I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

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Mittwoch, 22. Mai 2013

Krämpfe bei 9°C

Herrlicher Frühling... leider nicht hier. Hier haben wir 9°C und es ist ordentlich windig. Wenigstens regnet es nicht, das ist ja schon mal was. Ich bin natürlich was Regen angeht mittlerweile total entspannt. Seit dem ich meine Regenjacke imprägniert habe, weilt sie auf dem Haken und wurde nicht mehr gebraucht. Vielleicht hätte ich das einfach früher machen sollen? Könnte ja ein Zeichen gewesen sein. 

Heute laufe ich und mache ein dazwischen Kniebeugen, Liegestütz und Ausfallschritte. Ich laufe dafür immer Runden im Schloßpark. Da bin ich bei dem schrecklich unbequemen Wetter wirklich komplett alleine. Die Vögel, die Bäume und ich. Mittlerweile ist der Park zu einem Urwald geworden. Der Regen der vergangenen paar Tage hat hier Wunder bewirkt. Was so ein bischen Regen ausmacht, unglaublich. 

Nach der ersten Runde habe ich den ersten Krampf in der Fußsohle. Ich trage heute Kompressionssöckchen mit pinken Noppen. Die hatte ich schon oft an und empfand sie immer als total bequem. Allerdings ist diese Phase anscheinend jetzt vorbei. 

Die Fußsohlen krampfen abwechselnd und gemeinsam. Es ist eine Zumutung. Ich komme gerade noch nach Hause und schäle mich nur mit größen Problemen aus den Socken. 

Als die Krämpfe vorbei und meine Füße sich wieder beruhigt haben steht noch ein Athletikquickie an.

Für die Teamchefin, die sich beerenfarbene Hanteln bestellt hat, mache ich eine fitnessvideotaugliche Übung auf dem Handtuch. Immerhin sollen die schweren Hanteln ja auch ordentlich Verwendung finden. Nur schön aussehen kann die Teamchefin schließlich auch ohne Hanteln. 

Dienstag, 21. Mai 2013

Endlich ein Plan

Heute fahre ich das Schwimmbad aus anderer Richtung an. Überhaupt machen wir heute einiges anders als sonst. Der Motivator läuft zum Becken, Frau Motivator ist auch dabei und ich habe einen Plan. 

Heute habe ich einen Schwimmplan mit. Das Desaster von letzter Woche will ich nicht noch mal erleben. Schwimmen mit Langeweile...etwas schlimmeres kann ich mir für den Abend kaum vorstellen. Der Plan behauptet von sich, man könne ihn in 60Minuten abschwimmen. Wir werden ja sehen. 

Gestartet wird mit 200m einschwimmen. Das geht ja noch. Ich kraule und schwimme Brust dabei. Dann schwimme ich 300m und wechsle alle 50m die Schwimmart. Dann schließen sich auf meinem Plan 4x50m Technikübungen an. Ich schwimme also 25m Technikübungen und 25m locker. Danach sollen 2x50m mit 25Kraul Steigerung und 25m locker geschwommen werden. Die 20Sekunden Pause im Anschluß gefallen mir außerordentlich gut. Denn gleich danach stehen wieder 2x50m mit 25m Kraul Max und 25m Kraul locker auf dem Plan. Und wenn's draufsteht wird es eben auch geschwommen. 

Langeweile kommt heute keine auf. Ich lese entweder selbst was denn gemacht werden muß, oder meine engagierte Vorleserin sagt es mir. 

Weiter geht es mit 10x50m Kraul mit 15Sekunden Pause dazwischen. Das ist schön. Gefällt mir gut. Diese kurze Warterei am Beckenrand kann ich prima zum atmen nutzen. Und schneller als gedacht sind ja die gewünschten 500m rum. Jetzt stehen 2x400m auf dem Plan. Dabei soll ich 25m Wasserballkraulen und 75m normal rumkraulen. Wie sieht das denn aus? Nun egal für heute. Ich schwimme nach Trainingsplan und was draufsteht wird geschwommen. Wasserballkraul finde ich sehr anstrengend, aber es geht. Natürlich, steht ja auch auf dem Plan. 
Morgen wird mir davon sicherlich der Rücken weh tun. 

Das Ausschwimmen mit 100m fällt dabei wirklich kaum mehr ins Gewicht. 

Montag, 20. Mai 2013

Laufen als Kugel

Ich habe seit dem Vereinsgrillen gestern mittag nichts mehr gegessen. Ich war gestern einfach viel zu vollgefuttert, als dass abends noch irgendetwas rein gepaßt hätte. Mein Laufvorhaben für den gestrigen Abend ist den in Hessen und Bayern runtergegangenen Unwettern zum Opfer gefallen und so wache ich heute auf und will eigentlich laufen gehen. Aber so eine lange Essenspause spricht bei mir nicht für Laufen am Morgen. Ich komme ja so schon kaum vom Fleck, morgens ist es noch eine Ecke schwerer, wenn ich abends etwas gegessen habe, aber so viele Stunden essensfrei und dann laufen? Das will ich besser nicht probieren. 

Wo aber bekommen der Zeugwart und ich nun am  Feiertag bloß etwas zu essen her? Aber wir müssen selbstverständlich nicht lange rätseln. Heute ist Hochzeitslokalitätenbesichtigung mit der Teamchefin und dem Profiathleten... und dabei gehen wir, weil es dort hervorragend lecker sein soll, gleich mal dort brunchen. Das Wetter ist heute wie im Dezember. Im Gegensatz zu gestern, wo ich in der Sonne beim Helfereinsatz saß und überlegt habe, ob LSF30 wohl ausreichend war, ziehe ich mir heute besser noch eine Strickjacke drüber und schnappe mir die Regenjacke. Wir haben 9°C, es nieselt. Wirklich unangenehm. 

Der Zeugwart, die Teamchefin, der Profiathlet und ich geniessen das umfangreiche Buffett und könnten vom Prinzip her natürlich bereits um 11h mit dem Essen wieder aufhören. Da der Brunch allerdings um 12h nochmals mit der warmen Hauptspeise loslegt um dann um 13h noch ein Desert Buffett preis zu geben, ist um 11h ganz offensichtlich noch lange nicht Schluss. Wir essen einfach weiter. 
Als der Zeugwart uns gegen 14h vom Berg wieder runter rollen, sind wir fix und fertig. Essen ist wirklich ziemlich anstrengend, dabei habe ich gar nicht viel, von der Portionsgröße her, gefuttert. Aber ich kugel mich irgendwie. 

Nach mehreren Stunden Sofapause, in der der Zeugwart auf der Couch schlief und ich Avatar geschaut habe, springt der Zeugwart auf, zieht sich um und will laufen gehen. Also das halte ich für eine interessante Idee, weil ich zwar eine Couchpause gemacht habe, aber trotzdem noch genauso voll gefuttert bin, wie vor 4 Stunden. Mein Körper paßt so höchstwahrscheinlich gar nicht in die Laufhose? Wir werden sehen. 

Fertig umgezogen und für ungemütlich 14°C und bösen Wind gerüstet, laufen der Zeugwart und ich los. Wir können beide nicht schnell, aber das ist bei dem heutigen Pensum an Nahrungsaufnahme auch gar nicht das Ziel. Also machen wir langsam. Und laufen einfach schön einträchtig nebeneinander her. Bei mir geht's auch mit dem Muskelkater vom Superheldentraining vom Donnerstag. Ich merke es nicht mehr. Der Zeugwart hingegen hat noch immer ordentlich mit Muskelschmerzen zu kämpfen. 

Ich bin wieder erst nach ungefähr 4-5km warm gelaufen. Dann läuft es rund und ich könnte ewig weiter. Die Adrenalin laufen sich wirklich ganz gut. Da hat es sich ganz offensichtlich gelohnt zu warten, bis die alte, unzufriedene Frau mit ihrem Gemecker fertig war. 

Zum Abschluß turne ich noch ein bischen auf dem Handtuch rum und merke dabei auch noch, dass Kenneth mich ganz offensichtlich nicht leiden kann. Aber gut, er kann ja auch nichts dafür, dass ich heute so kugelig bin. 

Donnerstag, 16. Mai 2013

Superhelden im Sportclub

Fehler sind menschlich und sie passieren ständig. Mal sind sie schlimmer als an anderen Tagen und so richtig fehlerfrei ist niemand. Das ist kein Problem und wenn man das weiß, kann man sich eben überlegen, wie man mit so Fehlern umgehen möchte. 
Ich glaube mein Fehler heute war das Aufstehen. Alles was danach kam hätte ja mit der Vermeidung dieses schweren ersten Fehlers wegfallen können. Alles. Aber es ist nun mal passiert. Ich bin aufgestanden.

Als erstes darf ich lesen, dass die Nachbarin findet, mein Auto, was in den Grenzen seines kleinen Parkplatzes parkt, würde zu nah an ihrem Auto dran stehen. Das interessiert mich natürlich brennend, eben weil es ja genau in seinen Parkplatzbegrenzungen steht. Aber schön, dass die Nachbarin gerne Zettel schreibt. Sie wirft mir außerdem, wunderbar in einem Nebensatz versteckt, noch vor, dass ich keinen rechten Überblick beim Autofahren habe und sie mir das aber bisher nicht sagen wollte. Gut. Auch darüber bin ich nun informiert. Und denke mir meinen Teil. Das ist besser, als etwas zu antworten. Die Nachbarin käme damit nicht gut zurecht und dem Weltfrieden würde es auch nichts nennenswertes bringen. Also lasse ich es. Wahrscheinlich ist es auch in diesem Fall, wie so oft, eh so, dass das Schweigen die Verursacherin noch am allermeisten fuchsen wird. Ich werde es ja dann erleben.

Gut und weil Fehler eben menschlich sind, fahren wir heute zum Core Sportclub in Darmstadt. Sicherlich kein Fehler vom Prinzip her, aber irgendwie ist mir -wie so oft, wenn ich herfahre- einfach mulmig zumute. Heute ist Kenneth da. Das hat der Coach mir gesagt. Kenneth ist unnachgiebig.
Und als wir rein kommen sitzt Conny auf der Bank und wartet auf ihr Training. Obwohl ich besser erst mal prüfe, ob sie nicht vielleicht ihr Training schon hinter sich hat. Ist aber nicht so. Sie wartet.

Und wieder weiß ich, dass das Aufstehen heute sicherlich Fehler Nummer 1 war. Das Training heute wird sicherlich so richtig anstrengend. Wenn Conny mitmacht ist mir das ja schon glasklar. Immerhin kommt sie nicht her um Kindergeburtstag zu feiern. Das ist selbst mir klar.

Während ein schrecklich fitter Mann, den ich noch niemals vorher gesehen habe, der aber in seinem grünen Shirt dank der ausgeprägten Muskulatur und der unmißverständlichen Anordnungen die er gibt, ganz klar der Hulk ist, die Gruppe die gerade turnt vom feinsten scheucht, wischt Kenneth die Tafel. Das Tafel wischen hat im Sportclub immer zwei Seiten. Meistens ist die anstrengendere Seite die, die mehr Sichtbarkeit hat. Ich habe das Gefühl, wenn etwas weg gewischt wird, wird niemals eine leichtere Übung angeschrieben. Es wird nur schwerer. Immer. Scheint eine Regel zu sein?

Kenneth wischt also und schreibt auf. Ich lese mit, einfach deshalb, weil ich von Hulk abgelenkt werden möchte. Der quält die Turner vor meinen Augen so dermaßen, dass ich Muskelkater vom Zuschauen bekomme und weiß, bleibt Hulk heute hier ist da nix mit "kein Bauch anspannen" oder "kein Po fest". Hulk sieht alles. Er macht mir Angst.

Kenneth schreibt. Zum warm machen 5Minuten mit einem Sandsack von beliebigem Gewicht aus dem Liegen aufstehen und wieder hinlegen. Am Stück. Aha. Der Zeugwart wird blass. Ich denke mir, dass ich ja auch langsam machen kann und es deshalb nicht ganz so schlimm werden muß. Warm werde ich dabei aber auf alle Fälle. Soviel ist sicher.

Als nächstes sollen wir 8 Runden absolvieren und dabei verschiedenste Übungen turnen. Gewichte im Knien über den Kopf stemmen, Kniebeugen und Ausfallschritte springen, Schlitten schieben, an einem Seil hochklettern und lächeln. Lächeln steht natürlich nicht dabei, aber bei dieser Übungsabfolge stelle ich mir so vor, dass das Lächeln dabei am schwierigsten sein dürfte. Am Seil hochklettern und die Decke berühren ist das, was mich an dieser Übungsabfolge am meisten fasziniert. Ich komme wirklich kaum drüber weg und bin mir sicher, dass mein Leben mit dem heutigen Tag ein jähes Endet findet.
Das mein Ende mit einem Seil zu tun haben könnte, war mir nicht klar. Aber gut. Ich denke zurück an Fehler Nummer 1 und hoffe inständig, dass ich noch eine Chance bekomme und heute den Sportclub lebend verlassen kann.

Unnötig zu erwähnen, dass Conny bei uns mitturnt und mich bereits bei den ersten Kniebeugen weit hinter sich läßt. Auch die anderen Fitten, die für diesen Kurs als Teilnehmer angemeldet sind, liegen vorne. Das bedeutet, ich mache noch immer meine Kniebeugen, während vor meiner Nase schon ein Metallschlitten, der schrecklich leicht aussieht, einmal quer durch den Raum geschoben wird. Der Metallschlitten ist fies. Außerdem wird er direkt durch den Hulk überwacht. Das ist zweimal fies. Ich habe keine Ahnung wie schwer dieser Metallschlitten ist, aber bis zur Wendemarke ist es weit und auf dem Rückweg wird der Schlitten sogar noch eine Ecke schwerer als auf dem Hinweg. Ehrlich. Ich bin fix und fertig und überlege, ob ich mich um die Weihnachtszeit nicht als Rentier bewerben könnte. Viel schwerer kann Santa Claus wirklich nicht sein.

Am Seil mache ich die Babyvariante, hänge schrecklich durch, versuche zu lächeln und schaffe meist nur die Übersprungshandlung und lache herzlich. Einfach deshalb, weil ich mich hier so halb hochziehe während die Fitten wie die Affen an den Seilen hoch zur Decke sprinten und wieder hinabgleiten. Fitte wohnen ohne Treppen. Sie haben Seile statt dessen. Obwohl das auch nicht sein kann, denn in den Bankhochgehern sind die Fitten ja auch schrecklich gut dabei. Die Fitten sind ein Mysterium.

Als der Hulk zusätzliche Gewichte auf die Schlitten packen will bin ich mit meinen gesprungenen Kniebeugen auf einmal so schnell, dass ich noch einen ohne Gewicht ergattere. Man muß auch einfach mal Glück haben.

Ich bin dankbar, dass die Fitten so schnell sind, denn so bleiben mir zwei Runden erspart. Kenneth ordnet an, dass ich nur noch eine Runde zu absolvieren hätte. Ich schnaufe wie eine alte Dampfwalze, bin sicher, dass der komplette Raum sich fragt, warum ich eigentlich hier bin und versuche so unauffällig zu wirken, dass der Hulk oder Kenneth mich kaum bemerken. Es ist ohne ihr waches Augenmerk schon anstrengend genug.

Die nächste Übungsabfolge hat was mit Halten zu tun. Gehaltene Liegestütz. Und da passiert es auch schon. Ich mache ganz furchtbar toll gehaltene Liegestütz, weil ich das daheim ja auch immer übe. Und dann treffen mich die Blicke. Die zwei Helden müssen nichts sagen, ich merke die Blicke sofort. Und als ich dann auch noch gefragt werde, was ich da mache weiß ich, dass das Kind genau jetzt in den Brunnen gefallen ist. Nichts wird mehr so sein, wie es mal war.
Und so isses dann auch. Der Hulk schmeißt sich auf den Boden und macht vor und Kenneth sagt, dass ich mal meinen Po anspannen soll. Puh. Genug Po ist ja eigentlich da. Er hat wirklich recht. Angespannt war der auch nicht wirklich. Die sehen alles. So ist das mit Superhelden. Denen bleibt nichts verborgen.

Die zwei Runden von jeweils 50 Wiederholungen pro Seite, die wir zu guter Letzt seitlich liegend mit den oben liegenden Beinen und mit den oben liegenden Armen machen müssen, kommen mir als krönender Abschluß gerade gelegen. Das 1,25kg Gewicht, auf dem Kenneth besteht, sorgt bei meinem Arm ganz sicher für den schlimmsten Muskelkater seit langem. Aber Kenneth ist unnachgiebig und ich hoffe wirklich, dass der Hulk nicht noch mehr schaut und entdeckt. Die zwei sind zusammen halt auch doppelt fies. Superhelden unter sich. Das ist wie bei den Fantastic 4 oder wie bei Batman und Robin. Gemeinsam sind sie einfach noch mal stärker als sie alleine eh schon sind. Nachdem mein Pomuskeln unmißverständlich mitteilt, wie er diese Abschlußrunde findet und meine Arme nur noch bedingt fähig sein werden die Duschgelflasche zu öffnen, sind wir mit dem Workout fertig.

Der vorwurfsvolle Blick des Zeugwarts spricht Bände und ich weiß, was er denkt und wie er sich fühlt. Und ich weiß auch, dass der Hulk und Kenneth sicherlich sehr zufrieden sind.

Ich selbst weiß gar nicht so genau wo ich eigentlich bin und hoffe nur darauf, dass ich es gleich schaffe meine Klamotten auszuziehen, zu duschen und mich dann wieder anzuziehen. Das Auto kennt ja den Weg heim, darum muß ich mich nicht sorgen.

Und wie ich da so stehe, das Shirt nasser als es aus der Waschmaschine rauskommt, und meine Flasche gierig austrinke, sagt mir eine der Fitten, dass es doch prima war und sie sich soviel Mühe gegeben hat, damit ich mich nicht als Unfitteste fühle. Da sieht man mal wieder dass Frauen ihr Licht grundsätzlich unter den Scheffel stellen. Ein Mann hätte das niemals gesagt. Frauen haben eben oftmals ein vollkommen anderes Eigenbild, als sie andere sehen. Die Fitte ist nämlich prima mitgekommen und hat es keinesfalls geschafft, dass ich mich nicht als Unfittestes gefühlt habe. Aber das bleibt unter uns.

Denn darauf kommt es auch nicht an. Wichtig ist: ich lebe noch. Mein Schweinehund hat heute mal wieder ordentlich das Körbchen gezeigt bekommen.

Und als wir nach Hause fahren, sehen wir, wie der Hulk sich sein nächstes Opfer gesucht hat... jetzt ist Kenneth dran. Und obwohl der einfach nur aus Kraft besteht, habe ich doch ein bischen Mitleid mit ihm. Weil der Hulk sich die Unnachgiebigkeit von ihm abgeschaut hat und sie gleich an ihm übt. Und weil ich keinen, und so auch das Kraftpaket Kenneth nicht, leiden sehen kann, fahren der Zeugwart und ich nach Hause und fallen sofort ins Bett.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Mückenkampf

Ich bin immer noch müde. Obwohl ich letzte Nacht total gut geschlafen habe. Aber auf der Arbeit haben wir beschlossen, dass der Müdigkeitszustand am Wetter liegt. Also bin ich machtlos. Ich kann quasi nichts dafür. 

Also mache ich kurz Pause, als ich heim komme und lümmel etwas rum. Manchmal braucht es das eben. Und gerade, wenn ich ja total unschuldig an der Müdigkeit bin, was ja -dank hilfreicher Kolleginnen- bereits festgestellt wurde. 

Nach einer halben Stunde ausruhen ziehe ich mich dann aber doch um. Es hilft ja alles nichts. Heute wird gelaufen und danach die Matte unsicher gemacht. Heute gibt es kein Pardon. Immerhin ist das der einzige Sport der ansteht. Eine Kombisportart pro Tag ist absolut umsetzungswürdig. 

Ich laufe geruhsam los, überhole eine Gruppe Walkerinnen und höre gerade noch, wie die Damen sich gegenseitig erklären, dass ich ja so eine Ironman Teilnehmerin sei, die hier ständig trainiert und man ja sehen würde, was das Training da so bringt. Gut. Nachdem ich also wirklich hinreichend informiert bin, wie mein Training von Fremden gesehen wird, beschließe ich, dass es offensichtlich alles gar nicht so schlimm ist. Ich laufe weiter, wehre mich mit heftigem ausatmen gegen Millionen von Mücken und versuche krampfhaft ohne Fleischbeilage voran zu kommen. 

Allerdings merke ich die Müdigkeit. Und ich merke den Hunger. Heute Nachmittag habe ich meinen  an Sporttagen fast schon üblichen Snack vergessen zu essen und der Mittagssalat hält heute irgendwie nicht lange vor. Mein Magen knurrt, ich werde langsamer. Meine ursprünglich geplante Runde laufe ich aber trotzdem. Die schaffe ich auf jeden Fall. Das wäre ja gelacht. Die kann ich sogar morgens nüchtern laufen... wo kommen wir denn da hin? 

Knappe 35Minuten Mückenkampf später bin ich wieder zurück zu Hause. Meine Pulsuhr hat den Geist aufgegeben und so begebe ich mich also vollkommen pulslos auf die Matte. Ich turne ein volles Trainerprogramm, verfluche ihn innerlich und hoffe, dass er sich merkt, wie müde ich bin und dass solche Mammuteinheiten nach der Arbeit einfach nichts bringen. 
Auf der Matte angekommen mache ich 30 Liegestütz, minutenlange Seitstütz und mal wieder meine Lieblings 80er Übung frei nach Jane Fonda. Irgendwann wird mir das sicherlich alles nützlich sein. Hoffentlich. Ansonsten kriege ich ganz bestimmt eine Depression. 

Derzeit kann ich mir noch überhaupt gar nicht vorstellen, dass ich mich in Köln auch nur einigermaßen vorbereitet an die Startlinie stellen kann. Ob ich mich dann überhaupt stelle? Aber bis Köln habe ich ja auch noch ein bischen Zeit. Viel Zeit für Liegestütz und Läufe. Und Mentaltraining. 

Dienstag, 14. Mai 2013

Schwimmen mal schnell

Heute ist Dienstag, also wird geschwommen. Ich kann meine Begeisterung diesbezüglich zwar eigentlich ganz gut zurückhalten, aber es gibt da bei mir auch nichts dran zu rütteln. Im Gegensatz zu unseren Ironmananwärtern reicht mir die Stunde schwimmen vollkommen. Ich bin sogar heilfroh, dass es nur eine Stunde ist. Schwimmen zieht sich so dermaßen hin, es ist einfach unglaublich. Ich bin auch so extrem Einfallslos wenn es um das hin und her schwimmen geht. 

Eigentlich will ich heute zum Schwimmbad laufen. Allerdings falle ich nach dem Arbeitstag erst mal auf der Couch in einen kurzen Powerschlaf und spare mir so das Laufen. Eine Sportart am Tag reicht eigentlich auch. Da muß man kein schlechtes Gewissen haben, hoffe ich. 

Mit dem Coach muß ich über das Sportpensum dann sowieso noch mal sprechen... 

Wir treffen heute den Flitzer im Schwimmbad. Der ist auch ein Ironman und will dieses Jahr wieder den Langener Waldsee zum kochen bringen. Dafür geht er höchstwahrscheinlich mehrmals pro Woche schwimmen und eben einmal mit uns. Wir lassen ihm eine eigene Bahn, so dass er sich samt Schwimmbrett voll ausleben kann. Der Zeugwart und ich nehmen die zweite Bahn und der Zeugwart schwimmt äußert engagiert los. 

Mir scheint es so, als hätte der Zeugwart immer einen Schwimmplan im Kopf. Der Flitzer hat einen auf Papier. Und ich schwimme halt hin und her. Nach 10 Minuten beschließe ich, dass ich nun warmgeschwommen bin. 
Dann mache ich 15Minuten Technikübungen und schwimme verschiedene Schwimmstile durch. Unter anderem auch Delphin. Das ist doch mal was. Ich kann einfach so ein paar Bahnen Delphin einbauen. So wie Rücken oder Brust. Echt cool. 

Zu guter Letzt schwimme ich noch ein bischen Wasserschatten immer hinter dem Zeugwart her und stelle fest, dass das gar nicht so schwierig ist. Und als ich dann schwimme und der Zeugwart sich in den Wasserschatten hängt, stellt er fest, dass ich auch schnell kann. So einfach ist das also. Auch beim Schwimmen ist zutrauen einfach das Wesentliche. 

Den Flitzer holen wir dann irgendwann auch aus dem Becken raus... da will er sich noch kurz 200m ausschwimmen. Na gut. Ich geh dann schon mal duschen... 

Donnerstag, 9. Mai 2013

Einfach zu wenig.

Als ich aufwache ist der Zeugwart bereits angezogen. Er sieht nach Radfahren aus. Ich habe Schmerzen im unteren Rücken und fühle mich auch total erschlagen. Rad fahren tue ich heute definitiv nicht. Ob ich überhaupt aus dem Bett aufstehen kann, ist mir unklar. Als der Zeugwart dann das Haus verläßt um mit dem Motivator und dem Schnellen durch die Wetterau zu fahren, versuche ich doch aufzustehen. Ewig liegen bleiben ist auch keine Lösung. 

Ich glaube der Rücken leidet unter den Folgen des unerwarteten Delphinschwimmerfolges. Der Schmerz ist genau dort. Das ist gut zu wissen, und wesentlich besser als die Erkenntnis, dass ich vielleicht alt sein könnte. 

Zum Frühstück esse ich eine Banane und dann ziehe ich mich um. Es sieht warm aus draußen, also laufe ich in kurz. Mit Kappe, gegen die Sonne. Außerdem creme ich mich mit Sonnencreme ein. Nur zur Sicherheit. Die Sonne ist mal richtig heiß, mal hinter den Wolken, so dass die Temperatur eigentlich ganz gut paßt. 

Aber eine Banane ist als Sportfrühstück einfach zu wenig. Ich habe zwar eine tolle Geschwindigkeit und einen prima Pulswert, aber nur für kurze Zeit, dann verläßt mich die Kraft. Ich muß Gehpausen machen. Deshalb bin ich auch ein bischen länger unterwegs als geplant. Meine Beine sind schwach, als ich daheim ankomme. Außerdem pocht es in meiner Wade und meinen Fußgelenken. Da habe ich ja auch noch einen ordentlichen blauen Fleck vom Rad fahren... bin ich etwa doch alt? 

Oder ungeschickt?

Daheim turne ich noch ein bischen auf der Matte rum. Immerhin steht noch ein Athletikprogramm auf dem Trainingsplan. Als ich gerade fix und fertig auf der Matte ausruhend rumliege, klingelt es. Der Zeugwart ist von seiner Radrunde zurück. Er war mit dem Beiden gute 80km unterwegs. Im Durchschnitt mit 29km/h. Gut, dass ich die Herren habe fahren lassen und nicht als Bremsklotz mit gekommen bin. Damit wäre der Schnitt nämlich nicht möglich gewesen. 

Nachdem wir mittag gegessen haben, hole ich noch ein bischen Schlaf nach. Offensichtlich ist das Training für meinen alten Körper zu anstrengend? Oder der Frühling kommt und mit ihm die Frühjahrsmüdigkeit. Das kann allerdings nicht sein... es ist ja erst Mai. Der Frühling kommt bestimmt erst im Juli. 

Dienstag, 7. Mai 2013

Koppeln mal anders

Nachdem der heutige Tagen vor Regen nur so strotzte und ich nur dank eines großen Hotelschirms, der sich aus unerfindlichen Gründen im Büro eingefunden hat, trocken in die Pause gekommen bin, erwarte ich für heute Abend schreckliches. Allerdings habe ich gestern Abend meine Regenjacke, die ja einen Waschmaschinenausflug gebucht hatte, weil sie nach unserer Samstagstour so extrem eingesaut war, dass es dem Regenjackenaufbewahrungszimmer nicht zuzumuten war, neu imprägniert. Ich wäre also extrem gut vorbereitet und könnte quasi jederzeit auf ihre Dienste zurück greifen. 

Aber, als ich heim komme scheint die Sonne. Liegt das daran, dass ich endlich Feierabend habe? Es ist kaum zu glauben. Denn immerhin brennt die Hütte ja nach wie vor. Also springe ich absolut wechselzonentauglich in meine Laufklamotten und packe noch schnell meine Schwimmtasche. Der Zeugwart nimmt die nämlich mit zum Training. Und ich laufe hin. Das ist der Plan. Da sind wir ja mal gespannt. 

Ich laufe also los und nachdem ich mit dem nettesten Fährmeister seit langem übergesetzt habe, laufe ich auf der nördlichen Mainseite entlang. Ich bleibe immer gleich schnell, auch als mich das App darüber informiert, wie schnell ich tatsächlich bin. Allerdings blinzel ich dabei auf meinen Puls und die Reaktion auf die Zeitdurchsage zeigt sich sofort mit seiner Erhöhung. Nach ein paar Laufschritten hat der sich allerdings wieder eingekriegt. Ich laufe einfach weiter. Geht also auch. 

Der Zeugwart sammelt mich vor dem Schwimmbad ein. Die letzten 3km schaffe ich nicht, bis wir uns treffen, also nimmt er mich netterweise mit. Das ist fein. Er hat mich von weitem gesehen und kurz überschlagen, dass ich niemals pünktlich im Wasser sein kann, wenn er mich nicht zwischendurch einsammelt. 

Ich steige also ins Auto ein und stelle fest, dass ich ziemlich flott unterwegs war. Für nach der Arbeit. Und dann sind wir am Schwimmbad. 

Ab sofort ist Dienstag Schwimmtraining in der Halle, so sind wir wetterunabhängig. Außerdem ist in der Halle die Bahn nur 25m lang. Da kann man bzw. ich zumindest leichter Techniktraining machen oder auch mal was üben. 25m sind dafür eine nettere Bahnenlänge als die vollen 50m. Heute übe ich Delphinschwimmen und schwimme insgesamt 100m. Inklusive Atmen, richtigem Beinschlag und einem tollen Gefühl. Ansonsten schwimme ich halt so rum. Mache ein paar Technikübungen und habe eigentlich nach 25Minuten keine Lust mehr. Aber weil wir ja das Jahr 2013 haben schwimme ich die volle Stunde durch. 

Einfach machen, so einfach ist das. 

Samstag, 4. Mai 2013

Die Kämpfer sind: wir!

Gestern haben wir erfolgreich und -zugegebenermaßen- auch mit einigem Lacherfolg die Wechselzone zur Familie Motivator gebracht und uns auch gleich noch zu einem herrlich leckeren Abendessen eingeladen. Manchmal paßt es einfach, offensichtlich. Und Gott lob gibt es bei Motivators daheim immer was leckeres zu essen und anscheinend auch soviel, dass es für Gäste ebenfalls reicht. Wir sind ja alle jung und spontan. Herrlich. Nochmal lieben Dank dafür.

Natürlich lassen wir der Motivators dann ihren ruhigen Abend und verschwinden bei Zeiten. Außerdem müssen wir früh ins Bett... heute ist nämlich frühes aufstehen angesagt. 

Treffpunkt für die heutige Radausfahrt ist um 7:30h. Beim anziehen greife ich auf Armlinge, Windweste, Trikot und Unterhemd zurück und ziehe über die Triathlonhose noch eine Windstopperlaufhose drüber. Auf den Kopf kommt unter den Helm noch eine Mütze, dann noch die Handschuhe an und los kann's gehen. Eigentlich wollte ich noch meine Windstopperjacke anziehen, aber draußen kommt es mir nicht so kalt vor. Meine Überschuhe für die Radklickschuhe ziehe ich allerdings an. Es sind 11°C, also unter 14°C und damit folge ich meiner Erkenntnis von letzter Woche. So einfach ist das. 

Wir fahren die mittlerweile fast übliche Strecke und ich schalte am Berg richtig und muß nur kurz in der Baustelle kurz anhalten, weil der dort tätige Bagger und die entgegenkommenden Autos mein kleines grünes Rädchen und mich nicht durchlassen. Außerdem bin ich nicht lebensmüde. 

Dann beginnt es zu tröpfeln. Heute Nachmittag war ja ein bischen Regen angesagt. Aber heute früh nicht. Ich bin also nicht einverstanden. Soviel ist sicher. In Wachenbuchen, also kurz vor dem Hühnerberg, übe ich ein Gel zu nehmen. Und zwar während der Fahrt. Eine wundervolle Idee. Schade, dass keine Kamera mitläuft. Ich bin ja nun beim Dextro Energy Gel hängen geblieben, das muß man aufschrauben. Also schraube ich. Dazu ist sicherlich erwähnenswert, dass ich nicht freihändig fahren kann. Zumindest nicht unfallfrei. Ich schraube also mit den Zähnen das Gel auf, das ich gleichzeitig in meiner rechten Hand festhalte. Mit der linken Hand halte ich den Lenker fest und mit meinen Beinen trete ich natürlich weiter. In Wachenbuchen geht es auch ein bischen Berg hoch, ohne Treten geht's also nicht. Und dann ist das Gel offen. Wohin jetzt mit dem Stöpsel? 
Ich greife die Geltüte etwas anders, weil ich den Stöpsel mit in diese Hand nehmen möchte um ihn nicht fallen zu lassen. Dabei drücke ich sie leicht unglücklich zusammen, um es mal nett auszudrücken, und spritze mich ordentlich voll. Handschuh voll, Lenker voll, Armling voll, Auflieger voll, Rädchen voll usw. Den Rest der Geltüte schütte ich mir in den Mund, schraube alles zu, packe die leere Geltüte weg und weiß, dass ich das perfektionieren muß. Oder erst mal überhaupt üben. Wie man es eben sieht. 

Während ich den Hühnerberg hochfahre sinniere ich darüber, was es noch so alles zu üben gibt, bis das kleine grüne Rad und ich in Köln rumfahren. 

Es regnet noch immer. 

Das Gel was ich überall auf mir habe ist allerdings regenresistent. So scheint es mir. Ich bin mittlerweile ziemlich gut durchfeuchtet überall und an den Abfahrten wird mir ordentlich kalt. Als es nach Ilbenstadt rein geht kann ich vor zittern kaum mehr den Lenker halten. Der Motivation, dem auch nicht gerade mollig warm ist, bietet an mit mir zusammen abzukürzen. Der Zeugwart und die Vereinsmädels wollen noch einen längeren Schlenker fahren. Die scheinen weder nass noch ist ihnen kalt. Na gut. Offensichtlich härter im Nehmen oder besser angezogen? Eins von Beiden muß es sein. Soviel ist sicher. 

Der Motivator und ich kämpfen uns in Ilbenstadt den Berg rauf. Als es dann etwas runter geht und wir Schwung sammeln möchten, verpufft der im Gegenwind und wir stemmen uns gegen Regen und Wind. Das Wetter ist total super ätzend. Ich hänge mich in den Windschatten des Motivators um wenigstens etwas voran zu kommen und weiß urplötzlich, was der Zeugwart mir erst letzte Woche über Pfützen, Regen und Windschattenfahren erklärt hat. Ich habe mich eben nicht daran erinnert... aber jetzt kommt die Erkenntnis sofort. Also halte ich lieber etwas Abstand zum Hinterrad. Die Fontäne, die ich jetzt deutlich sehen kann, ist beeindruckend. 

So fahren der Motivator und ich also in einsamer Zweisamkeit zur Wechselzone. Ist ja klar, dass bei dem Wetter kein anderer Radfahrer unterwegs sein will. Die Leute sind schließlich nicht lebensmüde und wissen wann sie auf die Couch gehören. Nämlich bei Wetter wie diesem. 

Als wir beim Motivator daheim ankommen ist mir warm. Nass bin ich weiterhin. Mein Rädchen und ich sind so extrem eingesaut, dass ich mich frage, ob das überhaupt jemals sauber wird. Ich bin gespannt. Nach 30 oder auch 45 Minuten klingelt der Zeugwart. Der hat die Vereinsmädels daheim abgesetzt, weil sie ihren Koppelplan dann spontan abgeheftet haben, und kommt nur um mich zu holen. Hier steht nämlich das Auto. 

Wir stellen fest, dass wir tolle Wetterkämpfer sind, dass es manchmal durchaus in Ordnung ist die ursprüngliche Planung zu ändern und dass Regen total ätzend ist. Und Gegenwind auch. Und koppeln tun wir dann einfach ein anderes Mal. 

Donnerstag, 2. Mai 2013

Heute nur Athletik

Heute scheint die Sonne, also nutze ich den Balkon, als ich nach Hause komme. Ich lümmel ein bischen in der Sonne rum und warte auf den Zeugwart. Der ist mit dem schnellsten Rad der Welt auf Tour und schaut sich den Süden von Frankfurt an. Wie so oft singe ich insgeheim, um die Nachbarn nicht übermässig zu belästigen, ein Lied auf die gleitende Arbeitszeit und frage mich, warum es immer mich treffen muß.

Auf unserem Trainingsplan steht heute Athletiktraining. Bei Zeugwart steht noch Radfahren davor, bei mir nichts. Also wirklich nur Athletiktraining. Das ist überschaubar. Obwohl solche Einheiten dann trotzdem 30-40Minuten dauern und ich irgendwie auch hätte laufen gehen können, weil das genauso zeitaufwendig gewesen wäre. Athletik Training spart also keine Zeit. Ich denke, dass ist auch nicht die coachliche Intention dahinter, wenn es auf dem Plan steht.

Nach einem kurzen Austausch über den Sinn oder Unsinn der Athletikkomponente auf dem Trainingsplan und der Mitteilung, dass das schnellste Rad der Welt heute im 29er Schnitt durch die Gegend geschossen sei, begeben wir uns auf die Matten. Das Wohnzimmer hat Fußbodenplatz für zwei große Turnmatten und so ächzen der Zeugwart und ich parallel zueinander und zählen die Sekunden.

Ich muß im ersten Übungszyklus 4 Übungen machen: gehaltene Liegestütz auf den Unterarmen, 10 Liegestütz, seitliche Liegestütz auf dem Unterarm im Wechsel und einen verbiegenden Rückenlage-Dreher. Da ich diesen ersten Zyklus insgesamt 6 mal abturnen soll und ich natürlich alles nach Plan mache, habe ich also mit dem Abschluß der 4 Übungen insgesamt 60 Liegestütz auf die Matte gebrannt.

Der nächste Zyklus ist nur zweimal zu machen. Ich tue was für bzw. gegen den Hintern und liege fröhlich wie damals die richtige Jane Fonda, seitlich auf der Matte und bewege mein oben liegendes Bein in alle Himmelsrichtungen. Ich kann von Glück sagen, dass das Wohnzimmer nicht Video überwacht ist. Eigenbild und Fremdbild sind hierbei sicherlich massiv unterschiedlich. Da ich auf das Bild jetzt aber vor müde werdenden Muskeln keine Rücksicht nehmen kann, verschwinden beide Eindrücke und ich zähle mürbe bis 25. Jeder Einzelübungsteil muß nämlich mit 25Wiederholungen absolviert werden. Mit mir kann man's ja machen.
Allerdings muß ich zugeben, dass ich 25 Wiederholungen machen kann. Ist zwar anstrengend, aber unlösbar ist es nicht.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Einfach dranbleiben

Da ich kein wirkliches Trainingstagebuch führe, außer diesen Blog und hier ja keine wirklichen Fakten reinpacke, ist eine Zusammenfassung, wie man sie auf vielen anderen Sportblogs liest schwierig. Ich bin zwar ein Zahlenmensch im beruflichen Leben, aber privat sind Zahlen dann anscheinend doch nicht so mein Ding? Ist das ein Zeichen? Keine Ahnung. 
Ich bin im April zweimal die Ironmanrunde mit dem Rädchen gefahren, ich hatte einen wundervollen Trainingslauf mit Joey Kelly und dem Zeugwart und ich habe Reifenwechsel trainiert. Außerdem bin ich auch ein paar mal gelaufen und gar nicht geschwommen. Soviel also zur Monatsbilanz. Die könnte wirklich zahlenlastiger sein... 

Manchmal ist zahlenlastig aber auch gar nicht so gut. Für mich zumindest. Das stelle ich heute gleich mal wieder auf übelste Art und Weise fest. 

Der Zeugwart und ich bereiten erst alles für das spätere Hordengrillen vor, und dann laufen wir los. Wir müssen nicht lange und nicht weit. Mein Trainingsplan schreibt mir 30-40Minuten vor. Das geht auf alle Fälle. Heute zeigt das Thermometer 19°C, aber der Wind tut sein übriges und so fühlt es sich nicht warm an. Während wir laufen begegnen uns jede Menge Fallschirmtierchen und ich ducke mich weg so gut ich kann. Schließlich will ich nicht als Landefläche mißbraucht werden. Gelandet werden kann mal schön woanders. 

Der Zeugwart fragt mich, ob ich immer so laufe und ich blicke kurz auf die Pulsuhr und sage, dass das genau meine Laufgeschwindigkeit für GA1 ist, wenn ich nicht rede. Wenn ich dabei rede hüpft der Puls 6 Schläge hoch und ist dann im GA2 Bereich. Die Reaktion des Zeugwarts ist eindeutig und er lobt. Sagt, dass ich schneller geworden bin und ich winke ab. Ist ja klar. So ein Lob knallt bei mir ja auf taube Ohren... das wissen wir ja. 

Als das App dem Zeugwart dann die Geschwindigkeit durchsagt und er mir die Erkenntnis gleich weitergibt, ist es vorbei. Statt mich zu freuen, dass mir der tiefe Puls bei guter Geschwindigkeit gelingt und das ewige langsam laufen offensichtlich was nützt, geht der Puls hoch, ich werde kurzatmig und bekomme Seitenstechen. So ist es immer, wenn ich erfahre, dass ich unter 7Minuten/km laufe. Weil ich weiß, dass 7min/km ok sind... und alles was schneller ist macht mir Angst. Warum habe ich noch nicht heraus gefunden. 

Während einer Gehpause überholt den Zeugwart und mich ein Läufer. Der Zeugwart schlägt vor, dass wir uns dranhängen und ich den Mann nicht weglaufen lasse. Gut, der ist nicht so schnell und ich mache einfach. Wir hängen uns dran und mit ordentlichem Abstand, der soll sich schließlich nicht gejagt fühlen, bleiben wir dran. Er fühlt sich aber doch gejagt und schaut sich regelmäßig um. Und als es ihm zu bunt wird, hält er einfach an und der Zeugwart und ich laufen aber einfach weiter. Diese Geschwindigkeit. Bis zur Schranke. Mein Puls ist zwar höher als sonst, weil ich mir die ganze Zeit Gedanken mache, ob ich es wohl überhaupt noch bis heim schaffe, wenn wir so schnell sind, aber es geht. 

Ich habe vorhin an der Paprika, die wir auf Spieße gepackt haben, genascht. Und die stößt mir nun auf. Unangenehm. Aber an der Verpflegungsstrategie muß ich ja sowieso noch arbeiten. Das wissen wir ja bereits. 

Wir laufen dann nach Hause und schaffen es natürlich. Nach Hause geht's immer. Ich mit meinen Zweifeln... unglaublich einfach. Das App des Zeugwarts berichtet ihm, dass wir -wenn ich nicht gerade eine Gehpause gemacht haben, weil ich dachte, dass nix mehr geht- mit 10 oder 11km/h unterwegs waren. Alles Psyche. Man man man. 

Dienstag, 30. April 2013

Regen genießen

Nachdem ich in Vorbereitung auf das morgige Radrennen "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" oder einfach "Henniger Turm Rennen" einen nicht enden wollenden Heimweg hinter mich gebracht habe, freue ich mich eigentlich auf mein Lauftraining. Weniger freue ich mich über das Frühlingswetter, was sich mir derzeit offenbart. Es regnet wie aus Eimern und wir haben 10°C. 

Frühling sieht tatsächlich etwas anders aus, in meiner Welt. Aber ich kann es nicht ändern. Weder den Trainingsplan, noch das Wetter. 

Also Regenjacke an, App's starten und los geht's. Innerhalb der ersten 3km bin ich nass bis auf die Haut. Warum sich meine Regenjacke, Regenjacke nennt ist mir klar. Allerdings hatte ich die Bezeichnung anders interpretiert, nämlich dass die Jacke Regen abhält, nicht genießt. Aber das war anscheinend ein Fehler oder einfach falsch gedeutet. 

Als ich wieder zu Hause ankomme bin ich total durchnässt. Ich errichte im Flur ein Mahnmal für durchnässte Läufer und wässere mit der Regenjacke und der durchtränkten Kappe den Steinfußboden. 

Dann beginne ich praktisch sofort zu frieren und zu zittern, und spare mir deshalb das Athletiktraining. Ich steige sofort und die warme Dusche. Warmes Wasser ist eine ganze Ecke angenehmer als Kaltes. Soviel ist sicher. 

Sonntag, 28. April 2013

Anfahren am Berg.

Der Wecker klingelt heute, wie so oft, wenn wir morgens zum radeln verabredet sind, früh. Dann lesen wir die Nachricht... die Vereinsmädels wollen lieber Indoor sporteln und so sind wir spontan nicht mehr verabredet. Das führt dazu, dass ich nach dem Frühstück ganz spontan auf der Couch in die Waagerechte kippe und einfach noch mal schlafe. Das tut gut und ganz offensichtlich verlangt der Körper danach, sonst würde ich schließlich nicht einfach so einschlafen können. 

Als ich wieder aufwache erinnere ich mich daran, dass ich den Vereinsmädels noch ein Foto von meinem gestrigen Werk, der neuen Balkonbepflanzung, schicken wollte. Das wird dann auch gleich gemacht. Und zwar mit dem Hinweis: 
Gester: Balkon
Heute: Hühnerberg

Und dann schrecke ich hoch. Das Telefon klingelt und ich werde gefragt, wann wir den losfahren möchten, weil Indoor Sport einfach nicht so schön ist, wie Outdoor Sport und eine Radtour mit uns eben unbedingt einem Indoor Training mit Fremden vorzuzuiehen ist. Wir verabreden uns und schon geht's los. Bei 9°C bin ich mir sicher auf die Überschuhe verzichten zu können und mit drei Schichten Obenrum plus einer Schicht untenrum gut anzogen zu sein. Wir sind diesmal sehr pünktlich am Treffpunkt und nach einer kurzen Begrüßung geht's auch schon los. 

Heute fahren wir wieder die Ironmanrunde. Wenn ich starten würde, was ich natürlich nicht tue, ich bin ja nicht lebensmüde, würde ich die Runde auch jedes Wochenende fahren, einmal oder zweimal. Einfach um jeden Stein, jedes Schlagloch und jede Bodenwelle zu kennen. Diesen Vorteil würde mir keiner nehmen können. Beim losfahren werden wir von einem Pärchen überholt. Er im Sky Trikot... sie mit knappen Radhosen. Das sieht frisch aus. Ich bin um meine Dreiviertelhose inklusive kniehoher Kompressionssocken dankbar. Außerdem sähe eine so knappe Hose an meinen Beinen auch nichts aus, aber das ist nur eine Nebenerkenntnis die sonst weniger was zur Sache tut. 

Die Autobahnbrücke drücke ich mit 28km/h weg. Das Frühstück und die kurze Schlafpause danach hatten offensichtlich Wirkung. Ich bin gespannt, wie es mit den anderen Bergen wird. Als nächstes kommt der Anstieg nach Bergen-Enkheim. Ich schalte rechtzeitig und zwar diesmal auch vorne und kurble was das Zeug hält. Klar, ich bin ja auch noch frisch. Der Zeugwart wartet oben, aber eine Pause brauche ich nicht, also geht's weiter. Ich schalte nur eine Idee schwerer, weil es hier noch so einen blöden innerdörflichen Hügel samt Engstelle gibt und ich den ja auch noch wegdrücken muß. Dann geht's durch die Wetterau. Es ist windig, bewölkt, kalt und irgendwann fängt es auch noch an zu tröpfeln. 

Am Hühnerberg bekomme ich einen Krampf und zwar natürlich an der steilsten Stelle, 30m vor "oben". Na super. Ich halte an, es geht ja schließlich um nix und mit Krampf weiterfahren ist auch irgendwie nicht möglich. Und als der Krampf dann verschwunden ist und mir -glaube ich- noch die Zunge und ein "Ätsch... jetzt mußt Du halt hochschieben" nachgerufen hat, steige ich auf mein grünes Rädchen und fahre einfach weiter. Anfahren am Berg macht mir keine Angst. Ich kann das mit dem Auto. Ich kann das mit dem Motorrad. Und: ich kann das auch mit meinem Rad. Ohne zu übertreiben... das habe ich wirklich drauf. 

Zwischendurch esse ich zwei Gels, spüle mit Wasser aus der Aeroflasche nach, obwohl das laut Dextro Energy ja nicht notwendig ist, trinke -auch während der Fahrt- aus meinen zwei anderen Flaschen und freue mich. Die Radtour macht mir richtig viel Spaß. Obwohl meine Füße empfindlich kalt sind. Ich hätte besser doch meine Überschuhe angezogen. Zukünftig ziehe ich die Überschuhe bis 14°C immer an. Jetzt kann ich es aber nicht ändern. Den Spaß verderben lasse ich mir aber dadurch auch nicht. 

In Bad Vilbel drücke ich den Berg hoch. Nicht, als wäre nichts gewesen, aber doch kraftvoll und ich komme gut vom Fleck. Außerdem habe ich eine grüne Welle, das ist natürlich auch viel Wert. Oben angekommen mache ich aber trotzdem eine Pause. Soviel Zeit muß sein. Der Zeugwart und die Vereinsmädels sind natürlich längst oben. Läääääängst. Aber so habe ich auch ein Empfangskommitee, als ich den Berg geschafft habe und oben ankomme. Sehr nett. 

In Bergen-Enkheim trennen sich dann unsere Wege. Der Zeugwart und ich fahren nämlich wieder runter vom Berg und in Richtung Heimat. Die Vereinsmädels hängen einfach so, weil sie's können, noch eine Runde dran. Die Beiden werden Anfang Juli allen zeigen, wo der Hammer hängt, soviel ist sicher.

Bis zu Hause haben der Zeugwart und ich ja genau 85km, das wissen wir ja von letzter Woche. Heute beschließen wir, dass es 90km werden sollen und so fahren wir noch eine kleine extra Runde und ich fahre mit einer beeindruckenden Kilometeranzahl auf den Hof. Das gefällt mir gut.


Als ich meine Radschuhe ausziehe merke ich, dass die Socken nicht die erste Wahl waren. Der Schuh hat gedrückt und meine Fußsohle schmerzt. Dank der fehlenden Überschuhe sind die Füße außerdem eiskalt. Aber beides kann ich bei der nächsten Radrunde ja ausbügeln. 


Freitag, 26. April 2013

Was will der Coach mir damit sagen?

Wie bereits hinlänglich bekannt, brennt auf der Arbeit die Hütte und ich weiß weder vor noch zurück. Zuviel Streß ist auch nicht gesund und wenn man irgendwie so gar nicht weiß, wo einem der Kopf noch stehen könnte, zwischen der ganze Asche, so ist es gut, wenn man die Gedanken auch mal schweifen lassen kann. Das Büro und die Kollegen sind heute hochmotiviert und weil jeder mit Löscharbeiten gegen seinen eigenen Hüttenbrand vollends beschäftigt ist und es nur mir so vorkommt, als wäre es dringend nötig Holz nachzulegen, damit die Hütte auch morgen noch kraftvoll brennen kann, versuche ich ein paar Rätsel der Menschheit zu klären.

Der Coach hatte meinen Post zum letzten Darmstädter vor-Ort Training auf der Core Seite im Facebook verlinkt und betitelte ihn mit den Worten "Claudi cries me a River". Ich rätsel darüber seit Tagen. Er verlinkt öfter mal einen Blogeintrag, so dass mir dieser Umstand nicht komisch vorkam... aber nur äußerst selten versieht er die Posts mit eigenen Überschriften oder gar Einleitungen. Und wenn er das tut, dann kann ich mir immer einen Reim darauf machen. Immer, bis jetzt.

Und dumm sterben geht ja irgendwie auch nicht. Also denke ich darüber nach. Es gibt schließlich ein Lied aus den 60er, was auch Justin Timberlake gecovert hat, was "Cry me a River" heißt. Aber es wurde am Samstag im Club nicht gespielt, das weiß ich genau. Ich habe auch nicht weinen müssen... obwohl manche meiner Übungsausführungen sicherlich zum heulen aussahen. Weinen sah ich auch keinen anderen. Und Darmstadt liegt auch nicht wirklich am Fluß. Ich komme einfach nicht drauf. Was will der Coach mir damit sagen?

Heute packt es mich. Ich kann einfach nicht mehr. Erst der Morgenlauf, der mich quält, dann die Angst, dass Tom König mich auspioniert um an super Geschichten für seine Bücher zu kommen, im Anschluß dann die brennenden Hütten, die immerhin noch besser als brennende Tonnen sind und dazwischen immer die Frage... was will der Coach mir damit sagen?

Und dann greife ich zur Allzweckwaffe. Ich tue es einfach und ohne umschweife. Ich schaue im Internetz nach.
Erst auf Umwegen, in dem ich mich bei Facebook über die Core Seite und ein paar Crossfitverlinkungen stolpernd vorwärts taste und endlich irgendwann einen Hinweis zum Thema auftue. Das muß es sein: http://www.crymeariver.de/index.php/ Ganz klar. Hier ist die Lösung und genau hier findet sich auch der Spaß der Fitten vom Samstag. Das Internetz kann keine Geheimnisse bewahren, ist man gewieft und suchwillig, findet sich praktisch alles. Und so lese ich mich also schlau, dass es sich bei "Cry me a river" um einen Wettbewerb handelt. Es geht um ganz nette Preise und jeder kann mitmachen, weil es bei diesem Wettbewerb nicht um Gewichte stemmen oder sowas geht. Prinzipiell geht es zwar doch irgendwie darum zu einem Finale eingeladen zu werden, wenn ich alles richtig verstehe, aber unter allen Teilnehmern werden Preise verlost, die losgelöst von Leistung sind. Eine schöne Idee!

Ich habe leider - oder wegen Gottes Fügung- kein Springseil daheim. Glaube ich zumindest. Sonst hätte ich doch tatsächlich mal versucht 50mal Seil zu springen. Das wäre bestimmt ein Fest geworden.

Von Anfang. Irgendwie.

Alles neu lernen. So scheint mir das mit dem Morgenlauf zu sein. Ich komme mir vor, wie damals, als ich keinen Kilometer am Stück laufen konnte. Ich war sehr langsam und wirklich schnell aus der Puste. Ich mußte mich jeden zweiten Tag aus dem Bett quälen um laufen zu gehen. Eine wahrliche Überwindung. Tja... und jetzt habe ich ein déjà vu. 

Da ich gestern meine neue Brille abgeholt habe und dann eher auf der Couch versackt bin, fiel das Training gestern aus. Heute Abend sind wir verabredet und deshalb laufe ich früh. Mal wieder. Ich nehme mir vor 5Minuten länger durchzuhalten, als vor zwei Tagen. An der Kondition kann es schließlich nicht liegen, dass mir das morgendliche Laufen so schwer fällt. Aus der Puste komme ich auch nicht. Der Puls ist so niedrig, dass ich eher Bedenken habe umzukippen, als mich zu überanstrengen. Meine Pumpe mag Morgenläufe offensichtlich. Ich kann es mir nicht anders erklären. Schade, dass die Pumpe ganz offenbar mit meinem Schweinehund keinen guten Draht hat. Der hasst Morgenläufe nämlich. Ganz klar.

Ich laufe los und höre dabei ein tolles, sehr lustiges Hörbuch, in dem Tom König ausgiebig beschreibt, was ihm als Kunde in Deutschland schon so alles wiederfahren ist. Herrlich. Ich fühle mich in 98% der Fälle so, als hätte er das Buch über meine Erlebnisse verfasst und frage mich, ob ich wohl unter so extremer Beobachtung stehe? Ist Tom König mir womöglich permanent auf den Fersen um aus den haarstreubenden Erlebnissen, die ich manchmal habe, einen Bucherfolg zu stricken? Oder geht es ihm einfach genauso wie mir? Und wenn es ihm auch so geht... wem geht es bloß noch alles so? Und wenn wir viele sind, warum geht man mit uns als Kunden trotzdem so um, dass einem beim Zuhören der Geschichten die Tränen vor Lachen kommen?

Während ich das so durchsiniere, laufe ich die Strecke, über die ich mich auch vor zwei Tagen gequält habe. Sie ist genauso schwierig und zieht sich wie Kaugummi. Wieder habe ich das déjà vu, weil ich mich ja vor Jahren auch wochenlang immer über die gleiche Strecke gequält habe. Allerdings stellt man natürlich, wenn man immer die gleiche Strecke rennt, auch über die Zeit Veränderungen fest. Das ist das Praktische daran. Monoton trete ich den Weg und habe den Puls immer mal wieder im Blick. Der ist schon wieder so niedrig. Aber ich habe auch das Gefühl, dass ich kaum von der Stelle komme. Ich quäle mich mal wieder so richtig.

Vielleicht muß ich mit dem Coach mal sprechen, dass ich zwei freie Tage in der Woche brauche, um mein soziales Leben im Einklang zu behalten und morgendliche Läufe so weit es geht zu vermeiden?

Heute laufe ich an der ersten Abzweigung die nach Hause führt vorbei.


Ich wollte ja verlängern und weil der Wille manchmal Berge versetzten kann, verlängere ich also. Ich laufe also nicht schneller oder besser als vor zwei Tagen, ich laufe lediglich länger. Also eine längere Quälerei. Das ist natürlich auch nicht so toll.

Die Wegverlängerung ermöglicht mir herrliche Ausblicke auf den Sonnenaufgang.


Und die entschädigen mich ein bischen für die Überwindungsschmerzen.

Ich bin nach einer halben Stunde zurück zu Hause. Ich friere, habe Durst und bin froh, dass ich laufen war. Auch wenn es sich schreckilch angefühlt hat. Ich hoffe, damit verlerne ich jetzt nicht das abendliche Laufen. Das wäre fatal.

Mittwoch, 24. April 2013

Kalter Versuch

Da ich heute Abend sozial mal wieder verplant bin und deshalb keine Möglichkeit besteht, dem Trainingsplan des Coaches gerecht zu werden, muß ich heute früh ran. Wie übel. Als der Wecker klingelt fühle ich, dass Sport schlecht ist. Ich frage mich auch, ob ich überhaupt jemals aufstehen kann. Ich bin müde und schon, dass ich weiß, dass ich laufen gehen wollte und zwar heute früh, hilft überhaupt nicht. 

Natürlich stehe ich trotzdem auf. War ja klar. 

Die Klamotten habe ich mir gestern schon rausgelegt. Jetzt die auch noch zusammen suchen wäre wahrscheinlich nicht möglich. Rein Physisch. 
Schon das Anziehen ist eine Herausforderung. 

Oft wird es dann ja besser, wenn ich loslaufe. Heute ist das nicht so. Ich laufe und mein Puls ist fast 20Schläge unter normal. Ich bin allerdings genauso schnell wie sonst. Wenn es sich nicht so schrecklich anfühlen würde, könnte ich ja über den niedrigen Puls froh sein. So isser zwar da, aber irgendwie auch egal. 
Ich laufe nur 3km in 20Minuten und bin dann endlich wieder zu Hause. Meine Augen tränen die ganze Zeit. Es ist kalt, obwohl 6°C sind und ich da normalerweise im Shirt rumrenne. Heute trage ich über dem Shirt noch eine Jacke und friere trotzdem. 

Morgens laufen ist einfach nicht meines. Als ich wieder oben bin, steht noch ein 20Minuten Athletik Programm an. Ich fleeze auf der Matte rum, stemme Gewichte und mache Liegestütz. Und dann gehe ich duschen. 

Frieren tue ich immer noch. 

Sonntag, 21. April 2013

Lernen für Köln

Zu spät, zu spät... wir sind zu spät. Weil wir unentschlossen sind, welches Outfit für die heute geplante Radausfahrt wohl das richtige sein könnte. Also müssen wir uns sputen um den Rest des Teams heute nicht zulange warten zu lassen. Innerhalb einer viertel Stunde sind wir am Treffpunkt. Ich hätte gedacht, dass wir 20Minuten brauchen. Nun gut. Der Zeugwart ist offensichtlich gut drauf? Das hätte ich mal vorher wissen sollen. 
Aber der Zug ist jetzt abgefahren. 

Die Vereinskameraden müssen ein bischen auf uns warten, aber es hält sich noch im Rahmen. Wir werden freudestrahlend begrüßt. Das ist toll. 

Als es losgeht nehmen wir gleich eine Autobahnbrücke mit, um dann den ersten Anstieg der Ironmanrunde wegzutreten: Bergen-Enkheim. Wie auch immer der Veranstalter dieses Stück nennt... es ist fies. Ich versuche Schwung zu holen, habe aber nur mäßigen Erfolg. Berge hochdrücken ist einfach unheimlich Kräfte zehrend. Oben geht's gleich um die Ecke und dann durch den alten Ort. Obwohl ich mir gar nicht so sicher über das Alter des Ortes bin. Es geht auf jeden Fall moderat weiter hoch und da ich im Schalten einfach nicht ganz so der Held bin, ist es anstrengender als ich es gerne hätte. In Bergen-Enkheim habe ich das vordere kleine Kettenblatt total vergessen. Das muß besser werden. 

Unsere Gruppe legt ein ordentliches Tempo vor, finde ich. Berg runter komme ich locker ran, Berg rauf  ist's etwas schwieriger. Aber es macht Spaß. Ich bin begeistert, wie die Kilometer so weggefahren werden. Die Vereinsmädels sind der Hammer. Deren Training zahlt sich richtig aus. Der Motivator ist ebenfalls mit dabei und hat eine Kondition wie ein Tier. Der ist einfach nicht müde zu kriegen... 


In Bad Vilbel denke ich mir so, dass ich ja wirklich gut dabei bin... und während ich noch so in vollkommener Selbstbewunderung versinke und dann doch merke, dass ich weiter ins Richtung "leicht" schalten muß, fahren die Vereinsmädels an mir vorbei und lassen mich bergauf buchstäblich stehen. Und als ich mir dann auch noch ein paar aufmunternde Worte anhören darf, im Sinne von "Super Claudi, Du machst das toll!" und das "toll" schon im Wind verhallt, weil die Damen mich schnell weit hinter sich lassen, bin ich überzeugt, dass das Training fruchtet. Deren. Bei meinem bin ich mir nicht so sicher. Aber um Berge ging es bei mir bisher ja auch nicht. 
Im letzten Jahr wäre ich hier zumindest mal überhaupt gar nicht hochgekommen. Von daher fruchtet es natürlich schon, das Training. So darf man das auch nicht sehen. Zuviel Licht sollte ich dann auch nicht unter den Scheffel stellen. Im Vergleich zum letzten und gar vorletzten Jahr läuft es heute wahnsinnig gut. 

Mitten am Berg stoppt mich eine rote Ampel. Und weil jede Menge Autos mit den Hufen scharren und ich ein rote Ampel Stopper bin, halte ich an. Am Berg. Ich schätze, das gibt eine kurze Laufeinheit zwischendrin. Hier jetzt wieder anfahren wird schwer. Und so ist es auch. Ich komme nicht wieder rauf. Also ein Stück schieben. Dann kommt eine flachere Stelle am Berg und ich steige wieder auf, klicke ein und fahre weiter. Die anderen warten oben auf mich. 

Da bin ich froh. Der Zeugwart versorgt mich mit einer weiteren Flasche, weil er top durchtrainiert ist und offensichtlich kaum was zu trinken braucht. Ich dagegen brauche Nachschub. Aber um so etwas auszutesten sind diese Radausfahrten da. Es ist also kein Drama, dass ich seine Flasche nehme, wenn er sie nicht braucht. Es ist absolut ok und gehört zum lernen. Lernen für Köln. 

Heute nutze ich übrigens das neue Cola Gel von Dextro Energy. Das ist lecker. Wir haben es zum testen letzte Woche in Bonn mitgenommen.  Ich vertrage es prima und es schmeckt mir außerordentlich gut. Kein Ekel beim trinken, und auch am Berg, wenn es anstrengend wird, bleibt es da wo es hingehört. Im Magen. Ich muß das beim Laufen noch austesten, dann könnte die Gelsuche endlich beendet sein. 

Nach 85km sind wir wieder daheim. Ein tolles Gefühl, trotz der ganzen Berge. Aber noch ne Runde könnte ich mir jetzt so spontan nicht unbedingt vorstellen. Gut, dass das die Vereinsmädels den Ironman machen und nicht ich. 

Ich höre aufmerksam in mich rein, ob denn jetzt noch laufen ginge. Und da kann ich schon eher sagen... ja, aber nicht mit diesen Schuhen. Wenn ich mir jetzt eine Gehpause, eine Toilette und einen Getränkeschluck gönne... dann könnte ich auf jeden Fall laufen. Wie lange und wie schnell ist natürlich unklar. Noch. 

Aber das übe ich dann ein anderes Mal. 

Als wir zu Hause sind, schaue ich auf den Live Ticker vom Hamburg Marathon. Denn da ist die Teamchefin heute am Start. Die läuft ja ganz prima und einfach ins Ziel und weil der Profiathlet und das Teammaskottchen gute Streckenbeobachter sind, haben wir nicht nur den Liveticker online, sondern eben auch deren Berichterstattung. Und als die Teamchefin im Ziel angekommen ist, meldet sie sich auch mit ihrer Medaille und erzählt, dass sie ein Schiff gewonnen hat, weil das ja auf dem Metall abgebildet ist. Toll gemacht! Ich bin Fremdstolz. Die Teamchefin hat wieder einen Marathon einfach so geschafft. Kein Wunder, dass sie die Chefin ist. 

Und ich muß wegen der Radausfahrt heute dann mal die Füße hochlegen. 

Samstag, 20. April 2013

Definiere Spaß

Das Geschrei ist groß, als wir heute in den Core Sportclub kommen. Es ist nicht zu überhören, dass die Fitten heute richtig viel Spaß haben. 
Wie das mit meinem Spaß heute aussieht, werden wir noch sehen. Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir heute mal wieder hier sind und uns an der Tafel versuchen dürfen. 

Als ich mich umgezogen und an der Seite auf einer Bank Platz genommen habe, beginnt gerade ein neuer Spaßzyklus. Ganz offensichtlich ist die Definition von Spaß in diesen Hallen anders, als man sie üblicherweise kennt, aber der Spaß ist da. Direkt hier im Raum. Die Fitten springen Seil, dann geht's mit Kniebeugen. Sit-ups und Liegestütz weiter. Anscheinend schauen sie, wer schneller ist? Während ich noch Seil springen würde, sind die schon durch und wechseln  zur Dritt-nächsten Disziplin. Ich kann kaum so schnell schauen und scharf stellen, wie die Herren sich hier bewegen können. 

Spontan erinnere ich mich auch, dass die Besuche hier meist recht anstrengend sind und ich den Club selten ungeschwitzt und hellwach verlassen habe. Meist war ich naß und fix und fertig. Wir werden sehen, wie mir das heute alles gelingt. 

Der Zeugwart und ich bekommen das Workout erklärt und ich versuche mir alles zu merken. Nicht die Reihenfolge, die steht ja an der Tafel, sondern die Begrifflichkeiten. Welche Übung heißt wie. Meist muß ich die nämlich zu Hause dem Zeugwart auf deutsch übersetzen und erklären, was gemacht werden soll. Der Zeugwart ist kein guter Vokabellerner. Bei mir dagegen klappt's mit der Vokabellernerei ganz gut und mir fehlen immer nur ein paar Wenige. Hier zu turnen hat was von einer anderen Sprache. In vielfacher Hinsicht. 

Heute geht's für uns langsam aber nicht unfies los. Während die zwei fitten Herren noch um die Wette hecheln und angeschrieen werden, dass es nur so kracht, mühe ich mich mit Kettlebell Schaukeln und Minihanteln ab. Also Mini im Sinne von schnellen fitten Herren. Nur Mittelklein wenn man's ganz genau betrachtet. Und zwar mit den Augen eines Normalsterblichen. Dazu würde ich mich jetzt einfach mal zählen. 

Außerdem versuche ich meine Knie während ich an einer Stange rumhänge zum Bauch zu ziehen. Ich bin mir unsicher woran es liegt. An meiner Beweglichkeit kann es eigentlich nicht liegen. Ich kann mich für gewöhnlich verbiegen wie eine Brezel und bin sicherlich vom Themenkreis "eingerostet" sein, noch jahrelang entfernt. Trotzdem gibt es für mich kaum was Schwereres als an dieser dämlichen Stange zu hängen und meine Beine auch nur irgendwie gegen die Schwerkraft nach oben zu bewegen. Ich frage mich warum. 
Schon das Rumhängen ist so extrem anstrengend, dass ich ordentlich ins Schwitzen komme. Und das ist natürlich nicht so pralle, weil ja dann die Stange rutschig wird. 

Und während ich so Liegestütz auf Hanteln mache und mir dabei sofort wieder riesig stark vorkomme, frage ich mich, ob ich heute jemals wieder trocken werde. Ich bin mittlerweile einmal komplett durchgeschwitzt. Und wenn ich schreibe komplett, dann meine ich komplett. Inklusive Socken. Und auch hier frage ich mich wieder, warum. Was genau passiert denn bitte in meinen Socken so spannendes, dass die am Ende dieser Stunde -mal wieder- so richtig nass geschwitzt sind? Ein Phänomen?

Nachdem der Coach uns heute noch ausgiebig für unsere Seitstütz gelobt und dabei festgestellt hat, dass diese Übung für uns mittlerweile fast ein alter Hut ist und wirklich besonders gut klappt, gehen wir duschen. 
Heute habe ich das wirklich bitter nötig. 

Und weil wir schon mal in Darmstadt sind, fahren wir auch noch im Radladen vorbei. Hier waren wir letztes Jahr schon mal. Heute frage ich ganz konkret nach einem Triathlonrad. Können sie eines für meine Bein- und Oberkörperlänge machen? Wir werden umfassend informiert und ich bekomme fast ein paar zu viele Auskünfte für meinen kleinen Kopf. Ich werde mir das Thema Triathlonrad also nochmals durch den Kopf gehen lassen. 

Morgen fahren wir mit den Rädchen und die Teamchefin läuft den Hamburg Marathon. Das ist wieder mal ein ordentlich sportliches Wochenende. 

Freitag, 19. April 2013

Serienplatter

Ich stelle anscheinend gerade eine Serie auf. Und zwar im "platte Reifen machen". Was ein Mist. 

Der Zeugwart und ich drehen heute nach der Arbeit noch eine Runde auf dem Rad. Als ich meines aus dem Keller hochhole stelle ich fest, dass die Flasche zwischen den Aufliegerhörnern bei der letzten Tour für ordentlich Sauerei gesorgt hat. Vorne ist alles vollgespritzt. Aber darum kann ich mich jetzt nicht kümmern, wir wollen aufbrechen. 
Also Pulsuhr an, App starten und Tacho auf Null. Technik die begeistert quasi. Ich bin offenbar voll ausgestattet. Aber mehr geht ja immer. 

Es läuft ganz gut und schon als ich auf den Tacho schaue, nachdem wir den Hof gerade verlassen haben, steht der auf 28km/h. Aha. Das wird wohl etwas flotter heute. Ich habe meine normale Brille auf, so dass der Wind in die Augen fährt. Aber ich habe nur Sportsonnenbrillen und dafür ist der Frühlingshimmel heute etwas bewölkt. Oder meine Tönungen zu stark. Ich würde auf jeden Fall nicht richtig sehen können, weil einfach alles zu dunkel wäre. Gut, so sehe ich halt nicht richtig, weil meine Augen tränen. Wie man's macht, ist es verkehrt. 

Um den Kopf rum ist es ziemlich frisch. Wir haben nämlich nur unsere Helme auf. Keine Mützen drunter. 14°C ist in diesem April einfach etwas kühler, als sonst. 
Und weil wir uns nicht gleich  bei der dritten Ausfahrt irgendwas Schnupfiges mit heim nehmen möchten, fahren wir nach knapp 30Minuten eine Abkürzung nach Hause. 

Und dann nimmt meine Serie ihren Lauf. Den Klang des platten Hinterrades erkenne ich sofort. Das Ohr ist mittlerweile geschult. Ganz offensichtlich. 
Der Zeugwart rät zum aufpumpen und noch mal versuchen. Immerhin sind wir gleich daheim. Aber das nützt nur 50m was. Also steige ich ab und getreu dem Motto "wer sein Rad liebt, der schiebt" laufe ich mit meinen Klickpedalen neben dem grünen Rädchen mit dem platten Hinterrad her. Der Zeugwart fährt vor nach Hause und organisiert mir Turnschuhe. Ich laufe und schiebe. 

Und als er wieder bei mir ankommt, mache ich eine schnelle Wechselzone, gebe meinen Helm und meine Radschuhe an den Zeugwart ab und renne los. Mein Rädchen schiebe ich, während ich es am Sattel festhalte. Dabei kann ich gut auf den Tacho schauen und stelle fest, dass ich 9km/h laufe. 

Und nachdem ich die längste Wechselzone der Welt hinter mir gelassen und der Zeugwart uns das Abendessen kredenzt hat, baue ich mein Hinterrad aus und wechsle den Schlauch. Mit Beratung vom Zeugwart natürlich. Die habe ich dazugebucht während ich übe. 
Ich hätte das Hinterrad auch einfach so mit zum Treffpunkt nehmen können am Sonntag. Dann hätten die Vereinsmädels gleich mal testen können, ob sie einen Schlauchwechsel noch üben müssen oder ob es paßt. 

Aber jetzt ist der Schlauch gewechselt und das Rädchen also fit für die Ausfahrt am Sonntag. Und ich hatte ein Koppeltraining, wenn auch kein Langes. 

Donnerstag, 18. April 2013

Laute Läufergrüße

Heute gehe ich nach der Arbeit einkaufen. Der Zeugwart und ich habe neues Sprudelwasser entdeckt und weil es das nur in dem für mich logistisch günstig gelegenen Supermarkt gibt, kaufe ich also ein. Der Kofferraum meines Großraumgefährts ist binnen kürzester Zeit wunderbar gut gefüllt und so ordere ich eine helfende Hand, als ich auf den Parkplatz fahre. Diese neumodische Technik ist wirklich prima.

Als der Zeugwart mit seinen helfenden Händen aus der Tür schreitet, ist er noch im Raddress. Er ist nämlich, ganz gemäß dem Core Trainingsplan heute geradelt. Er berichtet von wahnsinnigen Geschwindigkeiten mit denen er das schnellste Rad der Welt über die Autobahnbrücken getrieben hat und als ich dann noch erfahre, wo er heute schon so überall langefahren und nach dem Rechten gesehen hat, beschließe ich den Wunsch nach gleitender Arbeitszeit heute Abend in mein Nachtgebet mit aufzunehmen. Diese Flexibilität ist eigentlich nicht mit Geld aufzuwiegen.

Als der kleine Kofferraum leergeräumt ist, geht der Zeugwart duschen und ich lege den Laufdress an. Ich kann schließlich nicht in der Zeitung groß im Sportdress abgedruckt sein, um dann doch faul auf der Couch rumzuliegen. Außerdem habe ich auch Lust zu laufen. So einfach ist das.
Also das mobile Gerät, was nicht nur MP3 Spieler und Handy, sondern auch GPS und damit Laufstreckenaufzeichner ist, an den Arm und los.

Ich laufe flott, oberer GA2-Bereich, so wie der Coach es eingetragen hat und höre mein Hörbuch. Und wie ich so die übliche Laufstrecke nehme, weil ich einfach Routine gut finde, kommt mir eine Dame entgegen gelaufen. Die läuft auch öfter, weil ich sie nämlich hier schon ein paar Mal gesehen habe. Wir grüßen uns immer kurz, weil das alle Läufer bei uns eben so machen. Entweder heben wir die Hand, oder nicken oder es wird -je nach dem wie kurzatmig man eben ist- auch mal "Hallo" gesagt. Heute starrt sie mich an. Sie starrt und ich komme mir irgendwie komisch vor. Und als ich mein hörbares "Hallo" loswerde, reisse ich sie aus der Erstarrung und sie ruft mir ein " Ach HALLO" entgegen, dass es nur so kracht. Ups. So enthusiastisch war sie noch nie.
Ein weiterer Läufer schaut mich ebenfalls durchdringend an und grüßt besonders laut und freundlich. So viel Aufmerksamkeit hat die Teamkleidung bisher nicht hervorgerufen. Das wird doch nicht etwa an dem Zeitungsartikel liegen?

Lesen so viele Menschen heutzutage noch eine Tageszeitung? Eine interessante Fragestellung.

Dann ruft die Teamchefin an und unterhält mich den kompletten restlichen Lauf. So ein mobiles Gerät ist dafür wirklich außerordentlich prima. Angestöpselt mit den Kopfhörern klappt das Telefonieren wirklich super und so erfahre ich neuste Hochzeitsplanungsdetails die für eine Trauzeugin ja immer sehr wichtig und hochinteressant sind.

Ich nehme die Teamchefin dann noch mit rein, als ich mit Laufen fertig bin, weil ich jetzt noch ein Athletikprogramm absolvieren darf.

3 Runden von verrückten Übungen inklusive Liegestütz und dann noch 4 Runden von weiteren Übungen. Nach 3 Runden hat die Teamchefin aber genug und wir legen auf. Sie muß später selbst noch athletisch ran, um sich für den anstehenden Hamburg Marathon mit letzten Möglichkeiten in Wettkampfform zu bringen, und deshalb verstehe ich, dass sie meine weiteren 4 Runden heute nicht mit mir durchhalten will.  
Ich überlege mir während ein paar Bodenübungen dann noch, ob man den Kandidatinnen von der aktuellen Topmodel Staffel nicht besser mal ordentlich was zu essen hinstellt und als hätte ich es gewußt, spaziert Heidi mit den Mädels mal schön in den Supermarkt. Aber anstatt sich, wie ich es tun würde, mit einer großen Tüte Dorito Chips zu versorgen, packen die Mädels Salat und Grünzeug ein. Eine komische Welt irgendwie.

Und auf diese Chips hätte ich wirklich mal wieder Appetit.