I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Dienstag, 25. Juni 2013

Ich bin so breit.

Mein Rücken schmerzt noch immer. Wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung, wie so oft. Ich kann nicht gut sitzen, habe aber festgestellt, dass leichte Bewegung gut tut. Mein Mittagspausenprogramm heute war sehr angenehm. 

Ich habe also fest vor schwimmen gehen. Der Trainer hat auch leichtes rumschwimmen auf den Plan geschrieben. Es paßt also alles irgendwie. Heute kommt außerdem Svenja mit zum Training. Wir sind Gott sei Dank 5 schwimmwillige, so dass sich ihre Konzentration heute gut verteilen kann und für mich nur ein kleiner Teil übrig bleiben wird. Wenn man zu wenig schwimmwillige am Start hat kann so eine Beobachtungsreihe durch eine Schwimmtrainerin schnell zu einer sehr kräftezehrenden Angelegenheit werden.
Die Ansage lautet, dass sich erst mal einzuschwimmen ist. Dann macht Svenja ein paar Videoaufnahmen von uns. Eine Bestandsaufnahme sozusagen.

Mein Bestand ist sicherlich umfangreich. Ich muß mich ja nur umschauen. Gut, dass man im lauten Becken mein Gesinge nicht hört. Ich bemühe mich zwar nicht zu singen, aber Blurred Lines muß es dann doch irgendwie sein. Svenja sagt, ich lasse meinen Arm weiterhin rumhängen und soll breiter werden. Noch breiter? Sie muß ja keine Klamotten einkaufen gehen für meine Breite. Da macht sie es sich aber auch ganz schön einfach. Blurred Lines klingt gleich, egal ob ich breit mache oder nicht. Und ich könnte mir nun auch einreden, dass der hängende Arm einfach cool rüberkommen will, wenn ich singe. Tut er aber nicht. Also ist das Einreden auch sinnlos.

Die Vereinsmädels bekommen sich ebenfalls zu sehen und auch der Zeugwart kriegt gesagt, dass er ruhig auch breiter sein könnte. Er wird wohl übergriffig mit der einen Hand. Das geht natürlich nicht. Beim schwimmen ist der Tanzbereich der Hände und Arme genau geregelt. Also, außer bei mir natürlich. Mein Arm macht was er will und tanzt heute zu Blurred Lines unter Wasser was das Zeug hält. Warum das so ist, kann ich allerdings nicht sagen. Ich nehme aber an, der Arm ist einfach unheimlich musikalisch, ganz im Gegensatz zum Rest meines Körpers.

Wir machen Übungen, schwimmen einträchtig hintereinander her, kraulen mit Fäusten oder mit gespreizten Fingern. Und das alles nur, damit ich mir später wieder anhören darf, dass es einfach noch breiter geht. Ich soll so breit schwimmen wie möglich und dann so schmal wie es nur eben geht. Angeblich differeriert das bei mir nicht so ungemein voneinander? Ach was sind Gefühle manchmal trügerisch. Ich schwimme breit und habe das Gefühl, ich brauche die ganze Bahn. Und dann schwimmt der Zeugwart an mir vorbei.

Ja, noch auf meiner Bahn und in meiner Höhe. Na da kann ja zumindest einer von uns mal überhaupt gar nicht breit geschwommen sein. Soviel ist sicher.

Wir haben heute wirklich jede Menge Spaß beim Schwimmen. So eine geführte Schwimmstunde ist einfach noch mal ein Unterschied zum ausgedruckten und spritzwassergeschützten Plan. Außerdem denke ich sonst auch immer, dass ich ja eh alles super toll mache und werde dann ja, wie gesehen, im Wettkampf eines besseren belehrt. Und wenn einem dann mal jemand sagt oder im Video zeigt, wo der Arm so rumhängt und warum es sinnvoll sein kann mal eine Technikübung zu machen, sieht die Welt oft auch wieder ganz anders aus.

Ich zum Beispiel weiß nun, dass meine Welt einfach viel viel breiter sein sollte. Und außerdem weiß ich, dass ich Fingerpaddles blöd finde und Svenja ganz offensichtlich wesentlich größere Hände als ich hat. Ihre Fingerpaddles sind nämlich fast so groß wie meine normalen Paddles. Und die sind ja für die ganze Hand.

Als wir mit Schwimmen fertig sind sitzen wir noch ein bischen zusammen. Da merkt man, dass wir in diesem Monat keinen Stammtisch haben. Schon wird das Nachtrainingsgequassel wieder notwendig. Aber der Monat Juni setzt einfach andere Prioritäten. Unsere Ironmananwärter sind nun bald am Ziel und deshalb müssen wir noch 1,5 Wochen Geduld haben. Dann aber wird sicherlich nur noch mit Finishermedaillie rumgelaufen. Das ist wohl klar.

Montag, 24. Juni 2013

Hier spricht Arena


Nachdem ich letzte Nacht gefühlte 60mal wach wurde, weil mein Rücken ordentlich weh tat, stehe ich heute morgen total gerädert auf. Die Nacht im Homestayhaushalt endet früh, denn heute ist ein ganz normaler Montag und die Kinder gehen in die Schule und in den Kindergarten. Ich übernehme den Gang zur Schule und begleite mein Patenkind. Der Zeugwart spaziert mit dem jüngsten Anfeuerer zusammen in den Kindergarten.

Nach einem leckeren Frühstück packen wir dann das Auto. Wir nehmen einen Zwischenstopp im Outlet in die Heimfahrtsplanung mit auf und greifen dort ordentlich zu. Manche Dinge kann man ja immer gebrauchen.
Und während wir so durch das Outletcenter spazieren und der Zeugwart schon mal ins nächste Geschäft vorstößt, klingelt mein Telefon.

Arena ist dran.

Ich hätte mich als Tester für ihren Triathlonanzug beworben, in der aktuellen Tri-Time und wäre ausgewählt worden. Ach was. Das ist ja toll. Und jetzt ruft der Herr natürlich an, um mir den Anzug in der richtigen Größe zu schicken. Ich teile dem Arena-Herren sofort alle gewünschten Daten mit. Dann kündigt er an, mir den Anzug zuzusenden und dass ich ihn gegen Ende der Woche in der Post haben dürfte. Na, da bin ich aber mal gespannt. 

Sonntag, 23. Juni 2013

Steinbeck Triathlon Festival


Trotz Homestay bei meinem Patenkind und seiner Familie und Wettkampfnähe klingelt der Wecker heute früh. Die Anfahrt nach Steinbeck  zum dortigen Triathlon Festival haben wir zwar auf 20Minuten gekürzt, trotzdem müssen wir uns ja anziehen und etwas frühstücken. Ohne geht es schließlich nicht.

Mein Wettkampfoutfit sitzt und auch der Zeugwart ist zufrieden. Wir waren eigentlich auf Sommer eingestellt, aber wir bekommen nur 15°C und bewölkten Himmel geliefert. Sehr schade. Für Ende Juni könnte sich ein Veranstalter wirklich etwas schönere Wetterbedingungen wünschen.

Als der Zeugwart und ich in Steinbeck ankommen folgen wir einfach den großen gelben „Triathlon“ Schildern. Die sind kaum zu übersehen. Dieser Wettkampf ist scheinbar vorbildlich organisiert, der Veranstalter blickt ja auch auf eine jahrelange Erfahrung zurück.  Wir werden das heute noch öfter feststellen.
Das gelbe Schild weist uns den Weg auf eine Weide, auf der wir unser Auto parken dürfen. Hier weist uns der THW entsprechend ein. Schon die Kleinsten sind als Helfer dabei.

Wir bauen die Räder zusammen, nehmen die BMW Taschen auf den Rücken und marschieren zur Wechselzone. Mitten aus dem Nichts fragt mich der Zeugwart ob ich eigentlich meinen Startpass dabei hätte. Nein, der liegt natürlich im Homestayhaushalt. Warm und trocken, nicht dass was drankommt. Oh je. Da bin ich mal gespannt, wie ich meine Startunterlagen bekomme. Meinen Personalausweis habe ich schließlich auch nicht dabei... warum auch. Ist ja Triathlon und kein Discobesuch. Na ja, die, die es eigentlich am Besten wissen müßte. Aber gut. Ich bin eben einfach kein Wettkämpfer. So ist es leider.

Der Zeugwart ist bestens vorbereitet. Er hat seinen Startpass und seinen Personalausweis dabei. Vorbildlich. An der Startunterlagenausgabe schnappt sich der Zeugwart mein kleines Gonzorad und schickt mich vor. Mal sehen, ob ich meine Startunterlagen überhaupt bekomme. Ich sage meinen Namen und bekomme erst des Zeugwarts Startunterlagen ausgehändigt. Außerdem bekomme ich auch seinen Leihchip. Und als die Dame nach seinem Startpaß fragt, wird der Zeugwart mit den beiden Rädern in der Hand ziemlich geschäftig. In der Gunst der Stunde gibt mir die Dame meine Unterlagen, fragt mich „Startpaß?“ Ich antworte mit „Ja.“ und sie wünscht mir viel Spaß. Tja, so einfach kann das Leben manchmal sein. Alles kein Ding.

Wir montieren die Startnummer am Startnummernband, setzen den Helm auf und schieben dann die Räder in Richtung Wechselzone. Wenn man selbst Kampfrichter ist, schaut man sich ja immer wieder gerne bei den „Kollegen“ etwas ab... also passe ich natürlich bei der Kontrolle ganz genau auf. Bei der Kampfrichterin muß ich allerdings nichts wirklich tun. Ich komme mit meinem Helm auf dem Kopf an und soll ihn lediglich absetzen. Sie möchte einen Blick darauf werfen. Ich hätte mich selbst noch gebeten, dass ich die Bremsen mal vorführe. Aber das möchte sie nicht.

Ich bekomme noch einen Aufkleber auf mein Rädchen (allerdings mit einem Zahlendreher... das bemerke ich aber nicht) und bekomme eine Andenkenradflasche in die Hand gedrückt. Dann marschiere ich in die Wechselzone.

Samstag, 22. Juni 2013

Homestay Steinbeck Triathlon


Nachdem wir gestern Abend prima im Homestay- Domizil eingecheckt haben, schauen wir uns heute die Wettkampfregion etwas mehr aus der Nähe an.

Der Zeugwart ist was die Radstrecke angeht äußerst skeptisch. Immerhin wirbt das Steinbecker Triathlon Festival mit einer Steigung von bis zu 10% am Berg und einem damit verbundenen selektiven Profil. Ich kann mir unter 10% nichts vorstellen und bekomme alle möglichen Erklärungen geliefert.  So zum Beispiel, dass ich mir das ungefähr wie den Hühnerberg nur etwas länger vorstellen müßte oder wie Bad Vilbel. Ich gebe auf, denn was meine Fantasie angeht, bin ich nicht besonders gut bestückt und Berge vorstellen ist einfach nicht mein Spezialgebiet. Es nützt ja sowieso nichts. Ich bin angemeldet, gesund und so wird ja auch gestartet. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

Als wir in Steinbeck für die Radstreckenbesichtigung ankommen und links in Richtung 10% Steigung abbiegen sieht’s wirklich sehr beschaulich aus. Rechts vom Weg stehen die Rehe, ein kleines Bethäuschen harrt aus um den Wanderer in dieser Gegend zu einer kleinen Andacht zu verleiten und dann fahren wir um die Ecke. Tja. Und ich sehe die Steigung. Puh, schon ordentlich. Ich kann von „fast wie der Hühnerberg“ oder „ähnlich wie Bad Vilbel“ so spontan nichts sehen. Aber gut. Vielleicht mit ein bischen Fantasie? Nein. Selbst all meine Fantasie bringt rein gar nichts. Hopfen und Malz ist da verloren. Diese Steigung hat in meiner Welt keinerlei Gemeinsamkeit mit irgendeiner Steigung, die ich schon mal mit dem Rad gefahren bin. Das Kurvenschild unten am Berg hat auch vor 1,2km Steigung gewarnt... und so isses dann auch. Nach ungefähr 1km würde ich den Anstieg als beendet erklären.

Oben wird morgen dann Wasser in Radflaschen gereicht und außerdem eine Rundenkontrolle gemacht. So isses zumindest angekündigt.

Dann geht’s ein Stück geradeaus und nachdem wir noch eine mini Welle passiert haben, geht’s über eine lange Gerade und dann wieder Berg runter. Die Strecke überquert zweimal den Mittellandkanal, in dem morgen dann auch geschwommen wird und dann sind wir an der Einfahrt zur Wechselzone wieder vorbei.

Weil ich so massiv geschockt von der Radstrecke bin, fahren wir sie gleich noch mal. Dem Zeugwart gefällt sie beim zweiten Mal gleich noch eine Idee besser, als beim ersten Abfahren. Er ist zufrieden. Er ist sowieso ein guter Wettkämpfer, von daher paßt das schon. Wenigstens einer ist zufrieden.

Den Rest des Tages verbringen wir mit den Homestay Gastgebern im wirklich empfehlenswerten Osnabrücker Zoo. Abends werden wir hervorragend verköstigt und landen früh im Bett. Ich schlafe tief und fest. 

Freitag, 21. Juni 2013

Gepackt: Athletics Triathlon Bag

Da am Sonntag Wettkampf ist und ich zum ersten Mal seit langem wieder einmal mitmachen werde, gilt es nun meine Wettkampftasche zu packen. Ich packe alles in meine BMW Triathlon Tasche, was ich brauche. BMW hat ja kürzlich ein Laufsport Camp für ein paar Laufblogger organisiert. Die Berichte dazu sind absolut lesenswert, wie ich finde. Die Blogger hatten offensichtlich eine super Zeit und BMW hat sein Engagement im Sport ganz offensichtlich glaubwürdig mit Fakten untermauert. Und nur für den Fall, dass BMW mal auf den Gedanken käme ein Triathlon Camp für Triathlon-Blogger statt finden zu lassen, wäre ich auf jeden Fall nun packerprobt und könnte mit der Tasche gleich stilgerecht anreisen. Aber das soll nur am Rande erwähnt werden.

Die vollgepackte BMW Triathlon Tasche sieht fast genauso aus, wie die Leere. Allerdings ist sie natürlich um Längen schwerer. Und das, obwohl die zwei Flaschen, die in ihren isolierten Flaschenhaltern stecken, noch nicht mal gefüllt sind. Da wir mittlerweile zwei dieser Taschen habe, ist meine mit einem kleinen blauen Band gekennzeichnet, nicht, dass der Zeugwart in mein Triathlonoberteil springt oder sich meine kleinen Laufschuhe anquälen muß. Im Wettkampf darf da schließlich nix schief gehen.


Heute bin ich froh, dass die Tasche so eine gekennzeichnete Aufteilung hat. Teilweise hat man hier, für die Taschenpackanfänger noch drauf geschrieben, für was die Aufteilungstasche gut ist. Eine Packempfehlung quasi. Das ist nett und praktisch zugleich.

Für mich dient das heute als Erinnerung. Also falte ich meine Wechselmatte und natürlich kommt sie gleich in das dafür vorgesehene Fach in der Außentasche. Die andere seitliche Außentasche ist mit zahlreichen Fächern für die Wettkampfernährung versehen. Natürlich nutze ich die heute auch. So gehe ich sicher, dass ich nichts vergesse. Getränkepulver und Gels finden hier prima ihren Platz. In das klare Fach packe ich meinen Zeitmesschip und mein Startnummernband. So sehe ich mit einem Bilck, dass ich's auch dabei habe. Gerade das Startnummernband gehört bei mir zu den Dingen, die ich gerne vergesse.


Klappe ich die Tasche auf befindet sich der Radhelm im Deckel. An dem Fach steht auch noch Helm dran und bei mir ist eben auch Helm drin. Sehr gut. Den habe ich schon mal. Im großen Fach sind meine Wettkampfklamotten, also Sport BH, Hose, Oberteil, Windweste, Regenjacke und Buff sowie Visor. Außerdem habe ich Umziehsachen drin, also Jogginghose, T-Shirt etc. Ich will ja nach dem Wettkampf nicht total verschwitzt und womöglich nass im Auto sitzen. All das hat prima Platz in dem Hauptfach. Ich packe zusätzlich noch ein kleines Handtuch und eine leere Radflasche mit rein. Falls die Wechselzone sandig wäre, kann ich mir damit dann die Füße abspülen und abtrocknen. Mit Sand im Socken Rad fahren und laufen ist
-zumindest für meine Füße- eine äußerst schlechte Idee. Das gilt es unbedingt zu vermeiden.



Was jetzt noch fehlt sind meine Schuhe (Rad- und natürlich Laufschuhe), meine Schwimmbrille (mit optischen Gläsern) und Duschzeug für danach. All das packe ich in die zwei großen seitlichen Fächer der Tasche. Dank Schuhgröße 37 und den damit verbundenen relativ kleinen Rad und Laufschuhen, kann ich beide Paare gut in eine Schuhtasche packen. Dazu kommt noch meine Schwimmbrille und eine Badekappe. Der Veranstalter stellt zwar welche, aber ich habe gerne eine auf dem Kopf, dann die Schwimmbrille an und dann eine weitere drüber. Bei den paar Veranstaltungen bei denen ich bisher gestartet bin, hat sich das zumindest bewährt. Ist ja nicht so, als könnte ich Erfahrungstechnisch hier aus dem Vollen schöpfen.

In der anderen Schuhtasche finde sich mein Duschzeug, ein leeres Brillenetui, Handtücher und Badelatschen. In die versteifte Tasche für Brillen habe ich meine Radsonnenbrille gepackt. Das Etui paßt genau rein und meine Ersatzscheiben sind ebenfalls dabei.

Den Neoprenanzug für das Schwimmen packe ich dann noch unten in das eigentlich Nassfach der Tasche. Das füllt den kompletten Boden und kann je nach Füllmenge entsprechend erweitert werden.


Gepackt ist also schon mal alles. Jetzt muß ich am Sonntag eigentlich nur noch das Gonzorädchen nehmen und alles in der Wechselzone aufbauen. Dann kann nichts schief gehen auf meiner ersten richtigen Olympischen Distanz (meine erste war ohne Zeitnahme, deshalb würde ich den Sonntag irgendwie als Premiere ansehen).  

Donnerstag, 20. Juni 2013

Der sportliche Anzug

Ob ich es dieses Jahr überhaupt noch mal in einen See schaffe? Ich weiß es nicht, ich kann ja schließlich nicht in die Zukunft schauen, dann würde ich hier ganz andere Dinge veröffentlichen... he he.
Jetzt versuche ich wieder in die Zukunft zu schauen, allerdings wird das auch heute für mich wieder schwierig. Der Wetterbericht sagt Unwetter voraus, aber ob der recht behält und wann die Unwetter dann kommen ist natürlich unklar. Unser Plan für heute war klar. Kurzer Lauf zum See, einmal durchschwimmen und wieder heim laufen.

Aber weil ich so flexibel bin und der Zeugwart ebenso, machen wir heute einfach ohne schwimmen. Mir ist das einfach nichts, wenn der See voll ist und ich meinen Schlüssel einfach unbewacht da rum liegen lassen soll. Außerdem will ich nicht am anderen Ende sein und dann geht's los. Und mit in den See will ich meinen Schlüssel natürlich auch nicht nehmen. Da ist der ja schneller weg, als ich schauen kann. So sicher kann ein "um den Hals Hängerli" gar nicht sein. Ich könnte höchstens mal schauen, dass ich so ein geschenktes Schweißband mit kleiner integrierter Tasche noch daheim finde. Die gab es mal bei einem Lauf geschenkt... benutzt hab ich das natürlich nie. Aber für so einen Hausschlüssel könnte das genau das Richtige sein. Ich werde das prüfen.
Heute suche ich nun allerdings danach nicht.

Wir beschließen das Schwimmen nicht zu machen und dafür einfach noch mal zu laufen. Der neue Trainer, den ich nach der spontanen, ungeplanten und überraschenden Aufgabe des Coaches, verpflichten konnte, wird sich bestimmt die Haare raufen. Da steht schon mal was im Plan und ich ändere es gleich. Na gut.

Ich laufe heute meinen neuen Skinfit Anzug Probe. Den habe ich mir bestellt und als er dann auch endlich, nach Neuzusendung einer kleineren Größe, gepaßt hat, dann auch behalten. Den Skinfit Anzug trage ich in Größe S. Ich lach mich weg. Herrlich. Skinfit ist mir gleich eine Ecke mehr sympathisch. Die haben einfach eine wunderbare Größentabelle. Der Anzug macht mich gleich schnell und aufrecht.

Der Zeugwart ist zwar schneller, aber ich kann auch nichts dafür, dass sein Ironman Anzug offensichtlich noch eine Idee sportlicher ist, als mein Skinfit Modell. So ein Einteiler sorgt bei mir für ein unheimliches Selbstbewußtsein und eine leicht gestörte Selbstwahrnehmung. Ich laufe aufrecht und komme mir wahnsinnig dynamisch vor. Der Einteiler ist sehr bequem und so laufe ich erst neben dem Zeugwart her und als mich dann der Wetterumschwung bei den Narben packt und diese zum ziepen und zwacken bringt, läuft der Zeugwart vor und ich mache etwas langsamer. Allerdings nur ein bischen. Ich bin nämlich jetzt schon fast eingelaufen, so dass das Rumjoggen jetzt ganz automatisch passiert. Und natürlich immer schön aufrecht und mit einem unheimlichen Gefühl der Sportlichkeit.

Selten hat mich ein Outfit so in meiner Wahrnehmung getäuscht. Oder bin ich vielleicht wirklich unheimlich sportlich? Eine Diskussion darüber möchte ich besser nicht führen, da kann man sicherlich 100 Leute mit mindestens 80 Meinungen finden, wenn man will.

Als wir daheim ankommen und ich zwei Minuten hinter dem Zeugwart das Straßenschild passiere, geht es mir wirklich ganz gut. Ich schnaufe zwar, denn immerhin haben wir noch immer 33°C, aber der Lauf war prima. Und jetzt könnte ich auch noch weiterlaufen... gefühlt ewig. Der Anzug ist toll bequem und mein Selbstwertgefühl, wenn ich ihn trage, kaum zu übertreffen. Ob Skinfit sich das dabei gedacht hat?


Dienstag, 18. Juni 2013

Die Bahnenzählerin

Endlich ist der Sommer da. Ich habe in diesem Jahr auch wirklich lange genug gewartet. Und heute habe ich Sommer und Schwimmbad in einem, weil ja Vereinsschwimmtraining ist. Dass Sommer ist haben auch einige andere Menschen mitbekommen, denn der Schwimmbadparkplatz ist zum ersten Mal in diesem Jahr wirklich überfüllt. Die Autos stehen sogar an der Strasse, hier war heute offensichtlich Hochbetrieb. 

Der Zeugwart und ich sind irgendwie so flott aufgebrochen heute, dass ich vergessen habe meinen Schwimmplan einzupacken. Aber das ist nicht so schlimm, der Zeugwart sagt einfach an, dass heute mal 1500m auf Zeit geschwommen werden, weil das ja am Sonntag auch ansteht. 

Also habe ich nun doch spontan einen Plan. Und weil die Vereinsmädels heute nur halb mehr oder weniger dauerhaft im Wasser anzutreffen sind, habe ich die glorreiche Idee eine Bahnenzählerin einzustellen. Die stellt sich die Sache aber anders vor. Manchmal muß man die Rechnung einfach mit allen Beteiligten machen. Und diesmal habe ich Lisabet einfach nicht mit drin gehabt. Sie war heute bei der Hitze schon laufen und deshalb verstehe ich, dass sie nicht wirklich viel Lust hat meine Bahnenzählassistentin zu sein. Aber sie gibt mir ihre hightech Uhr. Die soll meine Bahnen zählen. Außerdem zeigt sich noch die vergangene Zeit an und zählt meine Zuganzahl. 

Viel mehr könnte die Uhr auch gar nicht tun, wenn ich es mir recht überlege. Sie könnte noch mitteilen, ob wir einen zunehmenden Mond haben, oder ob es morgen gewittert. Aber so wichtig ist das tatsächlich nicht.  Lisabet ist wirklich hervorragend ausgestattet. 

Die Uhr, quasi die Bahnenzählerin, und ich schwimmen also los. Irgendwann schaue ich auch mal drauf und sehe lauter 0er. Gut, man muß eben als Benutzer auch Start drücken, eine nicht besonders schlaue Erkenntnis. Jetzt bin ich wenigstens ordentlich eingeschwommen. Auch was wert. 

Also noch mal von vorne und jetzt einfach mit Start drücken. Ist ja gar nicht so schwer. Man muß es halt einfach machen. 

Ich schwimme und schwimme und kriege fast einen Drehwurm. Im Becken sind 1500m eben doch was anderes als im See. Nach 1500m die mein Kopf gezählt hat und die Lisabets Bahnenzähl-Uhr eindeutig bestätigt, steige ich aus dem Becken. Gott lob, denn hätte ich die gestoppte Zeit gesehen, wäre ich sicherlich einfach drin geblieben und jämmerlich untergegangen. 

Klar, ich habe nicht schnell gemacht, meine Beine selten benutzt und mir zwischendurch die Badekappe gerade gerückt (wer weiß, wer hier noch so zusieht...), aber das hat ja keine 10Minuten gebraucht. 

Für Sonntag können wir also sicher sein, dass ich die Letzte sein werde, die aus dem Wasser kommt. Aber so sind die kleinen Dinge im Leben eben einfach sicher und man muß sich keine großen Gedanken machen. 

Am Beckenrand redet die Schwimmcrew auf mich ein, behauptet, viele Wenden machen langsam und dass ich mit dem Neo noch viel Zeit rausholen werde. Sie sind wirklich sehr engagiert um meine Depression zurückzudrängen und mir Mut zu machen. Das ist das Schöne am Verein und an den Leuten... jede Leistung zählt. Ihr seid einfach die Besten. 

Der Zeugwart sagt mir leise ins Ohr seine Zeit. Damit ist auch hier sicher, dass ich ihn vor dem Schwimmstart sehe und dann irgendwann, wenn ich dann Stunden nach ihm ins Ziel laufe. Vielleicht habe ich Glück und er wartet im Ziel. Geduscht, das versteht sich ja von selbst. 

Montag, 17. Juni 2013

Sponsored Video: Live with Fire / Reebok


Nachdem ich erfreulicherweise auf die neue Werbekampagne von Reebok aufmerksam gemacht wurde und mich darin sofort wiederfand, komme ich ganz klar überhaupt nicht drumrum die selbige hier zu zeigen. Reebok kenne ich vom Women’s Run, da war Reebok der Hauptsponsor und stattete jährlich gefühlt 1000ende von Frauen mit rosafarbenen Shirts aus. Kürzlich habe ich Reebok außerdem bei meinem Ausflug in die Welt der Crossfitter kennengelernt.

Schon beim jährlichen Womensrun zeigte Reebok, wo rauf es Ihnen als Marke ankommt. Das „Wir-Gefühl“, der Spaß an der Sache und die Gemeinschaft. Wer hätte das gedacht? Ich sicherlich nicht. Ich dachte eigentlich, das passiert mehr per Zufall und nur ich sehr dieses Gemeinschaftsding und das nicht leistungsorientierte, ist aber nicht so. Reebok scheint tatsächlich genau das gut zu finden, was mir ebenfalls gefällt. Das ist ja ein Ding.

In ihrer aktuellen Kampagne geht es um den Menschen und dass jede Art von Bewegung kostbar ist. „Beweg Dich so wie Du bist“ ist einer der Sätze, die mir am meisten gefallen. Das Video zu „Live with Fire“ ist toll gedreht und für mich unheimlich motivierend. Die Stimme sagt einfach genau das aus, was mir beim Sport wichtig ist. Hier sind die gesponserten Videos anzusehen (unbedingt weiterklicken... nicht nur das Erste ist prima):



Egal wann man im Ziel ist, egal ob andere schneller oder langsamer sind, es kommt darauf an, was man selbst draus macht. Dazu paßt auch ein anderer Spruch, den ich kürzlich auf Facebook lesen durfte... „vergleiche Dich nicht mit den anderen, vergleiche Dich mit Deinem ich von gestern“... und wie das stimmt.  Wenn sich das doch bloß mehr Leute zu Herzen nehmen könnten.

Reebok kredenzt mir, außer dem herrlich motivierenden Video, auch noch eine entsprechende Seite auf der ich lesen kann, dass im Rahmen der Kampagne auch noch Workouttreffen und ein sogenannter Colorrun statt findet. Die lassen sich wirklich was einfallen. Auch wenn ich mir spontan nicht vorstellen kann bei so einem Lauf mitzulaufen. Ich denke dabei natürlich nicht an die Gemeinschaft, ich sehe den Berg an Wäsche und dass ich die Farbe sicherlich nicht raus bekomme. Ich hab’s also irgendwie doch nicht kapiert? Nun ja... ich werde weiter an mir arbeiten. 

Zusätzlich gibt es von Reebok jetzt auch noch ReebokOne. Ein Portal bei dem sich Fitness Experten anmelden können, um Teil einer weltweiten Gemeinschaft von Sportlern zu werden. Es geht hier primär darum ein Netzwerk aufzubauen um zusammenzuarbeiten, zu lernen und einige Voteile von Reebok zu erhalten. Zum Beuteschema von ReebokOne würde ich mich jetzt also nicht unbedingt zählen. Obwohl der Begriff „Fitness Experte“ ja auch immer im Auge des Betrachters liegt und ich sicherlich mehr Ahnung von Fitness habe als manch anderer. Trotzdem eben meiner Meinung nach nicht genug für ReebokOne. 

Dieser Artikel wurde gesponsert. Das Sponsoring hat keinen Einfluss auf meine Meinung und meine Einschätzung. 

Sonntag, 16. Juni 2013

Generalprobe

Mein Wettkampfoutfit für kommende Woche ist noch nicht gefunden. Jeder Versuch gemütlich und sofagleich in Aeroposition auf meinem Rad zu sitzen, wurde von den jeweiligen Testhosen und Einteilern in den letzten Wochen jäh in ein schmerzhaftes Desaster verwandelt.  Also starten wir heute einen neuen Versuch. Wir, der Zeugwart und ich. Wir, eine Hose, ein Oberteil, mein Körper und mein Fahrrad. 

Es ist ziemlich warm draußen und es soll noch wärmer werden. Also fülle ich zwei Flaschen. Und weil wir -dank Zeugwart natürlich- bestens ausgestattet sind, nutze ich alle Möglichkeiten und fülle eine Camelbak Podium Chill Flasche. Die ist isoliert und soll mein Getränk längere Zeit angenehm kühl halten. Um die Flasche nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen fülle ich sie mit eiskaltem Wasser und schmeisse noch ein paar Eiswürfel hinterher. 

Unsere Radausfahrt führt uns zu erst nach Seligenstadt. Da ist heute Triathlon und der Schnelle aus unserem Verein ist am Start. Also fahren wir hin und stellen uns an die Radstrecke. Er weiß nicht dass wir da sind, und so müssen wir uns rechtzeitig wenn wir ihn sehen gleich bemerkbar machen. Nicht, dass er uns übersieht. Obwohl... das kann eigentlich kaum passieren. Wir sind zwar nicht mit Schellenkranz oder Trommel ausgerüstet, weil man beides auf den Rädchen einfach so schlecht transportieren kann, aber so viele Zuschauer sind nicht an der Radstrecke und unsere Vereinskleidung ist ziemlich auffallend. 

Und außerdem hört man mich eigentlich auch ganz gut, wenn ich rufe... 

Der Schnelle muß hier bei uns 4 mal vorbei und bekommt jedes Mal ein paar gute Wünsche mit auf den Weg. Außerdem mache ich ein paar Fotos von ihm. Athletenfotos finde ich immer prima. von mir gibt es kaum welche... das mag aber auch einfach daran liegen, dass ich ein wettkampfscheuer Athlet bin und so selten mitmache. 

Nachdem der Schnelle nur noch laufen muß, fahren der Zeugwart und ich weiter. Laufen kann der Schnelle und zwar wie der Teufel. Radfahren kann er natürlich auch. Aber so ganz ohne Anfeuerung ist so ein Wettkampf halt auch nur halb so schön. 

Wir fahren irgendwo lang. Irgendwo nur in meinen Augen. Der Zeugwart weiß natürlich wo wir hinfahren. Ich erkenne zwischendurch ein paar Stellen und merke, dass wir die Radstrecke des Rodgau Triathlons abfahren. Ach hier sind wir also. 

Irgendwann habe ich meine Flasche leer und freue mich auf mein gekühltes Getränk aus der Camelbak Flasche. Immerhin ist die ja isoliert. Nachdem ich den Flaschentausch von hinten nach vorne und andersrum durchgeführt habe, nehme ich einen Schluck. Aha. Das kann es ja wohl nicht sein. Das Getränk hat ungefähr die gleiche Temperatur wie das, was ich gerade leer getrunken habe. Nur dass das Leere nicht in einer isolierten Flasche steckte. Ich fühle mich von Camelbak etwas veräppelt. Immerhin lassen sie sich diese Isolation ja auch ganz gut bezahlen. Vielleicht ist die Isolation abgelaufen? Keine Ahnung. 

Ich trinke also einfach weiter mein warmes Getränk und denke mir meinen Teil zum Produkt. 

Als wir zu Hause ankommen spielt das Nachbarskind draußen im Hof. Ich springe vom Rad ab, wie auf der Flucht, wetze rein und stelle mein Rad ab. Wir haben spontan beschlossen, dass wir noch laufen gehen. Also kommt auch der Helm ab, ich ziehe ein Visor an und natürlich meine Laufschuhe. Und schon geht's zurück auf den Hof. Selten habe ich das Nachbarskind so schauen sehen. 

Der Zeugwart und ich laufen also. Ich bin dabei mehr als langsam. Meine Waden sind hart wie Stahl und  teilen mir auch mehrfach unmissverständlich mit, dass das loslaufen eine beknackte Idee gewesen ist. Ich habe außerdem auch gar keine Lust und ich habe Hunger. Eine tolle Kombination. Nach 35Minuten bin ich zurück zu Hause. 
Und mein Wettkampfoutfit ebenfalls.

Wenn das die Generalprobe war, dann bin ich auf nächste Woche gespannt.  

Samstag, 15. Juni 2013

Moret Triathlon in Münster

Der VfL Münster in Frankfurts weit gefaßtem Süden, richtet jährlich den Moret Triathlon aus und heute ist es wieder soweit. Unser Verein hat eine Staffel gemeldet und so ist es für den Zeugwart und mich selbstverständlich, dass wir in Richtung Dieburg fahren und uns Motivation holen und genau anschauen, wie die Vereinskameraden ihre antrainierten Leistungen umsetzen. Leistung im Wettkampf auf Kommando abzurufen ist für mich ja immer das Schwierigste, von daher schaue ich mir das immer besonders gerne ab. 

Der Zeugwart ist überpünktlich am See, weil er einfach die Entfernung an die Kiesgrube der Firma Hardt in Babenhausen unterschätzt hat. Kann ja mal passieren. Mein Wirkungskreis ist heute zahlreich gesäht und so bin ich längst am See und bereits fast müde geschafft, als er eintrifft. Die Stimmung vor dem Schwimmstart gefällt mir immer wieder. Triathlon ist einfach was schönes. Obwohl ich nicht starte und deshalb natürlich auch keinen Neoprenanzug anhabe, bin ich irgendwie doch aufgeregt und kann mitfühlen, wie es den Athleten geht. Ich beantworte heute wieder extrem viele Fragen, wie der Wettkampf abläuft, warum wieso weshalb und so weiter. Das gefällt mir. 

Nachdem die erste Startgruppe längst unterwegs ist, wird 20Minuten später die zweite Startgruppe in den Wettkampf geschickt. Hier schwimmt unsere Staffel mit und schon beim schwimmen wird alles gegeben. Unser Radfahrer, der Motivatior, harrt in voller Montur in der Wechselzone aus, um nach der Staffelstabübergabe sofort das Weite suchen zu können. Er ist Gesprächsthema bei den Zuschauern die hinter mir stehen. Sein Vereinstriathlonanzug und sein beklebter Zeitfahr-Helm fallen einfach auf. 

Als unsere Schwimmerin ihm den Staffelstab in Form des Zeitnahmechips übergeben hat, geht's auch schon weiter. Ich habe hier einfach keine Ruhe und der Zeugwart ebenfalls nicht. 

Nachdem die Staffel jetzt auf dem Rad unterwegs ist, macht sich der Zeugwart auf in den Wald. Die Radstrecke dieser Mitteldistanz hat 80km und es zusätzlich in sich, was die Höhenmeter angeht. Im letzten Jahr standen der Zeugwart und ich irgendwo im Wald und haben angefeuert. Dahin begibt sich der Zeugwart mit der restlichen Anfeuergruppe jetzt wieder. Er findet die Stelle wieder. Bei meiner Orientierung, die der eines Stuhls ähnelt, würde ich diese Stelle niemals wieder finden. 

Die Athleten kommen hier den Berg hoch und sind dementsprechend etwas langsamer als auf der Ebene. Der Motivator ist mit seinem Anzug und dem Teamhelm prima zu sehen und der Jäger gibt alles um die Stille im Wald kurzfristig zu unterbrechen und den Motivator anzufeuern, auch wenn er noch gar nicht in Sicht ist. Nach der ersten Radrunde lichtet sich der Kreis der Anfeuerer, weil der Jäger heute den Staffellaufpart übernimmt und deshalb natürlich vor Ort sein muß, wenn der Motivator in die Wechselzone rennt. 

Der Zeugwart bleibt auch die zweite Radrunde noch im Wald und gibt den Athleten noch ein bischen Trommelbegleitung. Als der Motivator zum zweiten Mal durch ist und der Zeugwart seinen Platz verläßt, sind die verbliebenen Zuschauer im Wald traurig, denn nun haben sie keinen Trommler mehr. Aber der Zeugwart kann keine Rücksicht nehmen, es gilt den Motivator auf der Radstrecke zu verfolgen. Das Vereinsfahrzeug gibt alles um den Motivator nicht aus den Augen zu verlieren, aber so richtig nah ran schafft der Zeugwart es dann doch nicht. Der Motivator ist einfach zu flott unterwegs. Beeindruckend. 

In der Wechselzone wartet der Jäger. Unsere Vereinsstaffel wechselt als 6. oder 7. Staffel und der Jäger nimmt die Verfolgung auf. In den letzten  Wochen hat er wirklich gut trainiert. Gerade letzte Woche ist er den Gebrüder Grimm Lauf mitgerannt und zwar jede Etappe. Beeindruckend. Wenn der Jäger will, dann kann er auch. Und er macht seinem Namen alle Ehre und jagt die Uhr. 

Seine Rundenzeiten sind vorbildlich und der Jäger läuft wie ein Uhrwerk. Er kommt verlässlich präzise am Ziel vorbei, so dass ihm seine Anfeuerung bei jeder Runde mehr als sicher ist. Die anderen Staffelteilnehmer warten geduldig im Vereinsdress um ihn rechtzeitig vor dem Zieleinlauf abzupassen und dann zu dritt gemeinsam ins Ziel zu laufen. 

Und so ist es dann auch. Die Zwei nehmen ihren Läufer in die Mitte und schön einträchtig wird die Geschwindigkeit und das Lächeln für den Zieleinlauf auf die Strecke gepackt. Prima. Unsere Staffel war einfach spitze. 

Der Zeugwart und ich sind nach diesem Tag voller spannender Ereignisse auch ganz schön geschafft. Den Abend verbringen wir auf der Couch...und ich schlafe früh ein. 

Mittwoch, 12. Juni 2013

Mein Zeitsprung beim JP Morgan Lauf

Schon mein Arbeitsweg heute früh ist abgesperrt, ich kann nicht aus dem Auto mal schnell auf den Bürgersteig hüpfen, weil überall große Gitter die Strasse begrenzen. Frankfurt bereitet sich mal wieder auf einen Massenansturm an Lauffreudigen vor. Heute findet in der Innenstadt, rund um die Alte Oper, wieder der JP Morgan Corporate Challenge Lauf statt. In vielen Jahr war das der größte Firmenlauf der Welt, ob das dieses Jahr der Fall ist, weiß ich nicht. Es laufen "weit" weniger als 70.000 Menschen mit. Es könnte also knapp werden. 

Mittlerweile ist meine Teilnahme am Firmenlauf schon fast obligatorisch. Jahrelang war ich Teamcaptain und auch jetzt, wo diese Aufgabe jüngere Läufer übernommen haben, melde ich mich jedes Jahr wieder an. Laufen für einen guten Zweck mache ich irgendwie viel zu selten. Außerdem genieße ich es richtig durch die gesperrte Innenstadt zu laufen, die nur für uns Läufer frei von Autos ist. Sonst kämpfe ich mich hier von Ampel zu Ampel und heute habe ich freien Lauf.



Wir gehen sehr früh los und stehen verhältnismäßig lange in der Startaufstellung. Das Wetter hält, was angesagt war, es wird warm und auf meiner Nasenhöhe auch recht stickig. Langes rumstehen finde ich total blöd, ineffizient und anstrengend. Als es endlich los geht und wir uns langsam in unserer Startaufstellung nach vorne schieben, weiß ich schon, dass die ersten Kilometer schwer werden.

Gerade erst habe ich ja festgestellt, dass ich 4-5km brauche um warmzulaufen. Eine tolle Aussicht, wenn man nur 5,6km vor sich hat. Ganz prima.

Weit vor der Startlinie wird bereits gelaufen, weil die Lücken zu den vorherigen Startern offensichtlich groß genug waren und uns genügend Platz lassen. Das ist prima. Oder auch nicht. Denn von hinten drängeln natürlich viele nach, so dass man nicht umhin kommt als loszurennen. Das liegt mir nicht. Aber gut. Es ist, wie es ist. Also renne ich. Natürlich überhaupt nicht mein eigentliches Tempo. Außerdem in der Hitze und so weiter. Direkt hinter einem Läufer im Bärenkostüm laufe auch ich über die Startlinie.

Ich laufe mir eine Blase an der Fußsohle und bekomme Seitenstechen. Also übe ich bei dieser Gelegenheit noch das Trinken im Laufen, kriege einen Hustenanfall, Wasser in die Nase und kaum mehr Luft, und mache schließlich eine Gehpause. Als ich mich wieder gesammelt habe, laufe ich weiter.

Vor dem Ziel wird es ziemlich eng. Aber den Läufer im Bärenkostüm habe ich immer noch fest im Blick. Der läuft nämlich wieder genau vor mir über die Linie. Ich drücke meine Uhr ab und bin zufrieden. Für die Blase, das Seitenstechen, die Luft und dem nahen Erstickungstod kann ich das Ergebnis gut ertragen. 39Minuten. Ich höre wie der Bärenläufer selbstzufrieden seine Mitläufer informiert, dass sie 26Minuten unterwegs waren und das eine super Zeit wäre. Ganz offensichtlich hab ich einen Zeitsprung gemacht. Mir wurde Lebenszeit geschenkt... so sieht es wohl aus.

Und eine Strecke kann man eben einfach nur richtig mit Zeit genießen. So einfach ist das.

Ich merke mir heute extra meine Zielankunftszeit, nur  um später festzustellen, dass es das traditionelle  Finisherfoto der Firma Fed-Ex in diesem Jahr nicht gibt. Sehr schade. Und das, wo ich endlich mal daran gedacht habe.

Dienstag, 11. Juni 2013

Der letzte Versuch

Gestern waren wir laufen, morgen ist JP Morgan Lauf in der Stadt und so wäre es eigentlich passend, dass wir heute ins Schwimmbad gehen. Eigentlich ist das auch so, aber heute ist ein besonderer Dienstag. Die notwendige Anzahl an schwimmenden Vereinsmenschen wird heute nicht erreicht. Die Urlaubszeit hat nämlich genauso begonnen, wie die heiße Phase in der Ironmanvorbereitung, in der es darum geht den Trainingsplan genaustens abzuarbeiten. 

Also fahren der Zeugwart und ich heute nicht zum schwimmen, wir fahren Rad und zwar in den Süden. Natürlich nicht allzu weit, dank bescheuerter Kernarbeitszeit bin ich ja erst spät daheim, aber immerhin ein gutes Stündchen. 

Ich trage wieder meinen Teameinteiler. Er bekommt nach dem Wundfahren vom letzten Mal noch eine Chance. Ich bin ja nicht so. Ich trage ordentlich Creme auf und hoffe das Beste. Der Teameinteiler gibt sich die ersten 20Minuten auch richtig Mühe. Dann aber läßt er in seiner Leistung stark nach. Oder er verlagert seine Leistungsfähigkeit einfach, das kann man auch so sehen.

Der Anzug scheuert was das Zeug hält und macht mir so wirklich überhaupt gar keinen Spaß. Ich bin sehr froh, dass wir zwei diese Thematik vor dem ersten Wettkampf klären. Dieses Scheuern wäre für mich definitiv ein Grund einen Wettkampf abzubrechen. In der Aeroposition kommen mir die Tränen.

Als wir nach einer Stunde wieder zurück sind schäle ich mich äußerst vorsichtig aus dem Anzug. Die Dusche ist die Hölle und die Zinkcreme wird auch heute Nacht mal wieder zeigen müssen, was sie so alles zu leisten im Stande ist. Vielleicht habe ich Glück und die Haut verheilt schnell? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Nach dem Waschen wird der Vereinsanzug daher in die Schrankversenkungen abtauchen. Ich muß mich also zeitnah um ein neues Wettkampfoutfit kümmern. Und ich habe natürlich auch bereits eines im Auge. Das lief im Kraichgau mehrfach an mir auf der Laufstrecke vorbei und man konnte die Athletin immer prima schon von weitem erkennen... das ist genau meines.

Der Blog wurde interviewt.

Wer hätte das gedacht, als dieser Blog vor Jahren online ging? Ich sicherlich nicht. 

Ich war schon wegen dem Top 10 Platz der deutschen Fitnessblogs total aus dem Häuschen und nun wurde sogar ein Interview mit mir gemacht. Darüber freue ich mich natürlich auch total. Das Ranking und das Interview gibt es auf der Seite von Cision: http://www.cision.com/de/ .

Jetzt muß ich mich endgültig um das Zeitungsbieressen für die Teamchefin und den Profiathleten kümmern. Das ist ja wohl klar. 

Montag, 10. Juni 2013

Die Bank der 100.000 Schnaken

Frisch motiviert nach dem gestrigen Kraichgau Ausflug und mit dem Bewußtsein, dass so ein Halbmarathon nach 90km Radfahren doch eben immer noch 21km lang ist, komme ich heute von der Arbeit nach Hause. Die Teamchefin hat mir bereits von ihrem Wettkampf berichtet und ich bin so fremdstolz wie schon lange nicht mehr. Sie hat da wirklich einen klasse Wettkampf hingelegt. Und als es anfing weh zu tun, ist sie ja einfach nur noch ins Ziel gelaufen. 

Ich wünschte ich hätte davon was. Von diesem unbändigen Willen. Ich wäre auch gerne mal Teamchefin. Aber ganz offensichtlich kann man das nicht lernen. Man ist dazu geboren. Und geboren wurde ich ja bereits, daran ist also nix mehr zu machen. Ich muß mir also einfach merken, dass es ja nur noch ins Ziel geht. Hoffentlich klappt das auch mit der Umsetzung. Wir werden sehen. 

Zu Hause legen der Zeugwart und ich noch schnell meinen Kinosommer fest und dann geht's auch schon los. Wir laufen herrlich einträchtig, bis das zeugwartsche App mitteilt, wie schnell oder langsam wir sind. Das mag mein Kopf ja nicht und ich mache langsamer. Vollkommen unnötig, aber gut. Mein App ist seit dem letzten Auftritt ja still gelegt und schweigt. Sehr ordentlich. 

Heute probiere ich meine im Kraichgau käuflich erworbenen Gummischnürsenkel an den Brooks Schuhen aus. Ich habe fleißig gefädelt und jetzt gilt es noch die richtige Anzahl an Knoten pro Abstand zu finden, so dass es auch bequem ist. An einer Bank halten wir deshalb an, weil ich die Gelegenheit nutzen möchte, mich kurz zu setzen um die Knoten etwas anders zu platzieren. Und dann passiert's... es ist die Bank der 100.000 Schnaken und alle finden meinen Zwischenstop wunderbar. Sie alle kommen um mir hallo zu sagen und mein Blut zu testen. Wirklich alle. Der Zeugwart versucht Schlimmeres zu verhindern und haut auf die Schnaken ein. Ich beeile mich tierisch, im wahrsten Sinne des Wortes und dann rennen wir um unser Blut. 

Natürlich hat es mich erwischt. Der Zeugwart, weil er mich verteidigt und deshalb als Schnakenschreck offensichtlich eine Abschreckende Wirkung hatte, hat keinen Stich abbekommen. Man muß auch mal Glück haben. Einer meiner Stiche ist direkt an der Grenze Socken/ Schuh/ Knöchel. Unverschämt an so einer unangenehmen Stelle zuzustechen. 

Der Stich juckt den ganzen Heimweg. 

Sonntag, 9. Juni 2013

Challenge Kraichgau - Laufsteg der Extraklasse / Teil 2

Nachdem wir die leckere Currywurst vollständig verspeist haben drängt unser Gefühl auf die Laufstrecke. Und das, weil der Zeugwart und ich ein hervorragendes Gespür für die Zeit haben. Genau zu dem Zeitpunkt, als wir auf die Laufstrecke treffen, fährt der Führende in die Wechselzone. Wir haben wirklich ein herausragendes Timing. 

Als der Führende an uns vorbei läuft sehen wir ihn zum ersten Mal. Zum ersten Mal auf der Laufstrecke, klar, aber auch sonst so zum ersten Mal. Das Gesicht ist mir vollkommen unbekannt. Ein älterer Herr stellt fest, dass das aber nicht der Raelert gewesen sei... und ich kann ihm zustimmen. Der Führende ist Boris Stein, amtierender Deutscher Meister auf der Mitteldistanz. Er wird die Führung bis zum Schluß nicht aus der Hand geben. 

Nachdem ich den Herren also aufgeklärt habe und auch noch die Verfolger an uns vorbei gerannt sind, begeben der Zeugwart und ich uns zu Kilometer 3/ 10 und 17. Im Kraichgau werden drei Runden gelaufen und so sieht man die Athleten 6 mal an sich vorbei kommen. Obwohl wir die Schirme noch immer dabei haben, kommt jetzt immer öfter die Sonne raus. 

Die Läufer laufen hier noch einsam. Es ist nicht viel los und die Profis machen so große, weiausschreitende Schritte, dass ich mir die Flugphase ganz genau betrachten kann. Andreas Raelert ist noch nicht vorbei gekommen. Er fährt noch Fahrrad und wird deshalb heute hier nicht um den Sieg mitlaufen. Ich bin begeistert, dass er trotzdem weitermacht und nicht einfach aufgibt, weil es eh nicht mehr ums Gewinnen geht. Es gibt viele Sportler die das machen würden... 

Als Andreas Raelert dann bei uns vorbei kommt rufe ich ihm zu, dass er das toll macht. Aber er lächelt nur müde. Ich hoffe nicht, dass er sich veräppelt vorkommt. Ich finde es schließlich wirklich toll, dass er einfach weitermacht und den Wettkampf offensichtlich ins Ziel bringt. Seine Leistung ist in meinen Augen sowieso übermenschlich, so weit vorne bin ich nie dabei. Also alles in allem toll.

Über den Athletenticker erfahren wir, dass die Teamchefin nach einer Gesamtwettkampfzeit von irgendwie groben 4:30Stunden vom Rädchen gestiegen ist. Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis sie bei Km3 auf der Laufstrecke, und damit hier bei uns, auftaucht. Kurz vor ihr sehen wir Karina, die gleich mal eine kurze Laufpause bei uns einlegt. Und dann ist die Teamchefin auch schon da. Wir halten ihr Plakat hoch, aber das ist gar nicht so wichtig. Sie ist einfach froh uns zu sehen, drückt uns und ich bin spontan klatschnass. Wie ein Schwamm habe ich mir gleich eine ordentlich Portion Wasser ins T-Shirt gezogen. Egal. Darauf können wir jetzt keine Rücksicht nehmen. Die Teamchefin und Karina hüpfen zurück auf die Strecke und laufen weiter. 3km haben die beiden Damen schon. Respekt. Wir geben den aktuellen Wettkampfzwischenstand gleich über die Medienkanäle an die anderen Anfeuerer weiter.

Challenge Kraichgau Regen und Rad / Teil 1

Der Wecker klingelt wie an einem Wochentag. Das ist seit einigen Jahren bei uns am Sonntag ein mehr als deutliches Zeichen. Es geht zu einem Wettkampf. Es ist dabei egal, ob wir als Teilnehmer, Helfer, Anfeuerer oder Kampfrichter vor Ort sind, früh ist es immer. Wenn wir, so wie heute, nur als Anfeuerer  an der Strecke stehen ist es eigentlich noch wichtiger früh aufzubrechen. Wir müssen uns schließlich mit den Gegebenheiten vertraut machen. Als guter Anfeuerer ist man zwar schon vor dem Eintreffen am Wettkampfort ausreichend belesen und vorbereitet, trotzdem sind die Gegebenheiten vor Ort und eine entsprechende Besichtigung durch nichts zu ersetzen. 

Heute fahren wir in den Kraichgau. Dort findet heute die Mitteldistanzpremiere der Teamchefin und unserer Bibi statt. Das lassen wir uns selbstverständlich nicht nehmen und sind also schon ehe die Athletinnen überhaupt aufstehen, auf den Beinen und unterwegs. Der Zeugwart erinnert mich noch an eine Regenjacke und schon geht's los. 

Auf der A5 in Richtung Süden beginnt es wie aus Eimern zu schütten und wir kommen mitten in ein großes Gewitter. Unglaublich, wie schön es gestern war und wie viel Regen heute vom Himmel kommen kann. Wir schleichen in Richtung Süden und kommen 30Minuten vor dem Profistart an. Geparkt wird ausgeschildert und wir sind begeistert, wie gut organisiert alles ist. Ich ziehe mich im Auto spontan um und weil meine eingepackte Regenjacke die vom Laufen ist, zaubert mir der Zeugwart spontan aus seinem Kofferraum noch ein Exemplar hervor. Dazu gibts auch gleich noch einen großen Schirm. Wenn ich den Zeugwart nicht hätte, wäre ich bereits jetzt komplett durchnäßt. 

Mit zwei riesigen Schirmen laufen wir in Richtung Laufstrecke, Messe und Ziel um erstens eine Toilette zu suchen und zweitens eine entsprechende Orientierung zu bekommen. Die Toilette ist auch gleich da. Schließlich ist hier wirklich alles prima organisiert. Die Messe ist noch geschlossen und überall stehen riesige Pfütze und ganze Sturzbäche ergießen sich von den durchhängenden Zelten. Gut, dass wir diese zwei riesigen Schirme haben und zusätzlich noch jeder eine Regenjacke trägt. Die Beine werden trotzdem nass, so trascht es vom Himmel. 

Wir erfahren, dass der Start auf 10h verschoben wurde. Die Challenge Organisatoren sprechen anscheinend gerade mit dem Wettergott und weil es da eben einfach länger dauert, wird der Start vorsichtshalber verschoben. Am Infopoint erfahren wir außerdem wo genau es an die Radstrecke geht und so pilgern wir dort langsam hin. Und während wir so den Pfützen ausweichen und unter unseren Großen Schirmen versuchen irgendwie trocken zu bleiben, begegnen uns lauter Athleten in ihren Neoprenanzügen auf ihren Fahrrädern. 
Denen war es wohl zu naß, zu kalt und zu gefährlich zu starten. Irgendwie kann ich sie verstehen. Es schüttet immer noch. 

Samstag, 8. Juni 2013

Besser still.

Heute fühle ich mich nicht gut. Ich wache schon schlapp auf, habe ein allgemeines Unwohlsein und irgendwie komme ich nicht in die Gänge. Aber, weil es einem nach dem Laufen oft besser geht, beschließe ich nach mehreren Stunden Balkonverschönerung und Gugl backen, dass ich es mit einem Läufchen versuche. Der Zeugwart hat sich gestern die übliche Laufrunde betrachtet und berichtete, dass das Wasser des Mains abfließt und die Strecken weitesgehend frei sind. Also kann ich einfach mal die übliche Runde anpeilen. 

Als ich loslaufe scheint die Sonne. Das ist so selten in der letzten Zeit, dass ich gleich mal Sonnenschutz auftrage. Sicher ist sicher. 

Ich laufe und laufe und eigentlich klappt alles ganz prima. Bis mir die Ohrstimme sagt, wie schnell ich bin. Das ist ungesund, das weiß ich ja längst. Ich denke sofort daran, dass es mir ja den ganzen Tag schlecht ging und das Tempo deshalb viel zu hoch ist. Und nehme Geschwindigkeit raus. 

Wenn ich zu Hause ankomme schalte ich als erstes die Geschwindigkeitsstimme in dem App aus. Das mag für viele Läufer hilfreich sein. Für mich nicht. Vollkommen kontraproduktiv. 

Ich mache also immer mal Gehpausen, obwohl es eigentlich gut läuft, weil ich ja viel zu flott unterwegs bin, dafür dass ich mich heute früh nicht gut gefühlt habe. Nun gut. Einfach mal ohne Ansage laufen ist dafür sicherlich eine gute Lösung. 

Als ich wieder daheim bin nutze ich den kühlen Fußboden. Im Winter ist der nicht so schön, aber nach einem solchen Sonnenlauf kommt er mir gerade recht. Der Zeugwart reicht mir was zu trinken und dann wird das App ja sofort auf still geschaltet. Nicht, dass so ein Dilemma nochmals passiert.

Morgen geht's bei uns früh los. Wir fahren nämlich in den Kraichgau zur Mitteldistanz. 

Mittwoch, 5. Juni 2013

Sportfrei und doch wieder nicht.

Heute ist sportfrei. Das hat der Zeugwart beschlossen, als er heute früh aus dem Haus gegangen ist. Und weil ich ja eher der faulen Fraktion angehöre habe ich mich selbstverständlich ohne umschweife und weiteres Nachfragen sofort angeschlossen.
Sportfrei hatten die Vereinsmädels gestern. Deshalb haben sie mich alleine die Charts im Wasser singen lassen und sind zum Friseur. Na gut. Muß auch mal sein, man kann schließlich nicht wie ein gerupftes Huhn im Vereinsdress auf die Strecke gehen. Das wirft ein schlechtes Licht auf den Verein und das geht natürlich nicht. Also auch hier mein vollstes Verständnis für den sportfreien Tag.

Bei mir ist es also heute soweit. Ich kann mich allerdings wirklich kaum damit abfinden. Also suche ich mir eine Beschäftigung die irgendwie was mit Sport zu tun hat. Ich male Plakate.

Am kommenden Sonntag findet die Mitteldistanz im Kraichgau statt und die Teamchefin und Bibi haben sich angemeldet.
Beide haben in den letzten Wochen oder besser gesagt Monaten ein fast schon langdistanztaugliches Training absolviert. Stundenlange Radausfahrten bei jedem Wetter, durch Schnee mit den Mountainbikes, durch den Vogelsberg mit den Rennrädern, die Teamchefin ist ihr Triathlonrädchen auf der Rolle und draußen gefahren, als gäbe es kein Morgen. Beide Damen absolvierten so ein extremes Lauftraining, dass mir vom bloßen anhören schon ganz schwummrig wurde. Vom schwimmen mag ich gar nicht soviel schreiben, das deprimiert mich Sängerin nur. In den Trainingseinheiten von Bibi und der Teamchefin werden nämlich mindestens 600m mehr absolviert, als ich jemals in so eine Stunde reinpacken könnte. Die beiden Mädels sind wirklich absolut fit. Es kann gar nicht anders sein.

Schon alleine das Training so zu absolvieren ist in meinen Augen eine Medaillie wert. Aber trotzdem gilt es jetzt natürlich noch die Strecke am Triathlonsonntag hinter sich zu bringen. Gestartet wird zusammen mit den Blogschreibern von Alles auf Rot(h) um 9:15h im See. Hoffentlich wärmt der noch ein bischen auf... er hat ja noch ein paar Tage. Dann geht's auf's Rad und da kommen meine Plakate sicherlich das erste mal zum Einsatz.

Ich kann sie hier jetzt eigentlich noch nicht zeigen, weil man nie genau weiß welche Plakatausspionierer den Mädels dann schon verraten was auf ihren Plakaten drauf steht. Eigentlich wäre das ja egal, aber irgendwie dann eben doch nicht. Wenn sie die Plakate vorher sehen, dann wissen sie ja, nach was Ausschau zu halten ist. Aber andererseits wissen sie dann auch schon nach was Ausschau zu halten ist und es ist nur noch halb so witzig. Ich bin mir auch eh sicher, dass beide schon längst wissen, dass ich ihnen Plakate male. Ich bin ja schließlich ein Fremdstolzanfeuerer und platze fast vor Begeisterung, dass die beiden sich trauen und in vier Tagen über die Strecke fliegen.

Ich mache also heute keinen Sport... aber mit Sport hat der Tag dann trotzdem zu tun. Plakativer Sport eben. Das Leben kann so einfach sein.

Dienstag, 4. Juni 2013

Schwimme die Charts.

Die Wahrheit ist, dass es immer gegen mich geht. Ich gegen mich selbst quasi. Keiner ist gegen mich und es ist eigentlich auch vollkommen wurscht, ob ich schneller als der Bahnnachbar schwimme oder eben nicht. Schön wäre es, wenn ich schneller schwimmen würde, als ich früher. Das ist wichtig. 

Heute schwimmen wir wieder. Ich schwimme den Mitteldistanzschwimmtrainingsplan aus der Triathlontraining für den heutigen Tag. Ich schwimme alles was ich schwimmen soll, außer 50m nur Beine, weil das Brett gerade in Benutzung ist und ich meines nicht dabei habe. Und ich bin zufrieden. 

Und während ich, wie andere große Schwimmer (so konnte ich erst kürzlich in der aktuellen SWIM lesen), ein paar Lieder aus den Charts singe und meinen Plan so abschwimme überlege ich mir eben, dass es in Wahrheit immer gegen mich selbst geht. Das ist eben so. Daran gibt es nichts zu rütteln. 

Ich schwimme heute also mit den Charts ziemlich genau eine Stunde und wirklich zufrieden, als ich rausgehe. Am Beckenrand macht der Zeugwart noch ein paar Dips, weil auch dieser Trainingstip in der aktuellen SWIM zu finden ist. Ich mache dann auch gleich mal ein paar Dips und stelle fest, dass hier dringend Training erforderlich wäre. 

Wann ich damit anfange weiß ich allerdings noch nicht. Erst mal muß eine neue Musikliste erscheinen. Ich glaube beim Dips-Training muß ich ganz dringend musikalische Unterhaltung haben. Vielleicht wünsche ich mir zum Geburtstag auch einfach Musik? Das wäre doch prima. 

Montag, 3. Juni 2013

4-5km brauch ich schon

Das Wetter schlägt langsam um. Der Sommer kommt an einem Donnerstag. An welchem ist allerdings noch nicht raus, denke ich. Aber immerhin soll er kommen. Heute gibt's schon mal einen kleinen Vorgeschmack. Es regnet nicht und es sind 18°C. Mein Kopf stellt sofort fest, dass sich was am Wetter ändert, der drückt nämlich. 

Der Zeugwart und ich machen heute einen Wasserlauf. Am Main ist Hochwasser und so suchen wir uns heute unsere Strecke. Nasse Füße müssen nicht sein. Das Wasser richtet in vielen Teilen Deutschlands schlimmes an. So wild ist es hier bei uns nicht. Es sind einige Wege überflutet und der Main sucht sich einfach einen Weg. Soweit ich das hier beurteilen kann, aber bislang nur über Felder und Weiden. Wir laufen also hin und zurück um weder nasse Füße zu bekommen, noch gefühlt mitten im Fluß zu laufen. Teilweise ist auf unseren Feldern hier ordentlich Strömung.


Inklusive lebensmüdem Ruderer links. Irre.

Der Zeugwart ist mutig und testet eine der Überschwemmungs-Pfützen an. Die sei gar nicht tief, sagt er und schon zuckt der Fuß zurück. Der Zeugwart macht kurz einen Karatekid- Trick und reißt seinen Fuß blitzschnell wieder hoch. Das Wasser ist für die dünne Sohle doch zu tief und ehe er nass wird, ist er lieber zackig flott und der Fuß in ungeahnten Höhen. Also drehen wir wieder um und kommen so mit stetigem Hin- und herlaufen auch irgendwie auf ein paar Kilometer. Die passen für meinen dröhnenden Kopf auch gerade richtig.

Als ich endlich eingelaufen bin, sind wir auch schon wieder daheim. Na bravo. Ich merke immer öfter, dass ich erst so nach 4-5km richtig rund laufe. Da kann ich ja wirklich außerordentlich froh sein, dass ich nicht erst nach 10 oder noch mehr Kilometern eingelaufen bin. Man muß auch mal Glück haben.

Auf der Couch zu Hause liegt die aktuelle Running. Der Zeugwart hat sie mir netterweise gekauft. Auf Seite 14 bin ich abgebildet. Da lacht die Best Worscht in Town mal schön auf den werten Leser runter.


Samstag, 1. Juni 2013

Koppelversuch

Ich muß endlich mal mit dem Koppeltraining anfangen und weil es heute, entgegen aller Vorhersagen, offensichtlich doch nicht regnen soll, ist eben heute der Tag der Tage. Nach einem telefonreichen Vormittag starten der Zeugwart und ich heute ins Vergnügen. Ich trage einen Triathloneinteiler und weil wir zwar mittlerweile Juni haben, es aber doch noch frisch und windig ist, trage ich außerdem Armlinge, Knielinge und meine Windweste. Zuviel freie Haut wird nur kalt. 

Ich habe erst kürzlich by mysportsbrands zugeschlagen und mir von Gore und von Cannondale jeweils ein paar Knielinge bestellt. Ich fahre mittlerweile ja wirklich oft Rad und praktisch jedes Mal tun mir danach die Knie vor Kälte weh. Wenn das Duschwasser draufprasselt, ist es kaum zu ertragen und auch das Gelenk richtig beugen oder durchstrecken ist vor Kälte oft kaum schmerzfrei möglich. Also habe ich -für mich eigentlich recht untypisch- einfach Knielinge gekauft. Und davon auch noch zwei Paar. Die von Gore ziehe ich heute an. Ein Windstopper scheint mir beim Blick aus dem Fenster grundsätzlich keine schlechte Idee zu sein. 

Wir fahren heute los in Richtung Süden. Es ist windig und der Zeugwart läßt sich vom Wind mitreißen und gibt Gas. Ich komme kaum hinterher, so dass ich um eine Geschwindigkeitsreduzierung bitte. Gut, dann fahren wir halt nur noch 26km/h. 

Wenn wir im Strassenverkehr fahren, habe ich immer ein ungutes Gefühl. Vor allem, wenn es ein nicht abgetrennter Radweg ist, den wir benutzen. Ich sehe da immer aufgehende Autotüren, rückwärtsfahrende Autos die uns als Radfahrer einfach übersehen und vieles mehr. Ich bin also immer froh, wenn wir entweder einen Weg für uns haben oder auf weniger befahrenden Straßen unterwegs sind. Heute geht's so. Es ist nicht ganz so viel Verkehr und wir suchen uns brauchbare Strecken aus. Denke ich zumindest. 

Die Stadt sieht das mit den Radfahrern und den Radwegen offensichtlich etwas anders und hat neben dem Radweg, den wir uns heute ausgesucht haben, einen Altglascontainer aufgestellt. Eine wunderbare Idee, irgendwie. Auf diesen Standort für den Container ist sicherlich ein Experte gekommen. Bei so einem Glascontainer liegen ja oft auch jede Menge Scherben rum, weil es immer wieder Zeitgenossen gibt, für die es eine große Herausforderung darstellt das Glasgefäß in den Container zu werfen und nicht daneben. In diesem Fall liegen die Scherben zahlreich auf dem Radweg. Einfach gigantisch.