I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Dienstag, 12. August 2014

Kniemissachtung

Mittlerweile schwöre ich auf meinen Arzt, obwohl ich gar nicht sicher bin, ob das technisch wirklich möglich ist. Ich schwöre vielleicht eher, dass er das richtige tut, oder dass er sich Mühe gibt? Der Spruch kommt mir auf jeden Fall gleich in den Sinn, als ich heute früh zu meinem heutigen Orthopädenvorstellungstermin aufbreche. 

Ich kann nicht viel vortragen, soviel ist sicher. Wesentlicher besser ist mein Knie nicht geworden. Noch immer ist es an vielen Stellen taub und bitzelt, wenn ich das Knie viel benutzt habe. Manchmal fühlt es sich riesig an, und ist doch nur leicht geschwollen. Die Nerven spinnen noch immer. Nach jedem Schwimmtraining kann ich die Nacht über nicht schlafen, weil mich jede Bewegung schmerzvoll aufweckt. Sprinte ich mal zum Auto, weil es draußen schüttet und der Schirm zu Hause liegt, merke ich mein Knie tagelang schmerzhaft. Es hat sich also tatsächlich nicht viel verändert seit "vor 6-7 Wochen". 

Wir brauchen eine Lösung. Also mein Knie und ich. Das sieht der Arzt glücklicherweise genauso. Er tastet nochmals alles und betrachtet das MRT Bild und seine Notizen vom letzten Besuch. Sehr gewissenhaft, da hatte ich schon andere Arzttermine. Leider ist das Ergebnis der Untersuchung erneut irgendwie niederschmetternd und deprimierend. Das Knie ist noch immer ordentlich gestaucht, die Prellung hat sich zwar verändert, aber sie ist von ausgeheilt noch ein gutes Stück entfernt und wir müssen unbedingt was tun. Oder weniger tun. 

Das Knie ist nicht belastbar. Es darf weiterhin keine Stöße abbekommen. Das bedeutet, und der Arzt scheint zu denken, dass ich ziemlich hohl bin, weil er alles wieder ganz genau erklärt, dass ich nicht rennen soll. Nirgendwo hin. Auch nicht wenn es regnet. Ich soll auch nicht zu intensiv kraulen, weil das Knie dann gegen den Wasserwiderstand arbeiten muß, und sich nicht erholen kann. Und ich soll mich nicht vom Beckenrand abstoßen, weil das auch eine Stoßbewegung ist. Er führt alle Verbote so gesammelt auf und läßt sich alles von mir abnicken, als wollte er sicher gehen, dass ich ihm auch zuhöre. 

Dabei habe ich mich doch die letzten 6-7 Wochen schon an diese Anweisung gehalten. Weitestgehend  zumindest. So weit, wie es eben möglich ist im Alltag. Ich will ja auch nicht als Invalide rumlaufen oder bei so einem Sommergewitter bis auf die Unterhose durchnässt am Auto ankommen. Aber das sieht der Arzt anders. Ich sei -nämlich was das  Knie angeht- krank und das soll ich nun endlich akzeptieren. Ja, es ist nur gestaucht und blau und es ist nichts gebrochen, das wäre aber noch lange kein Grund das Knie derartig zu missachten und zu quälen. Es würde zu mir dazu gehören und ich soll ihm mehr Beachtung schenken. Er ist ziemlich direkt und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Ich bin geschockt... mein Knie zu quälen hatte ich nie vor. 

Ich muß dem Arzt versprechen, dass ich mich dieses Mal mehr an seine Anweisungen halte. Außerdem bekomme ich eine knieentlastende Orthese und weitere, noch ausladendere, Verbote. Ich soll gar nicht mehr mit Beinschlag kraulen. Als Triathlet, soll ich die Beine mit dem Pullbuoy stützen und ruhig halten. Ich bräuchte sie schließlich dann noch für's Rad fahren. Offensichtlich kann ich nämlich zwischen lockerem Beinschlag und zuviel Beinschlag für mein Knie nicht unterscheiden, sagt der Arzt. Ich erwähne, dass ich ja am 24. August übrigens auch noch ein Staffelschwimmer bin und erhalte die Antwort, dass ich in meinem Verein doch sicherlich einen Ersatzschwimmer finden kann, denn ein Wettkampfschwimmen kommt mit dem Knie nicht in Frage. Zu groß ist die Gefahr, dass jemand dran kommt oder ich zuviel Beinschlag mache. Und womöglich will ich dann auch noch in die Wechselzone rennen um den Staffelstab schnellstmöglich zu übergeben, fragt der Arzt... mmhh.. da hat er auch recht. 

Ich fühle mich durchschaut. 
Und ich suche nun einen Ersatzstaffelschwimmer. 

Kommentare:

  1. Och nö! Da ich weiss wie dhfgjgsj das ist, wenn man nicht kann wie man gerne möchte, sage ich nur: Tut mir leid, dass das Knie wohl noch etwas mehr Pflege und Ruhe benötigt!

    Liebe Grüße,
    Caro

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Caro. Immerhin soll ich Fahrrad fahren, das ist gut für den Kopf. :-)

      Löschen
  2. Liebe Claudi,
    ich fühle mit Dir! Deinem Knie zuliebe musst Du wohl erst mal mental arbeiten, ich weiß wie schwer das ist! Machst Du was mit der Foamroll? Mein Physio hat mir das empfohlen und ich habe die erste Zeit brav täglich 10 Minuten gerollt und bilde mir ein, dass das geholfen hat gegen den Druck im Knie.
    Viele Grüße,
    Chrissy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallöle,
      mein Knie hat ja keinen Druck, es ist einfach blau und da drauf rumzudrücken ist nicht wirklich prickelnd. :-( Aber wir haben so eine Blackroll daheim, was sowas angeht sind wir extrem gut ausgestattet. Ich kann es mal probieren. Danke für den Tip.
      Viele Grüße, Claudi

      Löschen
    2. Am besten neben der Wade die Oberschenkel von hinten, vorne und außen rollen, gaaaaaanz langsames Schneckenrennen. Den Druck kann man ja mit dem anderen Bein ganz gut regulieren.

      Löschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.