufgefallen. Es ist anscheinend eine große Kunst einen undurchsichtigen Anzug zu produzieren. 

Wir sind fast pünktlich am Treffpunkt. Und ich führe den Vereinsmädels den Anzug vor. Sie sind begeistert vom Design und freuen sich über meinen Gewinn. Als ich ihnen die Aeroposition vorführe scheinen sie aber ganz glücklich zu sein, dass sie den Anzug nicht gewonnen haben. Auch die Damen stellen fest, dass der Anzug hinten durchsichtig wird. 

Wir starten die Ironmanrunde in Bergen-Enkheim und schon am ersten Anstieg lassen mich alle stehen. Ich nehme die Prellung als Ausrede, weil ich einfach jede Bodenwelle merke und Berg auf fahren ist einfach unangenehm. Allerdings muß ich zugeben, dass ich auch, wenn ich gesund wäre, nicht annähernd an die Kraft und Kondition der Mädels dran käme. Da muß ich wirklich realistisch sein. Das ist auch ok, immerhin starten die Mädels in einer Woche beim Ironman und ich sitze nur auf dem Motorrad rum. Es ist nicht so entscheidend, für meine Aufgaben beim Ironman eine gute Kondition zu haben. 

Als wir in Maintal runter fahren beschließe ich, abzubrechen und mich zu meiner Schmerztablette auf die Couch zu begeben. Die Vereinsmädels und der Zeugwart fahren die Tour weiter, ich drehe um und fahre den Berg weiter runter. 

Als ich daheim ankomme lege ich mich auf die richtige Seite auf die Couch und warte auf die Wirkung des Medikaments. Das Moutainbiken war -trotz oder gerade wegen der energiefressenden Vollfederung- etwas angenehmer für die Prellung. 

Und der Anzug? Den teste ich demnächst noch mal beim schwimmen... und werde ihn sicherlich erneut zum Laufen tragen. Aber ob ich mir und den anderen Teilnehmern im Straßenverkehr noch mal eine Radausfahrt im Anzug antun werde, das muß ich mir noch überlegen. 

Samstag, 29. Juni 2013

Klickpedalsehnsucht

Unser Trainer scheint sich den Wetterbericht nicht wirklich durchzulesen. Oder es ist ihm egal, was für Wetter ist, weil ja nicht er, sondern ich den Sport machen soll, wie er auf dem Plan steht. 

Als wir heute morgen aufstehen regnet es. Das Thermometer zeigt 14°C. Ist ja prima Sommerwetter, da hat man wirklich richtig Lust aufzustehen. Ich bleibe daher einfach noch ein bischen liegen. 
Und als liegen nicht mehr geht, stehe ich doch auf und irgendwann beschließen der Zeugwart und ich dann, dass Rennradfahren heute keine Option ist. Es regnet noch immer. Wir fahren heute Mountainbike. Das hat wenigstens Schutzbleche. Die Trainingseinheit ausfallen zu lassen ist auch blöd. Wir könnten als Alternative noch laufen gehen... aber es steht nun mal Rad fahren auf dem Plan. 

Der Zeugwart trägt mein Mountainbike netterweise aus dem Keller hoch und nachdem wir es aufgepumpt haben, geht's auch schon los. Wir fahren am Main entlang. Ich habe das Gefühl, als kommen wir gar nicht voran. Also mein Mountainbike und ich. Beim Zeugwart sieht's ganz locker aus. 

Beim Mountainbike habe ich keine Klickpedale. Vor 3 Jahren hab ich noch nicht mal gewußt, was Klickpedale sind... und heute vermisse ich sie. So kann es manchmal gehen. Die große Leere hält an und ich kurble was das Zeug hält. Mein Moutainbike ist voll gefedert und das frißt Energie ohne Ende. Zusätzlich nehme ich heute jede Bodenwelle, jeden Steins und jedes Hölzchen mit. Da bin ich wirklich außerordentlich zielsicher. Allerdings ist das ziemlich angenehm für meinen Rücken... vollgefedert gibt's wirklich kaum Erschütterungen auf meine Prellung. Sehr gut. 

Wir kommen in der Hälfte der vorgegebenen Zeit, die heute auf dem Trainingsplan steht, bis nach Griesheim. Auf dem Weg dort hin sehe ich lauter Sachen, die ich bisher noch nie wahr genommen habe. Da steht am Main doch glatt eine neue Säule. Das Schild was dran steht ist sehr klein geschrieben... ich kann nur "Die Säule" lesen, dann bin ich vorbei. Das hätte ich mir gerade noch denken können. Der Ausblick auf die Frankfurter Skyline ist immer wieder beeindruckend und trotz des blöden Juniwetters sind jede Menge Leute unterwegs.  

In Griesheim bekomme ich vom Zeugwart einen Riegel, der mir überhaupt nicht schmeckt und den er dann netterweise auf ißt, und dann drehen wir um und fahren eine leichte Wegveränderung zurück. 

Die Tour endet zielgenau nach der vorgebenen Zeit. Jetzt wäre es super einen Tacho am Moutainbike zu haben... und natürlich Klickpedale. Daran muß ich unbedingt arbeiten! 

Freitag, 28. Juni 2013

Sie haben Post: Arena Triathlonanzug.

Als ich gestern von der Swimnight heim gekommen bin, lag da eine Postbenachrichtigungskarte im Briefkasten, die ihresgleichen sucht. Und weil sie mich benachrichtigen sollte und dabei einen herausragenden Job gemacht hat, bin ich heute früh gleich mal zur Poststelle gefahren. Und was soll ich sagen, das Paket war ebenso herrlich adressiert, wie die Benachrichtigung. Historisch quasi.

Im Paket, dass ich selbstverständlich gleich öffne, befindet sich mein neuer arena Triathlon Anzug. Großes Paket außen, kleine Packung innen.


Nach der ausgiebigen Telefonberatung vom Montag habe ich den Anzug in Größe L im Paket. Da muß ich ja ganz klar sagen, Skinfit ist mir spontan eine Idee sympathischer. Immerhin trage ich da Größe S. Aber gut. Eigentlich ist ja egal was drin steht, die Hauptsache ist, es paßt. Darauf kommt es an. Interessant sind diese vermeindlichen Größenunterschiede allerdings trotzdem. Was denken sich die Hersteller dabei, dass offensichtlich jeder hier seine eigene Suppe kocht? Skinfit dürfte für Damen auf jeden Fall was das angeht etwas attraktiver wirken.

In der kleinen Box ist er drin. Der neue Triathlon Anzug von arena. Das Material nennt sich Powerskin ST , ein Stöffchen, aus dem arena auch ihre Schwimmanzüge fertigt. Aalglatt mit Kompression, so ist's auf der verlinkten Seite zu lesen. Mein neuer Triathlonanzug ist schwarz mit giftgrün. Ob der giftgrüne Einsatz an den Seiten undurchsichtig bleibt, gilt es noch herauszufinden. Derzeit bin ich leicht skeptisch. Das Grün sieht allerdings schnell aus. Das Material wirkt auf den ersten Blick und beim ersten Anfühlen nicht wirklich sehr flexibel. Der Stoff ist nicht so weich, wie ein Triathlonoberteil oder ein Laufshirt. Aber hier geht's ja auch nicht um kuscheln.
Das Sitzpolster ist dünn, perforiert und -passend zum Gesamtbild- quietschgrün. Obwohl das nie jemand sieht, finde ich es gelungen. Der Reißverschluß ist nicht besonders lang. Ich bin gespannt, wie ich in den L-Anzug rein komme. Immerhin muß er ja über meinen Po.

Ein erster Schnelltest im anprobieren zeigt, dass der Anzug zwar nicht endlos flexibel ist, wie der von Skinfit, den ich hier leidigerweise immer als Vergleichsobjekt heranziehe, aber trotzdem ziemlich leicht anzuziehen ist. Ich bekomme ihn außerordentlich gut über die Oberschenkel, da sitzt er nicht allzu stramm aber trotzdem rutschfrei, und dann auch über meinen Hintern. Und das, obwohl ich hier wirklich größte Bedenken hatte, wegen des nicht so tief aufgehenden Reißverschlusses. Aber alles paßt untenrum.

Meine Arme muß ich zugegebenermaßen etwas verbiegen um den Anzug weiter anzuziehen. Dafür ist das Stöffchen dann doch zu unflexibel. Aber ich kann mich ja bekannterweise verbiegen wie eine Brezel und so schaffe ich es perfekt in den Anzug rein und später natürlich auch alleine wieder aus.

Da es sich gerade um eine Schnellanprobe handelt und ich deshalb jegliche Unterwäsche nicht abgelegt habe, sehe ich spontan durch die grünen seitlichen Einsätze durch. Da bin ich ja wirklich mal gespannt, wie das beim Sport treiben dann so ist. Im Freien stehen möchte ja keiner. Außerdem wollen das auch die wenigsten Menschen sehen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich hier ein Damenmodell geschickt bekommen habe und ob es überhaupt Damen- und Herrenmodelle gibt. Für Damen finde ich es auf jeden Fall netter, wenn entweder ein Oberteil dabei ist oder die Seiten oben so farbig sind, dass der Sport-BH untendrunter nicht aussieht wie geschenkt bekommen. Einen farbig passenden zu suchen und womöglich auch zu finden, halte ich für eine unlösbare Aufgabe, die viel zu viel Trainingszeit vergeuden würde.

Morgen will der Anzug mit mir zusammen Sport treiben. Der Trainer hat Rad fahren auf den Plan geschrieben, auf dem Schildchen vom Anzug ist ein kleines Rädchen abgebildet, das scheint ja quasi Hand in Hand zu funktionieren. Ich bin gespannt wie wir uns zusammen auf dem Gonzo machen.

Blogparade: Lieblingsessen

Heiko hat zu einer Blogparade aufgerufen. Ich hatte bis dato keine Ahnung was eine Blogparade überhaupt ist. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob er sich das ausgedacht hat, oder ob es sowas vielleicht regelmäßig gibt. 

Vom Prinzip her ist das aber egal. 

In dieser Blogparade geht es um Lieblingsgerichte. Und weil Heiko so schön vom stets hungernden Läufer schreibt, der unheimlich gerne ißt, habe ich mich natürlich sofort wiedergefunden. Essen geht immer, soviel ist sicher. 

Mein Lieblingsrezept ist aus unserem Hochzeitskochbuch und aus dem Kochbuch für Triathleten. 


Schweizer Älplermakronen 

Zutaten
200g Nudeln
4 mittelgroße Kartoffeln
200g Hartkäse zum reiben
200ml Sahne (ich nehme Rama Cremefine zum kochen)
4 Zwiebeln
Pfeffer, Salz, Muskat

So wird's gemacht
Zwiebeln in Ringe schneiden und bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden und in einen großen Topf mit viel Salzwasser kochen. Nach 5 Minuten die Nudeln dazugeben und gemeinsam kochen, bis die Nudeln "al dente" sind. Dann abgießen und in eine Auflaufform geben. Die Sahne darüber gießen, alles würzen und den Käse reiben und darüber streuen. Dann im Ofen leicht überbacken. Zum Schluß noch die Zwiebeln oben drauf, kurz noch mal in den Ofen und dann servieren. 

Dazu ißt man Apfelmus. Klingt komisch, schmeckt aber herausragend dazu. 


Donnerstag, 27. Juni 2013

Begleitschwimmschutz bei der Swimnight

Der Sommer 2013 gibt heute mal wieder alles, was geht und so fahre ich im Triathlon Einteiler mit Fleece-Jacke und Jogginghose drüber bei 13°C nach Langen. Auf dem Weg dort hin sammle ich noch den Flitzer am Bahnhof ein. Der braucht heute eine Mitfahrgelegenheit, weil er nicht mit dem Rädchen unterwegs ist. Wahrscheinlich muß sich sein Rädchen jetzt für den Ironmanwettkampf schonen? Keine Ahnung. Ich fahre aber sowieso am Bahnhof vorbei und kann ihn deshalb prima einladen. 

Zwischenzeitlich vermeldet die Teamchefin, dass der Himmel bedenklich schwarz aussieht und ich kommentiere ihre Bemerkung mit einem simplen "Ach Quatsch", weil ich finde, dass es im letzten Jahr bei den Swimnights schon genug geregnet hat und ich außerdem jetzt Sommer will. Und dazu gehört gerne nachts mal ein Schauer, aber eben nicht am frühen Abend. 

Am Langener Waldsee angekommen beginnt es auch schon zu regnen. Na super. Mein "Quatsch" war also vollkommen sinnlos und hat den Wettergott zu rein gar nichts angestiftet. Vollkommen überflüssig zu erwähnen, dass es bei 13°C in so einem Regen recht frisch wird. Ich schlüpfe also gekonnt flott in meinen Neoprenanzug und stelle fest, dass Bruce und ich doch tatsächlich das gleiche Anzugmodell tragen. Daraus könnte man nun mehrere Schlussfolgerungen ziehen. Die wichtigste für mich ist, kann mein Neoprenanzug Ironman... und Bruce teilt mit, dass er kann. Damit ist das Wesentliche geklärt. Schön. Theoretisch könnte ich den Anzug nun auch wieder ausziehen und Pizza essen fahren. 

Aber weder die Teamchefin, noch der Zeugwart reagieren auf meine eindeutigen Anspielungen und so mache ich Bruce seinen Anzug zu und er spaziert zum Wasser. Der Flitzer folgt ihm. 
Da gehen sie, die beiden Ironmanstarter von diesem Jahr. Die Vereinsmädels sind heute nicht am Start... sie schwimmen woanders. Bei dem Regen kann ich die zwei nun auch irgendwie verstehen. 

Wir geben unsere Schlüssel ab und pilgern dann irgendwann auch hinunter zum See. Der Flitzer ist bereits in der Masse verschwunden und für mich nicht mehr zu erkennen. Auf einmal ist auch der Zeugwart weg und die Teamchefin kann mich noch gerade so zurückhalten einen vollkommen fremden Herren zu kitzeln. Ohne Brille kann es leicht kritisch werden. 

Dann gibt es noch ein paar warme Worte. Wir erfahren, dass ich die Sketchers Turnschuhe heute nicht gewonnen habe und dann geht's auch schon los. 

Mir ist es etwas mulmig. Irgendwie habe ich Bedenken. Es sind einige Menschen im Wasser und ich bin vollkommen damit beschäftigt rechts und links zu schauen und zu atmen. Das Training der Teamchefin hat sich sowas von ausgezahlt, dass ich baff bin. Im letzten Jahr schwimme ich so wie jetzt und kann locker neben ihr bleiben. Heute schwimme ich noch immer wie im letzten Jahr und sie ist nach wenigen Zügen weit vor mir. Das kann auch deprimieren. 

Heute tut es das aber -noch- nicht. Ich bin einfach nur begeistert, wie locker sie schwimmt und mich theoretisch einfach stehen lassen könnte. Aber ich habe heute ja mit Begleitschwimmschutz gebucht und so schwimmt sie nicht weg. Sie bleibt an meiner Seite, beobachtet die Schwimmer rund um uns rum ebenfalls und hat ein sehr waches Auge. 

Als wir nach 800m wieder an Land sind möchte ich nicht noch mal schwimmen. Das Wasser ist frisch, die Luft ist kalt und mein Rücken findet die Anspannung nicht so schön. Ich bin heute einfach nicht so locker wie sonst. Ich denke das ist hauptsächlich die Kälte und ein bischen die Bedenken, dass ich wieder was abbekommen könnte. Eine unschöne Kombination also. Aber derzeit ist es eben einfach so und nicht zu ändern. 

Während wir bereits vollkommen angekleidet auf den Flitzer warten, der heute 100 Runden schwimmt, einfach weil er's kann und der Ironman für dieses und auch für nächstes Jahr schon locker gebucht ist, suchen wir uns schon mal das Abendessen aus. Wie in den letzten Jahren zieht es uns auch heute in die Tevere nach Offenbach. Die leckerste Nach-Swimnight Pizza im Rhein-Main-Gebiet gibt es dort, soviel ist sicher. Wir bestellen telefonisch und als wir dann ankommen, steht meine Nr. 6 schon praktisch bereit. Essen ohne warten. Ein toller Service. 

Unnötig zu erwähnen, dass Bruce, schon als wir aus dem Wasser kommen, längst über alle Berge ist. Er muß wahrscheinlich irgendeinen Bösen jagen, oder genug Schlaf sammeln für seinen längsten Tag des Jahres. 

Bereit für Tough Mudder?

Fisherman's Friends sind mir immer irgendwie zu scharf. Deshalb bin ich wahrscheinlich auch noch nie darauf gekommen, beim Abenteuerlauf Strongmanrun mitzumachen. Ich bin ja eh nicht so der Wettkämpfer und dann auch noch mit vielen hundert Athleten um die Wette durch Schlamm kriechen oder Hindernisse hoch klettern, stelle ich mir nicht ganz so angenehm vor. Die Zielsetzung beim Strongmanrun ist klar, wer absolviert die Strecke am schnellsten. Ein typischer Wettkampf eben. Die Vereinsmädels haben sich ja am Strongmanrun im letzten, oder war es schon im vorletzten, Jahr versucht. Die zwei sind eben abenteuerlustige Wettkämpferinnen. Sonst würden sie schließlich auch nicht nächste Woche beim Ironman starten.

Aktuell habe ich über einen neuen Abenteuerlauf gelesen, den ich gleich sympathisch fand: Tough Mudder. Wer bloß auf den Namen gekommen ist? Tough Mudder ist ein Lauf der über 16-18km mit vielen verschiedenen Hindernissen geht. Das besondere daran ist, dass es keine Zeitnahme gibt. Es geht nicht darum, wer der oder die Schnellste über die 16-18km lange Distanz ist, sondern, dass man gemeinsam diese Strecke samt aller Hindernissen überwindet. Es geht um Willensstärke, Ausdauer (bei 16km irgendwie logisch) und Teamgeist.  Der Lauf ist dafür gemacht, dass es alleine nicht geht. Nur zusammen ist man stark und kommt ins Ziel.

Ich habe mir das Video angesehen und muß sagen, sowas gefällt mir total. Gemeinschaftssinn, für andere da sein, darauf achten, dass andere weiter kommen. Dieses Soziale ist genau meins. Bestzeiten und Einzelkämpfer sind hier offensichtlich fehl am Platz. Eine tolle Idee und das in unserer heutigen Leistungsgesellschaft. Der Veranstalter schreibt für mich vollkommen nachvollziehbar: "Wer sich der Herausforderung bei Tough Mudder® stellt, hat nicht nur viel Spaß, sondern auch ein völlig neues Erfolgsgefühl. Außerdem spürt man im Kreis der anderen Teilnehmer einen Teamspirit, den es so heute leider viel zu selten noch gibt." Und das glaube ich sofort.
Ich nehme selbstverständlich selbst nicht teil. Meine Prellung soll zwar leicht bewegt werden, aber ob ein Bad im Eis oder die Übersteigung eines Hindernisses das sich "Everest" nennt dazuzählen, wage ich zu bezweifeln. Von leichter Bewegung kann hier sicherlich keine Rede sein. Ganz offensichtlich geht man auch oder gerade bei Tough Mudder an seine Grenzen.

Trotzdem finde ich toll, was hinter der Idee von Tough Mudder steckt. Außer natürlich, dass der Erfinder Marathon und Triathlon zu langweilig fand. Aber gut, das liegt eben immer im Auge des Betrachters. Der hätte vielleicht einfach mal meinen Wettkampf vom letzten Sonntag machen sollen?

Tough Mudder findet am 13. und 14. Juli in Fursten Forest, Pommernstrasse 12, 49584 Fürstenau statt. Für die Gesunden unter uns.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Na dann mal: Gute Besserung.

Nachdem ich es nun tagelang dämlich und schmerzhaft fand mich nicht anzulehnen und keine Besserung in Sicht war, bin ich heute zum Arzt gedackelt. Trotz Termin habe ich äußerst geduldig formvollendete Ausdauer bewiesen und bin zusammengekrümmt, weil Anlehnen ja zu den schmerzenden Tätigkeiten gehört, erst mal im Wartezimmer eingeschlafen. Als der Arzt mich dann netterweise doch irgendwann reingeholt hat und ich ihm schlaftrunken meine Geschichte vom Wettkampf erzählt habe, durfte ich mich gleich mal ausziehen und den Rücken präsentieren. 

Ob man denn etwas sehen würde? Tja... ich nicht wirklich. Meine Augen sind schließlich vorne und den Tritt gab es ja in den Rücken. Außerdem hat der Zeugwart auch geschaut und nichts gesehen. Also nein: Man sieht nichts. 

Aber der Arzt sieht's doch. Sagt er zumindest. 

Außerdem fühlt er den Unterschied zwischen links und rechts und damit den Bluterguss und die erhebliche Schwellung. Das ist mir natürlich nicht ganz so recht, denn die Berührung tut ziemlich weh. Als er fertig ist und seine Diagnose fest steht, darf ich mich wieder anziehen. Und wie wir uns dann beide wieder angezogen gegenüber sitzen, sagt der Arzt, dass mir die Blessur noch Wochen oder vielleicht auch Monate Freude machen wird. Die Prellung ist 3x5cm groß und innenliegend. Ich soll meiner Niere gratulieren, dass alles ganz offensichtlich ok mit ihr ist, bis auf diesen Bluterguss. So sieht's bisher zumindest aus. Es hätte auch anders kommen können. 

Also nehme ich nun ein abschwellendes und zusätzlich ein schmerzstillendes Medikament. Außerdem mache ich leicht Sport und zwar ausgiebig. Die Region soll nämlich in Bewegung bleiben. Allerdings ohne weitere Schläge einzukassieren. Natürlich. Beim nächsten Mal schlage ich auch zurück. Soviel ist sicher. 

Der Trainer hat für heute lockere 45Minuten auf meinen Plan geschrieben. Ich versuche es also heute einfach mal mit laufen. Mal sehen, wie die Prellung das verkraftet. Ich ziehe mich also an und schleiche an den Main. Dem Trainer wird's höchstwahrscheinlich gefallen, weil ich schön langsam unterwegs bin. 

Na dann mal: Gute Besserung.