I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Freitag, 14. Oktober 2011

Lila voran

Die Woche war anstrengend. Ich habe gut zu tun auf der Arbeit und bin ein bischen in der Eingewöhnungsphase, was die Integration des Sports in den Alltag angeht. Morgens vor der Arbeit laufen war ja schon ein Anfängerbeitrag hier. Heute war Vereinsschwimmtraining angesagt. Aber nicht vor der Arbeit. Ganz so kraß sind wir dann doch nicht.

Wir kommen im Verein gut zurecht und es waren wirklich einige da. Dafür, dass wir so klein sind war ich erstaunt.
Ist ein gutes Zeichen, wenn der Verein mit praktisch 90% der Mitglieder Schwimmtraining durchzieht. Kraß.

Gut.
Also raus aus den Arbeitsklamotten und rein in den neuen lila USA Schwimmanzug. Ahhhh... der Anzug freut sich. Ich merk das gleich.
Das Schwimmbad ist nicht sehr voll und so duschen wir und stürmen das Bad. Am Beckenrand liegen 7 Pullbuoy's, 7x Paddels und mindestens 5 Schwimmbretter. Wir sind mit allen Marken, Farben und Formen vertreten. Respekt.
Ich kann nicht glauben, dass wir das alles benutzen und hüpfe ins Wasser. Und schwimme einfach mal los.
Fühlt sich ok an. Und ich gehe nicht gleich unter. Das ist doch schon mal positiv.

Die Trainerin ruft uns zusammen und beobachtet erst mal meinen Schwimmstil. Ich bekomme ein Lob und ein paar Tipps. Außerdem kriegen wir die Ansage dass wir wohl 10x100m schwimmen werden.
Ach je.

Es geht los und ich achte darauf mich lang zu strecken. Das geht in den Bauch und in meinen unteren Rücken. Morgen werde ich es merken. Das ist der Trainerin aber egal. Sie ist unerbittlich, aber furchtbar nett. Sie gibt mir gute Tipps und obwohl auch noch andere im Becken sind, die sie betreut, sieht sie wo ich Probleme habe und korrigiert.

Ich benutze mal die Pullbuoy, mal das Schwimmbrett und sogar die Paddles. Ich übe vor allem das Atmen beim Kraul und zwar so, dass ich meinen Kopf wirklich nur eine Idee drehe. Ich bin damit viel schneller und brauche weniger Armzüge. Aber es ist auch richtig anstrengend. Wow. Meine Bauchmuskeln sind quasi Dauerangespannt.
Die Trainerin beurteilt meine Bemühungen als sehr gut und ich bekomme ein Lob, weil ich Anweisungen sofort und prima umsetzen kann. Wow, nach guten 1,5Stunden im Wasser kommt das Lob bei mir genau da an, wo ich es brauche. Die Trainerin kann toll motivieren.  Ich bin begeistert.

Das Schwimmtraining ist beendet und die warme Dusche ist super! Die von der Schwimmerbahn (das sind die großen Jungs und Mädels die durch Frau Seepferdchens Plan getrieben wurden) sehen total locker aus. Obwohl nur die Hälfte des Programms das dort geschwommen wurde schon zu meinem Untergang geführt hätte ist auch die Laune der Topschwimmer super.  Da kann ich mich ja in diesem Winter auf was gefaßt machen.

Meine Zielsetzung ist nun also klar... irgendwann werde ich auch auf der Topschwimmer mitmachen. Irgendwann!

Das ist ja noch nie passiert.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Blau.

Ich habe keinen Muskelkater.
Es wundert mich, aber es ist tatsächlich so.

Es kann nicht daran liegen, dass ich super trainiert gewesen wäre, es kann auch nicht daran liegen, dass ich mich nicht angestrengt habe. Ich weiß einfach nicht warum es ausgeblieben ist.

Ich weiß aber genau, wo der große blaue Fleck sitzt, den ich mir bei den Stürzen zugezogen habe. Am Oberschenkel. Er ist vom Fahrradrohr. Fies. Wirklich. Ich leide und schmiere. Und er ist wirklich blau und recht ordentlich.

Morgen werde ich ihn dem Schwimmbad vorstellen und ich hoffe sehr, dort genug Mitleid zu bekommen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Wahrscheinlich komme ich sowieso überhaupt nicht voran? Vielleicht kann ich gar nicht mehr schwimmen...
Wir werden sehen

Sonntag, 9. Oktober 2011

Der Nebel des Grauens

Was für ein Tag. Ich bin angestrengt, aber nicht fix und fertig. Obwohl ich mich ärgere, dass ich mich essenstechnisch nicht gut vorbereitet habe.
Aber so kommt man hier ja gar nicht mit. Also zurück zum Anfang.

Es ist Sonntag. Und da wir ja wieder in Deutschland sind ist irgendwie klar, dass der Wecker früh klingelt. Heute tut er das, weil ich beim Duathlon mitmache. Die Strecke wird heute von der Teamchefin, dem Titan, dem Profiathleten und dem Tur-Tur unsicher gemacht und ich habe mich am Mittwoch spontan auch dazu entschlossen zu starten. Manchmal bin ich einfach übermotiviert. *lach*

Wir verladen das Auto und starten um 8h. Natürlich kommen wir gut durch, es ist schließlich 8h am Sonntag morgen. Es ist neblig. Wir haben 3°C. Alle Leute liegen in ihren warmen Betten. Richtig so.

Am Ort des Geschehens angekommen müssen wir uns kurz orientieren und dann haben wir die Startnummernausgabe auch schon gefunden. Auch hier wabert der Nebel.

Ich melde mich nach und schaue mir die Strecke an. Es ist vom Heartbreak Hill, von The Beast und vom Last Breath die Rede.
Als der Titan eintrifft, der diese Strecke bereits mehrfach absolviert hat wird er gleich von mir befragt. Ich bitte um einen Vergleich zu Wallernhausen und er ist zurückhaltend mit den Antworten.

Um 9:30h ist Wettkampfbesprechung. Der Veranstalter gibt sich Mühe uns die Strecke etwas nahe zu bringen. Wir sollen als Läufer den grünen Markierungen folgen und als Radfahrer den Roten. Das ist besonders für Bibi wichtig, sie muß sich Radmarkierungen gut merken, da gab es schon mal Probleme. Und natürlich sind wir alle hilfsbereit und erwähnen noch 100 mal dass Rot zu Rad gehört. :-) Wir sind halt gute Athletenkumpels.

Um 10h ist Start. Sehr nett, dass vorher noch 9 Tauben in den Himmel gelassen werden. Die frieren sicherlich ordentlich und sind froh, dass sie jetzt endlich losfliegen dürfen.

Hoffentlich finden sie den Weg durch den Nebel. Nix wie heim. Tja, ich seh das ähnlich. Aber die Teamchefin und Bibi haben keinerlei Mitleid. Ich verstecke mich einfach hinter einen großen Herren.
Aber der fällt mir einfach in den Rücken und tritt zur Seite. Mist. Auf den kann man also nicht zählen.
Ich stehe neben den Damen und dem Profiathleten. Der Startschuß fällt.

Los gehts.

Es geht Berg auf, durch den Nebel. Ich bin nicht schnell, alle anderen sind schneller. Aber ich laufe. Die Teamchefin zieht ab und ich sehr sie noch lange vor mir. Es geht hoch und runter auf Asphalt, auf Schotter, auf groben Schotter, auf rutschigen Blättern. Die Strecke ist unbeständig. Es ist noch immer neblig
Ich gehe nicht. Keinen der Anstiege. Es ist mein guter Vorsatz für diese Strecke und ich halte durch. Das letzte Stück Berg runter geht über eine rutschige Wiese. Fast verfalle ich ins Gehen... aber wo ich schon die Anstiege so geschafft habe wird das jetzt Bergab auch nicht passieren. Also weiter. Und schon erreiche ich den Magic Forest.
Das haben sie wirklich schön gemacht. An diesen speziellen Anstiegen oder Punkten hängen Schilder. Ich muß schmunzeln.
Also nix wie rein in den Magic Forest.

Es ist dunkel und verwunschen. Das gefällt mir. Ich muß spontan an das Lied denken und finde mich toll.
Dann geht's aus dem Wald raus den Last Breath hoch, den ich besonders fies finde, und schon höre ich die Zuschauer jubeln. Wahnsinn.

Ich höre die Ratsche und die Klatschhand von der Prominenz. Sehr ordentlich... ich glaube nicht, dass sie mich schon sehen können durch diesen Nebel des Grauens, aber sie machen Stimmung. Das finde ich toll.

Als ich am Zeugwart vorbei renne frage ich wo der Titan abgeblieben ist, den gilt es zu holen und zu fragen, wie er überhaupt darauf kommt, dass diese Strecke auch nur Ansatzweise Ähnlichkeit mit Wallernhausen hat. Aber jetzt erst mal rein in die Wechselzone.

Ich rufe der Helferin vom Verpflegungsstand zu, dass es jetzt ja nur noch gilt mein Rad zu finden. Sie blickt sich um und antwortet... es steht ja nur noch eines da. Ach. Ich wollte ja auf meine wenige Puste lustig sein, sie hat's nicht ganz kapiert. Egal.

Ich ziehe meinen Helm an und los geht's. Schnell noch was trinken und zack schon bin ich vorne

und fahre los:

Auf geht's den Titan zu jagen.

Die Radstrecke ist furchtbar. Wirklich. Sie ist nicht endend und es geht entweder hoch und zwar so steil, dass ich nur den Kopf schütteln kann, oder steil bergab, so dass ich meinen Hintern hinter meinen Sattel hieve. Ein Anstieg zwingt mich in die Knie und ich muß schieben. Zwei Kurven hauen mich um und ich lege mich kurz ins Gras. Da meine erste Sorge dem "hoffentlich bin ich nicht dreckig" gilt steige ich wieder auf und beschließe, dass es nicht so schlimm sein kann. Ich bin ja jetzt auch mitten in der Pampa... wo soll ich denn anders hin.

Als die erste Radrunde vorbei ist sehe ich den Zeugwart und halte an um ihm mein Leid zu klagen. Mir tut alles weh, ich bin gestürzt, ich mußte schieben und ich will aussteigen. Der Zeugwart wird durch den Bären unterstützt, denn der redet auf mich ein, dass ich weiterfahren soll, weil ich mich sonst ärgere.
Ein Fremder erzählt mir noch, dass seine Frau grad erst durch ist und ich sie bestimmt noch einhole. Aha.
Gut, dann fahre ich eben weiter. Ich weiß ja jetzt was kommt.

Die zweite Runde verfliegt wie nichts. Die Anstiege sind ätzend, ich saue mich richtig ein und muß wieder an Bikers Hell schieben. Das ist aber auch ein fieses Stück Strecke unfassbar, dass das erlaubt ist.
Ich jage ein paar Athleten vor mir her durch den Magic Forest und schon bin ich wieder in der Wechselzone. Wow. Respekt. Das kleine Rad und ich haben es geschafft! Wir haben auch den Nebel des Grauens überwunden. Die Sonne schiebt sich vor. Es wird wärmer.

Die Prominenz fragt mich ob ich noch weitermache und da unklar ist ob ich das Zeitlimit schaffe laufe ich mit einem mittelschlechten Gefühl los. Es läuft ganz gut. Ich bin platt. Ich habe Kopfschmerzen. Uhihihuuuiii. Das ist schlecht. Die sind wirklich böse.
Und schon geht's wieder Bergauf. Aua.
Meine Waden krampfen. Beide. Ach herjee. Das war nicht gebucht und ich könnte kotzen. Was soll das jetzt. Ich dehne ein bischen und laufe weiter. Dann fährt mir ein Krampf vom Po in den Oberschenkel. Ich muß richtig zucken. Dann krampfen wieder die Waden und dann gebe ich auf.
Ich bin fast bis Km1 gekommen.

Der Weg zurück zur Wechselzone wird zur Qual. Ich muß ständig dehnen und fange an zu frieren. Und ich ärgere mich. Allerdings sind die Krämpfe schlimmer.

Im Ziel stehen alle und sehen fix und fertig aus. Der Titan gibt an heute nur noch lebenserhaltende Maßnahmen absolvieren zu wollen. Die Teamchefin tut so als würde ihr alles weh tun und mir tut alles weh.
Nach Zielkuchen und warmen Duschen werden die Ergebnislisten ausgehängt. Ich hätte einen Treppchenplatz, wenn ich nicht ausgestiegen wäre. DAS ist schade.
Die Teamchefin ist zweite ihrer Altersklasse, Bibi ebenfalls, die Herren sind leer ausgegangen. Aber nur was die Treppchenplätze angeht, ich nehme an im Muskelkater sind sie auch vorne mit dabei.

Herzlichen Glückwunsch, Ihr wart einfach super! Und ganz herzlichen Dank an die Anfeuerer... ich hab's echt gebraucht und auch sehr genossen! :-)

Samstag, 8. Oktober 2011

Schnellllllllll

einschalten! Der Ironman Hawai läuft zur Zeit... live bei Triathlon Szene. Und heute Nacht gibt's auch wieder eine Übertragung im Hessenfernsehen. Die war letztes Jahr nicht ganz so sehenswert, aber ok. Besser als nix.
Chrissi liegt zur Zeit weit hinten. Und tatsächlich ist ein Schwimmer nicht pünktlich an Land gekommen und wurde disqualifiziert. *seufz* Schade eigentlich.

Bin gespannt wer gewinnt.

Zurückwünschen.

Nachdem mein Tag ja mittelsportlich begann und ich auf der Arbeit ein paar minikleine Anfängererfolge verzeichnen konnte war ich in der großen Stadt. Ich war zielstrebig, denn schon seit Wochen hatten die wundervollen besten Ex-Kollegen mir gesagt sie wollten mich treffen und mir noch ein Abschiedsgeschenk machen. Ich mußte den Termin schon vor dem Urlaub blockieren. Und heute war es also soweit.
Die wundervollsten Ex-Kollegen hatten mich in ein leckeres Restaurant bestellt und weil ich die erste war hatte ich Mühe die vielen reservierten Plätze freizuhalten. Hatte auch etwas von Sport. ;-)

Die wenigsten kamen übrigens, aber das hatte ich mir insgeheim schon gedacht, denn die Ex-Kollegen sind nicht ganz so gut darin... und außerdem zu 90% männlich und immerhin war ja das Deutschland Länderspiel. Aber das ist zweitrangig. Die die gekommen sind und ich hatten einen tollen Abend. Es war sehr lecker und ich war bzw. bin noch immer überwältigt von meinem Abschiedsgeschenk. Es ist der absolute Wahnsinn!


Man muß es immer dahin bringen, dass man zurückgewünscht wird!
Baltasar Gracián y Morales (1601-58), span. Philosoph u. Schriftsteller

VIELEN LIEBEN DANK!
Und vielleicht schaffen wir es ja doch irgendwann mal, dass alle kommen können.
Ein ganz frommer Wunsch...
;-)

Freitag, 7. Oktober 2011

Anfänger.

Ich bin Anfänger. Zur Zeit in mehreren Lebenslagen. Und weil man sich als Anfänger ja irgendwann weiterentwickeln möchte habe ich heute also damit beschlossen mit dem morgendlichen Laufen zu beginnen.
Ach Du lieber Gott.
Es ist wirklich so, dass ich ein Anfänger bin. Zwar habe ich die Ratschläge des frühen Laufens befolgt und hatte mir die Sachen schon vorher rausgelegt, aber der Schweinehund hat mich doch recht deutlich spüren lassen, dass ihm die Sache mißfällt.
Es war kalt. 7°C um Präzise zu sein. Das ist kalt.
Es war auch dunkel. Lampendunkel. Die Sonne war noch nicht mal Ansatzweise zu sehen. Ich bin also los.
Und war nach 18Minuten wieder daheim.
Ich glaube der Schweinehund hatte die Pfoten im Spiel. Es ist sehr komisch, sonst bekomme ich ihn oft überlistet, aber das hat diesmal nicht geklappt.

Ich bin eben ein Anfänger. Wieder mal.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Who is Who

Da ich des öfteren die Frage gestellt bekomme was denn einen Profiathleten ausmacht und wer er denn bloß ist, den ich da besonders gut kenne, und von ihm schreiben darf. Und von welchem Team die Teamchefin Chefin ist und wo man so einen Zeugwart herbekommt der sich in allen Themen perfekt auskennt und die günstigsten Preise findet, habe ich mich dazu entschlossen ein kleines Who is Who zu schreiben.
Damit man einfach mal ein bischen weiß wer wer ist und was genau eine Frau Duck oder einen Titanen eben so ausmacht.
Sonst könnte ja jeder kommen...

Das Triathlon Who is Who

Die Teamchefin...
...kümmert sich. Vor allem um frühzeitige Wettkampfplanungen und ausreichendes Training. Sie ist immer gut vorbereitet und sorgt für ihr Team wie keine andere. Sie ist gut in jeder Triathlondisziplin und in jedem Outfit, hat niemals Lampenfieber und kann super anfeuern. Als Chefin hat sie ein Abonement auf Treppchenplätze. Die Teamchefin hat niemals Muskelkater, bemitleidet aber die anderen Teammitglieder so, als wüßte sie wie es sich anfühlt.

Der Zeugwart...
...sorgt dafür dass das Team mit allem Zeug was man so braucht gut versorgt ist. Er kennt alle Preise, hat die Bezugsquellen im Kopf und kann in seinem weitreichenden Sortiment an Geheimlinks immer noch mal was nachschauen. Er probiert vieles vor dem Ratschlaggeben aus und kann deshalb meist aus erster Hand berichten was etwas taugt. Unser Zeugwart ist sehr wissend und möchte am liebsten im Vorhinein befragt werden.

Der Profiathlet...
...bringt aus dem nichts super Leistungen. Er kann in seinem Arbeitsalltag lange Trainingseinheiten integrieren und auch ohne Trainingseinheiten klappen die Wettkämpfe wie bei keinem anderen. Er kann schmerzverzehrt auf der Zielgeraden Gas geben bis zum umfallen und sieht auf den Wettkampfbildern meist aus wie ein richtiger Kämpfer. Außerdem hat er die Planer an der Hand, die sich um seine Wettkampfteilnahmen, sein Zeug und seine Verpflegung kümmern. Ein Vollblutprofi eben. Da gibt es keine Zweifel.

Das Teammaskottchen...
... ist bei praktisch jedem Wettkampf mit von der Partie und läßt es sich nicht nehmen ab und an auf der Zielgeraden ins Geschehen einzugreifen um die letzte Beschleunigung aus ihrem Team rauszuholen.

Das Sportkind...
... ist selten zu Gast, aber wenn, dann ist es mit vollem Einsatz beim Anfeuern dabei. Allerdings braucht es dazu meist etwas Warmschreiphase, dann klappts aber wie bei den Großen.

Die Prominenz...
... schafft es ohne Vorsatz alle Sportlerinnen und seien sie auch noch so ambitioniert, hinter sich zu lassen um Wanderpokale in der Region abzugreifen. Da sind sogar die Zuschauer platt. Treppchenplätze sind ihr Beuteschema. Sie kann hervorragend für andere da sein und Ratschläge geben, von denen andere Athleten noch lange zehren. Sie genießt ihre Wettkämpfe wie kaum ein anderer Mensch den ich kenne.

Der Titan...
... ist groß und ruhig. In sich ruhend quasi. Er hält sich mit Aussagen zu seinem Können gerne zurück und verschweigt Neulingen gerne, dass er sehr sportlich ist. So schließt man aus der Ruhe oft das Falsche und ist platt, wenn der Titan einen einfach umhaut. Er hat eine eigentümliche Sicht der Welt, so ist für ihn eine Strecke Topfeben, die in den Augen anderer viele Steigungen aufweist. Der Titan ist schon recht alt und erfahren, weshalb ich gerne auf seine große Erfahrung zurückgreife. Ich habe das Gefühl, dass in seiner Ruhe Kraft für alle liegt. Das ist ein gutes Gefühl.

Der Tur-Tur...
... hat flinke Füße und ist ein Scheinriese. Er ist genauso groß wie ein normaler Mensch, aber weil er durch seine Geschwindigkeit immer so weit weg ist wirkt er riesig. Ein Scheinriese halt. Der Tur Tur pulverisiert ständig neue Bestzeiten und freut sich riesig, wenn ich ihm an der Strecke Weisheiten zubrülle.

Frau Duck...
... tritt beim Wettkampf farblich perfekt abgestimmt an. Selbst nach den Swimnights steigt sie adrett aus dem See, wo andere (wie ich) Schmink- und Outfittechnisch fragwürdig auftauchen. Sie legt Wert darauf ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, dabei robbt sie sich richtig an die Treppchenplätze ran. Spätestens im nächsten Jahr wird sie mich weit hinter sich lassen! Und dabei gut aussehen...



Das Who is Who wird bald fortgesetzt... denn dem aufmerksamen Leser sind weitere Athleten, wie der Jäger, Frau Langstrumpf oder der Kapitän nicht entgangen.

Montag, 3. Oktober 2011

Guter Ratschlag

Ich bin fix und fertig. Da morgen der Neustart ist habe ich heute schon mal geübt wie das mit dem Wecker funktioniert. Es ist möglich, dass ich den Wecker morgen weit von mir werfe. Mal sehen. Heute hat er mir nicht gefallen. Wie auch immer.

Ich stand auf und wäre besser liegen geblieben.
Fit ist was anderes.

Meine Laufschuhschnäppchen haben mich sehnsüchtig angeschaut. Ich sah Strand, Sand und Wärme in ihren Schnürsenkeln und habe daher beschlossen, dass ich ihnen heute die zukünftige Heimat zeige. Wir marschierten los.
Ich fühlte mich nicht nicht fit.
Wie bereits erwähnt.

Aber blitzschnell erinnerte ich mich an einen Hinweis der Frau Duck und des Tur-Tur's von gestern und ich erkannte, dass auch dieser miserable Lauf einen positiven Aspekt haben könnte. Beide haben mir nämlich gestern mitgeteilt, dass ein Km weniger laufen und zum Abschluß ausgiebiges Stretchen durchaus eine sinnvolle Trainingseinheit ergeben können. Beide sind sehr belesen und haben Ahnung. Daher verlasse ich mich voll auf diese Aussage.

Nach 4km schleppte ich mich daher heim. Und dehnte.
Ausgiebig. Ich hab einige Muskeln die ich dehnen kann und so wurde es wirklich ausgiebig.

Den Lauf schreibe ich total ab. Ich kam kaum von der Stelle, es war heiß, ich war furchtbar angestrengt. Ich bin nicht sicher, ob meine Füße sich überhaupt vom Boden angehoben haben oder ob es eher ein Schlurfen war. Furchtbar.
Aber das Dehnen war prima.

Danke also für den guten Tipp. Der hat meinen Lauf gerettet. Oder was es auch immer war. ;-)

Sonntag, 2. Oktober 2011

Volkslauf Fechenheim

Der Alltag hat mich wieder. Ich bin ganz sicher, denn es ist Sonntag und der Wecker klingelt um halb sieben. Wahnsinn, oder? So schnell kann es gehen, dass der Alltag sich wieder bemerkbar macht... schon lustig.
Gut, dass ich mir die Erholung länger behalte. Also das ist zumindest mein Plan.

Heute ist also Sonntag. Der Wecker klingelt früh und das kann nur eines heißen. Wettkampf! Oh Gott. Ich bin so müde... hab ich mich etwa angemeldet? Nein. Alles ruhig... der Puls kann sich normalisieren. Ich bin heute für das Anfeuern zuständig, der Zeugwart macht Bilder. Er ist nicht ganz fit sondern muß seine Verletzung weiter auskurieren. Ich bin ein Verfechter vom Pausieren und richtig auskurieren. Von daher wird nicht diskutiert. Wer krank ist und sich nicht 100% fühlt, läuft nicht.
Ich bin quietschgesund aber müde und nicht ganz so gut trainiert. Außerdem kann das Team nicht auf mein Anfeuern verzichten. Davon gehe ich zumindest mal aus.

Wir fahren nach Fechenheim an die Turnhalle und sind überpünktlich da. Der Captain kommt zur Begrüßung sogar vor die Halle, aber weil wir einen wirklich kühlen Morgen haben beschließen wir uns zum Warten rein zu setzen.
Nachdem auch der Rest des Teams eingetroffen war pilgerten wir zum Start. Selbiger befindet sich unten am Main und ist ein Stück Fußweg durch die Innenstadt von Fechenheim. Hübsch sieht's hier aus.

Der Start für die 10km verschiebt sich um 15Minuten, aber wir sind geduldig und harren aus. Nachdem alle 10er zum Warmlaufen abgedampft sind, nehmen wir selbstverständlich unsere Posten ein. Wir sind ja nicht nur zum Spaß hier sondern es muß auch ein bischen ernstes Anfeuern und Fotografieren erledigt werden. Nicht dass ich zukünftig immer mitrennen muß und nicht mehr zum anfeuern gebucht werde. ;-) Da wollen wir sicher gehen.
Der 10er startet und ich erkennen unsere Läufer ganz leicht an den herrlichen Orangenen Shirts. Sie sind schnell. Ich verneige mich noch schnell vor dem Blitzstart, obwohl mich keiner von ihnen sehen kann.
Schon sind sie weg.

Wir beziehen eine Bank und schauen dem Schnellen und seinem Jäger beim Aufwärmen zu, denn beide starten über 5km. Sie hüpfen und springen umeinand als wenn es kein Morgen gäbe und machen sich ordentlich warm um beim 5er der Konkurrenz wenig Chancen zu lassen. Ich wäre ja jetzt bereits komplett fertig und bin diesbezüglich auch ganz ehrlich.

Zur Startaufstellung begeben sie sich in die erste Reihe und rennen dann vorneweg. Der Schnelle mit seinem Jäger ganz vorne. Respekt.
Ich merke nur den Luftzug und nehme noch mal Platz. Ich hab ja jetzt erst mal 15Minuten Pause.

Ach bin ich naiv.
Wie schön.

Als ich den ersten Nordic Walker ins Ziel kommen sehe sind erst 10Minuten vergangen. Der Herr hat für die 10km rund 1Std.10Minuten gebraucht. Er läuft an uns vorbei und wir feuern an was das Zeug hält.
Er fragt uns noch wie groß sein Abstand ist... aber ich kann nur lachen und ihm zurufen, dass hinter ihm lange keiner zu sehen ist.
Dann kommt irgendwann der zweite Walker über die 10km. Auch ihm rufen wir noch aufmunternde Worte zum Endspurt zu, die mit einem "und ich bin 74" von ihm quittiert werden. Gut, dann sind wir hierüber nun auch informiert.
Scheint eine informative Stelle zu sein an der wir sitzen. Hat der Zeugwart gut ausgewählt.

Es folgen ein paar Läufer und dann glaub ich ja, ich seh nicht recht. Da kommt der Schnelle angewetzt. Sein Shirt ist von weitem zu sehen und ich kümmer mich natürlich, dass er auch genau weiß, dass er jetzt Gas geben kann. Der Zeugwart macht Fotos. Wir sind ein gutes Team.
Kurz darauf folgt sein Jäger. Ihm gebe ich den Rat noch mal alles zu geben um den Schnellen noch einzuholen da hat er noch Puste um zu lachen.
Aha.
Beim nächsten Mal geht da also noch was. Gut zu wissen.

Jetzt schneien auch die ersten 10km Läufer auf die Ziellinie. Sie hecheln und japsen und sind wirklich angestrengt. Teilweise mache ich mir Sorgen.

Die Dame auf der Nebenbank fragt mich ob hier wohl jeder angefeuert wird und ich nehme mir die Zeit ihr kurz zu erklären, dass es ein Geben und Nehmen ist. Wer anfeuert wird auch mal angefeuert und da das ziemlich gut tut sollte man auch als Zuschauer an der Strecke alles geben! Sie ist wahrscheinlich etwas verwirrt, weil ich während meiner Erklärung die Läufer weiter anfeuer und natürlich immer nach Orangen Erkennungstshirts Ausschau halte.
Als Zuschauer muß man mehrere Dinge gleichzeitig können. So ist das eben.

Da kommt auch schon unser Flitzer. Die Haare zur Sturmfrisur kommt er mit großen Schritten angehechtet. Respekt. So schnell kann ich gar keine Weisheiten rausbrüllen wie er an mir vorbeirennt. Unfassbar.

Eine Dame schiebt einen Zwillingskinderwagen und rennt was das Zeug hält. Wir sind begeistert und feuern an. Darauf bekommen wir von ihr die Info, dass sie im 4.Monat Schwanger sei. Ich sag's ja... sehr informative Bank an der wir hier stehen.

Der Weise und Frau Langstrumpf wetzen ebenfalls an mir vorbei wie sich das auf einer Zielgerade gehört. Frau Langstrumpf hat noch ein Lächeln übrig und gibt noch mal alles um den Kenianer einzufangen.
Allerdings muß ich im Ziel erfahren, dass sie ihn leider nicht mehr hat einholen können. Dabei hatte ich ihr noch den Tipp gegeben. Na ja. Beim nächsten Mal dann eben. Frau muß ja auch Ziele haben!

Wir pilgern ins Ziel, weil wir erfahren haben, dass wir auf den Kapitän nicht warten müssen. Er ist ausgestiegen. Er hat vor dem Lauf schon gesagt, dass ihm Tempoeinheiten zu schaffen machen derzeit... und ein 10er gehört ja irgendwie dazu. Tempo war auf jeden Fall heute ordentlich zu sehen.

Da die Teamchefin heute Geburtstag feiert machen wir uns auf nach Birdmountain um mit ihr zu feiern und können nicht mehr warten, bis er im Ziel ist. Mehrere Termine an einem Tag sind einfach anstrengend, auch von der Logistik.
Auf der Geburtstagsfeier erfahre ich übrigens, dass wir in zwei Wochen Offenbach mitlaufen. Den Mainuferlauf. Ich bin letztes Jahr auch gestartet. Die Teamchefin habe ich als Begleitung heute verpflichtet... ich bin gespannt. Schwimmtraining gibt es vorher auf jeden Fall keines.

Samstag, 1. Oktober 2011

Balance- haben oder nicht haben?

Ich bin nicht abergläubisch. Ich glaube auch -eigentlich- nicht an Wunder oder UFO's und schon gar nicht an Zauberei. Zufälle gibt es bestimmt, da bin ich sicher. Aber sonst so Zauberfirlefanz... na ja.

Nachdem viele Sportler, und auch total unsportliche Leute- immer öfter mit den Power Balance Bändchen gesichtet werden und ich mittlerweile von "ich find's nur schön, weil das Band ne hübsche Farbe hat" bis zu "mein Leben hat sich völlig verändert, ohne das Band kann ich es mir gar nicht mehr vorstellen" alles gehört habe muß ich zugeben, dass ich diesbezüglich neugierig bin.
Es ist Fakt, dass für das Band über 30EUR aufgerufen werden. Mal wesentlich mehr, mal weniger. Aber 30EUR sind so ein übliches Mass.

Das finde ich etwas viel um meine Neugier zu befriedigen.

Ich habe im Urlaub diesbezüglich ein Schnäppchen gemacht. Ein Originalband in originaler Verpackung war runtergesetzt. Von 6,50US$ auf 3US$... da lacht doch mein sparsames Herzchen. Hi hi.
Natürlich habe ich zugegriffen. Selbst beim verhältnismäßig schlechten Dollarkurs sind 3US $ einfach nicht zu schlagen! *grins*

Ich bin nun also Besitzerin eines weißen Power Balance Bandes. Es ist aus Silikon und für mein Handgelenk gedacht.

Da ich es nicht gleich total einsauen wollte brachte ich es im Handgepäck und in Originalverpackung an den Flughafen. Ich bin so herrlich naiv.

An der Sicherheitskontrolle packe ich mein Handgepäckköfferchen auf's Band, bin stolz wie Bolle, dass ich gleich daran denke meine Schuhe auszuziehen und lege meine Uhr ab. Alles in die Kiste.
Dann lächel ich und warte bis mich der schlechtgelaunte Officer durch das Piepstor winkt. Er schaut mürrisch und macht eine Handbewegung, die ich -überraschenderweise- richtig deute. Mein Handgepäck ist mittlerweile schon erstaunlich lange im Durchleuchtgerät.

Ich laufe durch und es wird nicht gepiepst. Wäre ja auch gelacht, wo ich sogar an die Schuhe gedacht habe!

Mein Handgepäck dagegen ist total interessant. Ich muß mit an den Extratisch und es wird durchsucht. Ich darf keine Hilfestellung geben aber zuschauen. Immerhin. Das ist ja schon mal was. Die Frau Officer durchwühlt alles und sucht. Und sucht und sucht. Ich hätte etwas da drin, dass sehr viel zurückstrahlt sagt sie. Mir ist absolut unklar was sie meinen könnte.
Ich habe ein paar singende Hallmark-Karten gekauft. Vielleicht die? Immerhin gibt's ne kleine Batterie drin!?
Nein, meine Hilfe ist unerwünscht. Die Dame bittet mich zu schweigen.

Da sie nicht fündig wird legt sie meinen kleinen Koffer nochmals auf das Durchleuchtband. Zusätzlich hebt sie ein paar Klamotten und Tüten raus und legt diese separat. Sie will sich offensichtlich durch Ausschlußverfahren vortasten?
Ich soll warten und ruhig sein.

Bin ich. Und warten tue ich auch.

Dann kommt sie zurück. Der vermeindlich gefährliche Gegenstand befindet sich in der Tasche. Sie hat sich den Ort genau gemerkt. Außerdem hat sie mehrere andere Beamte zur Diagnose dazugeholt.

Gut. Sie sucht also

Und was packt sie aus? Das Power Balance Band. Da lach ich mich doch weg. Sie teilt mir mit, dass von dem Band eine besondere Strahlung ausgeht. Es wäre offensichtlich stark magnetisch.
Meinen Koffer dürfte ich nun selbst wieder zusammenpacken.
Ich frage sie noch, ob ich der Firma von dieser besonderen Erkenntnis erzählen dürfte, aber darauf antwortet sie nicht mehr. Sie ist offensichtlich überzeugt, dass ich keiner Antwort würdig bin?!

Ich packe meinen Koffer und erzähle dem Zeugwart von der neuen Erkenntnis.

Seit dem alle Koffer ausgepackt sind trage ich nun das Band am rechten Arm. Es ist weiß. Es gefällt mir ganz gut.
Auf meiner Laufrunde war ich 2Minuten schneller als üblich.

Es gibt eine neue Bank!

Nachdem ich noch immer gejetlagged  bin (oder wie man das Neudeutsch nennen mag) und heute wieder ein sehr früher Tag war gab es nur zwei Möglichkeiten. Entweder noch mal rumdrehen und noch weiterschlafen oder laufen gehen. Tja... und als begeisterter Sportler war klar was passiert. Also Thermometer checken: 7°C . Häh? 7°C? Nicht im Ernst! Ist ja verrückt.
Das heißt ja nicht kurz/kurz. Da friere ich ja.
Also lange Hose und ein Jäckchen an.

Los geht's.

Ich laufe los und fühle mich gut. Die Pulsuhr teilt zwar mit, dass der Puls zu hoch sei, aber ich bin ganz angenehm unterwegs und von daher spreche ich kurz mit der Pulsuhr ab, dass ich sie ignorieren werde.
Es ist leichter Nebel und ich finde es super. Das ist ja schon mal was wert. Immerhin bin ich ja Strand und Wärme "gewöhnt".

Ich laufe also guter Dinger dahin und sehe sie. Die Bank. Sie ist neu und steht am Weg. Sie war nicht da, als ich das letzte Mal hier lang gelaufen bin. Das ist erst 3Wochen her.
Unfassbar.
Von ihr war auch keine Rede und zu sehen war auch nichts, bei meinem letzten Lauf.

Und sie hat einen Mülleimer neben sich. Wahrscheinlich, weil sie an einer einsamen Stelle steht und furchbar alleine wäre ohne ihn? Ich kann mir vorstellen, dass die zwei sich an dieser Ecke viel zu erzählen haben. Der Blick ist auch ganz nett... die zwei haben sich nicht einfach irgendeinen Platz ausgesucht sondern einen wirklich schönen.

Ich stelle mich also vor. Nur kurz, denn ich möchte nicht aus dem Tritt kommen. Es läuft gerade super. Die Bank reagiert freundlich und wundert sich bestimmt, dass ich hier so langhüpfe. Am frühen Morgen.

Nach 3km drehe ich um und laufe zurück. Allerdings genau den gleichen Weg, den ich gekommen bin. Ich möchte mir die Bank natürlich von allen Seiten betrachten. Immerhin gehört sie ab jetzt zum Laufbild. Sie steht in der Sonne. Der Anblick ist auch von hier nett.
Und ich stelle fest, dass es mittlerweile ganz schön warm geworden ist.

Gut, dass ich gleich daheim angekommen bin. Mittlerweile sind es in der Sonne keine 7°C mehr. :-) Obwohl ich für die 6km nicht ewig gebraucht hab. *grins*

Donnerstag, 29. September 2011

Mit zum anschauen

So, die Urlaubspost's sind weitesgehend mit Bildern aktualisiert. Weitere folgen im Laufe des Tages, Bilder nicht Posts. :-) Alle zu finden unter dem Label: USA 2011. Da es ja ein Schreibselblog ist gibt's nur ganz paar wenige Fotos.

Jetzt geht es hier daheim wieder los.

Immerhin bin ich ja beim Frankfurt Marathon als Hase gebucht. Die Aufgabe ist nicht zu unterschätzen. Meine Athletin wird sicherlich ein paar Urlaubsstories zu hören kriegen. Da kann sie sich schon mal drauf freuen.
Mein nächster Wettkampf ist dann der Duathlon in Neu-Isenburg. Und die Teamchefin hat sich schon für die Winterlaufserie in Rodgau ausgesprochen.

Ach je... und im nächsten Jahr wollen wir dann wieder in Freiburg an den Start gehen.

Jetzt überwinde ich erst mal das bzw. den Jetlag und dann geht's los.

Dienstag, 27. September 2011

Abschluß Strandlauf

Natürlich weihen wir den neu erworbenen US Laufschnapp- Schuh bei einem kurzen Strandlauf ein. Wo man schon mal den Pazifik samt Strand direkt vor der Tür hat wäre es blöd das nicht auszunutzen.
Der Zeugwart legt ein gutes Tempo vor und mir fällt es schwer bei der Hitze und dem wenigen Training mitzuhalten. Die Bergläufe waren anscheinend doch nicht so ein perfekter Ausgleich.

Egal. Da muß ich durch.

Der Präsident ist übrigens in LA. Die ganze Stadt ist in Auffuhr und viele Straßen sind gesperrt.
Wir nehmen an, dass er extra wegen unserem gemeinsamen Strandlauf angereist ist? Da er allerdings keine Anstalten macht am Strand aufzutauchen laufen wir einfach ohne ihn. Ist auch schön ohne CIA oder Secret Service Überwachung zu laufen. Wenn ich mir vorstelle er wäre tatsächlich aufgetaucht... um Himmels Willen.

Der Strandlauf ist ein schöner Urlaubsabschluß. Und es ist sowieso viel schöner mit dem Zeugwart zu laufen als mit dem Präsidenten.

Montag, 26. September 2011

doch geschnappt

Triathlon in Los Angeles. Steht da wohl auch die ganze Stadt Kopf, so wie beim Ironman in Frankfurt? Obwohl es beim Ironman natürlich auch nicht die ganze Stadt ist... es kommt einem nur so vor, wenn man selbst mit vollem Eifer dabei ist. Es gibt sicherlich auch Leute in Frankfurt, die merken nix vom Ironman. Wie auch immer fahren wir bei unserer Ankunft in LA bei der Triathlonmesse vorbei. Sie findet in Lot7 statt. *lach* Klar. Wenn man's dann weiß... direkt auf dem 7. Parkplatz vom Staples Center eben. Wo auch sonst? :-)

Lot 7 eben.

LA ist eine hässliche Stadt. Die Reiseführer haben nicht gelogen. Schade eigentlich. Ich hatte Hoffnung, nachdem uns San Francisco gut gefallen hat. Aber LA hat irgendwie gleich verloren.

Die Triathlonmesse ist süss. Lot7 ist nicht besonders groß. Die Ironmanmesse in Frankfurt ist größer und die ist schon winzig im Vergleich zur Marathonmesse in Frankfurt. Ich mache gleich mal beim einem Gewinnspiel mit wo ein Freistart vergeben wird. Das Rennen darf ich mir dann im nächsten Jahr aussuchen. Ach herjee.
Außerdem gibt es ein paar Proben von 5hour Energy und Kokosnußwasser. Nun gut.
Umwerfend ist das nicht.

Wir verlassen die Innenstadt und beziehen unser Hotel in Redondo Beach. Hier endet der südliche Strandzipfel von LA. Und weil wir nur 4 Blocks vom Meer entfernt wohnen schauen wir uns den Strand gleich mal an. Super.
Es gibt extra betonierte Spuren für Fußgänger und Radfahrer. Die sind hier auf sportliche Zeitgenossen eingestellt.
Der Zeugwart und ich beschließen, dass hier auf jeden Fall ein Strandlauf drin ist.

In einem kleinen Laufladen in Venice Beach erstehe ich doch noch ein Laufschuhschnäppchen. Ich hatte es ja schon total verdrängt und halte es auch kaum für möglich, aber es passiert wirklich noch. Ein Schnäppchen im Bereich Laufschuhe. Nachdem alle Schuhe blöd teuer oder zu klein waren gibt es in diesem kleinen Laden das praktisch perfekte Gesamtpaket!
Laufschuhberatung, der, der mir paßt ist runtergesetzt und es gibt sogar noch ein geschultes Auge, dass sich meinen Stand im Schuh anschaut.
Also schlage ich zu. 66EUR für einen aktuellen Schuh ist nicht schlecht.

Samstag, 24. September 2011

Sequoia Nationalpark mit Überraschung

Nachdem wir einen Autotag an der Pazifikküste erlebt haben war heute wieder etwas mehr Bewegung angesagt. Nach einer recht kurzen Anreise in den Sequoia Nationalpark haben wir perfektes Timing bewiesen.
Eigentlich den ganzen Tag.

Wir mußten an der Straßengroßbaustelle keine 10Minuten warten und der Zeugwart hat uns souverän über die einspurige Bergserpentinenstraße gefahren. Wir haben sofort einen Parkplatz für den Edge auf dem Wanderparkplatz gefunden und dann sind wir spontan los. Rucksack gegriffen, genug Wasser reingepackt und auf zu den Sequoias.

Man bin ich gespannt!

Den ersten Sequoia erblicken wir schnell, natürlich... sie sind leicht zu erkennen und verstecken sich nicht. Wie auch, diese Riesen. Es ist beeindruckend. Der General Sherman, der Größte seiner Art, ist Wahnsinn. Auf der Erklärplatte steht, dass ich mich beim Hochschauen so fühle, wie eine Maus, wenn sie an mir hochschaut. Aha. Wie fühlt sich dann erst die kleine Maus, wenn sie am Profiathleten hochschaut? Der ist ja locker noch zwei Köpfe höher als ich. Egal.
Darum geht es hier ja jetzt nicht.

Wir beschließen den General alleine zu lassen und einen der ausgeschilderten Wanderwege durch den Sequoiawald zu nehmen. Wow.

Wir kommen aus dem Staunen überhaupt nicht mehr raus. Die Bäume sind wahnsinnig groß, die Stammumfänge riesig. Und hoch. Ich bin doch eine kleine Maus. Ziemlich klein.

Wir laufen und müssen ständig anhalten um ein paar Fotos zu machen. Ohne geht es wirklich nicht. Es wäre eine Schande nicht für die Bilder anzuhalten.
Ich laufe ein Stück durch die Bäume und komme mir unendlich winzig vor auf dieser Welt.

Und dann rutscht mir das Herz in die Hose und ich habe wirklich Glück, dass mir nicht vor Überraschung sofort in die Hose mache. Von links kommt ein Bär. Er ist echt, kein Touristenfotobär. Und er bewegt sich. *schluck*
Ich hab sofort meinen Maximalpuls erreicht und verbrenne wahnsinnig viel Kalorien obwohl ich mich in Zeitlupe rückwärts bewege.

Er kommt auf uns zu, dreht dann ab und kreuzt den Wanderweg.

Wir beschließen die Flucht nach vorne und werden dann von ihm doch wieder jäh überrascht. Eigentlich interessieren wir ihn überhaupt nicht... aber wer kann schon in einen Bärenkopf reinsehen.
Als ich eine Rangerin erblicke bin ich total froh und frage sie gleich mal was wir noch beachten sollen.
Ihr Ratschlag auf jeden Fall mehr Abstand zu halten und langsam mit Blick auf den Bär abzurücken ist gebongt. Dann erzählt sie mir noch, dass ich mir keine Sorgen machen müßte, es wäre ein kleiner Bär (so hoch wie unser Eßtisch?!) und seine Mutter wäre bestimmt in der Nähe. Ich glaube sie versteht mich nicht. Das soll mich beruhigen? Ich glaube wohl kaum.

Mein Puls ist immer noch im Maximalbereich. Die Berlinmarathonis wären stolz auf mich! Ich verbrenne innerhalb dieser 10Minuten 800Mal soviel wie sonst bei einem meiner Läufe.

Gut, dass am Parkplatz eine Toilette ist. In die Hose hab ich mir vor Angst dann doch nicht gemacht... aber es war kurz davor.

Der Zeugwart hat ja die Ruhe weg und den Bären sogar fotografiert. Ich hätte die Kamera nicht gerade halten können. ;-) Mädchen halt. Oder Maus?

Im Schatten der Sequoias wandern wir -bergauf- zurück zum Wanderparkplatz. Mein Puls hat sich beruhigt und das bischen Berg rauf ist überhaupt kein Problem. Zukünftig denke ich also immer an den Bären, wenn's anstrengend wird?! :-)

Und dann sehen wir noch das Warnschild als wir den Park verlassen... dann ist's ja gut:

Freitag, 23. September 2011

Wilde Tiere

Irgendwann wird es Zeit auch eine der schönsten Weltmetropolen zu verlassen. Auf wiedersehen San Francisco. Bei manchen Städten bin ich mir des "Tschüss's" sicher. Bei San Francisco, oder The City, wie die Einheimischen sagen, lassen ich mich zu einem "Auf Wiedersehen" hinreißen. Es ist eine schöne Stadt. Nicht zu riesig, nicht zu gruselig.

Wir verlassen die Stadt um in Richtung Süden zu fahren. Es geht über den weltberühmten Highway No.1 am Pazifik entlang. Das Meer ist weitesgehend in Nebel gehüllt. Es scheint sehr kühl zu sein, nicht nur das Meer, auch die Luft. Der erste "kühle" Tag während unseren Aufenthaltes.
Wir haben zwischen 20°C und 25°C.
Der Himmel ist wolkenverhangen, die Golden Gate Bridge ist bei unserer Abfahrt nicht zu sehen. Steht wahrscheinlich irgendwo anders Modell? Oder macht einfach mal Pause, kann ich auch verstehen.

Der Highway No.1 fesselt uns ans Auto. Wir fahren praktisch den ganzen Tag. Ein paar Fernglaspäuschen sind drin um den Ausblick auf den endlosen Pazifik zu genießen.
Wir sehen wilde Seehunde.

Wahnsinn. Die jagen mitten im Meer. Wunderbar.

Und dann sehen wir eine Kolonie Seeelefanten. Unfassbar. Sie sind riesig.

Und sie liegen am Strand und schwimmen im Meer und beachten uns überhaupt nicht.

Ich bin schwer beeindruckt! Für solche Naturerlebnisse lohnt sich auch eine scheinbar nicht enden wollende Autofahrt... unglaublich.

Das Straßenschild am Rand kündigt 63Meilen Kurven an und ich bin froh, als wir unser Motel erreicht haben. Das Abendessen nehmen wir im Flying Dutchman an, aber es ist bereits so dunkel, dass wir das Schiff auf dem offenen Meer nicht mehr erblicken können.

Donnerstag, 22. September 2011

Ein Schnaeppchen

Die Preise sind in diesem Land ein ganz besonderes Thema... alle Welt redet immer vom guenstigen Amerika und davon wie billig ja hier alles so ist.
Der Zeugwart und ich muessen darueber immer schmunzeln und in diesem Urlaub immer mehr. Es ist wirklich nicht billig hier. Es ist ein Dilemma, wenn man bedenkt, dass es sogar teilweise unverschaehmt teuer ist. Wir schauen hauptsaechlich nach Lauf-und Triathlonklamotten und ich muss teilweise wirklich stark schlucken. Keiner verschenkt hier was... bloed.

Gestern machten wir einen Lagerverkauf unsicher. Geworben wurde mit den guenstigsten Angeboten in San Francisco und gelockt wurde mit einem weitreichenden Angebot von New Balance bis Adidas. Und natuerlich mit einem sagenhaften Blick auf die Golden Gate Bridge. *grins*
Letzterer war vom Nebel versuppt. Die Bruecke war nicht zu sehen... komplett im Nebel versunken. Da hatten wir den Tag vorher ja richtig Glueck!

Wie auch immer waren die guenstigen Laufschuhpreise bei 145US$ fuer Asics, bei 130US$ fuer New Balance und bei 135US$ fuer meinen Adrenalin von Brooks. Wow.
Wenn das guenstig ist moechte ich teuer nicht erleben muessen. Ich werde wohl Laufschuhfrei aus diesem Land zurueckkommen -muessen-.

Im naechsten Laden, der Sports Authority, einer Kette die sich ueberall auf dem Kontinent findet, bot sich ein angenehmeres "Sales" Bild. Immerhin konnte ich zwei Badeanzugschnaeppchen von TYR schiessen. Sonst fuer ueer 70US$ zu haben gab es nun einen fuer knappe 30US$. Musik in meinen Schwimmerohren.
Also war die Fahrt durch den dichten Verkehr von San Francisco nicht ganz umsonst... das ist fein.

Dienstag, 20. September 2011

Be sure to wear some Flowers in your hair

Liebe Teamchefin,

dieser Blogeintrag ist nur fuer Dich.

Du kuemmerst Dich bei jedem Lauf fleissig darum, dass ich an "Bergen" nicht ins Gehen verfalle oder wenigstens flott weiterhusche, falls es wirklich nicht anders moeglich ist. Das ist immer richtig lieb von Dir.
Ich habe keine Berge vor der Haustuer und so ist das Bergtraining daheim immer schwierig.

Ich glaube, Du hast in diesem Urlaub irgendwie die Finger im Spiel... denn es geht hier langsam staendig bergauf oder bergab.

Erst hast Du mich in Sicherheit gewogen und mich in die Wueste reisen lassen. Dort gab es keine grossen Anstiege und die Wanderungen waren zwar anstrengend, aber mehr durch die Hitze und die dauernde Sonne.
Es ging dort kaum hoch und runter und wenn, war es so wenig, dass ich es kaum gemerkt habe.
Dann gab es Pausentage, die ich nur im Auto verbracht habe. Auch hier fuehlte ich mich absolut sicher.

Und nun das!

Die letzten zwei Tage muss ich staendig an Dich denken. Auch der Profiathlet schwebt wie ein Damoklesschwert ueber mir... unfassbar. Dabei seid Ihr Beiden so weit weg.

Heute erreichen wir nach der anstrengenden Wanderung im Yosemite Park gestern und einer 300Kilometer langen Anfahrt, endlich San Francisco.
Die Fahrt war anstrengend, denn der Highway war voll und ich musste mich wirklich stark konzentrieren.

Endlich angekommen war das Fahren in der Stadt wie in einer Achterbahn, die Strassen sind heftig steil. Das Zimmer ist ok, nichts nennenswert besonderes, aber ok.
Also machten der Zeugwart und ich uns auf zum ersten Abend in der Stadt. Nur im Hotelzimmer macht man ja keinen Urlaub.

Also auf.
Nach Downtown.

Da wir oben auf dem Berg wohnen mussten wir also runter. Und weil wir auch irgendwann fertig waren, ging es dann natuerlich wieder hoch. Nicht ein bischen. Nein. Richtig steil hoch. So, dass die Autos fast umkippen, wenn sie im 90Grad Winkel geparkt sind.

Unfassbar.

Das ist zweimal Bergtraining in einer Woche! Es macht aber viel Spass und natuerlich ist der Ausblick sagenhaft. Der Blick auf die Golden Gate Bridge im Sonnenuntergang hat mich selbstverstaendlich leicht entschaedigt. ;-) Leicht.

Ich glaube trotzdem, Du hast irgendwie Deine Finger im Spiel und hast ein paar Berge nach San Francisco geschickt. Wahrscheinlich werde ich in Wallernhausen keinen Meter gehen duerfen. DAS ist wahrscheinlich Dein Plan?!

Morgen frueh gehe ich eine runde laufen. In den Sonnenaufgang hinein... mit Blick auf die Golden Gate Bridge. Ich werde an Dich denken und Dir ein paar Gruesse schicken.

Viele Gruesse,
die Berge-trainierende Reisende

Montag, 19. September 2011

Immer nur bergauf

Nachdem wir den malerischen Stadtkern der winzigen Stadt Bishop verlassen haben aender sich die Natur minuetlich.
Wir haben das Gefuehl durch die Alpen in Oesterreich zu fahren und nur die gefleckten Kuehe sind hier einfarbig schwarz. Es ist wirklich beeindruckend der Gegensatz zum Death Valley. Wahnsinn.

Das Klima ist ganz anders in dieser Sierra Nevada, frischer, nicht so heiss und fuer uns daher viel viel angenehmer.
Die Baeume, wir haben ja seit dem Grand Canyon fast keine mehr gesehen, werden dichter. Bald kann man es tatsaechlich Wald nennen.

Die Strasse klettert hoeher und hoeher in die Berge und uns ist klar, dass es sich heute um einen Bergtrainingstag handelt. Hier geht es um Hoehenluft. Richtige Hoehenluft.

Der Profiathlet und die Teamchefin waeren heute stolz auf uns, denn wir legen natuerlich sofort fest, dass wir heute hier auf dieser Hoehe eine Wanderung machen. Wahrscheinlich geht es nur bergauf.
Oder bergab.
Nachdem wir das Visitorcenter passiert haben uns und die Frau Ranger ueber moegliche Wanderungen und die damit verbundenen Gefahren aufgeklaert hat, legen wir los.

Unser Wanderung soll uns in einen Sequoiawald fuehren. Es geht wirklich nur bergab. Endlos.
Das geht ordentlich in die Oberschenkel aber es ist nicht zu aendern.
Es ist ein heftiger Abstieg und mit jedem Schritt steibt unsere Neugier auf die gigantischen Baeume, die uns erwarten. Wir sehen Baeume mit riesigen Staemmen am Wegesrand stehen, aber da -voellig unueblich- kein Schild mit einem Hinweis auf einen Sequoia steht ist uns klar, dass es einfach nur grosse Baeume sind und keine Mammuts.

Dann erblicken wir den ersten Sequoia und blitzschnell wird klar, dass die grossen Baeume vorher zwar gross aber eben doch weit entfernt von Sequoias sind.
Wir sind ueberwaeltigt.
Die Baeume sind gigantisch gross und einfach toll.
Wir nehmen uns viel Zeit fuer Fotos und schauen uns auch noch einen gefallenen Riesen an, der das Ausmass der Baeume noch eine Idee besser klar werden laesst.

Nachdem uns noch ein Ranger Auskunft erteilt, warum meine Mammutbaeume daheim eingegangen sein koennten (er rechnet mit einer Pilzinfektion), planen wir den Rueckweg.

Mir graut es schon beim Gedanken daran. Immerhin sind wir hinzu's nur bergab gelaufen... damit ist klar, der Rueckweg geht immer nur bergauf.
Ein letzter Blick auf einen riesigen Sequoia beherrscht den Ausgang des Waldes. Die Sequoias stehen alle nahe beeinander und nicht wild zerstreut. Man kann daher leicht ein Terrain festlegen, wo sie so zu finden sind.

Warum sie sich gerade diese wenigen Plaetze ausgesucht haben ist uebrigens bisher noch total unklar. Es gibt weitere Haine in Nordamerika und Asien... aber warum ausgerechnet dort? Ein Raetsel.
Am Ende des Haines angekommen beginnt unser Aufstieg.

Gnadenlos geht es hoch, eben genauso steil, wie es vor guten 2Stunden runter gegangen ist. Ich muss ganz schoen pumpen und der Zeugwart ist offensichtlich viel besser trainiert als ich. Er legt ganz schoen vor. Ich bin ja nicht als Bergziege bekannt... im Anschluss an diesen Aufstieg bin ich aber am ueberlegen, dass Wallernhausen ein Klacks dagegen war bzw. ist.
Ob ich jemals oben ankomme?

Sonntag, 18. September 2011

Dem Tod auf der Spur

Wir hatten wunderbare Tage in Las Vegas, haben uns den Strip hoch und runter angeschaut und ueber die Pyramide, den Sphinx, die Freiheitsstatur, den Loewen und die Piratenschiffe gestaunt. Eine richtig unwirkliche Stadt mitten in der Wueste.
Wir sind beeindruckt und glauben, dass wir das Menschengetuemmel in den naechsten Tagen vermissen werden. Im Gegensatz zu Las Vegas ist es in den kommenden Nationalparks wohl wieder eher ruhig und verlassen.

Der Weg von Las Vegas fuehrt und wieder gen Norden, wir verlassen Nevada und fahren zurueck nach Kalifornien.

Da ist es. Das Death Valley.

Hier, im Tal des Todes steigen nur die ganz Harten aus. Klar. Bei dem Namen kein Wunder.
Alleine der wirkt auf uns schon furchtbar respekteinfloessend. Bewaffnet mit maechtig viel Wasser und ordentlich Sonnencreme nehmen wir den Abzweig mit dem Warnschild .

Sowas finde ich immer leicht beunruhigend.

Im Tal gibt es kaum was. Buesche, Salz, weil hier mal ein See war bzw. unter dem Salz noch ist und ab und an mal ein Auto. Ein Raser ueberholt uns und als wir ihn irgendwann in der einzigen Oase treffen ist uns klar, warum. Ein Deutscher, im Urlaub, aber gestresst und ohne Zeit. Fuer ihn sind die vorgeschriebenen 45Meilen Geschwindigkeit der absolute Horror. Die Amerikaner quaelen den armen Mann regelrecht... wahrscheinlich hat er schlimme Erinnerungen an diesen Urlaub.

In einer Duenenlandschaft, die wirklich jedem messerscharfen Vergleich mit der Sahara stand halten wuerde machen wir einen kurzen Stopp und steigen doch mal aus. Bei ueber 40Grad Celsius renne ich ein bischen durch die Duenen. Irre. Wie heiss. Die Sonne brennt, nirgends gibt es Schatten. Wirklich wahnsinn.

Als wir das Tal des Todes verlassen sind wir noch sehr lebendig, haben fuer einen Koyoten eine Bremsung gemacht und sind uns unschluessig ob eine kleine Wuestenrennmaus unsere Begegnung ueberlebt hat. Sie ist ganz wirr auf der Strasse hin und her gelaufen und war dann im Rueckspiegel nicht mehr zu sehen.
Wir hoffen wirklich, dass sie dem Tal nicht die Ehre gegegeben hat und wir bzw. ich, sie nicht ueberfahren haben.

Morgen wollen wir den Yosemitenationalpark erwandern und uns die ersten Sequoias anschauen.

Freitag, 16. September 2011

Feuer

Die Ereignisse ueberschlagen sich und es gibt wirklich taeglich was neues zu entdecken.
Auf der Fahrt nach Las Vegas kommt man vorn Norden automatisch am Valley of Fire vorbei.

Man muss nur abbiegen und 20 Meilen quer durch die Pampa fahren. "Nur", schoen gesagt.
Da wir hier staendig durch die Pampa fahren, muessen wir uns nicht umgewoehnen. Ich biege also ab und fahre endlos geradeaus. Endlos. Es sind gefuehlte 200 Meilen nur geradeaus.
Irgendwann steht ein Willkommens-Schild am Rand und wir sind tatsaechlich im Park angekommen.

Es ist wahnsinn.
Alles leuchtet wirklich feuerrot und wir sind schwer beeindruckt.
Wir informieren uns kurz ueber moegliche Gefahren und wilde Tiere und ich halte inne als ich "Tarantel" lese. Nicht deren Ernst.
Die warnen mich wirklich vor Taranteln? Und damit keine Zweifel aufkommen haben sie noch eine ausgestopft dazu gesetzt. Irre.
Der Plan steht aber fest und weil wir geschlossene Schuhe tragen kann eigentlich nix passieren. Aha.
Wie beruhigend.

Wir waehlen einen Trail aus und bewaffnen uns mit ordentlich Wasser. Mittlerweile kennen wir die Gesetze der Wueste und trinken alle paar Minuten einen Schluck. Es ist auch wirklich unglaublich heiss...das Thermometer zeigt weit ueber 100°F (100Grad Fahrenheit sind 38Grad Celsius).

Wir machen uns auf den Weg und schon nach ein paar Metern sind wir mitten drin. Das Valley macht seinem Namen wirklich alle Ehre und wir kommen aus dem Staunen kaum raus. Der Trail ist super. Trotz Tarantelwarnung haben wir ihn gut ausgesucht.

Nachdem wir keine Tarantel, sondern nur eine Echse und einen getarnten Skorpion gesehen haben, verlassen wir dieses wunderschoene Tal Richtung Sueden.


Wir machen den Touristenstopp am Hooverdamm und ich springe noch ein bischen zwischen Nevada und Arizona hin und her. Der Damm lohnt sich unserer Meinung nicht wirklich. Wir sehen weder James Bond noch den grossen Transformer und auch sonst ist es nicht umwerfend. Ein grosses Bauwerk, aber im Gegensatz zur Natur sonst nicht der Knaller.

Und dann ist es auch schon Zeit einen unsportlichen Zwischenstopp in Las Vegas zu machen.

Die Stadt ist verrueckt. Wir wohnen im 14. Stock und sind sicher Sport gibt es die naechstsen Tage keinen. Hoechstens schwimmen im Pool oder Loewen jagen im MGM Grand. Aber das kann auch schon sehr anstrengend sein...

Donnerstag, 15. September 2011

Uralt

Die Welt hat viel schoenes zu bieten, soviel ist sicher. Sicher ist auch, dass ich mit ddem Zeugwart gerade einiges davon betrachten kann. Nachdem der Grand Canyon wirklich ausserordentlich imposant und einmalig war dachten wir wirklich, das viel mehr nicht kommen kann.
Wir haben keine Ahnung.
Gar keine.

Nach einer fuer hiesige Verhaeltnisse kurzen Fahrt veraenderte sich die Landschaft schon wieder recht bemerkenswert. Wir naeherten uns einem weiteren National Park. Auch diesen hatte ich eigentlich nicht auf cder Liste... zu unbekannt? Ich hatte Zion vorher zumindest nicht gehoert. Gut, dass wir trotzdem her gefahren sind.
Grandios.
Schon gleich, nachdem wir den Park betreten beginnen wir zu staunen. Es ist imposant unten im Canyon zu stehen und nach oben zu blicken. Die malerischen Felsformationen ragen gute 1000 Meter ueber uns empor. Wir staunen, und das nach jeder Kurve erneut. Wenn man hoch schauen muss, kommt es einem noch wahnsinniger vor, als wenn man runter schaut. Das ist zumindest mein Eindruck.

Nach einigen Fotostopps, weil wir einfach nicht vorbei fahren koennen, ohne inne zu halgen, kommen wir am Visitorcenter an. Das ist ganz nett aufgebaut, man kann sich informieren und ein paar Park Ranger geben Auskunf. Wir sind schon gut vorbereitet und besteigen einen Shuttlebus, der uns hoch in das Herz Zion's bringt.
Nach einer knappen, sehr kurzweiligen halben Stunde, steigen wir aus. Wir wollen eine der beschilderten Touren machen und hinter einen Wasservorhang klettern.

Ich glaub, ich seh nicht recht. Der Trail beginnt und es geht immer nur bergauf. Was ist denn da los?Sofort habe ich den Profiathleten und die Teamchefin im Verdacht. Beide kommen dafuer in Frage, mich hier den Berg hoch zu schicken. Aber es nuetzt auch nichts, die vermeindlich Schuldigen zu kennen, das Shuttle ist weg und der Zeugwart schon im Trail.
Es ist klasse! Obwohl es erst nur hoch geht und wirklich steil ist. Herrliche Ausblicke in den Canyon entschaedigen fuer alles. Einfach toll. Wir erreichen den Wasservorhang und selbstverstaendlich schaue ich passend hoch um ein paar Tropfen auf die Brille zu bekommen. Immerhin sind es uralte Tropfen, denn auf einer Tafel steht, dass das Wasser jahrtausende durch verschiedene Gesteinsschichten plaetschert, bis es hier zum Vorschein kommt. Das ist interessant, meine Brille aber trotzdem nass.
Wir laufen durch den Wasservorhang und geniessen die Aussicht. Ich bin alt geworden, denn frueher war mir die Aussicht immer wurscht.

Ein weiterer Trail fuehrt uns am Virgin River entlang. Wir wollen bis zur Enge vor, wo sich beide Canyonseiten fast treffen.
Leider haelt unser Vorhaben ein Gewitter auf. Es blitzt und donnert und ausserdem schuettet es, wie aus Eimern. Wir brechen die Tour ab und halten es mit den Rangern: Safety first. Ein Unfall bringt keinem was.

Wir verlassen den malerischen Canyon in Richtung Sueden und nehmen uns vor viele Besucher herzuschicken.

Dienstag, 13. September 2011

Wandern im Grand Canyon

Nachdem der Zeugwart und ich doch tatsaechlich einen ganzen Tag im Auto verbracht haben ist es laengst mal wieder Zeit sich die Beine zu vertreten. Obwohl der Tag im Auto wirklich beeindruckend war... die historische Route 66 entlangzucruisen war irre. Endlose Weiten ohne eine einzige Kurve lassen einen so einen Tempomat richtig wertschaetzen. Wahrscheinlich haben wir am gestrigen Tag einmal komplett Deutschland durchquert und uns hier auf der Karte kaum bewegt. Faszinierend.

Wie auch immer war heute Bewegung angesagt. Als Ziel hatten wir den Grand Canyon auserkoren und so war klar, dass wir die Route 66


Richtung Norden verlassen werden um kurz vor dem grossen Loch anzuhalten. Rechtzeitig natuerlich. Ganz wichtig.

Das hat auch gut geklappt und so erwanderten wir uns das, was die Amerikaner seit der Eroeffnung des Nationalparks zaertlich "South Rim" nennen. Sie koennten es auch Abrisskante oder Rand nennen aber sie nennen es nun mal Rim und wir passen uns an.


Es faellt uns auch leicht die liebevolle Bezeichnung mit zu verwenden, denn der Ausblick ist mehr als beeindruckend. Unsere Wanderung am South Rim entlang dauert nicht besonders lange... wir muessen sicherlich 100erte Fotos schiessen.

Jeder Blick auf den Colorado, der 1400m unter uns liegt ist einfach nur der helle Wahnsinn.

Montag, 12. September 2011

10 Jahre, eine lange Zeit

10 Jahre sind sie her, die Anschlaege vom 11. September. Dieses Land ist noch immer schwer am verarbeiten, von Abschluss keine Spur. Ueberall finden Erinnerungsveranstaltungen und Gedenkfeiern statt. Schlimm.
10jaehrige treten im Fernsehen auf und sprechen ueber ihre Vaeter, die sie nie kennengelernt haben, weil sie bei den Anschlaegen ums Leben kamen. Was fuer eine schreckliche Aufgabe fuer ein Kinderleben. Irgendwie ein sehr grausames Land.

Wir wollen einen ruhigen, friedlichen Tag verleben und verlassen die Grossstadt San Diego.
Sie haengt uns noch meilenweit nach, die Grundflaeche muss riesig sein. Irgendwann werden wir vonm naechsten Landkreis begruesst. Irgendwann.

Wahrscheinlich wird uns der 11.September irgendwann auch lange her erscheinen. Heute ist er praesenter denn je. Wie wahrscheinlich jeder, weiss auch ich noch genau, wo ich 2001 gewesen bin.

Jetzt bin ich hier. Auf dem Weg in einen der schoensten Nationalparks die dieses Land zu bieten hat. Wahrscheinlich schreiben sie das aber ueber jeden?
Ich wuerde das ja so machen...

Der Joshua Tree Park, der urspruenglich gar nicht auf unserer Liste stand, ist wirklich jede Meile wert. Die Baeume sind beeindruckend, die Wueste lebt und die Steinformationen sehen ganz unwirklich aus.


Sind sie aber nicht. Alles ist wirklich so schoen.

Wir machen zwei Wanderungen zu besonders huebschen Plaetzen und als uns die Zivilisation wieder hat sind wir froh, dass der besondere Tag fuer Amerika keine boesen Ueberaschungen bereit hielt.

Und ziemlich braun sind wir auch geworden.

Sonntag, 11. September 2011

Shamu und die Preise

Soviel Sportlichkeit, obwohl ich total unsportlich war ist selten passiert. Unglaublich, vor allem fuer mich.

Nachdem der Taxifahrer gestern ja steif und fest behauptet hatte, dass der Pazifik nur 3Blocks entfernt sei, wollte ich den Tag sportlich beginnen. Nur gut, dass mich erst der Hunger und dann der Zeugwart aufgehalten haben. Die geschaetzten 3 Bloecke stellten sich als wesentlich laenger heraus und haetten mich laufenderweise sicher schier auf die Palme gebracht. Nach einem Bagelsfruestueck ist die Entfernung einfach viel leichter zu bewaeltigen gewesen.

Da heute der Sueden dran war und auf dem Weg dahin der Copley Drive liegt, war klar, dass wir den Road Runner's einen Besuch abstatten. Laut eigenen Angaben ist es der weltgroesste Laufladen, das wir uns den anschauen ist ja wohl klar... immerhin ist der Zeugwart ja mit von der Partie. Wir betreten die -zugegebenermassen- grosse Halle und sind schwer beeindruckt von ganzen 12 Laufbaendern zur Laufstilanalyse.
An Sportlernahrung mangelt es in diesem Land sicherlich auch keinem, es gibt nicht nur alle vorstellbaren Geschmacksrichtungen und Farben, sondern auch eine schier unendliche Auswahl an Verpackungsgroessen.
Ich kann hier mit einer Packung gleich mein ganzes Team versorgen...auch was wert.

Wir schauen uns ausgiebig um und stellen fest, dass Deutschland nicht das schlechteste Land fuer Laeufer ist, die Preise hier haben sich gewaschen. Ich treffe immer wieder Leute, die von den guenstigen Preisen hier schwaermen... Laufsachen haben die hier bisher nicht gekauft! Grundsaetzlich stelle ich fest, dass man hier leider auch nix geschenkt bekommt.

Nachdem wir auch noch einen Outdoor- und einen Fahrradladen besichtigt haben -so ist das, wenn man mit dem Zeugwart im Urlaub ist- machen wir uns an die weitere Tagesplanung. Laufen gehen ist fuer heute laengst abgehakt...bis zum Strand ist ja eh zu weit. Ausserdem gibt es viele Huegel und ich heisse ja weder Teamchefin noch ist das hier Wallernhausen.

Also war die weitere Tagesplanung schnell klar: Seaworld wird durchlaufen. Zwar mehr im uebertragenen Sinne, aber egal. Am Eingang machten wir noch einen Spargluecksgriff und schon waren wir drin. Eine der Attraktionen ueberhaupt an der Westkueste und wir mitten drin. Herrlich.

Die Parkkarte versprach viel Strecke und wir schluckten etwas. Schliesslich laufen wir nicht einfach mal so einen HM, wie manch anderes Teammitglied.
Egal, los gings. Als erstes checkten wir die Verpflegung und als klar ist, dass wir bestens geruestet sind stuermen wir den Park.

Ganz im Sinne der Gestalter legen wir beim Herumlaufen regelmaessige Laufpausen ein um das bereits Gesehene zu verarbeiten.
Dabei schauen wir uns die zahlreichen Shows an und staunen nicht schlecht, wie nass der Wal die Insassen der Soak-Zones macht. Koennen diese Besucher nicht lesen, oder ist die Abkuehlung gewollt?


Ich finde diese Laufpausen super und ueberlege mir schon eine Strategie diese auch daheim einzubauen. Mal sehen.

Nachdem wir zum Abschluss in der Arktis noch ordentlich abgekuehlt haben, beenden wir unseren Besuch. Mein Knie meldet sich auch leider mehr als deutlich, aua.
Hab ich das Knie etwa ueberlastet? Es schmerzt an der Innenseite, wenn ich es strecke.
Gut, dass wir am Supermarkt anhalten und noch eine Sportcreme kaufen koennen, 7 Anaesthetikums sollten dem laediertem Knie ausreichen. Zusaetzlich gibt es Eis im Hotel.

Morgen wollen wir in den Joshua Tree Nationalpark und wandern. Wenn es dem Knie gut ght, wovon ich ueberzeugt bin.

Freitag, 9. September 2011

Alles dunkel

Wow, was heutzutage alles moeglich ist, da hab ich wirklich den Eindruck,ich lebe hinterm Mond gleich links.

Der Zeugwart ist mit mir mal eben rund um die Welt geflogen um grosse Abenteuer zu erleben. Es war ihm nicht genug mir gleich am Frankfurter Flughafen den richtigen und sicherlich laessigsten Einsatz der aktuellen Rehbock-Zickzack Schuhe zu zeigen, nein,er wollte mir richtig was bieten.
Also schaltet er, nach 10 Stunden Flug das Licht aus. Ich glaube,er wollte sicher gehen, dass er bei unserer naechsten Reise auf jeden Fall seine Taschenlampe einpacken darf. Selbige hielt ich naemlich beim packen vorgestern fuer total unnuetz. Immerhin geht es in ein hochentwickeltes Land, nicht in eine Welt ohne Strom.
Aber, was weiss ich schon.

Nix von nix wuerde mein Ex-Chef in diesem Fall sagen.

Der Zeugwart hat sich gekuemmert und dafuer gesorgt, das Kalifornien, Arizona und Mexiko mal eben fuer 12Stunden keinen Strom hatten. Verrueckt und es hat sogar geklappt.
Der Zeugwart kennt sich offensichtlich gut aus.

Als wir in San Diego landen teilt uns der Pilot erst mit, was der Zeugwart gezaubert hat und dann begruesst er uns. In San Francisco.
Gut, dass wir das goldene Tor nirgends sehen und so sicher sind, er hat sich versprochen, nicht verflogen. Auch was wert...

Nur das mit dem Strom klingt spannend.
Ist es auch.

Wir muessen im Flieger ausharren, denn die Terminals laufen mit Notstrom und ohne Airconditioning. Unvorstellbar, ein warmer Raum? In Amerika? Das ist ungewoehnlich, bzw. passiert nicht. Der Zeugwart ist zu gebrauchen, wenn es um Abenteuer geht, das ist wirklich so. Nachdem wir lange im Flieger warteten und ich dabei nicht nur praktisch jeden Sitz der Eco, First und Business sondern auch noch den des Piloten Probe gesessen habe, war es auch fuer uns an der Zeit den netten Crewmitgliedern auf Wiedersehen zu sagen.

Wir durften den Flieger verlassen und an sich entschuldigenden Ofiziellen zur Immigration vor ruecken.

Spannend.
Ueberall nur Notbeleuchtung.
Bei der ersten Dame, mit der wir das Vergnuegen hatten, fiel der Laptop aus, also zurueck in die Schlange - es muss ja alles seine Ordnung haben.
Die naechste gutgelaunte Frau Officer hielt mich fuer recht verdaechtig, so dass ich gleich zwei Ausweise vorzeigen musste. Mein biometrisches Foto sehe so fremd aus. Ach was.

Wie auch immer wurden wir dann noch telefonisch ueberprueft, nur um ganz sicher zu gehen.

Unsere Koffer warten schon sehnsuechtig. Beide haben es geschafft, wie schoen. Da haben wir schon ganz andere Stories erzaehlt bekommen...

Es ist muessig zu erwaehnen, dass die Autovermietung laengst zu gemacht hat und wir mit vielen anderen vergeblich warten. Willkommen im Land des Fortschritts.
Zu fortgeschrittener Stunde sind wir dann im -ebenfalls vom Stromausfall betroffenen- Hotel und fallen erschoepft ins Bett. Ob wir mal an unserer Kondition arbeiten sollten? Morgen wieder, fruehstens.

Die Fehler buegle ich aus, wenn ich mit einer richtigen Tastatur arbeite...und natuerlich gibt es auch noch ein Bild der Rehboecke.

Dienstag, 6. September 2011

Wer die Welt bewegen will...

Ein Kapitel geht zu Ende. Es hatte sich ja schon länger angekündigt, aber wenn man es dann endgültig schließt ist es doch immer was Besonderes.

Es ist ungewohnt, wenn man ein letztes Mal vom üblichen Parkplatz fährt, wenn sich die Schranke zum letzten Mal öffnet oder die Gebäudetür hinter einem zu fällt.
Ist ja nicht für immer... aber wenn man dann irgendwann mal wieder kommt ist es anders. Man ist eine von damals, man ist die Vergangenheit, man kann nicht mehr überall mitreden, hat die neusten Entwicklungen höchstens aus der Ferne verfolgt und fragt womöglich nach Dingen und Leuten, die ebenfalls längst vergangen sind. Man gehört nicht mehr dazu. Ich habe heute Tschüss gesagt zu den nettesten Kollegen der Welt und meinem Büro mit dem hübschen Ausblick. Ich halte es mit Sokrates und bewege mich.

Obwohl es mir nicht schwer fällt, weil ich positiv und hocherfreut in die Zukunft blicke bin ich etwas nachdenklich. Es ist einfach anders ab jetzt.

Verarbeiten kann ich Dinge besonders gut beim laufen. Das ist ja mittlerweile bekannt und es ist auch schon oft in allen möglichen Laufzeitschriften beschrieben worden.
Also bin ich heute, nachdem ich alle Verabschiedungen durch hatte, ein letztes Mal den Kopf schütteln konnte und die Tür hinter mir ins Schloß fiel, in die Laufklamotten geschlüpft. Es war herrlich. Ein flotter Lauf und es hat noch nicht mal geregnet, wie es das üblicherweise tut, wenn ich unterwegs bin.
Schön.

Sokrates hat recht. Es ist gut sich zu bewegen.

Sonntag, 4. September 2011

Wir haben die Wahl

Die SMS kam früh am Morgen und wir haben sie prompt verschlafen... die Teamorder, dass zukünftig bei besonderen Ereignissen zu jederzeit anzurufen ist ging daher natürlich prompt raus. Wir erfuhren nämlich einfach viel zu spät, dass unsere Teamchefin, die im übrigen in Rodgau auf dem 3.Platz gelandet ist und ihre Medaille -nach Richtigstellung der Ergebnisliste- per Post übersandt bekam, spontan mal einen HM mitläuft.
Richtig gelesen. Spontan und Halbmarathon. In einem Satz.

Ich kann es kaum fassen.

Erst erzählt mir der Profiathlet, dass sein Triathlon Team einen langsamen HM-Läufer für die Männerteamwertung suchte und der Organisator auf ihn kam... und dann erfahre ich heute aus der SMS dass die Teamchefin spontan entschieden hat das weibliche Team als Läuferin zu unterstützen.
Sie hat das ganz souverän mal eben so gemacht und ist einen Halbmarathon mitgelaufen. Ich komme aus dem Staub ja gar nicht mehr raus... vielleicht besorge ich mir bei Gelegenheit mal Knieschoner... die ganzen Flecken gehen ja nie wieder raus.
Herzlichen Glückwunsch zum 2.Platz der Damenteamwertung! Der "langsame" Halbmarathonläufer hat übrigens eine 1:49h erlaufen.

Da der Tag sportlich weitergehen sollte haben der Zeugwart und ich beschlossen den verkaufsoffenen Sonntag auszunutzen und so stürmten wir den nächstgelegenen Runner's Point um ein paar Preise als Vergleich für das Laufschuhland zu eroieren. Und da saß doch glatt Amin und suchte sich ein paar neue K-Swiss Schuhe aus. Amin ist Mitglied in unserem Triathlon Team und da wir uns bisher noch nicht persönlich getroffen hatten stellten wir uns gleich mal vor. Das war echt nett.

Daheim angekommen wollte ich noch eine Runde laufen gehen. Da es regnete paßte das ja prima zu meinen Laufgewohnheiten und so entschieden wir die Laufrunde flott und kurz zum Wahllokal zu unternehmen. Also ein kurzer schneller Lauf.
Anziehen, Regenjacke an und Kappe auf. Ich trage meine Ravenna's und probiere mal die Tria-Schnürsenkel aus. Es ist warm und nieselt leicht. Als wir kurz vor dem Wahllokal angekommen sind blitzt es... und donnert.
Wir setzen die Kreuze an der richtigen Stelle und es schüttet draußen wie aus Eimern. Als wir wieder heimlaufen trascht es so richtig, ganz dicke Tropfen kommen vom Himmel und der Weg ist schnell überschwemmt. Es blitzt und donnert.
Der Zeugwart entscheidet sich für eine Abkürzung durchs Gelände... da trainiert er schon mal für die Nationalparktrails - denke ich mir- und ich laufe über den überschwemmten Weg. Später kann ich meine Socken auswringen. Das Wasser steht wirklich hoch auf dem Weg.
Ich spurte mich. Die Füße fliegen und der Dreck auch.

Wir sind naß als wir heimkommen und könnten theoretisch auch gleich draußen duschen. Machen wir aber nicht... wir entscheiden uns für die warme Variante drinnen.

Schön, dass wir die Wahl hatten.

Samstag, 3. September 2011

Laufschuhland

Da wir demnächst im günstigen Laufschuhland rumrennen wollen wir bei einem eventuellen Neukauf natürlich trotzdem nichts falsch machen. Da wir auf Schnäppchen aus sind und zudem im Urlaub, wollen wir gut vorbereitet sein.
Also packten wir heute zu unseren ganzen Einkaufserledigungen auch noch die Laufschuhe ein. Wir fuhren beim Laufstudio Raab vorbei und fielen mit der Tür ins Haus. Auf der Leipziger war Straßenfest und so hatten wir Glück und es war nichts los im Laufstudio.
Wir waren also aus dem Bauch heraus ganz ehrlich und bekamen trotzdem -oder gerade deshalb?- eine super Beratung. Der nette Verkäufer schaute sich unsere Laufschuhe an und schickte den Zeugwart sogar auf's Laufband um sicher zu gehen. Wir bekamen einige Empfehlungen für Schuhe mit und der Zeugwart wurde sogar mit zwei Paar auf's Laufband geschickt.
Dann haben wir noch geklärt wieviel die empfohlenen Schuhe hier in Deutschland kosten, damit wir wissen wann wir ein Schnäppchen machen und wann nicht.
Das war spitze und wirklich außerordentlich nett!

Ein Rindvieh und die Kiste

Es ist wichtig, dass ich den Kopf mal frei bekomme. Wir fahren zwar bald in den Urlaub, aber ein paar Tage sind es noch und die müssen ordentlich absolviert werden. Ich habe bald meinen letzten Arbeitstag bei den besten Kollegen der Welt und muß auch noch eine Übergabe machen... also keine Zeit für einen Kopf voller Gedanken und Trauer.
Die Welt ist da sehr unbarmherzig, aber auch sehr hilfreich. Es gibt keinen Schalter, den ich drücken könnte um sie kurz anzuhalten um innezuhalten. Das kommt einem sehr hart vor. Wirklich. Aber mit etwas Abstand betrachtet ist es genau das richtige.

Der Wecker klingelt und der Zeugwart antwortet auf meine Frage, ob ich jetzt laufen gehen soll oder besser erst heute Nachmittag, dass es besser wäre jetzt loszulaufen. Es soll warm werden und ich wäre dann schon durch und der Tag könnte bringen was er möchte, es wäre wurscht.
Er hat schon gute Ideen der Zeugwart. Aber es fällt mir nicht so leicht aufzustehen. Egal. Der Schweinehund bleibt beim Zeugwart im Bett liegen und leistet ihm Gesellschaft und ich stehe auf und ziehe mich an.
Als ich rausgehe liegt der Schweinehund alleine im Bett und dreht sich grad noch mal um, der Zeugwart ist aufgestanden.

Ich laufe los und genieße es vom ersten Moment an. Ich denke nach und habe das Glück, dass meine Gedanken sofort loslegen und anfangen die Erinnerungskiste für Sebastian zu füllen. So ist es gut. Laufen hilft.
Ich erinnere mich an die Schoten die er manchmal gebracht hat und an die guten Amerika Tipps. Sein Lachen hab ich immer bis in mein Büro gehört. Ich kann es gar nicht fassen und es kommt mir total unwirklich vor.
Wenn jemand stirbt denkt man oft noch lange derjenige kommt gleich wieder um die Ecke und alles war nur ein böser Traum. So geht es mir in diesem Fall.

Mir tun außerdem die Füße weh. Komisch, die Coffeeracer mit denen ich unterwegs bin, sind noch nicht so alt. Also entscheide ich die Runde etwas abzukürzen und drehe um. Als ich wieder vollkommen in Gedanken versunken bin und meine Kiste weiter packe höre ich ein jämmerliches Muuuuhhhhhhen.
Es reißt mich komplett raus und ich stelle fest, dass es praktisch genau neben mir muht. Ein Kälbchen der Rinderherde hat sich halb aus dem Gatter rausgeschafft.
Es kommt so aber weder vor noch zurück. Ich halte inne um dem kleinen Rindvieh gut zuzureden und merke schnell, dass das vergebene Liebesmüh ist.
Also gebe ich etwas Gas und renne zum nächstgelegenen Hof. Dort gebe ich Bescheid, dass ein kleines Rind feststeckt und dann laufe ich heim. Das war ein flotter Zwischen- bzw. Endsprint. Dabei nutze ich vor allem den Schritt nach hinten und sorge dafür, dass sich meine Leiste streckt. Das funktioniert gut und ich bin flott unterwegs.

Daheim angekommen schießt der Zeugwart noch ein paar Bilder von mir.

Ich trage übrigens das Tiger Balm Shirt... das jeder bekommen hat, der sich für einen Teamstartplatz beworben hat...
und meine neue Adidas Sportbrille, für die ich in Hamburg auf der Messe die optischen Gläser gekauft habe.