I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Versöhnt

Dank der Zeitverschiebung bin ich heute mal wieder extrem früh wach. Also eigentlich genauso früh, wie den ganzen Urlaub, aber hier, in Arizona, ist es eben eine Stunde früher als in Utah oder Colorado und deshalb ist früh hier gleich noch ne Ecke früher. Es ändert aber nichts, wach bin ich trotzdem. Der Zeugwart und ich gehen deshalb auch unheimlich früh zum "full breakfast" und lassen es uns schmecken. Ich erschrecke ein paar Deutsche beim Toaster, die erstens nicht wissen, wie es funktioniert und dass es immer sinnvoll sein kann, die Toastereinstellungen seinen persönlichen Bedürfnissen anzupassen und zweitens, nicht damit rechnen, dass sie in diesem fernen Land irgendjemand versteht. Herrlich. So beginnt der Morgen gleich prima. 

Nach dem Frühstück geht es in den Antelope Canyon. Ich habe mich überzeugen lassen. Jeder dem wir erzählten, dass wir den Canyon für einen rip-off halten, hat gesagt, dass sich praktisch jeder Preis lohnen würde und dass wir uns diesen Ausflug auf keinen Fall entgehen lassen sollen. Nun gut. Dann will ich mal nicht so sein. 

Unsere Canyontour startet um 8:30h. Es ist nicht wirklich viel los, unsere Gruppe umfasst nur 15 Teilnehmer. Der Führer "Totonka" ist riesig und erkärt uns als Erstes, warum wir nur noch geführt in den Canyon dürfen. 1997 starben 10 Touristen, weil sie den Canyon während eines Wassereinbruchs nicht rechtzeitig verließen. Sie wollten sehen, wie das Wasser durch den schmalen Tunnel kommt, es kam allerdings in einer großen Welle. Heute sind oberhalb des Canyons Evakuierungsleitern angebracht, die im Ernstfall runter geworfen werden, um alle Canyonbegeher zu retten. Außerdem sind alle Führer in ständigem Kontakt zur Basisstation, die ein Wetterradar im Blick haben. Selbst hier, mitten im Indianerland, arbeitet man mittlerweile mit den neusten technischen Errungenschaften. 

Wir laufen mit unserem Guide durch ein ausgetrocknetes Flußbett, dass noch in der letzten Woche ordentlich Wasser geführt hat, nachdem es ein Sturmtief gab, das richtig Regen brachte. Der Zeugwart und ich waren zu diesem Zeitpunkt ja beim Bryce Canyon im schlechten Wetter. Jetzt ist das Flußbett komplett trocken gelegt, es geht quasi nicht trockener. Mitten drin ist ein Spalt. Nicht besonders breit, eigentlich sogar eher schmal und total unauffällig. Also zumindest wäre ich jetzt zielsicher dran vorbei gelaufen, das ist mal sicher. Ich wäre auch spontan jede Wette eingegangen, dass der riesige Führer niemals auch nur ansatzweise überhaupt eine Chance hätte in diesen Spalt hineinzukriechen. Hat er aber doch. Eine große Chance sogar. 

Der Büffelmann verschwindet einfach im Boden. Drei Schritte und ich sehe ihn oberhalb der Erdoberfläche nicht mehr. Irre. Der Typ ist einfach weg. Tja, und ehe wir jetzt hier so im Flußbett rumstehen, flitzen wir alle hinterher. Ab unter die Erde und durch den Spalt. Ganz verrückt. Gut, dass der Zeugwart dabeit ist... alleine wäre ich dem Herren nicht hinterhergestiefelt, soviel ist sicher. 

Der Canyon ist durch die Sonne toll beleuchtet, und weil er komplett aus Sandstein ist, sieht alles rosa-rot-beige aus. Toll. 



Die Tour durch den Canyon dauert über 1,5 Stunden und weil wir immer direkt hinter dem Guide gehen, macht der Zeugwart die genialsten Fotos überhaupt. Der Büffelmann kennt sich mit jedem Kameramodell und allen möglichen Einstellungen aus, so dass wirklich jedes Bild ein absoluter Treffer wird. Ich bin sicher, wir werden uns später nicht für die schönsten entscheiden können... jedes Bild sieht toll aus. 

Der Lower Antelope Canyon ist tatsächlich jeden Cent wert gewesen! Ich bin mit den Navajo Indianern versöhnt. 

Wir fahren weiter in Richtung Zion Nationalpark. Bei Meile 19 wollen wir hier noch eine Wanderung machen. Ich habe im Internet den Hinweis auf eine recht unbekannte Ansammlung von Steinformationen gefunden und weil es sowieso auf dem Weg liegt wollen wir vorbei schauen. Wir passen genau auf und finden den Parkplatz sofort. Das liegt allerdings nicht nur an der schönen Beschreibung aus dem Internet, sondern auch an dem Hinweisschild. Offensichtlich ist die Internetseite überholt... 

Wir machen den Spaziergang trotzdem und schauen uns den Hoodoo an. Dann geht's weiter durch den Zion Nationalpark, in dem wir heute anhalten dürfen, weil Utah ja die Nationalparks geöffnet hat. Bei unserem Stop in Zion genießen wir die Aussichten und die wilden Hornbergziegen. Schön, dass der Park geöffnet hat... so haben die Tiere auch endlich wieder Gesellschaft. 

Kommentare:

  1. Hey Claudi,
    vielen, vielen Dank dass du uns an eurer Reise teilhaben lässt. Mein Triathlet und ich haben eine ganz ähnliche Rundreise vor 3 Jahren gemacht und durch deine Beiträge kann ich ganz wunderbar in Erinnerungen schwelgen. Hach!!! Wünsche euch noch ganz viel Spaß und gute Besserung für deine Leiste! LG Sonia

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    1. Hallo Sonia,
      Dein Triathlet und Du ist einfach die tollste Bezeichnung, die ich seit langem gelesen habe. Herrlich!
      Unsere letzte Rundreise findest Du unter dem Tag http://claudigivesitatri.blogspot.com/search/label/USA%202011
      ist das eher, was Ihr gemacht habt?
      Viele Grüße & danke für's reinlesen!
      Claudi

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