I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Dienstag, 18. Dezember 2012

Das Leben leben.

Ich werde wach und weiß sofort was für ein Tag ist. Ein ganz normaler Dienstag. Außer, dass ich heute Abend zum Sport gehe und die Teamchefin mitkommt.

Und außer, dass heute Dein zweiter Geburtstag ist, an dem mich alle sozialen Netzwerke entsprechend erinnern und an dem ich Dir nicht gratulieren kann. Ich dachte, als Du gestorben bist, Du bist bis heute längst aus meiner Erinnerung verschwunden. Ich dachte, ich vergesse Deinen Geburtstag, Deinen Todestag, Deine Erzählungen, Dein Lachen und Dein Wesen.
So ist es aber nicht.

Dein Lachen ist in meinen Ohren zwar leiser geworden. Das stimmt. Ich kann es kaum mehr hören mittlerweile. Nur, wenn ich mich konzentriere, dann höre ich es noch. Nicht laut, nicht sehr deutlich, aber ich erkenne Deine Stimme und Deine Art zu lachen.

Seit dem Du gestorben bist, habe ich einige Menschen verloren, um die es mir leid tut. Die Jahre fließen dahin und außer, dass immer mehr Kinder in meinem Bekanntenkreis zur Welt kommen, sterben halt auch immer Menschen.
Meine Oma ist in diesem Jahr gestorben. Im Gegensatz zu Dir, war sie weit über 90 Jahre alt und hat sich schon vor Jahren aufrichtig gewünscht, zu sterben. Ihr war alles zu viel, das Altenheim nicht ihr Zuhause und sowieso haben sich ihre Bekannten nicht an die "Reihenfolge" gehalten und sind oft vor ihr gestorben. Es war gut für meine Oma, dass sie die Welt irgendwann einfach losgelassen hat und sich verabschiedete. Sie hat das lange kommen sehen, aber den Absprung einfach nicht früher geschafft. Man möchte meinen, sie hatte noch zu tun, etwas zu erledigen oder mußte noch was fertig denken. Und erst in diesem Jahr, war es dann soweit, dass sie endlich ihren lang ersehnten Schlußstrich ziehen konnte.

Es scheint mir aber, dass dieser Schlußstrich für Dich einfach zu spontan kam. Du warst nicht vorbereitet und wir alle auch nicht. Um weiter auf der Reihenfolge rumzuhacken... Du warst nicht dran. Deine Zeit war trotzdem einfach abgelaufen.

Ich denke mir so manchmal, dass es gut ist, dass keiner weiß wann die eigene Zeit rum ist. Sonst würde man seine verbleibende Zeit nicht mit soviel verrückten Dingen füllen, sondern viel mehr machen, was Spaß macht, was einem wichtig ist und was einem gut tut.
Man verliert so leicht den Blick für das berühmte Wesentliche.
Es ist einfach nicht möglich die eigene Endlichkeit ständig im Auge zu haben, das würde einen ja wirklich total verrückt machen. Wenn's vorbei ist, ist es eben vorbei. Aber bis dahin sollte man sein Leben trotzdem möglichst so verbringen, dass man irgendwann nicht entäuscht von so einer Wolke runterschaut um festzustellen, dass man doch gerne noch mal nach Singapur gefahren wäre und das nur nicht gemacht hat, weil es eben in den letzten 40Jahren irgendwie nie gepaßt hat. Oder dass man einen blöden Job ewig ausgeübt hat, obwohl der nie Spaß machte, einfach deshalb, weil man es eben gemacht hat. Und sich jahrelang darüber ärgerte.

Du kannst nicht auf 40 Jahre Leben zurückblicken von Deiner Wolke.
Generell fällt mir auf, dass ich Dich was das Älter werden angeht, längst eingeholt habe. Ich versuche mein Leben so auszurichten, dass ich viel mitnehme, was zu genießen ist, Menschen, die mich ganz offensichtlich nicht mögen, nicht dazu zu zwingen es zu tun und mein Leben eben zu leben solange es geht. Damit der Blick von meiner Wolke irgendwann entsprechend zufrieden sein kann. Wenigstens ansatzweise zufrieden.

Das Leben leben ist wichtig. Nicht das Leben ertragen.

Montag, 17. Dezember 2012

Luxus oder Quälerei

Die Teamchefin meint es diese Woche ernst. 
Sie hat jetzt einen Trainingsplan, den ihr Trainer auf Grund eines persönlichen Fragebogens aufgestellt hat. Und weil sie ihr Licht immer unter den bekannten Scheffel stellt, ist der Trainingsplan ganz übersichtlich ausgefallen. Sie muß diese Woche täglich trainieren, wild Rad fahren, durch die Gegend schwimmen, mit dem Maskottchentier rumrennen und mit uns zum Athletiktraining fahren. 

Athletiktraining steht bei ihr nämlich auch auf dem winzigen, abgespeckten Trainingsplan. Ganz offensichtlich hat der Trainer da den Durchblick, weil er weiß, dass ein Trainingsplan nur mit Athletiktraining vollständig ist. Tja und weil wir die Teamchefin nach bestem Wissen unterstützen, kommt sie also morgen mit. Und damit ich morgen nicht dastehe und sagen muß, dass ich meine Hausaufgaben nicht gemacht habe, ziehe ich mich gleich nach der Arbeit um, lege ein paar Reflektionsbänder an und laufe los. 

Ich laufe heute mein Programm alleine und an der Straße entlang. Erst 200m laufen, dann 8 gesprungene Kniebeugen und das ganze vier mal. Dann geht's weiter mit 200m laufen und 6 Ausfallschritten und das insgesamt 5 mal. Und dann soll ich noch 30Minuten rumrennen. Nach 20Minuten holt mich der Zeugwart ab. Training mit Fahrservice ist natürlich Luxus pur. Toll. 
Von Luxus kann man bei den gesprungenen Kniebeugen leider überhaupt nicht sprechen. Die sind so anstrengend, dass ich beim letzten Mal kaum mehr runterkomme, geschweige denn hochspringen kann. Eine einzige Quälerei. Die Ausfallschritte im Anschluß sind dagegen wahre Erholung. Allerdings merke ich meine Oberschenkel so extrem, dass jeder Schritt im anschließenden Laufprogramm deutlich wahrnehmbar ist. Unbemerkt oder nebenbei laufen ist heute nicht möglich. 

Ich soll 30min Fahrtspiel machen. Schnell und langsam im Wechsel schaffe ich ganz gut. Meine schnellste Zwischeneinheit sind 5:33min/km. Aber meine Oberschenkel sagen bei jedem Schritt hallo. Und zwar deutlich. 

Als wir dann wieder zu Hause sind, mache ich noch die 80er Jahr Jane Fonda - Übung mit ihren vier Einzelübungen und 30 Wiederholungen pro verrückter Einzeltragik. Und dabei denke ich wieder an die Hinterntheorie und hoffe, dass der Krampf im seitlichen Oberschenkel irgendwann besser wird. 

Sonntag, 16. Dezember 2012

Ich kann 10.

Heute muß ich alleine meine Hausaufgabe machen. Der Zeugwart kann noch nicht wieder rumrennen und so mache ich das also alleine. Es ist nämlich diese Woche vorbei mit dem Kuschelkurs und dem locker-daheim-Hausaufgaben machen. 

Kurzes warm-up mit Laufen und Ausfallschritten. Die ersten zwei "Runden" sind schrecklich und ich tue mich sehr schwer. Es ist windig, kalt und feucht hier draußen. Die Sonne schaut nur ab und an mal vorbei und überhaupt wäre ich lieber drin vor dem Fernseher oder auf der Couch oder Beides. Mir fallen viele Sachen ein, die ich grad lieber tät. Die Vereinsmädels fahren gerade Rad auf dem Ergometer... ich wäre heute mit ihnen draußen gefahren, aber der Handschlag hat gestern nicht statt gefunden. 

Aber weil es nichts nützt und ich ja nun schon mal hier bin, laufe ich auch weiter. Und schon geht's besser. Die Ausfallschritte werden einfacher und ich fühle mich plötzlich ganz gut. Nach dem Warm-up ist das eigentliche Programm dran und ich muß 200m Sprints machen und danach 10Kniebeugen. Das Workout ist fünf mal zu wiederholen. 
Puh. Fünf mal ist ordentlich. 
Hier ist ganz schön viel los am Main und ich habe einige Zuschauer. Das ist aber kein Problem. Sicherlich wissen die sofort bei der ersten Kniebeuge, dass ich ganz offensichtlich spinne und machen sich keine weiteren Gedanken darüber. Oder es interessiert sie nicht die Bohne und nur ich bin wieder diejenige, die sich sinnlos darüber Gedanken macht. 

Ich mache also meinen ersten Sprint, renne an einem älteren Ehepaar vorbei und weil ich unsere Windweste vom Tria-Team trage, hat der Herr gleich einen Grund seine Frau mit seinen Weisheiten zuzuquatschen. Die arme Frau bekommt also gleich von ihrem Gatten erklärt, dass ich meine Kniebeugen deshalb mache, weil ich beim Reinrennen ins Wasser meine Knie hoch anheben muß, um vorne loszuschwimmen. Aha. Der Herr verfolgt ganz offensichtlich den Ironman im Fernsehen?! Im vorbeigehen beurteilt er noch, dass ich die Kniebeugen genau richtig mache, nämlich den Hintern so rausstrecke, als würde ich mich aufs Klo setzen. Dann muß ich weiter sprinten und zwar außerhalb der Hörweite des Herren. Schade, ich hätte ihm gerne weiter gelauscht. 

Die nächsten Sprints sind im menschleeren Raum und auch die Kniebeugen finden nur unter der Beobachtung von ein paar Radlern statt, die aber natürlich nicht anhalten um mich mit ihren Weisheiten zu unterhalten. Und so laufe ich nach den Kniebeugen und Sprints locker wieder heim. 

Dort erwartete mich der Zeugwart samt Matte und Stoppuhr und schon gehts hier weiter. 

Ellbogenstütz, Seitenstütz und 10Liegestütz. Mir wird schlecht. 
Ich finde es ganz ätzend, hab im Arm kaum Kraft und kann mich kaum richtig halten. 

Ich schwanke, habe Durst und Hunger und weil ich mich so quäle, gibt mir der Zeugwart ganz zum Schluß noch einen alles entscheidenden Tipp: Ich soll bei den Liegestütz einfach mal meinen Hintern anspannen. 

Da isser wieder der Hintern. Oh man. Dieses ganze Athletiktraining dreht sich immer nur um meinen Hintern. Unglaublich. Ich spanne ihn also an und statt mich bei 5 Liegestütz vollkommen erschöpft abzulegen und mich danach weitere fünf zu quälen, mache ich mit angespanntem Hintern einfach 10 am Stück. Das ist doch was. 10 am Stück. Ich kann tatsächlich 10 am Stück! Hintereinander, ohne Pause. Irre. Und das nur, weil der Hintern angespannt ist. 

Nachdem ich noch zwei Durchgänge der Skispringer-Halteübung gemacht habe, soll ich stretchen. Ich greife zu unserer neuen Rolle und wälze mich ein bischen drauf rum. Auch mit unserer Rolle ist das Wälzen denkbar unangenehm. Gerade die Oberschenkel und meine Baustelle, der Rücken, tun wirklich  arg weh, wenn ich mich hier so drüber wälze. Angeblich soll es besser werden. Wann genau kann mir aber keiner sagen. Ich hoffe das Beste. 

Samstag, 15. Dezember 2012

Triathleten lieben Torte

Bisher haben wir noch keine Hausaufgaben von Ingo bekommen, also widme ich mich, ganz hausfraulich, der Küchenarbeit. Der Zeugwart ist heute früh fleissig im Büro und ich eben in der Küche. Da bin ich sowieso viel zu selten und so verbringe ich heute gleich ein paar Stunden am Stück vor Ort, saue mit Teig, Dekorschokolade und Puderzucker rum, knete Fondant und beweise eine ruhige Hand. 
Heute Abend ist nämlich Triathlon Team Fechenheim Vereinsweihnachtsfeier. Und von uns kommt eine Nachtischtorte für das recht umfangreiche Buffett. 



Donnerstag, 13. Dezember 2012

Die Hinterntheorie

Nachdem ich heute darüber aufgeklärt wurde, dass eine der stärksten Frauen die mir bisher so untergekommen ist, Gott lob, ein für mich unerreichbares Geburtsjahr hat, habe ich beschlossen, dass wir in unterschiedlichen Ligen tätig sind und mich deshalb auf eine neue Strategie eingestimmt. 

Heute mache ich sie fertig. Alle. 
Soviel ist sicher. 

Wir sind heute vier Männer und ich und die Tafel ist nicht gewischt. Das verheißt nichts Gutes. Die Tafel, nicht die Männer. Auch als uns Ingo das heutige Programm erklärt und als Täuschung zum Schwamm greift, weiß ich, dass es genau das bedeutet. Nichts Gutes. Statt wegzuwischen und ein leichtes Programm anzuschreiben, wischt er nur wenig weg und schreibt größere Zahlen hin. Das bedeutet mehr Wiederholungen. Das ist anstrengend.

Zum Warm-up gibt es die Sandsackaufsteher, Kniebeugen und Sit-ups. Der Fußball-Marc und ich sind heute gut drauf und so absolvieren wir zwei das Warm-up fast synchron. Der Zeugwart, dessen Bänder noch gegen dieses Warm-up Programm sind, macht ganz geordnet ein anderes Warm-up. Und während ich so meine Kniebeugen hinhechel, macht der Zeugwart Liegestütz. Am Stück. Ich bin schockiert und muß nochmal neu zählen. 

Das eigentliche Sportprogramm beginnt ja erst. Wir müssen Step-ups machen und zwar mit und ohne Sandsack. Dann stemmen wir den Sandsack knieend von rechs nach links über unsere Köpfe. Dabei wabbelt der hin und her und macht irgendwie nicht so gut mit. Ingo weiß das, wahrscheinlich hat er vorher mit dem Sandsack was vereinbart? Mein Sandsack trägt eine 25 drauf und ich habe schwer was zu wuchten. Dass der aber auch so unhandlich ist.
Egal, ich liege vorn. Und ich denke an die Treppe in Köln, der ich im September zeigen möchte, wo der Hammer hängt.

Wir machen insgesamt 5 Wiederholungen und haben alle ganz schön zu beissen. Aber ich freu mich sehr darüber. Unglaublich eigentlich, aber ich bin klatsch naß geschwitzt und vollkommen fertig.
Die 5.Wiederholung kostet mich massiv Überwindung und ich bin wirklich drauf und dran Ingo den Sandsack vor die Füße zu knallen. Aber er hat Glück. Der Sandsack bleibt auf meinen Schultern, ich mache den Durchgang fertig und begebe mich zum nächsten Zirkel. Ich liege noch immer vorn.

Hier muß ich den Ellbogenstütz und jede Menge anderer Übungen halten und dann noch diese 80er Jahre Jane - Übung machen, bei der mein Hintern angeblich knackig werden soll. Auf den Zeitpunkt warte ich ja noch. Ob der jemals knackig wird? Ich glaube gerade diese Hinterntheorie ist eine massive Verarsche. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. An meinem ist zumindest in den letzten Wochen keine Veränderung festzustellen, außer, dass ich manchmal so bösen Muskelkater habe, dass ich kaum sitzen kann. Aber das interessiert hier ja nur bedingt.

Nachdem auch der Hintern das knackig-mach-Workout überlebt hat, bin ich fertig. Und weiterhin vorne.

Das heißt, ich habe alle Männer in die Tasche gesteckt. Gut, keiner von denen wußte, dass wir heute gegeneinander antreten und dieser Workout ein Wettbewerb ist, aber ist ja egal. Ich wußte es, darauf kommt es erst mal an. Und ich habe sie in die Tasche gesteckt. Die Männer. Und den Sandsack.
Die Kölner Treppe macht mir keine Angst mehr!

Tja... aber ob der Hintern jemals knackig wird steht wohl in den Sternen. Oder man liest es aus den Schneeflocken heraus, die haben Darmstadt nämlich fein säuberlich bedeckt, als wir nach Hause fahren. Ich sitze stolz wie Oscar im Auto, fahre durch den Schnee und freue mich diebisch, dass ich vorne lag und fühle mich unsagbar stark nach diesem Sandsackworkout.

 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Po? Hab ich genug.

Ich merke sofort, dass die Fitten keine Entlastungswoche haben, als wir im Core-Sportclub ankommen. 

Die jonglieren mit Kettlebells, machen zügige Squats und andere Aufsteher und zu allem Überfluß springen sie mit beiden Füßen gleichzeitig auf einen Kasten, den ich extrem hoch finde. Ich weiß sofort, dass ich 1. niemals überhaupt da hoch springen könnte und mir 2. schon beim vorsichtigen Versuch selbiges zu tun, alle Zähne ausschlagen würde. Ich bin sehr froh, dass wir ja unsere Entlastungswoche haben und Ingo versprochen hat, Kenneth darüber zu informieren. Die Hoffnung stirbt zuletzt. 

Bei den Fitten macht einer von Momo's grauen Herren mit. Er ist schrecklich durchtrainiert, super fit und scheint zumindest nur aus Muskeln zu bestehen. Wäre er jetzt auch noch supercool, könnte er Kenneth fast Konkurrenz machen. Da er aber hoch konzentriert, wie es graue Herren nun mal sind, seine Übungen absolviert, kann ich nicht feststellen wie supercool er tatsächlich ist. Wahrscheinlich hat er Kasjopaja in der Umkleide versteckt und springt hier nur so flott auf den Kästen rum, weil seine Zeitzigarre bald alle ist. 

Als die Fitten fix und vor allem fertig sind, geht es mit uns weiter. Obwohl ich wieder mal versuche eins mit der Wartebank zu werden gelingt mir das auch heute nicht. Kenneth entdeckt mich sofort und schon geht es los. Unser Fußballer ist wieder gesund und bekommt Gesellschaft von zwei weiteren Fußballern. Die bekommen heute ein extra Training ganz im Namen des Balles. Das Runde muß ins Eckige und so weiter... und das Ganze eben ohne Ball. 

Ich habe ja Entlastungswoche. Sagt Ingo. 

Und Kenneth gibt meinem Hirn was zu tun, indem er einfach nichts von meinen Übungen auf die Tafel schreibt, sondern mir lediglich sagt, damit ich mir alles merken muß. Mein Hirn ist also nicht entlastet heute. Was soll's? 
Ich merke mir alles und wir legen mit dem Warm-up los. Wir machen 5 Liegestütz, 10 Sit-ups und dann eine 3er Stretch Kombi. Die 5 Liegestütz gehen mir ja ganz leicht von den Oberarmen. Irre. Ich muß immer wieder dran denken, dass das zu Beginn des Trainingsprogramms kaum möglich war... und das in einer Entlastungswoche jetzt. Verrückt. 10 Sit-ups hätte ich auch nie hinbekommen, am Stück. Und da wir das Warm-up ja in vier gleichen Runden machen, absolviere ich herrlicherweise gleich 20 Liegestütz und 40 Sit-ups. Als Aufwärmprogramm! 
Kenneth hat heute früh einen Clown gefrühstückt, denn er kommt danach an und fragt mich mit ernster Miene, ob ich warm bin. Ha ha. Wieso muß er das nach diesem Programm fragen? Die Welt ist wirr, so kurz vor ihrem Untergang. Kenneth sieht mich auf jeden Fall an, als meinte er seine Frage ernst. Und ich gebe sofort Antwort, alles ist warm. Kein Thema. 

Wir machen ein Po-lastiges Programm. Das paßt mir gut. Po habe ich immerhin genug, immer dabei, quasi immer "am Mann" und "lastig" ist der auch. Vielleicht kann ich morgen nicht mehr sitzen, darauf kann Kenneth aber heute keine Rücksicht nehmen. Ist klar. Wir machen immer 6 Wiederholungen der Übung. "Bis der Hintern brennt" wäre auch ein guter Richtwert für diese Übung, zumindest bei mir. Das ist doch ein riesen Muskel... warum ist der bloß so schnell müde? 

Als das Programm rum ist und ich es kaum glauben kann, dass wir wirklich schon durch sind und mein T-Shirt nicht komplett durchnäßt ist, weil es tatsächlich gar nicht so anstrengend war, überlege ich mir noch meine Weihnachtswünsche. 
Immerhin ist der Kurs an Heilig Abend vorbei. Wir haben also noch vier Trainingstage in Darmstadt und noch vier Hausaufgaben. Dann sind wir durch. 

Total schade eigentlich. Vier mal die Woche dieses Training ist zwar echt viel und ich bin auch froh, wenn ich mal wieder "in Ruhe" laufen gehen kann oder einfach nur auf die Rolle eintrete, aber ich werde es auch vermissen: 
Die Fitten, die nicht auf jemanden wie mich herabsehen sondern mich jede Woche erneut motivieren und das ganz ehrlich. 
Die verrückten Tiere, die sich mit den Step-ups bis Weihnachten verausgaben und für dieses -mehr oder weniger- angenehme Nebengeräusch sorgen. 
Die Zeitungsgruppe, die so bunt gemischt und trotzdem so wunderbar fit ist, dass ich echt Respekt vor dem Job habe. 
Der Fußball-Mark, der Klimmzüge locker aus der Hüfte macht, wenn ich, wie ein nasser Sack, daneben hänge und das schon anstrengend genug ist. 
Ingo, der gerne der nette Cop ist, sich aber oft genug als böser Cop verhält und ein herrlicher Motivator ist, weil er sich immer sicher ist, dass ich kann was er sagt. 
Kenneth, dessen Strahlen, weil ich fünf Liegestütz am Stück schaffe, so unbeschreiblich ist, obwohl er wahrscheinlich 100 am Stück kann und für 5 noch nicht mal aufstehen würde. 

Ich bin ganz sicher, dass ich mich noch sehr lange an dieses Athletiktraining zurück erinnern werde, es war einfach eine herrliche Abwechslung. 

Und weil dann auch gleich Weihnachten ist, weiß ich schon genau, was ich mir für die vorerst letzten Trainingstage wünsche. 

Claudi's Wunschliste:
  1. Liegestütz mit Gewichten und immer einen Arm samt Gewicht hochziehen
  2. Dinosaurier Balance-Übung
  3. Rückenlage, Bein auf Bank, Hintern hoch
  4. Lange Stange samt Gewichtsscheibe an den ausgestreckten Armen nach rechts und links neben den Körper führen (Stange hat den Sandsack als Gegenspieler)
  5. Gewichte über Kreuz über den Kopf und hinter den Kopf
  6. Aufstehen mit dem Sandsack
  7. Squats mit Kettlebell vor der Brust
  8. und natürlich step-ups


Vielleicht habe ich Glück und der Weihnachtsmann, Ingo und/ oder Kenneth liest die Liste und richtet das Training noch mal danach aus? Glaube ich überhaupt an den Weihnachtsmann? Nicht so wirklich. Deshalb habe ich Kenneth heute nach dem Umziehen noch schnell zumindest ein paar meiner Lieblingsübungen genannt. Falls hier keiner mitliest. 

Zu Hause angekommen bestellt der Zeugwart erst mal eine Tatortrolle. Das soll wohl heißen, dass wir bestimmte Sachen auch nach Weihnachten noch machen? Ich befürchte es fast. 

Montag, 10. Dezember 2012

Die Tatortrolle

Der Schnee ist fast komplett weggetaut. Schade, ich hätte heute noch mal gefegt. Ich hatte sogar Angebote weitere Gehwege frei zu fegen... aber gut, dann eben nicht. 
Zum Sport machen habe ich aber auch nicht wirklich Lust. Meine Unterarme tun oben drauf weh... ich weiß aber nicht warum. Und außerdem habe ich Schneeunlust. Zumindest so was in der Art. 

Ich will auf jeden Fall aufrichtig die Sporthausaufgabe von heute einfach nicht machen. Ich will sie ausfallen lassen und einfach direkt ohne Umweg auf die Couch. 

Aber der Zeugwart läßt das nicht gelten. Gut, dass wir den Sportkurs gemeinsam machen. Ehrlich. 

Ich mache also mit. Na super. 
Heute sind es insgesamt vier Runden. 

Begonnen wird mit dieser unleidlichen harten Rolle. Dabei tut mir genau wieder alles weh, was mit der Rolle in Berührung kommt. Ich seh da wirklich überhaupt gar keinen Sinn drin und es ist außerdem auch noch nicht mal angenehm. Na ja. Erst sind die Waden und Oberschenkel dran. 
Dann schwinge ich den Besenstiel und kümmere mich um meine Schulter. Im Anschluß gibt's Gelenkzirkel und Ausfallschritte. Und weil das mit der Rolle ja total super ist, machen wir das dann gleich noch mal für den Hintern und den Rücken. Das ist noch unangenehmer als die Beine und ich jammer einfach nur leise rum. Mein ganzer Körper ist bei dieser Übung verspannt. Ich bin so angespannt, dass es mich wirklich wundert, dass ich überhaupt noch atme. Ungefähr so, ging es mir gestern beim Tatort auch. Total verspannt. 

Ich laufe dann noch in den Liegestütz, schwinge weiter den Besenstiel und halte mich für 15Sekunden auf den Unterarmen. 

Und ich bin fix und alle danach.  Und mache aber alle vier vorgeschriebenen Wiederholungen. Diese Tatortrolle macht mich jedes Mal richtig fertig, weil es einfach richtig weh tut. Gerade am unteren Rücken ist die Tatortrolle fast unerträglich. Meinen Schmerzpunkt am oberen Rücken behandle ich heute nur einmal und weiß dann auch gleich, dass selbst das keine so besonders gute Idee war. 

Was bin ich froh, als ich endlich auf der Couch sitze. 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Warm durch Schnee

In ganz Deutschland ist der Winter eingezogen. Als wir heute früh aufwachen schneit es richtig stark, es ist windig und eisekalt. 
Wir müssen keinen Schnee schippen. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich es so gerne mache? Ich weiß es nicht. Heute habe ich auf jeden Fall zweimal rund ums Haus Schnee gefegt und dabei festgestellt, dass selbiges extrem anstrengend ist. 
Es hat gute 5cm geschneit, als ich das erste mal mit dem Fegen durch war. Dann bin ich durchs Haus gewirbelt und habe das Treppenhaus, was durch Schnee und Salz ordentlich in Mittleidenschaft gezogen wurde, gereinigt. Und als ich dann auch noch durch die Küche durch war, bin ich wieder raus zum Schnee fegen. Wieder 5cm weggefegt. Verrückte Welt.  

Und weil wir ja gerade Entlastungswoche haben, müßte ich jetzt eigentlich keinen Sport mehr machen. Schnee fegen ist schließlich anstrengend genug. Und Hausarbeit auch. 

Der Zeugwart denkt aber, dass der Cheftrainer das nicht gelten läßt. Also holt er aus dem Keller einen Besenstiel hoch und wir legen im Wohnzimmer los. Das Training besteht aus Gelenkübungen, einem tanzenden Besenstiel und Rumtollen. Wir haben nämlich diese schmerzbringenden Rollen ausgeliehen bekommen. Sehr unangenehm. 
Nach drei Durchgängen sind wir durchgeschwitzt und das Programm ist beendet. 

Und ich könnt grad wieder raus gehen und wieder Schnee fegen... mein freier Weg ist mittlerweile nämlich wieder total zugeschneit und kaum mehr zu sehen. Aber ich muß ja nicht. Also verbringe ich den restlichen Sonntag auf der Couch. Das ist auch sehr schön. 

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Ingo sieht's

Sicherlich turnen wir heute mit Nikolausmützen, machen Rentierweitwurf und packen Geschenke ein. So zumindest die Vermutung der Teamchefin. Immerhin ist der Nikolaustag und der Trainer sagt, eine nicht so anstrengende Woche würde anstehen... vielleicht läßt er deshalb gütlicherweise den Rentierweitwurf weg? Wir werden sehen. 

Die Gruppe des Darmstädter Echos ist, wie jede Woche, vor uns dran und bei denen sieht es absolut nicht nach Entlastungswoche aus. Die turnen was das Zeug hält, hüpfen durch Ringe, stemmen Kettlebells und sind wahnsinnig engagiert. Ich bin beeindruckt, wieviel Kraft in manchen Körpern steckt, denen man das so von außen gar nicht wirklich ansieht. Himmel was hab ich Vorurteile, offensichtlich. Ist ja schrecklich. Die Echo's sind auf jeden Fall auf dem besten Weg sehr bald zu den Fitten zu gehören

Als wir dran sind, erklärt uns Ingo tatsächlich, dass es heute nicht auf Belastung sondern auf die Qualität der Ausführung ankommt. Ich ahne, was das heißen soll. Er wird ganz genau hinschauen, ob alles laut Ansage angespannt ist, jede Übung perfekt ausgeführt wird und alle Muskeln genau die Arbeit machen, die er angibt.  Einerseits total gut... aber das wird trotzdem eine anstrengende Sache. Mir macht er nichts vor, dafür bin ich schon "zu lange" hier. Ich hab ihn durchschaut. Nützen tut mir das heute aber natürlich nichts.

Wir beginnen mit dem Warm-up.
Der liest sich wirklich nicht sehr anstrengend denn es hat jede Menge Gelenkbewegungen drin, die wir ordentlich und bewußt ausführen müssen. Wir brauchen ungefähr 20Minuten für das Warm-up. Und, obwohl die paar Ausfallschritte, der Besenstiel und die Matte mir mittlerweile wohlbekannt sind, ist das Warm-up trotzdem anstrengend. Schludern ist ja nicht... Ingo schaut. Und zwar immer genau dann, wenn mein Hintern nicht perfekt angespannt ist, oder die Arme nicht neben den Ohren, sondern davor rumeiern. Ist irgendwie klar. Er weiß genau, wann ich schwächel und Gefahr laufe zu schummeln. Fies. Seine Augen sind überall. 

Das Schlimmste heute ist diese graue Rolle. Sie ist aus hartem Schaumstoff und total unnachgiebig. Sie massiert und das äußerst unangenehm. Wir rollen uns da schon seit Wochen drauf rum, und gerade das Rollen über die Waden oder den Rücken ist mir dermaßen unangenehm, dass ich es kaum aushalten kann. In der Trainingswoche, die heute beginnt, spielt die unsäglich Rolle leider ihrerseits eine Große. Gerade mein Rücken leidet ungemein, ich kann mir diese Schmerzen einfach nicht selbst zufügen. Es ist genau wieder der eine Punkt, der mir weh tut. Unfassbar. Da isser also wieder. 

Nachdem wir warm sind und das Rollendesaster vorübergehend pausiert, geht es mit dem Workout weiter. Von Rentierweitwurf keine Spur. Statt dessen mache ich den Skispringer, aber äußerst konzentriert. Paßt ja zum Wetter, immerhin schneit es gerade recht regelmäßig. Dann mache ich die Unterarmhalteübung 15Sekunden lang und stelle fest, dass 15 Sekunden extrem kurz sind. Ich kann ja viel länger. 15 Sekunden merke ich gar nicht. Vor vier Wochen war das noch anders. Interessant.

Die nächste Übung habe ich mit der "ich wiege nichts-Stange" am Dienstag bei Kenneth gemacht, damit ich sie lerne. Und heute sagt Ingo, dass ich mir doch gleich mal zwei 7kg Hanteln schnappen soll um die Übung zu machen. Also entweder hat Kenneth behauptet, dass ich die Übung perfekt ausgeführt habe und ich darf sie deshalb schon mit Gewicht machen, oder Ingo hat ein grenzenloses Gottvertrauen in Kenneth's Erklär- und Schulungskünste. Ist mir auch egal 14kg sind super schwer und ich müh mich hier voll ab. Und Ingo sieht alles, keine Unsauberkeit entgeht ihm. Wie schafft er das bloß?

Der Zeugwart und ich machen außerdem noch Partnerkniebeugen und lachen uns halb tot, weil wir ganz locker 8Stück seil-synchron hinbekommen und beide genau wissen, dass das vor ein paar Wochen gänzlich unvorstellbar gewesen wäre.

So fertig bin ich heute gar nicht. Aber meine Muskeln wissen, dass sie was gemacht haben. Und mein Rückenpunkt motzt... und zwar deutlich wahrnehmbar. Am Dienstag bei Kenneth habe ich immer noch Entlastungswoche. Die Teamchefin, die am Dienstag mitkommen möchte um sich die Blogposts mal aus nächster Nähe, live und in Farbe zu gönnen, hat allerdings keine Entlastungswoche. Da kann sie Kenneth mal zeigen, warum sie eben die Teamchefin ist.
Aufrecht wie selten fahre ich nach Hause und habe wegen der Rolle und den anstehen Hausaufgaben leichte Beklemmungen. 

Adventskalender

Wie es sich im Advent gehört, öffnen wir täglich ein Adventskalendertürchen. 

Der Zeugwart hat einen Müsli Adventskalender bekommen und probiert jeden Tag eine neue Sorte von My Muesli die sich hinter einem der Türen versteckt. Der Quader ist ordentlich groß, immerhin müssen auch 24 to go Becher reinpassen. 

Ich dagegen vergnüge mich mit den Türchen im Internet. Täglich absolviere ich gleich ganz früh einige Klicks um die verschiedensten Adventskalendertürchen zu öffnen. Dabei gibt es Türchen, die sich nur mit der Beantwortung von Rätselfragen öffnen lassen, und Türchen, die praktisch schon offen sind, wenn man draufklickt. Das ist ja einfach. 
Bei jedem Türchen gehört natürlich immer etwas Glück dazu. Ich bin schließlich nicht die Einzige, die mitmacht und das entsprechende Geschenk gewinnen will. Mittlerweile mache ich aber nur noch mit, wenn ich den Gewinn auch tatsächlich haben möchte. Ich habe ja -zumindest etwas- dazugelernt. 

In diesem Jahr habe ich auch den Adventskalender von Achim Achilles entdeckt. Da gibt es -für mich- wirklich tolle und sehr brauchbare Gewinne. Jacken, Laufoutfits, Laufbücher, usw. so habe ich auch beim Abreißfotokalender mitgemacht am 4.12.. Was eine klasse Idee jeden Tag ein Laufbild abzureissen, auf so etwas käme ich ja nie selbst. 

Tja und was soll ich sagen... ich hab den Kalender gewonnen! Danke an die Glücksfee, die mich ausgelost hat! Echt super. Wenn ich ihn bekomme, folgt natürlich ein Foto! Ich freu mich aber vorab schon mal ordentlich... 

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Die Plätzchentüte

In unserer Küche gibt es eine Tüte mit Weihnachtsplätzchen. Selbstgebacken, ist ja eigentlich klar.

Sie steht da jedes Jahr und zwar seit dem ersten Adventssonntag. Das ist nämlich seit Jahren der Übergabetag der fleißig Bäcker, die seit Mitte November ihre Freizeit damit verbringen viele verschiedene Sorten leckere Weihnachtsplätzchen zu backen. Die Tüte hat traditionell eine extrem kurze Halbwertszeit, weil einfach für jeden unserer Geschmäcker etwas drin ist und wir gerne naschen. Wir können diese Plätzchen einfach nicht stehen lassen.

Bisher war das so.

Jetzt steht die Tüte da und wird nicht geöffnet. Und das schon seit drei Tagen. Sie ist weiterhin fest verschlossen, ihr Aroma hält sie zusammen, genauso wie ihren kompletten Inhalt.

Und das liegt nicht daran, dass ich mich schwer zurückhalte oder gar selbst kasteie. Es liegt auch nicht daran, dass ich -dank des gestrigen Trainings- den Knoten des Verschlusses nicht lösen könnte, weil meine Arme schwach sind. Ich habe einfach nach dem Training keinen Appetit mehr auf Weihnachtsplätzchen. Irgendwas stimmt da nicht. Das ist ja noch nie passiert.

Und so wird die Plätzchentüte diese Adventszeit anscheinend wesentlich länger halten als in den vergangenen Jahren. 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Ich bin Rudolf.

In typisch deutschem Weihnachtswetter, 5°C und Regen, fahren wir heute nach Darmstadt. Ich habe in dieser Woche keine Hausaufgaben geturnt, weil der Samstag mich mit den vielen Krämpfen so richtig gebeutelt hat. Der Zeugwart dagegen war gestern Abend fleißig und hat unser Wohnzimmer in eine Sportbox verwandelt. Wenigstens hat der Trainer via Nachricht angekündigt, er hätte mein Leiden gesehen, es täte ihm leid und diese Woche würde es langsamer von statten gehen.

Heute geht es im Sportclub in Darmstadt also weiter mit dem Athletik-Programm. Die Gruppe vor uns ist heute erstaunlich groß und weil sie sich richtig abmühen, verschwinde ich besser erst mal in die Umkleide. Als ich fertig bin und den Fitten zuschaue denke ich -wie so oft- dass 90% der Übungen für mich einfach unvorstellbar sind. Da wird sich zum Beispiel hingekniet und Hanteln werden über dem Kopf balanciert. Meine Kennethmuskeln wissen sofort was Sache ist, obwohl sie ja nur auf der Wartebank sitzen. Proaktiv nennt man das wohl? 
In der Arbeitswelt wird das ja oft gerne gesehen.
Zu allem Überfluß kommt eine der Fitten zum nachtanken an die Bank und sagt, dass es heute locker zugehen würde. Ich weiß nicht was in ihrer Flasche drin ist, aber es scheint der Zaubertrank der Gallier zu sein. Oder zumindest etwas sehr ähnliches. Nach locker sieht das Programm beim besten Willen nicht aus.

Ich versuche eins mit der Bank zu werden, denn es sieht stark danach aus, dass wir heute mit Kenneth alleine sind. Das riecht schon ziemlich anstrengend und mir ist sofort etwas unwohl. Also setze ich alles daran unsichtbar zu werden. Klappen tut es nicht.
Und als er uns schließlich ruft und wieder mal nicht zum Schwamm greift, fühlen sich nicht nur meine Kennethmuskeln bestätigt. Wir machen uns warm und ich darf mich an einer Eisenstange versuchen. Die wiegt praktisch nichts, sagt Kennth, aber das ist egal. Ich lerne die Bewegungsabläufe, rücke mein Becken ruckartig nach vorne um die Stange laut Kenneth's Aussage "fast schwerelos" zu machen und übe. Auch eine ganz leichte Stange kann auf Dauer übrigens recht schwer werden, und von schwerelos merke ich auch bisher wenig. Leider. Ich bin da auch wirklich ein Bewegungslegastheniker. Furchtbar. Hoffentlich sieht keiner zu. Kenneth sagt, wenn ich die Bewegungsabläufe kann, werde ich die Übungen mit Gewicht auf der Stange durchführen. Ich hoffe inständig, dass ich dämlich bin und die Übungen nicht hinbekomme, bis der Athletikkurs vorbei ist. Das Ganze auch noch mit Gewicht wird mich umbringen. Ganz sicher. 

Als wir fertig sind stemmen wir Kettlebells. Auf dem Rücken liegend jeweils eine 8kg Kettlebell in die Hand und dann senkrecht nach oben damit. Himmel, wie anstrengend. Sind doch nur 8kg pro Arm. Schummeln kann man hier auch nicht, aber das ist im Kurs ja eh verpönt. Ich würde ja nur mich selbst beschummeln... also stemme ich fleißig. 8g sind unglaublich schwer. 
Nach 4 Wiederholungen für jeden Arm geht es wintergerecht an einen Schlitten. Den beschwert Kenneth vorher mit 30kg, die er federngleich durch die Halle trägt,  und dann ziehe ich ihn im sitzen über die komplette Hallenlänge bis zu mir. An einem dicken Tau. Und wieder muß ich mich fragen: wer kommt auf solche Ideen, und warum liegen eigentlich keine Geschenke auf dem Schlitten?
Der Schlitten wiegt so sicherlich schon ordentlich was, aber mit 30kg extra ist es wirklich hart. Jetzt noch eine rote Nase und ich bin Rudolf.
Der anschließende Taubenstretch ist nur eine halbe Erholung. Außerdem ist der was für die Beine... und bei mir sind die Arme angestrengt. Aber gut.

Ich diskutiere nicht mit dem Trainer. Der ist so schon kreativ genug.

Nachdem ich wirklich schon auf dem Zahnfleisch gehe, erklärt mir Kenneth, dass jetzt Kniebeugen mit Gewichten dran sind. Ich nehme eine Kettlebell vor die Brust und lege los. Die Übung kenne ich. Aber die Rechnung habe ich ohne ihn gemacht...ich soll beide 8kg Kettlebells nehmen und zwar gleichzeitig und damit Kniebeugen machen. Ich glaube es kaum. Schon das Halten der 16kg vor meiner Brust ist super schwer, immerhin soll ich die Ellbogen nach außen drehen und hoch halten. Nachdem ich vier Kniebeugen habe und mächtig aus der Puste bin, fragt mich Kenneth "wieviele hast Du schon?" und ich hauche ihm vollkommen fertig nur ein "vier" entgegen. Seine Antwort darauf ist lediglich, "dann machst Du einfach noch eine" klar, denn es stehen fünf an der Tafel. Also mache ich halt wirklich einfach noch eine. Es bleibt mir ja schließlich nichts anderes übrig. Er hätte ja auch die Chance gehabt mich mit vier gehen zu lassen. Hätte.
Anschließend wird gerudert, was absolut ok und locker ist, denn obwohl ich alles gebe, ist diese Bewegung total leicht für mich.
Jetzt geht es an waagerechte Klimmzüge. Klimmzüge egal in welcher Form sind ja mein Feinde und so würge ich mir auch in dieser Variante wieder was zurecht, es ist nicht feierlich. Überhaupt nicht.

Aber bis zu den Feiertagen ist ja auch noch Zeit. Gott sei Dank.
Immerhin ist der Schlitten auch noch nicht mit Geschenken gefüllt.

Unter der Dusche sehe ich schockiert auf den Schraubverschluss des Shampoos und überlege mir ernsthaft, ob meine Arme es überhaupt schaffen das Shampoo zu öffnen. Da mir aber keiner zu Hilfe kommt, gebe ich einfach mein Bestes. So wie beim Schlitten ziehen. Oder wie beim Kniebeugen machen mit 16kg Extragewicht. Mit gewaschenen Haaren fahren wir heim. Ich träume von den Weihnachtsrentieren. 

Montag, 3. Dezember 2012

Claudi ohne Joey in Köln

Im aktuellen Running Magazin findet sich auf Seite 128 ein kurzer Bericht und ein paar Fotos von meinem Halbmarathon in Köln...

Samstag, 1. Dezember 2012

Winterlaufen in Rodgau

Seit gestern früh schmerzt mein Oberschenkel am Knie so dermaßen, dass ich froh bin mit dem Aufzug ins Büro zu fahren und keine Treppe benutzen zu müssen. Meine Waden beginnen dann gestern nachmittag zu zwicken und seit gestern Abend gibt mein Rücken ebenfalls regelmäßig laut. 
Ich kann es keinem Körperteil verübeln, immerhin haben wir am Donnerstag ein sehr anstrengendes Training gemacht und mit insgesamt 480 Step ups habe ich gerade den Beinen sicherlich was Ungewöhnliches zugemutet.

Kein Wunder also, dass ich heute kaum aus dem Bett komme. Alles tut mir weh.

Aber die Teamchefin hat mich heute als Mitläuferin bestellt und so fahren wir zur Winterlaufserie nach Rodgau. Bei 1°C Außentemperatur macht zumindest das dem Namen Winterlaufserie alle Ehre. Als wir ankommen rieche ich auch schon die Waffeln und irgendwie sieht es auch nach Schnee aus am Himmel.

Es ist die Hölle los, weil gerade die Kinderläufe sind. Überall wuselt was rum und einige überehrgeizige Eltern feuern ihre Kinder auf sehr eigentümlich Art und Weise an. Manchmal weiß ich nicht, was dieses fertig machen der Kleinen auf der Laufstrecke oder nach dem Zieleinlauf bringen soll. Erinnern sich Kinder da beim nächsten Lauf noch dran? Die sollen doch eher ihre Zeit mit spielen verbringen, als mit regelmäßigen Trainingseinheiten? Da nützt es doch wirklich nichts, den Kleinen vorzuwerfen, dass sie hätte trainieren sollen. Klingt irgendwie eher so, als hätte die Mutter verpaßt ihren Kleinen rechtzeitig zu schicken und statt sich selbst vorzunehmen, dass sie ihn öfter animiert, schiebt sie die ganze Verantwortung auf das Kind. Er wirkt deprimiert, wie er seine Urkunde da so zum Auto trägt, dabei sollte er sich freuen dürfen. 
Verkehrte Welt. 

Die Teamchefin kommt pünktlich zum Start angewetzt, so spart sie sich das Einlaufen. Das habe ich heute bereits mit Lisabet hinter mich gebracht. Der Flitzer läuft auch mit und macht sich ebenfalls warm. Als der Startschuß plötzlich und unerwartet fällt, bin ich überrascht dass wir schon 15h haben. Und hab schon keine Lust mehr. Es ist eisekalt und ich könnte so schön auf der Couch liegen. Die Teamchefin ist froh und munter und wir laufen eben los.

Bis km3.

Irgendwas ist ja immer, wenn ich in Rodgau laufe, und so beginnen heute eben hier die Wadenkrämpfe. Gut, mir tut ja eh schon seit gestern alles weh, aber so ein Wadenkrampf ist einfach nicht fein. Sind ja nur noch 7km... wie ätzend.
Ein Krampf nach dem anderen, die Waden wechseln sich ab und weil die Schmerzen so richtig blöd sind atme ich wirr und bin ganz schnell aus der Puste. Hätte ja wirklich so einfach sein können. Aber gut. Ist es nicht.

Nachdem ich nach dem Zieleinlauf noch auf die Rechte und Pflichten von Läufern bei Laufveranstaltungen hingewiesen wurde, beschließe ich -wie so oft- dass dieser Lauf einfach nicht der Meinige ist. Irgendwas geht hier immer schief. Ich bin noch bei keinem dieser Winterläufe einfach so gestartet, durchgelaufen und ins Ziel gekommen.
Vielleicht sollte mir das einfach was sagen? Ein Zeichen von oben? Vielleicht sind Winterläufe einfach nix für mich? Ist ja auch egal. Heute zumindest kann ich kaum mehr eine Treppe steigen.

Und nach dem Duschen habe ich auch noch einen Krampf im Oberschenkel... der hatte sich ja heute den ganzen Tag noch nicht gemeldet. Na bravo. 

Donnerstag, 29. November 2012

Ist denn heut' schon Weihnachten?

Es ist empfindlich kalt im Rhein-Main-Gebiet und so fahren der Zeugwart und ich mit einem Schneebewußtsein nach Darmstadt. Heute beginnt eine neue Trainingswoche im Triathlon Athletik Training des Core Sportclubs. Wir kümmern uns heute um Mentales Durchhaltevermögen. So steht's zumindest auf dem Plan... und auf der großen Tafel. 
Ach je. Die Tafel. Da isse wieder. Von ganz links bis ganz rechts steht alles voll. Offensichtlich hat keiner die Kreide geklaut. Was stimmt nicht mit den Fitten hier? 

Rechts sind wir dran... da steht nämlich Triathlon und Mental. Dann schaltet mein Hirn aus und konzentriert sich auf das Tagesereignis. Flo dreht nämlich die Zeit nach vorne und wir befinden uns mit einem Step Up in der Zukunft. 
Es ist Weihnachten. 
Und das, obwohl ich zwar gestern den Weihnachtsbaum geschmückt habe, aber bisher noch kein einziges Geschenk besorgen konnte. Ich bin ja schließlich entweder in Darmstadt oder renne Hausaufgaben. Tja. Und jetzt ist es soweit... plötzlich und unerwartet ist Weihnachten. Flo hat die 10.000 Step ups bis Weihnachten nämlich voll gemacht. Die ganze Box klatscht (Box heißt der Trainingsraum... habe ich gelesen.) Vielleicht ist es ja auch so, wie in Amerika und die Geschenke werden erst morgen früh ausgepackt? Egal. Ingo ruft zum Training und ich höre auf mir über Geschenke Gedanken zu machen. 

Wir machen uns heute warm mit Kettlebellswings, Kniebeugen und Dererlei auch noch gesprungen. Kurz, ehe ich zusammenbreche, geht's nach dem Warm-Up in die erste von 6 Runden. Es geht ja um mentale Stärke und deshalb kümmere ich mich heute um eine  Runde nach der anderen und schaue nicht zu weit nach vorn. 
Kettlebellswings waren ja für meine Rückenmuskelschmerzen letzte Woche verantwortlich. Mir wird übel, wenn ich daran denke. 
Die Runde beginnt. Step ups mit anschließenden Kettlebellswings und dem Y-L-Komplott gegen die Kennethmuskeln (Menschen, die Kenneth nicht kennen, was sehr schade ist, nennen die Muskeln übrigens langweilig Latissimus dorsi...). Der Y - L Komplott wird aus einer Kniebeuge heraus gestartet. Ich nehme 1kg pro Seite als Hantel in die Hand und strecke die Arme als Y in die Höhe. Über die Seite senke ich die Arme ab, nutze die Minipause um dem Kennethmuskeln eine Sekunde Erholung zu geben und führe sie dann wieder bis auf Schulterhöhe hoch. Dann knicke ich sie im rechten Winkel nach vorne ab (das L), führe die Hände runter und wieder hoch und lasse locker. Himmel, ist das anstrengend für diese Muskelpartie. 
Wir wiederholen diese Runde ein paar Mal, weil der Kennethmuskeln ja laut Ingo ruhig noch was vertragen kann, und dann machen wir 10Minuten step-ups am Stück. 

Step ups sind die Schritte hoch auf die Bank im Wechsel jeweils mit dem anderen Fuß hoch. 10Minuten am Stück gehen laut Uhr. Ich bekomme eine Box mit einer 10kg Scheibe drauf hingestellt. Das Konstrukt ist nicht ganz so hoch, wie die Bank. Ich schaffe 200 Stück Step ups und zwar am Stück. Ohne Pause! Krass. Mein Rekord am Stück bisher waren 30. Was ist denn jetzt passiert?
Es ist anscheinend das mentale Durchhalten. Steht ja schließlich an der Tafel. 

Nach den 10Minuten oder besser, nach den 200 Step ups am Stück, bin ich im Geiste locker 20cm größer als vorher. 

Wir machen mit dem Programm weiter und es gibt eine Entspannungsrunde bei der ich inständig hoffe, dass sich der Rücken, die Kennethmuskeln und meine Oberschenkel etwas ausruhen können. Wünsche sind hier irgendwie wie Schall und Rauch, obwohl ja heute hier Weihnachten ist. Schon komisch. Dabei hätte ich für Weihnachten eine Menge Wünsche gehabt... aber wie so oft kam es dieses Jahr einfach zu plötzlich. 

Nach dem vermeindlichen Ausruhprogramm machen wir 13Minuten am Stück Step ups, obwohl 12 Minuten an der Tafel stehen. Da ist schon mal Weihnachten und man wird trotzdem veräppelt. Ingo sagt, ich soll 246Stück am Stück machen und wir legen los. Nach 280Stück am Stück sind 13Minuten rum. Ich kann keine weiteren 20, sonst hätte ich es heute doch tatsächlich mit einem Kreuz an die Tafel geschafft. 

Das anschließende Programm ist anstrengend, die Kennethmuskeln schmerzen vom Feinsten und ich kann mich von der Matte kaum mehr hochbewegen so fix und alle bin ich. 

In der Dusche überlege ich nicht weiter, warum es keine Weihnachtsgeschenke gab. Das ist eh müßig, weil es ja auch keinen Weihnachtsmann gibt und Flo wahrscheinlich einfach so die Zukunft hergezaubert hat. 
Ich denke mir statt dessen meine Lieblings-cross-fit-Athletik-Übungen zusammen und hoffe, dass ich noch mal einen Workout machen kann, wo all diese Lieblinge versammelt sind. Gerade die Liegestütz auf Hanteln zum Beispiel sind wiederholungswürdig, da war ich so stark. Toll. Der Sandsackaufsteher ist auch nicht zu verachten und natürlich der Dinosaurierklimmzug.

Für heute sind die Kennethmuskeln und ich allerdings froh, dass keinerlei Liegestütz im Programm enthalten waren. Als wir zum Auto laufen zeigt das Thermometer 3°C. Schnee liegt allerdings nicht. Aber Weihnachten ohne Schnee sind wir ja gewöhnt. 

Dienstag, 27. November 2012

Heute denkt er mal an sich.

Kenneth ist zurück aus dem Urlaub. Er sieht erholt und braun gebrannt aus und er trägt einen Elite Training Pulli. Ich bin sicher, den hat er sich nicht wegen mir angezogen, ziehe mich an und schaue den Fitten zu, die Dienstags ja immer vor uns dran sind. 
Heute kann ich kaum hinsehen, weil mir schon das zu anstrengend ist. Also blicke ich in eine Zeitung und fahre in meinen Gedanken mit dem Rad durch British Columbia. Heute macht auch keiner noch spontane Step ups, aber die Tafel, die aufzeigt, wie viele bereits absolviert wurden ist beeindruckend. 

Als die andere Gruppe fertig ist und Kenneth uns zum Training bittet, ist die Tafel nicht gewischt. Das muß ein Fehler sein. Aber ich will mal nicht so sein, er hatte immerhin gerade erst Urlaub. Das Tafelwischen kommt ganz bestimmt noch. Er kann das Training schlecht so stehen lassen... er will uns ja schließlich nicht umbringen. 

Wir machen uns, wie jedes Mal, erst mal warm. Meine Sehstärke ist offenbar dringend überprüfungswürdig, denn ich lese als warm-up 50 mal aufstehen inklusive Sandsack. Gut, dass kann er nun wirklich nicht ernst meinen. 
Schon 50mal aufstehen ohne Sandsack ist totaler Irrsinn. Viele kriegen das noch nicht mal innerhalb von einer Woche hin und ich soll das mit Sandsack zum warm machen abroppen? Manchmal glaube ich, Kenneth und Ingo schreiben so Sachen hauptsächlich deshalb an die Tafel, weil sie mein Gesicht sehen wollen, wenn ich es ablese. Heute lohnt sich genau das sicherlich. 

Gut. Ich beginne also mit meinem Sandsack aufzustehen und mich wieder hinzulegen. Irre. Kenneth steht neben mir, lobt mich und sagt dann, dass es auch ok ist, wenn ich 30Stück mache. Ich bin unendlich dankbar und frage mich gleichzeitig total verrückt, ob ich nicht doch auch 50Stück hätte schaffen können. 
Nach den 30 bin ich allerdings so vollkommen bedient und sicher, dass 50Stück nicht drin gewesen wären. Ich bereue sogar den Gedanken daran. Aufrichtig! 

Dann beginnt ein Horrorzirkel. Wir machen insgesamt 5 Wiederholungen von 3 Klimmzügen, 7 Liegestütz und 10 Sit ups. Wie man auf diese Kombination kommt, ist mir total schleierhaft. Aber als ich mich an den Klimmzügen versuche wird es mir klar. Kenneth denkt nur an sich. 
Das ist es. 
Er nutzt die Klimmzüge dazu, selbst zu trainieren. Zumindest tut er das bei meinen drei. Also insgesamt natürlich 5 mal 3, wegen der Runden.
Während ich nämlich an der Stange hänge und mit Hängen und Würgen, Fluchen und Jammern versuche mein Kinn wenigstens symbolisch über die Stange zu bringen, hilft Kenneth von unten nach. Eigentlich macht er also die Arbeit. Der Arme. Aber weil er mich lobt, während ich mich abmühe, fühle ich mich nicht ganz so schlecht. Ich hoffe zwar inständig, dass Kenneth keinen Schwächeanfall bekommt und seine Hilfe auf einmal unterlässt, aber weil ich sofort nach den Klimmzügen mit Liegestütz und Sit-ups vollkommen beschäftigt bin, denke ich nicht an die Zukunft, sondern nur an das hier und jetzt. 

Jetzt würde ein normaler Mensch denken, dass Kenneth fix und alle ist, weil er mich ja gerade bei den Klimmzügen unterstützen konnte.... ist er aber nicht. Zumindest nicht fertig genug. Wahrscheinlich hat er von der Belastung sowieso überhaupt gar nichts gemerkt? Das wird's sein. Kenneth besteht nur aus Muskeln und damit aus Kraft. Er kann Klimmzüge und Liegestütz ohne Pause und unterhält sich bzw. mich dabei noch.
Und jetzt kann er sogar seine Stoppuhr noch halten. Und das ist fies. 
Wir machen eine Übung von einem japanischen Wissenschaftler, der nichts besseres zu tun hatte, als blöde Entdeckungen zu machen. In 20Sekunden so viele Kniebeugen am Stück machen, wie es geht... dann 10Sekunden Pause. Für die, unter uns, die das albern finden... ich leihe mir gerne mal die Stoppuhr, damit wir es nachturnen können! 
Insgesamt machen wir von diesem Japaner 6 Wiederholungen. Beim ersten Mal schaffe ich 12 Kniebeugen, bei den nächsten vier schaffe ich jeweils noch 11 Kniebeugen und die letzten 20Sekunden kann ich immerhin noch mit 10Kniebeugen füllen. Ich frage nicht, wie viele Kenneth so schafft, denn ich will mich wenigstens kurz einmal toll finden heute.

Im Hintergrund absovliert einer der Fitten noch ein paar Step ups. Ich sehe das nur aus den Augenwinkeln, ehe ich nach den 6 Wiederholungen vollkommen außer Atem bin und mich an einer Säule festhalten muß. 

Die letzte Übungsreihe heute ist bestimmt direkt aus Amerika übernommen. So etwas verrücktes kann sich nur ein besonders kreatives Volk ausdenken. Wir mache Seitstütz für 30Sekunden pro Seite und ich finde das wenig anstrengend. Was ist bloß mit mir passiert? 
Dann stemmen wir eine 5kg Scheibe am ausgestreckten Arm und bringen sie im sitzen immer rechts und links auf den Boden neben den Hintern. 
Im Anschluß rolle ich mich wie ein gepanzerter Käfer auf dem Rücken von links nach rechts, in dem ich die Hüfte und die Schulter nacheinander in die gleiche Richtung bewege. Ich tue das mit Bauchmuskeln die direkt unter einem der üblicherweise vorhandenen Rettungsringe versteckt sind. Bei mir funktionieren die ganz gut, was wirklich mehr als erstaunlich ist, denn ich benutze diese Muskeln niemals sonst. Morgen werde ich aber sicherlich immer noch genau wissen, welche vom Bauch es waren. Klar. 
Zum guten Schluß dieser Reihe quäle ich noch einen Muskel, der das Knie stabilisiert, aber in Höhe des Hosenbundes sitzt, mit ein paar Beinhebern. 25 Stück pro Seite sind schrecklich. Vor allem nach diesem japanischen Wissenschaftler-Mist. 
Und weil es so schön ist mich leiden zu sehen, hat Kenneth 4 Wiederholungen dieser Übungsreihe auf die Tafel geschrieben.

Als wir fertig sind mit dem Programm sieht auch Kenneth zufrieden aus. Er ist sicherlich froh, dass er sein "Klimmzugtraining" absolviert hat und die Stoppuhr trotzdem noch halten konnte. Ich fühle mich total stark... weil ich ab sofort behaupten werde, dass ich 1,5 Klimmzüge alleine gemacht habe und mich erst danach ergeben habe. 

Wann klaut eigentlich mal jemand die Kreide beim Core Sportclub und läßt nur den Schwamm zurück?


Montag, 26. November 2012

Rettet die Welt und meinen Rücken.

Da es draußen regnet, gehe ich davon aus, dass ich heute draußen "dran" bin und Ingo meine Hausaufgabe heute ganz bestimmt komplett auf draußen ausgerichtet hat. Seine Erklärung dazu dürfte sein, dass in Darmstadt herrliches Wetter, Sonne und überhaupt alles schöner ist. Wie immer. 
Ich stelle mich einfach schon mal drauf ein, dass die Regenjacke heute Ausgang hat. 

Auf dem Plan steht aber nichts von draußen. 

Ich soll meine Matte ausbreiten und mit einer Wasserflasche hoch über dem Kopf aufstehen. Im Anschluß gibt es sit-ups und Liegestütz. 

Während ich so auf der Matte rumhüpfe, fliegen mir die Kugeln -dank 5.1 System- praktisch lebensecht, um die Ohren, so dass ich mich automatisch zu ordentlichen Liegestütz hinreissen lasse. Man will schließlich nicht getroffen werden. 
Bei uns daheim wird nämlich gerade die Welt gerettet.  Das passiert schon mal, und dann wird's eben für den normal Bürger ungemütlich. Hier sind wendige Körper und schnelle Bewegungen gefragt. 
Und da bin ich ja mit meinem Rücken heute bestens gewappnet. 

Nachdem ich 10Minuten lang auch noch Liegestütz, Kniebeugen und Sit ups so schnell wie es geht hintereinander weg gemacht habe, weil es eben so auf dem Plan steht, schieße ich mich noch vollständig ins aus, in dem ich Hamstring Hells mache. 20Stück pro Bein, während der Zeugwart den Stuhl beschwert. 
Vorübergehend nutze ich so den wohnzimmerlichen Frieden. Die Weltangreifer scheinen eine Pause eingelegt zu haben. Genau zum passenden Moment! Man muß auch mal Glück haben. 

Mein Rücken wird mich morgen umbringen. Wahrscheinlich komme ich von dieser Matte niemals mehr hoch. Da ist Hopfen und Malz verloren. Hoffentlich hat die Chefin dafür Verständnis. Und Kenneth auch. Der ist nämlich morgen aus dem Urlaub zurück. Aber das ist wahrscheinlich einfach nur ein frommer Wunsch. 

Sonntag, 25. November 2012

Der eine Punkt

Das ganze Klagen nützt ja nichts, es ist wie in der Schulzeit. Die Hausaufgaben machen sich nicht von alleine.
Ich ziehe mich äußerst mühsam an, denn genau ein Punkt im Rücken tut nach wie vor ordentlich weh. Nichts nimmt darauf Rücksicht und als ich die Windweste anlege, bin ich eigentlich der Meinung, dass ich zu warm angezogen bin. Das Programm heute ist fies. Aber ich habe ja schon in anderen Posts die Vermutung gehabt, dass Ingo mich nicht unbedingt leiden kann. Ist wahrscheinlich nicht so und er will nur mein Bestes... aber es fühlt sich irgendwie so an.

Die Windweste war eine gute Entscheidung. Wir haben zwar novemberliche 14°C, aber es ist ganz schön windig. Gut auch, dass ich Dieter Baumann's Sponsorenmütze auf dem Kopf trage. Jede Schirmkappe würde sofort wegfliegen. Außerdem ist der Wind wirklich empfindlich kalt.

Ich soll 3x8Minuten laufen und dabei alle 40Sekunden einen Sprint machen. Nach 8Minuten soll ich gesprungene Kniebeugen machen und zwar 30Sekunden lang. Beim letzten Mal mit dem Zeugwart waren das 6 Sück, also spare ich mir den Blick auf die Uhr beim Rumspringen. Ich laufe flott und so sind die Sprints noch flotter. Später lese ich auf dem neumodischen Handy ab, dass ich 6:30 in den langsamen Phasen und 5:45 in den schnellen Sprints laufe. Gut, dass ich das nur 3x8Minuten durchhalten muß. Im Anschluß daran die gesprungenen Kniebeugen sind wirklich anstrengend.

Nun kommt der nächste Punkt der Hausaufgabe. Ich mache 6x25m Sprints immer hin und her, inklusive beschleunigen und abbremsen. Wenn ich die fertig hab, mache ich drei gesprungene und zwei normale Kniebeugen. Dann warte ich bis zwei Minuten rum sind und beginne von vorne. Das ganze mache ich 5 mal.
Dann bin ich dem Kollaps nahe und gehe rein.

Hier wartet schon die Matte und ich mache Seitenstütz auf beiden Seiten, Liegestütz und eine blöde 80Jahre Übung. Und das ganze Konstrukt auch wieder mehrfach hintereinander.

Dann dehne ich mich aus und stelle fest, dass ich vollkommen fix und fertig bin. Mein Rücken tut mir immer noch weh, genau der eine Punkt. Nicht der ganze Rücken. Ich bin also nur partiell alt. Auch was schönes.

Oh Gott Trainer

Wieso gibt es im Kurs Hausaufgaben? Wieso mußte ich am Donnerstag so viele Gewichte stemmen?  Hat das wirklich was mit Cross Fit zu tun? 

Ich kann mich rechts kaum bewegen. 

Mein Rücken zwingt mich zum gerade sitzen und aufrecht gehen.  Da gibt es genau einen Punkt knapp unter der BH Linie auf dem Rücken, den man noch nicht mal leicht berühren darf. Selbst anlehnen ist schmerzhaft, vom liegen gar nicht zu sprechen. Am Tisch sitzen ist unangenehm, das Kinn nach vorne auf den Oberkörper ist schmerzhaft. Umdrehen, weil man mich ruft, ist nach linksrum kaum möglich. Und wenn ich es doch mal mache, dann werde ich sofort bestraft. 
Der Muskelkater ist einfach viel zu groß. 

Mit Fit hat das derzeit wirklich gar nichts gemein. Himmel, was ein Muskelkater. Der ist so schlimm, dass der Zeugwart mich schon eingeschmiert und weil auch das nur wenig geholfen hat, hat er auch noch zum Tape gegriffen. 
Und trotzdem ist selbst das Ausräumen der Waschmaschine Schwerstarbeit. 

Gestern konnte ich keine Hausaufgabe machen. Also sind sie heute dran. Als ich mir Session 14 eben durchgelesen habe, ist mir schon ganz schlecht geworden. 

Freitag, 23. November 2012

Er kann mich nicht leiden!

Ich stehe auf und weiß sofort, dass er mich ganz offensichtlich nicht leiden kann. Eigentlich kennen wir uns nicht so lange, dass er meine dunkle Seite hätten kennen lernen können... aber offenbar hat er mich entweder durchschaut oder er kann mich wegen was anderem nicht leiden. Es ist aber ganz klar. Mir tut alles leicht weh und es ist erst der nächste Tag. Wie soll das erst morgen werden? 

Ich halte den ganzen Tag durch, aber es wird immer schlimmer. Als ich nach der Arbeit heim komme tut mir wirklich alles weh und es hat den "leicht" Status überwunden. Ich kann kaum sitzen, mein Rücken meldet sich bei jeder Bewegung und schon ohne Bewegung kann ich jeden Muskel fühlen. Aber es nützt alles nichts, obwohl die Couch samt Zeugwart sehr verlockend erscheint, packe ich meine Tasche und fahre ins Schwimmbad. Heute sind wir eine recht große Truppe und ich habe einige schon länger nicht gesehen. Von daher ist eigentlich klar, dass ich hinfahre. 

Der Weg vom Parkplatz zum Schwimmbad ist lang und beschwerlich. Mir tut jetzt auch alles an den Beinen weh. 

Um 20h geht's ins Wasser. Ich hab mir den Schwimmplan aus der Triathlo Training - Zeitung abgeschrieben. Allerdings immer die "von" Variante nicht die "bis" Variante. Ich bin ja deutlich vorbelastet und da muß man es im November mit den Umfängen nicht übertreiben finde ich. Die guten Vereinsschwimmer haben eh ihre eigenen Pläne, jeder macht hier sowieso was er oder sie möchte.

Ich schwimme los und kämpfe mich einmal durch den Plan. Nach 45 Minuten bin ich damit durch. Ich hätte allerdings wirklich schon nach 20Minuten aufhören können. Insgesamt bin ich 4 Bahnen Rücken geschwommen, das war für meinen herrlich angenehm. Leider ist es für meinen Nacken recht anstrengend. Da mir aber eh alles weh tut, kommt es sicherlich auf den Nacken auch nicht mehr an. Und leiden kann Ingo mich sowieso ganz offensichtlich nicht, sonst hätte er mich gestern nicht so hinters Licht geführt. 

Die warme Dusche tut sehr gut und als ich in der Umkleide stehe, stelle ich fest, dass der Boden sehr weit entfernt ist. Die Entfernung zu meinen Füßen, die ja auf dem Boden stehen, ist wirklich extrem weit, so dass ich meinen Fuß zum Socken anziehen besser auf die Bank stelle. Ich könnte ja jetzt ein paar Step up... ach nein. Besser nicht. Das wäre ja total irre. Vielleicht führte Ingo gestern genau das im Schilde? Er wollte mich vielleicht zu den Step ups bringen? Wer weiß? Kann er mich doch leiden? 

Zu Hause erwartet mich der Zeugwart mit Würstchen und Bratkartoffeln. Sehr lecker. Der ankommende schwere Muskelkater, den Ingo mir geschickt hat, wird dadurch sicherlich wesentlich erträglicher.