I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Beweglich ist was anderes

Da wollen wir doch mal schauen, was der Körper so alles kann, wenn der Geist etwas anordnet. Ich gehe heute zum Bewegungstest bei IQ Athletik und bin der festen Überzeugung, dass meine Beweglichkeit vorbildlich sein dürfte. Ich kann mich schließlich verbiegen wie eine Brezel, habe in meiner Jugend jahrelang Ballett gemacht und konnte mich mit einem Bein nach oben locker in einen Türrahmen stellen. Das alles -und sicher noch viel mehr- ist mir doch bestimmt über die Jahre prima erhalten geblieben. Das denkt mein Geist. 

Gott, was ist der naiv. 

Kaum angekommen, geht's bei Sebastian heute auch schon los. Ich muß eine Kniebeuge machen. Das ist -zumindest von den Regeln wie's gemacht wird- seit dem Cross Fit Ausflug kein Problem mehr. Bei Sebastian sollen die Füße noch etwas mehr zusammen stehen und ich halte eine Stange auf dem Kopf, nicht im Nacken. Aber ich bin ja total flexibel, also glaube ich zumindest. Und so ist alles kein Ding. Ich darf jede Übung immer dreimal absolvieren. Außerdem bekomme ich sie lediglich erklärt und nicht vorgemacht. 

Nicht dass ein Lerneffekt eintritt. Ich habe die Bedenken zwar nicht, weil ich sicherlich nicht von einmal ansehen was lerne. Aber der Trainer bleibt hart. Es wird nur nach Ansage ausgeführt. 

Der Ausfallschritt klappt ganz ok. Rechts vorne verdreht den Fuß links hinten. Umgekehrt geht's wiederum ganz prima. Und runter komme ich auch. Über die Liegestütz oder vielmehr den Versuch, den ich anstrebe, hülle ich dagegen einen kompletten Mantel des Schweigens. 

Es gibt genau eine Übung, bei der ich die volle Punktzahl im Sinne von "übererfüllt" erhalte. Eine. Aber immerhin. Es gibt eine. So kann man das ja auch sehen. Ich kann halt einfach prima auf dem Rücken liegen und ein Bein gestreckt nach oben über 90° weit anheben wenn das andere Bein einfach gerade und gestreckt auf dem Boden rumliegt. Ich glaube, das klappt deshalb so gut, weil es was mit rumliegen zu tun hat. Aber sicher bin ich mir nicht. Es spricht auf jeden Fall dafür, dass mein hinterer Oberschenkelmuskel nicht verkürzt ist, sondern eine ausgezeichnete Länge hat und eine tolle Arbeit leistet. Und es reißt punktemäßig die nicht möglichen Liegestütz sicherlich raus. Zumindest etwas. 

Leider gibt es hier kein Fleißsternchen oder so was... aber es wäre in diesem Fall absolut angebracht. 

Mit 12 Punkten schneide ich unter dem Soll ab und der Trainer kann mich schon jetzt mit der Aussicht auf ein paar Extraübungen  für meinen Hintern und meinen vorderen Oberschenkel nach Hause entlassen. Er wirkt aber zufrieden und nicht deprimiert. Es hätte immerhin auch schlimmer kommen können... ich habe ja zumindest 12 Punkte erreicht. 14 wäre zwar ideal bzw. zumindest fast ideal, aber so isses eben. Eine 12 ist eine 12. Da gibt es nichts zu schönen. 

Mein Hintern wird sich bestimmt schnell an die Sonderübungen gewöhnen. Oder langsam. Egal. Wenn's auf dem Plan steht, wird's ja gemacht. Beweglich ist zumindest was anderes. Wir sprechen noch über die Zielsetzung im nächsten Jahr und ich gehe mit der Hausaufgabe "Suche die passenden Wettkämpfe" zum Auto. 

Dienstag, 29. Oktober 2013

Wenn ich überleben will

Es ist stockdunkle Nacht als ich heute zum laufen aufbreche, obwohl wir erst 19h haben. Aber um diese Zeit im Herbst, lohnt sich die Straßenbeleuchtung richtig. Allerdings habe ich heute, dank des Radios, gelernt, dass nicht jede Stadt in Hessen auf eine solche Wert legt. Ganz offensichtlich wird in Lauterbach diesbezüglich derzeit gespart und die Straßenbeleuchtung ist zeitweise abgeschaltet. Unglaublich irgendwie. Das muß echt noch stockdunkler sein dort. 

Ich statte mich trotzdem mit Lampe und reflektierenden Bändern aus und will gerade los, als der Zeugwart mir seine neue Schuh-LED-Klammer reicht und sagt, dass ich die doch mitnehmen kann. Sie leuchtet blau und hinter mir ist damit spontan alles hell erleuchtet. Mal abwarten, ob dieses Klammerding hält. 

Mein neues Armband, was ich heute Mittag zusammengebaut habe, trage ich um den Arm. Allerdings mit meiner Jacke drüber. Trotzdem finde ich es gut, dass ich es habe und fühle mich wirklich gut ausgestattet. Die Frage ist halt, wenn mir was passieren würde, würde ein Ersthelfer dann unter meiner Jacke nachschauen?

Ich will nur eine knappe halbe Stunde raus. Ich huste nur noch leicht und möchte einfach leicht einsteigen. Ewig rumsitzen daheim gefällt mir einfach nicht so gut. 

Ich laufe an einer Frau mit einem Hund vorbei und weil der Hund wimmert, beruhigt ihn die Frau. Sie macht anscheinend eindeutig fest, dass der  Hund wegen mir wimmert und fragt mich, ob es notwendig sei, dass ich so rumlaufe. Ich denke gleich, dass sie wahrscheinlich meine Lampe und die Klammer meint und sage "ja, wenn ich überleben will, dann schon" und laufe weiter. Sie murmelt, dass man mich tatsächlich hervorragend sieht und ich ja auch irgendwie recht habe. Gut, ich wußte das bereits vorher... aber egal. Sonst haben Läufer immer Respekt vor Hunden... heute scheint es anders rum zu sein.

Auch der nächste Hund zieht den Schwanz ein und ist offensichtlich schwer beeindruckt von der grell leuchtenden blauen LED Schuhklammer. Sehr lustig finde ich das.

Als ich zurück nach Hause komme, kann ich die LED Klammer ganz leicht ausschalten. Also mit diesem Kauf hat der Zeugwart wirklich einen Wurf gemacht.

Ich verschwinde in die Küche um das gestern vom Zeugwart getestete BCAA heute gleich selbst auszuprobieren. Das Anrühren der 5g in Wasser ist tatsächlich etwas mühsam. Auch bei mir löst sich das Pulver nicht komplett auf, bildet Klümpchen und Schaum und setzt sich am Glasrand fest. Wir testen ja die Geschmacksrichtung Berry Blast und als ich es probiere bin ich auf jeden schlechten Geschmack vorbereitet, den mir die Welt bisher so zu bieten hatte. Aber ich finde es nicht wild. Es schmeckt nach Beeren, allerdings recht künstlich. Aber es schmeckt ganz ok, BCAA habe ich schon wesentlich schlechter im Geschmack erlebt. Das ist also für mich definitiv ein "Kauf ich wieder" - Produkt. Aminosäuren die schmecken gibt's auf der Welt nicht so oft.




Da isses

Die Post ist da und ich freue mich! Nachdem nämlich gestern in meinem Emailpostfach eine Versandbestätigung meines Safesport ID - Armbandes zu finden war, habe ich mir schon Gedanken gemacht, wann ich es endlich in den Händen halten kann. Allerdings habe ich nicht mit gleich schon heute gerechnet... ich dachte eher so Ende der Woche. Aber so ist es natürlich umso besser.
Ich halte einen Übergroßen DIN A 4 Umschlag in den Händen und wundere mich, dass dieses dazu doch recht klein anmutende Armband so groß verpackt ist. Bis ich an das Armband dran komme öffne ich insgesamt 3 Umschläge und eine Plastikhülle und da ist es dann auch endlich. Ein kreisrundes Bündel camouflagefarbener Armbänder, ein paar Zettel und die Plakette in silber, bei der ich solche Mühe hatte auszusuchen, was drauf soll.

Die Beschreibung sagt an, dass ich mir sinnvollerweise ein passendes Armband aussuchen soll aus dem Bündel und dann die Plakette dranmontiert wird. Durch dehnen.



Und weil ich so gespannt auf das Armband war, versuche ich gleich mein Glück. Aber es klappt nicht gleich. Eine Seite bekomme ich gut über das Metall, die andere Seite geht nicht. Das Armband wehrt sich und zwar erfolgreich. Irgendwann gebe ich entnervt auf. Ich habe in meinen Fingern einfach nicht genug Kraft. Hoffentlich kann mir der Zeugwart später dabei helfen. 

Aber natürlich muß auch bedenken, dass nicht jeder einen Zeugwart daheim hat. Also versuche ich es wenig später nochmals. Man muß das Band einfach lang genug ziehen und sich trauen. So einfach ist das. Mut zur Dehnung, also. 

Das Armband paßt hervorragend um mein Handgelenk. Die Plakette sitzt bombenfest, nichts schlackert wild und ich freu mich. Sieht gut aus und gefällt mir. Genau wie es sein soll. 


Montag, 28. Oktober 2013

Blutrot

Der Zeugwart ist sportlich und ich bin es nicht. Ich huste nach wie vor und muß zugeben, dass mich die massive Dunkelheit irgendwie überrascht hat. Wie Weihnachten, quasi plötzlich und unerwartet, kam die jetzt mit der Zeitumstellung und ich bin nicht wirklich vorbereitet. Natürlich haben wir leuchtende Sachen und sind damit sicherheitstechnisch bestens ausgestattet, aber das ist natürlich trotzdem etwas anderes, als dann urplötzlich im dunklen laufen zu müssen. In der Theorie paßt es immer.
 
Der Zeugwart läuft also. Er hat ja das Glück des "im hellen Loslaufens" und kann so ausgiebig draußen rumspazieren. Herrlich. Obwohl es bei dem Sturm auch nicht ganz ohne war. Gut, dass er nicht im Wald läuft heute.
 
Nach dem Lauf greift er zum BCAA Produkt von My Protein und rührt erst mal kräftig was das Zeug hält. Das Pulver, was wir ebenfalls zum testen erhalten haben, löst sich nur sehr schwer auf. Es färbt das Zeugwartsche Wasser zwar fast augenblicklich halloweentauglich rot, aber es klumpt und tut sich etwas schwer. Ich glaube allerdings, das hängt generell mit diesen BCAA (Branched Chain Amino Acid) Produkten zusammen.

BCAA sind die essentiellen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin und die sind mittlerweile in zahlreichen Nahrungsergänzungsmitteln mit diesem Namen enthalten. In unserem Fall sind wir mit dem Geschmack dieser Produkte bisher immer auf die Nase gefallen. Der Zeugwart konnte sich durchbeißen... ich meistens nicht. Lediglich in Tablettenform, und selbst die stanken, habe ich mir BCAA bisher zugeführt. Es soll beim Muskelaufbau nach dem Training helfen sagt man. Also nehmen wir es -wenn wir es nehmen- direkt nach dem Training, wenn wir quasi die Schuhe und die Jacke fast noch an haben.

So ist es heute also auch. Der Zeugwart rührt in voller Montur in unserer Küche um das Pulver trinkbar zu machen. Dann stürzt er irgendwann das beerig schmeckende blutrote Getränk hinunter, obwohl noch immer kleine Klümpchen oben schwimmen. Ganz auflösen tut sich BCAA wohl nie, oder man braucht mehr Geduld oder vielleicht einen Rührer?

Der Geschmack ist nicht wirklich lecker. Ich glaube aber, dass es eine schier unlösbare Aufgabe ist, den ekligen Geschmack der Aminosäuren mit etwas zu überdecken. Das Beerige reicht auf jeden Fall nicht ganz aus. Aber laut dem Zeugwart schmeckt es wenigstens nicht schlechter, als andere Produkte, die er schon probiert hat. Immerhin.

Ich hoffe, ich kann am Donnerstag wieder trainieren. Dann probiere ich BCAA auch. Ich bin gespannt, wie es mir schmeckt.

 

Sonntag, 27. Oktober 2013

Frankfurt Marathon

Die Zeitumstellung läßt mich heute automatisch eine Stunde früher aufwachen, als sonst und so haben der Zeugwart und ich ein prima gigantisches Timing für unseren Anfeuerer-Einsatz beim Frankfurt Marathon. Netterweise hat man den Start auch noch auf 10:30h geschoben, obwohl die HR3 Moderatorin immer noch auf 10h hinarbeitet, so dass wir noch etwas mehr Zeit haben, als im letzten Jahr. Das klingt alles ganz hervorragend. 

Die Anfeuerungsausstattung ist schnell zusammengesucht. Dank dem Besuch in Las Vegas bin ich bestens mit orangefarbenen Dingen ausgestattet und finde so alles leicht im Schrank. In Frankfurt haben wir heute windiges Wetter und 15°C… da paßt Mütze und Handschuhe auch irgendwie dazu. Ich glaube allerdings heute hätte ich das Beides auch angezogen, wenn es 25°C gehabt hätte. Es geht manchmal eben einfach ums Prinzip. 

Ausgestattet mit Mütze und Teamoutfit stehen wir am Bahnhof, weil wir mit der S-Bahn in die Stadt fahren, als ein Herr auf uns zugelaufen kommt. Er wankt und ich bereite mich innerlich bereits auf einen Angriff vor oder auf wegrennen, als er uns ziemlich deutlich fragt, wie es uns denn geht und wo wir denn hin unterwegs sind. Ich lache mich weg. Er ist wirklich so voll, dass er nicht mehr geradeaus laufen kann, aber redet deutlicher als manch einer nüchtern. Ich überlege auch kurz, ob wir ihn nicht vielleicht doch kennen, weil er so vertraut nach allem fragt und uns dann viel Spaß wünscht und dann einfach abzieht… 

Ich glaube, ohne Mütze wäre das nicht passiert und beschließe, dass ich zähle, wie viele Leute mich heute ansprechen. Muß ja an der Mütze liegen.

Wir fahren nach Nied. In der S-Bahn sitze ich gegenüber von einem Herren der regungslos zur Kenntnis nimmt, dass die Mütze und ich uns gegenüber hinsetzen. Die S-Bahn im ersten Abteil bleibt bis Nied leer und der Zeugwart und ich steigen vollkommen entspannt aus, kaufen uns in Nied noch ein Stück Kuchen und beziehen dann Stellung. Sehr ungewöhnlich alles. 


Wir haben heute einige Vereinsläufer, die es zu entdecken und anzufeuern gilt und so trommelt der Zeugwart was die Trommel eben hergibt und und ich klatsche, bis das Werbeding von der Rock n'Roll Marathon Serie den Geist aufgibt. Dafür trumpft die Serie halt mit unheimlich schönen Medaillen auf… deshalb sehe ich über das frühzeitige Ende der "Klatsche" hinweg. 

Leider haben wir heute einen Krankheitsaufgabefall im Team. Der Motivator gibt den Lauf auf, weil sein Rücken sich ungewöhnlich schmerzhaft meldet. Riskieren muß man nichts. Der Flitzer rennt heute mit einem Ballon und ohne Teamoutfit durch die Gegend. Er hat sich heute früh bei uns noch ein Notfallgel bestellt und natürlich haben wir es dabei und er nimmt es auch. 

Sehr lustig übrigens, denn warum nimmt er es von uns und nimmt es nicht schon früher mit? Interessant. Ich werde das noch herausfinden, denn es gibt garantiert irgendeinen Grund dafür. 

Ein Kind fragt seinen Vater im Vorbeigehen, ob er denn "die Frau" gesehen hätte… meint damit mich und garantiert den Hut. Aber eigentlich hätte sie ruhig "junge Frau" sagen können. Oder? 

Als alle Vereinsläufer durch sind, marschieren wir mit dem Motivation zurück zur S-Bahn, lassen ihn am Hauptbahnhof in Richtung Ziel verschwinden und fahren heim. Bis ich das ganze Anfeuerzeug weggepackt habe, bin ich total geschafft. Wie es den Marathonläufern wohl so geht? 

Der Motivator hat übrigens, während er bei uns in Nied so in Decken gehüllt saß und auf unsere S-Bahn Begleitung wartete, angeboten, dass er mich ruhig mal bei einem Marathon begleiten könnte. Aha. Den Laufplan für 4:30h habe ich mir ja gestern schon von Asics auf der Marathonmesse ausdrucken lassen. Das wird spannend nächstes Jahr. Glaube ich. 



Samstag, 26. Oktober 2013

Man kann auch halb laufen.

Gestern haben der Zeugwart und ich die Marathonmesse in Frankfurt offensichtlich ausschließlich aus dem Grund besucht, um die Teamchefin mit farblich passenden, unverzichtbaren, Accessoires auszustatten. Wer also in der nächsten Saison am Teamchefinnenoutfit rummosert, bekommt es ganz klar mit mir zu tun! Nur falls also jemand auf den Gedanken kommt: dann brennt die Hütte. 

Heute morgen lege ich eine Frühschicht ein, denn wir planen eine Kürbisauslieferungstour und dafür müssen die Objekte der Begierde ja erst mal ausgehölt, geschnitzt und gestaltet werden. Von nichts kommt nichts und ausliefern geht eben nicht, ohne Ware. 

Mittagessen tun wir heute, wie so oft am Samstag, beim Hauptsponsor Best Worscht in Town. Heute legen wir aber extra die Teamklamotten an, damit der Auftritt auch irgendwie paßt… denn Kürbis Nummer 1 soll in der Worschtbude auf der Hanauer Landstraße in Frankfurt sein neues Zuhause finden. 


Frisch gestärkt fahren wir dann weiter auf die Marathonmesse. Wir waren zwar gestern, aber im Schnelldurchlauf und irgendwie war das doch nicht so ergiebig wie gehofft. Am Motivator, den wir zufällig auf der Messe getroffen haben, kann es nicht gelegen haben und weitere Ursachenforschung würde nur wertvolle Lebenszeit rauben… also lassen wir das. 

Auf der Messe finde ich als Erstes eine Regenjacke. Na das ist doch der Knaller! Die ist nicht nur quietschbunt, sondern auch noch leicht stretchi und damit gut zum Laufen und zum Radeln zu gebrauchen. Zusätzlich gibt es noch eine Kapuze… perfekt. Besser kann so ein Zweitbesuch ja gar nicht starten. 

Wir laufen bei vielen Ständen vorbei und jeder, mit dem wir ins Gespräch kommen, wünscht uns Glück für morgen. Da es müßig ist, den Herrschaften allen zu erklären, dass wir nicht laufen, sondern lediglich einen Anfeuermarathon vor uns haben, bedanken wir uns für die guten Wünsche und laufen immer weiter. Wir erhalten so mindestens 15 gute Wünsche und ich komme mir wahnsinnig sportlich vor. Herrlich auch, dass ich scheinbar so aussehe, als könnte ich morgen am Start stehen. Sehr nett alle hier. 

Bis auf… tja, bis auf den Stand vom Luxemburg-Marathon. Wir betrachten die hübschen Medaillen und als wir einen Flyer in die Hand nehmen, sagt die Standbetreuerin: "Man kann auch halb laufen!" Aha, das ist ja sehr beruhigend. Schönen Dank auch… hier sehen wir also nicht nach Marathon aus. Interessant. Als ich den Flyer durchblättere, sagt die Dame mir, dass sie auch einen Teammarathon im Angebot haben. Oh je. Ich sage zum Zeugwart, dass er sicherlich auch den ganzen Marathon laufen könnte, lege den Flyer zurück und gehe. Das war nicht motivierend. 

Als ich dann am Rosbacher Stand nach dem Getränk aus der aktuellen -in meinen Ohren übrigens total bescheuerten Radio- Werbung frage, wo ein Triathlet einen Schluck nimmt und dann hellwach ins Ziel läuft, und die Dame nicht weiß, von welchem Getränk ich rede, will sie mir aus purer Hilflosigkeit das Traubenmixgetränk von Rosbacher andrehen, und zwar für 2EUR. Das finde ich unverschämt. Aber vielleicht bin nur ich so. Weiß man nicht. Dass ich die Werbung absolut misslungen finde, erwähne ich nur am Rand… die Damen machen nicht den Eindruck diesbezüglich aufnahmefähig zu sein. 

Wir liefern heute noch zwei weitere Schnitzkürbisse aus und ernten begeisterte Gesichter. Schön. Das freut mich sehr. 



Donnerstag, 24. Oktober 2013

Sicherheit geht vor

In den USA ist mir zweimal bei Radfahrern im Arches Nationalpark ein Gummiband um den Arm mit einer Plakette aufgefallen. Nachdem der Zeugwart uns mit Sportzeitschriften versorgte, habe ich festgestellt, dass es dort einen Anbieter gibt, der eben solche Plaketten anbietet und dort Notfallinformationen vom Halter draufpackt. An einem farbigen Armband. Leider ist die Lieferzeit etwas lange und nach Europe sau teuer, so dass ich natürlich mit dem Zeugwart und ohne Plakettenarmbandbesitz wieder heim geflogen bin. 

Ganz losgelassen hat mich das natürlich nicht. Wenn wir mit dem Rad unterwegs sind, dann stecke ich zwar immer einen Personalausweis ein, aber trotzdem steht da ja nicht so viel drauf. Telefonnummern fehlen gänzlich. Auch wenn ich laufen gehe, habe ich meistens nichts dabei, das einem Retter Informationen geben könnte, falls ich einfach so umkippe oder einen Unfall habe. Ob der ehrliche Finder dann darauf kommt mein Handy nach der Zeugwartschen Telefonnummer zu durchsuchen? Keine Ahnung. Irgendwie finde ich es nicht verkehrt zum Sport, wenn man ansonsten so total unbewaffnet unterwegs ist, ein Notfallarmband am Start zu haben, das einem Finder die notwendigen Informationen gibt. 

Glücklicherweise habe ich heute einen Hinweis bekommen... manchmal passieren die Dinge einfach zufällig genau zur richtigen Zeit. Fast schon unheimlich, irgendwie. 

Im Internet unter www.safesportid.com gibt es das Prinzip zu kaufen und es wird nach Deutschland verschickt. 

Die Eröffnungsseite finde ich persönlich leicht überladen, wenn ich ehrlich bin. Bunt, viele Felder und recht viel klein geschriebener Text.


Aber trotzdem habe ich erfreulicherweise den Bestellbutton gefunden und konnte so zu den verschiedenen Armbandversionen und Farbmöglichkeiten vorstoßen. 


Im Endeffekt ist meine Entscheidung nun auf das Camu-Armband gefallen und zwar in der groß-Version, so dass möglichst viele Informationen drauf passen. Immerhin bringt es dem Retter im Notfall nicht nur etwas, wenn er weiß wer ich bin und dass er den Zeugwart anrufen kann. Eine Allergie oder Unverträglichkeit zu erwähnen, kann schließlich nicht schaden. Die Seite gibt beim Anklicken der einzelnen Zeilen auch Hinweise, welche Information an dieser Stelle sinnvoll sein kann. Das finde ich sehr hilfreich. Trotzdem war für mich die schwierigste Sache am ganzen Bestellvorgang: "Was genau kommt drauf und stimmen alle Nummern?"


Ich hab's nun also bestellt und bin extrem gespannt. Die Lieferung für die nächste Woche angekündigt. Ich freu mich! 

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Pulvertest

Ich huste nach wie vor, vor allem nachts und ganz besonders wenn ich mich kurz mal fast ein bischen anstrenge. Dann komme ich auch außerordentlich ins schwitzen. Also verzichte ich heute auf den Trainingsplanlauf. Der Trainer hätte zwar gerne dass ich laufe und ich hätte gerne, dass ich gesund bin, aber irgendwie ist das beides heute nicht so ganz zu erfüllen. Also noch mal Pause. Auf den Tag mehr oder weniger kommt es ganz sicher sowieso nicht an, das ist auch was. 

Der Zeugwart läuft heute allerdings. Er ist nicht krank und er ist im Hellen daheim, so dass er -dank erfreulicher Arbeitszeitregelung- auch so loslaufen kann, dass er nicht im stockdunklen erst losrennen muß. Das ist in dieser Jahreszeit was wert. Ich finde es nicht so wild eine Lampe mitzunehmen, weil man in die Dämmerung kommt, aber schon im Stockdunklen loszulaufen, das kostet mich Überwindung. Heute muß aber nichts überwunden werden, immerhin ist es sinnvoll erst mal nicht mehr zu husten. 

Derzeit dürfen wir ein paar Produkte von MyProtein testen, und so bietet es sich an, dass der Zeugwart nach seinem Lauf die Reserven gleich wieder entsprechend auffüllt.


Immerhin muß sich sein Körper nicht nur regenerieren, er muß sich auch noch gegen meine Hustentiraden und die vielleicht damit verbundenen Ansteckungsgeister erwehren. Also alles nicht so einfach. Wir haben drei verschiedene Produkte zugeschickt bekommen. Der Zeugwart greift heute zu IN:Fused. Die Beschreibung auf unseren Testtüten ist auf Englisch, ich hoffe, die Beschriftung auf den Packungen, die man dann kaufen kann, ist in der jeweiligen Landessprache. Und zwar von dem Land, in dessen Sprache der Shop auch ist. Wie auch immer, das tut ja erstmal nichts zur Sache. Aufgedruckt ist, dass man mit dem mitgelieferten Messlöffel dosieren soll. Da wir den nicht haben, messen wir die korrekte Menge mit der erst kürzlich erworbenen Küchenwaage ab. So kommt die endlich auch mal zum Einsatz. 

Der Zeugwart schüttelt und löst das intensive nach Kinder-Kaugummi riechende Pulver auf. Dabei fällt uns auf, dass er 15g auflösen soll, in der Testpackung aber 25g drin sind. Nichts halbes und nichts ganzes irgendwie. Nun ja. 

Das Getränk hat die Geschmacksrichtung "Tropical" und mich erinnert es spontan an meinen Schülteraustausch mit Frankreich. Hollywood Kaugummis waren damals der Renner, weil es in Deutschland keine gab... und eine Sorte hat ziemlich ähnlich geschmeckt. Ich finde Tropical schmeckt recht überfruchtig, das heißt also ziemlich künstlich. Der Zeugwart findet es schmeckt richtig frisch, aber irgendwie künstlich nach. 

Der Serviervorschlag sind 300ml, eben mit den 15g aufgelöstem Pulver, so dass die Menge nicht übermäßig ist, auch wenn's einem nicht schmeckt. Es ist jetzt auch nicht total ätzend, da habe ich schon ganz andere Sache probiert, bei denen es mir richtig übel wurde. Orangensaft schmeckt halt natürlicher, allerdings ist da höchstwahrscheinlich auch nicht so viel "gutes" Zeug drin, wie hier. 

Interessant finde ich auch, dass auf dem Beutel als Verzehrempfehlung drauf steht, ich soll das Pulver 2-4 mal täglich nutzen, oder wie es eben gebraucht wird, nicht aber, ob vor, während oder nach der Belastung. Auch in der Internetbeschreibung fehlt diese Angabe. Ich persönlich, die von solchen Pulvern und Mittelchen keine Ahnung hat, fänd das hilfreich. 

Als der Zeugwart irgendwann geduscht auf die Couch sinkt, schläft er gleich ein. Ob das mit der Verarbeitung des IN-Fused Getränkes zusammenhängt, mit dem Lauf oder mit der plötzlich massiv angestiegen Arbeitsbelastung nach dem Urlaub, kann ich nicht klären. Ich muß mich um die beschafften Kürbisse kümmern und begeben mich zum schnitzen in die Küche. 


Wir haben uns getrennt.

Es ist soweit. Nach ein paar Wochen gemeinsam verbrachter Lebenszeit trennen sich unsere Wege. Ich habe die TomTom Multi-Sport Uhr nun frühzeitig zurückgeschickt um sie weiteren Testern zur Verfügung zu stellen. Weil ich nicht wirklich 100% zufrieden war, mit dem, was mir so geboten wurde. Ich finde, dann muß ich nicht bis zu guter Letzt auf der GPS-Uhr sitzen. Dann kann auch früher jemand anderes. 

Warum ich nicht so wirklich zufrieden war? Bei mir lag es an mehreren Dingen, ganz klar:
  1. Die Anzeige zeigt mir die Dinge, die ich sehen möchte entweder in außerordentlich kleinen Feldern oder durch umschalten. Das bedeutet für mich, dass ich nicht "auf einen Blick" mal schnell während eines Laufes das erfassen kann, was ich gerne sehen mag. Vielleicht kann die Uhr dafür nichts, meine Sehschwäche ist ja individuell, aber für mich paßt es eben nicht. 
  2. Der eine Bedienschalter hat bei mir und meinem Leben zu einer "nicht Alltagstauglichkeit" geführt. Trage ich die Uhr im Alltag, so komme ich ständig an den Schalter, starte aus Versehen und vollkommen unbewusst Lauf- oder Radeinheiten und fülle so den Speicher. Gleiches passiert unter einer Laufjacke oder sogar nur an den Ärmelfalten der Jacke im Training, so dass ich das Training mehrfach stoppe oder pausiere, während ich unterwegs bin. Und das natürlich meistens ohne das zu merken. 
  3. Bei jeder Computerzusammenführung arbeitet das Programm und die Uhr nur auf Englisch. Diese Sprachänderung bleibt auch nach dem Abstöpseln erhalten. Eigentlich kein Thema, weil ich Englisch verstehe, trotzdem empfand ich das als extrem nervig. Das ständige Umstellen der Sprache, der Einstellungen und der Einheiten ist mir einfach dauerhaft lästig. 
  4. Das Armband und die Uhr bilden keine verlässliche Einheit. Zumindest nicht so verlässlich, dass die Einheit meiner Belastung stand hält. Zahlreiche Male habe ich die Uhreneinheit aufgefangen, weil sie sich aus dem Armband verabschiedet hat und auf direktem Weg zum Fliesenboden im Schwimmbad war. Ich konnte jeden Aufprall vermeiden, trotzdem war mir das etwas zu viel "action" für einen Schwimmbadbesuch. Das Armband war für mein Handgelenk beim Schwimmen auch ungeeignet, weil es entweder zu weit gesteckt war, so dass es bei jedem Armzug hin und her schlabbelt, oder zu eng, so dass die Hand leichte Durchblutungsstörungen hatte. 
  5. Die Radhalterung hat auf meinem Rad nur bedingt Einsatzgebiete gefunden. Das lag einfach daran, dass bei einem Triathlonrad wie meinem, das eher in der kleinen Riege tätig ist, Platzmangel herrscht. Die Rohre sind zu dick für die Halterung, da, wo Platz wäre. Ich hatte die Uhr auf dem Rad also trotzdem am Arm, was dann teilweise auch wieder zum Bedienschalterproblem geführt hat. 
  6. Der Einsatz beim Schwimmen hat nicht verlässlich funktioniert. Gerade da, wo ich es als extrem angenehm empfunden hätte, wenn mir jemand die lästige Zählarbeit abnimmt und ich nach der Schwimmeinheit genau wüsste, wie weit ich nun geschwommen bin. Die Uhr ist nur für das Schwimmbad ausgelegt und zählt Bahnen. Das tat sie in meinen Testeinheiten nicht zuverlässig. Im Vergleich zu meinem Hirn und zur Suunto Ambit 2 waren die Werte der TomTom Multi-Sport Uhr schlichtweg falsch. 
  7. Die Minuten/ Kilometer Hochrechnung lief ebenfalls unbefriedigend. Da ich auf meiner üblichen Laufstrecke weiß, wo der Kilometer rum ist, konnte ich das besonders gut überwachen. Und wenn ich nun mal gleich dort bin, und 7Minuten rum sind, braucht mir die Uhr nicht zu erzählen, dass ich derzeit mit 6:15Minuten unterwegs sei. Mir ist auch -allerdings nur im Vergleich zur Ambit- aufgefallen, dass die Uhr die Geschwindigkeit der Intervalle erst nach "längerer" Zeit anzeigt, das heißt werde ich schneller (oder auch langsamer) braucht die Uhr verhältnismäßig lange, bis sie das merkt und darstellt. 
  8. Die derzeitige Möglichkeit die Daten am PC auszuwerten ist stark begrenzt. Ich vergleiche ja zum Angebot von Suunto, und dort bieten sich viel mehr Möglickeiten zur Darstellung der Läufe oder Radeinheiten. Bei der Mulit-Sport kann ich mir im Prinzip nur das ansehen, was mir das Display zeigt, plus eine Karte, wo ich langgelaufen bin. 
  9. Die Displaybeleuchtung schaltet sich bei der Berührung des Displays an. Ich komme ständig an das Display, was bedeutet, die Uhr leuchtet ständig. Das ist zwar eigentlich nicht schlimm, aber es verbraucht natürlich Strom. 
  10. Bis die Uhr startklar ist, haben der Zeugwart und ich übrigens die ganze Nacht die Uhr mit Software gefüttert. Das heißt, Uhr im Päckchen erhalten, aufladen, loslaufen, war hier nicht möglich. Es war eher ein: Uhr auspacken, an den PC anschließen, warten, loslaufen ohne Uhr, heimkommen, feststellen die Uhr ist immer noch nicht fertig, duschen, essen, schlafen, aufstehen, die Uhr meldet Vollzug. Das ist mir eindeutig viel zu lange für ein neues Gerät, das ich doch am liebsten sofort ausprobieren möchte. 
  11. Die Batteriewarnung ist mir nicht eindeutig genug. Im Display erscheint ein Batteriesymbol mit nur noch einem (von drei) Ladebalken. Ich habe das GPS dann im Laufmodus angeschaltet und während des Betriebs beendet die Uhr den Modus einfach, weil sie nicht mehr genug Saft hatte und kehrt zurück in die Uhrenanzeige. Ich bin also offenbar nicht sensibel genug für die Handhabung der Stromreserven. Gut, dass ich nicht alleine irgendwo im nirgendwo war.
  12. Gerade wenn ich mit anderen zusammen gelaufen bin, hatte ich öfter eine nicht nachvollziehbare Pulsanzeige. Die war entweder besonders hoch (über 200) oder extrem niedrig (45) und nicht plausibel. 
Ich fand es trotz aller Kritikpunkte äußerst spannend in den Genuß einer gemischten GPS/ Pulsuhr zu kommen. Die Rückkehr zu meiner Suunto Quest wird wieder eine Umgewöhnung, weil ich es schon interessant fand, dass die Uhr mir meine absolvierte Entfernung angezeigt hat, auch wenn die Anzeige der derzeitigen Geschwindigkeit ausnahmslos mehr motivierend als nachvollziehbar war. Aber Motivation ist ja immer gut.

Danke für die Möglichkeit zum Uhrentest! 

Dienstag, 22. Oktober 2013

Bergzeit.de - das Stöberparadies

Der Flug hat mich geschafft. Ich bin krank. Natürlich. Was könnte besser zu so diesen unheimlich schrecklichen Urlaubsheimflug passen, als dass ich mich erkälte? Perfekt quasi. Und blöd. Ich bin verschnupft und huste und das nicht zu knapp. 

In Deutschland ist es zusätzlich noch einige Grad kühler als in den USA. Zumindest dort, wo wir herkommen. Es gibt selbstverständlich auch dort Orte, an denen es bereits jetzt wesentlich kälter ist. Klar. Aber für mich ist das eine Umstellung.

Ich muß meine Sportklamotten demnächst schrankmäßig umräumen. Also kurze Hosen gegen 3/4 Hosen wechseln, Unterhemden rausholen und natürlich den Jackenbestand sichten. Die Kälte kommt, das ist sicher. Zeit also, sich langsam aber sicher über die sportliche Herbst- und Wintergarderobe Gedanken zu machen. Sicherlich kommt der Herbst und dann der Winter mit großen Schritten und weil der Winter ja lang und schrecklich werden soll, ist es gut, wenn ich mich vorbereite. Das kann man eigentlich nicht früh genug machen, gerade wenn es um Sportklamotten geht. Natürlich.

Ich habe, was so etwas angeht, für gewöhnlich wenig Talent und deshalb trifft es sich nicht nur in dieser Angelegenheit hervorragend, dass ich einen persönlichen Zeugwart habe. Der kümmert sich um die Technik und um das Material, wie das ein Zeugwart eben so tut. Er steht mit seinem Wissen und seiner Findigkeit natürlich nicht nur mir zur Seite, sondern kümmert sich um alle, die Bedarf am zeugwartschen Wissen haben. 

Beim Stöbern nach Beschaffungsmöglichkeiten und Neuigkeiten in den Weiten des Internets ist dem Zeugwart dabei der Bergzeit.de Shop ins Auge gefallen. Hier kann sich praktisch jeder, nicht nur der gemeine Triathlet, mit Kleidung, Schuhen und Ausrüstung ausstatten. Der Shop hat jede Menge zu bieten, angefangen natürlich mit den für unseren Haushalt besonders interessanten Dingen, wie Radbekleidung und Laufschuhe oder Rennräder gibt es auch Zubehör für Bouldern, Skifahren und für Outdoor. Das ist für den Zeugwart natürlich ein Stöberparadies.

Sollten wir also jemals überlegen statt in Hotels in den USA doch lieber mitten im Wald zu campen, hätten wir bei www.Bergzeit.de die besten Voraussetzungen, um uns mit den notwendigen Utensilien auszustatten. Im Bereich Outdoor bietet sich auf der Plattform sogar auch noch ein Outlet, das mit jeder Menge attraktiven Preisen lockt. 

Der Shop bietet außerdem einen kostenlosen Versand nach Deutschland und Österreich ab einem Einkaufswert von 50€, der ist also mit einem paar Laufschuhe schon mal gesichert. Das gefällt mir natürlich besonders gut.

Wir werden also nach der endgültigen Sichtung der Garderobe für die kalte Jahreszeit festlegen, welche Utensilien unbedingt im Bergzeit.de Shop käuflich erworben werden müssen um den Herbst und Winter zu überstehen. Da bei jedem Artikel natürlich dabeisteht, was für eine Lieferzeit er hat, sind wir diesbezüglich dann in heller Vorfreude. 

Sonntag, 20. Oktober 2013

Der lange Tag der Völker


Nach dem gar zauberhaften Auftritt von Herrn Copperfield im MGM Grand gestern Abend, holt uns heute die Realität wieder ein. Höchstwahrscheinlich schneller als gewöhnlich... aber ich will  mal besser nichts voraussagen oder gar schwarz malen. Der Zeugwart und ich schnappen uns früh die perfekt gepackten und paß-genau abgewogenen Taschen und beladen den Mietwagen entsprechend. Bevor wir zum Flughafen fahren, wollen wir noch ausgiebig frühstücken, und zwar bei Denny’s. Typisch amerikanisch. Die Freundlichkeit, der schnelle Service und das eben typisch amerikanische Essen, sollen heute unserem Urlaub einen gebührenden Abschluß geben.

Nachdem wir in weniger als 30Minuten von parken bis wieder losfahren zwei Pancakes, ein herzhaftes Omelette, Schinken, eine Schale frische Früchte und einen englischen Muffin verzehrt haben, geht es zum Flughafen. Den Mietwagen gibt man in den USA ja unheimlich einfach zurück. Bisher kam zwar immer noch jemand der uns mit einem „Thanks, you are all set.“ verabschiedet hat, heute ist das anders. Wir stellen das Auto in die „Return“ Spur, steigen aus und gehen. Einfacher geht es eigentlich nicht. Diese Handhabung kann für Deutsche aber trotzdem auch recht kompliziert sein... immerhin haben wir es gerne, wenn wir einen Beleg für unsere Taten bekommen oder ein OK hören. Nun ja, hier und heute gibt es die Wunscherfüllung also nicht.

Der Flughafenshuttlebus bringt uns verlässlich zum richtigen Terminal, der Automat druckt alle notwendigen Boardkarten aus und nachdem wir die perfekt abgewogenen Taschen auf den Weg nach Frankfurt gebracht haben, setzen wir uns noch ein bischen hin und lauschen den Reisenden.

Davon gibt es hier am Flughafen in Las Vegas eine ganze Reihe. Heute haben wir hauptsächlich die im Blick, die inneramerikanisch unterwegs sind. Aus Las Vegas sind das oft auch die, die eigentlich ins Ausland möchten, denn –genau wie unser Deutschlandflug auch- einige Interkontinentalflüge starten nicht direkt ab Las Vegas. Zumindest nicht Samstags. Unserer ist auch so einer. Wir nehmen heute einen Zubringerflug nach Charlotte in North Carolina, auf der anderen Seite von Amerika.

Freitag, 18. Oktober 2013

Die Schokolade, die Zauberei und das Glück

Nachdem ich absolut wild geträumt habe, was ganz sicher einem allzu üppigen Abendessen in der Cheesecake Factory geschuldet war, öffne ich heute früh die Vorhänge und schaue als erstes auf die Burgtürme. Absolut unwirklich diese Stadt. Sie haben keine Burgen in diesem Land, weil es einfach viel zu jung dafür ist, also wird alles so gebaut, wie man es eben gerne hätte. Und dazu gehört eben auch, dass man sich ein Märchenschloss oder eine mittelalterliche Burg direkt in die Wüste baut. So einfach kann es eben sein, wenn man es einfach sein läßt. Scheint so ähnlich zu sein, wie ins Ziel zu laufen... einfach mal machen halt. 

Der Zeugwart und ich frühstücken die Reste des gestrigen Cheesecake Factory Besuchs und sind noch mal erstaunt darüber, wie viel Schokolade in so ein Stück Kuchen reinpasst. Wieder etwas total unwirkliches. Ich lache noch mal herzlich, weil ich mich an die Worte des Kellners "for here or to go?" erinnere und an mein verwundertes Gesicht, weil ich mir keine Vorstellung darüber machen konnte, von welcher Größe Kuchenstück wir denn hier überhaupt sprechen. Aber die Frage war berechtigt, der Herr arbeitet offensichtlich nicht erst seit gestern dort. 
Nach dem schokoladigen Frühstück, freue ich mich zum ersten Mal in diesem Urlaub aufrichtig auf Müsli und Joghurt zu Hause. 

Wir ziehen uns an und marschieren ins Casino. Hier gibt es heute früh zwei Erklärrunden, die wir uns nicht entgehen lassen möchten. Black Jack wird um 11:30h erklärt und wie ich so an dem Tisch sitze und mich zu konzentrieren versuche, lernt der Zeugwart die Strategien auf die es ankommt. Ich versuche auch was zu lernen... aber Karten scheinen nicht so meine Sache zu sein. Ich verstehe aber wenigstens, dass ich nicht über 21 kommen darf, weil ich sonst sofort verloren habe, und dass die Bank zwischen 17 und 21 landen muß, um mich zu schlagen. Wenn sie am Ende mehr Punkte hat als ich, hab ich trotzdem verloren. Und Bilder zählen entweder 10 oder 1 Punkt... anscheinend kann man sich das aussuchen? Oder es liegt eben so im Spiel, dass es klar ist... wenn es darauf ankommt. 

Die zweite Erklärrunde findet am Craps Tisch statt. Es geht ums Würfeln und weil wir das im Stratosphere Tower ja bereits erklärt bekommen haben, können wir also daran anknüpfen und dazulernen. Es gibt tatsächlich noch ein paar sehr interessante Felder. Trotzdem kommt es, wie bei jedem dieser Spiele eben auch hier auf den Zufall und das Glück an. Viele Spieler scheinen das allerdings hier nicht ganz so ernst zu nehmen. 

Über die Casinomachenschaften haben wir fast die Zeit vergessen. Wie das halt so ist in Vegas. Wir müssen heute aber noch Peanutbutter M&M's für die Familie Motivator besorgen und fahren deshalb noch mal los. Das wäre ja noch schöner, wenn wir erst große Ankündigungen machen... und dann nichts im Gepäck haben. Auf dem Rückweg machen wir noch einen Abstecher in unser neustes Lieblingsgeschäft und überlegen uns, ob das wohl eine Partyfamilie aus uns machen würde, wenn wir hier wohnen würden. Auf jeden Fall wäre mit einer Wohnnähe gesichert, dass es immer ein passendes Outfit zum anfeuern gibt. Wäre das eine Geschäftsidee für Deutschland? 

Nachdem wir all unsere Einkäufe ins Hotel geschleppt haben, sind genau 5 Minuten Pause drin. Mehr nicht. Wir haben nämlich heute Abend eine Verabredung mit David Copperfield. Nachdem das hier nun unser dritter Besuch in der Stadt ist, wollen wir uns auch mal eine Show ansehen. Das gehört in Las Vegas ja irgendwie zum guten Ton und zum Besuch dazu. Wir haben uns für den größten Illusionisten unserer Zeit entschieden... weil ich zaubern mag. 


David Copperfield tritt im MGM Grand Hotel auf. Das ist genau an der gleichen Kreuzung an der auch unser Hotel, das Excalibur, steht. Von unserem Hotelzimmer, bis zum Theater brauchen wir 20Minuten. Absolut irre. 

Die Show ist bezaubernd und gigantisch zugleich. David Copperfield ist ganz nah und zwei seiner Tricks werden uns zusätzlich durch eine Kamera auf eine Leinwand übertragen, um wirklich alles zu zeigen. Ich bin beeindruckt. Der Magier zaubert eine Harley auf die Bühne und ein Lincoln Cabrio. Er wählt zufällig Menschen aus dem Publikum aus und sie nennen ihm Zahlen, die er vor der Show bereits auf einen Zettel geschrieben hat, der in einer Kiste verschlossen an der Bühnendecke hing. An der Box war keiner dran... ich hatte sie die ganze Zeit im Blick. Da gibt es keinen Zweifel. Das hat er gezaubert. 
  
Ich würde gerne zweifeln, aber in diesem Fall ist es zwecklos... David Copperfiled kann zaubern.  

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Schuhe im Schloss

Las Vegas, die Stadt, die niemals schläft und bei der man jede Zeit und Tagswahrnehmung vergisst, ist heute unser Ziel. Aber erst, nachdem wir gefühlt alle Fahrrad-, Triathlon- und Laufsportläden in St. George abgeklappert haben. 

Der Zeugwart hat alles rausgesucht, wie es sich für einen gut vorbereiteten Zeugwart eben so gehört und so leitet uns das Navi -mehr oder weniger zielsicher- von Einkaufsmöglichkeit zu Einkaufsmöglichkeit. Natürlich bietet St. George aus jedem Stall ein Pferd. Es gibt Läden, die eher was für Mountainbiker sind, oder für Familien, es gibt Läden für schrecklich ambitionierte Sportler und Läden, wo man den Eindruck hat, dass es nicht wirklich darauf ankommt, dass etwas verkauft wird, weil die Ladeninhaber einfach ihren Traum verwirklicht haben. 

Wir kaufen noch ein paar K-Swiss Laufschuhe für den Zeugwart, weil er in dem Modell eben gut laufen kann, die Laufschuherwerbsmöglichkeit von K-Swiss in Europa aber stark nachgelassen hat. Und wer weiß, wann wir hier mal wieder her kommen... 

Nach ein paar Kilometern auf der Autobahn kommen wir heute am frühen Nachmittag in Las Vegas an. Wie bereits erwähnt, ist die Tageszeit in Las Vegas aber sowieso unerheblich, die Stadt hat immer offen. Wir checken in unserem Hotel ein. An einem von 21 Check-In Schaltern. In Las Vegas ist auch alles groß. Die Geräuschkulisse in der Lobby, die ja auch gleichzeitig das Casino ist ist beeindruckend. Es bingt, gongt, plingt, es läuft Musik und dazwischen hört man immer noch Menschen sprechen. 

Wir beziehen unser Zimmer im Excalibur und haben einen Blick auf die bunten Schloßtürme des mittelalterlich gestalteten Hotels. In unserem Bad leistet uns Cinderella Gesellschaft und die Stühle sehen wirklich aus, wie aus einer Burg mitgenommen und her gestellt. 

Da man nur einmal Urlaub hat, gehen wir gleich wieder los... die lange Nacht in Las Vegas genießen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Versöhnt

Dank der Zeitverschiebung bin ich heute mal wieder extrem früh wach. Also eigentlich genauso früh, wie den ganzen Urlaub, aber hier, in Arizona, ist es eben eine Stunde früher als in Utah oder Colorado und deshalb ist früh hier gleich noch ne Ecke früher. Es ändert aber nichts, wach bin ich trotzdem. Der Zeugwart und ich gehen deshalb auch unheimlich früh zum "full breakfast" und lassen es uns schmecken. Ich erschrecke ein paar Deutsche beim Toaster, die erstens nicht wissen, wie es funktioniert und dass es immer sinnvoll sein kann, die Toastereinstellungen seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen und zweitens, nicht damit rechnen, dass sie in diesem fernen Land irgendjemand versteht. Herrlich. So beginnt der Morgen gleich prima. 

Nach dem Frühstück geht es in den Antelope Canyon. Ich habe mich überzeugen lassen. Jeder dem wir erzählten, dass wir den Canyon für einen rip-off halten, hat gesagt, dass sich praktisch jeder Preis lohnen würde und dass wir uns diesen Ausflug auf keinen Fall entgehen lassen sollen. Nun gut. Dann will ich mal nicht so sein. 

Unsere Canyontour startet um 8:30h. Es ist nicht wirklich viel los, unsere Gruppe umfasst nur 15 Teilnehmer. Der Führer "Totonka" ist riesig und erkärt uns als Erstes, warum wir nur noch geführt in den Canyon dürfen. 1997 starben 10 Touristen, weil sie den Canyon während eines Wassereinbruchs nicht rechtzeitig verließen. Sie wollten sehen, wie das Wasser durch den schmalen Tunnel kommt, es kam allerdings in einer großen Welle. Heute sind oberhalb des Canyons Evakuierungsleitern angebracht, die im Ernstfall runter geworfen werden, um alle Canyonbegeher zu retten. Außerdem sind alle Führer in ständigem Kontakt zur Basisstation, die ein Wetterradar im Blick haben. Selbst hier, mitten im Indianerland, arbeitet man mittlerweile mit den neusten technischen Errungenschaften. 

Wir laufen mit unserem Guide durch ein ausgetrocknetes Flußbett, dass noch in der letzten Woche ordentlich Wasser geführt hat, nachdem es ein Sturmtief gab, das richtig Regen brachte. Der Zeugwart und ich waren zu diesem Zeitpunkt ja beim Bryce Canyon im schlechten Wetter. Jetzt ist das Flußbett komplett trocken gelegt, es geht quasi nicht trockener. Mitten drin ist ein Spalt. Nicht besonders breit, eigentlich sogar eher schmal und total unauffällig. Also zumindest wäre ich jetzt zielsicher dran vorbei gelaufen, das ist mal sicher. Ich wäre auch spontan jede Wette eingegangen, dass der riesige Führer niemals auch nur ansatzweise überhaupt eine Chance hätte in diesen Spalt hineinzukriechen. Hat er aber doch. Eine große Chance sogar. 

Der Büffelmann verschwindet einfach im Boden. Drei Schritte und ich sehe ihn oberhalb der Erdoberfläche nicht mehr. Irre. Der Typ ist einfach weg. Tja, und ehe wir jetzt hier so im Flußbett rumstehen, flitzen wir alle hinterher. Ab unter die Erde und durch den Spalt. Ganz verrückt. Gut, dass der Zeugwart dabeit ist... alleine wäre ich dem Herren nicht hinterhergestiefelt, soviel ist sicher. 

Der Canyon ist durch die Sonne toll beleuchtet, und weil er komplett aus Sandstein ist, sieht alles rosa-rot-beige aus. Toll. 



Die Tour durch den Canyon dauert über 1,5 Stunden und weil wir immer direkt hinter dem Guide gehen, macht der Zeugwart die genialsten Fotos überhaupt. Der Büffelmann kennt sich mit jedem Kameramodell und allen möglichen Einstellungen aus, so dass wirklich jedes Bild ein absoluter Treffer wird. Ich bin sicher, wir werden uns später nicht für die schönsten entscheiden können... jedes Bild sieht toll aus. 

Der Lower Antelope Canyon ist tatsächlich jeden Cent wert gewesen! Ich bin mit den Navajo Indianern versöhnt. 

Wir fahren weiter in Richtung Zion Nationalpark. Bei Meile 19 wollen wir hier noch eine Wanderung machen. Ich habe im Internet den Hinweis auf eine recht unbekannte Ansammlung von Steinformationen gefunden und weil es sowieso auf dem Weg liegt wollen wir vorbei schauen. Wir passen genau auf und finden den Parkplatz sofort. Das liegt allerdings nicht nur an der schönen Beschreibung aus dem Internet, sondern auch an dem Hinweisschild. Offensichtlich ist die Internetseite überholt... 

Wir machen den Spaziergang trotzdem und schauen uns den Hoodoo an. Dann geht's weiter durch den Zion Nationalpark, in dem wir heute anhalten dürfen, weil Utah ja die Nationalparks geöffnet hat. Bei unserem Stop in Zion genießen wir die Aussichten und die wilden Hornbergziegen. Schön, dass der Park geöffnet hat... so haben die Tiere auch endlich wieder Gesellschaft. 

Dienstag, 15. Oktober 2013

Nirgendwo Rauchsäulen

Unsere Nacht in Cortez war eiskalt. Das muß an Colorado liegen... ein Staat in dem es wenig Wüste und dafür umso mehr Berge gibt, ist wahrscheinlich automatisch kühler, als ein Wüstenstaat wie Arizona oder Utah. Aber gut. Weiß man ja vorher... oder so. 

Cortez hat uns lauftechnisch etwas geschont, so dass wir heute wieder frisch und munter sind. Die Leiste schmerzt, das ist dank aktuellster Therapiemethoden allerdings ganz gut zu ertragen. Ich möchte heute trotzdem nicht allzu viel laufen. Wir werden sehen, was der Tag bringt. 

Als erstes fahren wir heute zum Four Corners Monument. Das ist der einzige Ort in den Vereinigten Staaten von Amerika, bei dem sich vier Bundesstaaten jeweils im 90° Winkel treffen: Arizona, Colorado, Utah und New Mexiko. Eine Plakette im Boden soll diesen besonderen Ort auf dem Indianerland markieren. Indianerland? Da klingelt es mir doch schon in den Ohren... ich wette, die Plakettenbegehung kostet Eintritt. 

Und so ist es dann auch. Für die Plakettenansicht innerhalb eines Indianermarktes zahlen der Zeugwart und ich 6 US$. Eine Frechheit. 



Wenn alle Buchten rund um die Plakette in der Mitte besetzt wären, kämen auf jeden angrenzenden Staat 14 Verkaufsmöglichkeiten. Angeboten werden Schmuck, T-Shirts, allerlei Andenken an diesen besonderen Ort und indianische Traumfänger. Und dafür verlangt der Indianerstamm der Navajo Eintritt. Ich bin echt geschockt. Richtig unverschämt finde ich das. Zumal es wirklich lediglich die Plakette (oben auf dem Bild) zu sehen gibt. Die Beschreibungen rund rum lassen einen nur noch zusätzlich wissen, wer die Staatsgrenze zwischen den jeweiligen Staaten als erstes gezogen hat und ob dafür ein Kompass benutzt wurde, oder ob die Person nur zufällig so kerzengerade durch die Landschaft gegangen ist. Ich kann mich kaum beruhigen so unfassbar frech finde ich es dafür Eintritt zu verlangen. 

Der Zeugwart und ich verlassen den Indianerandenkenmarkt und machen uns auf in Richtung Monument Valley. Das berühmteste Tal der Welt. Kein anderer Ort der Erde wurde in so vielen Filmen abgelichtet, wie dieses, angeblich. Ich vermute auch hier wieder einen Indianerwerbegag... offensichtlich bin ich angespitzt? 

In Bluff, einem winzigen Ort, der unheimlich stolz darauf ist, dass die Siedler 1880 hier ein Fort errichtet haben, bekommen wir in der Touristeninformation den Tipp, uns den Eintritt für den Monument Valley- Park zu sparen und einfach die vielen Haltemöglichkeiten auf dem Highway nach Süden zu nutzen und dort Bilder zu machen. Die Dame sagt, im Valley selbst gibt es nichts weiter zu sehen, als Monumente, die denen, die man vom Highway aus sieht, verlässlich ähnlich sehen. Der Zeugwart und ich befolgen ihren Rat.


Wir fahren am Monument Valley vorbei und betrachten es uns vom Highway aus. Es sieht beeindruckend aus. Von weitem, von nahem und als wir direkt neben den großen Steinformationen stehen immer noch. Wirklich toll. Ich halte nach den Rauchsäulen der Marlboro Cowboys Ausschau, sehe aber keine. Die sind wohl gerade aushäusig, oder wollten ebenfalls keinen Eintritt zahlen? 

Heute übernachten wir in Page in Arizona. Da war ich ja heute beim Four Corners Monument eh schon ... also in Arizona. Wir stellen daher die Uhr um und checken ins Hotel ein. Hier hängen jede Menge Urlaubstipps von Reisenden, die kürzlich hier waren an einem schwarzen Brett. Das finde ich gut. So weiß man aktuell, wo das Essen gut oder schlecht war und was die Reisenden vor ein paar Tagen gut fanden. Wir wollten eigentlich in den Antelope Canyon, allerdings hat mich der Eintrittspreis abgeschreckt, und weil es wieder ein Indianereintritt ist, den man zahlt, gehe ich davon aus, dass es auch hier eine große Verarsche ist. Also machen wir den Canyon heute nicht. 

Wir laufen statt dessen zum Horseshoe Bend. Hier fließt der Colorado River so um einen Felsen, dass die Einheimischen beschlossen haben, es sieht aus, wie ein Hufeisen um einen Pferdefuß. Gut, wenn man wirklich ganz nah an die Klippe geht und die Kamera noch darüber hinaus hält, dann kann man diesen Eindruck tatsächlich fotografieren. Zahllose Fotografen arbeiten hier mit Stativen, weil es ihnen offensichtlich einfach nicht nah genug an die Klippe gehen kann. Ich habe kurze Arme und bin auch nicht lebensmüde, so schaffe ich den 100% Eindruck nicht auf die Kamera... aber ich bleibe auf der Klippe und am Leben. Das ist auch was wert. 


Der Zeugwart und ich genießen den Anblick des Felsens eine ganze Weile... 


Montag, 14. Oktober 2013

Zuviele Stufen

Wir haben zuviel gemacht. Wobei das Machen sich eigentlich nur auf die zahllosen Stufen bezieht, die wir im Canyonlands Nationalpark rauf und runter gelaufen sind. Ich glaube ohne Stufen wäre es ok gewesen, aber mit Stufen eben eher nicht. Stufen scheinen derzeit einfach nicht mein Bereich zu sein.  

Die Leiste schmerzt. Gut, dass man in den USA praktisch jedes Medikament und die verschiedensten Tapes einfach so im Wal Mart kaufen kann. So kann mir hoffentlich schnell geholfen werden. 

Weil es schmerzt, machen wir heute einen ruhigen Tag. Immerhin haben wir Urlaub. 

Sonntag, 13. Oktober 2013

Kleines Wahrzeichen im Cowboyland

Weil wir uns gegen ein ausgiebiges Frühstück entscheiden, sind wir heute wesentlich früher als gestern unterwegs. Das zahlt sich aus, denn im Canyonlands Nationalpark, der dank der Regierung des Staates Utah ebenfalls geöffnet hat, gibt es keine Schlangen. Außerdem ist der Parkplatz zur Hauptattraktion des Parks, dem Mesa Arch, praktisch leer. Nachdem wir den kurzen Weg zum Arch absolviert, und uns mehr als einmal über die teilweise vollkommen unnötigen Treppenstufen gewundert haben, stellen wir fest, dass wir uns dieses Absolute Parkwahrzeichen größer vorgestellt haben. So als Hauptattraktion erwarte ich irgendwie mehr. Vor allem, nach dem, was wir gestern im Arches Nationalpark bestaunen durften. 

Der Blick durch den Mesa Arch runter in den Nationalpark ist natürlich trotzdem beeindruckend. Und die japanischen Touristen, die doch tatsächlich versuchen auf den Steinbogen zu klettern, sind ebenfalls eine Attraktion. Manchen Menschen kann man auch einfach nicht helfen. 


Dieser Nationalparks rühmt sich damit, der natürlichste und unangetastetste der USA zu sein. Das steht wahrscheinlich in einigen Beschreibungen, trotzdem kann ich es heute schon irgendwie glauben.   Canyonlands ist wirklich sehr urtümlich. Ich kann mir sofort vorstellen, wie ich als Cowboy hier mein Pferd suche oder mich frage, warum der Bohnenkaffee nicht schmeckt. Die Landschaft ist einfach genau wie ich  mir den wilden Westen vorstelle. Besser hätte ich es nicht beschreiben oder gar malen  können. 


Dazu noch der blaue Himmel und die paar Wolken. Einfach die absolut perfekte Filmkulisse. Der Zeugwart und ich erwandern noch den Island in the Sky District und kraxeln oben am Rim entlang. Es geht immer weiter raus, so dass wir einen tollen Blick über das komplette Tal bekommen. Man kann die geologischen Besonderheiten, also warum manche Felsformationen stehen bleiben und andere ganz offensichtlich einfach mit den Jahrmillionen verschwunden sind, gut erkennen.  

Nachdem wir zurück am Auto sind, brauchen wir erst mal eine Pause. Die Sonne brennt heute richtig runter und wir sind geschafft. Die Höhe und die Sonne sind eine ermüdende Kombination.

Als nächstes haben wir uns für heute den Dead Horse Point Park vorgenommen. Das ist eigentlich einfach "nur" eine andere Ecke des Canyonlands Parks, der allerdings als State Park ausgelobt wurde. Das heißt, hier kassiert nicht der Nationalpark Service, sondern der Staat Utah. Heute ist allerdings eh alles eines und deshalb total egal. 

Der Name dieses Parks kommt daher, weil hier auf diesem Hochplateau über dem Colorado Fluß die Cowboys die Mustangs zusammengetrieben haben und sich die aussuchten, die sie behalten wollten. Die anderen haben sie eingesperrt gelassen und die Pferde sind deshalb auf dem Hochplateau verdurstet, obwohl das rettende Wasser nur 200m unter ihnen floss. Keine schöne Geschichte. Auch bei den Cowboys waren offenbar nicht alle schlau. Warum soll es damals anders gewesen sein als heute? 

Die schöne Landschaft kann man sich von oben ansehen und an der Abrißkante spazieren gehen. Der Zeugwart und ich beschauen uns beide Seiten des Tals und stellen nach kurzer Zeit fest, dass wir wirklich alles gesehen haben und es hier wirklich nicht mehr gibt, als das Tal. Es sind toll aus, trotzdem kann man eben einfach nicht mehr als schauen. 

Wir haben heute zu viel Sonne abbekommen. Denn als wir zurück ins Hotel fahren, stellen wir beide fest, dass wir heute früh ins Bett gehen und froh sind, dass wir morgen keinen langen Sonnenausflug sondern drei eher kurze Stationen mit längeren Anfahrtswegen geplant haben. Dann sind die Sonnen- oder Cowboykopfschmerzen sicherlich verschwunden. 

Samstag, 12. Oktober 2013

Arches, egal wo man hinschaut

Die Sonne scheint schon, als wir feststellen, dass die Mikrowelle im Frühstücksbereich kaputt ist. Der Herr, der zur Beaufsichtigung der Mikrowelle da steht, weiß das allerdings offensichtlich längst. Zumindest ist es für ihn klar, dass sie kaputt ist und wahrscheinlich fragt er sich, warum der Zeugwart ihm gegenüber sowas uninteressantes überhaupt erwähnt. 

Wir beschließen, dass wir heute hier nicht frühstücken können. Die Kinder nerven, die Mikrowelle geht nicht und die sonstige Auswahl ist stark begrenzt. Also fahren wir in das einzig wahre Frühstücksrestaurant, dass Moab zu bieten hat... so zumindest die Werbung. Dafür, dass es Pancake Haus heißt, bin ich über die spärliche Anzahl an selbigen etwas überrascht, aber gut. Was weiß ich schon? 

Nach dem wir gefrühstückt haben und sicherlich für die nächsten Stunden gut gesättigt sind, starten wir unseren Abenteuertag. Zuerst buchen wir einen Nachmittagsausflug bei Moab Powersports. Das ist ein Tip von Kirk, den wir gestern kurz vor dem Trailende im Tal der Kobolde getroffen haben. Wir buchen für heute Nachmittag einen Side by Side Vehicle Ausflug. Das klingt auf jeden Fall schon mal ziemlich abenteuerlich. 

Da Moab direkt am Arches Nationalpark liegt und der Staat Utah ja netterweise beschlossen hat, die Nationalparks trotz Governmental Shut-Down zu öffnen, ist das heute unser Ziel. Da wir über Daniel bereits einen Eintrittspass erhalten haben, müssen wir uns nicht in die lange Schlange stellen und fahren einfach über die Seiteneinfahrt in den Park. Der Weg führt innerhalb von kürzester Zeit über den Pass und in das Tal der Arches hinein. Die Felsformationen sind beeindruckend. 

Wir fahren auf den Parkplatz des Delicate Arch Wanderweges, packen Kamera, Fernglas und natürlich Wasser ein, und marschieren los. Wieder einmal haben wir uns vorher nicht weiter über den Weg informiert und starten einfach ins Blaue hinein. Ich habe heute die Tom Tom Uhr am Handgelenk. Die Wege sind hier zwar immer irgendwie beschildert, dennoch bin ich trotzdem daran interessiert zu erfahren, wie lange wir denn tatsächlich unterwegs waren und wie weit. 

Die Tom Tom Uhr startet mit ihrer Aufzeichnung etwas später, als ich den Trail. Allerdings ist sie auch im Koffer einmal um die Welt geflogen und ich finde es vollkommen normal, dass sie sich erst mal orienteren muß und möchte. Wir laufen los und genießen beeindruckende Ausblicke.


Der Weg windet sich den Berg nach oben und so wird mit jedem Schritt mehr Blick auf eine wirklich tolle Kullisse frei. Die Amerikaner wissen, warum sie bestimmte Plätze und Landschaften als Nationalpark ausloben und Eintritt haben möchten. Da macht ihnen keiner was vor, soviel ist sicher.

Der Weg zum Delicate Arch ist gigantisch. Der Arch selbst ebenso. Ich könnte ihn einfach nur anstarren... die ganze Zeit.




Wir genießen den Ausblick und machen uns irgendwann auf den Weg nach unten. Jetzt haben wir den herrlichen Ausblick die ganze Zeit vor Augen. Die Tom Tom Uhr stimmt in ihren Werten mit der Suunto Ambit des Zeugwarts überein... und dann ist die Batterie leer. Ohne wirkliche Vorwarnung, außer einem kleinen Symbol im Display. Nun gut. Jetzt also nur noch die Uhrzeit. Ist ja auch was.

Zurück am Auto studieren wir die Karte und der Zeugwart beschließt, dass wir uns vor dem Abenteuerausflug am Nachmittag noch den Rest des Parks ansehen.


Ein kleiner Spaziergang führt uns noch an den Double Arch, der wirklich beeindruckend ist.  



Dann treibt uns der Hunger zurück in die Stadt. So viele Eindrücke machen eben einfach hungrig.

Unser Abenteuerausflug mit Moab Powersports beendet den heutigen Tag. Wir fahren in einem Side by Side Fahrzeug und schon die Anfahrt zum größen Erwachsenenspielplatz, den ich jemals gesehen habe ist beeindruckend. Und auf dem Spielplatz selbst geht dann in jeder Hinsicht die Post ab. Wir fahren nicht auf Wegen, wir fahren einfach so die großen Felsen hoch und runter, teilweise senkrecht, durch Pfützen und Sandsteilkurven. Wir fahren Vollgas, driften und ich fühle mich mehr als einmal wie in einer Achterbahn. Einfach verrückt. Die Fotos von diesem absolut empfehlenswerten Ausflug muß ich noch herunterladen und werde sie dann hier einstellen.

Heute Abend träume ich von den Arches und dem Erwachsenenspielplatz. Oder ich lasse das mit dem Träumen und sammle Kräfte für den morgigen Tag. Da steht der nächste Wandertag an. 

Freitag, 11. Oktober 2013

Kobolde soweit das Auge reicht

Als ich heute früh aufwache, steht der Zeugwart am Fenster und ist schon aus dem Pyjama gesprungen. Er zieht sich wahnsinnig schnell an und ist schon aus der Tür... Sonnenaufgang ansehen. Ich stelle fest, dass ich es nicht mehr schaffe angezogen raus zu springen und dass mein Körper sich ganz offensichtlich endlich an die Zeitverschiebung gewöhnt hat. Das ist ja auch was. Ich betrachte den Sonnenaufgang aus dem Fenster. Trotzdem wunderschön.


Nach dem Frühstück und dem unfreundlichsten Hotelpersonal, was wir bisher in diesem Urlaub erlebt haben, fahren wir bei strahlendem Sonnenschein durch den Capitol Reef Nationalpark. Wir sind bester Laune, denn die Nachrichten haben uns kurz vor dem Aufbruch noch darüber informiert, dass Utah ab Samstag, also morgen, seine fünf großen Nationalparks öffnen wird. Dem Governmental Shut-Down zum trotz quasi. Das finden wir natürlich eine tolle Sache. 


Bei Sonne sieht so ein Chimney Rock in Capitol Reef gleich noch eine Idee imposanter und ansehnlicher aus. Der Zeugwart hat heute das Steuer und wir fahren schier endlos durch die Wüstenlandschaft. Über 50Meilen geht es heute gefühlt nur geradeaus. Der Radfahrer von gestern wollte das ja gestern im Sturmtief eigentlich noch dranhängen, hat sich dann aber doch für eine Radpause entschieden. Irrer Typ. In unserem internen Wettbewerb der verrücktesten Urlaubsvarianten sind wir uns sicher, der Radfahrer ist noch vor dem Motorradfahrer mit den drei T-Shirts. 

Unser Ziel heute ist der Goblin Valley State Park, der -wie die meisten dieser Parks- seine Zufahrt irgendwo im Nirgendwo hat. Erst fährt man ewig in die eine Richtung um dann einen U-Turn zu machen und ewig, bzw. mindestens genauso weit wie hin, wieder in die andere Richtung zu fahren. Statt dass man die Zufahrt einfach schon vorher abbiegen läßt. Aber das ist nur meine Idee. Was soll ich sagen. Als wir irgendwann zum Parkeingang kommen kassiert der urigste Ranger von allen unsere 8 US$ Eintritt und wir fahren zum Parkplatz. Ich lese die ausgeteilte Karte, weil man das eben so macht, wenn man Claudi ist. Der Zeugwart liest lediglich Schilder und entscheidet dann spontan, oder so ähnlich. 

Am Parkplatz entscheiden wir uns für "nur T-Shirt reicht" und nehmen eine Wasserflasche mit. Ich mache mich noch lustig, weil die ausgeschilderten Wanderwege alle unter 2 Meilen lang sind und wir das sicherlich auch ohne Wasser schaffen würden, aber weil Wasser halt dazu gehört und die Empfehlung in der Flyerkarte eindeutig ist, nehmen wir also jeder eine kleine Wasserflasche mit. An mir soll es nicht liegen. Klar. 

Der Zeugwart findet ein Schild und weil ein Trail zum Carmel Canyon ausgeschildert scheint, entscheiden wir, dass wir unseren Wasserflaschen heute also spontan diese Wanderung zeigen. Hätte ich mir den unterlegten Link vorher angeschaut, weiß ich nicht, ob ich dem Zeugwart so bereitwillig gefolgt wäre übrigens. Der Trail führt erst herrlich vom Parkplatz auf den Wüstenboden hinunter. Man sieht das Tal der Kobolde (Valley of Goblins) rechts und läuft auf ein paar einzelne Formationen zu. Die Massse der Goblins verbleiben im Tal und verschwinden irgendwann aus dem Blickfeld. 

Weil der Weg nicht ganz so hervorragend ausgeschildert ist und wir uns vorher -natürlich- auch nicht via Internet über den Wegeverlauf informiert haben, laufen wir bis das Schild "End of Trail" kommt und drehen dann wieder um. Wir treffen Kirk und seine Familie aus Middle Utah, die hier Urlaub machen, die Ausschilderung ebenfalls grauenhaft finden und uns so viele Urlaubstips geben können und wollen, dass ich einen Stift zurücken muß, um alles zu behalten. Sie laufen weiter zum Ausblick und damit zum "End of Trail" und weil wir von links kamen, laufen wir halt nach rechts weiter. Soll ja immerhin laut Karte ein Rundweg sein. 

Die Beschilderung ist nun nicht mehr mit Schildern und Pfeilen gemacht, sondern mit kleinen Steinhaufen... es ist eher ein Suchspiel. Das macht es natürlich total abenteuerlich. Außerdem sind der Zeugwart und ich ganz alleine in der Wüste. Alle anderen die wir hinter uns hatten laufen nämlich den Weg nach links einfach zurück. Den also, den sie gekommen sind. Wie langweilig, wo es doch ein Rundweg ist. Unglaublich diese Amis. 

Wir finden den Weg, durch den engen Canyon, kraxeln vom Wüstenboden langsam und gewunden wieder zum Auto hoch, lachen viel und fragen uns, ob die Amis wußten, wie der Weg sich entwickeln wird, weil gute 70% von denen, die wir gesehen haben, hier überhaupt gar nicht durchgepaßt hätten. Ich bin froh, dass ich durchpasse. Und ich bin klein. Nun ja. Als der Zeugwart und ich die Straße erreichen, an der der Wanderweg endet, fühlen wir uns als große Wüstenbezwinger und sind uns sicher, dass uns diesen Urlaub nichts mehr umhauen kann. Dieser Trail war der Knaller überhaupt. Und meine Wasserflasche ist im übrigen leer. 

Jetzt begeben wir uns in das Goblin Valley und laufen zwischen den eigentümlichen Felsformationen umher. Teilweise sind wir ganz alleine, abgeschnitten von allen anderen, mitten unter Goblins.  Die Kobolde stehen, soweit das Auge reicht. Überall nur Felsformationen und kaum  Menschen. Unglaublich eigentlich, wie sich die hier so verlaufen, denn der Parkplatz ist mittlerweile gut gefüllt. Wahrscheinlich stecken alle in dem Canyon fest und kommen nicht weiter? Das wäre auf jeden Fall eine plausible Möglichkeit. 



Unser letzter Trail heute führt uns zu einem Dinosauriergrab in den Mill Canyon. Hier hat man eine Ausgrabungsstätte für Wissbegierige beschildert und die Urzeitknochen lediglich frei gelegt. So können wir einen Rundweg laufen, haben dabei eine extrem tolle Aussicht und suchen nach Knochen. Utah war offensichtlich mal voll von Dinosauriern, zumindest hier scheint jede Menge los gewesen zu sein. Wir entdecken außer den Knochen auch noch weitere Fossilien, zum Beispiel ein paar Bäume und Äste in den Steinen, die man wirklich gut erkennen kann. Ob das natürlich auch ohne Hinweisschild geklappt hätte weiß ich nicht. 

Mit dem Hinweis, dass ab heute Nachmittag für die nächsten 10 Tage alle Nationalparks in Utah geöffnet haben, beziehen wir unser Hotelzimmer. Das ist doch mal eine prima Urlaubsnachricht! 

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Der Schnee und die T-Shirts

Die Fahrt auf dem Scenic Byway No. 12 ist beeindruckend. Wir fahren nicht nur durch Schnee, wie es sich in vorherigen Blogpost zeigt, wir haben auch unheimlichen Nebel, tief hängende Wolken, Hagel und zwischendurch im Tal herrlicher Sonnenschein und grandiose Ausblicke. Wir fahren durch ein angesagtes Sturmtief, aber das nützt ja nun nichts. Für schlechtes Wetter kann, im Gegensatz zum Governmental Shut-Down, keiner was. Also machen wir das Beste draus. Die tiefen Wolken geben den Bergen und dem Dixie Forest, durch den es hier wieder durchgeht, einen ganz geisterhaften Touch.  Und wenn es dann wieder zurück ins Tal geht, ist es zwar ordentlich kalt, aber herrlich sonnig. Die Landschaft an diesem Scenic Byway ist einfach grandios. 



An einem Parkplatz hält der Zeugwart an und ich führe meinen Cowboyhut zum Felsen aus. Es ist kühl und herrlich sonnig und der Cowboyhut fühlt sich gleich zu Hause. Mir fehlt nur noch das Pferd. Viel mehr Gedanken kann ich mir darüber was mir ggf. noch fehlen könnte, allerdings gerade nicht machen, denn ein Motorradfahrer, der für meine Verhältnisse viel zu kalt angezogen ist, spricht uns an. Er ist aus Deutschland, fuchtelt mit seiner ADAC Karte rum und ist sich über seinen weiteren Weg unsicher. Ich bin mir zu allererst mal sicher, dass er so viel zu kalt angezogen ist. Eine Jeans, Timberlandboots und eine Lederjacke. Eine Halbschale als Helm und seine normale Brille sind für mich keine Motorradausrüstung für diese Gegend, und schon mal gar nicht um diese Jahreszeit. Trotz allem südlichen Wüstenstaatsdings, wir haben Oktober! Anscheinend versteht er mein fragendes Gesicht richtig und erwähnt deshalb, dass er es frisch findet und deshalb alles, was er dabei hat, am Körper trägt: 3 T-Shirts. Wow. Der Herr ist bislang 800Meilen unterwegs mit seiner Harley und fährt "unsere" Route nur Rückwärts. Grob zumindest. Wir empfehlen ihm durch den Schnee zu fahren, weil es danach einfach sehr hübsch ist und es sich lohnt. Außerdem geht es wieder Berg runter und wird damit etwas wärmer. Obwohl ich mir sicher bin, dass der Typ den ganzen Tag nicht auftauen wird. 

Wir fahren weiter und zwar in Richtung Escalante. Hübsch ist es, allerdings ist man kaum drin, so ist man auch schon wieder draußen. Diese Orte hier sind wirklich überschaubar. Wir wollen eigentlich einen Blick auf die Felsformation Devils Garden werfen, allerdings ist der Weg eine unbefestigte Strasse und es wird ausdrücklich vor dem Befahren bei Nässe gewarnt. Und weil es ja nass ist, lassen wir es also besser. Wahrscheinlich hätten wir bei der Temperatur sowieso noch mindestens 3 T-Shirts anziehen müssen... 



Der Scenic Byway führt uns nun durch die Boulder Mountains. Boulder, Utah, nicht Boulder, Colorado. Dieses Boulder ist höchstwahrscheinlich wesentlich kleiner als die Stadt in Colorado, aber die Berge sind hier wie dort hoch und heute unwahrscheinlich kalt. Überall gibt es auf dieser Straße Warnschilder, dass wir auf Weidevieh und Wildtiere achten sollen, während wir uns durch die Berge bewegen... und ein paar Rinder direkt mitten auf der Strasse lassen uns die Schilder auch gleich noch eine Idee mehr für voll nehmen. 




Es beginnt zu schneien und wie wir uns so durch die langsam zuschneiende Landschaft bewegen, taucht vor uns ein Fahrradfahrer auf. Der hat heute offensichtlich auch etwas vor. Er ist allerdings ziemlich gut eingepackt und hat mehr Gepäck dabei, als der Motorradfahrer, den wir vorhin getroffen haben. Und ziemlich fit muß er außerdem sein. 

Nachdem wir die Boulder Mountains hinter uns gelassen haben, fahren wir in Richtung Capitol Reef Nationalpark. Dieser Park ist, wie alle Nationalparks, nach wie vor offiziell geschlossen. Allerdings tut uns die Straßenführung auch hier wieder einen Gefallen und führt mitten durch den Nationalpark. Und deshalb kann man die Natur hier trotzdem betrachten. Lediglich der Scenic Drive, der von der Hauptstrasse abgeht und zu weiteren sehenswerten Felsformationen führt, ist abgesperrt. Uns gefällt das was wir sehen, und da wir es sowieso derzeit nicht ändern können, reicht uns das vollkommen. Es gibt sicherlich immer mehr und immer noch etwas, was mehr besonders oder mehr hübsch ist, aber die Eindrücke auf die Twins, das Castle und den Capitol Rock sind einzigartig und wirklich toll.



In diesem Nationalpark wird ein besonderer Wert auf die ersten Siedler gelegt und so kann man neben einem alten Schulgebäude auch ein Wohnhaus von 1882 ansehen. Alles nur von außen. Wirklich sehenswert finde ich das übrigens nicht... das mag daran liegen, dass ich für winzige Katen nicht so wirklich was übrig habe, oder dass ich ein Haus aus 1882 nicht besonders alt finde. Egal. Es gibt ja sicherlich auch noch andere Leute als mich und deshalb ist es schon ok, wenn man ein Schild dranhängt. Immerhin können wir ja selbst entscheiden, ob wir anhalten oder eben nicht. 

Hier überwacht der Ranger die Parkplätze und achtet darauf, dass man lediglich an erlaubten Stellen anhält und Fotos macht. Die Wanderrouten sind gesperrt und teilweise stehen die Verbotsschilder bis in die Felsformationen hinein. Es gibt also keinen Zweifel und für alle die, die zweifeln, patrouilliert der Ranger und klärt auf. Wenn man gegen die Absperrungen sein möchte, darf man sich hier also nicht erwischen lassen. Wir finden allerdings alles, was man von der Straße und den erlaubten Parkplätzen aus sieht bereits herrlich, so dass wir die Diskussion mit dem Ranger heute nicht führen.