I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Sonntag, 14. April 2013

Der Joey Kelly Tag

Der Wecker klingelt viel zu früh. Im Hotel gibt es nämlich Sonntags erst ab 7:30h Frühstück. Das wäre für den Halbmarathon ja sowieso etwas knapp geworden, um es mal vorsichtig zu sagen. Der Lauf startet heute nämlich schon um 8:45h, Treppunkt wäre um 7:45h gewesen. 
Aber heute ist das alles egal. Wir laufen ja separat. Im Wald. Quasi ein Trainingslauf zusammen mit Joey ohne Halbmarathonmassen. 

Wir kommen, dank halb gesperrter Stadt, etwas verspätet zum Treffpunkt. Das ist aber nicht weiter wild, heute lerne ich eh noch viel dazu, was das Leben und seine Entspannung angeht. Joey winkt uns auf den Parkplatz ein und ich schnaufe kurz durch, ehe ich aussteige. Lange erwartet, kann ich das jetzt irgendwie nicht glauben. Denn wenn ich jetzt aussteige sagt Joey Kelly mir gleich Hallo. Für ihn bestimmt was alltägliches, aber für mich total besonders.

Wir geben uns die Hand und er gibt uns sofort das Gefühl herzlich Willkommen zu sein. Und weil das so ist, bin ich spontan auch nicht mehr aufgeregt sondern entspannt. Anspannung scheint es in der Welt des Joey Kelly sowieso nicht zu geben. So sieht es für mich auf alle Fälle aus. Und für diese paar Stunden heute passen der Zeugwart und ich uns perfekt an. 

Er zeigt uns, wo wir später duschen können, seine Flaschensammlung von Magnumsektflaschen die es beim Raab für die Treppchenplätze gibt, seine Hochseiltrainingsanlage und eine sehr abwechslungsreiche Fahrzeugsammlung. Darunter auch ein Stoccar mit Stefan Raab auf der Motorhaube. Verrückt. Aber zum Wegwerfen wirklich irgendwie zu schade, das verstehe ich. Joey sammelt einfach gerne. Und bei dem vielen Platz bietet sich das ja förmlich an. 

Nachdem wir noch einen tollen Blick auf den Kölner Dom genossen haben, laufen wir los. Das Tempo ist angenehm. Ich habe offensichtlich oft genug erwähnt, dass ich nicht die Schnellste bin? Sehr gut. Die Strecke ist schön. Jeder Läufer, Spaziergänger und Hundeführer grüßt unsere kleine Laufgruppe. Liegt das am Teamdress vom Zeugwart und mir? Daran liegt es nämlich oft daheim. Wahrscheinlich hier nicht. Hier ist es wohl Joeys Bekanntheitsgrad. Na gut. 

Er erzählt und fragt auch ganz viel. Über meine vergangenen Wettkämpfe über die die noch kommen sollen und über den Verein. Er freut sich, dass ich mich für die Mitteldistanz in Köln angemeldet habe. Weil das ein toller Wettkampf ist, sagt er. Und dann will er wissen, wann ich den Ironman mache.
Ha ha, da muss ich spontan lachen. Und antworte, dass ich meine sportliche Karriere höchstwahrscheinlich nach der Mitteldistanz in Köln erschöpft an den Nagel hängen muss. Das lässt er aber nicht gelten. Da ist er irgendwie wie die Teamchefin. 

Er, der in seinem Leben schon so viele Wettkämpfe gemacht hat und einfach nicht müde wird. Er, der einen unbändigen Ehrgeiz und eine wahnsinnige Lust am Leben an den Tag legt. Er, der sich in der heutigen Welt ganz offensichtlich seine ganz eigene Ruhe bewahrt hat und sich zumindest äußerlich durch nichts aus der Ruhe bringen läßt.
Für ihn ist meine Antwort einfach unbefriedigend. Er ist nicht damit zufrieden und ermutigt mich, dass ich die Ironmandistanz auch versuchen soll. Er ist sich sicher, dass ich das schaffen kann. 

Von meiner Medaille und mir möchte er unbedingt ein Foto nach dem Kölner Wettkampf. Er versichert mir ehrlich und es wirkt, als kommt es von Herzen, dass er sich freuen würde, über so ein Bild. Ich verspreche es. Natürlich. Wer kann schon behaupten, dass das Zielfoto erst mal an Joey Kelly geschickt werden soll? Viele Menschen wird es nicht geben.

Wir laufen weiter. Mein Bein schmerzt ein paar Mal, so dass ich kurze Gehpausen mache. Dem Zeugwart kommen die gerade recht. Ist ja immerhin der erste längere Lauf nach einer Weile. Außerdem wurde er damit ja Freitag Nachmittag überrascht.
Gehpausen sind für Joey überhaupt kein Thema. Nicht, dass er zu irgendeiner Zeit einen erschöpften Eindruck gemacht hätte...aber gut. Er steckt zurück, weil es eben um mich geht bei diesem Lauf. Einfach sehr nett.

Irgendwann fragt er so aus dem Nichts nach meinem Alter und antwortet sich selbst mit: "30"!?! Wow. Ich habe mich offensichtlich gut gehalten. Und das auch noch während eines Laufes! Na dann. Was soll bitte überhaupt noch schief gehen?

Im Gespräch fragt Joey uns, ob wir vielleicht heute Abend noch in den Zirkus Flic Flac gehen möchten. Er hat nämlich Eintrittskarten, die er uns geben könnte. Da der Zeugwart und ich uns mit dem heutigen Tag und den vielen Geschichten ein Lebensmotivationsbeispiel nehmen, sagen wir spontan ja. Das Spektakel ist sicherlich absolut sehenswert.


Als wir wieder zurück am Start sind gehen wir duschen und bekommen etwas zu trinken. Joey schreibt noch eine Widmung in mein bzw. sein Buch und ich glaube, die hat was mit dem Ironman zu tun.

Nachdem wir noch ein Zeitungsfoto gemacht haben verabschieden wir uns. Herzlich und irgendwie wie alte Freunde. Und Joey erinnert mich noch mal daran, dass er gerne das Zielfoto aus Köln geschickt hätte. Herrlich.

Der Zeugwart und ich fahren irgendwie beseelt vom Hof. Beseelt und hungrig. Also halten wir erst mal an um etwas zu essen. Dabei erfahren wir so ganz nebenbei, dass meine Nennnichte heute das Licht der Welt erblickt hat. Unfassbar. Auf einmal ist sie da. Wir freuen uns riesig. Ihre Mama und sie sind wohlauf, was will man mehr? Heute ist ein wirklich toller Tag.

Dann fahren wir nach Köln. Wir wollen noch die angsteinflössende Treppe anschauen und ein bischen die Sonne genießen. Bei 20Grad ist der lange Winter wirklich fast vergessen.

Die Abendplanung mit dem Besuch im Zirkus beginnt mit einem absolut einzigartigen Toilettenbesuch. Weil der eigentlich kaum zu toppen ist, sind wir total gespannt, was noch kommt. Und wir werden nicht enttäuscht. Das Programm ist atemberaubend. Wir sind wirklich total gefesselt. Was ein gigantischer Abschluss für das Joey Kelly Erlebnis. Fast besser als eine Medaille. Soviel ist sicher.


Und vielleicht mache ich zukünftig doch wieder bei solchen Gewinnspielen mit. Was sind schon Sachpreise gegen Geschichten, die das Leben schreibt und einen solch tollen Trainingslauf? Ein herrlicher Tag geht zu Ende. 

Und der hätte besser einfach nicht laufen können.

Samstag, 13. April 2013

Bonn Marathonmesse

Auf der Fahrt nach Bonn werde ich bei 160 km/h von einem Fahrschulauto überholt. Das gibt mir zu denken.

Der Zeugwart und ich finden die Marathonmesse mit Hilfe neuster Smartphone Navigation. Es ist ein großes Festzelt auf einem Platz mitten in der Innenstadt. Ich hole mir meine Startunterlagen ab. Sicher ist sicher. Wer weiß, wie sich das Wochenende noch entwickelt?

Die Startunterlagen befinden sich in einem Umschlag. Da ist die Nummer drin und ein Fotogutschein. Mehr nicht.
Der Umschlag kommt in einen Beutel und ich kriege gesagt, dass es das TShirt draußen gibt. Gut. Also wieder raus. An der Startnummer ist ein Shirt-Gutschein dran. Den wirft der Shirt Verantwortliche in eine Box und ich nehme mir ein Shirt vom Stapel. Größe M. Das ging flott. Als ich mit dem Shirt weiterziehe und zurück schaue, stehen Unmengen an Menschen in einer Schlange um ihr Shirt zu bekommen. Irgendwie habe ich hier offensichtlich was richtig gemacht.

Ansonsten ist die Messe übersichtlich. Mitnehmerchen gibt es so gut wie gar nicht. Ich mache ein Laufjackenschnäppchen und schieße einen Sport BH von Moving Comfort. Ich freu mich. Die Jacke ist eine Windstopperjacke von Gore. Das ist wirklich total prima.

Am O-Motion Stand treffen wir Martin, mit dem wir wegen des Gewinnspiels mittlerweile schon öfter in Kontakt standen. Nach einem kurzen Schwatz verabschieden wir uns bis heute Abend, denn wir gehen gemeinsam Essen und marschieren weiter über die Messe.

Groß ist sie nicht. Und ganz besondere Schnäppchen finden sich ebenfalls nicht. Schuhe für 100€ fallen für mich nicht in den Schnappeimer. Da bin ich vielleicht komisch.
10% Rabatt sind ebenfalls nicht ganz so der Knaller. Wir decken uns noch mit Dextro Energy Produkten ein, kaufen dabei auch das neue Colagel, und ich frage mich, ob Dextro die Produkte morgen auch in Joeys Wald angeboten werden. Schließlich sagt der Herr vom Stand, dass die Versorgung an der Strecke geritzt ist.

Nachdem wir die Messe ausreichend mit unserer Anwesenheit bedacht haben, schlendern wir noch ein bischen durch die Innenstadt von Bonn. Die ist wirklich ganz schön. Nachdem wir fertig sind, laufen wir zum Auto zurück.

Dabei entdecken wir, wie durch Zufall unser Hotel. Wie lustig. Es ist total zentral gelegen und wirklich nur 20m vom Parkhaus entfernt. Nach dem einchecken holen wir das Auto und suchen das Zimmer. Das Hotel ist eine Mischung aus Seniorenresidenz und Hotel, so dass alles sehr breit gebaut ist. Unser Zimmer schaut auf einen Klostergarten und ein bischen altes Gemäuer. Hübsch. Das Bad ist rollstuhlgerecht. Wir können hier zu dritt oder viert duschen, falls Bedarf wäre. Das Waschbecken gibt sofort preis, dass wir eigentlich in einem Sporthotel sind. Auf der Keramik steht "Laufen". Wie lustig.


Freitag, 12. April 2013

Neuer Schwerpunkt

Es wäre einfach viel zu einfach, wenn es wäre wie es sein soll. Allerdings wäre es auch langweilig, wenn alle Pläne immer so passen würden, wie man sie gemacht hat. Flexibilität ist in der heutigen Zeit ja das A und O. Und so übe ich mich in diesem Jahr also erneut in schier endloser Flexibilität. 

Als heute mein Telefon klingelt, weiß mein Bauch bereits, dass Flexibilität angesagt ist. Irgendwie ahnt er was. Die Nummer kenne ich nicht, aber egal. Der Bauch ist schnell. Mein Geist muß das erst noch gesagt bekommen, aber gut. Ich geh ran, wie man das halt so macht und höre "Hallo, hier ist Joey Kelly." Und dazu sage ich: "Ja, ne, is klar und hier ist Claudi." 
Und dann sagt Joey, nachdem ich ihm spontan das Du angeboten habe, weil ich ja so flexibel bin, dass wir in Bonn nicht den Halbmarathon laufen. Also er nicht. Er fragt ob ich nicht lieber mit ihm seine übliche Waldrunde laufen möchte. 

Gut, da wird es dann keine Medaille geben, wenn wir fertig sind. Aber es werden auch nicht 10.000 andere um Joey drumrumtanzen und sich meinen Gewinn unter den Nagel reißen wollen, indem sie sich dem Laufpulk anschließen. 

Die Waldrunde hätten wir allerdings auch schon im November letzten Jahres laufen können... dafür hätte ich nicht diesen Halbmarathon im Training in den letzten Wochen so nach vorne stellen müssen. Der Coach und ich hätten einfach ganz geruhsam alles in Richtung Köln und Mitteldistanz aufbauen können. Aber gut, hinterher ist man eben immer ein bischen schlauer. Hätten wir das gemacht, wäre es sicherlich auch verkehrt gewesen. 

Auf einen weiteren Halbmarathon warten und wieder dafür Trainingsschwerpunkte setzen um mich dann wieder endlos der Vorfreude hinzugeben um dann wieder skeptisch zu sein, ob es klappt oder nicht... das ist einfach zu viel Flexibilität in diesem Jahr. Ich muß auch auf den Zeugwart und meine Freunde achten. Die ertragen einfach nicht soviel hin und her, Vorfreude und Traurigkeit, weil alles kurz bevor steht um dann doch nicht zu klappen. 
So ist der Gewinn nach diesem Wochenende dann abgehakt und ich bin sicher, das Treffen und der Trainingslauf werden schön. Mein Bein findet es bestimmt nicht verkehrt, wenn ich nicht 21km volle Pulle durch Bonn renne. Mein Freundeskreis kann meine Emotionen dann auch endlich abhaken und darf sich nur noch ein paar Geschichten über den Trainingslauf anhören. Dann ist's aber auch gut. 

Für heute Abend liegt der Schwerpunkt im Tasche packen. Das hätte er sowieso gelegen. Die Checkliste ob Startnummernband, ChampionChip und Teamshirt gepackt sind, hat allerdings mit Joey's Anruf bei mir einen weiteren, aber denkbar anderen, Schwerpunkt bekommen: welches Duschgel packe ich ein um bei Joey Kelly nach dem Lauf zu duschen? 

Wenn es einfach wäre, würde es  Fußball heißen. Soviel ist sicher. 

Donnerstag, 11. April 2013

Zunehmend.

Ich laufe nicht. Schon seit Sonntag gehe ich nur noch. Auch wenn ich es eilig habe. Ich gehe halt, soviel Zeit muß sein. Das Schienbein bzw. die Wade und überhaupt alles am Unterschenkel geht mit. Langsam und bedächtig. Mit flachen Schuhen, ohne Experimente. Außerdem kühle ich das Bein  und nehme Entzündungshemmer. Natürlich nicht stark dosiert. Aber gut. Immerhin. Kleinvieh macht vielleicht auch Mist. 

Wahrscheinlich nehme ich über die sportfreie Woche gleich ordentlich zu... weiß man nicht. Über meine zusätzlichen Gramms würde ich mich auf jeden Fall nicht ganz so doll freuen. Die müssen immerhin am Sonntag mit über die Strecke geschafft werden... aber egal. Sportler verbrennen ja dank ihrer ungeheuren Muskelmasse sowieso immer ordentlich Kalorien von daher wird es sich die Woche bestimmt in Grenzen halten.

Über ein paar zusätzliche Gramms bei zwei neuen Erdmitbürgern freue ich mich dafür umso mehr. Die Zwillinge, deren Eltern ja seit kurzem auch Nachts erreichbar sind, nehmen zu und das ist ganz prima. Ich würde sicherlich mehr Gramm pro Woche schaffen, wenn ich mich anstrenge... aber die Zeiten ändern sich, und so ist es bei mir eben so, dass ich genau nicht zunehmen möchte. Und bei den Zwillingen ist es eben genau andersrum. Die sollen unbedingt zunehmen.

Und weil sie ihren Eltern damit offensichtlich eine besonders große Freude machen, freuen der Zeugwart und ich uns gleich mit. Und mein Bein wird ganz sicher fit sein bis zum Bonner Lauf.

Dienstag, 9. April 2013

Der Gewinn schafft mich.

Ich bin irgendwie im falschen Film glaube ich. Dieser Joey Kelly Gewinn schafft mich wirklich. Zumindest sieht alles derzeit danach aus. 

Heute bekomme ich nämlich kurz vor Feierabend die Info, dass bisher noch unklar ist, ob und wie das "Essen, Fachsimpeln und Relaxen auf Joey Privatanwesen" nach dem Lauf statt finden kann. Joey hat familiäre Verpflichtungen, so dass bisher nicht klar ist, wie lange und ob überhaupt er sich Zeit nehmen kann. 
Ich verstehe die familiären Verpflichtungen, so soll das jetzt nicht klingen. Ich finde Familie ist wichtig und man muß seine Prioritäten eben richtig setzen. Offensichtlich gerade, wenn man berühmt und damit oft unterwegs ist. Inseln für die Familie zu schaffen ist notwendig. 

Aber, wenn die Erklärung Tatsache ist, dann weiß man das nicht erst seit heute. Solche Ereignisse werden Monate im Voraus geplant. Daran hätte man nun wirklich bei der Laufauswahl denken können... der Bonn Lauf ist ja nicht der Einzige im April. Was mit drin ist, in diesem Gewinn, ist doch schon seit letztem Jahr klar. Ich laufe ja schon bald wieder den JP Morgan Lauf mit... 

Welche unbekannte, allmächtige Macht hat eigentlich etwas dagegen, dass ich diesen Gewinn aus der Running einfach so eingelöst bekomme, wie ich ihn nun mal gewonnen habe? Ist das üblich? Ich muß mir zukünftig ernsthaft überlegen, ob ich solche "Ereignisgewinnspiele" noch mal mitmache und diese Umsetzungen nochmals ertragen kann. Sachpreise sind echt wesentlich einfacher.... scheint mir. 


Montag, 8. April 2013

So kann man auch tapern.

Ich bin unsicher und mache mir Gedanken über den Bonner Halbmarathon. Mein Schienbein zwickt und zwackt. Oft muß ich sogar sagen, dass es richtig weh tut. Der Schmerz ist an der Innenseite des Unterschenkels, nicht am Knochen, er zieht von der Sehne vorne am Knöchel seitlich den Unterschenkel hoch. Bei Belastung, also zum Beispiel einem flotteren Gang über den Büroflur, der normalerweise schon mal überhaupt gar nicht als Belastung zählt, zieht es bis ins Knie. 
Schön ist das nicht. 

Ich schone also weiter. Ich denke auf die 5 Tage mehr oder weniger laufen kommt es auch nicht mehr an. Wichtig wäre, dass die Schmerzen weg sind bis Sonntag und ich mir mit dem Start in Bonn nicht irgendwas noch zusätzlich kaputt mache.

Die Planung was wann wie wo genau passiert mit Joey Kelly in Bonn habe ich auch bisher noch nicht erfahren. Der Gewinn ist wirklich ziemlich spannend... ich bleibe also geduldig. Klar ist auf jeden Fall, dass der Zeugwart und ich am Samstag nach Bonn unterwegs sind um die Startnummer abzuholen. Was dann sonst noch passiert ist bisher zwar noch unklar, wird sich aber bestimmt ergeben. Wenn es eben Zeit dafür ist. 

Und so wird das Bein sicherlich auch heil sein, wenn eben Zeit dafür ist. Nämlich am Sonntag morgen um 8:45h, wenn der Startschuß fällt. 

Und im Anschluß geht es ja mit Joey Kelly zusammen auf sein Anwesen zum Essen, Fachsimpeln und Klönen. Das schafft mein Bein auf alle Fälle. Soviel ist sicher.  

Bis dahin mache ich also eine recht eigenwillige Form des Taperns. Aber ich mache was. 

Sonntag, 7. April 2013

Der Herr im App

Der Frühling kommt soviel ist sicher. Irgendwann bestimmt. Heute zeigt er sich zumindest mal von der sonnigen Seite und scheint sich an den Kalendermonat und seinen Zuständigkeitsbereich zu erinnern. Richtig frühlingshaft warm ist es zwar noch nicht, aber bei 10°C läßt es sich wirklich super draußen sporteln. 

Der Zeugwart und ich machen heute eine Radtour. Wir nehmen uns die Ironmanstrecke vor, zumindest zum Teil und beginnen unten am Main. Die ersten beiden fiesen Anstiege sind unsere und voller Motivation legen wir los. 

Ich glaube, wir sind die einzigen Rennradfahrer auf der Welt, die bei roten Ampeln anhalten und stehen bleiben. Zumindest bekomme ich heute dafür einige Beispiele geliefert, in denen sich Rennradfahrer wirklich überhaupt gar nicht an die Verkehrsregeln halten. Interessant, dass wirklich gar nichts passiert dabei. Glücklicherweise! 
Ich werde von einer Autofahrerin so knapp überholt, dass ich den Corsa quasi fühlen kann. Weil die alte Dame dann an der roten Ampel zum stehen kommt, klopfe ich freundlich an das Beifahrerfenster und erkläre ihr die Verkehrsregeln, nämlich, dass sie Abstand halten muß. Ich werde unfreundlich darauf hingewiesen, dass Radfahrer auf der Strasse nichts zu suchen haben und dass sie die Verkehrsregeln ja wohl schon länger kennen würde als ich. Nachdem wir uns nicht einigen können und ich sie schon zwei Ampelphasen aufgehalten habe resigniere ich und fahre weiter. Das nächste Überholmanöver macht sie wenigstens großzügig. Aha, also doch was gelernt? 

Wir drücken schön Bergen-Enkheim hoch, sparen uns das Hochstädten Kopfsteinpflaster und nehmen uns zusätzlich noch den Hühnerberg vor. Hier hat unser Triathlon Team ordentlich Stimmung auf die Strasse gepinselt  und für unsere heutige Tour kann ich die auch gut gebrauchen. Der Hühnerberg ist wirklich ganz schön steil. 

Heute übe ich außerdem das Trinken aus der Aeroflasche. Allerdings muß ich schnell feststellen, dass das ganz offensichtlich mehr Übung erfordert als ich auf einer Tour einlegen kann. Ich verschlucke mich zahlreich, was wirklich unangenehm ist. Außerdem spritzt das ganze Rad voll und klebt. Bäh.

Aus dem Sattel gehen klappt heute nicht. Mein Schienbein bzw. die Wade findet das unschön und so lasse ich es schnell wieder. Die Berge drücke ich also im sitzen hoch heute. Dabei habe ich keinerlei Schmerzen, es paßt also offensichtlich? 

Während der ganzen Tour läuft übrigens mein neues Mountainbike Pro App mit und der Herr mit der tiefen Stimme gibt mir äußerst nachdrücklich und wirklich regelmäßig Auskunft über die Distanz, die Geschwindigkeit und die Fahrtzeit. Leider scheine ich so konzentriert, dass ich ihn immer erst wahrnehme als er sein letztes "Minuten" sagt und dann wieder schweigt. Ich werde die Handhabung also noch perfektionieren müssen. 
Vor allem, weil der Herr im App die Reifenwechselphase unserer Tour nicht als Pause registriert und uns deshalb einen wesentlich schlechteren Schnitt ausspuckt, als wir am Ende zu Hause ankommen. Ich vertraue hier doch besser dem Fahrradtacho, der zählt die Panne nicht mit. Ich habe mir nämlich eine Scherbe ins Hinterrad gefahren. Netterweise nimmt sich der Zeugwart der Sache gleich an... allerdings wird das in Köln nicht gehen. Deshalb nehme ich mir vor daheim wenigstens den Schlau zu flicken. 
Und den Herrn im App nehme ich mir dann gleich danach vor. 


Samstag, 6. April 2013

Heute kann ich nicht.

Heute ist Sportfrei. Das liegt einerseits daran, dass das Schienbein nach Meinung praktisch aller zugänglichen Experten einen Ruhetag benötigt und ich es nicht übertreiben soll, und andererseits muß ich mich heute in der Mission Hochzeit betätigen. Heute sucht die Braut nach einem Brautkleid, und was könnte eine bessere Sportausrede sein, als dass ich das Brautkleid mitaussuche? Immerhin bin ich Trauzeugin. Es ist also irgendwie auch eine Pflicht, dass ich mich heute auf die Braut konzentriere. 

Die Braut hat wahrscheinlich heute früh schon mehrere Stunden Sport gemacht und wird -nachdem wir zurück sind- sicherlich noch ein bischen was dranhängen. Sie ist einfach dermaßen engagiert und durchorganisiert, dass kein Zweifel daran besteht, dass sie alles unter einen Hut kriegt. 

So fahren wir also nach Frankfurt und begeben uns in den Brautladen in die Bethmannstrasse. Direkt am Catwalk ist für mein Schienbein und mich ein Platz reserviert und zusätzlich ist genug Platz für die Brautmama und Bibi. Wir setzen uns alle und harren aus, während die Teamchefin ihre Topmodel Qualitäten auspackt. Mein Schienbein pocht.  

Inmitten von gefühlt mehreren hundert Brautkleidern, aufgeregten Bräuten und ruhigen, versierten Verkäuferinnen tritt die Teamchefin aus der Umkleide, hier liebevoll Zauberkugel genannt, heraus. Uns stockt der Atem, weil die Teamchefin eben sonst niemals im langen Kleid rumläuft und so ein Brautkleid uns eben einfach nicht ganz so häufig begegnet. Man ist den Anblick einer Braut einfach auch nicht gewöhnt. So geht es mir zumindest. Und natürlich sind wir alle begeistert. 
Gut, es gibt höchstwahrscheinlich auch kein Kleid, in dem die Teamchefin nicht gut aussehen würde. Wobei sie das selbst nicht glauben kann, weil Kleider einfach nicht so sehr ihr Ding sind. Aber ich weiß es und manchmal wissen Trauzeuginnen einfach eine Idee mehr als die Braut dazu. Die Braut muß sich aber auch über ganz andere Dinge Gedanken machen, von daher paßt das schon. Immerhin will so ein Eheversprechen auch gedichtet werden, die Torte ausgesucht, die Tischdeko klar gemacht werden... das macht sich ja nicht von alleine. 

Wir beschauen also ein paar Kleider an der Teamchefin und natürlich ist ihr Kleid auch dabei. Es steht ihr hervorragend, ist einfach wie für sie gemacht, unterstreicht ihren Typ und gefällt mir. Nicht, dass es auf Letzteres ankäme, aber ich bin froh, dass ich nicht so tun muß, nur weil es ihr eben gefällt. Ich finde das Kleid ist wirklich etwas ganz Besonderes und allen werden die Augen raus und die Münder offen fallen, wenn sie damit ihren großen Auftritt hat. Außerdem sieht man es ihr an, dass sie sich wohl fühlt. Und eigentlich kommt es sowieso nur darauf an. Dem Profiathlet gefällt sie, egal was sie trägt, da könnte sie auch im Triathloneinteiler, im Badeanzug oder im Jogginganzug-Couch-Schlabberlook heiraten. Und gerade deshalb weiß ich, dass auch er total begeistert sein wird. Frauen in Brautkleidern sind einfach zu 99% der absolute Hammer. 

Nachdem die Mission Brautkleid also abgeschlossen ist und eine durchaus glückliche und vor allem zufriedene Braut sich wieder in Richtung Berg aufmacht, weil ganz sicher heute noch weiteres Sportprogramm auf dem Plan steht, spaziere ich in die Stadt zum Zeugwart. Der hätte gerne mit ausgesucht, aber weil das ein Frauending ist, ist er eben in die Stadt gegangen. Das Wetter hier ist wirklich äußerst ungemütlich. Sprühregen, es ist kalt, also irgendwie zwar Aprilwetter, aber ein paar Grad mehr wären wirklich nett. 

Ich kann nur hoffen, dass sich das Wetter demnächst mal berappelt und in den Kalender schaut. Es wäre wirklich schön, wenn wir doch noch einen Frühling bekämen. Immerhin hat der Core Sportclub bereits Termin für die Outdoor Saison bekannt gegeben und so wäre es doch wirklich ganz passend, wenn die Teilnehmer dieser Outdooreinheiten nicht mit Schal und langen Klamotten bestreiten müßten. Nicht, dass einem nicht warm werden würde, bei den Übungen, die der Coach sich für sowas ausdenkt, aber ein bischen Wetterunterstützung fänd ich hierfür trotzdem ganz angebracht. 

Freitag, 5. April 2013

Kein Beinschlag

Am Freitag wird geschwommen. Heute das letzte Mal in der Traglufthalle. 

Nachdem ich, zugegebenermaßen nach einer leicht unkoordinierten Suchaktion, auch meinen "unter dem Neo tauglichen" Badeanzug gefunden habe und mal wieder durch die eigentliche Auswahl der Trainingsutensilien total überrascht bin, schnappt sich der Zeugwart den Neoprenanzug und wir fahren zum Ort des Geschehens. 

Das Überstrecken meines rechten Fußes um in den Neopren einzusteigen ist schmerzhaft. Na gut. Dafür ist es schnell vorbei. In meinem Neoprenanzug bin ich wirklich in Null,Nix drin. Ich gewinne damit wirklich jeden Blumentopf. 

Das Wasser ist nicht ganz so frisch, aber frisch genug und so schwimme ich einfach los. Was soll man im Schwimmbad auch sonst machen? Beinschlag ist heute allerdings nicht drin. Mein Schienbein ist zwar gewillt, aber dieser Schmerz ist dagegen. Also heute nur Arme. Na super. 

Mir ist langweilig, nur Arme macht keinen Spaß. Außerdem bin ich des Beckens überdrüssig. Ich bin nun wirklich lange genug im Becken eingesperrt gewesen. 

Ich will endlich wieder draußen schwimmen. Seit Oktober schwimme ich jetzt hier im Becken immer hin und her. Ich habe einfach keine Lust mehr dazu. 50m und nur Kacheln. Endlose Kacheln. Kaputte Kacheln, deckige Kacheln, ein paar wenige sind auch sauber... aber es bleiben eben Kacheln. 

Im nächsten Monat beginnt die Freiwassersaison endlich wieder. Natürlich nur, wenn bis dahin alle Seen wieder frei und nicht mehr von Eis bedeckt sind. Das ist in diesem Jahr eine gar nicht ganz so klare Sache. 
Ich freu mich auf jeden Fall schon jetzt. 

Donnerstag, 4. April 2013

8 und 9 auf der Schmerzskala

Nächste Woche Sonntag, also am 14. April, ist der Halbmarathon in Bonn. Ich stehe zwar bisher nicht auf der Startliste, aber meine Teilnahme ist fest eingeplant, weil ich Joey Kelly ja nun schlecht alleine laufen lassen kann. Er zählt auf mich, es sei denn natürlich, dass er sich wieder spontan um-entscheidet und Markus Lanz wieder bei irgendeiner beknackten Wetteinlösung unterstützen möchte. Ich auf jeden Fall bin bereit und habe nicht vor mit Markus Lanz eine Saalwette einzulösen. Sicherlich habe ich es ein bischen einfacher, immerhin kennt Herr Lanz mich überhaupt nicht und käme deshalb sicherlich auch nicht auf die Idee mich diesbezüglich anzusprechen. Obwohl das garantiert ein super Blogeintrag werden würde. 

Egal. Nächste Woche Sonntag ist es also soweit und in Bonn fällt der Startschuss. Endlich wird mein Gewinn eingelöst! Ich mache ja derzeit deshalb ein HM orientiertes Training, oder wie man das halt so nennt. 

Heute gehe ich aus diesem Grund mal wieder laufen. Nach der harten, schweren Arbeit ist es ja dank der Zeitumstellung noch hell und so nutze ich also das helle, wenig frühlingshafte Wetter und die Begleitung des Zeugwarts. Der hat heute ja schon eine Schwimmeinheit hinter sich und läuft trotzdem mit. Toll! 

Heute probiere ich ein GU-Gel trinke ein paar Schluck Wasser nach und dann ziehen wir uns fertig an und laufen los. Das GU Gel schmeckt nach Maoam und hat auch irgendwie so eine Kaubonbon Konsistenz. Irgendwie finde ich genau das nicht ganz so prickelnd. Na ja. Ich würge es mir also rein und denke an die Worte des Pfälzerwaldläufers, der nie Gel nimmt. 

Wir laufen und am Main sagt der Zeugwart, dass wir erst mal gegen den Wind laufen um auf dem Rückweg Rückenwind zu haben. 
Gut, ich hab ja keine Ahnung von Wind und laufe einfach mit. Wir sind ganz gut unterwegs, treffen den Motivation, der mit seinem Rädchen auf dem Heimweg ist und dann passiert's. Oh je. In meinem Schienbein sticht es urplötzlich, bis hoch ins Knie und ich kann kaum auftreten. Irgendwie wie ein Krampf, aber eben nicht ganz, sondern ein Stich. Eine glatte 8 auf der Schmerzskala. Wir stehen mitten im Wind, weil ich kurz einfach nicht weiterlaufen kann. 
Aber im Wind ist es saukalt, bei 7°C ist es einfach ziemlich ungemütlich geschwitzt stehen zu bleiben. Also laufen wir weiter. Das Schienbein muckt ein bischen, aber hier kann ich es jetzt nicht ändern. Schon gar nicht im Wind. Der übrigens gefühlt von hinten kommt... 

Langsam wird mir außerdem schlecht. Nur ein bisschen, aber trotzdem merkbar. Der Magen rumort und findet den Wind anscheinend ebenfalls nicht so prima. Oder das Kaubonbon Gel? Keine Ahnung.  Der Wind kommt jetzt von vorne und zwar ordentlich. Das Schienbein muckt noch einige Male, aber wir sind ja noch nicht daheim, also nützt es dem Schienbein auch nichts. Heim muß es ja auf alle Fälle. 

Und weil der Schienbeinschmerz mit seiner glatten 8 auf der Schmerzskala noch nicht auszureichen scheint um mir den heutigen Lauf so richtig zu vermiesen, fängt mein Magen vom feinsten an zu krampfen. Hier würde ich sogar eine spontane 9 vergeben. Außer dass ich mich übergebe, macht der Magen jegliche Spirenzchen, die so in seiner Macht stehen. Ganz offenbar hat ihm entweder Mandarine nicht gefallen oder GU im Allgemeinen. Richtig schlecht ist mir außerdem. 

Zu Hause, ohne Belastung, weil was trinken nun wirklich nicht als Belastung zählt und mein Puls in kürzester Zeit wieder unten ist, krampft der Magen noch ein bisschen. Die vom Zeugwart servierte Cola trinkt sich aber gut und als sich der Magen dann endlich wieder beruhigt hat, gehe ich duschen. 
Das Schienbein kühle ich über seine gesamte Länge und creme es nach dem Duschen außerdem mit Mobilat ein. 

Jetzt muß ich mich nur noch entscheiden, wie ich mich sinnvollerweise nun bis zum Halbmarathon weiter verhalte. Laufpause und erst mal schwimmen und radeln und dann einfach starten und durch den Schmerz durchlaufen, falls er wieder kommt? Oder besser noch einen langen Lauf am Sonntag machen? 
Unbekanntes Gel werde ich auf jeden Fall erst mal keines mehr nehmen.... das ist zumindest schon mal sicher. 

Mittwoch, 3. April 2013

Ich im Heft!

Das hätte ich ja wirklich fast komplett verdrängt... aber glücklicherweise eben nur fast. Ein Bericht von mir ist im aktuellen Wettkampfausschreibungs-begleitheft vom diesjährigen Churfranken Triathlon abgedruckt. 
Ich freue mich total! 

Zum Training bin ich deshalb vor lauter Freude irgendwie doch nicht gekommen. Aber morgen dann eben. Es ist ja jetzt auch länger hell. 

Montag, 1. April 2013

Ostermontag

Heute ist offiziell Ruhetag. Das liegt daran, dass ich derzeit noch keinen neuen Trainingsplan von Coach Ingo habe, weil er sicherlich noch damit beschäftigt ist meine Leistung vom Karfreitag im Bootcamp entsprechend anzurechnen. Sicherlich wird dabei herauskommen, dass ich nicht noch mal vor Köln trainieren muß... oder so irgendwie in der Richtung?  

Weil aber heute die Sonne wunderbar scheint und es einfach frevelhaft wäre das gute Wetter inklusive Tageslicht nicht ausnutzen, steht heute auf alle Fälle laufen auf dem Plan. 

Bevor wir aber laufen gehen können, müssen wir unbedingt die Kohlehydratspeicher auffüllen. Ich habe immerhin schon seit gestern Abend Hunger, der zwei Stunden Lauf quer und rundrum durch den Park hat mich einfach geschlaucht.

Und wie das bei Athleten so üblich ist, gibt es heute ein herrliches Frühstück beim Motivatorehepaar. Die hatten gestern Gäste, die offenbar weniger Sport treiben als wir und deshalb nur einen Bruchteil unseres Hungers mitgebracht haben. Auf jeden Fall sieht der Tisch so extrem reichlich gedeckt aus, dass ich kaum glauben kann, dass dies nur ein Restefrühstück ist.

Das Restefrühstück ist extrem umfangreich, die Auswahl gleicht einem 5Sterne Hotel und der Zeugwart und ich sorgen dafür, dass wirklich viele Tiegel, Töpfe, Brettchen und Teller leer gefuttert werden. Es ist aber auch viel zu lecker, als dass man was zurücklassen könnte.

Nachdem klar ist, dass wir wirklich überhaupt gar nicht mehr essen können und der Ostermontag mit seinen üblichen familiären Verpflichtungen ruft, fahren wir heim. Wir brauchen erst mal eine kleine Verdauungspause auf der Couch. Aber weil wir später noch Besuch vom verlobten Teamoberhaupt bekommen, müssen wir uns doch irgendwie sputen.

Wir ziehen uns also an und los geht's. Es ist ein blöder Lauf und zusätzlich äußerst unangenehm. Ich komme nicht vom Fleck und finde alles anstrengend. Es kann allerdings nicht daran liegen, dass ich total vollgefuttert bin oder seit 7 Tage durchgängig Sport mache. Es muß irgendwie an etwas anderem liegen. Zu allem Überfluß trete ich noch in ein Loch und habe daraufhin Schienbeinschmerzen. Man man man. Das ist ja wirklich ein knaller Lauf.
Nachdem wir zurück sind und ich das Schienbein etwas gekühlt habe sagt mir meine Pulsuhr, dass ich 51Stunden bräuchte um mich von den Osterfeierlichkeiten zu erholen. Das glaube ich gern. Mir ist auch total nach ausruhen zu Mute. Gut, dass ich morgen einen Ruhetag eingeplant habe.

Das Abendessen mit der Teamchefin und dem Profiathleten, der bislang übrigens noch nicht damit begonnen hat an seinem verlobten Waschbärbauch herumzuarbeiten, so dass bis zur Hochzeit ein Waschbrettbauch dabei herauskommt, ist ausgesprochen lecker. Der Profiathlet bleibt dem Training weiterhin fern. Die Teamchefin ist, wie erwartet, stets fleißig, arbeitet den Trainingsplan ordentlich ab und hat das Osterwochenende meist mehr mit Rad fahren und laufen statt mit Ostereier suchen verbracht.
Außerdem haben die Beiden die volle Aufmerksamkeit auf ihre Verlobung und die damit üblicherweise folgende Hochzeit gelegt und können uns also schon heute mit einigen Planungsdetails am Glück teilhaben lassen. So ist die Örtlichkeit mit einem einfach wunderbaren Namen längst gefunden, reserviert und damit fest gemacht. Namen von Örtlichkeiten sind selten wichtig, aber dieser gefällt mir einfach außerordentlich gut. Das Datum steht ebenfalls und wirft den Zeugwart und mich in unserer Urlaubplanung vollkommen plötzlich und irgendwie auch etwas unerwartet auf Anfang zurück. Zumal wir, bedingt durch einen glücklichen und ebenfalls nicht erwarteten Umstand, den Hochzeitsfeierlichkeiten auf keinen Fall fern bleiben können. Ich wurde nämlich als Trauzeugin befragt und gewünscht. Das ist eine wunderbare Ehre, steht man der Braut ja nicht nur während der Vorbereitung ihres großen Tages und am selbigen bei, sondern ist eigentlich für die Ehe irgendwie immer ein wichtiger Bestandteil.

Der Zeugwart und ich haben unsere Trauzeugen damals, als wir noch jung waren, zumindest wohlbedacht ausgewählt. Dass sie für uns wichtig sind, auch nach den Hochzeitsfeierlichkeiten und dass wir -falls es doch mal zu Problemen käme- Hilfe oder Rat bei ihnen erhalten würden. Uns war wichtig, dass sie ähnlich ticken und unsere Werte und Vorstellungen teilen. Nicht einfach irgendwie dahergelaufen sind oder kurzfristige Freunde. Sie sind ja für immer mit unserer Hochzeit verbunden, da kommen sie immerhin nicht mehr raus.

Und so steht mir also ein trainings- und planungreicher Sommer bevor. Denn als Trauzeugin kann man natürlich einfach nur unterschreiben und sich zurücklehnen... oder man macht eben eine Idee mehr. Wir werden sehen.

Sonntag, 31. März 2013

Das kleine Talent

Jetzt ist er aber bestimmt bald da, der Frühling. Immerhin haben wir Ostersonntag, die Zeit ist umgestellt und irgendwie sieht es auch draußen so aus, als würde die Sonne rauskommen. Der Blick auf das Thermometer sagt mir zwar, dass es eher noch richtig winterlich, als irgendwie frühlingshaft ist und dass ich mich beim Blick nach draußen gut täuschen lasse, vom sonnigen Anblick, aber gut. Da ist vielleicht auch ein bischen der Wunsch Vater des Gedanken? 

Um die Mittagszeit ist das vom Zeugwart hervorragend hergerichtete Osterfrühstück prima verdaut und ich hoffe darauf, dass alle Ostereier bereits gefunden sind und die Menschen sich samt Familien und Geschenkefunden in ihre vier Wände zurückgezogen haben. Ich ziehe mich angemessen warm an, und laufe los. Das Hörbuch Winterkartoffelknödel, was ich derzeit am Start habe, soll mir den Lauf verkürzen oder besser versüßen. Verkürzen wäre nicht so gut, immerhin stehen 120 Minuten auf dem Trainingsplan und der Coach und das Halbmarathondurchhaltevermögen sehen es eben nicht so gern, wenn ich mich hier eigenmächtig darüber hingwegsetze. Also kommt verkürzen nicht wirklich in Frage. 

Ich probiere heute High 5 Gels aus. Immerhin bin ich für Köln ja noch in der Aussuchphase, was der Athletinnenkörper so am Besten verträgt, was er so wann braucht und wie das überhaupt am Besten ist, mit dieser Wettkampfversorgung. Also gibt es 15Minuten vor dem Start, wie man das so oft lesen kann, ein Gel. Ich nehme noch zwei Stück mit und greife zu einer kleinen Getränkeflasche, weil die Gels mit Wasser nachgespült werden sollen. 

Wann endlich mal eine Firma das Gel gleich verzehrfertig mit Wasser anmischt, so dass man nicht immer noch was extra mitschleppen muß, das möchte ich bei dieser Gelegenheit wirklich gerne mal wissen. Überall steht drauf, dass man Wasser nachkippen soll... da ist es doch wohl gar kein Hexenwerk, einfach Wasser mit in das abgepackte Gepack zu füllen und es den Athleten quasi verzehrfertig zu liefern. Aber egal. Ich trage als das Wasser in einer extra Flasche mit mir rum. Warum auch nicht. Die Jacke hat schließlich ein paar Taschen, was soll es also?

Nachdem ich meine Laufhandschuhe gefunden habe und die Schuhe an den Füßen sind, geht's auch gleich los. Es läuft sich gut, so an der GA1/ GA2 Grenze, es ist windig und kalt. Ich bin froh, dass ich mir ja heute wohlweislich das Gesicht ordentlich eingecremt habe. Ist ja fast so frisch wie beim Radfahren gestern. Das Hörbuch ist super. Auch wenn ich den ersten Band nach den zwei nachfolgenden höre, kann ich es wirklich empfehlen. Eigentlich die ganze Serie. Diese Frau Falk schreibt genau nach meinem Geschmack. Wirklich total unterhaltsam, auch wie der Christian Tramitz es mir so vorliest. 

Auf meiner Laufrunde passiert heute nichts ungewöhnliches. Mir ist nicht gut, aber ich schiebe es vorerst mal auf die ungewohnte GA2 Geschwindigkeit, die ich ja schon länger nicht gelaufen bin. Kurz vor der Trepentrainingsanlage übergebe ich mich dann aber. Nicht wirklich dramatisch und ich fühle mich auch gleich besser. Aber doch ungewöhnlich. Normalerweise übergebe ich mich beim laufen nicht. Natürlich nicht. 
Dann wetze ich die Treppe hoch und runter, als wenn es in Köln selbige gleich 100 Mal zu überwinden gilt, renne auf die andere Mainseite und dort dann auch wieder hoch und runter und das gleich mehrfach. Als ich dann auf der richtigen Mainseite wieder unten bin, beschließe ich, dass ich noch zweimal hoch und runter renne und dann das erste Gel mit Citrusgeschmack während der Belastung einnehme. Da die Flasche eh am auslaufen ist, kommt mir das gelegen. 

Ich esse das Gel, das mir, wie schon das erste daheim, nicht ganz so gut schmeckt, schütte das Wasser nach und den Rest des Wassers aus, weil ich es nicht weiter in meine Jacke laufen lassen möchte, und begebe mich auf den Heimweg. Jetzt wird mir quasi postwendend schlecht und das Gel verläßt meinen Körper sofort wieder in der Richtung, aus der es eben erst gekommen ist. Gut, das hat sich also nicht wirklich gelohnt. Außer dass ich weiß, dass mir das Gel weder schmeckt, noch dass ich es offenbar gut vertrage. Auch eine Erkenntnis. Wenn auch keine besonders leckere. 

Ich bin etwas gedäscht und leicht ausgelaugt, aber es nützt ja alles nichts, und so laufe ich also GA2 zurück nach Hause. Unterer GA2 Bereich, immer so an der GA1 Grenze. Das ist merklich schneller als sonst. Nicht dass ich es an der Landschaft merken würde, die wie im Zeitraffer an mir vorbei zieht... ich bin einfach flotter in der Nähe von daheim als beim letzten Mal, als ich die TTA aufgesucht habe. Ich muß jetzt tatsächlich noch weiter 26Minuten rumbringen, bis die vom Coach angesagte Zeit rum ist.

Also erinnere ich mich an den Rundkurs im Park. Ganz zu Anfang meiner Laufkarriere habe ich hier im Park meine Runden gezogen. Eine Runde war ewig lang und ich habe zwei geschafft und mit dem Weg heim, war ich damals gut dabei. 

Heute biege ich also in den Park ab und laufe die Runde. Als ich wieder am Startpunkt bin habe ich 4:xx Minuten gebraucht... gut. Da ich 26Minuten rumbringen muß, inklusive Weg nach Hause, werde ich ganz offensichtlich ein paar Runden drehen müssen bis die Zeit rum ist. Das gibt heute also zum Ende einen kleinen Drehwurm. Und das, wo mir eh schon zweimal schlecht war. Ob das der Sache zuträglich ist? Keine Ahnung. 

Nach einigen Runden und mehreren verwirrten Spaziergängern, die ich teilweise mehrfach überrunde, laufe ich heim. Das zweite Gel habe ich mir nicht noch eingeflößt. Das Experiment ist ja schließlich nicht gut ausgegangen und ich bin ja kein Sadomasochist. Beim nächsten längeren Lauf werde ich mich den Produkten von Aktiv 3 widmen. Wir haben mal ein Testpaket bekommen und das gilt es auszuprobieren. Ich hoffe sehr mein Magen findet das dann etwas angenehmer. 

Daheim erwartet mich der Zeugwart voll des Lobes und stürzt sofort in die Küche um mir Putensteak und Maiskolben zuzubereiten. Wie lecker! Ich bin begeistert. Und wie ich so erzähle, dass die Flasche undicht und das Gel unverträglich waren, bemerkt der Zeugwart, dass ich ganz offenbar ein geheimes Talent dafür habe genau das Zeug aus dem Schrank zu nehmen, was einfach für mich nichts taugt. 

Tja, irgendwas kann jeder. Und immerhin ist das auch ein kleines Talent.  

Samstag, 30. März 2013

Locker einrollen

Herrliches Osterwetter! Immerhin ist es trocken. Leider aber ziemlich kalt. Wir sind heute zum Radfahren verabredet. Es wäre total frevelhaft an einem freien Tag nicht bei Tageslicht raus zum Sport zu gehen. 

Wir ziehen uns also warm genug an und fahren zum Treffpunkt. Heute fahren wir mit dem Motivator. Ausgemacht ist eine lockerere Rennradrunde zum Einrollen. Triathleten müssen sich langsam an das Draußenfahren gewöhnen und deshalb wird vorher klar gemacht, dass alles locker von statten geht. Wir fahren heute zum zweiten Mal draußen, das erste Mal etwas länger. Also rechne ich mit einem wirklich gemütlichen Toürchen. 

Wir warten ein paar Minuten am Treffpunkt und ich stelle fest, dass ich schlichtweg perfekt angezogen bin. Der Windstopper Motorradkragen an den der Zeugwart noch gedacht hat, ist wirklich Gold wert. 

Als der Motivator kommt, stellen wir schnell fest, dass wir ruhig ein paar Hügel mit befahren können. Na bravo, die Herren werden mich gut stehen lassen, das sehe ich jetzt schon. Aber ist ja alles locker zum einrollen. 

Die Tour ist wunderbar. Wir würden es zwar alle drei eher weniger als lockeres Einrollen betrachten, aber egal. Training soll ja auch Spaß machen und das tut es. Ich finde es einfach prima. Die Hügel hoch und runter hängen mich die zwei Herren zwar ganz locker ab, aber an und zu habe ich einen äußerst sportlichen Zwischenerfolg und ziehe vorbei. Sehr witzig. Es macht mir total viel Spaß. 

Immerhin soll ich ja beim Radfahren ab und an auch im GA2 Bereich fahren... das schaffe ich an manchen Aufstiegen, aber immer nur knapp am Beginn des GA2 Bereiches. Eigentlich fahre ich alles in GA1. Ich muß da mal mehr drauf achten und ggf. noch mal beim Leistungsdiagnostiker nachfragen. Ich weiß gar nicht, wie ich überhaupt jemals dauerhaft im GA2 Bereich landen soll... das schaffen meine Muskeln ja überhaupt nicht. 

Es war eine prima Intervall Trainingstour über etwas mehr als 40km. Von locker oder einrollen keine Spur. Aber dafür mit ganz viel Spaß. Und ich nehme das einfach mal als "Sport nach Wunsch" Programm vom Wochenende. 


Falls sich doch mal eine der Firmen als Sponsor anbieten möchte... 

Freitag, 29. März 2013

Osterbootcamp oder Überlebt!

Karfreitag, ich muß nicht arbeiten und es schneit. Außerdem sind die Autos alle weiß. Was ist das denn bitte? Es gab Jahre, da habe ich an Ostern im T-Shirt auf dem Balkon gesessen und mich mit Lichtschutzfaktor eingeschmiert. Den kann ich heute auf alle Fälle vergessen. 

Heute findet das Osterbootcamp vom Core Sportclub statt und ich muß mich schlau anziehen. Nämlich für die Witterung ausreichend warm, aber trotzdem beweglich genug um die üblichen Übungen, die eben beim Athletiktraining so angesagt sind, zu absolvieren. Eine Gradwanderung. 
Ich wähle eine Winterlaufhose, Sport BH und ärmelloses Unterhemd, Langarmshirt, Windstopperjacke und eine dicke Weste drüber. Dazu noch eine Mütze, Socken, Lauf- und Handschuhe. Na da bin ich ja mal gespannt, wie die 39 anderen so aussehen. 

Am Nordbad in Darmstadt angekommen wird dem Zeugwart und mir schon ein bischen mulmig zu mute. Es stehen lauter fitte rum und die Zahl 40 ist noch nicht erreicht. Ich zähle grob durch und lande bei der Hälfte. Die andere Hälfte ist nicht hier. Da es gerade beginnt zu schneien, es ziemlich frisch ist und ich mich auch selbst frage, was ich bitte hier mache, ist mir spontan klar, warum die andere Hälfte nicht hier ist. Die sind einfach mega schlau. Oder schwach? 

Die Starken und ich machen uns neben dem Nordbad warm, mit rumlaufen, Kniebeugen, Blindführen und Namen merken. Dann teilen wir uns in vier Gruppen auf und bekommen vom Coach die Erklärungen für das restliche Workout. 

Irrsinniger Weise muß jede Gruppe einen 60er, einen 40er und einen 25er Sandsack mitnehmen, der den Boden nicht berühren darf. Außerdem gibt es pro Gruppe einige Burpeeskarten, die man gegen die "Gegner" einsetzen darf. Jede Karte ist 5 Burpees wert und kann gegen die Gegner eingesetzt werden. 
Gut, ich gehe einfach mal fest davon aus, dass wir alle eh fix und alle sein werden und für das Austeilen von Burpeeskarten überhaupt gar keine Notwendigkeit besteht. Aber das bin nur ich. 

Ich bin teil einer äußerst durchtrainierten, ziemlich fitten Vierergruppe und weiß nicht, ob ich darüber froh oder erschüttert sein soll. 
Die Jungs tragen die schweren Sandsäcke, Sabine, die genauso groß ist wie ich, aber ganz offenbar wesentlich mehr Kraft hat, schnappt sich den 25er Sandsack, ich trage die Burpeeskarten und meinen ganzen Mut und wir machen uns auf den Weg. Wir laufen alle gemeinsam den Weg entlang bis zur ersten Aufgabe. 

An einem kleinen Abhang zu einem See sollen wir, natürlich samt Sandsack, der den Boden ja nicht berühren darf, zwischen zwei kleinen Pylonen immer hin und herlaufen. Wir klatschen uns dabei ab, geben 1Minute lang alles und haben dann Pause. Wahrscheinlich auch 1 Minute lang? Es fühlt sich aber kürzer an. Definitiv. Das ganze machen wir 3 Mal. Dann geht's weiter. 
Diesmal trage ich den Sandsack. Irgendwas für's Team muß ich ja auch machen. Meinen Mut habe ich auch noch am Start.

Die nächste Station ist ein Klettergerüst das auf Pfählen steht. Die Aufgabe ist jeden zu berühren und sich dann an einem Bestimmten zu sammeln. Das klappt ganz gut, auch wenn der Untergrund, so weicher Rindenmulch, echt blöd ist um darauf rumzurennen. Dem Coach ist das total egal. Er steht mit seinem Rucksack am Rand und beobachtet. 
Dann besteht die Aufgabe darin 15 Säulen zu berühren, im Anschluß 10 Kniebeugen und danach 10 Liegestütz zu machen. Aha. Also bei der Geschwindigkeit wie hier manche Kniebeugen oder Liegestütz machen, bin ich nicht sicher, ob alle auf mich warten möchten. Aber gut. Es geht los und ich spurte mich. 

Gut dass Sabine nach dieser Übung gleich von sich aus zum Sandsack greift, als es weitergeht. Ich bin noch in der Liegestütz Erholungsphase. Die zwei Jungs schnappen sich wieder ihre schweren Säcke, als wäre es ne kleine Tüte Gummibärchen und wetzen los. Unglaublich. Ob die sich hier in meiner Gruppe über ihre Kraft überhaupt im klaren sind? Keiner von denen sieht aus, als könnte er Bäume ausreißen, aber in Wirklichkeit sollten sich die Bäume bei allen besser vorsehen. Das kann hier ganz schnell gehen. 
Da sich die Bäume aber sicher fühlen, und ich jetzt einen steilen Berg hochlaufen soll, kann ich mich jetzt erst mal nicht weiter um die Kraft dieser super fitten Menschen kümmern. 

Ich nehme einen halben Sandsack und schon sind wir oben. Dort dürfen wir absetzen ohne Strafburpees. Eigentlich schade, dass diese Burpees immer dazu verdonnert werden eine Strafe zu sein. Aber auch damit kann ich mich jetzt nicht weiter befassen. 

Wir dürfen uns hier oben bei Tauziehen und Sandsäcke werfen vollkommen verausgaben. Jeder gegen jeden. Ich bin fix und fertig vom Tauziehen. Gut dass ich Handschuhe trage, sonst wäre es noch schlimmer. Außerdem tut mir danach mein Oberarm ordentlich weh. Aber für Schmerzen ist jetzt keine Zeit. Nachdem der Sandsackweitwurf mit äußerst knappen Entscheidungen vorbei ist, müssen wir Teams noch eine letzte Übungsabfolge machen. 
Erst zwischen zwei Hütchen hin und her rennen, dann 10Kniebeugen und im Anschluß 10 Liegestütz. Das ganze 4 Mal und dann sind wir fertig. 

Jetzt geht es dran, die zu Anfang ausgeteilten Burpees Karten zu verteilen... und natürlich bekommen wir als erste Gruppe schon ehe es überhaupt losgeht gleich mal eine. Also kann ich mich aufwärmen, ehe es an die eigentliche Übung geht. Auch ganz schön. Wie man es eben sieht. 

Als der Coach das Startsignal gibt, bin ich warm und ziemlich fertig. Burpees sind wirklich total anstrengend. Wir bekommen noch zwei weitere dieser Karten in unserer Gruppe und arbeiten alle ab. Und dann halt noch vier Runden der eigentlich Übung. Ich mache immer 5 Liegestütz, dann eine kurze Pause und dann weitere 5. So geht das bis zur letzten Runde. 
Da kommt es dann jetzt auf Geschwindigkeit an und ich versuche einfach mal alle 10 am Stück. Ansonsten sind alle aus meiner Gruppe eh schon fertig und von daher habe ich meinen persönlichen Anfeuerer für die letzten 4 Liegestütz. Geschafft. Nicht nur 10Liegestütz am Stück, sondern eben auch das ganze Osterbootcamp Programm. 

Das hat Spaß gemacht. Ich dachte ja schon als es an den Sandsack ging, dass ich niemals überhaupt die erste halbe Stunde überstehen könnte. Zusätzlich war ich ja auch in Sorge um die Bäume. Aber alles offensichtlich halb so wild. Außer dass man das dem Coach natürlich nicht sagen kann, sonst macht er das nächste Outdoorevent noch anstrengender. 

Jeder von uns schnappt sich auf dem Berg nun was anderes und wir tragen alle Gerätschaften zurück zum Auto. Ich nehme das Tau, in der Hoffnung, dass es nichts wiegt. Gut, ganz so ist es nicht, aber ich habe es ja jetzt schon auf der Schulter und gebe mir selbstverständlich nicht die Blöße es wieder abzulegen. 

Und auf dem Bild sieht es auch gar nicht so dramatisch aus. Der Coach hat versprochen mir das heutige Training auf die nächste Woche anzurechnen... nun ja. Inwieweit ich das merke steht auf einem anderen Blatt. 


Donnerstag, 28. März 2013

Dann mach 8

Ich darf heute früher Feierabend machen. 
Einfach wunderbar, obwohl die Hütte ja bekanntlich brennt und ich vor lauter Holz zum nachlegen, kaum den Himmel sehen kann. 
Ich muß mir natürlich für meinen Bekanntenkreis sofort eine Erklärung ausdenken, weil ja keiner damit rechnet und so ein früherer Feierabend höchstens mal im absoluten Arztterminausnahmefall genehmigt wird. Ich bin im Büro schließlich dermaßen unabkömmlich, dass man noch nicht mal 10Minuten ohne mich auskommen kann. Es ist schier unglaublich. 

Heute allerdings ist es offenbar durchaus möglich ungefähr 45Minuten auf meine Anwesenheit und unfassbar produktive Arbeitskraft zu verzichten und mich früher heim zu schicken. 

Daheim komme ich an, als es noch hell ist und nutze sofort die geschenkte Zeit. Ich schmeiße mich sofort in die Laufklamotten, stelle fest, dass praktisch alle Sport BH's in der Wäsche oder auf der Leine sind, schnappe mir Pulsuhr und Hörbuch und laufe los. 

Es ist hell und eiskalt. Herrlich der Frühling dieses Jahr. Wir haben 2°C über null, der leichte Wind ist bitterkalt und im Gesicht fühlt es sich an, wie lauter kleine Nadelpiekser. Schön ist das nicht unbedingt. Wenigstens habe ich meine Handschuhe, überraschenderweise, wiedergefunden und deshalb schon mal keine kalten Hände. Außerdem höre ich das Hörbuch jetzt in einem durch. Der Zeugwart hat einfach auf irgendein Symbol auf dem Bildschirm gedrückt und natürlich hat es dann aufgehört immer die gleiche Sequenz zu wiederholen. 
Manchmal sind die Dinge so einfach. Man braucht halt einfach einen Zeugwart, dann paßt es schon. 

Der Coach hat für heute 60Minuten Laufen aufgeschrieben. Der Zeugwart steckt mit ihm unter einer Decke und deshalb begegnet er mir nach 30Minuten mit dem Fahrrad. Er will wohl checken, ob ich auch wirklich laufe? Aber es steht ja auf dem Plan, also wird's gemacht. 

Nach der Stunde laufen hat der Coach noch 8 Runden eines und 2 Runden eines anderen Athletikzyklus auf den Plan geschrieben. Ich frage mich, ob das was bringt, fange dann aber trotzdem gleich damit an, als ich daheim bin. Auf die Lösung komme ich wahrscheinlich jetzt sowieso nicht. 
Die 8 Runden sind ziemlich anstrengend. Ich verzähle mich bei den Liegestütz und mache statt 5 auf einmal 10. Als ich drauf komme rät mir der Zeugwart, dass ich doch dann beim nächsten Mal einfach 8 Stück machen soll, dann paßt es wieder. Ich weiß schon, dass er mit dem Coach unter einer Decke steckt und mich deshalb zu mehr versucht zu überreden, aber ich muß ja morgen noch das Osterbootcamp vom Coach überleben... also mache ich beim nächsten Mal doch nur 5. Hätte die ja auch ganz weglassen können. 
Die letzten zwei Runden quälen meine Beine richtig und auch mein Hintern läßt mitteilen, dass er genug hat. Danke für diese Info. 

Ich bin fertig. Die Dusche ist wunderbar. 

Danke, Provinzerlin!

Die Nachricht haut mich irgendwie um, dabei bin ich -wie schon öfter- gar nicht direkt selbst betroffen. Ich bin nur befreundet und kenne den Verstorbenen, weil er der Vater meiner Freundin war. Und auf einmal ist er nun eben tot.
Plötzlich und unerwartet, wie das Leben manchmal eben so spielt, ist er einfach nicht mehr aufgewacht. Eigentlich ein schöner Tod. Wenn man bei diesem Thema überhaupt von Schön oder Nicht-Schön sprechen kann. Auf jeden fall sicherlich schöner, als jahrelang zu leiden und krank zu sein und den Tod einfach nur zu erwarten, weil man weiß dass er kommt.

Eigentlich wissen wir ja alle, dass er kommt.
Irgendwann ist der Tod einfach da und holt uns ab. Nicht etwa nach Plan oder nach einer Reihenfolge. Er kommt einfach, wenn die Lebenszeit abgelaufen ist. Manchmal kann man das aber einfach nicht nachvollziehen. Da wäre eine Fragestelle ganz gut, bei der man erklärt bekommt, warum jetzt eben die Zeit genau dieses Menschen vorbei ist und die eines anderen noch läuft. Vollkommen unerklärlich erscheint einem dieses Sterbeding manchmal.

So ist es für mich auch in diesem Fall.

Klar, eine Lungenentzündung hatte er und war ein paar Tage stationär. Das war aber längst nicht so dramatisch, als dass der Tod diesen Aufenthalt als Ankündigung werten dürfte. Er war danach auch wieder daheim. Eine ganze Weile sogar. Fühlte sich nicht super fit, aber auch nicht dem Tode geweiht. Und dann schläft er ein und wacht einfach nicht mehr auf.

Was für ein Schock.
Und ich erfahre sowieso erst viel später davon, weil meine Freundin in diesem Fall Rücksicht auf mich genommen hat. Ich sollte mich konzentrieren können, auf mein Leben, auf meine Prüfung und auf alles, was sonst so drumrum war. Ich sollte nicht das Gefühl haben, dass ich mich kümmern soll oder muß oder dass ich abgelenkt wäre. Wie selbstlos. Ich könnte das nicht.
Als sie mir das erzählt, bin ich fast sprachlos und das passiert nicht häufig. Sie erlebt so einen Knall in ihrem Leben und möchte mich trotzdem schützen. Es ist ihr wichtiger, dass ich mein Leben geregelt bekomme und in die Zukunft schauen kann, als dass sie mich zusätzlich belasten möchte. Ich glaube, soweit hätte ich niemals denken können in ihrer Situation. Ich glaube das ist fast übermenschlich und unfassbar nächstenliebend.

Ich weiß nicht, was ich ihr sagen kann, außer dem üblichen herzlichen Beileid, was stimmt, aber ihren Verlust nicht schmälern kann. Nichts was ich sage kann ihr helfen, nichts was ich tue bringt die Vergangenheit zurück.

Und sie hielt ihre Gefühle verdeckt, damit ich machen konnte. Weil sie weiß, dass ich mich konzentrieren mußte, dass es schwer für mich war und dass ich unbedingt erfolgreich sein wollte. Sie weiß bestimmt auch, dass ich immer für sie da bin. Aber sie hat ihr Thema zurück gehalten und mich in den Vordergrund gestellt. Obwohl ihr Thema doch eigentlich in ihrem Leben so viel wichtiger war als meine Prüfung.

Ich danke Dir für unsere Freundschaft. Dafür, dass Du mich in den Vordergrund gestellt hast und dafür, dass Du einfach da bist. Und ich hoffe, ich kann Dir das irgendwann mal zurück geben. Dass ich nicht da war, Dir nicht helfen konnte und Dich nicht unterstützt habe, weil ich nichts wußte. Es tut mir sehr leid, dass Dein Vater gestorben ist.

Mittwoch, 27. März 2013

Die Laune

Den ganzen Tag scheint draußen herrlich die Sonne, nur als ich dann laufen gehen kann, weil mich dieser Büroalltag dann endlich auch mal gehen läßt, da ist sie untergegangen. So ein Mist. Kalt ist es außerdem. Na bravo. 

Viel mehr kann heute nicht schief gehen. Meine Laune ist praktisch ganz unten. Als ich dann auch noch meine Handschuhe nicht finde, weil ich sie irgendwohin verschlampt habe, wo sie sicherlich nicht hingehörten, ist fast alles zu spät. Denke ich. 
Es geht aber tatsächlich noch schlimmer. 

Das Hörbuch spielt permanent die gleiche Sequenz ab. So was blödes. Es geht also wirklich noch schlimmer mit meiner Laune. Gut zu wissen. Manchmal denke ich, die ist schon ganz unten... aber an so Tagen wie heute, werde ich dann doch spontan eines besseren belehrt. 

Das Nachbarskind schreit im Treppenhaus rum und ich frage ihn, ob er noch alle Latten am Zaun hat und ob es auch leiser geht, als ich loslaufe. Das arme Kind. Aber so rumlärmen muß es im Treppenhaus trotzdem nicht. 

Ich soll heute eine Stunde GA1 laufen. Im Dunkeln. Nach der Arbeit. Der Coach will mich diese Woche platt machen. Irgendwo hat er geschrieben, dass das eine "Belastung zwei Wochen vor dem Halbmarathon" ist. Aber dass er das so meint... ? Wer kann das denn ahnen? 

Wie ich da so vor mich hintrotte im GA1 - Modus und das Hörbuch manuell weiter drücke, wie zu Zeiten des Disc- oder Walkmans kann sich meine Laune nicht entscheiden, ob sie weiter schlecht und deprimiert bleiben soll, oder ob sie alles nicht mehr so schlimm findet und sie sich deshalb verbessern wird. 

Ich laufe an einer Gruppe Jugendlicher vorbei, die allesamt gut einen Kopf größer sind als ich. Nur als ich, nicht als meine Laune wohlgemerkt. Einer drückt mir diesen total dämlichen "hop hop hop" Spruch und hat Pech, dass die Laune und ich die Worte durch das Hörbuch hindurch hören können. 

Ich halte an, drehe um und bin in zwei Sätzen direkt vor dem jungen Mann. Obwohl ich zu ihm hochschauen muß, schaut die Laune auf ihn runter und stellt in in den Senkel. Dass er seinen Mund halten soll, wenn nix gescheites bei raus kommt und dass ich mir für ihn was Besseres vorstellen kann, als alte Frauen auf der Straße anzuquatschen. Dass ihm ein bischen Sport sicherlich auch nicht schaden würde und dass ich ihm empfehle sich in Zukunft bei Joggerinnen zurück zu halten, weil so ein dämliches angequatsche auch gerne mal nach hinten losgeht. Der junge Mann ist entsetzt und sprachlos.
Ich bin überrascht, dass die Laune sich so stark vorkommt, drehe mich um und laufe weiter. Im Hörbuch habe ich ja sowieso nichts verpaßt, weil die Sequenz sich ja eh ständig wiederholt. 

Einer der anderen Oberschlauen aus der Gruppe macht sich lustig über den Jungen. Die Laune und ich sind aber schon zu weit weg um noch mal umzudrehen und auch diesen Dummschwätzer zu belehren. Die Laune kann sich auch wirklich nicht um alles kümmern. 

Nach 30Minuten manuellem Weiterschalten des Hörbuchs, einwandfreiem GA1-Lauf-Modus und frischen 0°C drehe ich um und laufe zurück in Richtung Heimat. Die Gruppe der jungen Halbstarken steht noch immer am Rand. Mein Vorbeilaufen bleibt von allen unkommentiert. Zumindest höre ich nichts und die Laune bleibt auch ruhig. 

Nach 56Minuten bin ich zurück und während ich mich unter die warme Dusche stelle gibt sich die Laune etwas. Beim Hörbuch habe ich halt eine falsche Taste gedrückt, die diese Dauerschleife auslöste. Meine Handschuhe sind zwar immer noch nicht gefunden, aber weggelaufen können sie ja nicht sein. Und spontan stelle ich nach einem Telefonat mal wieder fest, wie unwichtig Handschuhe oder Schleifenabspieler eigentlich sein können, gegenüber dem Leben. 

Aber diese Nachricht  muß ich erst mal in Ruhe verdauen und dann kann ich auch zu diesem Thema bestimmt einige richtige Worte finden. Soviel Zeit muß sein. 

Dienstag, 26. März 2013

7 Runden

Was ein blöder Tag. Auf der Arbeit brennt ja bekanntlich die Hütte und ich komme mit dem Holz nachlegen meist kaum hinterher. Dementsprechend bin ich dann Abends häufig auch drauf. Heute ist das also mal wieder so. 
Als ich heim komme, habe ich also wunderbar Lust auf laufen. Die Sonne ist schon untergegangen und bei 0°C und Wind gibt es ja auch wirklich nichts wunderbareres als nach der Arbeit noch draußen rumzurennen. 
Der Zeugwart hat sich netterweise schon vorhin dazu bereiterklärt mich heute zu begleiten. Das ist der einzige Lichtblick, wenn ich mir das heutige Trainingsprogramm so ansehe. 

Wir ziehen uns an und laufen los.

Ich soll mich 10Minuten einlaufen und dabei 45Sekunden GA1 und 5 Sekunden Sprint im Wechsel machen. Das ist zu schaffen und wird natürlich auch gleich 1:1 umgesetzt. Ich habe den Küchenkurzzeitwecker dabei, der die Sekunden runterzählt und fleißig piept. Das hilft. 

Als 10Minuten rumgepiepe vorbei sind, geht's im Programm weiter. 

Ich soll Intervalle machen und dafür 30Sekunden lang 6 gesprungene Kniebeugen und 6 gesprungene Ausfallschritte machen. Im Anschluß ist 30Sekunden traben angesagt. 
Ich schaffe keine 6 Kniebeugen plus 6 Ausfallschritte gesprungen in den 30Sekunden. Aber da ausdrücklich 30Sekunden da steht mache ich also jeweils 4. Das schaffe ich in 28Sekunden und das paßt dann schon. Wir machen insgesamt 8 von diesen Intervallen und -wie wahrscheinlich vom Coach geplant- es wird immer anstrengender. Mein Puls kommt am Schluß gar nicht mehr runter. 

Dann laufen wir nach Hause. 
Ich bin ziemlich fertig. Noch fertiger bin ich, als ich daran denke, was sonst noch so auf meinem Plan steht. 
Der Coach hat irgendwie aus dem Vollem geschöpft. Warum er mich ausgerechnet heute fertig machen möchte, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht finde ich es aber am Karfreitag heraus, da sehe ich ihn leibhaftig. 
Heute hilft mir das allerdings nicht. 

Daheim angekommen mache ich also fiese 7 Runden von athletischen Übungen die der Coach aufgeschrieben hat. Seitstütz, gehaltene Liegestütz, Wasserflaschen Balance im Sitzen und Hantelschwingen im Stehen. Jede Übung für sich finde ich gemein und die Zusammenstellung ist nach dem Lauftraining wirklich eine Zumutung. 
Ich bin auf dem besten Weg, dem Coach seinen Osterhasen zu verweigern. 

Der Zeugwart berichtet, dass ich im Anschluß noch drei Runden "Entspannung" zu absolvieren hätte und beginnt Abendessen zu machen. Er ist zwar mit gelaufen, schließt sich aber aus "meinem" Athletikzyklus gänzlich aus. Schlauer Typ, der Zeugwart. 

Die drei Entspannungsrunden bringen meine Oberschenkel zum zittern und sorgen klammheimlich dafür, dass ich morgen das Holz sicher nicht vom Boden aus hochholen kann, um es nachzulegen. Außerdem werde ich auch kaum einen Holzscheit zum nachlegen anheben können... denke ich. Meine Arme tun jetzt schon weh. 

Und so, wie ich mich jetzt fühle, bekommt der Coach am Karfreitag bestimmt keinen Osterhasen. Ich werde nämlich am Karfreitag sicherlich extrem Muskelkater haben, meine Tasche kaum in den Sportclub hieven und so einen Schokohasen eh nicht anheben können. Und was will der Coach schon mit einen Schokohasen, der in Gramm bemessen wird? Im Core Sportclub bemessen wir die Dinge in Pfund. So sieht's aus. 

Montag, 25. März 2013

Verlobt!

Ich glaube, der Profiathlet will sich in unserem Team klammheimlich einen Vorteil erarbeiten.

Er hat ja vor geraumer Zeit verkündet, die Profikarriere an den Nagel hängen zu wollen und sich aus den üblichen Trainingseinheiten gänzlich zurück gezogen... so dass wir uns alle auf der sicheren Seite gewähnt haben. Aber jetzt hat er zugeschlagen.

Vollkommen überraschend und ziemlich unerwartet hat er um die Hand der Teamchefin angehalten.

Ich bin baff. So einfach werden sich innerhalb des Teams also heutzutage familiäre Vorteile verschafft. Zu allem Überfluß und, zugegebenermaßen auch zu meiner Freude, weil ich Liebe einfach wunderbar finde und es nichts Besseres gibt, als wenn Zwei sich eben finden, hat sie auch noch Ja gesagt. Das heißt also, sie unterstützt diesen Profiathletenvorteil auch noch aus vollem Herzen. Herrlich.

Ich bin einsam auf weiter Flur.

Erst fängt die Teamchefin ein durchgetacktetes Training in Richtung Ironman 2014 an, dann wähne ich mich in Sicherheit, weil zumindest der Profiathlet nicht mehr an Wettkämpfen teilnehmen will und ich ihn als Konkurrenz ausschließen kann und jetzt ist alles doch wieder ganz anders.
Im Team könnte jetzt ein Teamchefin-Lager gebildet werden. Gar nicht auszumalen, wenn der Profiathlet nun auch noch wieder mit dem Training startet, weil er in einen Hochzeitsanzug rein passen möchte oder auf seinen Hochzeitsbildern gar äußerst durchtrainiert erscheinen will... ich weiß nicht, wie ich das dann finde.

Aber damit kann ich mich ja dann immer noch auseinandersetzen.

Für den Moment gratuliere ich der Teamchefin und dem Profiathleten auf jeden Fall erst mal ganz herzlich und hoffe, dass Ihr Beide Eure Verlobungszeit ordentlich genießen könnt! Für eine Hochzeit sind der Zeugwart und ich jederzeit bereit.

Sonntag, 24. März 2013

TTA - Treppen-Trainings-Anlage

Sonntags steht eigentlich Sport nach Wunsch auf meinem Trainingsplan, allerdings gilt das für mich nur wenn der Rest der Woche nach Plan absolviert wurde. Quasi als Bonus am Sonntag. Der Coach hat das zwar nie so erwähnt, aber ich habe diese Regel einfach mal aufgestellt. Wer dem Trainingsplan unter der Woche folgt, bekommt eben eine Belohnung in Form von "Sport nach Wunsch". Mein Trainingsplan diese Woche war ein bischen "short-cut" um es auf Neudeutsch zu sagen. Also erledige ich heute zwar irgendwie doch "Sport nach Wunsch" aber eben in Form der Trainingszeit von gestern. Gestern stand 90-120Minuten laufen auf dem Trainingsplan und zwar in GA2/GA3. 

Das ist also der Plan für heute. Ich bin sehr müde und schlapp und verbringe deshalb erst mal den halben Tag in der Küche, auf der Couch und im Schlafanzug. Irgendwann sagt der Zeugwart, dass es mehr Sinn macht, wenn ich jetzt laufen gehe und mich erst später noch mal auf der Couch ausruhe. Gut. Er hat ja recht. 

Ich ziehe mich also an, um die vorgegebene Zeit bei 2°C, Sonne und ordentlich Wind, irgendwie draußen zu überstehen, packe das Hörbuch und laufe los. 
Der Wind ist fies. Wie so oft in letzter Zeit... ich frage mich, warum der Frühling nicht endlich kommt und den Wind verscheucht, komme aber nicht zu einer Lösung. 

Ich laufe mich langsam ein und brauche gute 15Minuten um überhaupt richtig in den Tritt zu kommen. Nach weiteren 20Minuten läuft es dann tatsächlich toll rund und ich habe das Gefühl, dass ich wirklich voran komme. 
Ich laufe heute bis zur TTA, der Treppen-Trainings-Anlage, die ich spontan entdecke. In Köln wartet ja eine Treppe auf mich, so dass ich es für sinnvoll halte mich mit Stufen schon mal anzufreunden. Ich laufe die Treppe also heute einfach mehrfach hoch und runter. Hoch geht, runter ist ein Drama. Meine Beine sind total labberig wenn ich runter laufe. Und ich dachte immer hoch wird schwierig. 
Das passiert dann vielleicht beim nächsten Mal? 

Auf dem Rückweg nehme ich statt meiner üblichen Rampe noch eine kleine Treppe mit. So gegen Ende des Laufes bin ich gespannt, ob mir die Treppen von vorhin noch in den Beinen steckt... und das tut sie. Oh je. Aber ich komme die paar Stufen noch ganz gut hoch. Das ist ja schon mal viel Wert. Ich merke meine Beine allerdings, aber da ich die TTA ja dreimal hochgerannt bin, Zwischensprints eingelegt habe und insgesamt schon 95Minuten unterwegs bin, ist das verständlich und absolut ok. 

Ich drehe wieder die windgeschützte Runde durch den Park, freue mich, dass ich den verschiedenen  Strecken gegenüber aufgeschlossener bin und auch mal variiere und bin nach 110Minuten wieder daheim. 

Meine kompletten Reserven sind aufgebraucht.

Ich habe zwar vor dem Lauf ein Viper Boost Gel genommen, dass mir Din netterweise zum testen zugeschickt hatte, aber für die lange Zeit reicht das offenbar nicht aus. Ist ja auch ein Gel und kein Wundermittel. Ich bin außerdem viel zu wählerisch, was die Geschmäcker angeht und habe mir das Gel regelrecht reingewürgt. Der Geschmack "Citrus" ist absolut nicht meines. Der Zeugwart, der zum probieren ebenfalls einen Schluck Gel genommen hat, fand den Geschmack hingegen super. So unterschiedlich sind die Geschmäcker eben.

Ich habe mit dem Lauf offenbar nicht nur meinen Fettstoffwechsel angekurbelt, sondern auch meine Kohlehydratspeicher ordentlich leer gefahren.
Als ich wieder auf der Couch sitze wird mir ordentlich schwindlig... gut, dass das nicht in der Dusche passiert ist. Ich habe Hunger. Und zwar so richtig.
Gut dass der Zeugwart sich sofort kümmert. 

Samstag, 23. März 2013

Sie machen viel Sport.

Ich bin kein guter Einkäufer, wenn es um mich selbst geht. Das liegt mir eben einfach nicht. Ich kann andere Dinge besser.
Heute zeigt mir ein Blick in den Wäsche Schrank, dass neue Unterwäsche und zwar gerade der obere Bereich, eine Erneuerung dringend nötig hat. 

Der Zeugwart und ich gehen also einkaufen. 

Wir wählen ein Wäschegeschäft, kein Kaufhaus, weil wir hoffen, dass die Beratung dort besser ist. Wenn man nur alle Jubeljahre mal einkauft, sollte es schon auch mal mit Beratung sein. 

Die Verkäuferin erfährt von mir frei heraus was gesucht wird und was gekauft werden soll. Sie versteht sofort was ich möchte, vermisst mich und ausgestattet mit einigen BH's marschiere ich auch gleich in die Umkleidekabine. Der Zeugwart erhält einen Espresso, ein paar Autozeitschriften und nimmt Platz. 

Nachdem ich das erste Exemplar angezogen habe trete ich aus der Umkleide zur Begutachtung. Bequem ist der BH nicht, aber gut. Jetzt geht es ja erst mal um die Größe. Bequem kommt im Anschluß. Die Verkäuferin schaut mich an, bittet darum, dass ich mich umdrehe und sagt: "Sie machen viel Sport, oder? Das sieht man." Herrlich. 

Mein Tag ist gerettet, soviel ist schon mal sicher. Heute kann praktisch nichts mehr schief gehen. 

Nachdem die Größe und die Bequemlichkeit durch zahlreiche Anproben verifziert ist und ich festgestellt habe, dass mein mitgebrachtes Stück eigentlich gar nicht so bequem und paßgenau ist, wie ursprünglich gedacht, verlassen wir mit ein paar Neuerwerbungen den Laden. 

Ich denke an die Anfangsfeststellung der Verkäuferin und freue mich auf den morgigen Lauf. Der Coach hat 120Minuten aufgeschrieben. Dann werden wir mal schauen, dass wir das unterbringen. Ich mache ja immer viel Sport, das sieht man ja. 

3°C und Wind

Da die Routine zurück ist, folge ich dem Trainingsplan. Ich stelle allerdings ein klein wenig um, weil ich ja nun schon länger nicht gelaufen bin und ich es deshalb nicht mit 2Stunden übertreiben möchte. Also heute: 40Minuten laufen plus Athletiktraining. 
Steht auch irgendwo auf dem Plan vom Coach und paßt für mein "aufwärmen" ganz gut finde ich. 

Bei 3°C und extremen Wind lege ich mehrere Schichten an, sogar eine lange Hose und meine Windweste sowie Handschuhe und Mütze, mache die Technik für das Hörbuch bereit und lege los. Der Puls ist schnell gefunden und ich laufe los. Der Wind ist gemein. In Darmstadt beim Coach ist wahrscheinlich wieder herrliches Wetter, warm und höchstwahrscheinlich auch ohne Wind... aber gut. Ich bin nun mal hier und kann es nicht ändern. Wetter kann man sowieso nicht vorbestellen. 

Was im übrigen sehr schade ist. 

Ich höre den Erzählungen von Christian Tramitz zu und drehe einfach nach 20Minuten GA1 Lauf um und laufe zurück. Allerdings drehe ich noch eine kleine extra Runde durch den Schloßpark, weil der windgeschützt liegt und ich meinem Gesicht eine kleine Pause gönnen möchte. Dass ich allerdings dann auf dem Heimweg doch wieder durch den selbigen laufen muß und mein Gesicht erneut einfriert habe ich nicht bedacht bei meiner grandiosen Idee. 
Jetzt fühlt es sich gleich noch eine Idee kälter an. Na prima. 

Als ich daheim bin, freue ich mich außerordentlich, dass ich Gummischnürsenkel habe und meine Hände daher beim Schuhe ausziehen keine Arbeit zu verrichten haben. 

Drinnen turnt der Zeugwart bereits sein Athletiktraining. Ich breite die zweite Matte aus, weil wir natürlich zwei am Start haben, und lege ebenfalls los. Wir machen die gleichen Übungen, allerdings stelle ich das erst nach einer Weile fest. 

Wir machen also einträchtig Liegestütz, Seitstütz, Bauliegende Aufrichter und verdrehen uns ein paar Mal in verschiedene Richtungen. Irgendwie habe ich meine Liegestützmuskeln heute verlegt. Ich habe schon mal mehr am Stück geschafft. 
Kürzlich habe ich beim Pfälzerwaldläufer gelesen, dass er 100 am Stück macht... daher werde ich meine "am Stück Zahl" besser für mich behalten. 
Heute ist diesbezüglich auf jeden Fall kein Blumentopf zu gewinnen. Soviel ist klar. 

Als ich nach 25Minuten Athletiktraining, fertig bin, bleibe ich noch ein Weilchen auf der Matte liegen. Ich bin erschöpft. 

Freitag, 22. März 2013

Farbroutine

Jetzt kehrt die Routine zurück. Ich hoffe es zumindest. Schön wäre, wenn sich noch das ein oder andere wie von selbst ergeben würde, aber ich kann nun erst mal nichts mehr aktiv tun. Die Zeit wird es richten, die Hoffnung stirbt zuletzt. Meine Welt ist also wieder fast normal. 

An einem Routinefreitag geht es zum schwimmen. Und heute ist es daher mal wieder soweit. Einfach prima. Ich freue mich. Routine ist manchmal wirklich etwas sehr schönes. 

Wir fahren zum Schwimmbad und haben die Neoprenanzüge im Gepäck. Das Wasser im Schwimmbad war die letzten Male nämlich empfindlich kalt. Nicht, dass ich kürzlich in diesem Becken drinnen war, aber ich glaube was berichtet wird. Außerdem muß ich mich an Strecke schwimmen gewöhnen. Lisabet möchte mit ihrem Neoprenanzug Freundschaft schließen und der Zeugwart friert genauso ungerne wie ich. 
Wir ziehen uns um und, klar, paßt mein Badeanzug und meine Schwimmkappe farblich perfekt zum Neo. Es gibt natürlich wesentlich wichtigere Dinge, als ausgerechnet die farbliche Abstimmung. Ich weiß. Der Zeugwart hat das vorhin beim packen der Tasche auch bereits erwähnt, trotzdem ist es schön, wenn es paßt. 

Ich passe heute also farblich ganz nett zusammen und gehe ins Wasser. Nachdem kurz debattiert wird, wie viele Bahnen denn für 2km Strecke eigentlich notwendig sind und ich beschließe, dass ich mich ja sowieso mindestens vier mal verzählen werde, schwimme ich los. 
Ich schwimme heute einfach mal Strecke, ohne zu wissen wie lange. So einfach ist das. Mit sowas kann ich mir wirklich leicht abfinden. 

Erst klappt es noch mit dem Zählen, dann springe ich von 9Bahnen zurück auf 6, stelle dann fest, dass es ja doch 9 waren und ich dazwischen noch 4 geschwommen bin. Der Neoprenanzug scheuert. An der Achsel. Beide Seiten. Ich zuppel und schwimme weiter. 
Irgendwie passiert mir das Verzählen bei ungefähr 18Bahnen nochmals. Und der Neo scheuert noch immer. 

Auch wässern und innerhalb und/oder außerhalb zuppeln hilft nichts. Heute paßt der schöne Orca mir irgendwie nicht richtig. Und das, obwohl farblich doch alles super ist. Die Farbe scheint also wirklich total egal zu sein. Ich glaube es liegt an der Badeanzugnaht. 
Nach 50Minuten schwimmen, gebe ich auf. Ich will ja noch die Klamotten auf der Haut ertragen können, wenn wir heim fahren. Immerhin sind es draußen nur 4°C... da wäre angezogen heim fahren wirklich die angenehmere Option. 

Als ich den Neoprenanzug ablege, sieht man das Problem. Mein Gefühl war richtig. Die Farbe ist egal, das Zuppeln hat nichts genützt und ich habe mich wund gescheuert. Na bravo. Aber besser jetzt als bei den Swimnights, denn ich bin schneller daheim und kann die Haut gleich mit Creme pflegen (lassen). 

Ich weiß nicht, wie viel ich tatsächlich geschwommen bin. Verzählen ist eigentlich die Spezialität der Teamchefin, aber die hat gerade andere Dinge im Kopf und deshalb übernehme ich das offensichtlich. Ich war 50Minuten im Wasser und bin hin und her geschwommen. Das paßt schon irgendwie. 

Schließlich wird demnächst erst mal gelaufen und bis Köln kann ich noch jede Menge schwimmen. Und zuppeln. 

Ich glaube übrigens, Lisabet und ihr Neo haben sich ganz gut verstanden. Nicht übermäßig, aber sie haben sich ja auch erst gerade zum ersten Mal in diesem Jahr gesehen. Man darf auch nicht zuviel erwarten. Der Neo hat sein Bestes gegeben und solange man das sagen kann, ist es fast so gut, wie eine harmonische Farbabstimmung. Und die zwei haben bis Anfang Juli ja auch noch jede Menge gemeinsame Schwimmkilometer vor sich. 

Montag, 18. März 2013

Sport ist mein Ausgleich.

Ausgleich von der Arbeit oder von zuviel Freizeit. Manchmal paßt Sport aber irgendwie zeitlich gar nicht. Eben auch wegen der Arbeit oder zu vielen anderen Verpflichtungen. 

Heute ist eine Werbepostkarte im Briefkasten gewesen... mit solchen bin ich ja seit Mitte letzten Jahres vorsichtig. Kann gut sein, so wie mit der Postkarte des Core Sportclubs, muß aber nicht. Auf der Postkarte von heute steht drauf "Ich lebe jetzt". Eine Bank beglückt mich damit. Nicht mich persönlich... jeder scheint die Postkarte heute bekommen zu haben. Bei mir trifft sie halt mal wieder vollkommen zu. 

Ich lebe also jetzt und kümmere mich. Um mein Leben, meine Ausbildung und was eben sonst noch so wichtig ist. Heute gehört dazu auf jeden Fall auch ein bischen Indoorsport... es gießt nämlich wie aus Eimern. Ist das der Frühling der kommen soll? Oder verwechsel ich da was? 

Der Trainer hat auf jeden Fall ein bischen Indoorsport auf den Plan geschrieben und dem werde ich mich widmen. Bei so einem Wetter muß man es auch nicht gleich übertreiben.