I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 12. Juni 2013

Mein Zeitsprung beim JP Morgan Lauf

Schon mein Arbeitsweg heute früh ist abgesperrt, ich kann nicht aus dem Auto mal schnell auf den Bürgersteig hüpfen, weil überall große Gitter die Strasse begrenzen. Frankfurt bereitet sich mal wieder auf einen Massenansturm an Lauffreudigen vor. Heute findet in der Innenstadt, rund um die Alte Oper, wieder der JP Morgan Corporate Challenge Lauf statt. In vielen Jahr war das der größte Firmenlauf der Welt, ob das dieses Jahr der Fall ist, weiß ich nicht. Es laufen "weit" weniger als 70.000 Menschen mit. Es könnte also knapp werden. 

Mittlerweile ist meine Teilnahme am Firmenlauf schon fast obligatorisch. Jahrelang war ich Teamcaptain und auch jetzt, wo diese Aufgabe jüngere Läufer übernommen haben, melde ich mich jedes Jahr wieder an. Laufen für einen guten Zweck mache ich irgendwie viel zu selten. Außerdem genieße ich es richtig durch die gesperrte Innenstadt zu laufen, die nur für uns Läufer frei von Autos ist. Sonst kämpfe ich mich hier von Ampel zu Ampel und heute habe ich freien Lauf.



Wir gehen sehr früh los und stehen verhältnismäßig lange in der Startaufstellung. Das Wetter hält, was angesagt war, es wird warm und auf meiner Nasenhöhe auch recht stickig. Langes rumstehen finde ich total blöd, ineffizient und anstrengend. Als es endlich los geht und wir uns langsam in unserer Startaufstellung nach vorne schieben, weiß ich schon, dass die ersten Kilometer schwer werden.

Gerade erst habe ich ja festgestellt, dass ich 4-5km brauche um warmzulaufen. Eine tolle Aussicht, wenn man nur 5,6km vor sich hat. Ganz prima.

Weit vor der Startlinie wird bereits gelaufen, weil die Lücken zu den vorherigen Startern offensichtlich groß genug waren und uns genügend Platz lassen. Das ist prima. Oder auch nicht. Denn von hinten drängeln natürlich viele nach, so dass man nicht umhin kommt als loszurennen. Das liegt mir nicht. Aber gut. Es ist, wie es ist. Also renne ich. Natürlich überhaupt nicht mein eigentliches Tempo. Außerdem in der Hitze und so weiter. Direkt hinter einem Läufer im Bärenkostüm laufe auch ich über die Startlinie.

Ich laufe mir eine Blase an der Fußsohle und bekomme Seitenstechen. Also übe ich bei dieser Gelegenheit noch das Trinken im Laufen, kriege einen Hustenanfall, Wasser in die Nase und kaum mehr Luft, und mache schließlich eine Gehpause. Als ich mich wieder gesammelt habe, laufe ich weiter.

Vor dem Ziel wird es ziemlich eng. Aber den Läufer im Bärenkostüm habe ich immer noch fest im Blick. Der läuft nämlich wieder genau vor mir über die Linie. Ich drücke meine Uhr ab und bin zufrieden. Für die Blase, das Seitenstechen, die Luft und dem nahen Erstickungstod kann ich das Ergebnis gut ertragen. 39Minuten. Ich höre wie der Bärenläufer selbstzufrieden seine Mitläufer informiert, dass sie 26Minuten unterwegs waren und das eine super Zeit wäre. Ganz offensichtlich hab ich einen Zeitsprung gemacht. Mir wurde Lebenszeit geschenkt... so sieht es wohl aus.

Und eine Strecke kann man eben einfach nur richtig mit Zeit genießen. So einfach ist das.

Ich merke mir heute extra meine Zielankunftszeit, nur  um später festzustellen, dass es das traditionelle  Finisherfoto der Firma Fed-Ex in diesem Jahr nicht gibt. Sehr schade. Und das, wo ich endlich mal daran gedacht habe.

Dienstag, 11. Juni 2013

Der letzte Versuch

Gestern waren wir laufen, morgen ist JP Morgan Lauf in der Stadt und so wäre es eigentlich passend, dass wir heute ins Schwimmbad gehen. Eigentlich ist das auch so, aber heute ist ein besonderer Dienstag. Die notwendige Anzahl an schwimmenden Vereinsmenschen wird heute nicht erreicht. Die Urlaubszeit hat nämlich genauso begonnen, wie die heiße Phase in der Ironmanvorbereitung, in der es darum geht den Trainingsplan genaustens abzuarbeiten. 

Also fahren der Zeugwart und ich heute nicht zum schwimmen, wir fahren Rad und zwar in den Süden. Natürlich nicht allzu weit, dank bescheuerter Kernarbeitszeit bin ich ja erst spät daheim, aber immerhin ein gutes Stündchen. 

Ich trage wieder meinen Teameinteiler. Er bekommt nach dem Wundfahren vom letzten Mal noch eine Chance. Ich bin ja nicht so. Ich trage ordentlich Creme auf und hoffe das Beste. Der Teameinteiler gibt sich die ersten 20Minuten auch richtig Mühe. Dann aber läßt er in seiner Leistung stark nach. Oder er verlagert seine Leistungsfähigkeit einfach, das kann man auch so sehen.

Der Anzug scheuert was das Zeug hält und macht mir so wirklich überhaupt gar keinen Spaß. Ich bin sehr froh, dass wir zwei diese Thematik vor dem ersten Wettkampf klären. Dieses Scheuern wäre für mich definitiv ein Grund einen Wettkampf abzubrechen. In der Aeroposition kommen mir die Tränen.

Als wir nach einer Stunde wieder zurück sind schäle ich mich äußerst vorsichtig aus dem Anzug. Die Dusche ist die Hölle und die Zinkcreme wird auch heute Nacht mal wieder zeigen müssen, was sie so alles zu leisten im Stande ist. Vielleicht habe ich Glück und die Haut verheilt schnell? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nach dem Waschen wird der Vereinsanzug daher in die Schrankversenkungen abtauchen. Ich muß mich also zeitnah um ein neues Wettkampfoutfit kümmern. Und ich habe natürlich auch bereits eines im Auge. Das lief im Kraichgau mehrfach an mir auf der Laufstrecke vorbei und man konnte die Athletin immer prima schon von weitem erkennen... das ist genau meines.

Der Blog wurde interviewt.

Wer hätte das gedacht, als dieser Blog vor Jahren online ging? Ich sicherlich nicht. 

Ich war schon wegen dem Top 10 Platz der deutschen Fitnessblogs total aus dem Häuschen und nun wurde sogar ein Interview mit mir gemacht. Darüber freue ich mich natürlich auch total. Das Ranking und das Interview gibt es auf der Seite von Cision: http://www.cision.com/de/ .

Jetzt muß ich mich endgültig um das Zeitungsbieressen für die Teamchefin und den Profiathleten kümmern. Das ist ja wohl klar. 

Montag, 10. Juni 2013

Die Bank der 100.000 Schnaken

Frisch motiviert nach dem gestrigen Kraichgau Ausflug und mit dem Bewußtsein, dass so ein Halbmarathon nach 90km Radfahren doch eben immer noch 21km lang ist, komme ich heute von der Arbeit nach Hause. Die Teamchefin hat mir bereits von ihrem Wettkampf berichtet und ich bin so fremdstolz wie schon lange nicht mehr. Sie hat da wirklich einen klasse Wettkampf hingelegt. Und als es anfing weh zu tun, ist sie ja einfach nur noch ins Ziel gelaufen. 

Ich wünschte ich hätte davon was. Von diesem unbändigen Willen. Ich wäre auch gerne mal Teamchefin. Aber ganz offensichtlich kann man das nicht lernen. Man ist dazu geboren. Und geboren wurde ich ja bereits, daran ist also nix mehr zu machen. Ich muß mir also einfach merken, dass es ja nur noch ins Ziel geht. Hoffentlich klappt das auch mit der Umsetzung. Wir werden sehen. 

Zu Hause legen der Zeugwart und ich noch schnell meinen Kinosommer fest und dann geht's auch schon los. Wir laufen herrlich einträchtig, bis das zeugwartsche App mitteilt, wie schnell oder langsam wir sind. Das mag mein Kopf ja nicht und ich mache langsamer. Vollkommen unnötig, aber gut. Mein App ist seit dem letzten Auftritt ja still gelegt und schweigt. Sehr ordentlich. 

Heute probiere ich meine im Kraichgau käuflich erworbenen Gummischnürsenkel an den Brooks Schuhen aus. Ich habe fleißig gefädelt und jetzt gilt es noch die richtige Anzahl an Knoten pro Abstand zu finden, so dass es auch bequem ist. An einer Bank halten wir deshalb an, weil ich die Gelegenheit nutzen möchte, mich kurz zu setzen um die Knoten etwas anders zu platzieren. Und dann passiert's... es ist die Bank der 100.000 Schnaken und alle finden meinen Zwischenstop wunderbar. Sie alle kommen um mir hallo zu sagen und mein Blut zu testen. Wirklich alle. Der Zeugwart versucht Schlimmeres zu verhindern und haut auf die Schnaken ein. Ich beeile mich tierisch, im wahrsten Sinne des Wortes und dann rennen wir um unser Blut. 

Natürlich hat es mich erwischt. Der Zeugwart, weil er mich verteidigt und deshalb als Schnakenschreck offensichtlich eine Abschreckende Wirkung hatte, hat keinen Stich abbekommen. Man muß auch mal Glück haben. Einer meiner Stiche ist direkt an der Grenze Socken/ Schuh/ Knöchel. Unverschämt an so einer unangenehmen Stelle zuzustechen. 

Der Stich juckt den ganzen Heimweg. 

Sonntag, 9. Juni 2013

Challenge Kraichgau - Laufsteg der Extraklasse / Teil 2

Nachdem wir die leckere Currywurst vollständig verspeist haben drängt unser Gefühl auf die Laufstrecke. Und das, weil der Zeugwart und ich ein hervorragendes Gespür für die Zeit haben. Genau zu dem Zeitpunkt, als wir auf die Laufstrecke treffen, fährt der Führende in die Wechselzone. Wir haben wirklich ein herausragendes Timing. 

Als der Führende an uns vorbei läuft sehen wir ihn zum ersten Mal. Zum ersten Mal auf der Laufstrecke, klar, aber auch sonst so zum ersten Mal. Das Gesicht ist mir vollkommen unbekannt. Ein älterer Herr stellt fest, dass das aber nicht der Raelert gewesen sei... und ich kann ihm zustimmen. Der Führende ist Boris Stein, amtierender Deutscher Meister auf der Mitteldistanz. Er wird die Führung bis zum Schluß nicht aus der Hand geben. 

Nachdem ich den Herren also aufgeklärt habe und auch noch die Verfolger an uns vorbei gerannt sind, begeben der Zeugwart und ich uns zu Kilometer 3/ 10 und 17. Im Kraichgau werden drei Runden gelaufen und so sieht man die Athleten 6 mal an sich vorbei kommen. Obwohl wir die Schirme noch immer dabei haben, kommt jetzt immer öfter die Sonne raus. 

Die Läufer laufen hier noch einsam. Es ist nicht viel los und die Profis machen so große, weiausschreitende Schritte, dass ich mir die Flugphase ganz genau betrachten kann. Andreas Raelert ist noch nicht vorbei gekommen. Er fährt noch Fahrrad und wird deshalb heute hier nicht um den Sieg mitlaufen. Ich bin begeistert, dass er trotzdem weitermacht und nicht einfach aufgibt, weil es eh nicht mehr ums Gewinnen geht. Es gibt viele Sportler die das machen würden... 

Als Andreas Raelert dann bei uns vorbei kommt rufe ich ihm zu, dass er das toll macht. Aber er lächelt nur müde. Ich hoffe nicht, dass er sich veräppelt vorkommt. Ich finde es schließlich wirklich toll, dass er einfach weitermacht und den Wettkampf offensichtlich ins Ziel bringt. Seine Leistung ist in meinen Augen sowieso übermenschlich, so weit vorne bin ich nie dabei. Also alles in allem toll.

Über den Athletenticker erfahren wir, dass die Teamchefin nach einer Gesamtwettkampfzeit von irgendwie groben 4:30Stunden vom Rädchen gestiegen ist. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis sie bei Km3 auf der Laufstrecke, und damit hier bei uns, auftaucht. Kurz vor ihr sehen wir Karina, die gleich mal eine kurze Laufpause bei uns einlegt. Und dann ist die Teamchefin auch schon da. Wir halten ihr Plakat hoch, aber das ist gar nicht so wichtig. Sie ist einfach froh uns zu sehen, drückt uns und ich bin spontan klatschnass. Wie ein Schwamm habe ich mir gleich eine ordentlich Portion Wasser ins T-Shirt gezogen. Egal. Darauf können wir jetzt keine Rücksicht nehmen. Die Teamchefin und Karina hüpfen zurück auf die Strecke und laufen weiter. 3km haben die beiden Damen schon. Respekt. Wir geben den aktuellen Wettkampfzwischenstand gleich über die Medienkanäle an die anderen Anfeuerer weiter.

Challenge Kraichgau Regen und Rad / Teil 1

Der Wecker klingelt wie an einem Wochentag. Das ist seit einigen Jahren bei uns am Sonntag ein mehr als deutliches Zeichen. Es geht zu einem Wettkampf. Es ist dabei egal, ob wir als Teilnehmer, Helfer, Anfeuerer oder Kampfrichter vor Ort sind, früh ist es immer. Wenn wir, so wie heute, nur als Anfeuerer  an der Strecke stehen ist es eigentlich noch wichtiger früh aufzubrechen. Wir müssen uns schließlich mit den Gegebenheiten vertraut machen. Als guter Anfeuerer ist man zwar schon vor dem Eintreffen am Wettkampfort ausreichend belesen und vorbereitet, trotzdem sind die Gegebenheiten vor Ort und eine entsprechende Besichtigung durch nichts zu ersetzen. 

Heute fahren wir in den Kraichgau. Dort findet heute die Mitteldistanzpremiere der Teamchefin und unserer Bibi statt. Das lassen wir uns selbstverständlich nicht nehmen und sind also schon ehe die Athletinnen überhaupt aufstehen, auf den Beinen und unterwegs. Der Zeugwart erinnert mich noch an eine Regenjacke und schon geht's los. 

Auf der A5 in Richtung Süden beginnt es wie aus Eimern zu schütten und wir kommen mitten in ein großes Gewitter. Unglaublich, wie schön es gestern war und wie viel Regen heute vom Himmel kommen kann. Wir schleichen in Richtung Süden und kommen 30Minuten vor dem Profistart an. Geparkt wird ausgeschildert und wir sind begeistert, wie gut organisiert alles ist. Ich ziehe mich im Auto spontan um und weil meine eingepackte Regenjacke die vom Laufen ist, zaubert mir der Zeugwart spontan aus seinem Kofferraum noch ein Exemplar hervor. Dazu gibts auch gleich noch einen großen Schirm. Wenn ich den Zeugwart nicht hätte, wäre ich bereits jetzt komplett durchnäßt. 

Mit zwei riesigen Schirmen laufen wir in Richtung Laufstrecke, Messe und Ziel um erstens eine Toilette zu suchen und zweitens eine entsprechende Orientierung zu bekommen. Die Toilette ist auch gleich da. Schließlich ist hier wirklich alles prima organisiert. Die Messe ist noch geschlossen und überall stehen riesige Pfütze und ganze Sturzbäche ergießen sich von den durchhängenden Zelten. Gut, dass wir diese zwei riesigen Schirme haben und zusätzlich noch jeder eine Regenjacke trägt. Die Beine werden trotzdem nass, so trascht es vom Himmel. 

Wir erfahren, dass der Start auf 10h verschoben wurde. Die Challenge Organisatoren sprechen anscheinend gerade mit dem Wettergott und weil es da eben einfach länger dauert, wird der Start vorsichtshalber verschoben. Am Infopoint erfahren wir außerdem wo genau es an die Radstrecke geht und so pilgern wir dort langsam hin. Und während wir so den Pfützen ausweichen und unter unseren Großen Schirmen versuchen irgendwie trocken zu bleiben, begegnen uns lauter Athleten in ihren Neoprenanzügen auf ihren Fahrrädern. 
Denen war es wohl zu naß, zu kalt und zu gefährlich zu starten. Irgendwie kann ich sie verstehen. Es schüttet immer noch. 

Samstag, 8. Juni 2013

Besser still.

Heute fühle ich mich nicht gut. Ich wache schon schlapp auf, habe ein allgemeines Unwohlsein und irgendwie komme ich nicht in die Gänge. Aber, weil es einem nach dem Laufen oft besser geht, beschließe ich nach mehreren Stunden Balkonverschönerung und Gugl backen, dass ich es mit einem Läufchen versuche. Der Zeugwart hat sich gestern die übliche Laufrunde betrachtet und berichtete, dass das Wasser des Mains abfließt und die Strecken weitesgehend frei sind. Also kann ich einfach mal die übliche Runde anpeilen. 

Als ich loslaufe scheint die Sonne. Das ist so selten in der letzten Zeit, dass ich gleich mal Sonnenschutz auftrage. Sicher ist sicher. 

Ich laufe und laufe und eigentlich klappt alles ganz prima. Bis mir die Ohrstimme sagt, wie schnell ich bin. Das ist ungesund, das weiß ich ja längst. Ich denke sofort daran, dass es mir ja den ganzen Tag schlecht ging und das Tempo deshalb viel zu hoch ist. Und nehme Geschwindigkeit raus. 

Wenn ich zu Hause ankomme schalte ich als erstes die Geschwindigkeitsstimme in dem App aus. Das mag für viele Läufer hilfreich sein. Für mich nicht. Vollkommen kontraproduktiv. 

Ich mache also immer mal Gehpausen, obwohl es eigentlich gut läuft, weil ich ja viel zu flott unterwegs bin, dafür dass ich mich heute früh nicht gut gefühlt habe. Nun gut. Einfach mal ohne Ansage laufen ist dafür sicherlich eine gute Lösung. 

Als ich wieder daheim bin nutze ich den kühlen Fußboden. Im Winter ist der nicht so schön, aber nach einem solchen Sonnenlauf kommt er mir gerade recht. Der Zeugwart reicht mir was zu trinken und dann wird das App ja sofort auf still geschaltet. Nicht, dass so ein Dilemma nochmals passiert.

Morgen geht's bei uns früh los. Wir fahren nämlich in den Kraichgau zur Mitteldistanz. 

Mittwoch, 5. Juni 2013

Sportfrei und doch wieder nicht.

Heute ist sportfrei. Das hat der Zeugwart beschlossen, als er heute früh aus dem Haus gegangen ist. Und weil ich ja eher der faulen Fraktion angehöre habe ich mich selbstverständlich ohne umschweife und weiteres Nachfragen sofort angeschlossen.
Sportfrei hatten die Vereinsmädels gestern. Deshalb haben sie mich alleine die Charts im Wasser singen lassen und sind zum Friseur. Na gut. Muß auch mal sein, man kann schließlich nicht wie ein gerupftes Huhn im Vereinsdress auf die Strecke gehen. Das wirft ein schlechtes Licht auf den Verein und das geht natürlich nicht. Also auch hier mein vollstes Verständnis für den sportfreien Tag.

Bei mir ist es also heute soweit. Ich kann mich allerdings wirklich kaum damit abfinden. Also suche ich mir eine Beschäftigung die irgendwie was mit Sport zu tun hat. Ich male Plakate.

Am kommenden Sonntag findet die Mitteldistanz im Kraichgau statt und die Teamchefin und Bibi haben sich angemeldet.
Beide haben in den letzten Wochen oder besser gesagt Monaten ein fast schon langdistanztaugliches Training absolviert. Stundenlange Radausfahrten bei jedem Wetter, durch Schnee mit den Mountainbikes, durch den Vogelsberg mit den Rennrädern, die Teamchefin ist ihr Triathlonrädchen auf der Rolle und draußen gefahren, als gäbe es kein Morgen. Beide Damen absolvierten so ein extremes Lauftraining, dass mir vom bloßen anhören schon ganz schwummrig wurde. Vom schwimmen mag ich gar nicht soviel schreiben, das deprimiert mich Sängerin nur. In den Trainingseinheiten von Bibi und der Teamchefin werden nämlich mindestens 600m mehr absolviert, als ich jemals in so eine Stunde reinpacken könnte. Die beiden Mädels sind wirklich absolut fit. Es kann gar nicht anders sein.

Schon alleine das Training so zu absolvieren ist in meinen Augen eine Medaillie wert. Aber trotzdem gilt es jetzt natürlich noch die Strecke am Triathlonsonntag hinter sich zu bringen. Gestartet wird zusammen mit den Blogschreibern von Alles auf Rot(h) um 9:15h im See. Hoffentlich wärmt der noch ein bischen auf... er hat ja noch ein paar Tage. Dann geht's auf's Rad und da kommen meine Plakate sicherlich das erste mal zum Einsatz.

Ich kann sie hier jetzt eigentlich noch nicht zeigen, weil man nie genau weiß welche Plakatausspionierer den Mädels dann schon verraten was auf ihren Plakaten drauf steht. Eigentlich wäre das ja egal, aber irgendwie dann eben doch nicht. Wenn sie die Plakate vorher sehen, dann wissen sie ja, nach was Ausschau zu halten ist. Aber andererseits wissen sie dann auch schon nach was Ausschau zu halten ist und es ist nur noch halb so witzig. Ich bin mir auch eh sicher, dass beide schon längst wissen, dass ich ihnen Plakate male. Ich bin ja schließlich ein Fremdstolzanfeuerer und platze fast vor Begeisterung, dass die beiden sich trauen und in vier Tagen über die Strecke fliegen.

Ich mache also heute keinen Sport... aber mit Sport hat der Tag dann trotzdem zu tun. Plakativer Sport eben. Das Leben kann so einfach sein.

Dienstag, 4. Juni 2013

Schwimme die Charts.

Die Wahrheit ist, dass es immer gegen mich geht. Ich gegen mich selbst quasi. Keiner ist gegen mich und es ist eigentlich auch vollkommen wurscht, ob ich schneller als der Bahnnachbar schwimme oder eben nicht. Schön wäre es, wenn ich schneller schwimmen würde, als ich früher. Das ist wichtig. 

Heute schwimmen wir wieder. Ich schwimme den Mitteldistanzschwimmtrainingsplan aus der Triathlontraining für den heutigen Tag. Ich schwimme alles was ich schwimmen soll, außer 50m nur Beine, weil das Brett gerade in Benutzung ist und ich meines nicht dabei habe. Und ich bin zufrieden. 

Und während ich, wie andere große Schwimmer (so konnte ich erst kürzlich in der aktuellen SWIM lesen), ein paar Lieder aus den Charts singe und meinen Plan so abschwimme überlege ich mir eben, dass es in Wahrheit immer gegen mich selbst geht. Das ist eben so. Daran gibt es nichts zu rütteln. 

Ich schwimme heute also mit den Charts ziemlich genau eine Stunde und wirklich zufrieden, als ich rausgehe. Am Beckenrand macht der Zeugwart noch ein paar Dips, weil auch dieser Trainingstip in der aktuellen SWIM zu finden ist. Ich mache dann auch gleich mal ein paar Dips und stelle fest, dass hier dringend Training erforderlich wäre. 

Wann ich damit anfange weiß ich allerdings noch nicht. Erst mal muß eine neue Musikliste erscheinen. Ich glaube beim Dips-Training muß ich ganz dringend musikalische Unterhaltung haben. Vielleicht wünsche ich mir zum Geburtstag auch einfach Musik? Das wäre doch prima. 

Montag, 3. Juni 2013

4-5km brauch ich schon

Das Wetter schlägt langsam um. Der Sommer kommt an einem Donnerstag. An welchem ist allerdings noch nicht raus, denke ich. Aber immerhin soll er kommen. Heute gibt's schon mal einen kleinen Vorgeschmack. Es regnet nicht und es sind 18°C. Mein Kopf stellt sofort fest, dass sich was am Wetter ändert, der drückt nämlich. 

Der Zeugwart und ich machen heute einen Wasserlauf. Am Main ist Hochwasser und so suchen wir uns heute unsere Strecke. Nasse Füße müssen nicht sein. Das Wasser richtet in vielen Teilen Deutschlands schlimmes an. So wild ist es hier bei uns nicht. Es sind einige Wege überflutet und der Main sucht sich einfach einen Weg. Soweit ich das hier beurteilen kann, aber bislang nur über Felder und Weiden. Wir laufen also hin und zurück um weder nasse Füße zu bekommen, noch gefühlt mitten im Fluß zu laufen. Teilweise ist auf unseren Feldern hier ordentlich Strömung.


Inklusive lebensmüdem Ruderer links. Irre.

Der Zeugwart ist mutig und testet eine der Überschwemmungs-Pfützen an. Die sei gar nicht tief, sagt er und schon zuckt der Fuß zurück. Der Zeugwart macht kurz einen Karatekid- Trick und reißt seinen Fuß blitzschnell wieder hoch. Das Wasser ist für die dünne Sohle doch zu tief und ehe er nass wird, ist er lieber zackig flott und der Fuß in ungeahnten Höhen. Also drehen wir wieder um und kommen so mit stetigem Hin- und herlaufen auch irgendwie auf ein paar Kilometer. Die passen für meinen dröhnenden Kopf auch gerade richtig.

Als ich endlich eingelaufen bin, sind wir auch schon wieder daheim. Na bravo. Ich merke immer öfter, dass ich erst so nach 4-5km richtig rund laufe. Da kann ich ja wirklich außerordentlich froh sein, dass ich nicht erst nach 10 oder noch mehr Kilometern eingelaufen bin. Man muß auch mal Glück haben.

Auf der Couch zu Hause liegt die aktuelle Running. Der Zeugwart hat sie mir netterweise gekauft. Auf Seite 14 bin ich abgebildet. Da lacht die Best Worscht in Town mal schön auf den werten Leser runter.


Samstag, 1. Juni 2013

Koppelversuch

Ich muß endlich mal mit dem Koppeltraining anfangen und weil es heute, entgegen aller Vorhersagen, offensichtlich doch nicht regnen soll, ist eben heute der Tag der Tage. Nach einem telefonreichen Vormittag starten der Zeugwart und ich heute ins Vergnügen. Ich trage einen Triathloneinteiler und weil wir zwar mittlerweile Juni haben, es aber doch noch frisch und windig ist, trage ich außerdem Armlinge, Knielinge und meine Windweste. Zuviel freie Haut wird nur kalt. 

Ich habe erst kürzlich by mysportsbrands zugeschlagen und mir von Gore und von Cannondale jeweils ein paar Knielinge bestellt. Ich fahre mittlerweile ja wirklich oft Rad und praktisch jedes Mal tun mir danach die Knie vor Kälte weh. Wenn das Duschwasser draufprasselt, ist es kaum zu ertragen und auch das Gelenk richtig beugen oder durchstrecken ist vor Kälte oft kaum schmerzfrei möglich. Also habe ich -für mich eigentlich recht untypisch- einfach Knielinge gekauft. Und davon auch noch zwei Paar. Die von Gore ziehe ich heute an. Ein Windstopper scheint mir beim Blick aus dem Fenster grundsätzlich keine schlechte Idee zu sein. 

Wir fahren heute los in Richtung Süden. Es ist windig und der Zeugwart läßt sich vom Wind mitreißen und gibt Gas. Ich komme kaum hinterher, so dass ich um eine Geschwindigkeitsreduzierung bitte. Gut, dann fahren wir halt nur noch 26km/h. 

Wenn wir im Strassenverkehr fahren, habe ich immer ein ungutes Gefühl. Vor allem, wenn es ein nicht abgetrennter Radweg ist, den wir benutzen. Ich sehe da immer aufgehende Autotüren, rückwärtsfahrende Autos die uns als Radfahrer einfach übersehen und vieles mehr. Ich bin also immer froh, wenn wir entweder einen Weg für uns haben oder auf weniger befahrenden Straßen unterwegs sind. Heute geht's so. Es ist nicht ganz so viel Verkehr und wir suchen uns brauchbare Strecken aus. Denke ich zumindest. 

Die Stadt sieht das mit den Radfahrern und den Radwegen offensichtlich etwas anders und hat neben dem Radweg, den wir uns heute ausgesucht haben, einen Altglascontainer aufgestellt. Eine wunderbare Idee, irgendwie. Auf diesen Standort für den Container ist sicherlich ein Experte gekommen. Bei so einem Glascontainer liegen ja oft auch jede Menge Scherben rum, weil es immer wieder Zeitgenossen gibt, für die es eine große Herausforderung darstellt das Glasgefäß in den Container zu werfen und nicht daneben. In diesem Fall liegen die Scherben zahlreich auf dem Radweg. Einfach gigantisch. 

Donnerstag, 30. Mai 2013

Couchhörnchen und Flaschentausch

Nachdem Marco Schreyl mich gestern gesiezt hat, nimmt das Unheil heute seinen Lauf. Ich sehe nicht nur offensichtlich alt aus, ich werde auch vergesslich. 

Wir haben gestern mit der Teamchefin ausgemacht, dass wir die Ironmanrunde heute fahren. Sie kommt mit dem Rad in Richtung Friedberg und wir eben von uns... und dann treffen wir uns. Die Teamchefin denkt, alle Welt ist so fit wie sie. Das liegt daran, dass sie ihre eigene Leistung überhaupt gar nicht korrekt einordnen kann, aber gut. Sie denkt also, ich bin genauso schnell die 40km gefahren, wie sie. Solche Fehleinschätzungen macht sie ab und zu... aber ich kann damit leben. Und sie offensichtlich auch. 

Der Zeugwart und ich prüfen heute früh also das Thermometer, lesen 16°C und ich greife zum Triathloneinteiler, Armlingen, kurzen Radhandschuhen und meiner Windweste. Ich brauche keine Überschuhe sagt der Zeugwart und als die Räder aufgepumpt sind, geht's auch schon los. Nach nur 200m drehe ich um. Es sind auf gar keinen Fall 16°C. Zumindest hier nicht. Ich fahre wieder zurück nach Hause, krame mühsam meinen Hausschlüssel raus und ziehe mir meine Windstopperhose über die nackten Beine. Außerdem lege ich meine Überschuhe an. Die Teamchefin wird uns nach Süden entgegen kommen müssen... denn es wird immer unwahrscheinlicher, dass wir sie in Friedberg treffen werden. Aber egal. Besser ich komme an, als dass ich erfriere. Ich greife mir noch meine langen Handschuhe und wir fahren los. 

Nach 2km stelle ich fest, dass ich zwar meine Brille aufhabe, aber nur die normale. Nicht die Sportbrille. Oh nein. Ich drehe also um und fahren nochmals zurück. Ist ja kein Problem... sind ja nur 2km. Ich bin wirklich vergesslich geworden...

Als ich mit der Sportbrille zurück bin, stellen wir fest, dass die Fähre nicht fährt. Also fahren wir in Richtung Schleuse und queren den reissenden Fluß dort. Wir fahren in Richtung Hanau und ich habe gleich 7 Straßenschilder déjà vues. Irgendwie fahren wir nicht so, wie gedacht und kommen deshalb gute 7 Mal nach Hanau. Herrlich. Hanau ist also quasi überall. 

Wir drücken die Hohe Strasse hoch und ich stelle fest, dass das Schalten vorne an den Hörnern geht. Mittlerweile habe ich schon ziemlich oft umgegriffen und es ist längst nicht mehr so ein Balanceakt, wie während der Probefahrt. 

Auch in meinem Alter ist man offensichtlich lernfähig. Das ist eine angenehme Erkenntnis. 

Mittwoch, 29. Mai 2013

Jan Fitschen und Sören Kah - Läufer wie wir!

Heute bin ich wirklich überpünktlich in der BMW Niederlassung Frankfurt. Ich fahre zum ersten Mal im Parkhaus nach oben, obwohl die Einfahrt nach unten geht und stelle mich einfach auf den Parkplatz eines MINI Verkäufers. Da steht mein kleiner MINI erst mal warm und trocken, und der Mitarbeiter hat ganz bestimmt Verständnis dafür. Heute wird der Herr sicherlich nicht mehr arbeiten kommen. 

In der Niederlassung, zu ebener Erde angekommen, treffe ich gleich auf die Teamchefin und den Profiathleten. Na, da sind ja gleich die richtigen zusammen! Wunderbar. Wir melden uns an, ich werde flott fremdverkuppelt, weil die junge Dame am Empfang mich einfach einem fremden Herren zuordnet und dann laufen wir zu den Stehtischen. Dort erwartet uns der Zeugwart. 

Heute ist der Zuschauerraum anders aufgebaut als im letzten Jahr. 

Nach der Begrüßung erfahren wir vom Verkaufsleiter Matthias Magdon auch gleich, warum das so ist. Die Niederlassung wird umgebaut. In Kürze gibt es nämlich eine Elektroserie von BMW und dafür muß Platz geschaffen werden. MINI bekommt dann seinen eigenen Bereich. Na das hören meine Ohren ja besonders gerne. 

Die Begrüßung macht wieder Marco Schreyl und weil ich ihn nun schon zweimal beim BMW Expertalk erlebt und gesehen habe, kommt er mir vor, wie ein alter Bekannter. Ich mag seine Art mit den Zuschauern umzugehen und ich mag seinen Witz. Die Begrüßung und Vorstellung von Jo Schindler und Herrn Magdon ist deshalb auch ein voller Erfolg. Ich freue mich, dass die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr fortgesetzt wird... dass es mir auch heute wieder gefallen wird merke ich schon jetzt. Unter Läufern duzt man sich und so legt Marco los. 

Marco stellt uns die zwei Hauptakteure des heutigen Abends vor. Zwei Männer, die nur 47 Sekunden voneinander trennen. Zwei Männer mit unterschiedlichsten Herangehensweisen, mit unterschiedlichen Geschichten und doch mit dem gleichen Beruf und dem gleich Ziel vor Augen. Jan Fitschen und Sören Kah

Fitness Top 10 Blogs in Deutschland - Dabei.

Es wurde mir zwar angekündigt, aber wenn so ein Ranking dann tatsächlich raus kommt ist das schon ein bischen was anderes. 

Und heute ist es dann also soweit. Dieser Triathlonblog ist bei Cision Germany bei den TOP 10 Fitnessblogs in Deutschland aufgetaucht. 

Ich freu mich sehr. 

Dienstag, 28. Mai 2013

Schwimmer auf der Flucht

Ich habe meine Ernährung nicht gut im Griff derzeit.
Heute esse ich, wie üblich vor dem Abendsport, meine Banane gegen 17h und habe im Schwimmbecken trotzdem das Gefühl ich komme nicht vom Fleck. Komme ich natürlich trotzdem... relativ gut sogar.

Hunger habe ich aber und zwar so viel, dass ich Menschen anfallen könnte. Leider schwimmen die immer weg. Ich habe das Gefühl, alle flüchten vor mir. Ständig ist jemand vor mir, macht eine blitzschnelle Wende und ist wieder weg. Ich komme nicht ran. 

Außerdem ist an den Vereinsmädels eh kaum mehr was dran. Die sind richtiggehend dünn geworden von ihrem Ironmantraining. Unglaublich, ich trainiere auch viel, aber schlanker werde ich davon nicht. Und Hunger habe ich trotzdem. Da stimmt doch was nicht.
An den Jungs, die heute hier noch schwimmen ist auch nix dran, was meinen Hunger stillen könnte, außerdem sind sie mir auch alle zu schnell. Von denen ist keiner einzuholen.
Und den Zeugwart anknabbern geht natürlich sowieso schon mal gar nicht. Innerhalb der Familie wird nicht gerodet. Das ist Ehrensache. Egal ob was dran wäre oder nicht... lieber verhungere ich jämmerlich. Oder lande auf dem Schwimmbeckenboden.

Ich schwimme heute knappe 40Minuten. Dann ramme ich mir meine Schwimmbrille so unschön ans Auge, dass sie sich so festsaugen kann, dass ich das Gefühl habe, mein Auge kommt gleich mit raus. Tut es aber nicht. Dafür ist der Schmerz da. Und der Hunger. Und weil das keine gute Schwimmkombi ist, breche ich ab und gehe ins auf Suppentemperatur hochgeheizte Kinderbecken.

Da lege ich mich einfach ein bischen auf den Rücken, lasse mich treiben und stelle mir große Mengen von Essen vor. Sehr gut gefallen würde mir zum Beispiel gerade ein Nudelauflauf. Oder ein sehnen- und fettfreies Schnitzel. Mit Pommes. Ich könnte auch für den Anfang mit einem Streuselstück beginnen. Als die Vorstellungen zu großartig werden und meine Phantasie droht mit mir durchzugehen, bekomme ich Gesellschaft.

Das ist gut. Obwohl wir kein anderes Thema haben, sondern das Abendessen der Vereinsmädels besprechen, ist mein Hunger leichter zu ertragen, wenn ich nicht alleine bin.

Ich finde, die Frankfurter Schwimmbäder sollten unter der Dusche nach dem Training etwas zu essen reichen.
Wir haben nämlich alle Hunger... und es gibt sowieso Regale in die man etwas legen kann. Da wäre doch gut Platz für einen Teller Nudelauflauf oder eben einen Kuchen. Wo kann ich diesen Verbesserungsvorschlag anbringen? Ich muß mich erkundigen.

Montag, 27. Mai 2013

Hinterm Po geht's weiter

Die Strasse ist trocken. Das heißt natürlich heute, dass wir eine Runde Rad üben fahren. Mit einfachem Radfahren ist es bei mir nämlich nicht getan, schließlich muß ich mich an Gonzo gewöhnen. Und dazu gehört, fernab des Straßenverkehrs einfach mal ein bischen üben. 

Wie funktioniert das mit der Schaltung, wie geht das Umgreifen, wie klettere ich am Besten in den Auflieger und wie komme ich an meine Flasche ran. Das sind alles Themen, die im Straßenverkehr dann doch irgendwie ohne Probleme und damit ohne große Schlenker passieren sollten um das Unfallrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. 

Tja... und da sind wir schon beim Thema. Radfahrer und Unfälle. Da platzt mir doch gleich bei km4 mal ordentlich der Kragen, als ein Herr erst abwartet und mich genau kommen sieht, als er aus seiner Einfahrt rausfahren möchte... und dann, als ich genau passend vorbeifahre, zieht der Depp raus. Durch sowas werde ich ja förmlich beflügelt. Da flippe ich wirklich ordentlich aus. So anstrengend kann es gar nicht sein, dass der Herr mein Gebrüll nicht durch seine geschlossene Scheibe hören kann. Unglaublich. 
Wenigstens entschuldigt er sich... und ich bin fast sicher, seine Frau, die total verstört auf dem Beifahrersitz sitzt und beschämt nach unten schaut, läßt ihn so schnell nicht mehr fahren. 

Dann kommen wir an meinem Übungsterritorium an. Hier fahren ganz selten Autos entlang, so dass ich beim hin- und herfahren auch mal schlenkern kann. Ich übe also das Schalten in aufrechter Position. Ich schalte in Aeroposition, ich suche den Tacho und schaue nach vorne. Ich übe Kurvenfahren und Pedal einklicken und habe das Gefühl, alles passiert wirklich zum ersten Mal. 


Als ich mich ein bischen sicherer auf dem Gonzo fühle, versuche ich meine Flasche vom Rahmenflaschenhalter nach hinten, hinter meinen Po umzupacken. Da ist nämlich auch noch ein Flaschenhalter. Das ist ja spannend. Hinter meinem Po geht's also weiter. 

Ich höre schon die ganzen Sprüche "das ist ganz einfach, nur Gewöhnung" bla bla bla... und das alles, während ich jämmerlich auf den Radtouren verdursten werde. So wird es ausgehen.  Es ist nämlich gar nicht so einfach die Flasche hinter meinem Hintern loszuwerden. Nach einigem Üben klappt es dann wenigstens ganz gut, die Flasche aus dem Rahmen rauszufischen. Das ist ja schon mal was. Aber das einstecken in den hinteren Flaschenhalter gleicht einem "im Trüben fischen", hinterm Po geht's zwar weiter, aber so ganz klappt's einfach nicht. 

Ehe der Zeugwart allzu sehr von den Mücken gebissen wird, fahren wir wieder nach Hause. 

Und auch auf dem Heimweg, als wir wieder im Verkehr rumfahren müssen, kann ich wieder für Ordnung sorgen. Da fährt doch ein BMW so eng an mir vorbei, dass ich mich auch hier aufregen muß. Und da der Herr mit seiner bescheuerten Aktion keinen Zentimeter gewonnen hat, sondern einfach auch an der roten Ampel steht, klopfe ich einfach mal freundlich an die Scheibe und frage ihn, ob er eigentlich bemerkt hat, dass ich ja da so lang fahre und ob ihm wohl die Aktion eben bewußt war und was sie ihm denn gebracht hätte. Er sagt, dass es so eng ja gar nicht war. Und weil Eigenbild und Fremdbild oft unterschiedlich sind, sage ich ihm eben gerne nochmals, dass die Aktion total überflüssig und eng war. Und er entschuldigt sich. Wenigstens macht er später um den Zeugwart einen ordentlich Bogen, der ist nämlich vorne, das ist ja schon mal was. Aber was die Zukunft bringt weiß man natürlich nicht. 

Auf dem letzten Stück Heimweg versuche ich nochmals meine Flasche zu jonglieren und bin tatsächlich überraschend erfolgreich. Und auch das wieder zurück in den Rahmen stecken klappt hervorragend. Ist wahrscheinlich wirklich Übungssache. Wie so vieles. Das Schalten klappt schon ganz prima mittlerweile. Jetzt muß es nur noch trocken bleiben. Klar. 

Sonntag, 26. Mai 2013

Kalter Regen

Heute regnet es nur einmal. Mein neu installiertes Regenradar-App macht mir auch keine Hoffnung, dass es irgendwo in der Nähe anders sein könnte. Über ganz Deutschland hängt dieser Regen und bei uns gießt es wie aus Eimern und zwar in einer Tour. Es gibt keine einzige Regenlücke und so gilt es zu überlegen, was für Sport paßt zum Regen und wie und vor allem wann ist ein guter Zeitpunkt den Sport auszuüben. 

Ich entscheide mich für Laufen. Bei diesem Dauerregen und den vielen tiefen Pfützen auf der Straße mit dem Rad unterwegs zu sein ist alles andere als verlockend. Und Unsicher ist es zusätzlich. Ich muß mich ganz sicher an das neue Rädchen erst mal gewöhnen, da brauche ich keinen rutschigen Untergrund für. 

Ich ziehe also eine Laufhose an und ein Winterunterhemd. Darüber dann meine neu imprägnierte Regenjacke. Die kann dann heute mal zeigen, was sie so kann. Außerdem ziehe ich meine Trailschuhe samt Gamaschen an. Die Trailschuhe habe ich heute vormittag auch schon vorbereitend imprägniert. Bei dem Regen habe ich ja sonst gleich beim ersten Kilometer nasse  Füsse. 

Es gießt wie aus Eimern. Das habe ich zwar von drinnen schon gesehen, aber wenn man dann so draußen im Tratschregen steht ist es doch wieder was anderes. Meine Schuhe sind erst bei Km 4 vollkommen durchnässt. Als dann auch noch der Weg überflutet ist, laufe ich durch das Wasser durch. Es ist jetzt auch egal. Die Schuhe können nicht noch nasser werden. 

Ich laufe zur Treppen-Trainings-Anlage und renne so oft hin und her und hoch und runter, bis der Schleusenmitarbeiter verwirrt aus dem Fenster schaut. Ich bemerke, dass ich eine regelrechte Fankurve an Mitarbeitern aufgereiht habe und beschließe, dass es nun ausreicht und ich die Treppe wieder runter  laufe und dann den Heimweg antrete. Auf dem Rückweg gießt es natürlich weiter. Dieses Mal von links hinten. Sehr unangenehm. Der Regen ist immer noch eiskalt. 

Nach 1,5Stunden bin ich wieder zurück zu Hause und gehe sofort unter die Dusche. Warmes Duschwasser ist noch eine Idee netter als kalter Regen. 

Samstag, 25. Mai 2013

Radsport Buchstaller - Danke!

Wer abends lumpt, kann morgens auch früh aufstehen. Das liest man ja mittlerweile oft genug auf diversen Sportblogs. Außerdem kriegt man das schon als Kind und Jugendlicher gesagt. Ich lumpe also gestern Abend und zwar ausgiebig. Daheim komme ich erst nach 0h an. Aber gut. Ich bin ja noch jung, irgendwie, glaube ich auf jeden Fall. 

Heute früh klingelt der Wecker um 4h. Wir müssen um 8h in Hilpoltstein sein. Da müssen wir ein Stückchen hinfahren und dann ist da ja auch noch das leidige Anziehen. Ich bin so müde, dass ich zum Frühstück nichts runterkriege und esse nur ein bischen Yoghurt. Der Zeugwart war gestern Gott lob früh im Bett und so fährt er heute in den Süden. 

Ich sitze auf dem Beifahrersitz und bin schon eingeschlafen, ehe wir die Autobahn überhaupt erreicht haben. So schnell kann es gehen. 
Für mich dauert die Fahrt daher nur 30Minuten. Das ist natürlich super flott. Der Zeugwart ist etwas länger unterwegs. Immerhin ist er die ganze Zeit wach und steuert das große Auto.


Als wir in Hilpolstein ankommen bin ich aufgeregt. Richtige Zweifel, ob ich das neue Rad wirklich brauche oder ob es mir das überhaupt "wert" ist, kommen mir nicht. Ich bin einfach aufgeregt, weil höchstwahrscheinlich mit so einem Rädchen auch die Ansprüche an den Fahrer steigen? Wie so oft ist es das, was die anderen denken, was mir Angst macht. Aber gut. Egal. Da stehen das Rädchen und ich dann einfach drüber. Das können wir dann gleich mit üben. 

Fritz Buchstaller erwartet uns bereits und das Anpassprogramm beginnt. Erst mal richten wir meine Hüfte. Die macht zwar keine Probleme, aber meine Beine sind unterschiedlich lang und so macht die Radanpassung keinen wirklichen Sinn. Also wird die Beinlänge geprüft und gerade gerückt. Nicht, dass ich das gemerkt hätte, aber Fritz Buchstaller sieht das eben mit einem Blick. 
Dann nimmt sich Fritz meine Schuhe vor und meine Einlegesohlen. In meinen Radschuhen habe ich Sporteinlegesohlen vom Lidl, mit denen ich bisher auch ganz gut gefahren bin. Ich habe die in die Schuhe gelegt, weil mir die Klickplatten immer auf die Fußsohle gedrückt haben. Ich habe natürlich auch bisher immer ein Bergthema gehabt und auch nicht das Gefühl, dass ich richtig Druck auf's Pedal bringe, aber ob das an den Lidlsohlen liegt? Ich kann es mir nicht ganz vorstellen... und werde eines besseren belehrt. Irgendwie kommt mir das ganze -genau wie letzte Woche- magisch vor. Es liegt allerdings nicht an Lidl, Fritz betont das extra. Für mich haben die halt nicht gepaßt. Das ist das Entscheidende.

Nachdem meine Radschuheinlegesohlen passen und mich nicht mehr schief machen, geht's meinen Schuhen an den Kragen. Die Klickplatten sitzen nicht gut. Sie müssen weiter in Richtung Ferse um perfekte Arbeit leisten zu können. Na gut. Ich habe keine Ahnung und Fritz Buchstaller wirbelt mit Stift und Zollstock an meinem Schuh...und ich, ich habe vertrauen. Alles was Fritz macht und sagt, außer dass ich bayrisch nicht immer gut verstehen kann, scheint Hand und Fuß zu haben. Es ist mir kaum vorstellbar, dass irgendeine seiner Aktionen keinen Sinn machen könnte. 

Als die Radschuhe gut passen und alles an meinem Körper so ist, wie es sein soll und gehört, nimmt sich Fritz noch meine Laufschuhe vor. Und dann darf ich mich auf das Rädchen setzen, dass schon in einer Rolle eingespannt auf mich wartet. Ich glaube, ich kann es lächeln sehen. Sicherlich wurde es hier im Laden schon öfter angeschaut, aber es dürfte für die meisten Athleten zu klein gewesen sein... also hat es einfach auf mich gewartet. Das ist doch nett. 

Ich steige auf. 

Die neuen Pedale haben nur noch auf einer Seite einen Klickzugang. Ach je. Wieder was zu lernen. Ist ja kein Problem, ich bin ja jung und so weiter. Dann hat sich ja zusätzlich die Klickplatte am Schuh verschoben... also muß ich mich auch da umgewöhnen. Dabei ist es nur ein cm. Ein einziger. Aber das reicht bei meiner Schuhgröße offenbar für eine große Veränderung? 

Als ich sitze und auf beiden Pedalen erfolgreich eingeklickt bin, darf ich mal lostreten. So prüfen wir gefühlt blitzschnell aber in der Realität sehr genau, ruhig und wirklich lange, die richtige Sitzposition. Der Sattel wird nach vorne und nach oben bewegt, die Sattelstütze wird noch etwas abgesägt, der Vorbau wird länger, die Schaltungshörner kippen mehr nach oben und immer wieder wird kontrolliert ob ich richtig draufsitze. Radeinstellen ist anstrengend. Soviel ist sicher. 

Als dann nach einer Ewigkeit in der der Zeugwart mit einem Kaffee ausharrt, der Zeitpunkt gekommen ist, dass Fritz messen möchte, wie viel Druck ich auf den Sattel bringe, montiert er ein entsprechendes Messgerät unter meinem Hintern. Dann trete ich in Aeroposition eine Weile und wir betrachten im Anschluß das Computerbild, was die Sattelfolie und mein Hintern gemeinsam gezeichnet haben. Ich bewege meine Hüfte kaum, sagt ein kleiner Punkt der wie wild über das Bild seine Bahnen zieht. Ganz kleine Linien nur. Ein gutes Zeichen sagt Fritz. Die Farbgebung des Bildes ist blau. Der Druck den mein Hintern auf den Sattel bringt deshalb überall im gewünschten "grünen" Bereich. Aber, so sagt Fritz Buchstaller mehrfach, das Computerbild ist eines, das Gefühl was mir der Sattel bringt, ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zur perfekten Position. 

Mein Schambein schmerzt etwas. Da drückt der Sattel mich, obwohl auch hier die Farbe auf dem Computerbild absolut blau und keineswegs einen großen Druck darstellt. Aber so ist das bei Sätteln, sagt der Fachmann, da kann das Gefühl feststellen, dass kaum Druck trotzdem merkbar und vielleicht auch unerträglich ist. Deshalb ist das Athletengefühl so wichtig. 

Wir versuchen einen zweiten Sattel. Der fühlt sich schrecklich an, als ich die ersten Umdrehungen mache. Aber Fritz hat die Lage sofort erkannt und stellt den Sattel erst noch eine Idee perfekter ein. Und schon geht's. Der Schmerz ist weg. Irre. Ich trete ein paar Minuten, dann kommt wieder die Folie auf den Sattel und wir messen den Druck. 
Dieses Mal fühlt sich alles prima an. Auch das Schambein. Und das bunte Computerbild hüllt sich auch bei diesem Sattel nur in Blautöne. Der kleine hektische Punkt ist eigentlich nur noch auf einer Stelle und hüpft gar nicht hin und her. Dieser Sattel fühlt sich für mich besser an, als der Erste. Auch Fritz Buchstaller's Rat, geht von der Computerauswertung her, zu diesem Sattel. 

Dann fahre ich noch ein bißchen und dann sind wir fertig. Also Fritz und ich sind fertig. Für das Rädchen beginnt das Abenteuer jetzt erst. Denn nun werden Schalt- und Bremszüge verlegt, Lenkerband befestigt, der Tacho, die Luftpumpe und die Flaschenhalter werden montiert und alles wird perfekt eingestellt und kontrolliert. Nach zwei Stunden, die der Zeugwart und ich mit einem ausgiebigen Frühstück 300m die Straße runter in der Hausnummer 16 einnehmen, steigt meine Aufregung. 

Als wir zurück im Laden sind, wird mir das fertige Rädchen von Rudi in die Hand gedrückt und ich darf die Probefahrt machen. Einfach die Straße runter bis zur Wechselzone der Challenge soll ich fahren. Da kann ich mir gleich anschauen, wo ich das Rad dann abstelle, sagt Fritz. Aha. Er hat für mein Rädchen schon große Pläne gemacht, ganz offensichtlich. 

Ich steige auf, habe Mühe mit Links gleich einzuklicken und fahre dann aber verbunden los. Mein rechter Fuß schafft es während der Fahrt dann aber einfach nicht einzuklicken. Also halte ich an und schaue mir noch mal genaustens an, was der Fuß und die Pedale tun müssen, um zu klicken. Schwer sieht es nicht aus... also noch mal versuchen. Dann klappt's auf wundersame Art und Weise und ich fahre kurz durch die Gegend. Meine Maximalgeschwindigkeit sind dabei 40km/h. Als ich das auf dem Tacho sehe, bremse ich natürlich sofort. Das ist mir zu flott. Ich erschrecke regelrecht. 

Das Rädchen knackt leicht. Also berichte ich das nach meiner Rückkehr im Laden und Oliver, einer der Mitarbeiter, fährt selbst noch mal eine Runde. Ein Kettenglied war's... und schon ist das Knacken gerichtet. Meine nächste Runde ist geräuschlos und super schnell. Das Einklicken klappt schon besser als am Anfang und auch das Schalten vorne an den Hörner ist nicht mehr ganz so ungewohnt. Mein junger Geist kann sich schnell gewöhnen, offensichtlich. 

Das kleine Rädchen ist nun also fertig. Es hat einen Tacho, zwei Flaschenhalter (einen hinter dem Sattel und einen im Rahmen), eine Tasche für einen Ersatzschlauch inklusive Reifenheber hinter dem Sattel und eine Luftpumpe. Und es hat einen Namen. 

Offiziell heißt es Cannondale Slice. Meines heißt allerdings, dank meiner Sitzposition und der damit verbundenen, etwas außergewöhnlichen,  vorderlastigen Sattelstellung: Gonzo.

Jetzt muß nur noch der Dauerregen aufhören und dann kann ich Gonzo zeigen wie sein Training sich die nächsten Jahre so gestalten wird. Immerhin werden wir einige Zeit brauchen um uns aneinander zu gewöhnen. 


Auf diesem Weg ein ganz herzliches Dankeschön vom Zeugwart und mir an das Team von Radsport Buchstaller ! Wir haben uns wirklich außerordentlich gut betreut gefühlt! 


Freitag, 24. Mai 2013

Freunde?

Wir zwei versuchen es jetzt seit Wochen. Eigentlich schon fast seit Monaten, wenn ich richtig darüber nachdenke.  

Kann man mit Dir denn überhaupt befreundet sein?

Du bist meistens eiskalt, gnadenlos und zeigst nie Gefühle. Eigentlich erwarte ich mir mehr von einer Freundschaft. Es ist auch nicht so als hätten wir beide einen großen Nutzen voneinander. Zumindest scheint mir das so. Dir ist es total egal, ob Du in der Ecke stehst oder im Türrahmen hängst. Du verziehst einfach keine Miene, bist steif wie ein Brett und zeigst keine Regung.

Obwohl wir recht fleißig sind, und ich habe das Gefühl, ich noch eine Ecke mehr als Du, bringt mir unser Zusammensein gar nichts. Das ist ein Fakt. Ich kann trotzdem keine Liegestütz, ich kann trotzdem keine Klimmzüge und ich komme beim Schwimmen trotzdem nicht besser voran. Da frage ich mich doch ernsthaft, was bringt uns Beiden überhaupt diese Freundschaft? Warum verbringen wir 4 mal die Woche morgens Zeit miteinander?
An meiner Ausführung der Übungen kann es nicht liegen. Ich habe gefühlt mehrere Stunden auf dem Kanal verbracht um die Technik genau zu studieren. Also von meiner Seite her kann man wirklich nicht von zu wenig Engagement sprechen. Außerdem hat der Zeugwart mir auch schon vor Wochen die Übungen auch noch mal live und in Farbe gezeigt.
Alleine Deine Montage am Türrahmen bringt mich oft genug zum kochen und trotzdem mache ich mit unserer Freundschaft weiter. Dieses hin- und herdrehen ohne sicher zu sein welche Richtung es denn nun sein soll.
Ich bin quasi stets bemüht an diesem Freundschaftsgebilde mit Dir und dessen Erfolg zu arbeiten. Aber ob das jemals etwas wird? Werden wir zwei noch glücklich miteinander?
Vielleicht lassen wir es zukünftig einfach sein?

Wie siehst Du die Sache?

Mittwoch, 22. Mai 2013

Krämpfe bei 9°C

Herrlicher Frühling... leider nicht hier. Hier haben wir 9°C und es ist ordentlich windig. Wenigstens regnet es nicht, das ist ja schon mal was. Ich bin natürlich was Regen angeht mittlerweile total entspannt. Seit dem ich meine Regenjacke imprägniert habe, weilt sie auf dem Haken und wurde nicht mehr gebraucht. Vielleicht hätte ich das einfach früher machen sollen? Könnte ja ein Zeichen gewesen sein. 

Heute laufe ich und mache ein dazwischen Kniebeugen, Liegestütz und Ausfallschritte. Ich laufe dafür immer Runden im Schloßpark. Da bin ich bei dem schrecklich unbequemen Wetter wirklich komplett alleine. Die Vögel, die Bäume und ich. Mittlerweile ist der Park zu einem Urwald geworden. Der Regen der vergangenen paar Tage hat hier Wunder bewirkt. Was so ein bischen Regen ausmacht, unglaublich. 

Nach der ersten Runde habe ich den ersten Krampf in der Fußsohle. Ich trage heute Kompressionssöckchen mit pinken Noppen. Die hatte ich schon oft an und empfand sie immer als total bequem. Allerdings ist diese Phase anscheinend jetzt vorbei. 

Die Fußsohlen krampfen abwechselnd und gemeinsam. Es ist eine Zumutung. Ich komme gerade noch nach Hause und schäle mich nur mit größen Problemen aus den Socken. 

Als die Krämpfe vorbei und meine Füße sich wieder beruhigt haben steht noch ein Athletikquickie an.

Für die Teamchefin, die sich beerenfarbene Hanteln bestellt hat, mache ich eine fitnessvideotaugliche Übung auf dem Handtuch. Immerhin sollen die schweren Hanteln ja auch ordentlich Verwendung finden. Nur schön aussehen kann die Teamchefin schließlich auch ohne Hanteln.