I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Samstag, 17. Mai 2014

Getösebaum

Obwohl heute Samstag ist, sitze ich keine Minute ruhig auf der Couch. Irgendwie gibt es den ganzen Tag etwas zu tun und für Füße hochlegen ist einfach keine Zeit. Aber ehe der Tag vorüber ist, will der Trainer, dass ich laufen gehe. Ich will es natürlich auch, es wäre einfach dämlich, bei dem schönen Wetter nicht laufen zu gehen. Die Sonne scheint heute den ganzen Tag. 

Der Trainer hat für heute 40Minuten auf den Plan geschrieben. Ich bin guten Mutes als ich loslaufe. Immerhin bin ich am Mittwoch fast 40Minuten am Stück gelaufen. Die ersten Meter belehren mich allerdings zügig: heute wird es schwer. Ich habe alle drei Meter einen Stein im Schuh, außerdem schmerzen meine Oberschenkel und mein Knie brennt. Ich leide. 

Der Zeugwart ist heute früh sportlich gewesen und hat mir von einem bewohnten Baum erzählt, den er bei seinem Koppellauf entdeckt hat. Da wäre ein Getöse vom Feinsten gewesen, als er vorbeigelaufen ist. Der Baum liegt auf meiner Strecke... so habe ich wenigstens ein Zwischenziel. Ich hoffe, dass mir das Durchlaufen bis dahin gelingen wird. Ein gutes Ziel, wie sich herausstellt. Es klappt. Allerdings bin ich sehr langsam, äußerst schwerfällig und ziemlich angestrengt. 

Ich schaffe es sogar noch an dem Getösebaum vorbeizulaufen und mir weitere Meter zu erkämpfen. Nach 25Minuten verfalle ich dann aber doch ins Gehen. Mir tut einfach alles weh. Meine Narbe brennt wie Feuer. Vielleicht könnte ich mich hier einfach in den Wald setzen? Der Zeugwart könnte mich aber nicht abholen, denn der Waldweg ist mit einer Schranke abgesperrt. Sonst würde hier sicherlich jeder langfahren. Also ist hinsetzen keine Lösung. Ich marschiere deshalb weiter und laufe nach kurzer Zeit doch wieder an.

 

Die nächste Gehpause brauche ich schon 10Minuten später. Was ein Desaster. Am Mittwoch lief es so gut und heute so ein Lauf. Wie deprimierend. Die letzten 200m nach Hause gehe ich auch wieder. Wenigstens habe ich die angesagten 40Minuten irgendwie erreicht. Wenn es auch mehr 40Minuten generelle Bewegung, als 40Minuten laufen waren. 

Zu Hause muß ich mich erst mal auf die Treppe setzen und was trinken. Mir tut alles weh. Ich kann gar nicht schnell genug das Hosenbein hochziehen und mein Knie freilegen. Als ich es kühle, weil ich glaube, das täte gut, stelle ich fest, dass ich die Kälte nirgends am Knie merke. Es ist komplett gefühllos. Auch unter der Dusche merke ich das Knie gar nicht. Kein Wasser was es berührt und selbst meine Hände, die das Duschgel verteilen spüre ich nicht. Ich bin verwirrt und entäuscht. Mein Knie hatte auch schon mal bessere Tage und ich auch. 

Kommentare:

  1. Nicht zu depremiert sein, liebe Claudi. So ist es nun mal. Nicht jedes Training bringt einen Fortschritt. Lass Deinem Körper ausreichend Zeit. Beim nächsten Mal wird es wieder besser sein. Das wünsche ich Dir!

    Liebe Grüße
    Rainer 8-)

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  2. du warst draussen und hast wieder was neues in deiner Umgebung entdeckt. Das ist es was zählt.

    Gruß
    Robert

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    1. Sehr philosophisch Robert... danke. :-)

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  3. Ich hab halt Seele

    :-)
    Robert

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