I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Freitag, 28. November 2014

Der Traum

Ich habe Muskelkater und mein Knie tut mir nicht weh. Was ein unglaublicher Erfolg, das schmerzfreie Knie, nicht der Muskelkater. Der ist blöd. Allerdings wird man Muskelkater spontan nicht los. Also gehen wir heute wieder mal zum Schwimmtraining in der Hoffnung, dass ich andere Muskelgruppen finde, die sich auf das Wasser einlassen. Hauptsache meine Oberschenkel machen Pause. Selbst wenn es eine aktive Pause sein sollte. Ich finde übrigens immer noch, dass der Begriff "aktive Pause" eine richtige Verarschung ist! Entweder aktiv oder Pause, beides geht nicht.

Nachdem ich gestern mal wieder laufen konnte und heute tatsächlich glücklich, zufrieden und knieschmerzfrei darauf zurückblicke, kann ich beim schwimmen prima träumen. Was ist schon Muskelkater, wenn man beim Plan abschwimmen etwas zum träumen hat? 


Vor allem, wenn es ein Traum von Ruhm, Erfolg und Glück ist. Für jeden steckt ja etwas anderes hinter diesen drei Wörtern, aber ich glaube für viele Sportler ist mein Traum nachvollziehbar. Und wenn's jetzt tatsächlich auch noch als Motivation im durchaus kühlen Nass auf Bahn 4, die heute sowieso einen viel schwerer Wasserwiderstand hat, als alle anderen Bahnen, was taugt, was will ich mehr? Der Traum vom Ironman. 

Und das alles zwischen einigen Technikübungen, Sprints und möglichst wenig Zügen pro 50m Bahn.  Der Traum ist trotzdem da. Einfach, weil ich heute wieder einige Trainingsblöcke abschwimme und es mir leicht fällt die Gedanken schweifen zu lassen, wenn ich nicht viel abzählen muß. Ich schwimme einfach und träume dabei. Vom Ironman Frankfurt, über den Ironman Barcelona, über Schwimmstarts, Wellen, Bojen und Sand. Ich träume von Wechselzonen voller Fahrräder, dem richtigen Outfit, den Sand im Schuh, wenn man über den Sand aus dem Meer rausrennt und die Füße nicht richtig abspült und von den Fahrradstrecken. Vom richtigen überholen, vom greifen der Radflaschen an den Verpflegungsstellen und von Zuschauernestern. 

Da bin ich doch tatsächlich bei einem Block durcheinander gekommen. Und das alles nur, wegen der Radstrecke und dem Gegenwind, den ich im Traum gerade abwickel. Nun gut. Ich muß mich vielleicht doch ein kleines bisschen mehr konzentrieren? Weiter geht's mit schwimmen, und jetzt im richtigen Block. Und im Traum geht's in die zweite Wechselzone, in der mir das Rad abgenommen wird, dann Helm ab, Laufschuhe an und weiter auf die Laufstrecke. 

Das Wasser ist heute wirklich störrisch. Es ist nicht nur kalt, sondern hat auch jede Menge Wasserwiderstand, den ich nicht wirklich gebrauchen kann. Aber es bringt mich schnell zurück auf den sprichwörtlichen Boden der Tatsachen. 3,8km zu schwimmen ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Damit fängt es ja schon mal an. So schnell platzt ein Traum und der Zieleinlauf bleibt mir im Schwimmtraum verwehrt. Da muß man schon realistisch sein. 

In der Dusche packe ich meine überdimensionierte Anzahl an Fläschchen aus und wärme mich erst mal auf. Schon lustig, was ich so alles mit in die Dusche schleppe. Gut, dass ich nichts verwechsle... 

Kommentare:

  1. Hallo Claudi,
    wahnsinn, ich kann das so gut nachempfinden. Ich habe auch immer geträumt. Und dann hab ichs einfach gemacht :-)
    Solche Träume scheinen am Anfang immer sehr unrealistisch. Und 3,8 Km Schwimmen erscheint soooo viel :-)
    Aber alle großen Ziele fangen doch mit einem Traum an. Und die MD hast du ja auch schon gemacht. Ich bin ganz sicher, in dir schlummert eine Ironwoman :-)
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Liebe Helge,
      ja stimmt.. Ihr habt's einfach gemacht. Wahnsinn. Ihr seid einfach spitze!

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