I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Donnerstag, 15. Mai 2014

Durchgelaufen

Ich laufe heute früh durch den Wald. Es ist gerade mal kurz nach 6h morgens, als ich aufbreche. Die Sonne schiebt sich gerade so am Horizont nach oben und beleuchtet den Wald ganz hervorragend. Sieht irgendwie aus, wie gemalt. Ich schließe hier natürlich nicht von meinen Malkünsten, ich könnte den Wald so niemals malen, aber es sieht einfach malerisch aus. Richtig hübsch.
 
Hier bin ich heute die Einzige, die sich das anschaut. Außer einem Fuchs, zwei Hasen am Feldrand und lauter Vögeln vielleicht, die schauen sich das aber täglich an und finden ihre Anwesenheit hier so früh deshalb auch nicht besonders. Die wohnen hier. Ich finde es ja morgens auch ziemlich normal, dass ich in meine Küche gehe. Ist also nachvollziehbar.
 

Das Laufen auf dem Waldboden ist sehr angenehm. Ich kann mit meinem Knie, dass seit gestern farblich einen erneuten Sprung gemacht hat, auch gut die Balance halten, wenn es zu etwas holprigeren Stellen kommt. Noch vor zwei bzw. drei Wochen war mir das unangenehm, weil es meine Nerven gereitzt hat, wenn ich mal schief aufgekommen bin. Heute geht es. Ich merke es, dass das Bein schief auftritt, aber es macht mir keine Schmerzen.
 
Ich laufe heute extra ohne Musik. Eigentlich, weil ich anfangs Bedenken hatte, so früh am Morgen alleine im Wald, aber dann lasse ich die Musik aus, weil der Wald seine eigene Musik hat. Die Blätter die vom Wind leicht rauschen, die Vögel und dazwischen immer mal ein anderes Tiergeräusch, dass dazugehört und sich tonmäßig prima reinfindet. Mit Kopfhörern in den Ohren hätte ich den Wald, der selbst gerade erst wach wird, gar nicht so schön wahrnehmen können.
 
Heute möchte ich auf die Gehpause verzichten und einfach versuchen am Stück zu laufen. Die Gehpause bei den letzten Läufen war gefühlt mehr aus Pflicht es nicht zu übertreiben, denn aus Notwendigkeit, also wage ich heute den nächsten Schritt in Richtung Normalität. Morgen vor 6 Monaten war der Radunfall und heute klappt das Durchlaufen. Nicht, dass ich schnell wäre, davon sind das Knie, die Zähne und ich weit entfernt. Aber wir genießen und sind schmerzfrei. Das ist das Wichtigste. Zumindest für mich und für den Moment.
 
 
Als ich wieder zu Hause ankomme habe ich noch 5Minuten Zeitvorgabe vom Trainer, die ich erlaufen soll. Also biege ich noch mal ab und drehe noch eine Schleife. Aber, weil ich das Zuhause ja schon gesehen habe, fällt mir die Schleife unheimlich schwer. Ich muß für das nächste Mal eine längere Strecke ausbaldovern. Schleifen sind nichts für mich. Ich laufe heute 38Minuten am Stück und komme glücklich daheim an. What a blast! Wie mein Kollege sagen würde...
 
Unter der Dusche gibt es am Knie nervenmäßig wieder ein wahres Feuerwerk. Zähne zusammenbeißen geht ja glücklicherweise wieder, das ist nämlich hier auch bitter nötig.

Kommentare:

  1. Sechs Monate ist es schon her ... und es ist immer noch a long way to tipperary. Aber irgendwann bist Du am Ziel.

    Im Wald mit Musik auf den Ohren zu laufen ist Sünde! Die Natur gibt hier wie nirgends ihr eigenes Konzert.

    LG Volker

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Zeit rast, ich war auch baff, dass es schon 6 Monate her ist. Wobei ich manchmal das Gefühl habe, ich mache schon ewig mit den Unfallfolgen rum. Verrückt.

      Löschen
  2. Der Wald ist wirklich immer eine Konzerthalle. Jeden Moment ein anderes wahnsinnig schönes Konzert. Ich laufe schon sehr lange nicht mehr mit Musik. :-)
    Ja, 6 Monate ist eine lange Zeit, aber du bist den nächsten Schritt Richtung Normalität gegangen. Ich freue mich für dich :-)
    Und ich bewundere dein Durchhaltevermögen. Aber du siehst ja auch, das es sich bewegt. Es geht vorwärts, wenn auch in kleinen Schritten.
    Liebe Grüße
    Helge

    AntwortenLöschen
  3. sehr gut gemacht! wieder einen Schritt weiter. Also mehrere, wenn man's genau nimmt. Sechs Monate ist es schon seit Deinem Unfall her. Die Zeit vergeht. Noch einmal sechs Monate, und Du wirst wieder so fit sein wie davor.

    ich wünsche Dir das sehr!

    Liebe Grüße
    Rainer

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke Rainer! Ich arbeite weiter daran...

      Löschen
  4. Das liest sich super. Ich bin sehr froh, dass Du wieder solche wunderschönen Läufe absolvieren kannst!

    Liebe Grüße,
    Caro

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Caro,
      danke, das ist nett, dass Du Dich mitfreust!
      Viele Grüße, Claudi

      Löschen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.