I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Donnerstag, 24. Januar 2013

Stahlchristian, der Coach und ich

Ich freue mich schon den ganzen Tag auf heute Abend. Endlich beginnt das Training im Core Sportclub wieder! Heute werfen wir auch einen ersten Blick auf unseren Trainingsplan zumindest den für die nächsten paar Wochen. 

Als wir vor dem Club parken stockt mir kurz der Atem. Da steht Kenneth's Jeep. Oh je. Das hat Ingo nicht gesagt. Aber gut, es gibt kein zurück, wir haben uns heute Abend selbst ausgesucht und selbst der Jeep wird mir die Freude nicht nehmen. Dabei freue ich mich auch aufrichtig Kenneth zu sehen... allerdings hoffe ich irgendwie doch, dass nicht er heute der Trainer ist.

Vor uns ist eine Gruppe Fußballerdamen dran. Erst denke ich an plötzliche Armut, dann sehe ich, dass überall Schuhe rumstehen und die Damen barfuß turnen. Sie schleppen Kettlebells und nicht nur Kenneth, sondern auch ein anderer Herr, der ebenso herzerfrischend zufrieden schauen kann, während die Damen sich quälen, wie Kenneth selbst, ist am Start. 

Nachdem wir erneut versuchen eins mit der Bank zu werden, um unentdeckt zu entkommen und das abermals nichts wird, spricht Ingo mit uns den Trainingsplan durch. Dabei stellt sich auch Christian vor.  Ihn haben wir in unserer Core Zeit bisher noch nicht kennengelernt. Christian ist Ingo's Core Partner und wie Kenneth trainiert er ebenfalls Gruppen. Nachdem er selbst mit seinem Training loslegt, kann ich mich wieder nicht entscheiden, ob das Kennenlernen gut oder schlecht war. Klar, er ist nett, aber er scheint auch irgendwie unmenschlich stark zu sein.... und dabei sieht er jetzt gar nicht aus, als wäre er aus Stahl. Nichts glänzt, kein Metall scheint durch und auch die Stimme ist nicht elektronisch. Ich bin leicht verwirrt. 

Das hält auch an, nachdem der Coach mir seinen Trainingsplan vorlegt. Der Montag gefällt mir spontan am Besten: Ruhetag. Das liest sich super. Dienstag soll zukünftig gelaufen und Athletiktraining gemacht werden. Mittwoch wird nur gelaufen. Donnerstag gibt es Athletiktraining, Freitags wird geschwommen und das Wochenende gehört dem Fahrtspiel, dem langen Lauf und dem Rädchen. Je nach Wetterlage eben. 
Ach herjee. Der Coach denkt Großes von mir. Gut, dass der Stahlchristian irgendwo am anderen Ende der Halle Klimmzüge am Stück macht, so dass ich keine Gefahr laufe, dass auch er sofort einen falschen Eindruck von mir bekommt. Hier muß man ja dolle aufpassen... sonst wird's anstrengend! 

Nachdem der Trainingsplan durchgesprochen ist und ich mir noch den Hinweis erlaubt habe, dass ich bei Eis und Dunkelheit eher auf der Rolle fahre als draußen rumzustolpern, hat der Coach genug. Wahrscheinlich war das auch einfach ein bischen viel reingeschwätze? Wir legen los. Immerhin bin ich vorhin  im Rekordtempo in die Sportsachen gesprungen. Das muß sich ja auch gelohnt haben. 

Das Warm up besteht auf 96 Kniebeugen in unterschiedlichsten Ausführungen. Ich dachte ja, dass sich meine Muskeln schon irgendwie an das Training erinnern werden... aber da das ja schon letztes Jahr gewesen ist, ist die Erinnerung jäh verblaßt. Ich müh mir hier wirklich einen ab. Mache Kniebeugen vor einer Kiste und stelle fest, dass mein Hintern ein wirklich nicht zu unterschätzendes Gegengewicht ist. Meine Oberschenkel haben ordentlich zu tun. Dagegen ist der Kettlebell Squat fast ein Klacks, außer dass ich den auch 8 mal machen muß. Puh. Da kommen mir die 6 Liegestütz ja schon irgendwie vor als würde ich Familienbonus bekommen. Oh je, soweit ist es schon. 
Jetzt bin ich warm und zwar ordentlich. 

Das Programm geht los. Ich erinnere mich spontan, dass ja jetzt erst der anstrengende Teil folgt. Wir machen Bankdraufgeher, gesprungene Klimmzüge und Kniebeugen mit erhobenen Händen. Oh je. 20 mal auf die Bank und wieder runter. Das werde ich morgen merken! Gesprungene Klimmzüge sind eine nette Idee. Immerhin sehe ich die Welt so mal aus der Perspektive von über der Stange. Nämlich weil ich hochspringe, mein Kinn über die Stange packe und mich dann langsam ablassen soll. Die Betonung von Ingo liegt auf langsam, meine Arme können den Befehlen aus dem Gehirn allerdings leider nicht folgen. Ich bin stets bemüht, aber wie so oft, ohne Erfolg. Langsam kann man das bei mir nicht nennen, auch nicht ansatzweise. Gut, dass der Stahlchristian mit seinen Klimmzügen schon fertig ist. Der würde sich sicherlich totlachen bei meinem Anblick. Mit recht. Natürlich.

Der nächstes Zyklus ist für meine Bauchmuskeln. Das ist fies, wo ich viel Bauch und wenig Muskeln habe. Aber es ist nichts machen. Mit Ingo kann man über sowas eh nicht diskutieren. Also 30s gehaltene Liegstütz auf den Unterarmen, 8 auf dem Bauch liegende Rückenwipper mit angewinkelten Armen und 5xpro Seite diese russische Übung. Allerdings Letztere mit angezogenen Beinen. Ingo denkt sich nämlich spontan aus, dass ohne Gewicht die Beine hochgenommen werden sollen und mit Gewicht am Boden stehen. Na gut. Ich mache ja alles, wenn es auf dem Plan steht. Der Coach wird schon wissen warum.

Die Ausruhrunde am Ende ist für mich heute nur bedingt zum ausruhen gedacht. Generell ist es ja auch noch ein Runter-komm-Training und nix zum schlafen. Heute allerdings zittern meine Oberschenkel. Ob das der Sinn der Sache ist? Ich weiß es nicht.

Ich bin stolz, als ich fertig bin. Ich habe durchgehalten und mich sofort wieder wie zu Hause gefühlt. Es war eine gute Entscheidung zurückzukehren.

Kommentare:

  1. Hi Claudi,
    jetzt habe ich auch Muskelkater....



    ...vom Lachen. Genial beschrieben dein Training.

    Weiter so, dann wird Köln ein Klacks.
    Viele Grüße
    Karina

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  2. Ach je Karina, das tut mir leid... Muskelkater ist fies! ;-) Hoffentlich vergeht der bald bei Dir, bei mir habe ich da wenig Hoffnung.
    Viele Grüße!

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