I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Das Tape lebt.

Weil ich einen Zeugwart habe, der sich mit allerlei Zeug eben seinem Namen entsprechend beschäftigt, informiert und Bescheid weiß, laufe ich seit einiger Zeit im Alltag mit Tape am Knie rum. Es gibt verschiedene Sorten (Sorten! nicht nur Farben) in unserem Sport-Medizinischen Abteilung und weil ich -bisher- keine Präferenz geäußert habe, nutzen wir das, was als Oberstes lagerte: schwarzes KT Tape. Das haben wir mal auf einer Marathonmesse ausprobiert. Es wird auf einer Rolle geliefert und ist schon in einzelne Streifen mit einer Abreisskante geschnitten. Wir fanden es damals ganz praktisch und haben es daher. Im Ausland, wo das Tape ursprünglich herkommt, sind für den Preis, was eine Rolle in Deutschland kostet auch eine Vielzahl mehr zu bekommen. Das macht die Nutzung natürlich deutlich attraktiver.
 
Ich bin also am Knie schwarz beklebt. Der Zeugwart nutzt für die Beklebung nicht nur mein Knie, sondern auch die Anleitungsseite von KT. Das Tape ist sehr angenehm auf und um mein Knie. Der Zeugwart macht das spitze. Allerdings scheine ich für die letzten Benutzungen tatsächlich irgendwie eine Art Montagsrolle rausgekramt zu haben. Ein Streifen klebt gestern Abend nicht richtig und geht immer wieder ab. Wir helfen uns mit Fön, ruhig halten und Geduld. Dann habe ich das Gefühl, dass das Tape es sich überlegt hat. Es fühlt sich irgendwie angeklebt an.
 
In der Nacht träume ich, dass mich jemand festhält. Ich kann nicht weg. Ich fühle mich irgendwie unfrei. Ich will fliehen, kann aber nicht. Aufwachen tue ich heute Nacht allerdings nicht. Das Knie hat meinen Rollenausflug also offensichtlich gut weggesteckt. Aber der schreckliche Traum verfolgt mich irgendwie.
 
Als ich mich heute früh das erste Mal aus meinem Schlafanzug schäle, stelle ich fest, was es mit dem schlimmen Traum auf sich hat. Das Tape und die Schlafanzughose haben sich scheinbar intensiv miteinander beschäftigt und was das Tape an Klebrigkeit an meiner Haut gestern Abend gespart hatte, das hat es für die Freundschaft und die damit verbundene dauerhafte Verbindung zu meiner Schlafanzughose genutzt. Interessant was eine Schlafanzughose und ein Tape in Kniehöhe so alles nachts machen können. Und ich dachte immer, der Zeugwart und ich sind das einzig lebendige in unserem Bett. Aber so ist es offensichtlich nicht. Das Tape lebt. Verrückte Welt.
 
Heute Abend fahre ich wieder auf der Rolle zur Couch. Vorher habe ich aber noch einen Zahnarztkontrolltermin. Verrückt, dass ich zeitlich schon wieder im Besuchsbereich "Kontrolle" angekommen bin.  

Mittwoch, 19. Februar 2014

Vielseitig einsetzbar

Um im Trainingslager auch gut mithalten zu können und dann beim Wettkampf auf den Punkt fit zu sein ist der Zeugwartsche Trainingsplan streng vorgegeben. Natürlich kann er abweichen, ganz klar. Allerdings hat sich sein Trainer natürlich etwas dabei gedacht, und so setzt der Zeugwart alles mehr oder weniger 1:1 um, was am Tag so angesagt ist. 

Für heute hat der Plan 60Minuten Rolle fahren drin stehen. Ich bemitleide den Zeugwart. Nicht, weil ich es schlimm finde, dass er 60Minuten Sport machen soll, sondern weil ich weiß, wie schrecklich er das Fahren auf der Rolle findet. Wenn im Trainingsplan etwas drin steht, von dem man schon vorher weiß, dass es einem keinen Spaß macht, dann ist die Einheit ja wirklich Quälerei. Und zwar hauptsächlich. 

Als ich heim komme ist der Zeugwart mit seinem Rädchen auf dem Weg zu Couch, so wie ich gestern. Er fährt bei der Superbowl Aufzeichnung auf der Rolle und seine Beine sehen so aus, als hätte er es eilig irgendwo hin zu kommen. Das ist mal eine hohe Trittfrequenz. Ich erfahre auch gleich warum das so ist, denn der Trainer hat eine hohe Trittfrequenz angewiesen und so wird das auch gleich umgesetzt. Ich sitze auf der Couch und erhole mich. Und als der Zeugwart dem Ende der Einheit näher kommt, beginne ich mit der Zubereitung der Bratkartoffeln, die für heute auf der Speisekarte stehen. 

Nachdem der Zeugwart geduscht gegessen hat und ich meinen Tag etwas verkraften konnte, tauscht der Zeugwart die Räder aus. Seines auf den Ständer, meines auf die Rolle. Die ist heute wirklich vielseitig einsetzbar: als Trainingsrolle für sportliche Höchstleistungen und als Therapiehilfe. Das kann nicht jeder. 

Ich fahre heute 25Minuten am Stück und habe keine Schmerzen. Nur ein bitzelndes Gefühl an manchen Stellen, wie so oft in den letzten Tagen. Hoffentlich überstehen das Knie und ich die Nacht ohne besondere Vorkommnisse, das wäre ein wirklicher Fortschritt und würde mich sehr freuen. 

Damit ich im Trainingslager auch ein bisschen was für mein Knie machen kann, wurde mir übrigens schon mitgeteilt, dass es nicht nur genügend Wasser zum schwimmen, sondern auch Ergometer und Spinningräder gibt. Das klingt ja vielversprechend, irgendwie zumindest. 

Dienstag, 18. Februar 2014

Mit dem Fahrrad zur Couch

Da die Begutachtung des MRT's nun also vorerst lediglich einige blaue Flecken hervorgebracht hat und es deshalb also glücklicherweise nicht nach einer schwerwiegenden Verletzung aussieht, darf ich regelmäßig Rolle fahren und schwimmen. Ich ziehe mich deshalb heute früh erst mal vollkommen casual an und setze mich auf mein Rädchen und damit auf die Rolle. Der Arzt sagte maximal 20Minuten Belastung am Stück, aber Rolle fahren sowieso nur ganz ohne Belastung, für die Bewegung. Ich fahre heute früh also 20Minuten. Zwischen Küche und Couch quasi.
 
Nachdem ich mich dann umgezogen habe, starte ich in Richtung Business Casual in den Tag und achte genau darauf, ob ich am Knie was merke. Gut, dass ich, dank regem Büroalltag und ständig "brennender Hütte" im Büro meistens abgelenkt bin. Wenn man nämlich zu sehr auf etwas achtet, fühlt man ja auch gerne mal einen Phantomschmerz, der eigentlich gar nicht da wäre, wenn man ihn nicht hinaufbeschwören würde, weil man zu sehr konzentriert darauf ist, dass etwas sein könnte. Herrlicher Satz. Es drückt allerdings genau das Problem aus. Zu viel Konzentration auf das Falsche.
 
Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir selbst die weiten Hosen zu eng um mein Knie werden. Jede Berührung schmerzt dann und wenn ich an die Narbe komme, könnte ich schreien. Manchmal merke ich das Knie auch gar nicht, oder es schmerzt nicht, sondern ist nur taub und bitzelt. Wahrscheinlich wird das Knie nun einfach ein bischen launisch... jetzt, wo man weiß, dass es eigentlich nur blau ist.
 
Als ich heute heim komme, packe ich aus purer Neugier erst mal das Paket vom Fitnessguru aus und stelle fest, dass es leicht feucht durchtränkt ist. Offensichtlich sind die kalorienfreien Nudeln in irgendwas eingelegt und durch die vorbildliche Behandlung des Pakets durch GLS, deren Mitarbeiter anscheinend keine Kosten und Mühen gescheut haben das Paket auf das Übelste zuzurichten, sind die innenliegenden Essenspakete gerissen und/ oder geplatzt. Mehrere One Heat Kapseln wurden durch die Behandlung der GLS, deren Slogan ja "Qualität hat höchste Priorität" ist, ebenfalls pulverisiert. Spannend. Da kann ich ja wirklich froh sein, dass ich mit GLS nichts aus Glas verschicke. Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr, dass das Paket komplett in GLS Klebestreifen eingehüllt war, als ich es empfangen habe. So kann man Beschädigungen auch überdecken. Interessante Taktik.
 
Wie auch immer sehen so kalorienfreie Nudeln aus:
 
 
Nachdem ich das Kopfschütteln über die Paketbehandlung wieder abgestellt habe, ziehe ich mich wieder um und mache meine zweite Rolleneinheit für heute. Das machen sonst nur Spitzenathleten. Zwei Einheiten an einem Tag. Der Zeugwart fragt mich ob ich zukünftig öfter mit dem Fahrrad zur Couch fahre und ich kann das schon irgendwie bejaen. Die 20 Minuten abendliche Kniebewegung vergehen blitzschnell.
 

Montag, 17. Februar 2014

Fitnessguru - kalorienfreie Nudeln und weitere Überraschungen

Da es mit dem Trainieren und mir derzeit nur mühsam voran geht, wundere ich mich umso mehr, dass in dieser Zeit immer öfter Anfragen kommen, ob ich nicht etwas ausprobieren möchte, um dann einen Blogeintrag darüber zu verfassen. Offensichtlich ist es für manche Anbieter nicht ganz so wichtig, ob ich trainiere oder nicht, sie wissen anscheinend, dass um mich rum ein fleißig trainierendes Volk am Start ist, dass immer mal wieder gern was Neues ausprobiert.
So auch die Vertreter von
http://www.fitnessguru.com/en/startpage

einem Internet Shop, der sich auf den Vertrieb von Nahrungsergänzungsmitteln und einzigartigen Lebensmitteln spezialisiert hat. Offensichtlich entwickelt Fitnessguru die Produkte, die im Shop angeboten werden, maßgeblich selbst.
Zusätzlich gibt es im Portal die Möglichkeit seinen eigenen Blog auf der Fitnessguru Plattform zu betreiben. Das ist aber anscheinend eine beta-Version.

Ich habe heute ein Testpaket in der Post gehabt. Es hat erstaunliche 14 Tage gebraucht um seinen Weg von Schweden nach Deutschland zu finden, aber ob man das dem Shop ankreiden kann? Ich denke nicht. Eher dem Postdienst. 
Im Paket, für das ich lediglich angegeben habe, normalerweise ein Audauersportler zu sein und Interesse an den Fitness Noodles® zu haben, befindet sich eine bunte Mischung.
Bei den Nudeln handelt es sich um die erste Sorte, die komplett kalorienfrei sind. Da bin ich wirklich außerordentlich gespannt drauf. Alles ohne Kalorien schmeckt ja für gewöhnlich nicht sonderlich lecker und so habe ich mir die auf jeden Fall ins Testpaket geordert. Zusätzlich gibt's noch zahlreiche Tütchen mit One Heat Tabletten und drei Packungen One Whey Kiwi Yoghurt. Außerdem gibt es noch einen kleinen Shaker, der die Zubereitung erleichtern soll und ein Shirt.
Shaker gibt es bei Fitnessguru in den wildesten Farben, man kann sie nämlich variable zusammenstellen. Warum man mir also einen rein weißen zuschickt, entzieht sich leider meiner Kenntnis. Offensichtlich wirke ich nicht bunt? Schade eigentlich.
Ich werde nun also in den nächsten Tagen shaken was das Zeug hält und die Produkte von Fitnessguru ausprobieren. Sicherlich freut sich der Zeugwart schon auf ein kalorienfreies Nudelessen.

Sonntag, 16. Februar 2014

Timing ist alles

Ich stehe heute mit dem Zeugwart auf, obwohl klar ist, dass ich beim Rad fahren heute nicht dabei bin. Zumindest nicht draußen. Der Zeugwart hatte nach Gesellschaft gesucht, aber da auf allen Trainingsplänen heute entweder andere Sportarten oder andere Distanzen drauf stehen begibt er sich nach dem Frühstück alleine auf die Ironmanrunde. Ich reiche Überschuhe und Ratschläge an und merke mir die Abfahrtszeit. 4 Stunden stehen auf seinem Plan. Hoffentlich schaffe ich alles, was ich währenddessen machen möchte. 

Da wir heute Nachmittag Kaffeegäste bekommen rühre ich als Erstes gleich die Teige für den Marmorkuchen zusammen. Ich bin nicht im Besitz einer Küchenmaschine, und so jongliere ich zwischen dem Handmixer noch mit den Eiern und kleckere die Küche ordentlich voll. Soll sich ja auch lohnen, immerhin gilt es 4 Stunden zu überbrücken. Als der Marmorkuchen im Ofen ist, spüle ich alles, putze die Küche einmal durch und stelle alles für den Käsekuchen raus. Der Zeugwart fand den letzte Woche so lecker und so will ich ihm eine Freude machen, wenn er später heim kommt. Während ich die Zutaten für den Kuchen verrühre, schaue ich nach draußen und sehe, dass es wie aus Eimern gießt. Wie ätzend. Ich hoffe, in der Wetterau ist das Wetter besser. Nass sind vier Stunden äußerst unangenehm. 

Als ich den Marmorkuchen raus und den Käsekuchen reinstelle öffne ich wegen der Hitze das Fenster in der Küche. Der Nachbar schnuppert und kündigt seinen Besuch in den nächsten Stunden an, weil es sich wohl lohnen könnte, so gut riecht es. 

Während der Käsekuchen backt, ziehe ich mir mein Sportzeug an und baue die Rolle auf. Ohne Widerstand ist ja besprochen und wird deshalb auch 20Minuten lang durchgeführt. Ungewohnt. Schmerzen habe ich keine, aber ich merke auch, dass ich die Bewegung schon lange nicht mehr gemacht habe. Die 20Minuten vergehen wie im Flug. Ratz ratz klingelt der Wecker und zeigt an, dass die Aufgabe zu 100% erfüllt ist. Ich will es nicht übertreiben, deshalb richte ich mich nach dem Wecker und steige ab. 
Das fuhr sich gut und der Käsekuchen ist ebenfalls fertig. Prima Timing. 

Irgendwann beschließe ich, dass es nun an der Zeit ist einen Wassereimer runter zu bringen. Der Zeugwart müßte in der nächsten Zeit wieder heim kommen, und weil es draußen ja mehrfach ordentlich geschüttet hat, denke ich, Wasser zum Rad sauber machen, ist nicht verkehrt. Gerade als ich die Haustür öffne, steht der Zeugwart davor. Klatschnass. Es gießt gerade wieder mal ordentlich. Also schicke ich den klatschnassen Zeugwart hoch, damit er seine nassen Klamotten los wird und auch seine Schuhe wechseln kann. Ich kümmere mich in der Zeit um sein Rad. Ist man Athlet bei mir gibt's wirklich ein "fast" rundum Sorglospaket. Nur duschen muß man selbst. Was ein Timing. 

Die Kuchen schmecken dem Zeugwart und unserem Besuch prima. 

Freitag, 14. Februar 2014

Wasser statt Seil

Nachdem der Arzt ja am Mittag ausdrücklich erwähnte, dass -wenn- ich einen blauen Fleck habe, auch trainiert werden kann, ohne große Anstrengung und ohne eine gegensätzliche Kniebewegung, gehe ich am Abend mit zum Schwimmen und mache einfach. Ich lade heute meinen Sony Schwimmwalkman, damit er mich ein bisschen unterhält, wo ich schon kein offizielles Programm schwimme. Ich packe mir die Platte von Scooter auf den Walkman, da gefällt mir jedes Lied und der Rhythmus paßt immer. 

Weil ich nicht so auf meine Beine achte, sondern sie halt nur ganz locker bewege oder den Pull Buoy festhalte, bekommt mein Oberkörper heute die ganze Aufmerksamkeit. Ob ihm das gefällt stelle ich dann sicherlich morgen fest. Muskelkater kennt mein Oberkörper ja seit vielen Wochen nicht. 

Ich setze heute das Geübte aus dem Zugseil-Training um. Einfach den Arm entsprechend richtig im rechten Winkel anstellen und die Hand, in Verlängerung zum Unterarm, recht starr nach hinten durchziehen. Und zwar ganz nach hinten. Komplett. Bis der Arm zu kurz wird. 


Und dann kann ich toll schwimmen. Unfassbar was ich damit für eine Geschwindigkeit aufbauen kann. Faszinierend. 

Es ist das erste Mal dass ich ganz bewusst den Arm bis nach hinten durchziehe und mich bahnenlang ohne quälendes konzentrieren einfach so schwimmend fortbewege. Und dabei bin ich auch noch zügig unterwegs. Ich mache diese Zugseilübung auf jeden Fall weiter und erinnere mich beim nächsten Schwimmen wieder daran, die Armstellung zu 100% umzusetzen. Dann ist's halt Wasser statt Seil. 



Kein Befund

Obwohl das Wartezimmer auch heute wieder relativ leer ist, sitze ich heute länger. Wahrscheinlich weil es eh wenig zu besprechen gibt? Denn die Sprechstundenhilfe begrüßte mich schon mit dem Hinweis, dass der Befund vom MRT bisher noch nicht da ist. Ich habe gleich ein déjà vue und erinnere mich an die Röngtenbilder aus der Uniklinik die wochenlang auf dem Weg zu meinem Hauszahnarzt waren. Oh je. Offensichtlich sind Produkte der Radiologie nicht immer auf meiner Seite? Die Zusammenarbeit ist auf jeden Fall schwierig, soviel ist sicher.
 
Als ich dann reingerufen werde, sagt mir auch der Orthopäde, dass er heute leider keinen Befund für mich hat. Ich komme mir ein bischen vor, wie bei Heidi Klum... "ich habe heute leider kein Foto für Dich". Ich soll ihm erzählen, was der Radiologe mir nach den Aufnahmen erzählt hat und das tue ich auch. Ich erzähle vom blauen Fleck, von den Dimensionen und davon, dass der Radiologe ansonsten keine Verletzungen auf die Schnelle gefunden hat und Genaueres dann im Bericht beschreiben wird.
 
Er fragt mich nach Knorpelverletzungen und nach Bändern. Aber dazu kann ich nichts sagen. Ich habe dem Radiologen nur zugehört und ihm kaum eine Frage zurück gestellt. Ich bin ja auch kein Arzt.
 
Tja. Und wie verbleiben wir nun? Wenn ich tatsächlich "nur" die blauen Flecken habe, dann wird ab sofort wie folgt verfahren... ich beginne langsam und steigere, wenn ich die Langsamkeit gut vertrage. Langsam  heißt, Rollefahren ohne Widerstand und schwimmen, ohne Anstrengung. Kein Laufen. Ich schwimme nur Kraul, Rücken oder Delphin, kein Brust. Ich vermeide jede Entzündung. Ich mache das so mindestens 4 - 5 Wochen und schaue, wie ich das vertrage. Und dann bin ich wieder drin und darf ein Aufbautraining machen. Der oder die blauen Flecke werden über diesen Zeitraum nicht verschwunden sein, aber sie werden über die Wochen merklich abnehmen. Bis sie ganz weg sind können Monate vergehen.
 
Wenn ich noch was anderes habe, dann müssen wir diese Taktik überdenken. Logisch. Natürlich ist das heute nicht final zu klären, weil die Radiologische Praxis selbstverständlich heute nicht mehr telefonisch zu erreichen ist. Klar. Wäre ja auch zu schön gewesen.
 
In unser Trainingslager kommt mein Rädchen übrigens nicht mit. Es wird sich mit meinen Radschuhen zu Hause vergnügen. Den Radtransport habe ich storniert. Ich werde im Trainingslager offensichtlich viel schwimmen und im Kraftraum sein. Und sicherlich gibt es auch ein Ergometer oder Spinningrad auf das ich mich setzen kann um mein langsames Aufbauprogramm auch auf der Insel weiterzuführen. Ich freue mich auf das Schwimmen, gut, dass ich mit dem Zugseiltraining schon angefangen habe... quasi als Einstieg für das Trainingslager. Es wird auch ein Schwimmtrainer da sein, so dass ich sicherlich trotzdem ein bischen was mitnehmen kann.  Und Laufen wird dann über kurz oder lang sicherlich auch wieder drin sein. Natürlich nicht gleich so wie vorher, aber das ist auch egal. Auf das bischen mehr Zeit wird es dann nicht mehr ankommen.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Die Fremden und die Unsportlichkeit

Ich sehe derzeit offenbar noch unsportlicher aus, als ich aussehe, wenn ich Sport machen kann. Das ist eine Feststellung und keine Frage. Ich zähle mich nicht zu den dynamisch sportlichen Typen und habe schon öfter festgestellt, dass ich ungläubig angeschaut werde, wenn Fremde erfahren, dass ich Triathlon mache. Manche waren schon total schockiert, wenn sie erfuhren, dass ich regelmäßig laufen gehe so dass ich über das Rad fahren oder das Schwimmen einen Mantel des Schweigens gelegt habe. Oft habe ich die Länge unserer sonntäglichen Radausfahrten gekürzt oder ganz verschwiegen und den Fremden anerkennend zugenickt, wenn ich über deren 5km Radtour zur Eisdiele informiert wurde. Jeder Fremde ging automatisch davon aus, dass deren Radtouren oder deren Schwimmen im See sportlicher ist, als das, was ich zu leisten im Stande bin.

Vielleicht geht es hier um die "Kleider machen Leute" Sache? Oder es geht um die Vorurteile, die einfach in den Köpfen der Menschen oft fest verankert sind? Läufer sind drahtig, wie die Kenianer. Triathleten sind immer groß und dünn oder wenn sie schon nicht groß sind, dann sind sie zumindest schlank. Und außerdem sind Triathleten in den Köpfen der Fremden, die ich so treffe, immer Männer.
 
In der letzten Zeit treffe ich viele Fremde. In Arztpraxen oder auf Feiern begegnen mir irgendwie immer Menschen, die das Gespräch suchen. Manchmal finde ich das total passend und manchmal eben auch wieder nicht. Und wenn ich mich dann dazu entschlossen habe, das Gespräch zu erwiedern stelle ich oft fest, dass ein großer Prozentsatz der Fremden es sich zur Aufgabe gemacht haben, mir zu erklären, was sie für tolle Menschen sind. Ich umgebe mich gerne mit netten, großherzigen, freundlichen Menschen. Wer tut das nicht? "Meine" sind immer toll. Dafür brauchen sie aber nichts besonderes zu leisten. Oftmals sind sie einfach schon aus dem Grund toll, weil sie sind, wie sie eben sind. An großartigen Taten oder Künsten mache ich das allerdings nicht fest. Ob jetzt jemand einen Marathon in 3Stunden oder in 5,5 Stunden läuft ist mir genauso egal, wie ob derjenige gar keinen Marathon läuft und die Distanz nicht kennt. Mein Freundeskreis hat nicht nur etwas mit Sport zu tun. Es gibt genug tolle Menschen darin, die keinen Sport treiben, trotzdem wahnsinnig glücklich sind und die ich unheimlich mag.
 
Fremde wollen sich mir oft beweisen. So habe ich zumindest das Gefühl. Es scheint mir, als würde meine Erscheinung sie oft förmlich herausfordern. Ich höre manchmal regelrecht provozierende Worte aus einem Vorstellungsredeschwall heraus und entscheide mich dann nur wirklich äußerst selten zum Gegenangriff. Warum ist das so?
 
Kürzlich zum Beispiel erklärte mir ein Arbeitskollege, dass er jeden Morgen 10km läuft, ehe er zur Arbeit geht. Er hatte wohl von meinem Radunfall gehört und wußte, dass ich ab und an auch laufe, also war sein Thema bei mir richtig platziert. In der Kaffeeküche erfuhr ich nun also von seinen 10km, jeden Morgen und dass er dafür immer zwischen 20 und 30 Minuten braucht. Wow. Natürlich war ich schwer beeindruckt und empfahl ihm, sich beim Deutschen Leichtathletikverband zu melden um Deutschland demnächst International zu vertreten. Ein solches Talent darf nicht einfach unter den Tisch fallen. Der Kollege wollte die morgendliche 10km Strecke -ehe er sich beim Verband meldet- lieber noch mal abmessen um sicher zu gehen. Zeit für ein weiteres Gespräch hatte er seit dem nicht mehr.
 
Gestern lernte ich bei einem beruflichen Treffen eine Dame kennen. Wir haben uns nie zuvor gesehen. Sie erwähnte, dass sie unheimlich viel Sport machen würde und sich demnächst mal an einem Triathlon versuchen möchte. In ihrem Bekanntenkreis gäbe es viele Leute die Triathlon machen. Ich dachte, dass es deshalb nicht schadet, zu erwähnen, dass ich ebenfalls Triathlon mache. Und ihre Reaktion darauf war, dass das zwar schön sei, ihre Bekannten aber einen richtigen Triathlon machen würden. Wie sich ein richtiger Triathlon von der Version die ich mache unterscheidet, darauf ist sie dann allerdings nicht mehr eingegangen. Ihr Eindruck von mir war ganz offensichtlich.
 
Interessant.
 
Eine Mitarbeiterin aus dem Gesundheitswesen, die mich befragte, wie meine Knieverletzung entstanden ist, sagte, dass sie auch schon mal einen Triathlon gemacht hat. Dass man dafür allerdings trainieren muß, das sei ihr nicht klar gewesen, sie hätte das auch ohne Training hinbekommen. Auf meinen leisen Einwand, dass es hier eventuell sein könnte, dass ein Trainingsaufwand erst bei längeren Distanzen Sinn macht, sagte sie nur, dass sie sich beim besten Willen nicht vorstellen könnte, dass die Distanzen die sie absolviert hat kürzer war, als die, die ich absolviere. Macht hier eine Diskussion Sinn? Ich glaube nicht. Also sagte ich nur, dass ich für eine Mitteldistanz durchaus finde, dass Training Sinn macht, weil ich auch schon für "nur" einen Halbmarathon trainiere und den nicht einfach aus der nassen Hose raus laufe und beendete damit das Gespräch.
 
Ich sehe ganz offensichtlich tierisch unsportlich aus.
 

Mittwoch, 12. Februar 2014

Gezieltes schmieren

Vor Wochen, als ich wirklich eine Aufheiterung brauchte, hat mir Eucerin die Aquaphor-Probe zugeschickt. Seit dem schmiere ich und schmiere und schmiere. Meiner Seele hat die angekündigte Überraschung damals sofort sehr gut getan und meine Haut pflegt sie seit dem. Ich habe viele trockene Stellen und einige Narben, die es seit dem Unfall mit einer extra Portion Pflege zu versorgen gilt, als vorher. Und dafür habe ich die Aquaphor Salbe nun einfach mal in den letzten Wochen benutzt.
 
Die Haut um die Narben erneuert sich gerade. Deshalb ist sie sehr angestrengt, oft rot und hält den kalten Wind, der durch die Häuserschluchten fegt, nicht gut aus. Dann wird sie noch roter, spannt und juckt. Meine normale Creme kann ich dann 10mal in der Stunde draufschmieren... die Stellen, die nicht durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurden, sind dann überpflegt und den geschädigten Stellen reichen selbst die 10mal pro Stunde nicht aus. Meine Haut ist sich uneins was das angeht. Sie will punktuell und ganz gezielt versorgt werden.
 
Die Aquaphor Salbe macht das ganz gut. Das Punktuelle und das Gezielte ebenfalls. Sie ist richtig fest, ich brauche nur winzige Mengen um sie aufzutragen und sie hält Wind, Regen und an den Händen auch einer Wäsche stand. Das Jucken meiner Narben hört praktisch sofort auf, wenn ich die Salbe aufgetragen habe. Der Wind ist nicht mehr ganz so schneidend und unangenehm. Die Salbe lindert merklich.
 
Sie bildet einen leichten Film auf meiner Haut, der nicht rückfettet. Ich kann also alles anfassen oder berühren ohne Sauerei zu machen und überall Salbe dran zu schmieren. Das finde ich prima. Und trotzdem merke ich den schützenden Film, der meiner angestrengten, heilenden Haut offensichtlich sehr gut tut. Gerade auf meine Narbe im Gesicht schmiere ich Aquaphor nur 4-5 mal täglich und kann so Spannungsgefühle und das schreckliche Jucken in Zaum halten.
 
 

Montag, 10. Februar 2014

Das hässlichste Treppenhaus der Welt

Obwohl man die Dinge manchmal nicht ändern kann und regelrecht machtlos ist, entweder weil andere entscheiden oder weil die Zeit eben alle Wunden heilt, wenn sie gekommen ist und nicht vorher, ist man vor bestimmten Ereignissen trotzdem aufgeregt. Das ist normal und hat sicherlich trotzdem einen Sinn. Auch wenn sich mir dieser nicht regelmäßig erschließt. Leider.
 
Heute ist so ein Ereignistag, ich habe den MRT Termin. Ich habe dafür einen halben Urlaubstag genommen, denn ich bin seit meinem Unfall ja eh ständig beim Arzt und es empfiehlt sich den bereits bestehenden Unmut darüber nicht weiter schüren. Also erledige ich im zeugwartschen Haushalt allerlei Dinge, ehe ich mich mit genügend Zeitpuffer zum Aufstöbern eines Parkplatzes in das kleine Auto schwinge. Der Zeitpuffer ist nötig, den das empfohlene Parkhaus ist bis in die 12. Etage proppe voll. Und dann auf dem letzten Parkdeck ist alles leer. Das ist nach oben offen und höchstwahrscheinlich deshalb ungern genommen? Ehe ich ewig vor dem Aufzug stehe, laufe ich die Treppen nach unten und stelle unten fest, dass das eine hervorragende Idee war, denn ein weniger schlauer Zeitgenossen hält den Aufzug im Erdgeschoß auf, weil irgend jemand, den er kennt sicherlich gleich kommt und man dann gerne gemeinsam losfahren möchte. Menschen gibt's... ich kann nur den Kopf schütteln. Aber ich sage nichts dazu. Ich habe heute schließlich Besseres vor.
 
Die MRT Praxis finde ich in einem spärlich ausgeschilderten Hauseingang. Ich steige ein extrem unattraktives, sehr verwinkeltes, dunkles und wirklich dreckiges Treppenhaus nach oben und öffne eine notdürftig mit einem Papierschild beschriftete Tür. Und schon bin ich in einer anderen Welt. Nichts erinnert mehr an das dreckige Treppenhaus... hier drin ist alles sauber, weiß mit hellem Holz, ein hübscher Empfangstresen und eine sehr nette Mitarbeiterin begrüßt mich. Die wäre sicherlich auch im Treppenhaus nett, aber hier drin macht es natürlich gleich einen ganz anderen Eindruck.
 
Ich gebe meine Überweisung ab und mein Kärtchen, bekomme ein Merkblatt zum ausfüllen und darf mich setzen. Ich bin 15 Minuten zu früh, fülle das Blatt schnell aus und widme mich dann dem außerordentlich gut sortierten Angebot an verschiedensten Zeitschriften, die hier im Wartezimmer bereit liegen. Pünktlichst um 11:40h, also wirklich exakt zu dem Zeitpunkt, zu dem ich meinen Termin habe, ruft mich eine Mitarbeiterin in die Umkleide. Also das scheint mir hier alles wirklich gut organisiert. Respekt. Wie einen so ein Treppenhaus täuschen kann.
 
Sie fragt, ob der Arzt alles richtig auf die Überweisung geschrieben hat und ob es tatsächlich das rechte Knie ist, um das es geht. Dann erfahre ich, was ich alles ausziehen soll und die Tür schließt sich wieder. Die Patientin vor mir wird in ihre Umkleide "entlassen" und meine Tür geht nur Minuten spatter wieder auf. Das ist hier wirklich Fließbandarbeit wie mir scheint.
 
Ich lege mich auf die fahrbare Liege, soll nochmals so schön lächeln, wie auf meinem Krankenkassenkartenbild und schon geht's los. Meine MRT Untersuchung dauert 20Minuten. Ich nicke etwas ein, denn die Mickey Mouse Ohren schirmen mich gegen die Geräuschkulisse hervorragend ab und schon ist die Dame wieder da und bittet mich, mich wieder anzuziehen. Meine Füße sind kleine Eisklötze.
 
Ich soll dann im Wartezimmer warten, bis die Daten übertragen sind, denn der Arzt schaut sich die Aufnahmen gleich mal an und gibt mir einen ersten Eindruck. Na, hoffentlich ist das nicht zu wissenschaftlich? Ich warte im entsprechenden Zimmer, vergnüge mich mit einer weiteren Zeitschrift und werde zwischenzeitlich darüber informiert, dass die Datenübertragung gerade sehr lange dauert und ich deshalb noch etwas geduldig sein muß. Kein Problem, ich bin tiefenentspannt, weil ich ja erst um 14h auf der Arbeit sein muß.
 
Den Arzt sehe ich heute nicht. Er telefoniert mit mir über mein Knie MRT. Das habe ich ja auch noch nicht erlebt. Sehr interessant, aber offensichtlich äußerst effektiv. Er fragt mich, wie das Dilemma denn passiert sei und nachdem ich ihm alles geschildert habe, erfahre ich, dass der Bluterguß in den Weichteilen um mein Knie noch erheblich sei und es deshalb für ihn ganz logisch ist, dass, und vor allem warum, ich mich nicht so bewegen kann, wie ich es mir vorstelle. Der Bluterguß ist riesig und verhält sich vollkommen normal. Kein Grund zur Besorgnis. Es dauert eben.
 
Er schaut sich alles aber nochmal ganz genau und penibel in Ruhe an und schreibt dann meinem Orthopäden einen Bericht. Für den Moment kann er aber nichts feststellen, was einen Grund zur erhöhten Sorge geben würde. Es kann allerdings auch sein, dass der Bluterguß noch etwas verdeckt, das heißt, Entwarnung auf der ganzen Linie möchte er natürlich nicht geben. Er ist ja auch Arzt und kein Zauberer oder Weissager.
 
Ich verlasse die hübsche, sauberer Praxis mit ihren netten Mitarbeitern und dem Arzt am Telefon über das hässlichste Treppenhaus der Welt, löse mein Auto aus dem Parkhaus aus und fahre mit dem Aufzug nach oben. Als ich aussteige ist mein Auto das Einzige, die oberen drei Parkdecks sind alle leer. Hier gibt es offensichtlich Stoßzeiten?
 
Ein Bluterguß ist in dem ganzen Dilemma wirklich das Beste, was hätte rauskommen können. Der ist nämlich vergänglich und ganz sicher nicht von Dauer. Trotzdem kann man ihn auch nicht weghexen und es wird noch eine Weile dauern, bis ich wieder normal fit bin und mein Knie so belastbar ist, wie ich es mir vorstelle. Das ist zwar gut zu wissen, aber bedeutet eben auch weitere radfreie Wochenenden, keine Läufe, kein Trainingslager und voraussichtlich auch keine Wettkämpfe in diesem Jahr. Ich bin sicher, ich werde mir deshalb gleich von allen Seiten anhören dürfen, dass alles nicht so schlimm ist, ich Glück hatte und mich vor allem nicht so anstellen soll... die Frage ist, was möchte ich davon hören und wie oft?
 

Sonntag, 9. Februar 2014

Wegen Wind nix los

Das Schwimmen fällt am Freitag aus, weil die Bäderbetriebe wegen Sturm die Traglufthalle nicht zur Benutzung frei geben. Und dabei hatte ich mich wirklich außerordentlich auf das Schwimmen gefreut. Ich habe mir so viel vorgenommen... der Pull Buoy und ich hatten große Pläne. Tja.
 
Also fuhr ich im Sturm heim, hoffte, dass mich nichts umherfliegendes trifft und versuchte mich im Trockenschwimmen. Außerdem versuchte ich mich dieses Wochenende auch noch im Mattenathletiktraining ohne Knie. Das ging mehr schlecht als recht und zum schwitzen kam es auch nicht wirklich... aber ich zähle es mal als ein bischen Bewegung, so dass ich zufrieden sein kann.
 
Der Zeugwart fährt am Samstag und am Sonntag viele Stunden Fahrrad. Es macht mich schon traurig zu sehen, wie er sein Rädchen aus dem Keller holt und vom Hof fährt... während ich nicht mitfahren kann. Nicht, dass mein Herz am Rad fahren hängt. Aber es hängt am Zeugwart und ich fand es so schön, dass wir gemeinsam radeln konnten und unsere Zeit so zusammen verbracht haben.
 
Jetzt ist jeder für sich. Viel mehr als sonst. Dafür hat der Zeugwart wenn er vom Sport wiederkommt immer etwas zu essen auf dem Tisch und braucht sich außerdem um das Sauberhalten der Wohnung nicht zu kümmern. Ist fast wie Trainingslager bei uns am Wochenende. Der Athlet wird umsorgt. Für heute backe ich sogar einen Nachtrainingskäsekuchen, der gut ankommt. Irgendwie muß man die vielen Radstunden ja rumbringen.
 
 
Vor morgen bin ich aufgeregt... ich habe ja den MRT Termin. Ob der Arzt mir da gleich etwas sagen kann?
 
 

Mittwoch, 5. Februar 2014

Seelig vor Glück

Ich bin etwas aufgeregt als ich heute früh zum Hauszahnarzt aufbreche. Heute soll es also endlich soweit sein... ich bekomme meinen Zahnersatz und soll dann für die nächsten Jahrzehnte Ruhe haben. Das ist ja mal eine Ansage. Ich habe nun also wirklich lange nichts abgebissen und immer in Stückchen geschnitten und das soll dann jetzt auf einmal wieder vorbei sein? Glauben kann ich das noch nicht.  

Der Engel ist heute früh nicht da. Der hat später Dienst und deshalb wird der Erklärbär bei seinem Gewerk heute von der Road Runnerin unterstützt. Wie bei Road Runners in der Familie üblich, passiert bei mir heute nun fast alles ratzi-fatzi. Hingesetzt, Lätzchen um, Erklärbär gerufen und der ist so schnell zur Stelle, dass ich mich kaum auf meine Bedenken konzentrieren kann. Das ist doch ein Trick hier beim Hauszahnarzt um mir die Nervosität zu nehmen... so muß das sein. Anders als der Engel, der mir mit seiner leisen und ruhigen Stimme die Angst und jegliche Bedenken nahm, macht die Road Runnerin das gleiche mit ihrer Quirligkeit. Ich habe gar keine Gelegenheit für Bedenken.

Wir beginnen sofort. Ich mit Mund aufmachen, der Erklärbär mit der Provisoriumsentfernung und die Road Runnerin mit dem blitzschnellen anreichen, absaugen und abchecken, wie es mir geht. Und zack ist das Provisorium weg und wir sind wieder in der Anprobe. 

Ich fühle mich ein bisschen wie bei den Topmodells, die ab morgen wieder über die Mattscheibe flimmern dürfen. Zähne rein, Zähne raus, Zähne rein, andere Zähne hin und her. Auf und vor allem in meinen Mund werden mehrere interessierte Blicke geworfen. Nur Fotos werden keine gemacht. Dabei habe ich mich extra für die Zähne in Schale geworfen... obwohl der Erklärbär anbietet, ich könne meine Jacke gerne ausziehen. Nun ja. Mein "in Schale werfen" hat offensichtlich nicht ganz den bärigen Geschmack getroffen.

Als alle Jurymitglieder mit meinen neuen Zähne zufrieden sind und auch die Zementfarbe mit Hilfe von extreme haltbarer Vaseline mehrfach ausgetestet wurde, geht's ans Finale. Der Erklärbär macht seinem Namen alle Ehre und ich fühle mich einmal mehr hervorragend informiert. Warum Watte hier, wann wird's naß und warum, wieso wird nun gedrückt und jetzt grad nicht. Ich weiß schnell über alles Bescheid und liege mit geschlossenen Augen, offenem Mund und voller Erwartungen einfach nur rum. Die Road Runnerin und der Erklärbär hantieren manchmal so flott um meinen Kopf herum, dass die geschlossenen Augen für mich absoluten Sinn machen... soviel Schnelligkeit am frühen Morgen ist einfach nicht meins.

Und dann ist alles fertig. Der Erklärbär putzt noch ein bischen mit Zahnseide zwischen den neuen Zähnen und dann bekomme ich den Spiegel gereicht und blicke zurück in den Oktober 2013. Unfassbar. Da sind sie wieder. Meine Zähne. Ich könnte heulen. Vor Glück natürlich. Sie fühlen sich großartig an und ich kann keinen Unterschied zu meinen Zähnen erkennen. Ich bin ganz sicher, frei nach den Topmodells bekomme ich heute ganz ganz sicher ein Foto und bin eine Runde weiter.

Wahrscheinlich bin ich jetzt irgendwie wie im Bann. Ich habe das Gefühl, ich sage gar nicht richtig tschüss. Ich bin irgendwie nicht wirklich bei der Sache als ich mich verabschiede. Ich bin bei den Zähnen. Ich vergesse auch, mir einen neuen Termin geben zu lassen, weil ich so seelig mit meiner Zunge über meine Zähne lecke. Irre.

Später rufe ich dann beim Hauszahnarzt an und entschuldige mich für meine Seeligkeit und dafür, dass ich die Verabschiedung irgendwie nicht so wichtig genommen habe. Außerdem vereinbare ich den Termin zur Nachsorge.

Am Abend fahre ich nochmals in der Praxis vorbei. Der Engel hat Spätdienst und ich habe etwas in der Praxis vergessen, dass ich nun abhole. Und als ich reinkomme, kann ich einfach so strahlen. Und bin gleich wieder seelig. Wie schön es ist, wenn man sich einfach mitfreuen kann, das wissen oftmals nur Engel und ich bin wirklich sehr froh einen kennengelernt zu haben. Engel trifft man einfach nicht so häufig.

Dienstag, 4. Februar 2014

Ganz schön kaputt

Meine Nacht war wieder aufregend. Ich wache ja seit dem Unfall während der Nacht immer mehrfach auf. Entweder einfach so, weil sich mein Kopf denkt, dass wach sein auch eine Option ist, oder weil ich mein Knie umlagern muß. Manchmal komme ich auch komisch an mein Knie und wache wegen Schmerzen auf. Irgendeinen Grund gibt's halt immer. Heute Nacht kam zusätzlich noch der Duschspiegel dazu, der mitten in der Nacht mit lautem Getöse in die Dusche fiel und ich mir überlegt habe, ob das wohl eine weitere Explosion war und ob der Zeugwart und ich die Evakuierung verschlafen haben.
 
Heute früh beschließe ich daraufhin, dass ich mir in der Mittagspause die Reste des AfE-Turms ansehen werde. Der Blick aus dem Bürofenster ist einfach nicht mehr der Gleiche und vielleicht hilft mir der Anblick des Schuttberges beim Abschied nehmen? So melancholisch ist es natürlich nicht. Aber ich bin schlichtweg neugierig. Wieviel Schutt liegt noch? Wie sieht's aus? Und die Frage aller Fragen: schafft mein Knie den Kilometer bis zur Senckenberganlage?
 

Der Anblick fasziniert mich. Der Schuttberg sieht groß aus, aber nicht so groß, wie ich es erwartet habe. Außerdem ist die Luft von Betonstaub geschwängert und feucht. Die  Baume, das Gras und die Blumenrabatten sind alle mit Staub bedeckt und riechen vor sich hin. Viele Passanten halten hier inne, kaum einer eilt vorbei. Die Hochhauslücke ist einfach interessant und der Schuttberg imposant.
 

 
 
Ich habe übrigens Muskelkater. Es ist heute quasi eine Art meiner Muskeln mir klar zu machen, dass es nicht nur ein ganz schön kaputtes Hochhaus gibt sondern dass sie sich ebenfalls ziemlich kaputt fühlen. Ich denke trotzdem, dass ich heute Abend nochmals 20Minuten sporteln werde. 

Montag, 3. Februar 2014

20 Minuten

Es bringt nichts immer nur zu denken, dass man tun könnte oder tun sollte... manchmal ist es besser einfach zu machen. Kürzlich beschloss erst Thomas dass "einfach machen" durchaus eine akzeptable Lösung für viele Dinge ist. Nachdem ich heute mein Abendessen verdaut habe, mache ich es einfach und fange wieder an mich etwas sportlich zu betätigen. 

Ich rudere am Türreck, turne auf der Matte, schone mein Knie und muß mich wundern. Ich merke jeden Muskel und zusätzlich bin ich baff wofür man oder eher ich mein Knie überall gebrauche. Ich kann noch nicht mal richtig auf dem Bauch liegen... Wahnsinn. 

Nach 20Minuten bin ich fertig. Fertig mit dem vorgenommenen Programm und auch sonst fix und fertig. 20 Minuten können ganz schön anstrengend sein. Herrlich. So habe ich mir das vorgestellt. Wahrscheinlich kann ich morgen keine Gabel mehr heben, aber darüber beschwere ich mich dann einfach ein anderes Mal. 

Sonntag, 2. Februar 2014

Er wird mir fehlen

 
 

Der Zeugwart und der Motivator radeln heute mal wieder eine Runde. Allerdings ist das Ziel der Ausfahrt nicht einfach nur das Training, das Sammeln von Kilometern oder das Zusammensein. Heute ist das Ziel der Ausfahrt die Frankfurter Innenstadt in der heute Großes angekündigt ist. Zusammen mit vielen Schaulustigen möchten die Athleten sich heute die Sprengung des AfE Turms ansehen.
 
Da ich nach wie vor nicht mitradeln kann, komme ich auf herkömmlichem Weg nach Frankfurt und fahre durch eine  Auto leere Stadt mit erstaunlich viele Fußgängern. Für einen Sonntag Morgen sind wirklich viele auf den Beinen. So eine Hochhaussprengung ist anscheinend für mehr Menschen interessant.
 
Ich mache noch ein letztes Abschiedsfoto vom Elfenbeinturm, den ich in den letzte Jahren täglich aus meinem Bürofenster neben dem Marriotthotel ansehen konnte und dann öffne ich den Athleten die Tür. Die Stimmung ist gespannt. Eigentlich sind wir ja keine Sensationsgeier, trotzdem sind wir aufgeregt, was gleich passiert und wie diese Sprengung aussehen wird. Wir stehen genau 1000m vom Hochhaus entfernt.
 
Ab kurz vor 10h stehen wir nicht nur 1000m entfernt sondern auch noch in der Kälte. Ich mache nämlich das Fenster auf um einen klareren Blick zu haben. Die Scheiben sind für diesen besonderen Tag nämlich komischerweise nicht geputzt worden. Wir stehen also minutenlang in der Kälte, hören die Signaltöne und dann auch den Countdown.
 
 
 
Und dann ist er weg. Der Turm fehlt ab sofort bei meinem täglichen Blick auf Frankfurt. Ich habe nun neben dem Mariott einen Durchguck. Erstaunlich, wie sehr einem so ein blödes Hochhaus fehlen kann und wie auffällig die Lücke doch ist. Wahrscheinlich hätte ich ihn noch nicht mal erwähnt, wenn mich jemand gefragt hätte, wo mein Bürofenster drauf schaut. Komisch.
 
Der Zeugwart radelt dann natürlich wieder nach Hause, während ich mit dem Auto unterwegs bin. Ich koche ihm was zu essen und merke, dass -obwohl ich ja nur geschaut habe und nicht geradelt bin- dass ich auch ganz schön Hunger habe. Kamera ruhig halten scheint ganz schön an die Substanz zu gehen. 

Samstag, 1. Februar 2014

Zufällige Anprobe

Heute Nacht nutzt mein Kiefer seine ganze Kraft und die provisorischen Vorderzähne brechen. Ich merke das, weil ich ja sowieso öfter nachts wach bin um die Narben nachzucremen oder mein Bein anders zu lagern. Und bei solchen Gelegenheiten checkt meine Zunge offensichtlich mehr oder weniger zufällig die Zahnfront und stellt fest, dass da was nicht stimmt. 

Mitten in der Nacht kann ich daran nichts ändern und so schaue ich mir das Dilemma nun also nach dem Aufstehen erst mal im Spiegel an. Tja, das sieht man eindeutig... nicht nur als Erklärbär oder als Engel... das Provisorium habe ich klein gekriegt. Gut, dass der Hauszahnarzt auch heute Dienst tut, manchmal muß man einfach Glück haben! 

Ich darf um 9h gleich kommen und als der Erklärbär einen Blick in meinen Mund wirft ist ihm sofort alles klar. Meine Zunge hat's einfach drauf und ist im ertasten von Zahnfrontunstimmigkeiten ganz vorne mit dabei. Das Provisorium ist gebrochen. Der Engel darf sich kümmern und es reparieren. Während im Himmel also die Vorbereitungen laufen, damit ich bis kommenden Mittwoch nicht allzu übel im Vorderzahnbereich aussehe, holt der Erklärbär meine neuen Zähne für eine erste Anprobe. 

Ich schaue derzeit gerne "How do I look?" und da gibt's ja ständig Anproben...aber Zähne habe ich bis jetzt da noch keine gesehen. Ich habe auch noch nie von einer Zahnanprobe gehört. Sehr amüsant. Der Erklärbär prüft die Farbgebung und ist zufrieden. Wir, also natürlich er, muß Mittwoch noch ein bisschen am Zahn nacharbeiten, aber dann paßt es. Das ist zumindest der Plan. 

Dann kommt der Engel aus dem Himmel zurück und setzt mir das neue Provisorium ein. Und krach, geht's kaputt. Oh je. Was ist da bloß passiert? Manchmal sind Engel einfach nur Menschen... und so gab's eine Verwechselung. Das richtige Provisorium geht nicht kaputt, als der Engel es mir einsetzt und so spaziere ich keine 10Minuten später wieder aus der Praxis. Die letzten drei Tage schaffe ich locker. 

Als ich heim komme, macht sich der Zeugwart gerade auf seine heutige Radtrainingsstrecke. Bei 0Grad schreibt der Trainer 2,5Stunden radeln in den Plan. Gut, da wird er sicher seine Gründe für haben. Ich räume schon mal das trockene Schwimmzeug aus der Badewanne, so dass der Zeugwart, als er nach der Trainingsfahrt zurück kommt gleich in die warme Wanne hüpfen kann. Wenn man schon selbst keinen großartigen Sport machen kann, dann wenigstens anderen ihren Sport so angenehm wie möglich ummanteln. Der Zeugwart ist dankbar und taut nach seiner Rückkehr in der warmen Wanne mit dem Wärmebadezusatz auch tatsächlich wieder vollständig auf. Gott sei Dank. 

Freitag, 31. Januar 2014

Die Ehrfurcht und das Gemüt

Ja, es ist mir bewußt, dass ein heilendes Knie kein Weltuntergang ist, dass ich Glück hatte bei dem Radunfall und dass ich froh sein kann, dass die Genesung schon so weit fortgeschritten ist. Ich weiß ebenfalls, dass irgendwann sicherlich alles wieder paßt. Ich bin weder unerfahren, noch dämlich. Ich habe einfach Gefühle, weil ich ein Mensch bin.
 
Blogeinträge sind Momentaufnahmen und deshalb durchaus lebensecht, wie es eben gerade in dem Moment so zugeht. Das menschliche Gemüt, und meines im Besonderen, kann nicht immer himmelhochjauchzend sein, es braucht Abwechslung. Mein Gemüt ist vielschichtig und wandelbar. Und manchmal ist es durchaus ok, wenn es nachdenklich ist. Das läßt Raum zum durchatmen und öffnet die Augen. Es ist auch in Ordnung, wenn es mal traurig ist, denn so kann es sich in seiner Wandelbarkeit üben. Immer nur das Gleiche ist manchem Gemüt eben auf Dauer langweilig.
 
Ich brauche deshalb trotzdem nicht die permanente Gemütsabwechslung. Manchmal hab ich's einfach gerne konstant. Aber anscheinend ist mir die Konstanz derzeit nicht vergönnt. Aber das wird die Welt nicht davon abhalten sich einfach weiterzudrehen und mich nicht davon, dass ich morgen früh einfach wieder aufstehe.
 
Beim gestrigen Telefonat mit dem Trainer wurde mir bewußt, dass mein Oberkörper, bis auf die Zähne ja durchaus fit ist. Ich werde mich also ab sofort mehr mit dem beschäftigen was geht, als mit dem, was nicht geht. Das ist ja generell eine gute Idee, auch für andere Lebensbereiche.
 
Ab morgen möchte ich mich also mit dem Zugseil beschäftigen und ein bischen Abwechslung in meinen Alltag bringen. Ich spüre schon, wie das Türreck und die Hanteln vor Ehrfurcht und Angst erschaudern.
 
 

Donnerstag, 30. Januar 2014

Kein Radtransport

Im letzten Jahr, als ich noch große private und sportliche Ziele für 2014 hatte, haben sich der Zeugwart und ich für ein zielentsprechendes Trainingslager angemeldet. Passend dazu wurde der Trainer informiert und versprach den Trainingsplan entsprechend zu stricken, so dass ich das Trainingslager mit den anderen Athleten in der Gruppe überstehen könnte. Der Winter sollte mich mit langen Radausfahrten und längeren Laufeinheiten auf das schöne Wetter und die Belastung während des Aufenthaltes einstimmen und vorbereiten.
 
Der Winter kam bisher irgendwie nicht. 
 
Die letzte Radausfahrt endete jäh und total anders als geplant. Der 16. November letzten Jahres hat meine Pläne irgendwie total durchkreuzt, so dass ich mir monatelang keinen Gedanken mehr über Training machen konnte. Meine bisherige Trainingszeit habe ich mit Eisbeuteln, Pflasterwechseln und Arztbesuchen rumgebracht, aber eine Vorbereitung für mein Trainingslager im direkten Sinne hat nicht statt gefunden. Obwohl der Trainer selbstverständlich jederzeit alle Register hätte ziehen können. Aber wenn der Athlet nicht kann, bringt der beste Trainer nichts.
 
Heute habe ich mich nun also bei der Fluggesellschaft erkundigt, ob ich das als Sportgepäck angemeldete Fahrrad mit der Transportgebühr stornieren kann. Es ist mittlerweile nämlich leider sehr absehbar, dass das Rädchen und ich auf der Insel nicht zusammen unterwegs sein werden. Wenn überhaupt verbringe ich Zeit in meinen Laufschuhen, im Wasser oder im Kraftraum. Und so, wie es derzeit aussieht, werden die Laufschuhe zu Gehschuhen umfunktioniert. Mehr wirds wohl nicht sein. Wahrscheinlich werde ich meine Augen trainieren und die ganze Zeit lesen dürfen.
 
Oh je. Ich bin sehr pessimistisch eingestellt im Moment. Es ist aber auch einfach zu deprimierend, wenn einfach alles anders verläuft, als man es sich erhofft hat oder wünscht. Und man kann einfach wenig dafür oder dagegen tun. In manchen Themen bin ich einfach machtlos und das paßt mir überhaupt nicht. Es ist regelrecht frustrierend. Da hilft der beste Genesungswunsch nichts.
 
Ich muß mich also regelrecht zwingen, dass ich das Positive sehe. Wobei das bei einem Radunfall ja schon der Hohn in sich ist. Trotzdem. Ich bin gimpflich davon gekommen. Natürlich. Ich sehe allerdings das hier und jetzt und wenn ich mir das zu Gemüte führe, könnte ich trotzdem heulen. Gimpflich oder eben nicht. Warum ist der Unfall überhaupt passiert? Wann kann ich hier mal wieder was schönes schreiben? Etwas über Sport, was mich betrifft? Man, ich lasse mich hängen. Aber manchmal ist das eben so. Und ich habe auch nicht das Gefühl, als könnte da etwas gegen helfen. So ein Strudel ist tückisch. Wenigstens erkenne ich den Strudel. Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen.
 
 
 

Mittwoch, 29. Januar 2014

Bescheidener Winter

Der Zeugwart hat wirklich bemerkenswerte Einheiten auf seinem Trainingsplan stehen. Wahrscheinlich finde ich sie noch schlimmer, weil ich ja derzeit vollkommen untrainiert bin und mir noch nicht mal 10Minuten auf der Rolle zutraue. Allerdings ist es für den Zeugwart auch anstrengend. Aber immer, wenn er heim kommt, sehe ich ihm an, wie sehr er das Training insgeheim doch genossen und seinen inneren Schweinehund im Körbchen gelassen hat. Irgendwie wirkt er dann selig.
 
Nach jeder Einheit, wenn er mir von der Trainingswelt berichtet und ich still und leise traurig darüber bin, dass mir mein Knie schon bei der Treppe zur Eingangstür weh tut, stellen wir fest, dass er schneller wird oder sein Puls bei gleicher Geschwindigkeit tiefer liegt. An mir konnte ich diese Entwicklungen bisher nie feststellen... aber der Zeugwart ist hier, trainingstechnisch gesehen, ein wirklich hervorragendes Sport-Entwicklungs-Forschungsobjekt.

 
Als Forschungsobjekt, allerdings für Waschmittel, hat der Zeugwart nun auch seine Teamjacke auserkoren. Wir waschen unsere Sportwäsche seit Jahren mit Perwoll Sport und sind zufrieden. Nach der letzten Trainingseinheit allerdings, müssen wir feststellen, dass die Reinigungskraft von Perwoll Sport leider auch mal an ihre Grenzen stößt. In diesem bescheidenen Winter, der -zumindest im Rhein-Main-Gebiet- nur mit Regen, Schlamm und Straßendreck glänzt, findet sich eben auch nur genau diese Dreckauswahl auf den Sportklamotten. Das Forschungsobjekt wird leider nicht richtig sauber. Es ist fast so, als hinterläßt Perwoll Sport gewisse Drecktrophäen auf der Jacke, damit jeder sehen kann, dass die Jacke zum Training auch benutzt wird.
 
 


Dienstag, 28. Januar 2014

Einsames warten

Die Herrschaften sind fertig mit dem My Protein Produkttest. Alle Pülverchen sind leer. Und das, obwohl der Motivator mittlerweile einen Plastikshaker zusätzlich zum Cocktailshaker in Gebrauch hat. Der Zeugwart hat sein trainingsreiches Wochenende mit zahlreichen Einheiten, die der Trainer aufgeschrieben, und er ohne Murren umgesetzt hat, beendet und dabei zwischendurch die Speicher mit Recovery XS aufgefüllt. Ab und an gab es zum Frühstück den Whey Drink, so dass die sportlichen Tage zumindest was den Auffüllfaktor besser nicht hätten gestaltet werden können. Alles in allem waren die Herren durchaus mit den beiden Produkten zufrieden. Geschmacklich war's total prima. 

Heute kümmere ich mich, außer um den Cocktailshaker und den familiären Trainingsfleiß auch noch um mein Knie. Immerhin hat der Trainer mit einen Orthopädentermin besorgt und so setze ich natürlich alles dran überpünktlich vor Ort zu sein. Es darf einfach nichts dazwischen kommen und verhindern, dass ich mein Knie heute dem Arzt vorführe. 

Ich bin tatsächlich überpünktlich dort, gebe die lustige Überweisung und den Arztbrief aus dem Krankenhaus ab und fülle einen zweiseitigen Anamnesebogen aus. Der Arzt will es genau wissen. Das ist nicht unsympathisch. Also einer, der es genau nimmt. 

Ich sitze im Wartezimmer und bin einsam. Außer mir ist keiner da. Die Praxis muß wahnsinnig gut organisiert sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Als ich reingerufen werde, kommt die nächste Patientin ins Wartezimmer. Wirklich außerordentlich... ich kenne in der letzten Zeit hauptsächlich Wartezimmer, die ziemlich voll sind. Das hier ist besonders. 


Der Arzt hört sich meine Geschichte an, dann schaut er aufs Knie, rückt, drückt und zieht, tastet -auch da, wo es ziemlich weh tut- und kommt zu dem Schluß, dass er unbedingt genauer wissen muß, wie das Knie jetzt, nachdem die Wunde verheilt ist, innen aussieht. Er kann Gewebe fühlen, wo es mir weh tut, was da nicht unbedingt hin gehört, aber er möchte sicher gehen. Das verstehe ich. 

Ich bekomme eine Überweisung zum MRT und einige Visitenkarten und soll schnell wiederkommen. Natürlich nachdem das Knie zu Gast im MRT war. 

14 Telefonate später habe ich einen MRT Termin für den 10. Februar und einen weiteren Orthopädentermin am 14. Februar. Dann kann man sich nämlich sicher sein, dass die MRT Ergebnisse bis dahin beim Orthopäden vorliegen. Unnötig zu erwähnen, dass ich auch bei diesen Telefonaten MRT Termine Ende April angeboten bekam. MRT Termine sind genau so ein Abenteuer wie Orthopädentermine, soviel ist sicher. 

Montag, 27. Januar 2014

Der Weg nach oben

Hans-Jürgen Kaschak, selbst jahrelang im Leistungssport aktiv, hat es sich zur Aufgabe gemacht, dass ich mental topfit werde. Bei mir wäre es zwar im Moment fast genauso wichtig körperlich fit zu werden, aber das weiß Hans-Jürgen (wir duzen uns nämlich, seit der ersten Minute) natürlich nicht. Seine DVD Sportmental Training entführt mich erst mal in die Berge. Hübsch hat er es da, neben der Almscheune mit dem Bergpanorma im Hintergrund. Die Vögel zwischern im Hintergrund, ansonsten gibt es nichts, was mich von der Alm oder ihm ablenken könnte.
 
Die Kameraführung finde ich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich gewöhne mich schnell und bin -was das angeht- sowieso nicht besonders anspruchsvoll. Ich lerne Hans-Jürgen von allen Seiten kennen, außer von hinten... und die Kameraführung gibt wirklich alles: vorne, seitlich, nah und fern, ranzoomen, aufziehen... es ist wirklich alles drin.
 
Wichtige Begriffe werden neben Hans-Jürgen und auf der Hintergrundscheune als Wörter eingeblendet, während er redet. Das heißt, ich bekomme nicht nur etwas erzählt... z.B. bla bla bla Trainer bla bla sondern, während Hans-Jürgen spricht, wird "Trainer" auch gleichzeitig eingeblendet. Manchmal verschwinden die Begriffe meines Erachtens allerdings zu schnell, oder es werden zu viele gleichzeitig oder kurz nacheinander eingeblendet. Das ist dann fast wie ein Untertitel. Grundsätzlich eine gute Idee, aber nicht ganz so perfekt umgesetzt. Während ich lese, kann ich dann nämlich nicht gleichzeitig gut zuhören und komme dann nicht immer gut mit.
 
Hans-Jürgen führt durch viele Einzelthemen, die auch unabhängig voneinander Sinn machen. Allerdings ist es sicherlich -zumindest für den Mentaltrainings-Ersttäter- sinnvoll, die DVD wenigstens einmal von Anfang bis Ende durchzuschauen.
 
 
Ob ich mir tatsächlich einen "Positiv-Ordner" einrichte, der mich bei schwierigen Situationen wieder zurück zur Freude des Lebens führt, weiß ich allerdings nicht. Solche Ratschläge finde ich leicht esotherisch angehaucht und überflüssig. Auf die "Erfolge meines Lebens" kann ich durchaus auch ohne "Positiv-Ordner" zurückblicken. Trotzdem kann das natürlich hilfreich sein, das will ich keinem absprechen. Die DVD ist ja tatsächlich nicht nur rein für mich gemacht, sondern für jeden. Da darf es auch mal etwas sein, was ich nicht umsetzen möchte.
 
Ich muß zugeben, dass ich mit Hans-Jürgen tatsächlich noch mehr Zeit verbringen muß, weil mir seine ganzen Ratschläge und Methoden einfach für einmal schauen zu viel sind. Ich kann mir nicht 107 Minuten Tipps merken. Ich muß ja außerdem auch noch aussortieren, was ich umsetzen kann und will. Was ich gut anwenden kann und was ich weniger praktikabel finde. Triathlon ist kein Fußball, trotzdem glaube ich, dass alles, was Hans-Jürgen anbringt gerade auch für (m)einen nächsten Triathlonwettkampf passend sein kann.
 
Besonders was die Übungen angeht, werden Hans-Jürgen und ich also nochmals in Kontakt kommen. Die DVD trägt die Beschreibung "Dein Begleiter auf dem Weg nach oben" und ich bin gespannt, ob mir die ein oder andere Übung dabei tatsächlich helfen kann.
 
Mentale Stärke ist ja ein oft genannter Erfolgsfaktor im Triathlon, wenn sich die Athleten über die Langdistanz quälen. Manchmal ist es dann einfach nicht mehr der Trainingszustand, sondern eben nur noch der Wille. Wer will den Erfolg mehr? Der Weg nach oben ist also auch ein Willensweg. Ich bleibe dran, am körperlichen fit werden und am Mentaltraining. Und irgendwann paßt dann sicherlich beides.
 


Freitag, 24. Januar 2014

Schmierzettel

Wegen 30Minuten schwimmen ins Schwimmbad zu fahren lohnt sich nicht wirklich. Da der Zeugwart aber locker eine Stunde schwimmt, sind das dann zusammen schon 1,5 Stunden und schon lohnt sich der Weg ins Riedbad heute Abend wieder. Wir sind etwas zu spät, so dass die Vereinsmeute schon am umziehen ist als wir kommen. In der Damenumkleide komme ich bei den Gesprächen deshalb heute nicht so ganz mit. Manchmal ist es schwer reinzufinden, wenn man nicht von Anfang an dabei ist. Sehr lustig. 

Ich habe heute bevor wir gefahren sind noch schnell einen Technikplan auf einen Schmierzettel geschrieben... auf der Arbeit hatte ich nämlich keine Zeit mir dazu etwas zu überlegen. Ich nutze die Techniktrainingtipps von swim.de und zaubere irgendetwas auf das Papier. Wahrscheinlich weigert sich der Zeugwart sowieso, der Fremdvereinsfan gibt sich Mühe und ich schaffe nur die Hälfte maximal. Aber ich schwimme ja auch nur 30min. Maximal. 

Heute tut mir mein Knie schon nach 20Minuten weh. Es ist ordentlich angeschwollen. Gut dass am Dienstag der Arzttermin ist. 

Weiterhin viel Spaß beim "Sport".

 
 
Weil ich davon ausgehe, dass ich irgendwann, wenn es denn meinem Knie wieder genehm ist, auch mal wieder auf dem Fahrrad sitzen und treten kann, habe ich meinen kaputten Gore Rad-Winterhandschuh im Dezember zur Reparatur eingeschickt. Er ist bei meinem Radsturz durchgescheuert und hat ein Loch davon getragen, da wo mein Handrücken ebenfalls eine tiefe Wunde hatte. Da der Handschuh ansonsten top ist und ich noch niemals vorher so hervorragend warme Hände hatte, wie mit diesem Paar, habe ich bei Gore in Erfahrung gebracht, dass man die Sachen reparieren lassen kann. Den Tipp dafür bekam ich bei Hibike als der Zeugwart dort zum stöbern war.
 
Der Service der Reparaturwerkstatt war wirklich vorbildlich und so sendete ich den kaputten Handschuh im Dezember ein und bekam ihn, wegen Urlaubspause, über die ich aber wirklich nett informiert wurde, diese Woche wieder zugeschickt. Dabei war ein herrliches Anschreiben, dass ich unmöglich einfach so weglegen konnte. Man wünscht mir zukünftig weiterhin viel Spaß beim "Sport". Wie darf ich das verstehen? Dieser Wunsch hat mir auf jeden Fall ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert.
 
Die Handschuhreparatur ist prima geworden. Klar sieht man, dass da etwas repariert wurde, aber so kann ich den Handschuh auf jeden Fall noch beim "Sport" tragen. Wenn ich den irgendwann mal wieder machen kann.
 
Wegen des Orthopädentermins hat mein Trainer übrigens das Wunder überhaupt geschafft. Er hat mir einen Termin besorgt. Am Dienstag. Und zwar nicht an einem Dienstag im April oder Juli. Am kommenden Dienstag. Mein Knie und ich dürfen schon am 28. Januar zum Orthopäden! Der Trainer ist einfach toll. Ich muß mir ein Dankeschön für ihn einfallen lassen... denn das ist wirklich kaum wieder gut zu machen. Er will sein kleinstes Licht also bald wieder unter den aktiven Lichtern sehen und unterstütz wo er nur kann. Ich bin so froh, so einen Trainer zu haben. Manchmal hat man einfach Glück... und dieses Mal war ich dran.
 

Mittwoch, 22. Januar 2014

Die Fleißigen

Der Flitzer trainiert so fleißig, dass ich seine Testrückläufer aus den MyProtein Produkten wirklich nur bedingt aufschreiben kann. Es macht mich schlichtweg fertig, was da an Training abgespult wird und vor allem, wie er dabei und danach noch so drauf ist. Ich glaube der Flitzer hat dieses Jahr wirklich Großes vor... zumindest sieht sein Training wirklich danach aus. Er schwimmt laut Trainingsplan 3,5km vor der Arbeit und danach gibts dann Impact Diet Whey zur schnellen Regeneration. Das schmeckt den Herren ausnahmslos ganz hervorragend. Der Flitzer hat danach dann erst zum Mittagessen wieder Hunger und verspeist, wie sich das für einen richtigen Eisenmann gehört Burger und Pommes. Das muß ganz offensichtlich auch mal sein, bei einem solchen Trainingsplan.
 
Der Motivator berichtet nach den L-Carnitin Pferdetabletten von einem vulkanartigen Anstieg seiner Körperkerntemperatur. Zumindest fühlt er sich so... ich habe selbstverständlich keinen Fühltest gemacht, bin ja keine Krankenschwester. Da verlasse ich mich ganz auf sein Körpergefühl. L-Carnitin soll ja bei der Fettverbrennung helfen, zumindest gibt es dazu entsprechende Angaben. Das könnte also im wahrsten Sinne des Wortes dafür sprechen, dass dem Motivator nach der Einnahme heiß wird. Wir werden das beobachten. Natürlich auch, ob Fett verbrannt wird. Es geht hier also um eine Gesamtbetrachtung.
 
Der Zeugwart zieht sein Training ebenfalls knallhart durch und läuft und fährt Rad ganz wie es der Trainer wünscht. Sie sind alle sehr fleißig. Im Training und im testen. Das gefällt mir gut.

Dienstag, 21. Januar 2014

Das musste einfach sein

Bislang hat sich noch kein Orthopäde im Rhein-Main Gebiet mit einer Verfügbarkeit gezeigt und ich muß zugeben, irgendwann wird selbst jemand mit einem großen Engagement der ständigen Gleichgültigkeit und den Absagen müde. Mittlerweile arbeitet nicht nur meine Krankenkasse sondern auch der überweisende Arzt mit Hochdruck an der Problemlösung und ich bin gespannt, was der Druck bewirkt. Dem Knie geht es wie in den letzten Wochen. Es findet bewegen nicht so prima und wird deshalb ab und an ziemlich dick und die blauen Flecke schmerzen und halten mich oft wach. Ich kann aber weiterhin jede Bewegung (außer hinknien) machen und habe dabei keine Schmerzen. Strecken, Beugen, Treppe hoch, Treppe runter... alles geht.
 
Ich habe schlechte Laune. Diese Arztodysee zieht mich runter. Ich fühle mich nicht Ernst genommen und unwichtig. Ganz offensichtlich ist es vielen Ärzten und Arzthelferinnen egal, ob ich schlecht schlafe oder nicht und ob ich laufen gehen kann. Sie haben andere Sorgen. Das ist mir auch klar. Ich bin nicht der Nabel der Welt. Trotzdem finde ich wirklich, dass mein Knie eine gewisse Fürsorge verdient hat. Und meine Seele auch.
 
Vor Monaten schon habe ich die Eintrittskarte irgendwie organisiert und bin heute heilfroh, dass die Herren genau jetzt in Frankfurt vorbei kommen um mich aufzuheitern. Ich bin sehr glücklich, dass mich der Unfall nicht so hemmt, dass ich nicht hingehen kann.
 
Ich habe heute einen wahnsinnig tollen Abend mit Scooter und hoffe, dass ich bald wieder so toll rumhüpfen kann, wie HP.
 

Der hat eine Kondition, die sich gewaschen hat. Unfassbar, was der rumspringt. Herrlich. Das Konzert hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen... und wenn mir mein Knie irgendwann mal Bewegung nicht mehr übel nimmt, dann hole ich das ganze Rumgespringe auch ausgiebig nach.
 
Das musste einfach sein und hat meine Laune massiv angehoben. Danke, Scooter... ich war heute Abend wieder mal jung und ohne Sorgen. Das habt Ihr gut gemacht.

Schmieren für die Seele

Manchmal geschehen eben einfach Zeichen und Wunder und es gibt Überraschungen, die ich irgendwie schon vergessen hatte und die dann genau zur richtigen Zeit eintreffen. Meine gute Laune hält sich dank Knieodysee, Zahnbaustelle und allgemeiner Arbeitsbelastung derzeit ja bekanntlich massiv in Grenzen und so bin ich wirklich außerordentlich hoch erfreut, dass Eucerin es geschafft hat, mir mein Testpaket, was zugegebenermaßen angekündigt -aber von mir irgendwie in eine Vergessenschublade gesteckt wurde- genau passend als Stimmungsaufheller zuzusenden.
 
Angekündigt war das Testpaket mit der Eucerin Aquaphor Repair-Salbe natürlich, trotzdem hatte ich es einfach verdrängt. Gestern ist es dann eingetroffen und wurde vom Zeugwart unübersehbar auf dem Esstisch platziert. So ein Testpaket auszupacken ist immer schön. Meistens gibt es neben dem eigentlich Testprodukt nämlich auch noch genaue Erläuterungen, die man sich sonst umständlich zusammensuchen muß, wenn man interessiert ist, oder die man sonst einfach nicht erhält. Dann weiß man gar nicht, wie gut ein Produkt eigentlich ist, oder für was man es sonst noch so anwenden kann, man nutzt es einfach für die bekannte Sache und fertig. Der Mehrwert des Produktes wird -zumindest bei mir - dann manchmal einfach nicht erkannt und damit dann natürlich auch nicht genutzt. Im Eucerin Testpaket ist zusätzlich zur Testsalbe auch noch ein Handtuch als Geschenk. Es ist bestickt und gefällt mir gut. Handtücher kann man als Sportler, und das will ich ja bald wieder sein, wenn alle Körperteile wieder ihrer ursprünglich angedachten Funktionalität nachgehen können. Warum man allerdings ein weißes Handtuch beilegt erschließt sich mir nicht. Klar, einem geschenkten Gaul und überhaupt... muß es ja zur Corporate Identity passen. Ich glaube allerdings, dass ein rotes oder dunkelblaues Handtuch den meisten Läufern und Triathleten weitaus lieber gewesen wäre. Bei mir liegt ein Handtuch meist auf einer Matte, wenn ich Turnübungen mache, oder es fristet sein Dasein in einer Sporttasche, oder liegt unter der Rolle. Und weiß finde ich da immer eine blöde Farbe.
 
Die "neue" Aquaphor Repair-Salbe von Eucerin mache ich gleich auf. Ich habe immer trockene Stellen an den Händen und Beinen und gerade die gerade mühsam verheilten Schürfwunden freuen sich bei diesem Wetter immer über eine extra Portion Creme. Eucerin Aquaphor Repair-Salbe ist in den USA schon lange bekannt und bewährt und nun eben auch in Deutschland am Start, daher steht das "Neu" in Anführungszeichen. In meinem Anwendungsbereich, außer, dass ich zu trockener Haut neige, die sich immer über ein bischen Pflege freut, die länger vorhält, wird Aquaphor vor allem beim Schwimmen, Laufen und Rad fahren zur Anwedung kommen. Die Salbe hilft bei der Heilung, soll allerdings auch vorbeugend gut gegen das Wund scheuern sein. Das passiert ja immer mal wieder, egal wie gut was sitzt oder nicht. Gerade beim Rolle fahren bin ich gerne präpariert... wenn ich denn fahren kann.
 
Mein erster Eindruck der Salbe ist positiv. Sie läßt sich, trotz relativ starrer Konsistenz, super gut verreiben, zieht sauber und flott ein und hinterläßt keine schmierigen Rückstände auf der Haut. Das heißt, hätte ich nicht die Hände, sondern die Beine oder den Hintern eingecremt, dann könnte ich mich innerhalb kürzester Zeit anziehen ohne eine Sauerei an den Klamotten zu haben. Das finde ich gut. Langfristig werde ich nun also regelmäßig schmieren und auch den Zeugwart und den Motivator bitten, ihre Belastungstests mit der Salbe vorzunehmen und mir zu berichten.

Montag, 20. Januar 2014

Patienten wie ich

Heute früh muß ich unter der Treppe etwas hochholen und kann nicht. Nur mit Mühe verbiege ich mich so, dass ich ohne zu knien, denn das ist schmerzhaft, dran komme. Ich bin wütend darüber. Das ist kein toller Tagesbeginn.
 
Und dann das.
Es ist wirklich unglaublich, was ein einzelner Arztbesuch an Depressionen hervorrufen kann. Ich bin heute wirklich entmotiviert worden. Mit einem Schlag. Mein Knie braucht Zeit. Das sagt jeder und es ist mir auch klar. Es war eine schwere Verletzung und die ist halt nicht weggehext...
 
Der Arzt möchte trotzdem, dass ein Orthopäde sich mein Knie anschaut. Der blaue Fleck hält sich einfach zu lange. Nicht, dass doch noch etwas verletzt ist, was man bisher unberücksichtigt gelassen hat. Vielleicht hilft auch Physiotherapie? Man weiß es nicht.
 
Ich bekomme eine Überweisung zum Orthopäden und eine Empfehlung, wo ich hingehen soll. Ein Traumaspezialist soll es sein, der viel Erfahrung mit Sportunfällen hat. Auf der Überweisung steht Leistungsportlerin drauf. Ich wäre viel besser trainiert als der Ottonormalpatient und deshalb muß der Kollege entsprechend informiert werden. Ach was. Das ist das Einzige was mir heute ein Lächeln auf das Gesicht zaubert.
 
Der Anruf in der Praxis bringt Ernüchterung auf der ganzen Linie. Erst darf ich entweder die 2 für Privatpatient oder die 1 für Kassenpatient drücken. In der Leitung für Privatpatienten geht sofort jemand dran, der mich dann rüde auflegt und vorher mitteilt, dass ich mich verdrückt habe. In der Leitung für Kassenpatienten antwortet ein Automat, dass alle Mitarbeiter am Patienten seien und ich deshalb später nochmals anrufen soll. Als ich irgendwann später, nach endlosen Warteschleifen und vielen Versuchen einen Menschen an der Kassenpatientenstrippe habe und mein Anliegen schildere, bekomme ich als nächstmöglichen Termin Ende April genannt. Allerdings werden derzeit noch keine Termine für Ende April vergeben, weshalb ich mich einfach irgendwann in der nächsten Woche noch mal melden soll, dann wäre der Terminkalender für diesen Zeitraum im April sicherlich geöffnet. Ahja. Ende April also.
 
Auch auf meine Nachfrage, wie man sich das denn nun zwischenzeitlich vorstellt, weil ich ja akut Schmerzen habe und den Arztbesuch jetzt brauche, bekomme ich nur die Antwort, dass es früher nicht geht und man mir noch einen angenehmen Tag wünscht. Der Hohn schlechthin. Das ist einfach unfassbar. Ich führe viele Telefonate dieser Art am heutigen Vormittag. Und meine Laune wird immer mieser.
 
Meine Krankenkasse hat extra einen Servicebereich, der nur dafür eingerichtet ist, um Patienten wie mir dabei zu helfen einen zeitnahen Termin bei dem Facharzt zu bekommen, für den sie eine Überweisung vorliegen haben. Einen extra Service! Was ein Kostenfaktor. Ich kann das kaum glauben. Aber ganz offensichtlich ist diese Einrichtung mehr als notwendig. Das hätte ich niemals gedacht. Ist ja nicht so, als wohne ich auf dem Land und im Umkreis von 200km gibt es keine Ärzte, ich wohne im Rhein-Main-Gebiet!
 
Ich warte nun also ab, was meine Krankenkasse für mich erreichen kann. Solange habe ich einfach weiter Schmerzen und bin unbeweglich und deprimiert. Hoffentlich kommt nicht noch die Behandlung mit Stimmungsaufhellern hinzu...