I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Dienstag, 29. April 2014

Duschbeweihräucherung

Die Traglufthalle ist mittlerweile abgebaut. Als wir zum Schwimmbad kommen fehlt irgendwie etwas bei dem Anblick der Außenanlage. Schon komisch, wie man sich an so einen Anblick gewöhnen kann. Ich bin anscheinend augenmäßig recht unflexibel.

Der Plan, den ich für heute zusammengestellt habe sieht auf den ersten Blick gar nicht gravierend aus und ich überlege beim umziehen, ob das wirklich ausreichen wird für die Stunde. Wir schwimmen uns ein, weil es eben so drauf steht und dann geht das Programm auch schon los. Erst gibt es Technikübungen und dann kommt der eigentliche Kern des Plan: Sprints. Es wird gesprintet was das Zeug hält. Unglaublich. Und weil der Motivator heute mitsamt langsam -aber deutlich- wachsender Familie am Start ist, macht er seinem Namen auch gleich alle Ehre. Er motiviert. Und zwar mich.

Ich gebe also tatsächlich bei jedem aufgeschriebenen Sprint alles. Das ist total ungewöhnlich, weil ich ja sonst wirklich eher dazu neige bei Sprints zwar etwas schneller zu schwimmen, als normal, aber keineswegs so, dass ich am Ende der 25m wirklich geschafft oder aus der Puste wäre. Auch das lockere Zurückschwimmen brauche ich normalerweise nicht, weil ich nach 5 Sekunden am Rand rumhängen eh schon erholt bin. Heute ist das anders. Der Motivator tut was er kann und scheucht mich durchs Becken und zwar fast so oft, wie auf dem Plan steht. Ich bin so extrem aus der Puste, dass auch das lockere zum Start zurückschwimmen zur Erholung nicht ausreicht. 

Als es dann zum Trainingsteil "lange schwimmen ohne Luft zu holen" geht und ich mit sieben Zügen bis zum ersten Luft holen in die erste Bahn starte merke ich überraschend schnell, dass sieben Züge sehr viele Züge sind. Zumindest als luftholfreie Zeit gesehen. Die nächste Bahn wird mit 5 luftholfreien Zügen geschwommen, dann mit drei und dann geht' s wieder von vorne los. Einen Plan abzuschwimmen hilft mir wirklich ungemein dran zu bleiben. Auch wenn ich den heutigen Plan deutlich kürzen muß. Ich steige nach 58Minuten Schwimmzeit aus dem Wasser und mein ganzer Körper verlangt nach Erholung. 

Ich verschwinde unter der Dusche, obwohl ich vor Müdigkeit kaum mehr stehen kann. Die Dusche ist bevölkert von Damen (über Herren wäre ich zugegebenermaßen auch massiv überrascht gewesen) die sich selbst loben. Die eine ist ja so dünn geworden, die andere hat so eine hübsche Frisur und die nächste war ja noch niemals so durchtrainiert wie heute. Ich trage unter der Dusche keine Brille und kann deshalb kaum beurteilen ob alle Duschbeweihräucherungen gerechtfertigt sind, aber ich frage mich, warum keiner erwähnt, wie toll ich heute mein Training durchgezogen habe? Was stimmt mit der Wahrnehmung der Damen nicht? 

Und als ich dann irgendwann auch fertig geduscht und angezogen bin, da meldet sich auch mein Magen und schreit nach Essen. Und was macht der Flitzer? Der empfiehlt mir einen großen Yoghurt zum Abendbrot. Na dann lasse ich mir es mal schmecken.  

Kommentare:

  1. Soso, unter der Dusche gibt es kein Tiefstapeln, keine Ausreden suchen, bei den Damen, sondern da wird gelobt und getätschelt ;-)
    Ich hoffe irgendjemand hat Dir dann auch noch anerkennend auf die Schulter geklopft, wenn nicht, dann mach ich das jetzt :-)

    Salut
    Christian

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    1. Lieber Christian,
      leider fiel das Schulterklopfen wegen umziehen und fönen aus, daher ist das sehr nett, dass Du es übernommen hast.
      Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Geheimnisse der Damendusche hätte preis geben dürfen... ;-) Ich hoffe auf Deinen Verschwiegenheit.
      Viele Grüße, Claudi

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  2. Hallo Claudi,
    ich spreche dir hiermit meinen Respekt aus. Alle Sprints richtig durch ziehen, das ist schon was :-).
    Ich weiß es, ich mach das nämlich auch sehr selten. Es kostet mich einfach total viel Überwindung so durchs Wasser zu hechten, das es weh tut.
    Also, haste super gemacht.
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Danke Helge! Du bist wirklich nett. :-)
      Ganz liebe Grüße, Claudi

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