I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 31. August 2011

Laufen hilft.

Es ist schlimm jemanden zu verlieren der einem nahe stand und ich weiß gar nicht so genau wie ich "nahe stand" in diesem Fall definieren kann. Es gibt viele die mir nahe stehen und die mir wichtig sind... und die mir bei einer eventuellen Auflistung auf diese Frage sofort in den Kopf schießen. Sie sind sofort da. Alle.

Viele stehen mir aber offensichtlich auch nahe, die ich hierbei nicht aufzählen würde. Nicht, weil ich stoffelig oder unsensibel bin, es hat vielmehr damit zu tun, dass viele Menschen alltäglich da sind und einfach dazu gehören. Sie sind mir nah und doch erscheinen sie erst mal nicht wichtig, denn die Wichtigen kommen mir ja gleich in den Sinn.

Ohne diese Menschen kann es aber ziemlich ungewöhnlich sein.

Immerhin gehören sie an ihren Platz in meinem Leben, sie sind immer da, präsent und eben doch irgendwie nah. Aber weil sie so alltäglich sind kommt es mir nicht so vor.
Ich höre sie regelmäßig, habe ihre Kommentare und ihr Lachen im Ohr und schüttel sicherlich auch oft mal den Kopf über sie.
Die Menschen um mich rum müssen weder besonders herzlich, besonders freundlich oder besonders klug sein, sie sind einfach Besonders, weil sie mein Leben bereichern und eben da sind.

Bei mir. Um mich rum.

Wir haben Schnittmengen, mal sind sie größer, mal sind sie kleiner. Aber es sind immer Schnittmengen da. Auch wenn ich es mir oft gar nicht bewußt mache und mir denke der Typ ist nicht wichtig, oder: auf den könntest Du auch gut verzichten.
So ist es nicht. Ich kann nicht gut verzichten.
Aber ich bin naiv und denke mir das es geht. Das der Verlust nicht auffallen würde.

Das ist Unsinn. Menschen fehlen. Sie fehlen an allen Ecken und Enden. Es fehlt ihr Lachen. Ihr Blick, das Sorgende, das Ungestüme, das Naive, das Herzliche, es fehlt die Art wie sie sich kümmern, es fehlt Ihre Sichtweise der Dinge. Der Mensch fehlt dann einfach.

Und nun das.
Du kommst nicht mehr wieder um Deinen Platz in meinem Leben einzunehmen. Der gemeinsame Teil mit Dir hat ein Ende gefunden. Ich hatte Dich nicht in meiner Auflistung, das gebe ich ganz offen zu. Es ist auch nicht böse gemeint. Es ist einfach so. Es gibt Menschen die ich als wesentlich näher gelistet habe. Viel näher.

Du fehlst.
Ich bin sehr traurig darüber, obwohl ich zugeben muß, dass ich nichts mehr zu klären hätte. Wir waren nicht so "dicke", dass was offen geblieben wäre. Alles ist immer gesagt worden, was es eben zu sagen gab. Es gibt nichts, was ich Dir noch gerne hätte sagen wollen. Das ist ein angenehmes Gefühl. Wahrscheinlich hat man das Gefühl eher bei Menschen die man nicht in den "steht mir Nah" Korb packt? Es ist leichter alles auszusprechen, wenn man keine tiefe Ebene erreicht, obwohl wir auch ab und an solche Gespräche hatten. Aber die waren selten. Andere Themen hatten Vorrang.

Ich bin dabei innerlich ein Erinnerungspäckchen zu schnüren. Das habe ich bisher nur für die getan, die mir nahe standen und ich dachte nie, dass es nötig sein könnte, ein Päckchen zusammenzupacken für jemanden der eigentlich nicht auf dieser wichtigen Liste steht.
In Deinem Fall ist es nötig. Meine Seele gibt da den Ton an und so schnürt sie sich ein Erinnerungspäckchen. Vielen Kollegen geht es ähnlich. Es ist schön, dass ich nicht die einzige bin die sich so fühlt.


Ich bin traurig und da hilft mir immer eine Runde laufen zu gehen.

Kommentare:

  1. Das hast Du sehr schön geschrieben und ich kann nur sagen: "Ich kannte Dich nicht sehr lange, aber Du wirst mir unglaublich fehlen..."

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  2. Es macht ein bisschen traurig, auch aus so weiter Ferne, das zu lesen. Deshalb fühl Dich gedrückt, sogar von weit, weit weg. Und Du hast recht: Laufen hilft.
    Sabine

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  3. Danke Ihr Lieben... es kommt mir noch immer ganz unwirklich vor.
    Ich bin sehr froh, dass meine Zeilen offensichtlich genau das ausdrücken können, was ich gerade fühle. Das tut gut.

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  4. Es gehört zum Leben dazu und dennoch tut es weh. Zum Glück haben wir Menschen die Fähigkeit, emotionalen Schmerz irgendwann auch wieder zu "verlernen". Manchmal hilft Laufen, manchmal hilft es, es von sich weg zu schreiben.

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