I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Donnerstag, 15. August 2013

Eine für Dich, eine für mich.

Es gibt heute viele Parkplätze am See. Obwohl der Wetterbericht, den ich gehört habe, vorausgesagt hat, dass es heute 28°C werden, haben das nicht so viele Menschen für voll genommen. Ich glaube auch nicht, dass der Wetterbericht valide ist und überlege den Anbieter für Wetterberichte zu wechseln. Gleich ab morgen. 
Oder besser zuzuhören. Das entscheide ich noch. 28°C hatte es heute nicht. Zumindest nicht da, wo ich gewesen bin. 

Nachdem ich zufälligerweise einen Parkplatz direkt neben dem Zeugwart gefunden habe, ziehe ich mich um und schmiere meinen Hals ordentlich mit Vaseline ein. Eine Scheuerstelle passiert mir nicht noch, soviel ist sicher. 

Als wir in unseren Neoprenanzügen zum Ufer marschieren, vermisse ich die Teamchefin irgendwie. Sie muß sich heute um den Haushalt kümmern, denn bald stehen große Feierlichkeiten ins Haus. Sie tut ja gerade so als hätte ich, die das Amt der Trauzeugin begleiten darf, nichts zu tun. Aber gut. Egal. Ich bin also heute mit dem Zeugwart ohne Teamchefin am See. 

Der Zeugwart hat seine neue Geburtstagsuhr dabei, die er mittlerweile bereits auf dem Rad und beim Laufen getestet und für hervorragend befunden hat. Heute geht die Ambit 2 also mit ihm schwimmen. Er hat also Begleitung und ich kann sehen wo ich so bleibe. 

Wir beschließen, dass wir zwei Runden schwimmen wollen und ich bleibe die ersten 10m am Zeugwart dran. Danach verliere ich ihn aus dem Augen. Da ich unheimlich schlecht sehe, ohne Brille, ist das natürlich keine Kunst. Ich schwimme also ganz für mich. Gut, dass mir die Höhner im Kopf rumsingen und ich so ordentlich Stoff zum singen habe. 

Um mich rum schwimmt kein anderer, ich habe den See ganz für mich alleine. Auch hier ist mir meine Sehschwäche von Nutzen, denn wenn der andere Schwimmer auch nur zwei Meter entfernt ist, ist er für mich praktisch unsichtbar. Heute schwimmt sich's hervorragend. Meine Prellung merke ich überhaupt nicht. Als ich um die letzte Boje der ersten Runde schwimme und wieder auf den Strand zusteuere, versuche ich mich an der kleinen Boje zu orientieren, die mir der Zeugwart vorhin vom Ufer aus gezeigt hat. Die soll ich anpeilen um dann die nächste Runde in Angriff zu nehmen. 

Das Boje anschwimmen ist bei mir irgendwie eher ein Zufallstreffer. Die Sonne scheint mir genau entgegen, von daher orientiere ich mich irgendwie zwischen Sandufer, Powerbarflaggen (die gelb am Ufer stecken) und eben nach Links... weil die kleine Boje dort irgendwo ist. 

Und als ich mal wieder nach vorne schauen, ist die Boje genau vor mir. Perfekt. Jetzt also weiter links rüber und die nächste Runde angesteuert. Diese Runde läuft super. Wieder ist kein anderer Schwimmer um mich rum und als ich auf einen Brustschwimmer aufschwimme, lege ich einen Zahn zu und schwimme flott vorbei. Auf dem Rückweg, bei dem ich auf die Schwimmer von der großen Runde treffe, finde ich einen Wasserschatten, der ganz nett zu passen scheint. Also hänge ich mich rein. Als ich allerdings ständig näher komme und damit drohe, den Vorschwimmer auf die Füße zu schlagen, schwimme ich vorbei. Das ist ja ein Ding. 

Ich bin schnell zurück am Strand. Zumindest gefühlt. Da steht schon der Zeugwart und wartet. Seine zwei Runden waren heute natürlich wieder wesentlich schneller als meine. Aber egal. Ich bin 1,9km in 34Minuten geschwommen. Das paßt außerordentlich gut. So bin ich also meine übliche Runde geschwommen und eben eine für die Teamchefin. Weil sie ja heute keine Zeit hat. 

Zum Abschluß gibt es wieder mal eine hervorragende Versorgung durch die Pizzeria Tevere. Ich habe aber auch wirklich ordentlich Hunger! Wir bestellen am See vor und als wir eintreffen sind die beiden Pizzen fertig. Einfach perfekt. 

Mittwoch, 14. August 2013

Kurz enttäuscht.

Heute bereite ich mich den ganzen Tag nur auf abends vor. Ein Lichtblick irgendwie, wobei ich auch schon schlimmere Arbeitstage hatte, das muß ich zugeben. Heute ging es und trotzdem ist das vom Trainer angesagte Lauftraining heute mein absoluter Tageshöhepunkt. 

In der Früh habe ich mich noch bemüht, mit der Hilfe von Cilit Bang praktisch regelrecht kurzfristig neue Badkeramik zu montieren, so dass ich heute Abend nicht mehr dringend was im Haushalt machen muß. Es ist absolut ok, wenn ich mich einfach nur umziehe und losflitze. 
Als ich heim komme, ist der Zeugwart noch nicht wieder daheim von seinem Lauf. Ich weiß nicht , wann er losgelaufen ist, aber ich kenne seine Richtung und werde ihm einfach entgegen laufen. 

Ich laufe heute im Teamdress und der kurzen Hose, die ihre Daseinsberechtigung darin hat, dass ich zwei Hosengrößer kleiner trage und eine Hose, die in der Mitte des Oberschenkels endet an meinem Körper nicht mehr total zum wegrennen aussieht. Der Anblick ist mittlerweile zu ertragen, wobei es auf der Welt natürlich immer noch viele Menschen gibt, denen die Hose besser passen würde. Sie läuft sich außerordentlich gut. Das Team T-Shirt, dass ich dann auf der Laufstrecke anziehen möchte, paßt ebenfalls dazu. 

Den Zeugwart treffe ich nach 1,5km. Er rast mir entgegen und wir machen einen kurzen Stop bei dem ich seine kleine Trinkflasche übernehme. Er schafft die 1,5km locker ohne Wasser heim und ich kann so sicher gehen, dass ich nicht auf dem letzten Loch pfeife. Die kleine Flasche paßt prima in die Seitentasche meiner Hose. Ich merke sie dort gar nicht und deshalb greife ich regelmäßig hin um zu prüfen, ob sie sich schon verabschiedet hat. Trinken muß ich nichts. 

Ich laufe heute GA1 und weil 1,5Stunden auf dem Plan stehen, muß ich 45Minuten in eine Richtung laufen. Der Puls ist dabei toll. Und 45Minuten laufen ist wirklich viel. Sonst laufe ich das ja nach der Arbeit und bin nach Ablauf der Zeit wieder zu Hause. Heute bin ich nach Ablauf der Zeit am weitesten von daheim weg. Ein neues Erlebnis. 

Ich laufe einen Bogen zurück nach Hause und muß doch tatsächlich noch einen Schlenker dran hängen, weil ich zu schnell unterwegs war. Oder besser ausgedrückt, die Strecke die ich für den Rückweg genommen habe, ist ein bischen kürzer als der Hinweg. Aber mein Kopf macht auch ganz locker mit, dass ich am Abzweig, der nach Hause führt vorbei renne und noch ein Stück weiter sportel. 

Als ich wieder zu Hause ankomme stehen auf dem GPS Handy App 12km. Ich bin enttäuscht. Aber der Zeugwart klärt mich auf... denn mittlerweile laufe ich 12km in 1,5Stunden ganz locker in meinem mittleren GA1 Pulsbereich. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt. Und ich bin nach dieser Laufeinheit weder großartig geschafft, noch müde oder habe schwere Beine. Das war auch schon mal anders. Das stimmt. Und wieder ist mein Körper ganz offensichtlich schneller als mein Kopf. Nur gut, dass der angewachsen ist. 

Und enttäuscht bin ich nun wirklich nur kurz. 

Dienstag, 13. August 2013

PurePharma Vitamin D

Seit einiger Zeit, um genau zu sein, seit einem Monat, nehme ich ja nun regelmäßig die drei verschiedenen Produkte von Pure Pharma ein. Dazu gehört außer Omega 3, das ich in einem Post ja schon mal genauer beleuchtet habe, außerdem noch M3 und Vitamin D.

Omega 3 und Vitamin D werden von Pure Pharma als „zum gemeinsamen Verzehr“ beworben: „Die Produkte von PurePharma werden entwickelt um sich gegenseitig zu unterstützen und synergistisch zusammenzuarbeiten. Vitamin D ist fettlöslich und gemeinsam mit PurePharma Omega-3 wird es noch besser aufgenommen.“ Und weil es empfohlen wird, mache ich das auch. Da werden sich die Wissenschaftler schon was bei gedacht haben. 

Wenn man nach Vitamin D googelt kommen jede Menge Berichte warum wieso weshalb und natürlich Anbieter, bei denen die Beschaffung sicher gestellt ist. Beschafft werden muß ja bei mir nichts. Die Küche steht voll.

Wozu brauche ich also Vitamin D? 
Vitamin D ist wichtig für meine Knochen, soviel ist sicher. Es gibt nämlich sogar eine Mangelerkrankung „Rachitis“ die hauptsächlich auf einen Vitamin D Mangel zurückzuführen ist. Es gibt anscheinend auch einen konkreten Zusammenhang zwischen Vitamin D Mangel und Darmkrebs und die Lebenserwartung von Menschen mit Vitamin D Mangel ist geringer. Alles sehr interessante Studien. Wenn das Immunsystem genug Vitamin D zur Verfügung hat, kann es bestimmte Bakterien besser abtöten, darunter z.B. die Tuberkulose Erreger. Früher wurden manche Arten der Tuberkulose deshalb sogar mit Lichttherapie behandelt.

Mein Körper kann Vitamin D nämlich selbst herstellen, wenn ich genügend Sonnenlicht abkriege. Dabei ist das natürlich eine kleine Gradwanderung. Immerhin bin ich ziemlich hellhäutig und da ist es mit der Sonne ja auch immer so eine Sache. Aber da ein regelmäßiger Sonnenschutz in Form von Lichtschutzfaktor als Creme, eh zur Grundausstattung bei mir gehört, und das nicht nur beim Sport, paßt das mit der Sonne hoffentlich. Jetzt wäre es natürlich interessant zu wissen, ob das Auftragen eines Lichtschutzfaktors das Sonnenlicht so behindert, dass ich kein Vitamin D mehr selbst bilden kann. Das weiß ich nicht.

Das PurPharma Vitamin D nehme ich also immer zusammen mit dem Omega 3 Präparat. Vitamin D riecht zwar fürchterlich, aber gut. Ist ja nicht zu ändern. Beides vertrage ich hervorragend.


Montag, 12. August 2013

Angezogen Gas geben

Was ziehe ich bloß an? Das ist natürlich eine wichtige Frage für den Wettkampf in Köln. Denn, obwohl ich die Prellung nach wie vor deutlich merke, glaube ich trotzdem, dass ich an der Startlinie erscheine. Es wäre einfach zu schade, so lange trainiert zu haben und dann nicht anzutreten. Und da ich mich ja besonders ausgiebig bewegen soll, glaube ich, dass der Wettkampf der Sache nicht schadet. Denn für viel Bewegung sorgt er ja. Da kann man sich sicher sein. 

Also wird die Kleidungsfrage, die im Kopf schon entschieden ist, heute mal im Schwimmbad getestet. Rad gefahren und gelaufen ist sie schon ein paar Mal, aber schwimmen ist immer so ein Aufwand. Also ist heute der Tag der Wahl. 

Ich ziehe Hose und Sport-BH an und den Neoprenanzug drüber. In Köln werde ich dann in Radweste Rad fahren und im Laufshirt laufen. Die Radweste geht über den nassen Körper gut drüber, das T-Shirt flutscht dann gut über den schon wieder trocken geradelten Körper. So ist der Plan. Ich hab's in Steinbeck ja schon mal so ausprobiert. Schwimmen nur in der Triathlon Shorts und dem Sport BH ist dabei eine Idee, weil ich ja sonst nichts unter dem Neoprenanzug brauche. 

Ich soll heute 3x1000m schwimmen. Der Trainer ist irre und leidet offensichtlich an totaler Claudiüberschätzung. Ich weiß gar nicht wie er überhaupt auf den Gedanken kommt, dass ich 3000m auch nur ansatzweise innerhalb von einer Stunde schaffen könnte. Aber gut. 

Der Neoprenanzug ist heute komisch. Nach dem einschwimmen muß ich ihn zurechrücken. Dann kratzt mich der Klettverschluß am Hals. Dann kratzt der Sport BH. Es ist nichts wie es sein soll. Der Durchlauf in meinem Neoprenanzug ist auch ziemlich unangenehm. Ständig schwappt von oben neues Wasser rein, und das ist natürlich wesentlich frischer, als das, was ich bereits mühevoll angewärt habe. 

Die ersten 1000m schwimme ich in 22Minuten. Dann gibt's die angesagte Pause. Die zweiten 1000m schwimme ich richtig schnell. Ich gebe ordentlich Gas. Und am Schluß stehen 22Minuten auf der Uhr. Herrlich. Da hat sich das Gas geben ja prima geloht. 

Ich habe nun eine schmerzende Stelle am Hals. Die letzten 1000m spare ich mir. 

Draußen schüttet es noch immer, als ich zur Dusche marschiere. Die stelle ich ganz warm ein. Dieser Durchlauf im Neoprenanzug hat mich ziemlich abgekühlt. Die Wahl der Kleidung ist übrigens ganz gut gewesen. Die ausgewählte Hose kann wirklich ganz prima schwimmen. Der Sport BH kann ebenfalls schwimmen. Ich muß nur etwas mehr eincremen, damit ich allen eventuellen Scheuerstellen aus dem Weg gehen kann. 

Sonntag, 11. August 2013

Führungsradler

Ich muß heute nicht laufen gehen, sagt der Trainer. Ich habe heute trainingsfrei. Das liegt einfach daran, weil ich heute einen Arbeitseinsatz in Wiesbaden beim 70.3 habe, der mich zum extrem frühen aufstehen zwingt und von der Länge her nur schwer abzuschätzen ist. Da es mir in den letzten Tagen sowieso nicht so gut geht, finde ich es heute früh gar nicht schlimm, dass kein Training auf meinem Plan steht und ich kann mich damit prima anfreunden. Der Arbeitseinsatz gestern war auch schon anstrengend, das viele Stehen war für meine Prellung nicht so rosig. 

Heute schaue ich mir also ausgiebig die Radstrecke beim Ironman 70.3 an und stelle fest, dass ich hier sicherlich in der nächsten Zeit nicht auf dem Fahrrad beim Wettkampf zu finden sein werde. Die Radstrecke hat es sowas von in sich, ich habe heute richtige Ehrfurcht vor den Athleten. Vielleicht auch, weil ich sowieso nicht so fit bin? Allerdings geht es bei diesem Wettkampf -gefühlt- immer nur bergauf. Obwohl es natürlich mindestens genauso oft bergab geht. Und gerade bergab geht hier ordentlich die Post ab. Manche Radfahrer fahren den Berg so schnell runter, dass ich selbst in  der kompletten Schutzmontur eines Motorradfahrers, nicht folgen würde. 

Als ich irgendwann in der Stadt ankomme, schmerzt meine Prellung ordentlich. Außerdem scheint mich etwas in die Hand gestochen zu haben. Als ich sie nämlich aus dem Lederhandschuh ziehe, ist sie nämlich angeschwollen, knallrot und hat eine Einstichstelle. Unfassbar. Es ist nicht nur eine krasse Radstrecke, es gibt auch ganz offensichtlich mutanten Stechtiere die es schaffen durch Lederhandschuhe durchzustechen? Die Ärztin in der zweiten Wechselzone schaut gleich mal nach, ob noch was drin steckt, tut es aber nicht. Immerhin. Also kühle ich mit einer Power Horse Dose und harre aus. 

Als ich zurück zu Hause bin, habe ich die Power Horse Dose längst geleert und nun doch Lust laufen zu gehen. Umgezogen  bin ich ziemlich schnell, dann schaue ich noch die 100m Halbfinale in Moskau an und schon bin ich unterwegs. Gefühlt bin ich schneller unterwegs bei gleichem oder sogar niedrigerem Puls als sonst. Wobei "sonst" tatsächlich erst ein paar Wochen her ist. Mein Kopf kommt nicht so schnell mit, nach wie vor. 

Und weil ich so flott unterwegs bin, hat man mir heute ein Führungsrad geschickt. Noah fährt es voller Inbrunst und mit vollem Elan. Er ist ungefähr 3-4 Jahre alt und die kleinen Beine strampeln was das Mittagessen so hergibt. Ich sehe ihn von weitem, wie das eben mit einem Führungsfahrrad so ist. Er trägt Neonorange und ist unermüdlich. Als ich zu ihm aufschließe gehen die kleinen Beine plötzlich von den Pedalen runter und ich bin tatsächlich so im Schwung, dass ich ihn fast umrenne. Er muß kurz anhalten, weil er eine Frage an seine Mutter hat. Dass ich genau hinter ihm bin, kann der kleine Führungsradler ja nun wirklich nicht wissen. Ich überhole und laufe dann ohne Führungsrad zurück gen Heimat. Vorher gebe ich noch den Power Horse Mageninhalt zur Begutachtung und Analyse an die Bodeninsekten weiter. Dieses Energiegetränk vertrage ich offensichtlich nicht so gut. 

Die Bewegung hat meiner Prellung gefallen. Die Pause nach dem vielen verspannten sitzen ebenfalls. Besser wäre es wahrscheinlich noch gewesen, wenn ich mich hätte hinlegen können, aber wir sind nicht bei "Wünsch Dir Was". Für trainingsfrei war ich heute angenehme 7km unterwegs, das trage ich dem Trainer auf alle Fälle ein. Es war gut für den Kopf, für meine Prellung und für die Ameisen, die das Power Horse so auch mal testen konnten. 

Freitag, 9. August 2013

Mein Tag.

Ich bin irgendwie fertig. Ich finde es blöd, dass das mit dem Radtraining gestern nicht geklappt hat und heute tut mir alles weh. Meine Prellung schmerzt heute wirklich mehr denn je, ich kriege die Füße kaum hoch und im Büro bekomme ich heute auch nichts gebacken. 

Es stehen 1,5 Stunden laufen auf dem Plan. Ich versuch's mal. Wir werden ja sehen, wie es wird. 

Nach 40Minuten bin ich weiter denn je zuvor nach 40Minuten. Aber meine Beine fühlen sich nicht danach an, als würden sie heute noch mal 40Minuten heim laufen wollen und können. Auch mein Rücken sieht die Sache anders. Also rufe ich den Zeugwart. Der ist immer total nett und holt mich deshalb auch heute ab. Bis zum Treffpunkt laufe ich noch 10Minuten. 

Und dann schreibe ich einfach in mein Trainingstagebuch, dass heute einfach nicht mein Tag war. Vielleicht geht's mir morgen ja wieder besser. Das wäre schön.  

Donnerstag, 8. August 2013

Die Franken und ich.


Da kann man mal wieder froh sein, dass der Abend gestern nicht allzu lange war. So fällt es uns heute, obwohl es ein ganz normaler Wochentag ist, nicht besonders schwer früh aufzustehen, obwohl wir Urlaub haben. Heute wollen wir mal wieder zum Buchstaller nach Hilpoltstein. Das schnellste Rad der Welt und der Zeugwart werden heute perfekt aufeinander eingestellt. Mein Rädchen wird heute mal den Solarer Berg anschauen und außerdem bekommt es eine Inspektion. Vom Profi, wo wir halt eh schon da sind.

Wir fahren früh los. Der Termin zur Radeinstellung ist zwar erst am Mittag, aber wir wollen vorher noch eine Radrunde drehen, immmerhin steht das auf dem Trainingsplan und ich wäre schon das letzte Mal gerne den Solarer Berg hochgefahren. Also soll das heute passieren. Ich ziehe mir heute früh daher gleich meine Radsachen an. Dann muß ich mich auf dem Parkplatz nicht umziehen.

Als das Auto gepackt ist, gehen wir noch mal alles durch. Immerhin nehmen wir heute auch die Schwimmsachen für später mit und natürlich Umziehsachen. Denn auf dem Rückweg fahren wir dann noch bei Freunden vorbei.

Die Hinfahrt ist ein Desaster. Ein LKW hat auf der A3 die Mittelleitplanke durchbrochen und dadurch eine Vollsperrung verursacht. Wir stehen. Dann steigen die Menschen um uns rum aus ihren Autos und LKW’s aus. Der Strau ist 14km lang. Es bewegt sich nichts. Hoffentlich ist der LKW Fahrer noch am Leben. Mit guten 2 Stunden Verspätung kommen wir irgendwann in Hilpoltstein an. Damit entfällt die geplante Radausfahrt ersatzlos. Wir essen noch schnell was und dann geht’s auch schon los mit der Zeugwartschen Radeinstellung.

Erst mal wird, wie es bei meinem Rädchenkauf ebenfalls war, geprüft, ob alles gerade ist. Sogar ich kann sehen, dass mein Zeugwart schief steht. Fritz Buchstaller nimmt sich der Sache an, massiert Druckpunkte, rückt und drückt und so kann selbst ich nach kurzer Zeit sehen, dass der Zeugwart nun gerader da steht als vorher. Seine neuen Schuhe, die er erst kürzlich in unserem Backofen an seine Füße angebacken hat, werden ebenso wie sein Po aufs schnellste Rad der Welt angepaßt. Fritz Buchstaller ist fokussiert, auch, wenn er scheinbar abwesend auf des Zeugwarts Beine schaut, ist er mit wachen Augen dabei und ihm fallen Kleinigkeiten auf. 

Ich sitze nur dabei und nehme die Athmosphäre in mich auf. Hier in Franken ticken die Uhren irgendwie anders. Außerdem verstehe ich die Franken nur schlecht. Ich habe sowieso ein Dialektthema, und als dann auch noch ein älterer Herr reinkommt um irgendetwas vorbestelltes abzuholen, bin ich total verloren. Aber ich lächle nett und hoffe so, dass er nicht merkt, dass ich ihn eigentlich gar nicht verstehe. Merkt er aber doch. Also wiederholt er mit gehobener Lautstärke AKKULADEGERÄT. Herrlich. Ich muß total lachen und verstehe ihn nun natürlich sofort. Vor allem die Lautstärke macht es bei Dialekt ja bekanntlich.

Irgendwann sitzt der Zeugwart dann auch richtig und vor allem bequem auf dem Rad. Seine Schuhe haben neue Platten, auch die Ersatzschuhe und die Ersatzschuhe der Ersatzschuhe. Der Herr Zeugwart hat einfach jede Menge Zeug. Er hat einen anderen Sattel bekommen und einen neuen Vorbau. Und irgendwie ist alles so zusammengewürfelt worden, dass es nun prima paßt und er -ganz wie es das Rad vorgibt- super schnell sein wird.

Nachdem mein kleines Rädchen auch seine Inspektion bekommen hat und der Zeugwart nach seiner Probefahrt zufrieden ist, packen wir unsere sieben Sachen, die sich gefühlt prima in das Buchstallersche Ladenbild integriert haben, und verlassen Fritz und Marion. Ich habe mich mal wieder so richtig wohl gefühlt und bin wirklich traurig, dass wir abfahren.

Auf dem Rückweg stehen wir wieder im Stau. Dann fahren wir noch in Nürnberg bei Lauffreunden vorbei, deren Lebensmittelpunkt sich kürzlich nach hier verschoben hat und sind irgendwann nachts wieder daheim. Mein Radtraining hat heute nicht reingepaßt. Und den Solarer Berg habe ich noch nicht mal gesehen. Ich muß wiederkommen. Irgendwann. 

Mittwoch, 7. August 2013

Alle machen mit.


Da unsere Waschmaschine über das vergangene Wochenende spontan entschieden hat, dass ihre Tür nicht mehr schließt, obwohl alles mechanisch betrachtet super ist, gilt es heute endlich den Techniker zu begrüßen. Die Fehlermeldung, die ich ihm am Telefon durchgegeben habe, ist mehr als eindeutig, und so kann er unser mittlerweile wirklich hochtechnisch entwickeltes Gerät auch leicht reparieren und wir können wieder versuchen der Wäscheberge Herr zu werden. Über so ein Sportwochenende sammelt sich schon das ein oder andere verschwitzte Kleidungsstück an.

Nachdem die Waschmaschinenreparatur erfolgreich abgeschlossen ist, bleibt bis zum Abendprogramm mit Familie Motivator noch etwas Zeit. Und weil der Trainer das anscheinend geahnt hat, steht selbstverständlich etwas auf meinem Trainingsplan drauf. Der Zeugwart war heute früh schon fleißig und hat sein Sportprogramm ganz locker bereits um 5:30h absolviert, während ich mich einfach noch mal rumgedreht habe. Ich war aber auch wirklich total erschlagen heute früh. Da ging nix.

Jetzt geht’s. Der Regen ist anscheinend auch gerade fertig, so dass ich erfreulicherweise nicht bei 30°C sondern nur bei 25°C zum laufen aufbrechen kann. Das ist wirklich sehr angenehm. Ich trage heute mal das Teilnehmershirt vom Bonn Marathon. Und das obwohl ich dort ja gar nicht gestartet bin. Aber ich bin am gleichen Tag mit Joey Kelly durch den Wald gerannt, von daher habe ich ja auch irgendwas gemacht. Also egal. Ich denke das schwarze Shirt paßt für die Witterungsverhältnisse ganz gut, denn bei einem hellen Shirt bin ich sonst direkt ein Fliegentaxi.

Auf meinem Plan steht heute 15Minuen lockeres einlaufen im GA1 Pulsbereich, 20Minuten laufen im GA2 Pulsbereich und dann wieder auslaufen, 10Minuten. Ein verhältnismäßig kurzes Training, wenn ich an meine anderen Einheiten denke. Wenn man sonst 3-4 Stunden auf dem Rad sitzt und mindestens 1 Stunde läuft klingen 45Minuten total wenig. Aber so will es der Trainer und da halte ich mich natürlich dran. Ehrensache.

Ich laufe mich ein und mein Puls will nicht mitmachen. Ich laufe genauso, wie ich sonst immer laufe, aber mein Puls behauptet, wir wären langsam und es wäre nicht anstrengend. Wir sind natürlich auch nicht flott, immerhin laufen wir uns ja ein, aber so langsam, wie der Puls es behauptet, sind er und ich auch nicht. Nach dem Einlaufen gebe ich Gas. Immerhin soll ich nun in den GA2 Bereich laufen. Da bin ich normalerweise schon, wenn ich nur raus gehe zum laufen... also gefühlt. Aber es stimmt schon irgendwie, GA2 erreiche ich für gewöhnlich relativ flott. Heute muß ich dafür richtig losrennen. Dafür finde ich 25°C war angenehmer als 30°C, aber natürlich ist es trotzdem noch ordentlich warm.

Ich renne, als wenn ich einen Bus erwischen muß und schaffe dabei tatsächlich einen guten Mittelwert im GA2 Bereich. Immerhin. Allerdings ist das ziemlich anstrengend. Ich bin froh, als die 20Minuten rum sind. Einen Bus habe ich natürlich nicht erwischt, obwohl ich wirklich flott war. Ich habe mich sogar teilweise so gefühlt wie am Flughafen Charles de Gaulles, als wir unserem Anschlußflug hinterhergejagt sind.

Das Auslaufen ist angenehm. Ich schlappe locker in Richtung Heimat und schwitze ordentlich. Selbst die Rampe laufe ich hoch, alles kommt mir leicht vor, gegen 20Minuten GA2.

Ich habe das Gefühl alle machen gut mit. Meine Gelenke, meine Lunge und sogar mein Puls. Allen gefällt das Training und bei allen schlägt es an. Lediglich ich fehle. Ich bin irgendwie nur ausführendes Organ, richtig dabei fühle ich mich nicht. Ist aber vielleicht heute auch einfach eine besondere Situation. Ich fand den ganzen Tag schon irgendwie nicht so dolle.

Den Abend lassen wir heute mit der Familie Motivator bei Burgern, Spareribs und Ofenkartoffel mit Champignons ausklingen. Sehr lecker. 

Montag, 5. August 2013

Praxistest Sony Walkman NWZ-W273

Heute ist es soweit. Der Praxistest für meinen Sony Walkman NWZ-W273 steht an. Außerdem hat der Trainer noch 4x500m auf den Schwimmplan geschrieben. Das erscheint allerdings tatsächlich fast nebensächlich, wenn ich bedenke, dass heute der erste Tag im unterhaltsamen Schwimmtrainingsleben sein wird.

Wir haben also Tag 1. Nachdem ich letzte Woche die Ohrstöpsel angepaßt habe, passen die heute auch gleich viel besser. Anschalten geht auch wie geschmiert und auch die Playtaste finde ich auf Anhieb.  Unter der Badekappe ist es mit der Verbindung hinter dem Kopf allerdings irgendwie blöd. Die Badekappe über den Ohren hochklappen ist auch nicht sonderlich praktikabel. Ohne Badekappe schwimmen finde ich ebenfalls weniger gelungen, weil mir meine Haare dann kreuz und quer im Gesicht rumhängen und ich das wirklich nicht leiden kann. Also die Badekappe an den Ohren hochklappen. Ich werde mir in unserem spartanischen Badekappenfundus eine Kappe suchen, bei der ich die Ohren ausschneiden kann. Allerdings, wird jetzt erst mal so geschwommen.

Das Einschwimmen klappt hervorragend und wird musikalisch ganz hervorragend untermalt. Die ersten beiden 500m Intervalle sind rhythmisch vom feinsten und ich erwische mich sogar dabei, dass ich nicht nur mitsinge, was ja sowieso klar ist, sondern auch noch den Beinschlag im Takt mache. Sieht bestimmt witzig aus. Madita sitzt heute draußen und beobachtet. Ihr könnte das auffallen, allerdings sagt sie nichts. Sie hat Halsweh. Und zwar die ganze Zeit. Ich frage sie nämlich bei jedem 1Minute Päuschen, was auf meinem Plan steht, ob es schon besser geworden ist. Sie verneint aber jedes Mal. Schön ist das nicht.

Die dritten 500m sind dann wieder schmerzdurchzuckt. Allerdings erst so nach 300m. Aber ich schwimme sie doch mal fertig, ist ja sonst irgendwie inkomplett und das will ja keiner. Ausschwimmen tue ich mich dann mit viel gewackel, weil’s zur Musik paßt und dem Rücken gut tut. Dann steige ich aus dem Becken, verstaue außer der Badekappe und meiner Schwimmbrille auch noch meinen Walkman, ziehe meine Brille auf und tapse in Richtung Umkleide.

Hier lasse ich meine Brille zurück, schnappe mit Duschzeug und Handtücher und marschiere in den Duschraum. Da Lisabet die ganze Zeit mit mir im Wasser war, gehe ich bei jedem, der reinkommt automatisch davon aus, dass es Lisabet ist und grüße freundlich im Sinne von „na Lisabet, hast Du Dein Programm geschafft?“. Und bekomme ein paar Mal zu hören, dass ich da wohl jemanden verwechsle. Eine ältere Dame –und das erkenne ich nur an ihrer Stimme- sagt dann zu mir „Du siehst nicht gut, oder?“ und ich verschlucke mich fast vor lachen. Das hat sie wirklich sehr nett ausgedrückt und dabei natürlich direkt ins Schwarze getroffen. Sie fragt mich noch, ob sie die Frau namens Lisabet mal im Becken suchen soll… nicht dass was passiert ist. Ich bin aber überzeugt, dass Lisabet einfach auf das Duschen verzichtet hat und es ihr richtig gut geht. Sie wird bestimmt draußen warten. Und als ich dann irgendwann angezogen aus der Umkleide komme hockt sie fröhlich auf der Bank und grinst. Und als ich ihr meine Duschgeschichte erzähle hat sie gleich auch noch was richtiges zu lachen.

Zu Hause hat der Zeugwart schon das Abendessen vorbereitet. Ein wunderbarer Service. Er macht das regelmäßig, wenn wir vom schwimmen kommen… und heute, wo er sich wegen seiner morgigen Leistungsdiagnostik schont und nur ich schwimmen war, ist das Essen sogar schon fertig, als ich heim komme. Also besser kann es nun wirklich nicht laufen.

Schwimmen mit Musik gefällt mir übrigens außerordentlich gut, wobei mein Duscherlebnis, das schon fast wieder in den Schatten gestellt hat.

Sonntag, 4. August 2013

Frankfurt City Triathlon

Als Zuschauer bei Triathlon Veranstaltungen rumzustehen und anzufeuern hat ja bekanntlich so seinen ganz eigenen Zauber. Heute ist wieder mal Triathlon in Frankfurt und der Zeugwart und ich verbinden unsere Radrunde mit einem kurzen Stopp an der Strecke, um unsere Vereinskollegen anzufeuern. Ich finde, wenn man schon mal eine Heimveranstaltung hat, dann kann man die Stunde wirklich investieren. Wir bilden also ein Ministimmungsnest an der Radstrecke und weil wir in exponierter Lage stehen, kommen wir nicht umhin uns von den umstehenden Passanten, die ebenfalls zuschauen, mit Weisheiten versorgen zu lassen.

Der Wettkampf um den es hier heute geht, ist der Frankfurt City Triathlon. Geschwommen wird im Langener Waldsee, dann geht’s mit dem Rad in die Innenstadt wo dann auch gelaufen wird. Der Veranstalter bietet zwei Distanzen: Olympisch und Jedermann. Dementsprechend gibt es auch wieder ein fröhliches Sammelsurium an Fahrrädern auf der Radstrecke. Triathloncarbonzeitfahrmaschinen mit Scheibenrädern überholen Trekkingfahrräder mit Körbchen. Es gibt Radfahrer, die ihren Wechselbeutel gleich mitnehmen, welche mit Rucksack, welche die ihren Radhelm falschrum aufhaben und genügend, denen jegliche Wettkampfregeln vollkommen fremd sind. Und genauso bunt, wie das Durcheinander an Athleten, so sind eben auch die Zuschauer an der Strecke.

Die Dame vor uns wartet mit einer großen Kamera und ihrem sehr leistungsstarkem Teleobjektiv auf ihren Sohn. Welche Distanz der macht und wie lange er braucht ist unklar. Er hat eine 1.000er Startnummer und will so 50Minuten laufen. Es ist aber sein erster längerer Triathlon. Sie ist fast schon am Aufbrechen, als Oliver dann endlich vorbei kommt und sich freut, dass Mama doch ausgeharrt hat.

Eine Gruppe junger Frauen kommt mit dem Rad an. Sie halten kurz inne und besprechen sich, dass man doch kurz mal hier warten könne, vielleicht kennt man ja jemanden. Ich muß grinsen. Die Menschen rechnen wirklich mit herrlich erfrischenden Zufällen. Als die Mädels dann aber feststellen, dass so spontan keiner auf dem Rad zu erkennen ist, fahren sie weiter.

Eine Gruppe älterer Semester kommt ebenfalls mit den Fahrrädern an. Alle fahren batterieunterstützt und haben sofort einen Herr der Lage bestimmt, der, als die Räder alle abgestellt sind, sogleich dazu übergeht allen Beteiligten zu erklären um was für eine Veranstaltung es sich hier heute handelt. Bei solchen Erklärungen höre ich wirklich extrem gerne zu… und so rücke ich unauffällig näher, um wirklich alles mitzubekommen. Mittlerweile haben wir nur noch Startnummern der kürzesten Distanz auf der Strecke, und das erklärt der Leitwolf so: „Heute ist hier Triathlon, das ist eine schwierige Sportart, die aus Dreien zusammengesetzt ist. Erst werden so 5-6km geschwommen, dann fahren die Athleten mit dem Rad so 40km und dann wird ein kleiner Marathon am Ende angehängt. Im Ziel heißen dann alle Ironman. Auch die Frauen, denn der Fachausdruck dafür ist rein männlich. Es gibt sowieso sehr wenige Frauen die so etwas schaffen.“ Ah. Gut zu wissen. Als Lisabet um die Ecke biegt, bin ich leicht angespitzt ihr zuzurufen, dass sie für die 5-6km Schwimmen aber ganz schön flott war und ob sie vielleicht abgekürzt hat. Aber ich verzichte, rufe ihr lediglich zu, dass es keinen Grund gibt langsam zu machen, werde dafür vom Ordner gerügt und dann ist unser Einsatz hier auch schon beendet.

Der Leitwolf bleibt mit seiner Schafherde noch an der Strecke stehen. Aber der Zeugwart und ich fahren mit unseren Mountainbikes weiter, denn heute sollen wir 3,5 Stunden Rad fahren sagt der Trainer und das macht sich ja leider nicht von selbst. Der Zeugwart steuert uns zielsicher in Richtung Frankfurter Flughafen. Wir öffnen Tiergatter, überqueren Bundesstraßen, die ich sonst nur vom Auto aus kenne, ich lege mich mit meinem MTB auch noch mal sanft ab, weil meine Radbeherrschung wirklich zu wünschen übrig läßt, und irgendwann sind wir an der Aussichtsplattform an der A5. Hier richten sich alle Kameras auf uns. Also gefühlt. In der Realität natürlich nicht. Da wird gerade irgendein Lufthansaflugzeug fotografiert, was im Landeanflug ist. Der Zeugwart und ich stellen fest, dass wir wirklich überhaupt gar keine Ahnung haben. Wir sind anscheinend die einzigen Banausen, die es heute hierher verschlagen hat. Alle anderen sind mit großen Kameras, bebilderten Büchern und Picknick so professionell ausgestattet, dass wir schnell beschließen, wir gehören hier nicht her. Also fahren wir weiter in Richtung Schwanheim.

Irgendwann wird der Zeugwart immer schneller. Oder ich werde immer langsamer. Keine Ahnung. Als ich ihn rufe, sind die Flugzeuge so laut, dass er mich nicht hört und als er an einer Ampel auf mich wartet, stellt er schnell fest, dass mein Hinterrad platt ist und ich deshalb sicherlich so lahm bin. Und ich dachte schon. Netterweise legt der Zeugwart sofort los. Wir stellen fest, dass die Ausstattung der MTB’s unbedingt ausbaufähig ist und wir zum Beispiel gut und gerne mal einen Reifenheber mit in die Tasche packen könnten. Außerdem habe ich auch gar keine Pumpe. Das ist mir bisher nie aufgefallen, aber das kann schon blöd werden. Heute nutzen wir die Pumpe des Zeugwarts. Er flickt den Reifen und pumpt. Er muß endlos pumpen, bis der Reifen endlich Formen annimmt. Ich beschließe deshalb klammheimlich gleich zwei neue Pumpen zu kaufen. Als ich den Reifen wieder montiert habe, ist er wieder platt. Was ein Mist.
Jetzt wechseln wir den Schlauch. Dem Zeugwart ist beim Flicken ein kleines Missgeschick passiert. Gott sei Dank können wir beide über so etwas herzlich lachen. Jetzt geht’s auch mit dem Aufpumpen gleich viel leichter. Ich streiche also die eine neue Pumpe wieder von der Einkaufsliste. Dann baue ich das Hinterrad wieder ein und wir fahren weiter. An der Tankstelle kaufen wir eine Jacqueline Cola, denn ich finde keine Flasche mit Claudia drauf, und dann fahren wir in Richtung Schwanheim weiter durch den Wald. Wir kommen irgendwann zurück nach Frankfurt und fahren dann am Main entlang zurück nach Hause.

Sonntags ist es am Main entlang wirklich herrlich. Man erlebt auch hier den ganz besonderen Großstadtzauber. Mütter mit kleinen Kindern, Hundehalter, Jogger, Inlineskater, Spaziergänger, Radfahrer dazwischen immer mal eine kaputte Glasflasche mitten auf dem Weg und natürlich die vielen Gesprächsfetzen, die man aufschnappen kann. Wunderbar. Am besten gefallen mir heute die zahlreichen Wespentänze von Erwachsenen, die ihr Eis nicht mit einer Wespe teilen möchten, sondern wie gejagt kreuz und quer über Wiesen und Wege schießen, ohne Rücksicht darauf, ob eventuell ein Radfahrer kommt. Ich fahre allerdings vorausschauend und rette so zahlreiche Leben. Von Menschen. Nicht von Wespen.

Samstag, 3. August 2013

Waffeln gab es leider keine.

Mittlerweile bin ich soweit, dass ich darauf dränge, eine Party frühzeitig zu verlassen, weil mir mein Training am nächsten Morgen wichtig ist. Ich bin mir allerdings unsicher, ob das alles wirklich passiert, oder ob ich vielleicht einfach aufwache und auf der Couch liege. 
Solange ich allerdings weiterträume, gehen wir also gestern zu einer ordentlichen Zeit nach Hause und stehen heute früh so auf, als würden wir arbeiten gehen. Der Trainer hat 2,5Stunden Rad und im Anschluß 1Stunde laufen auf den Trainingsplan geschrieben. Es soll warm werden, also wollen wir früh los. 

Ich fahre in meinen Zoot Klamotten, die habe ich mittlerweile ja schon ganz gut getestet und weiß deshalb, dass alles paßt, nichts zwickt und nichts verrutscht. Warum also rumplagen? Auf dem Plan steht heute 1 Stunde GA2 und der Rest des Radfahrens in GA1. Das heißt also, es soll mal anstrengend werden. Der Trainer hat offensichtlich wieder keinen Wetterbericht gelesen. Na ja. 

Der Zeugwart hat die Strecke im Griff, das ist gut. So kann ich üben auch mal zu trinken und die Flasche nicht zu verlieren oder mir ein kraftgebendes Gummibärchen in Aeroposition in den Mund zu schieben. Beides klappt mittlerweile wirklich gut. Ich kann's selbst kaum glauben. Ich ziehe mich auch ab und an in Aeroposition an den Zeugwart ran und überhole ihn dann sogar. Einmal machen wir einen tollen belgischen Kreisel, obwohl mir spontan belgische Waffeln lieber wären. Der Zeugwart bleibt dann kurz in meinem Windschatten, dann überholt er mich und ich bin kurz im Windschatten. Den belgischen Kreisel beginne ich mit 28km/h, als ich irgendwann abbrechen muß, weil ich einfach nicht mehr am Zeugwart vorbei komme, fahre ich 36km/h. So läuft das also mit dem Windschatten. 

Die teilweise holprigen Strassen machen meiner Prellung zu schaffen. Letzte Woche hat es wesentlich weniger weh getan... heute ist es wieder richtig schlimm. Total blöd. 

Als wir kurz vor zu Hause sind schalte ich ein paar Gänge leichter und kurbel nur noch locker. Immerhin kommt jetzt ein schneller Wechsel auf die Laufstrecke. Als ich vom Rädchen absteige merke ich aber gleich, dass die Prellung beim Laufen sicherlich weh tun wird. 

Der Wechsel daheim klappt ganz gut und schon rennen wir los. Unsere Nachbarn müssen mittlerweile auch denken, dass wir ordentlich einen an der Waffel haben. Und schon bin ich wieder bei den Waffeln. 

Ich laufe 20Minuten, dann muß ich eine Gehpause machen. Im Gehen tut die Prellung nicht weh, im Laufen schon. Ich laufe insgesamt sicherlich nur 45Minuten, die restlichen 15Minuten muß ich mit Gehpausen hinter mich bringen. Aber das paßt sicherlich. 

An der Börste, wo mein Trainer heute am IQ Athletik Stand steht, erfahre ich dann nämlich, dass er es total super findet, wenn ich das Training so durchziehe und dass das nicht selbstverständlich ist. Und schon bin ich total zufrieden mit dem heutigen Tag. Bis auf, dass es nirgends Waffeln gegeben hat. 

Freitag, 2. August 2013

Überrasche einen Freund

Wenn man niemals bei Gewinnspielen mitmacht, dann kann man auch nicht gewinnen. Ist ja irgendwie klar. Ich mache ja bekanntermaßen gerne mal bei einem Gewinnspiel mit und bin trotzdem immer wieder überrascht, wenn ich etwas gewinne. Ich kann mich darüber immer wieder besonders freuen.
Jetzt habe ich ein besonders schönes Gewinnspiel entdeckt. 



Es heißt „Überrasche einen Freund“ und es geht darum, dass man einem Freund oder einer Freundin, der man eine Freude bereiten möchte, dort vorschlägt und kurz begründet warum diese Person gewinnen soll. Der Einsendeschluß ist am 9. September. Bis dahin soll ein Foto auf der Facebookfanseite von Gelastin Sport hochgeladen und mit einer kurzen Erklärung versehen sein, warum gerade diese Person eine Überraschung verdient hat.

Vielleicht wäre es allerdings gut, vor dem Hochladen des Bildes zu überlegen, ob die möglichen Gewinne etwas für den entsprechenden Freund sind. Es bringt schließlich nichts, wenn man einem absoluten Sportmuffel ein Abenteuerwochenende mit Gleitschirmflug schenkt. Das würde sicherlich auch nichts bringen, wenn derjenige Höhenangst hat. 

Hier sind die Gewinne, über die sich die guten Freunde, die aus dem Lostopf gezogen werden, dann freuen dürften:

  • Adventure-Wochenende mit 2 Übernachtungen im 4-Sterne-Hotel Rothfuss in Bad Wildbad für 2 Personen inkl. Halbpension und Besuch einer Therme und im Adventure-Park Enzklösterle sowie ein Tandem-Flug mit Gleitschirm (zur Verfügung gestellt von Schwarzwald Tourismus)
  • VIP-Rennwochenende beim Münster Giro mit dem Profi-Radsportteam nsp Ghost mit 1 Übernachtung im 4 oder 5 Sterne-Hotel für 2 Personen inkl. Halbpension, VIP-Betreuung, Zugang zum Radteam-Bereich und Abendessen mit den Profi-Rennfahrern (zur Verfügung gestellt von nsp sports & experience)
  • Wellness-Wochenende im 4 Sterne-Hotel Klosterpforte im westfälischen Marienfeld mit 2 Übernachtungen für 2 Personen inkl. Frühstück und kostenlosem Zugang zum hoteleigenen Wellness-Bereich (zur Verfügung gestellt von der Hotel-Residence Klosterpforte)
  • 1x 250 €-Einkaufsgutschein vom Online-Shop sportbedarf.de mit einer umfangreichen Auswahl an Sportartikeln

Ich würde mich über alle vier Gewinne freuen. Soviel ist sicher.

Obwohl ich noch niemals überhaupt an Gleitschirmfliegen gedacht habe, und dem armen Tandempiloten sicherlich vor Aufregung sein Ohr ablabern würde, wäre auch das etwas, was ich ganz super fänd. Aber um mich geht es bei diesem Gewinnspiel ja überhaupt nicht. Was ich möchte und über was ich mich freuen würde, ist total unwichtig. Wichtig ist, dass ich jemanden vorschlage, der sich dann darüber freuen würde. Und klar ist auch, wer das in meinem Fall ist: Die XXX. Sie hat Spaß an jeder Trainingseinheit, ist mit großer Freude bei Wettkämpfen dabei, es geht ihr immer darum, dass andere Spaß und Freude haben und dass für alle anderen gesorgt ist. Sie denkt praktisch niemals an sich, sie ist immer für andere da und deshalb finde ich, dass sie unbedingt so einen tollen Preis verdient hat. Dabei ist es der XXX sicherlich total egal, ob es ein Abenteuer oder ein Rennwochenende ist und ganz bestimmt ist sie auch für Wellness zu haben. Es geht beim Gewinnen ja nicht darum, dass man sich etwas aussucht.

Jetzt hoffe ich einfach, dass meine Begründung warum die XXX dringend verdient hat überrascht zu werden ausreichend war und sie sich vielleicht schon bald über einen der Gewinne freuen darf. Und falls Ihr auch jemanden überraschen möchtet… das ist der Link dazu.
 

Donnerstag, 1. August 2013

Technik im See

Im Radio wird durchgesagt, dass alle Parkplätze am Langener Waldsee belegt sind. Die Parkplatzsituation dort ist wirklich nicht so pralle.  Dafür dass der See ziemlich weit außerhalb liegt und man eben wirklich irgendwie hinkommen muß sind es zu wenig  Parkplätze. Trotzdem wundert es mich jedes Mal aufs Neue, dass tatsächlich alle belegt sind, denn die Gebühr für den Parkplatz beträgt 3,50€. Das ist ordentlich, wenn man bedenkt, dass der Eintritt zum See 3€ beträgt. Einmal Swimnight besuchen kostet also 6,50€ plus den Anteil an den 25€, die Sailfish dafür nimmt, dass sie die Strecke mit Bojen abstecken und den DLRG raus fahren lassen um die Strecke zu sichern. 

Letzte Woche machten die Teamchefin und ich ja eine kurze Caipipause an einem der Surfbretter, tja und heute? Die Pläne sind groß. Erst mal geht es heute wieder ohne Neoprenanzug ins Wasser. Wir haben 31°C und der See hat ganz sicher locker 24°C Wassertemperatur. Am Ufer dürfte es noch wärmer sein, einfach deshalb, weil das Wasser hier nicht wirklich tief ist. Ohne Neoprenanzug zu schwimmen ist für viele ein Graus. Für mich paßt das gut. Meine Beine schwimmen eh meistens oben, nur mein Hintern ist nicht ganz so weit an der Oberfläche, wie es sich gehört. Ich hänge quasi etwas durch. Aber mein Neo macht da jetzt nicht so viel aus, von daher kann ich gut damit leben, ohne Neoprenanzug zu schwimmen. Hauptsache, ich friere nicht.

Heute ist das kein Risiko. Die Teamchefin und ich lassen die Meute schwimmen und reihen uns recht weit hinten ein. Hier schwimmt keiner und wir können ganz in Ruhe schwimmen. Ein See nur für uns. Madita hat mir heute ihre Schwimmuhr geliehen. Die mißt Meter und Züge und Geschwindigkeit und so werde ich später genau wissen, wie weit die Strecke wirklich ist und wie schnell oder langsam wir geschwommen sind. Tolle Technik. Wir schwimmen auf eine Gruppe Schwimmer auf. In Triathloneinteilern wird hier Brust geschwommen. Das behagt mir nicht. Also gebe ich Gas, schwimme mitten durch, hoffe das Beste und bin vorbei. Die Brustschwimmer lassen wir hinter uns. Ebenso weitere Kraulschwimmen in Einteilern und einen Herren im Neoprenanzug. Dem ist sicherlich viel zu warm. In so einem Neo findet ja kein Wasseraustausch statt, das ist ja Sinn der Sache… und damit ist es natürlich für diese Temperaturen in dem Anzug fast unerträglich.

Ich habe ein gutes Gefühl beim schwimmen heute. Natürlich auch, wegen der technisch hochentwickelten Uhr an meinem Handgelenk. Die zeichnet alles auf und so lege ich natürlich großen Wert darauf, lange Züge zu machen und voran zu kommen. Ich will da nicht später drauf stehen haben, dass ich eine Omaschwimmeinheit absolviert hätte und mir besser eine Blümchenbadekappe zulegen soll. Ganz klar.

Dann passiert’s. Ein Übereifriger findet mich offensichtlich zu schnell oder zu langsam. Er haut mich auf meine Prellung, drückt mich runter und zieht sich an meiner Anzugrückentasche an mir vorbei. Ich bleibe kurz unter Wasser, weil mir einfach nur die Luft wegbleibt vor Schmerzen. Der Schwimmer hat mit voller Wucht meine Prellung getroffen. Von hinten kommen jetzt aber natürlich die Schwimmer, die ich vorhin überholt habe… also reiße ich mich zusammen und mache ein paar schnelle Züge quer raus aus dem Getümmel. 

Die Teamchefin ahnt gleich was passiert ist und so hält sie mich über Wasser und ordert das Boot. Das ist nicht so weit von uns entfernt und ich kann mich gleich festhalten. Obwohl die Teamchefin auch eine gute Rettungsinsel abgibt. 

Es tut richtig dolle weh… und das, wo ich doch gerade seit einer guten Woche recht schmerzfrei bin und nur noch ab und zu was von der Prellung gemerkt habe. Ins Boot kommen wir gut und zurück zum Strand geht’s dann auch recht rasant. Einer der Bootinsassen ist der Cocktailmixer von dem Surfbrett von letzter Woche, der uns erkennt. Schade, ich hätte ihn lieber auf seinem Surfbrett hinten im See getroffen als so.

Der stechende Schmerz läßt erst dann langsam nach, als wir wieder zurück zum Schwimmeinstieg schleichen. Jetzt merke ich den Rücken und seine Prellung aber wieder deutlich. Am Schwimmeinstieg angekommen setze ich mich ins Wasser und kühle. Das ist ganz angenehm. Wunder vollbringt das Wasser aber nicht. Als wir dann zurück am Auto sind ziehe ich mich um, wie eine alte Frau. Der Einstieg in meinen kleinen Flitzer wird zur Mutprobe… weil der Rücken wirklich weh tut und der Sitz recht weit unten ist. Aber jammern will ich auch nicht. Ist ja immerhin meine Schuld. Ich könnte ja auch einfach aus dem See draußen bleiben.

Bei der Situationsanalyse wird übrigens herausgearbeitet, dass wir zu schnell wären. Aber richtig mitargumentieren kann ich gerade nicht...

Die Nacht ist schmerzhaft. Ich habe irgendwie das Gefühl, die Heilung der letzten 3 Wochen ist zurück auf Anfang gesetzt. Oh nein.