I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Sonntag, 5. Juni 2011

Charity Triathlon Büdingen

Sonntag. Heute ist der Ausschlaftag der Woche! Denkst'de. Is er nicht.

Heute fand der Triathlon in Büdingen statt. Nicht nur, dass jede Menge "Jedermänner" an den Start gingen, es war auch zusätzlich Schauplatz der Bundesliga. Wir mußten also früh aufstehen. Es hilft ja alles nichts.

Das Auto schnell noch fertig beladen und meinen Zuschauerrucksack mit dem Rest bestücken. Dann ging's auch schon los. Früh an einem Sonntag ist die Autobahn ja total leer und so benötigten wir nicht lange nach Büdingen. Parkplatz war auch schnell gefunden und nachdem wir die Fahrräder zusammengebaut hatten ging's auch schon den Berg rauf. Das Freibad und die Wechselzone befinden sich nämlich sehr schön gelegen am Ortsausgang, direkt am Wald. Hübsch... aber eben auch oben. *seufz*

Wir erreichten die Wechselzone, ich stellte mein Rad an einem extra dafür gepflanzten Baum ab und der Zeugwart holt seine Startunterlagen. Er kommt bemalt zurück. Aber viel wichtiger ist mir gerade, dass ich feststelle, dass mein Fahrrad ein Hindernis auf einer Ameisenstraße ist. Die Ameisen bevölkern aber nicht etwa mein Rad, nein, sie klettern tatsächlich einfach nur drüber und dann weiter den Baum hoch. Hätte ich jetzt gar nicht gedacht.

Ist ja aber beim Triathlon auch überhaupt gar nicht wichtig.

Der Zeugwart nimmt seine Beutel und tritt vor den Kampfrichter. Der nimmt seine Aufgabe sehr sehr sehr sehr ernst und läßt ihn den Helm gleich mal enger schnallen (letzte Woche in Worms war der Helm ja super, so wie er war). Ein Athlet mußte sich sogar spontan einen neuen Helm kaufen, weil der Kampfrichter den alten Helm aussortierte. Gut, besser so, als das was passiert... stimmt schon.
Der Zeugwart baute seine Wechselzone auf und trat an den Zaun... er hätte ja seine Radflaschen noch im Auto ob ich mal schnell... klar. Ich bin ja befahrradet und es ist kein Thema. Den Berg merke ich ja gar nicht. ;-)
Mittlerweile sind auch die Teamchefin und der Profiathlet eingetroffen und wurden ebenfalls bemalt. Das ist hier wohl so Mode?!
Beide bauen nun ebenfalls ihre Wechselzonen auf, ich checke noch schnell ob die Teamchefin irgendeine Assistenz braucht und radle dann ans Auto. Natürlich erst mal an der Straße, wo das Auto steht, vorbei. Klar. War ja abzusehen. Nach der Ehrenrunde klappts dann auch mit den Flaschen und ich fahre den Berg wieder rauf. Das ist dann aber auch wirklich genug Sport für heute.

Nachdem alle Wechselzonen bestückt sind und Profi, Teamchefin und Zeugwart gelassen vor mir stehen, schließe ich mein Rad an ein Vorfahrtschild und es geht ins Schwimmbad. Treppen runter. Ach je... die muß ich ja später raufspurten um die Athleten beim Wechsel zu erwischen. Na ja. Darüber mache ich mir dann Gedanken wenn's soweit ist.
Wir sind also am Becken, treffen noch die Taucher, die androhen absaufende Athleten ggf. retten zu wollen, und dann trifft die Fangruppe ein. Jetzt kann ja gar nichts mehr passieren.
Die Wettkampfbesprechung beginnt und die Athleten erfahren, dass sie spontan keine Badekappen bekommen, sondern einen Transponder zur Zeitmessung. Außerdem sagt ihnen auch keiner wieviele Bahnen sie bereits geschwommen sind... die müssen sie selbst zählen. Nun ja. Das spontan zu ändern finde ich recht sportlich, aber natürlich haben meine drei Athleten damit kein Problem und sind weiterhin heiß auf den Wettkampf.

Profi und Zeugwart gehen in den "Prestartbereich". Dann dürfen sie ans Becken vorrücken aber bloß nicht ins Wasser. Als sie dann ins Becken hüpfen dürfen(!) schwimmen sie los und der Kampfrichter kriegt fast einen Herzinfarkt, weil ein paar Athleten mehr als 10m vom Beckenrand entfernt schwimmen. Die werden rigoros zurückgepfiffen um dann noch genaue Anweisungen zu bekommen, dass eine Hand am Beckenrand zu behalten ist.
Gott lob wird dann geschossen und alle dürfen losschwimmen. Ich bin zufrieden. Profi und Zeugwart schwimmen souverän Kraul. Der Zeugwart zieht schön durch... herrlich.
Als er dann auch noch beginnt Leute einzusammeln und zu überrunden drehe ich fast durch am Beckenrand, mensch ist das super. Das Tagesziel (Distanz durchkraulen) scheint in greifbare Nähe zu rücken. :-)
Der Profiathlet krault ebenfalls. Er ist toll. Manchmal wird er zu hektisch, dann gibt es ein paar Züge Brust und dann geht's auch schon mit dem Kraulen weiter. Wirklich gut, ich werde ihm später gratulieren, wirklich. Er schwimmt prima!
Der Zeugwart ist fertig. Das ging flott. Er klettert aus dem Becken und rennt dynamisch die Treppen hoch zur Wechselzone.

Ich wollte ja auch die Treppe nehmen, mußte dann aber über eine Wiese und durch ein Tor und über einen Parkplatz. Also jetzt wird's aber knapp. Der Zeugwart ist flott beim Wechsel... ich muß mich ranhalten.
Aber natürlich erwische ich ihn noch. Er steigt souverän auf's Rad und weg ist er. Dann der Profi. Auch er rennt mit seinem Rädchen sowas von dynamisch aus der Wechselzone, dass ich denke, ich bin mit Laufschuhen langsamer... toll!

Die beiden Herren überlasse ich nun sich selbst und den Kampfrichtern. Ich muss zurück ins Schwimmbad zur Teamchefin. Ich habe schließlich die Badekappe und den Schlüssel für den Spind wo die Schwimmbrille drin ist. Außerdem hatte sie ja noch einen Friseurbesuch gebucht. Schnell hin.

Und da werde ich auch schon erwartet. Ich bin froh, dass sie zumindest etwas aufgeregt scheint, sonst ist sie immer die Ruhe selbst... und heute scheint sie ganz leicht aufgeregt. Schön. Vorfreude ist ja die schönste Freude.
Wir wickeln also schnell den Friseurbesuch ab, Badekappe und Schwimmbrille sind ratz fatz organisiert und dann geht's noch mal auf die Toilette. Da kann die Teamchefin gerade noch den Supergau in Sachen Wettkampfoutfit verhindern. Gut gemacht.

Wir setzen uns noch mal ein bischen in den Schatten und betrachten die Schwimmer. Wahnsinn was da für Talente dabei sind.

Dann ist es Zeit. Die Teamchefin darf in den Prestartbereich. Das Prozedere kenne ich ja bereits. Erst alle zusammentreiben wie Vieh dann kommen die deutlichen Ansagen des Kampfrichters und dann in Richtung Becken. Ich sehe wie die Teamchefin auf der Bahn schwimmen möchte, die am weitesten von mir weg ist. Was führt sie im Schilde? Nachdem alle wieder ordentlich nach Anweisung den Beckenrand angefaßt haben ertönt der Startschuß.
Ich erschrecke mich.
Die Teamchefin legt los und ist schnell 3.auf ihrer Bahn. Sie krault. Souverän. Dreierzug, streckt sich toll, atmet rythmisch und ... wird kontinuierlich begleitet von einem DLRG-Rettungsschwimmer der am Beckenrand neben ihr auf und ab geht. Das kann nur daran liegen, dass er sie toll findet, sie schwimmt so super, dass es am Schwimmstil nicht liegen kann.
Nach jeder Bahn orientiert sie sich und schwimmt dann wieder toll Kraul weiter. Da könnten sich andere mal eine Scheibe abschneiden. Echt super. Als die Distanz dann absolviert ist und sie sich aus dem Becken macht lächelt sie stolz. Das ist fein. Sie ist toll geschwommen. Ich bin begeistert! Obwohl ich natürlich wußte, dass sie durchkraulen kann, schließlich gehen wir öfter mal zusammen schwimmen. Ich bin also ob der Leistungsfähigkeit bestens informiert.

Wie auch immer rennt die Teamchefin in die Wechselzone und wie nicht ganz gescheit wird sich umgezogen. Nicht besonders schnell, aber durchaus zügig. Es ist das erste Mal und dafür macht sie das souveräner als andere mit Riesenequipment (von dem ich auf Erfahrung im Wettkampf schließe). Dann ist sie auch schon fix auf dem Rad und ich merke mir die Zeit.
Ich will ja nicht überrascht sein, wenn sie plötzlich wieder auftaucht. Nach einer halben Stunde Schattenpause stelle ich mich mal besser an den Fahrradabsteig"balken" ich will sicher sein, dass sie lächelt.

Und dann wird's aufregend... Tur-Tur erkennt die Teamchefin schon von weitem und ich bin doch ein bischen überrascht. Aber da die Kamera Sportler gewöhnt und ich mittlerweie multitaskingfähig bin, bekommt sie gleich mal zugerufen, dass ich noch nicht mit ihr gerechnet hätte. Und weil sie einfach nicht bremsen mag um sich mein Gequatsche anzuhören, schieße ich parallel zur Wechselzone an den Rädern vorbei und versuche sie einzuholen. Dass sie so flott ist, dass mir das schwer fällt, rufe ich ihr natürlich auch gleich zu. :-)
Der Wechsel geht ebenfalls gut. Radschuhe aus, Laufschuhe an, Helm ab, Mütze auf. Prima. Klappt wie im Schlaf. Ich bin baff. Und dann rennt die Teamchefin aus der Wechselzone raus, hängt mich samt Rucksack, Kamera und Wiesengetier erneut ab und läßt mich einfach stehen.
Ich habe keine Chance.

Also nehme ich mein Rad, erlöse das Vorfahrtschild und düse den Berg runter in die Stadt. Auf der Laufstrecke suche ich mir eine schöne schattige Stelle und warte dass sie vorbei kommt. ... Kann nicht sein, sie muß schon durch gelaufen sein. Sie ist eine gute Läuferin. Mist. Ich hab sie verpaßt.
Ich hatte doch gesagt ich laufe ein Stück mit. Sowas blödes.

Dann also ab zum Ziel und Fahrrad anschließen... da sitzen ja die Herren. Wie schön. Zwei strahlende Gesichter von Finishern sind zumindest noch ein Foto wert. So ist das klasse. Nach einem kurzen Glückwunsch und der Frage ob ich was tun soll, die abgewehrt wird, schieße ich an eine andere Stelle der Laufstrecke. Erst noch schnell meine Flasche ans Rad... für die hab ich jetzt keine Hand mehr frei.
Da muß die Teamchefin noch vorbei. Und zumindest da werde ich ihr noch etwas Mut zusprechen können.
Obwohl ich bereits sicher weiß, dass sie den ja gar nicht braucht.

Und dann ist sie auch schon zu sehen. Der Anzug hat einen guten Wiedererkennungswert. :-) Sehr gut. Ich klatsche und das dortige Stimmungsnest stimmt ein. Die Teamchefin sieht locker aus und nimmt die letzten Meter bis sie um die Kurve ist ganz souverän. Ich komm kaum hinterher.
Und dank des verwinkelten Zieleinlaufs bleibt mir leider auch verwehrt ihr erstes Triathlonfinish direkt mit anzusehen.
Ihr Strahlen im Ziel ist aber Gold wert. Sie wirkt zufrieden und ich bin sicher morgen hat die Triathletin noch nicht mal Muskelkater. *kopfschüttel*

Dann machen wir uns nach und nach auf, den Berg wieder zu erklimmen um das wirklich gigantische Zielkuchenbuffett zu plündern und die angekündigten Nudeln zu verspeisen.

Ich bin wieder mal fix und fertig vom Zuschauen, anfeuern und von der Sonne. Der Zielkuchen schmeckt. Und der Stolz der Athleten über die Schwimmleistungen ist einfach wunderbar! Das habt Ihr wirklich ganz ganz toll gemacht. Ich sag' ja immer... Schwimmen ist die beste Disziplin! :-)

Kommentare:

  1. Liebe Super-Athletin!
    Du warst heute echt klasse. Vielen Dank für deine *supertolle* Unterstützung!!! Es hat soooooo viel Spaß gemacht und ich bin ja einfach durchgekrault =;o)
    Hätte ohne deine Motivation und die prima Wettkampffrisur bestimmt nicht so klasse geklappt. Vielen, vielen Dank dass Du da warst! Freu mich auf den nächsten, hoffentlich gemeinsamen Wettkampf!!!
    Liebe Grüße
    Die Teamchefin

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  2. Ich sag ja immer: Es ist wesentlich weniger anstrengend, an einem Bewerb teilzunehmen als zuzusehen... :-)
    Also ich bin nach der ganzen Anfeuerei und Assistenz immer völlig erledigt!
    Liebe Grüße
    Sabine

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