I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Mittwoch, 1. Mai 2013

Einfach dranbleiben

Da ich kein wirkliches Trainingstagebuch führe, außer diesen Blog und hier ja keine wirklichen Fakten reinpacke, ist eine Zusammenfassung, wie man sie auf vielen anderen Sportblogs liest schwierig. Ich bin zwar ein Zahlenmensch im beruflichen Leben, aber privat sind Zahlen dann anscheinend doch nicht so mein Ding? Ist das ein Zeichen? Keine Ahnung. 
Ich bin im April zweimal die Ironmanrunde mit dem Rädchen gefahren, ich hatte einen wundervollen Trainingslauf mit Joey Kelly und dem Zeugwart und ich habe Reifenwechsel trainiert. Außerdem bin ich auch ein paar mal gelaufen und gar nicht geschwommen. Soviel also zur Monatsbilanz. Die könnte wirklich zahlenlastiger sein... 

Manchmal ist zahlenlastig aber auch gar nicht so gut. Für mich zumindest. Das stelle ich heute gleich mal wieder auf übelste Art und Weise fest. 

Der Zeugwart und ich bereiten erst alles für das spätere Hordengrillen vor, und dann laufen wir los. Wir müssen nicht lange und nicht weit. Mein Trainingsplan schreibt mir 30-40Minuten vor. Das geht auf alle Fälle. Heute zeigt das Thermometer 19°C, aber der Wind tut sein übriges und so fühlt es sich nicht warm an. Während wir laufen begegnen uns jede Menge Fallschirmtierchen und ich ducke mich weg so gut ich kann. Schließlich will ich nicht als Landefläche mißbraucht werden. Gelandet werden kann mal schön woanders. 

Der Zeugwart fragt mich, ob ich immer so laufe und ich blicke kurz auf die Pulsuhr und sage, dass das genau meine Laufgeschwindigkeit für GA1 ist, wenn ich nicht rede. Wenn ich dabei rede hüpft der Puls 6 Schläge hoch und ist dann im GA2 Bereich. Die Reaktion des Zeugwarts ist eindeutig und er lobt. Sagt, dass ich schneller geworden bin und ich winke ab. Ist ja klar. So ein Lob knallt bei mir ja auf taube Ohren... das wissen wir ja. 

Als das App dem Zeugwart dann die Geschwindigkeit durchsagt und er mir die Erkenntnis gleich weitergibt, ist es vorbei. Statt mich zu freuen, dass mir der tiefe Puls bei guter Geschwindigkeit gelingt und das ewige langsam laufen offensichtlich was nützt, geht der Puls hoch, ich werde kurzatmig und bekomme Seitenstechen. So ist es immer, wenn ich erfahre, dass ich unter 7Minuten/km laufe. Weil ich weiß, dass 7min/km ok sind... und alles was schneller ist macht mir Angst. Warum habe ich noch nicht heraus gefunden. 

Während einer Gehpause überholt den Zeugwart und mich ein Läufer. Der Zeugwart schlägt vor, dass wir uns dranhängen und ich den Mann nicht weglaufen lasse. Gut, der ist nicht so schnell und ich mache einfach. Wir hängen uns dran und mit ordentlichem Abstand, der soll sich schließlich nicht gejagt fühlen, bleiben wir dran. Er fühlt sich aber doch gejagt und schaut sich regelmäßig um. Und als es ihm zu bunt wird, hält er einfach an und der Zeugwart und ich laufen aber einfach weiter. Diese Geschwindigkeit. Bis zur Schranke. Mein Puls ist zwar höher als sonst, weil ich mir die ganze Zeit Gedanken mache, ob ich es wohl überhaupt noch bis heim schaffe, wenn wir so schnell sind, aber es geht. 

Ich habe vorhin an der Paprika, die wir auf Spieße gepackt haben, genascht. Und die stößt mir nun auf. Unangenehm. Aber an der Verpflegungsstrategie muß ich ja sowieso noch arbeiten. Das wissen wir ja bereits. 

Wir laufen dann nach Hause und schaffen es natürlich. Nach Hause geht's immer. Ich mit meinen Zweifeln... unglaublich einfach. Das App des Zeugwarts berichtet ihm, dass wir -wenn ich nicht gerade eine Gehpause gemacht haben, weil ich dachte, dass nix mehr geht- mit 10 oder 11km/h unterwegs waren. Alles Psyche. Man man man. 

Kommentare:

  1. Ihr habt dem Läufer bestimmt Angst eingejagt. Zwei gegen Einen ist ja total unfair. ;-)
    Aber vielleicht ist er auch nur einfach über seinem Limit gelaufen, weil er sich keine Blöße geben wollte. Und konnte dann einfach nicht mehr.
    7min/km sind auch mein Wohlfühltempo.
    Und dein Plan ist ja quasi dein Trainingstagebuch, solange du dich daran hälst.
    Ich schreibe alles Interessehalber auf. Ich will mal sehen, wieviel km man so im Jahr absolviert.
    Viele Grüße
    Karina

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    1. Hi hi Karina,
      soweit habe ich nicht gedacht. Könnte aber sein, dass er stark sein wollte.
      Liebe Grüße!

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