I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 20. August 2014

Klebeabwechslung

Strohhalme können ja besonders gut schwimmen und weil ich ja prima einfach so auf dem Wasser liegen kann, scheint das mit den Strohhälmen genau mein Ding zu sein. Immer wenn also ein Tape abgeht, klebe ich neu. Dabei wechsel ich nicht nur Farben, wie man auf diesem Foto schön sehen kann, sondern ab und an auch die Methodik. Vom Prinzip her geht es bei dieser Taperei ja "nur" darum, den Hautrezeptoren das Gefühl zu vermitteln, dass am Knie was ist. Und die nehmen dann Kontakt mit meinem Gehirn auf, damit das sich dann kümmern kann.
 
Das Gehirn schickt dann Lympe und ordentlich Blut zum Knie, und beides räumt auf. Mit der Schwellung, mit der Taubheit und mit dem wabbeligen Gefühl.

 
 
 
Und was soll ich sagen... ich merke tatsächlich eine Besserung. Die könnte natürlich auch von der Faszienrollerei mit der Black Roll kommen, die ich mindestens einmal am Tag mache. Oder eben, weil mein Knie vielleicht doch endlich die Kurve bekommt? Ich will mir jetzt mal nicht zu viel Hoffnung machen, aber das wäre ja tatsächlich der absolute Hit. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie sich das Knie so ohne Problem anfühlt. So lange zwickt und zwackt es schon, dass ich die Beweglichkeit und die Schmerzfreiheit offenbar vollkommen verdrängt habe.
 
 

Montag, 18. August 2014

Nach Strohhalmen greifen

Ganz dem Ratschlag des Arztes folgend wird mein Knie weiter geschont. Es erlebt keinerlei Stossbelastung und ich werde eher mal nass bis auf die Haut (natürlich durch alle Klamottenschichten, macht ja sonst keinen Spaß), als dass auch nur ein winziger Stoß die Kniegenesung stören könnte. Der Anschiss hat gesessen und ich bin ja jung, dynamisch und vor allem lernfähig. 

Und deshalb tape ich das Knie auch fleißig, genau wie es der beratende Physiotherapeut gesagt hat. Irgendwann greift man oder Frau eben nach dem vermeintlich letzten Strohhalm. Also werden die Zeugwartschen Tapevorräte angegangen und ohne großartig auf die Farbgebung zu achten, geht's auch schon rund um die Uhr los. 


Ich bin mir tatsächlich etwas unsicher, wie meine Haut auf die Dauerbeklebung reagiert, aber wahrscheinlich ist das eine wesentlich kleinere Baustelle, falls es überhaupt eine wird. Über ungelegte Eier mache ich mir besser mal keine Gedanken. Es ist ja nicht so, als hätte ich nichts um was ich mich kümmern könnte.
 
Zusätzlich zur fröhlichen Kniebeklebung rechts gab es vom beratenden Physiotherapeut auch noch den Hinweis, die Faszien im Bein zu bearbeiten. Dafür sind wir natürlich auch bestens ausgestattet und so rolle ich mich also ab sofort mehr schlecht als recht und wirklich mühsam über das haushaltseigene Exemplar. Ich berolle den Oberschenkel vorne und hinten und die Wade.

 
 
Die Black Roll ist also ein weiterer Strohhalm der zum Einsatz kommt.


Samstag, 16. August 2014

Puls daneben

Der Sommer ist vorbei. So scheint es mir zumindest. Draußen sind es 16°C und wir haben mitten am Tag. Außerdem sieht es nach Regen aus. Das alles zusammen ist eine wunderbare Vorraussetzung um  auf der Couch zu bleiben und den Tag gemütlich anzugehen. Für andere. Für uns nicht. Wir sind irgendwie anders, als die anderen und deshalb ziehen wir uns an und sind sportlich. Draußen. 

Der Zeugwart läuft heute und weil ja für das Knie jede Stoßbelastung vermieden wird, fahre ich ihm mit dem Crosser hinterher. Oder vorneweg. Wir sind auf jeden Fall gemeinsam unterwegs. Der Zeugwart ist noch immer unheimlich fit. Ich glaube, diesen Vorsprung werde ich in meinem ganzen verbleibenden Sportlerleben nicht mehr aufholen können. Bemüht man sich nämlich zu sehr, dann kommt ganz sicher irgendeine Überlastungsverletzung... das habe ich ja schon tausendmal gehört. 

Er rennt also wie der Teufel und ich bin jedes Mal, wenn ich vermeintlich weit nach vorne gefahren bin, total überrascht, wenn er doch wieder nur kurz hinter mir ist. Und ich fahre -selbstverständlich- ordentlich schnell. Für dieses Bild bin ich extra vorgefahren, um dann anzuhalten und ein Bild zu machen. Und bis ich das alles sortiere und hinbekomme, ist der Zeugwart vorbei gelaufen und ich schaffe es gerade noch so abzudrücken, ehe er gar nicht mehr zu erkennen ist. 


Also, nichts wie hinterher. Ist so ein bisschen wie Hase und Igel bei uns heute. Zumindest fühlt es sich für mich so an. Der Zeugwart beschäftigt sich damit sicherlich gar nicht, für ihn ist das normal, nehme ich an. 

Der Zeugwart nimmt heute die TomTom Runner Cardio mit auf die Laufrunde. Er trainiert sonst, außer in meiner Begleitung natürlich, mit der Suunto Ambit 2 und so wird die TomTom Uhr heute gleich mit der Ambit 2 verglichen. Beide Uhren finden flott GPS und Puls, wobei die Ambit leicht vorne liegt und der Puls bei TomTom 10Schläge niedriger liegt. Und irgendwie bleibt die Abweichung den ganzen Lauf mehr oder weniger stark erhalten. Manchmal hat der Zeugwart rechts 20 Pulsschläge pro Minute mehr als links. Dabei sieht er aber ganz normal aus und läuft auch total gleichmäßig. Irgendeine Uhr tickt also falsch. Ganz klar. 

Wir sind rechtzeitig für das ansonsten geplante Samstagsprogramm zurück zu Hause und starten gefühlt voll durch. Immerhin gilt es noch einen Nudelsalat vorzubereiten, weil heute Abend ein Kampfrichtergrillen ist und  auch ansonsten ist so ein Samstag immer gespickt mit Sachen, die es zu tun gibt. 

Beim Kampfrichtergrillen wird sich im illustren Kreis der Kampfrichter getroffen und geklönt. Natürlich wird keiner von uns gegrillt, auch wenn die Aussage eindeutig, zweideutig ist. Wie immer haben wir sofort Gesprächsthemen und während wir auf gar keinen Fall hungrig bleiben, weil es einfach viel zu viele und sehr leckere Sachen gibt, erfahren wir auch allerlei Neuigkeiten aus Natur, Politik, Forschung und natürlich Sport. So ist einer von uns bekennender Sockenfahrer, einer kennt lustige Schafe, die am Hang leben und wieder einer kann mit beeindruckendem Wissen über Sprühfarbe, Selbstbräuner und dunklen Hausstaub, sowie Milben mit Allergien aufwarten. Es ist wirklich ein schöner Abend.  

Als wir wieder zu Hause sind, bin ich über die Stille bei uns daheim froh... der Hausstaub hat keinen Grund zu niesen, denn Selbstbräuner verwende ich nicht. 

Freitag, 15. August 2014

Fotostrecke Tough Mudder 2014

Was eine Freude! Die Fotografen haben tatsächlich noch einige -in meinen Augen unfassbar gute- Bilder zur Veröffentlichung frei gegeben! 



























Und zum Abschluß noch mein absolutes Lieblingsbild aus dieser Reihe:


Alle Fotos wurden von Zafer Tecer oder Andreas Bahlke gemacht.
Unerlaubte Verbreitung und/oder Vervielfältigung der Texte – auch Auszugsweise – und Fotos dieses Blogs sind ohne ausdrückliche Erlaubnis oder schriftlicher Genehmigung durch den Autor/Eigentümer dieses Blogs untersagt. Bitte wenden Sie sich persönlich an mich, wenn Sie Teile hiervon verwenden möchten. Grundsätzlich ist bei einer Verwendung meiner Texte und Fotos, nach schriftlicher Genehmigung, immer die Quelle ausdrücklich zu nennen und auf diesen Blog http://claudigivesitatri.blogspot.de/ zu verweisen.


Donnerstag, 14. August 2014

Rezeptoren im Wald

Nachdem ich nun bereits festgestellt habe, dass die TomTom Runner Cardio den Puls relativ verlässlich anzeigt, nehme ich sie heute als alleiniges Messinstrument mit auf meinen Radarbeitsweg.  Ich schalte den Puls- und GPS Suchmodus schon an, als ich mein Rad hole und versuche so etwas die Zeit zu überbrücken, die die Uhr dafür benötigt genügend Satelliten für das GPS System gefunden hat. Leider braucht das heute länger als gedacht, oder ich bin einfach super schnell, das kann natürlich auch sein. 

Irgendwann gibt es eine kurze, unauffällig, Vibration und das Kommando "Los". Na, das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Also auf dem Joystick-wipp-Knopf einmal nach rechts als Bestätigung für "Los" gedrückt und tatsächlich auch losgefahren. 


Heute klappt das prima. Ich komme gut voran, und das Knie, das sich mit einem munteren Mix aus diversen Tapebeklebungen viel Aufmerksamkeit meines Körpers erhascht, macht prima mit. Fahrradfahren ist offensichtlich genau das richtige für mein Knie. 

Die Tapebeklebung war übrigens ein Ratschlag der nicht von einem Arzt, aber von einer befreundeten Physiotherapeutin stammt. Sie ist auch der Meinung, dass man bei einem blauen Fleck keine wirkliche Therapie benötigt, aber in ihrer Meinung hilft so eine Tapebeklebung. Der Grund dafür ist, dass die Rezeptoren an der Haut, auch wenn ich das nicht direkt merke, weil viele Punkte nach wie vor taub sind, gereizt werden und deshalb das Gehirn dazu auffordern am Knie zu arbeiten. Das ist ein Trick, den ich ziemlich pfiffig finde. Also klebe ich Tape. Dank KT Tapes gibt es heute ja die Möglichkeit sich das in allen möglichen Farben zu besorgen und dann mit Hilfe einer Anleitung auch entsprechend zu kleben. Theoretisch würde es aber auch einfach reichen das Tape einfach so am Knie zu platzieren, denke ich. Den Rezeptoren ist es schließlich ziemlich wurscht wie das Tape sie beglückt. 

Heute Nachmittag schüttet es. Es gibt sogar ein richtig ausgewachsenes Gewitter. Gut, dass ich heute länger arbeite und deshalb abwarten kann, bis der Regenguss rum ist und sich das Gewitter verzogen hat. Im Wald finde ich genügend Schlammlöcher, die meinen Kopf und meine Fahrstabilität außerordentlich fordern. Bei einem verschalte ich mich und rutsche vom Pedal. Das war wohl nichts, mit Klickpedalen wäre das nicht passiert. Ich fahre ja derzeit aus "Sicherheitsgründen" noch mit Turnschuhen. Ob das so sicher ist zweifle ich aber gerade an. Also steige ich kurz ab, mache ein Erinnerungsbild und steige nach dem Schlamm wieder auf. 


Zu Hause angekommen lese ich die Uhrendaten ab. Die TomTom Runner Cardio ist zum laufen und nicht zum Fahrrad fahren gemacht, deshalb zeigt sie keine km/h, sondern lediglich Minuten pro Kilometer an. Das ist für Läufer auch genau richtig, denn Minuten/Kilometer ist eben eine Läufereinheit. Eine Pulsaufzeichnung finde ich in der nachträglichen Auswertungsmöglichkeit an der Uhr nicht. Sie zeigt mir die verbrachte Zeit, die absolvierten Kilometer, Minuten/Kilometer und die Kcal. Das finde ich auch für Läufer schade. Vielleicht gibt es die Pulsaufzeichnung dann, wenn man die Uhr am PC anschließt. Bisher habe ich mich das allerdings nicht getraut, weil mich TomTom seit meinem letzten Uhrentest immer noch mit regelmäßigen Updates bombardiert, obwohl das Programm auf dem PC längst gelöscht ist. 

Dienstag, 12. August 2014

Kniemissachtung

Mittlerweile schwöre ich auf meinen Arzt, obwohl ich gar nicht sicher bin, ob das technisch wirklich möglich ist. Ich schwöre vielleicht eher, dass er das richtige tut, oder dass er sich Mühe gibt? Der Spruch kommt mir auf jeden Fall gleich in den Sinn, als ich heute früh zu meinem heutigen Orthopädenvorstellungstermin aufbreche. 

Ich kann nicht viel vortragen, soviel ist sicher. Wesentlicher besser ist mein Knie nicht geworden. Noch immer ist es an vielen Stellen taub und bitzelt, wenn ich das Knie viel benutzt habe. Manchmal fühlt es sich riesig an, und ist doch nur leicht geschwollen. Die Nerven spinnen noch immer. Nach jedem Schwimmtraining kann ich die Nacht über nicht schlafen, weil mich jede Bewegung schmerzvoll aufweckt. Sprinte ich mal zum Auto, weil es draußen schüttet und der Schirm zu Hause liegt, merke ich mein Knie tagelang schmerzhaft. Es hat sich also tatsächlich nicht viel verändert seit "vor 6-7 Wochen". 

Wir brauchen eine Lösung. Also mein Knie und ich. Das sieht der Arzt glücklicherweise genauso. Er tastet nochmals alles und betrachtet das MRT Bild und seine Notizen vom letzten Besuch. Sehr gewissenhaft, da hatte ich schon andere Arzttermine. Leider ist das Ergebnis der Untersuchung erneut irgendwie niederschmetternd und deprimierend. Das Knie ist noch immer ordentlich gestaucht, die Prellung hat sich zwar verändert, aber sie ist von ausgeheilt noch ein gutes Stück entfernt und wir müssen unbedingt was tun. Oder weniger tun. 

Das Knie ist nicht belastbar. Es darf weiterhin keine Stöße abbekommen. Das bedeutet, und der Arzt scheint zu denken, dass ich ziemlich hohl bin, weil er alles wieder ganz genau erklärt, dass ich nicht rennen soll. Nirgendwo hin. Auch nicht wenn es regnet. Ich soll auch nicht zu intensiv kraulen, weil das Knie dann gegen den Wasserwiderstand arbeiten muß, und sich nicht erholen kann. Und ich soll mich nicht vom Beckenrand abstoßen, weil das auch eine Stoßbewegung ist. Er führt alle Verbote so gesammelt auf und läßt sich alles von mir abnicken, als wollte er sicher gehen, dass ich ihm auch zuhöre. 

Dabei habe ich mich doch die letzten 6-7 Wochen schon an diese Anweisung gehalten. Weitestgehend  zumindest. So weit, wie es eben möglich ist im Alltag. Ich will ja auch nicht als Invalide rumlaufen oder bei so einem Sommergewitter bis auf die Unterhose durchnässt am Auto ankommen. Aber das sieht der Arzt anders. Ich sei -nämlich was das  Knie angeht- krank und das soll ich nun endlich akzeptieren. Ja, es ist nur gestaucht und blau und es ist nichts gebrochen, das wäre aber noch lange kein Grund das Knie derartig zu missachten und zu quälen. Es würde zu mir dazu gehören und ich soll ihm mehr Beachtung schenken. Er ist ziemlich direkt und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Ich bin geschockt... mein Knie zu quälen hatte ich nie vor. 

Ich muß dem Arzt versprechen, dass ich mich dieses Mal mehr an seine Anweisungen halte. Außerdem bekomme ich eine knieentlastende Orthese und weitere, noch ausladendere, Verbote. Ich soll gar nicht mehr mit Beinschlag kraulen. Als Triathlet, soll ich die Beine mit dem Pullbuoy stützen und ruhig halten. Ich bräuchte sie schließlich dann noch für's Rad fahren. Offensichtlich kann ich nämlich zwischen lockerem Beinschlag und zuviel Beinschlag für mein Knie nicht unterscheiden, sagt der Arzt. Ich erwähne, dass ich ja am 24. August übrigens auch noch ein Staffelschwimmer bin und erhalte die Antwort, dass ich in meinem Verein doch sicherlich einen Ersatzschwimmer finden kann, denn ein Wettkampfschwimmen kommt mit dem Knie nicht in Frage. Zu groß ist die Gefahr, dass jemand dran kommt oder ich zuviel Beinschlag mache. Und womöglich will ich dann auch noch in die Wechselzone rennen um den Staffelstab schnellstmöglich zu übergeben, fragt der Arzt... mmhh.. da hat er auch recht. 

Ich fühle mich durchschaut. 
Und ich suche nun einen Ersatzstaffelschwimmer. 

Montag, 11. August 2014

Badespaß

In den Sommerferien schwimmen wir im Freibad. Da ist die Bahn unverhältnismäßige 50m lang. Das ist doppelt so lang wie drinnen und 25m kürzer als in Kopenhagen. 50m sind für meine derzeitigen Verhältnisse einfach unglaublich. Ich kann außerdem auch kaum den Rand des Beckens da hinten sehen und vermute deshalb, dass während wir schön in der 25m Halle rumplantschten, jemand hier Hand angelegt hat und das Becken wesentlich länger ist, als noch beim letzten Mal als ich hier drin geschwommen bin. 

Anders kann es ja nicht sein. An zu wenig Schwimmtraining in den letzten Wochen kann es schließlich nicht liegen. Obwohl... wenn ich da mal ehrlich bin... 
Ich schwimme mich ein, komme kaum von der Stelle und erreiche nur gerade so das rettende "Ufer". Erst mal durch schnaufen, ganz klar. Immerhin bin ich gefühlt bereits mehrere Kilometer mit hohem Wellengang und Gegenwind unterwegs. Also das hier könne auf gar keinen Fall 50m sein. Wo kann ich mich beschweren? 

Mit mir schwimmen noch 4 andere Vereinskollegen auf der Bahn. Ich halte mich also ganz und gar an diese neue Schwimmbadregel, die in der Umkleide aushängt. 


Das ist auch der Grund, warum ich das Schwimmtraining heute überhaupt durchhalten kann. Es sind genug Beine im Wasser in deren Wasserschatten ich mich durch das Becken ziehen lassen kann. Dieses Wasserschattenschwimmen ist eine wirklich hervorragende Erfindung und sicherlich ist es auch ganz bestimmt nicht verkehrt, so ein Wasserschattenschwimmen zu üben. Vielleicht finde ich bei meinem Staffeleinsatz in Rodgau hilfreiche Füße und damit einen ebensolchen Wasserschatten? Kann man dafür irgendwo eine Bestellung abgeben? Ich muß das unbedingt klären. Vielleicht beim Veranstalter? 

Nach 45Minuten gehe ich duschen. Heiß. Die Luft ist nämlich mittlerweile recht kühl. Außerdem wird es dunkel. Das hat zwar nichts mit der Temperatur zu tun, aber wenn es dunkel wird, ist's halt auch gleich kälter. 

Während der Dusche überlege ich mir, ob ich in Rodgau überhaupt jemals aus dem Wasser steigen werde. Eventuell kann sich das schon mal jemand vormerken und einen Rettungsring bereitlegen?  Vielleicht finde ich auch "gute Beine" und kann ihnen 200-300m folgen? Nicht, dass das ein Großteil der Strecke wäre... aber besser als nichts. Klar ist auf jeden Fall, dass der Zeugwart viel Zeit auf dem Rad aufholen muß und Madita beim Laufen dann in den tiefen 20 bleiben sollte, damit wir eine vorzeigbare Staffelzeit für den Verein erarbeiten. Ich selbst, werde dafür nämlich rein gar nichts beisteuern können... außer vielleicht überleben. Und das Wörtchen -vielleicht- steht da mit voller Absicht. Und das obwohl Überleben die erste Priorität hat. Selbstverständlich. Und wenn ich dann auch noch an den Berg zur Wechselzone denke, wird mir ganz schummrig. Hoffentlich liegt die Matte gleich unten am Wasser, so dass mir das Gerenne bis zum Wechsel wenigstens die Zeit des Badespaßes nicht versaut. Obwohl, die ist ganz sicher sowieso unterirdisch. 

Ich schaffe es heute kaum das Handtuch festzuhalten und mich anzuziehen... so tun mir meine Arme weh. Was soll das bloß werden? Ohne Klamotten kann ich hier aus der Umkleide mal auf gar keinen Fall rausgehen. 

Sonntag, 10. August 2014

70.3 Wiesbaden - Wir sind viele.

 
 
Heute hier, morgen da. Irgendwie komme ich mir dieses Wochenende so vor, obwohl ich ja wirklich nicht viel rumkomme oder weit fahren muß. Gestern also Tough Mudder im Nord-Osten von Frankfurt, heute 70.3 Wiesbaden. 50km in die andere Richtung. Die Welt ist klein. Irgendwie zumindest.  
 
Wir stehen heute unheimlich früh auf, denn wenn wir ein paar schöne Fotos schießen möchten, dann müssen wir ein Stück laufen. Leider habe ich einen Fotopunkt ausgesucht, zu dem es von allen Seiten immer nur bergauf geht. Unglaublich, aber wahr. Wiesbaden ist ja sowieso nicht die flachste Stadt der Welt, aber heute scheuchen mein Knie und ich, den Zeugwart und seinen Freund, den Fotografen, den Neroberg hinauf. Hier gibt es die Russisch-Orthodoxe-Kirche zu deren Füßen die Radfahrer vorbei schießen, wenn sie auf dem Weg zur Platte sind. Ich kenne die Strecke vom letzten Jahr und locker, bequem und einfach ist etwas anderes... aber gut. Darum geht es ja jetzt auch nicht.
  
Wir laufen also zur Kirche. Zügig würde ich sagen. In der Hoffnung, dass mein Knie das gut wegsteckt und mich im Anschluß an den Spaziergang nicht ärgert. Der Berg ist schließlich genauso hoch und genauso steil, wenn man ihn hochschleicht, also egal. Wir sind 15Minuten vor der Radspitze oben und können noch mit zahlreichen Papageien Freundschaft schließen, die um die Zwiebeltürme der Kirche umeinand fliegen. Wiesbaden hat es ja irgendwie mit Papageien, auch im Schloßpark in Biebrich gibt's ne ganze Sittichkolonie.
 


 
Wir suchen den besten Platz für schöne Fotos.
 


 
Ehe wir dann genau rechtzeitig aufbrechen uns auf den Weg zur Platte machen. Den Stich hier von der Talstation der Neroberg - Bahn hoch zur Platter Strasse habe ich noch in guter Erinnerung. Die Radstrecke ist wirklich sowas von schwierig und fies. Ich muß dringend die Formel rausfinden, was die Athleten dazu befähigt hier zu starten. Wie viel Training ist notwendig? Wie viele Höhenmeter muß man fahren um so einen Wettkampf zu absolvieren? Was um Himmels Willen essen diese Menschen um diese Leistung abzurufen? Ich kann mir darauf kaum einen Reim machen, so steil geht es hier den Berg hinauf. Der Stich ist nicht lang, aber vergessen werde ich ihn auch nicht.
 
Pünktlich, ehe die Spitze komplett durchgefahren ist, werden wir noch Zeuge eines Ignoranten, der denkt, dass ein Motorrad auf einer gesperrten Strasse ruhig mal um ihn rumfahren kann, weil er eben einfach jetzt gerade schrecklich langsam über die Strasse gehen muß. Mir stockt der Atem, aber es passiert glücklicherweise nichts. Der Motorradfahrer versteht sein Handwerk und der Ignorant geht ruhig weiter, als wäre nichts passiert. Wie schön, dass tatsächlich nichts passiert ist. Die Spitze rast nur Minuten später die Platter Strasse runter nach Wiesbaden und in Richtung Wechselzone. Ab hier geht es wirklich nur noch bergab. Ob mich das allerdings für den Aufstieg zur Kirche und den letzten Stich entschädigen würde, glaube ich nicht. Vielleicht sieht das ganze als Wettkämpfer und Athlet aber doch schon wieder ganz anders aus?
  
Nachdem wir ausgiebig und in unseren Augen genügend Radfahrer bei ihrer Bergabfahrt angefeuert haben, machen auch wir uns an den Abstieg. Die Laufstrecke beginnt unten im Tal und so marschieren wir -wieder durchaus zügig- in Richtung Wechselzone am Kochbrunnen. Ich habe mir immerhin auch ein Messebudget zusammengespart, dass heute hier ausgegeben werden möchte. Immerhin steige ich in absehbarer Zeit wieder in den Zeitvertreib Sport ein und dafür will ich vorbereitet sein.  
 
Auf der Messe erstehe ich ein Fahrradtrikot (ich habe derer bisher lediglich zwei brauchbare und fahre ansonsten in Laufshirts, was sich als extrem unpraktisch erweist), eine neue Triathlonhose von Skinfit und ein T-Shirt. Der Zeugwart versorgt sich mit Gels, Gummibärchen und Sprudeltabletten. Es ist ja quasi so, dass wir so einen Kram nie daheim haben und es in unseren Schränken diesbezüglich nichts zu holen gibt. Ich bin also voller Verständnis, dass der Zeugwart all diese wichtigen Utensilien kauft.

Nach dem Einkaufsbummel, der sich in diesem Jahr wirklich außerordentlich gelohnt hat, geht es an die Laufstrecke und an den Zielbereich. Hier ist -wie bei jedem dieser Ironman Events- Gänsehautstimmung und ich schaue auf die Athleten, die fleißig ihren Halbmarathon laufen und freue mich wahnsinnig für alle, die unter Klatschen und Jubelschreien des Publikums in den Zielkanal abbiegen dürfen. Wie alle um mich rum, bekomme ich hier auf Knopfdruck eine Gänsehaut und bin dabei nur eine von vielen.
 

Samstag, 9. August 2014

Tough Mudder Rhein-Main in Ortenberg

Wie so oft ist so ein Tag, auf den lange gewartet wurde, auf einmal da. Plötzlich und unerwartet. Und dann ruft man die ganze Kunst, alle Fertigkeiten und alles was man gelernt hat einfach so ab. Weil man dafür ja trainiert hat die ganze Zeit und es wahrscheinlich dann auf einmal eben auch alles paßt. Beim Profiathleten und seinem Mudderbegleiter ist das heute der Fall. Die beiden Herren haben heute ihren großen Einsatz bei Tough Mudder in Ortenberg und wollen die Früchte ihres Trainings ernten.
 
Nach unserem Erlebnis bei Tough Mudder Fuersten Forest habe ich große Erwartungen an die Strecke und natürlich an die Athleten. Ich erwarte Gemeinschaftssinn, Freundschaft, Schlamm, Dreck und Schweiss. Und ich erwarte, dass man sich durchbeißt, dass nicht aufgegeben wird, weil man sich eher gegenseitig hilft, als jemanden zurückzulassen und dass sich so ein Finishershirt verdient wird.  
  
Die Athleten wissen also genau, wo der Hase heute langläuft. Und so wird ordnungsgemäß eingecheckt und die Athletenbändchen umgelegt, ehe es in die Startbox geht. Wie im letzten Jahr, muß der Mudderanwärter dafür erst über eine Mauer klettern, aber das paßt für alle hier gut. Hier startet eben keiner untrainiert.
  
Als Zuschauer werden einem bei Tough Mudder hier in Ortenberg zwei Strecken angeboten. Allerdings ist es genauso möglich, den Athleten auf ihrer Strecke zu folgen bzw. diese teilweise mit abzulaufen. Der komplette Kurs führt durch den Wald und immer wieder gibt es die Möglichkeit abzukürzen um so rechtzeitig vor dem Profiathleten und seinem Mudderbegleiter am Hindernis zu sein. Auf diesem Weg können wir ein bischen Hase und Igel spielen und so dafür sorgen, dass wir keinen Moment des "dreckig machens" verpassen.

 


 
Der Zusammenhalt der Mudder untereinander ist prima, so zumindest erleben es die zwei Athleten. Wir als Zuschauer nehmen das nicht ganz so intensiv wahr, wie im Fürsten Forest im vergangenen Jahr. Allerdings verfolgen wir hier natürlich auch die erste Startgruppe. Später am Tag, wenn mehr Athleten unterwegs sind, wird sich das auch hier in Ortenberg sicherlich noch anpassen. Und entscheidend ist hierbei ja auch der Eindruck der Athleten... was die Zuschauer erleben, sollte zweitrangig sein. 
 
Auch in Ortenberg haben die Athleten allen Grund sich so richtig einzusauen. Und wenn es doch mal einer schafft nicht sofort ganz dreckig zu werden, kann sich dieser Athlet auch dafür der Hilfe seiner Mitstreiter sicher sein. Ein Mudder ist nie allein auf der Strecke und ein Mudder ist auch niemals sauber. 
 
Der Zeugwart und sein Freund Zafer Tecer schießen ein paar grandiose Bilder der Mudder's und ich bin wirklich baff, wie toll so ein Foto die Emotionen rüber bringen kann. Über die nächsten Tage, werden von den beiden Herren sicherlich noch mehr Fotos zur Veröffentlichung frei gegeben, dann mache ich nochmals einen Fotobeitrag für dieses Event. Allerdings ist ja niemand kritischer mit Fotos als der Fotograf selbst, von daher will ich die Herren auch nicht hetzen. Ich bin also einfach froh, dass es bereits diese stattliche Anzahl an gelungenen Bildern gibt.
 


Zu den Eckdaten: 
In Ortenberg liefen die Athleten insgesamt 18km und hatten die Möglichkeit 22 Hindernisse plus ein paar Waldüberraschungen zu absolvieren. Ein Burger im Muddervillage kostete 5,60EUR, ein Wasser runde 6EUR und eine Cola runde 3EUR. Für die Strecke konnte man sich am Olympus Stand eine Kamera ausleihen, das war kostenfrei. Die Strecke hatte runde 200 Höhenmeter und war vom kostenfreien Parkplatz mit einem Shuttlebus für 8EUR zu erreichen. 

Kreuz und quer durch den Wald

Ich hatte eine harte Woche. So richtig hart. Mein Chef ist ein Nachtarbeiter und ganz offensichtlich genießt er manchmal mein Gesellschaft. Auch nachts. Im Büro natürlich. Also war ich diese Woche spät unterwegs und habe buchstäbliche Nachtschichten eingeschoben, wie niemals zuvor. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich derartige Aktionen regelmäßig brauche, aber das kann ich ja zu einer anderen Zeit überlegen. Manchmal scheinen es Planungsmängel zu sein... manchmal geht es aber eben auch nicht anders. 

Lange Rede kurzer Sinn, ich bin heilfroh, dass heute Wochenende ist und ich nichts zu tun habe. Ich schlafe etwas länger als sonst und mache dann ein paar Besorgungen, ganz so wie man es eben an einem Samstag tut, wenn man alt ist und keinen Sport machen kann. Denn vom Sport machen bin ich immer noch ein Stück weit entfernt. 

Als ich alles erledigt habe, ist es dann aber doch irgendwie Zeit für etwas Bewegung. Immerhin will ja die TomTom Runner Cardio auch ausgeführt werden. Der beste Test nützt nämlich nichts, wenn man ihn nicht durchführt. Als Vergleich nehme ich meine Timex GPS Uhr mit. Das bedeutet, dass ich einmal den Puls über das Handgelenk und mit der Timex auf "herkömmlichen" Weg über einen Brustgurt messe. 

Ich bin mit dem Rad unterwegs. Laufen geht derzeit ja noch nicht, aber das sollte beiden Uhren egal sein. Manche Strecken fahre ich schließlich so langsam, dass andere das auch laufen könnten. Beide Uhren geben sich nichts im Finden von GPS Satelliten und Herzfrequenz. Und schon kann es losgehen. 

Das Safesport ID Armband ist auch immer dabei. 

Die TomTom Uhr kann ich gut ablesen und die große mittlere Anzeige kann ich mit dem großen Bedienknopf verändern. Das geht leicht und unkompliziert. Während des Radfahrens ist mir die Anzeige allerdings nicht ganz so wichtig. Einfach deshalb, weil ich mich mehr auf den Wald konzentriere, als auf die Anzeige der Uhr. 

Heute verlängere ich die Fahrzeit und fahre einfach kreuz und quer durch den Wald. Ich nehme jeden Weg, den ich finden kann und fahre bis zur nächsten Kreuzung. Manchmal bin ich dabei wirklich ziemlich überrascht, wo ich rauskomme. Aber trotzdem paßt alles. Genauso habe ich mir das Leben mit meinem neuen Fahrrad vorgestellt. Ich kann einfach jeden Weg nehmen, den ich nehmen möchte und einfach lang fahren. Fertig. Keine Diskussion. 

Nach 40Minuten bin ich zurück zu Hause und stoppe beide Uhren. Sie zeigen exakt die gleiche Entfernung an, auf die zweite Nachkommastelle genau. Wow. Die Pulsangaben sind ebenfalls gleich, allerdings rechnet die TomTom Uhr damit unfassbar motivierende Kalorienverbrauchswerte aus. Herrlich. Da muß ich schmunzeln und kann sie leider nicht ganz für voll nehmen. 

Mein Knie hat den verlängerten Waldtrainingsausflug so auf den ersten Eindruck hin auch ganz gut verkraftet. Ich kann mein Rad prima die Kellertreppe runtertragen und habe ein wirklich gutes Gefühl. Außerdem bin ich sehr zufrieden über meinen Kopf, der im Wald keine Zwangspause eingeleitet hat, sondern einfach mitgefahren ist. Weil es Spaß gemacht hat. 

Freitag, 8. August 2014

Endlich: TomTom Runner Cardio

Also damit habe ich ja wirklich schon gar nicht mehr gerechnet und wahrscheinlich ist es deshalb mal wieder eine richtig schöne Überraschung. Im Päckchen, und davon bekomme ich ja sowieso viel zu wenige, wie ich leider immer wieder feststellen muß, das auf unserem Esstisch liegt, befindet sich endlich die neue TomTom Runner Cardio Uhr.
Die Uhr wird, wie auch ihre Multi-Sport Schwester, die ich kürzlich testen durfte, in einer schicken durchsichtigen Box geliefert. Dabei ist kein Brustgurt. Das besondere an der TomTom Runner Cardio ist nämlich, dass sie zuverlässige Pulswerte eben genau ohne Brustgurt liefert. Dafür ist an der Rückseit der Uhr ein entsprechender Lichtmechanismus angebracht, den man schön auf diesem Bild sehen kann. 




Ich lege die Uhr gleich am Esstisch an und stelle fest, dass sie einen durchaus plausiblen Pulswert ausspuckt. Und außerdem stelle ich fest, wie sehr trinken meinen Puls in die Höhe treiben kann. Verrückt.
 
Das gute Stück ist im Vergleich zur Multi-Sport Schwester überarbeitet worden. Das Uhrenmodul und das Armband halten besser zusammen und das Uhrenmodul fällt mir nicht gleich entgegen, als ich die Uhr wieder ausziehe. Das Armband hält durch drei kleine Stifte, die in die Armbandlöcher gesteckt werden, zusammen und eine lästige Schlaufe entfällt. Das finde ich beides echt prima und ich merke sofort, die Entwickler haben sich meine Vorschläge zu Herzen genommen und getüftelt. Prima. Für solche Ergebnisse gibt es Produkttests. Genau dafür.
 
Ich freue mich auf die ersten Einsätze der Uhr abseits vom Esstisch und werde selbstverständlich darüber berichten.


Donnerstag, 7. August 2014

Große Ereignisse

Die Spannung steigt. Zumindest bei mir. Tough Mudder rückt nämlich immer näher. Ich bin sehr gespannt, ob das viele Training dem Profiathleten etwas gebracht hat. Mittlerweile musste sich übrigens ein neues Mudderteam bilden, denn der Tur-Tur fällt krankheitsbedingt leider als Muddermitstreiter aus. Und das, obwohl er sich wirklich vorbildlich in Pfützen gewälzt und durch Maisfelder in bodennähe gerobbt hatte. Schon alleine deshalb, finde ich, hat er ein Tough Mudder Stirnband verdient. Mindestens. Aber ich glaube nicht, dass es die Trophäen zu kaufen gibt. Mit dem Profiathlet startet nun also ein anderer Mudder, Triathlet und diesbezüglich gut im Training. Ob es natürlich für die Hindernisse reicht, das werden wir erst am Samstag sehen.
 
Da ist es nämlich soweit. Samstag Vormittag werden sich die zwei Wilden mit zahlreichen anderen Muddern auf den Weg durch Ortenberg machen um runde 20km an Hindernissen zu überwinden. Dabei wird sich ordentlich dreckig gemacht... natürlich und endlich haben auch alte Klamotten und Laufschuhe mal wieder einen Sinn.
 
Das wird ein äußerst sportliches Wochenende, mit Tough Mudder am Samstag und dem 70.3 Wiesbaden am Sonntag. Ich bin mir nicht sicher, ob mein Knie dieser Belastung stand hält, aber ich muß das Beste hoffen.

Dienstag, 5. August 2014

Spinnenfreiheit & Waldverhältnisse

Ich will heute früh mit dem Rad zur Arbeit fahren und muß dafür in den Keller. Unser Keller ist seit Monaten spinnenfrei, weshalb ich ganz locker da runter spaziere. Die Spinnenfreiheit habe ich schließlich mehr als einmal überprüft. Ich hole also mein Rad aus dem Keller und will gerade die Tür hinter mir zumachen, als sie mich von unten angrinst. Mir stockt der Atem. 



Sie grinst. Das ist ja der Wahnsinn. Wie frech sie ist. Sitzt da dick und fett auf der Kellertür und grinst mich an. Puh. Ich erschrecke mich ganz schön. Also da gehe ich von Spinnenfreiheit aus, und dann sowas am Morgen. Unglaublich. 

Dagegen ist meine Fahrt heute zur Arbeit total unspektakulär. Ich komm gut voran im Wald und mein Knie verlangt nur einmal nach einem niedrigeren Gang. Das könnte tatsächlich ein Zeichen sein. Im Wald begegnet mir keiner und ich bin wirklich flott unterwegs, so für meine Waldverhältnisse halt. Um die ist es ja nicht wirklich schnell bestellt derzeit, aber es wird. Die kleinen Steine auf dem unbefestigten Waldweg wirken heute nicht ganz so gefährlich wie sonst und auch die engen Wege, die sich schon fast trailartig durchs Unterholz winden, sind mir heute recht freundlich gesonnen. Ich trete so flott, dass ich direkt angestrengt bin. Das ist ja mal ein Erlebnis. Schwitzen wegen Anstrengung und nicht wegen Angst. Ein Schritt in die richtige Richtung. Auch wenn die Anstrengung natürlich nur Pille-palle ist. 

Mein Heimweg erfolgt auf gleichem Weg zurück und ebenso flott. Obwohl mir an den engsten Stellen im Wald sogar andere Radfahrer begegnen und ich ausweichen bzw. Platz machen muß, läuft alles wie es soll. Ich mache Platz und fahre einfach am Rand weiter. Kein Problem. Nicht für das Rad, nicht für meinen Kopf und für die anderen Radler ebenfalls nicht. 

Heute ist ein guter Tag. Trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich die Spinne heute noch mal sehen möchte. Deshalb bitte ich den Zeugwart in den Keller und er holt die Spinne raus und setzt sie in ordentlicher Entfernung vom Keller ins Gebüsch. Da ist sie sicher vor der neugierigen Kinderhorde die auf der Strasse spielt und der Keller ist sicher vor ihr. Hoffe ich zumindest. 

Sonntag, 3. August 2014

Mit fehlt die Luft.

Ich muß Rad fahren. Nicht, weil ich Sportlichkeit trainieren müsste, immerhin gibt es ja gar kein großes Ziel, außer mein Rädchen kennenzulernen und sicherer zu werden, sondern, weil ich mich einfach nix traue. Das ist Fakt. Ich traue mich nichts. Ich fahre mit dem Rad langsam und eiere rum, das bringt so nichts. Geschwindigkeit bringt Sicherheit und ich muß mit dem Rad einfach ein bisschen zügiger unterwegs sein. Außerdem sollte mir nicht jeder kleine Grashalm oder jedes Steinchen Angst einjagen. 

Der Zeugwart schmeißt aus diesem Grund mein Rad in unser Auto und wir fahren auf einen relativ leeren Parkplatz, der mit unterschiedlichsten Straßenbelägen aufwarten kann. Von guten über schlechten Asphalt über Gras bis zu Schotter ist alles zu haben. Es gibt Bordsteine, Bodenwellen, Wurzeln, Stangenabsperrungen und Kanten, der Zeugwart hat an alles gedacht. 


Der Anfang ist schwierig. Das Gras sieht gefährlich aus und es ist extrem anstrengend, weil ich ständig die Luft anhalte, wenn ich abseits vom Asphalt unterwegs bin. Wenn es nicht so traurig wäre, dann würde ich lachen. Kann ich aber nicht. Mir fehlt schließlich die Luft. Ich fahre Schlangenlinien und bremse öfter mal und irgendwann, kurz bevor ich ganz sicher bewusstlos vom Rad gefallen wäre, da fange ich plötzlich und unerwartet doch wieder an zu atmen. 

Mit atmen geht das alles viel besser. Wer hätte das gedacht? Der Zeugwart fängt an mich rumzuschicken. Ich fahre leicht übers Gras und freunde mich mit den Halmen an. Dann fahre ich auch mal dicht neben einem der Bäume vorbei und nehme die Wurzeln mit. Ganz schön holprig, aber machbar. Ich kann auf den Grasstücken auch alle Unebenheiten überfahren und sogar Kurven drehen. Ich fahre durch die Pfosten durch und auch Löcher im Boden sind kein großes Thema. 


Und dann werde ich total größenwahnsinnig und fahre tatsächlich kreuz und quer über den gesamten Parkplatz. Ich wechsle die Untergründe wie die Unterhosen und weder Gras, noch Schotter können mich mehr halten. Eigentlich unglaublich, was ein bisschen Fahrpraxis und noch ein bisschen mehr Mut ausrichten können. 


Und weil mein Rad es auch kaum glauben kann, wie schön wir zwei heute so durch die Gegend fahren können, hat es sich aus dem Abenteuer ein kleines Andenken mitgenommen. Das Andenken hat es gut versteckt, damit es nicht verloren geht und als Erinnerung an den Mut von heute dienen kann. 

SiTri - Silbersee Volkstriathlon Frielendorf

Also das ist mir heute wirklich etwas zu früh. Ich stehe um 6:15h für die Abholung bereit und bin hundemüde. Die Fahrt nach Frielendorf aus dem Rhein-Main Gebiet geht um diese Uhrzeit zwar relativ flott, aber das nützt nichts. Müde bin ich trotzdem. Frielendorf liegt nördlich in der Nähe von Schwalmstadt und heute wird dort vom TSV Spieskappel die 18. Auflage des Silbersee Volkstriathlons (SiTri) ausgerichtet. Müde sein ist also gerade unpassend. 

Die Wechselzone am 24°C warmen See ist auf der grünen Wiese, genau da, wo es sich für einen Volkstriathlon gehört. Alles ist prima mit Absperrband gekennzeichnet und als ich eintreffe sind DLRG und Rotes Kreuz schon vor Ort. Auf dem See touren drei Boote, was für die Schwimmstrecke von 700m mehr als genug ist und überall springen Helfer rum. Beeindruckend, was der Verein alles zusammentrommelt hat. 

Die Athleten müssen nicht anstehen um ihre Unterlagen zu bekommen und auch beim Check in läuft alles zügig und ohne Schlange. Der Veranstalter und alle Teilnehmer wirken eingespielt und als ich mit den Athleten ins Gespräch komme stellt man fest, dass für unheimliche viele Teilnehmer dieser Triathlon ein Fixpunkt in die Jahresplanung ist. 

Das Schwimmen vergeht für einige Athleten wie im Flug, andere brauchen ein paar Minuten mehr um endlich an Land und in die Wechselzone vorzudringen. Auch in der Wechselzone merkt man die Unterschiede zwischen gut trainiert, Ersttäter und gemächlicher Athlet... aber auf's Rad kommen sie alle. Und schon geht es einen kleinen Stich hoch und hinaus auf die selektive Radstrecke. 

23km lang wird hier Rad gefahren und ständig geht es hoch und runter. Eigentlich logisch, aber als ich die Anstiege sehe, habe ich doch Mitleid mit manchem Gerät. Hier sind einige Athleten bis an die Helmkante bewaffnet, andere aber fahren fast mit historischen Gerätschaften oder mit Mountainbikes. Aber egal wie, alle Athleten schaffen die Anstiege und fahren wie die Teufel auch wieder hinunter um dann rechtzeitig vor dem Balken wieder vom Rad zu springen. 5km werden nun im Anschluß noch gelaufen bis jeder genau neben der Wechselzone ins Ziel einlaufen kann. 

Ich finde es besonders schön, wenn alle Athleten ins Ziel kommen, wenn nichts schlimmes passiert und Wettkämpfer wie Veranstalter mit dem Tag zufrieden sein können. Das scheint heute so zu sein. Müde bin ich trotzdem noch. So müde, dass ich auf der Heimfahrt fast einschlafe... aber nur fast. 

Ehe ich später noch mal ein paar Radübungen mache, muß ich aber erst mal eine Couchpause einlegen, soviel ist sicher.