I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Donnerstag, 20. Februar 2014

Das Tape lebt.

Weil ich einen Zeugwart habe, der sich mit allerlei Zeug eben seinem Namen entsprechend beschäftigt, informiert und Bescheid weiß, laufe ich seit einiger Zeit im Alltag mit Tape am Knie rum. Es gibt verschiedene Sorten (Sorten! nicht nur Farben) in unserem Sport-Medizinischen Abteilung und weil ich -bisher- keine Präferenz geäußert habe, nutzen wir das, was als Oberstes lagerte: schwarzes KT Tape. Das haben wir mal auf einer Marathonmesse ausprobiert. Es wird auf einer Rolle geliefert und ist schon in einzelne Streifen mit einer Abreisskante geschnitten. Wir fanden es damals ganz praktisch und haben es daher. Im Ausland, wo das Tape ursprünglich herkommt, sind für den Preis, was eine Rolle in Deutschland kostet auch eine Vielzahl mehr zu bekommen. Das macht die Nutzung natürlich deutlich attraktiver.
 
Ich bin also am Knie schwarz beklebt. Der Zeugwart nutzt für die Beklebung nicht nur mein Knie, sondern auch die Anleitungsseite von KT. Das Tape ist sehr angenehm auf und um mein Knie. Der Zeugwart macht das spitze. Allerdings scheine ich für die letzten Benutzungen tatsächlich irgendwie eine Art Montagsrolle rausgekramt zu haben. Ein Streifen klebt gestern Abend nicht richtig und geht immer wieder ab. Wir helfen uns mit Fön, ruhig halten und Geduld. Dann habe ich das Gefühl, dass das Tape es sich überlegt hat. Es fühlt sich irgendwie angeklebt an.
 
In der Nacht träume ich, dass mich jemand festhält. Ich kann nicht weg. Ich fühle mich irgendwie unfrei. Ich will fliehen, kann aber nicht. Aufwachen tue ich heute Nacht allerdings nicht. Das Knie hat meinen Rollenausflug also offensichtlich gut weggesteckt. Aber der schreckliche Traum verfolgt mich irgendwie.
 
Als ich mich heute früh das erste Mal aus meinem Schlafanzug schäle, stelle ich fest, was es mit dem schlimmen Traum auf sich hat. Das Tape und die Schlafanzughose haben sich scheinbar intensiv miteinander beschäftigt und was das Tape an Klebrigkeit an meiner Haut gestern Abend gespart hatte, das hat es für die Freundschaft und die damit verbundene dauerhafte Verbindung zu meiner Schlafanzughose genutzt. Interessant was eine Schlafanzughose und ein Tape in Kniehöhe so alles nachts machen können. Und ich dachte immer, der Zeugwart und ich sind das einzig lebendige in unserem Bett. Aber so ist es offensichtlich nicht. Das Tape lebt. Verrückte Welt.
 
Heute Abend fahre ich wieder auf der Rolle zur Couch. Vorher habe ich aber noch einen Zahnarztkontrolltermin. Verrückt, dass ich zeitlich schon wieder im Besuchsbereich "Kontrolle" angekommen bin.  

Kommentare:

  1. :-) :-)
    Ich habe gerade einen pink verpflasterten Rücken. Allerdings ohne das dieses Tape eine Beziehung mit meinem Schlafanzug eingeht.
    Viele Grüße
    Karina

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    1. Liebe Karina,
      wahrscheinlich denkst Du nur, die zwei hätten keine Beziehung. Sie sind derzeit noch unsicher und kennen sich einfach noch nicht lang genug. ;-) Aber warte ab, bis die Kennenlernphase rum ist... oh oh.
      Gute Besserung für Deinen Rücken!

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  2. Genau diese Tape nutzte ich auch für mein Knie, mir hat es sehr geholfen. Ich hoffe, dass es zukünftig eine innigere Beziehung zu Deinem Knie als zur Schlafanzughose pflegt und zur Heilung beiträgt :-)

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