I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Sonntag, 3. August 2014

Mit fehlt die Luft.

Ich muß Rad fahren. Nicht, weil ich Sportlichkeit trainieren müsste, immerhin gibt es ja gar kein großes Ziel, außer mein Rädchen kennenzulernen und sicherer zu werden, sondern, weil ich mich einfach nix traue. Das ist Fakt. Ich traue mich nichts. Ich fahre mit dem Rad langsam und eiere rum, das bringt so nichts. Geschwindigkeit bringt Sicherheit und ich muß mit dem Rad einfach ein bisschen zügiger unterwegs sein. Außerdem sollte mir nicht jeder kleine Grashalm oder jedes Steinchen Angst einjagen. 

Der Zeugwart schmeißt aus diesem Grund mein Rad in unser Auto und wir fahren auf einen relativ leeren Parkplatz, der mit unterschiedlichsten Straßenbelägen aufwarten kann. Von guten über schlechten Asphalt über Gras bis zu Schotter ist alles zu haben. Es gibt Bordsteine, Bodenwellen, Wurzeln, Stangenabsperrungen und Kanten, der Zeugwart hat an alles gedacht. 


Der Anfang ist schwierig. Das Gras sieht gefährlich aus und es ist extrem anstrengend, weil ich ständig die Luft anhalte, wenn ich abseits vom Asphalt unterwegs bin. Wenn es nicht so traurig wäre, dann würde ich lachen. Kann ich aber nicht. Mir fehlt schließlich die Luft. Ich fahre Schlangenlinien und bremse öfter mal und irgendwann, kurz bevor ich ganz sicher bewusstlos vom Rad gefallen wäre, da fange ich plötzlich und unerwartet doch wieder an zu atmen. 

Mit atmen geht das alles viel besser. Wer hätte das gedacht? Der Zeugwart fängt an mich rumzuschicken. Ich fahre leicht übers Gras und freunde mich mit den Halmen an. Dann fahre ich auch mal dicht neben einem der Bäume vorbei und nehme die Wurzeln mit. Ganz schön holprig, aber machbar. Ich kann auf den Grasstücken auch alle Unebenheiten überfahren und sogar Kurven drehen. Ich fahre durch die Pfosten durch und auch Löcher im Boden sind kein großes Thema. 


Und dann werde ich total größenwahnsinnig und fahre tatsächlich kreuz und quer über den gesamten Parkplatz. Ich wechsle die Untergründe wie die Unterhosen und weder Gras, noch Schotter können mich mehr halten. Eigentlich unglaublich, was ein bisschen Fahrpraxis und noch ein bisschen mehr Mut ausrichten können. 


Und weil mein Rad es auch kaum glauben kann, wie schön wir zwei heute so durch die Gegend fahren können, hat es sich aus dem Abenteuer ein kleines Andenken mitgenommen. Das Andenken hat es gut versteckt, damit es nicht verloren geht und als Erinnerung an den Mut von heute dienen kann. 

Kommentare:

  1. Liebe Claudi,
    ich denke solche "Ausfahrten" sind auch ganz wichtig. So ein paar kleine Technikübungen hier und da und langsames Ran- Tasten an kleine Hindernisse oder so. Das war eine gute Einheit denke ich.
    Und jetzt nicht so lange warten bis zur nächsten Fahrt :-)
    Immer direkt weiter machen. Das gewonnene Vertrauen direkt weiter ausbauen :-)
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Danke Helge. An richtige Ausfahrten ist im Augenblick ja nicht wirklich zu denken, deshalb verbringe ich die kurzen Radzeiten damit mutig zu sein. :-)

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  2. Immer schön dranbleiben...dann merkt Dein Rädchen auch, dass es sich nicht von jedem Ausflug ein Andenken mitnehmen muss... ;-)
    Im Ernst: es wird doch wieder. Schön das zu lesen! "doppel Daumen hoch"

    Liebe Grüße,
    Thomas

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