I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 20. November 2013

Ich will, dass alles normal ist.

Grün ist ja die Farbe der Hoffnung und deshalb denken sich zumindest Teile meines Gesichtes  und auch meines restlichen Körpers mittlerweile, dass es Hoffnung gibt und färben sich daher entsprechend ein. Warum das geht, könnte ich sicherlich beantworten, wenn mein Schmerzwert generell mal eine Pause machen würden und ich dann den Kopf frei hätte. So kann ich mir über die unterschiedlichen Farbgebungen meines Körpers auch heute noch keine wesentlichen Gedanken machen und nehme es einfach als gegeben hin. Mein Gesicht sieht wesentlich besser aus, als noch vor zwei Tagen... es gibt also tatsächlich eine Besserung in der Wundheilung. Das ist sehr erfreulich. 

Heute muß ich wieder zum Arzt. Mein Leben besteht nur aus Ärzten, Medikamenten und rumschleichen, das ist zumindest mein Gefühl derzeit. Klar, da kann man sich auch reinsteigern, aber ich denke soweit ist es bei mir noch nicht. Ich bin realistisch... im Augenblick gibt es bei mir keine anderen Prioritäten. Ich will schnell wieder fit werden. Ich will die Schmerzen los sein, ich will meinen Kopf drehen können, ohne dass mir schwindlig wird und mir die Schmerzen in den rücken fahren... ich will einfach, dass wieder Samstag Vormittag letzt Woche ist. Dann wäre das alles nicht passiert.                                                                                             
Ich hätte dann einfach anders Rad fahren können... oder meine Hände höher heben beim fallen. Nochmal so fallen wäre ja nicht drin, also wäre der Unfall bestimmt anders ausgegangen. Ich will einfach wissen, dass ich morgen eine Runde laufen gehen kann und im Anschluß möchte ich mich beim Athletik Training auf der Matte quälen. Und außerdem will ich ins Büro. Ich will, dass alles normal ist. Jetzt.

Beim Arzt kriegen die Sprechstundenhilfen heute keinen direkten Schreck mehr, trotzdem darf ich nicht ins Wartezimmer sondern gehe direkt über Los und direkt in den Behandlungsraum. Das Pflaster am Knie wird entfernt und dann soll der Arzt gleich kommen. Die Arzthelferin ist sich unsicher... die Wunde sieht nicht so schön aus, wie man sich das wünschen würde. Ich will, dass die Wunde normal aussieht. 

Ich blende die Behandlung meines Knies dann einfach aus. Zu schmerzhaft und viel zu unangenehm. Am Freitag muß ich wieder kommen. Dann gehe ich, mit einem Pflaster an der Hand und neuem Pflaster am Knie wieder zur Apotheke und möchte das nächste Medikament in Empfang nehmen. 

Die Apothekerin traut sich und fragt, was mir passiert ist und als ich es ihr erzähle, sagt sie, dass sie sich gleich heute nach Feierabend einen Radhelm kaufen wird und ob ich ihr sagen kann, wo sie einen herbekommt. Mein Medikament bekomme ich heute Nachmittag nach Hause gebracht. Ich scheine wirklich extrem unfit auszusehen. Sie notiert sogar, dass der Fahrer lange warten soll, weil ich derzeit mein Leben mit Langsamkeit erfülle. 

Kommentare:

  1. hi claudi,

    du brauchst jetzt bestimmtkeine guten Ratschläge oder Weisheiten. bleibt nur eines zu sagen. Scheiße, ab bleib tapfer.

    Gruß
    Robert

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    1. Hallo Robert,
      vielen Dank. Tapfer ist wirklich die einzige Chance... sonst würde ich ja nur jammern. Wie ätzend.
      Grüße, Claudi

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  2. Hallo,

    deinen Wunsch nach Normalität kann ich voll verstehen. Wer möchste schon Schmerzen haben und sich nicht bewegen können?!

    Weiterhin gute Genessung und hoffentlich bald wieder in Sportklamotten

    Grüße
    Markus

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    1. Lieber Markus, da hast Du vollkommen recht! Ich freue mich schon auf meine Sportklamotten! :-)
      Viele Grüße, Claudi

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