I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Freitag, 23. Mai 2014

Das dreckige Bein und die gewaschene Luft

Gut, dass ich mir gestern Abend noch die Laufklamotten ins Bad gelegt habe. Als ich heute früh aufstehe, habe ich nämlich so gar keine Lust zum laufen und damit auch nicht, mir Klamotten rauszusuchen. Mein Knie drückt und das regnerische Wetter zieht mich jetzt auch nicht gerade raus. Wir hatten gestern Abend eine Gewitterwarnung, und weil ich ja seit Neustem wetterfühlig bin, jucken die Narben im Gesicht und am Knie was das Zeug hält. Also ob das heute mein Tag wird weiß ich noch nicht. Es spricht aber viel dafür, dass nein.

Ich ziehe mich an und das Thermometer vermeldet 16°C. Irgendwie ist mir nicht nach kurzen Ärmeln, also ziehe ich ein leichtes Jäckchen an, verabschiede den Zeugwart, denn er geht zur Arbeit, während ich noch den Wald durchkreuze, und mache mich auf den Weg. Als ich aus der Haustür trete, regnet es ordentlich. Dafür ist mein Jäckchen nicht gemacht. Na super. Also, Kommando zurück und wieder hoch. Jäckchen aus, Regenjacke an und wieder runter. Das könnte ich auch schon als "warm machen" ansehen.

Es ist zugig, kühl und es regnet. Die Luft ist frisch gewaschen. Eigentlich mag ich ja Wärme, wenn der Monat ein warmer Monat ist. Ich habe nichts gegen Hitze im Sommer. Trotzdem stimme ich allen Meckerern zu, dass so ein Regen wirklich angenehm sein kann, wenn es ansonsten so heiß ist. Ich bin mit meiner Regenjacke ein richtiger Farbtupfer im satten grün. Über dieses Geschenk meiner Eltern freue ich mich bei jedem Regenlauf wieder. Die Farbe ist super, die Jacke sitzt prima und das ist bei meiner Figur wirklich eine Kunst und sie ist absolut dicht und gleichzeitig atmungsaktiv. Ein geniales Teil. Was bin ich froh, dass ich mir das ausgesucht habe.



Im Wald ist es wirklich angenehm heute. Der Weg ist zwar feucht, aber nicht glitschig und ich habe genug Grip. Das ist gut für mein Knie. Ich habe schon vor dem Loslaufen festgelegt, dass ich heute zwei Gehpausen machen werde. Ich will nicht schon wieder einen deprimierenden Lauf haben und glaube, dass ich so vorbeugen kann. Also mache ich nach 10 Minuten und dann nach insgesamt 24 Minuten eine Gehpause. Ich muß den Trainer mal fragen, ab wann eine Gehpause wirklich eine Pause ist. Ich gehe so rund 30-40 Sekunden und laufe dann weiter. Meine Pulsuhr merkt die Pause zumindest nicht. Aber für meinen Kopf und mein Knie bringt sie was.

Der Druck auf meinem Knie, den ich natürlich gestern, als ich mir einen Stuhl dagegengerammelt habe, noch untermauert habe, ist unangenehm. Mechanisch läuft zwar alles, nichts knackt oder ist unrund, aber das Gefühl ist schlecht. Die Hose ist schrecklich schwer, dabei hängt sie am Knie ganz locker und nichts spannt oder drückt. Es ist eine Hose zum walken, soweit ist es schon gekommen. Aber gut. Egal. Beim nächsten Lauf dann doch mal mit kurzer Hose? Wir schauen mal, wie ich mich fühle. Bei der ersten Gehpause ziehe ich die Hose über das Knie hoch. Die kühle Luft am Knie merke ich nicht, aber die leichte Berührung an meiner Narbe, weil ich nicht gut genug aufpasse, die treibt mir die Tränen in die Augen. Mein Gehirn meldet unheimlich Hitze an der Narbe. Ich muß weinen. Die Nerven ärgern mich wirklich und das, obwohl ich doch eigentlich sonst alles tue, damit es ihnen gut geht.

Weil das nichts für mein Wohlbefinden bringt, dass die Hose oben ist, lasse ich sie also wieder runterfallen, über das Knie, und laufe weiter. Außerdem erspare ich mir weitere Experimente dieser Art. Zumindest für heute. Es tut ja sowieso nichts zur Sache, warum also damit aufhalten? Bis nach Hause ist es heute gar nicht so weit wie sonst. Die gewaschene Luft tut gut und wieder mal bin ich froh, dass ich mich überwunden habe das Lauftraining morgens zu machen. Warum fällt es mir bloß vorher immer so schwer den Hintern hoch zu bekommen? 

In der Dusche kann ich mein Bein nicht abseifen und muß zusätzlich den direkten Wasserstrahl mit meinem Knie meiden. Die Berührung tut weh. Gut, dann gehe ich eben mit einem dreckigen Bein zur Arbeit... das wird schon passen. 

Kommentare:

  1. Hab heute einen Dalmatiner beim laufen gesehen und musste sofort an Dich denken. Ich bewundere, dass Du es schaffst morgens zu laufen, keep going!

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    1. Einen Dalmatiner? Wie toll! Den habe ich leider nicht mehr getroffen... schade eigentlich.

      Weißt Du... es ist alles eine Frage von "einfach machen" . ;-)

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