I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Samstag, 9. Februar 2013

Ein Jahr umsonst

Heute fühle ich mich richtig prima. Ich hätte zwar noch ein bischen schlafen können, aber gut. Sebastian von IQ Athletik wartet ja auf uns und deshalb ist weiterschlafen keine Lösung. 

Ich packe meine Tasche und schon geht es auf nach Neu-Isenburg. Die Vereinsmädels sind ebenfalls dabei. Denn da bei den Beiden in diesem Jahr der Ironman ansteht, wollen sie schauen, was sie so alles aus dem Trainingsplan des Schnellen und ihren fleißigen Körpern rausholen können. 

Auf dem Laufband bin ich in der Mitte dran und muß mich ordentlich konzentrieren, weil mir Laufbandlaufen mit seiner Eintönigkeit einfach gar nicht liegt. Ich laufe entweder zu schnell und stoße fast vorne an, oder ich laufe zu langsam. Es ist einfach öde. Also Laufband ist nix für mich. Ich laufe und habe dabei aber das Gefühl, dass alles paßt. 
Ich trete mittig auf mit meinem Fuß und habe den Eindruck, dass ich nicht schlurfe, sondern meine Beine gut nach hinten wegwerfe. Immerhin habe ich durch das ganze vergangene Jahr die Tipps der letzten Leistungsdiagnostik bei Bianca in der MMC umgesetzt. Habe auch mal schnellere Läufe eingestreut und mich bemüht, nicht immer nur lang und langsam zu machen sondern auch mal flott und Berg hoch. Nicht nur beim Laufen, sondern auch beim Schwimmen, mache ich also öfter Fahrtspiel und auch mal einen nur flotten Lauf. Und einmal in der Woche bin ich langsam unterwegs. 

Als Sebastian sagt, dass ich die Stufe nur noch eine Minute durchhalten muß, weiß ich nicht, warum, aber mir schwahnt böses. Schlecht fühle ich mich nicht, obwohl ich mich stark konzentrieren muß, weil Laufband eben blödes Laufen macht. Aber bei der letzten Diagnostik auf dem Laufband habe ich die Stufe abgebrochen, weil ich nicht mehr konnte. Hier bricht Sebastian ab, weil er denkt ich kippe ihm wohl um. Ist aber nicht so... ich fühle mich angestrengt, aber nicht wild fertig. 

Als ich mich ausgehe, hüpft mein Puls auch furchtbar schnell wieder runter, sagt Sebastian. Das wäre doch schon mal gut. Oh je... das verheißt auch nichts Gutes, oder? 
Ich gehe duschen und dann warten wir auf die Auswertung. Immerhin sind wir gespannt, ob das Training so etwas gebracht hat und wie wir weiter machen möchten. Und ich möchte natürlich wissen, ob das letzte Jahr Training etwas gebracht hat. 

Die Vereinsmädels machen alles prima. Sie sind bestens in Form, die Verstoffwechselung klappt gut und bis auf dass Lisabet aufhören muß, ihren Körper ständig mit Kohlehydraten zu füttern und darauf etwas mehr achten muß, ist alles wunderbar. Der Trainingsplan paßt ganz offensichtlich hervorragend und wenn die Vereinsmädels so weitermachen, dann ist gehen beim Ironman keine Option. Es sei denn es passiert irgendetwas Unvorhergesehenes, dann sind wir natürlich alle flexibel. 

Als es daran geht, meine Kurve zu betrachten, falle ich fast um. Ein Jahr umsonst. Sebastian ist erschüttert. Der Arme. Aber ich kann kaum Mitleid für ihn haben, obwohl ich oftmals sehr emphatisch bin. Ich bin selbst baff. So hat es sich nicht angefühlt heute. Ehrlich nicht. 
Ich soll Grundlagenausdauer trainieren sagt er. Dringend. Beim Laufen ist halt mehr Gewicht zu bewegen und mein Stoffwechsel kann ja, das wüßten wir ja vom Rädchen piecks von vor zwei Wochen. Er tut aber nicht, beim laufen. Ehe ich also auch nur im Entferntesten daran denke, schneller zu machen, soll ich 80% meines Trainings im langsamen Bereich machen und dabei auf keinen Fall über die GA2 Grenze hinwegkommen. 

Aha. 

Oh Gott bin ich deprimiert. Ist ja Unfassbar. Wirklich. Das ganze letzte Jahr habe ich praktisch umsonst trainiert, oder wie? Ich bin sprachlos, was nicht oft passiert, und kann keine Fragen mehr stellen. Ich komme mir gerade vor, wie jemand, der bei den Großen mitspielen möchte, aber noch zu klein ist. Und dabei aber denkt, dass eigentlich doch gut mitspielen kann. Ich fühle mich ungerecht behandelt, dass ich nicht mitspielen darf. 
Sebastian meint's übrigens sicherlich nicht böse. Den Tag hat er mir trotzdem ordentlich verhagelt. Und über der sich ankündigenden Depression vergesse ich auch vollkommen, ihn zu fragen, ob ich mich denn im Vergleich zum Vorjahr wenigstens verbessert habe. Die Werte habe ich nämlich dabei. Das wäre ja zumindest etwas. Wenn schon Depression, dann wenigstens nicht stationär. Aber ich vergesse zu fragen und muß das nachholen, wenn ich den ersten Schock überwunden habe. 

Kommentare:

  1. Oh Mann, das tut mir jetzt leid für dich...obwohl ich nicht wirklich glaube, dass das letzte Jahr vollkommen umsonst war... Das hat dich jetzt bestimmt stark zurückgeworfen, aber mach dich nicht fertig!!! Ich hab ja selber so eine Leistungsdiagnostik noch nie machen lassen...kann man diesen Werten auch glauben? Naja, wie gesagt ich kenne mich da nicht aus und möchte dich nur ein bisschen aufbauen :-) Aber jetzt weisst du, worauf zu in Zukunft achten musst, oder? Und nochmal, keiner einziger Lauf ist umsonst :-) wünsch dir trotzdem einen schönen Sonntag!!! lg

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    1. Dankeschön!
      Ich glaube den Werten auf jeden Fall, nur die Auswertung kann mehrdeutig sein. Wenn man meine Werte, mit denen von den Vereinsmädels vergleicht, sind sie schlechter, vergleicht man sie mit meinen Werten vom letzten Jahr, scheint sich doch etwas positives getan zu haben. Zumindest hat der Zeugwart gestern noch fleißig gerechnet. Ich werde das den Spezialisten am Montag noch mal fragen.
      Dir auch einen schönen Sonntag!

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