I know of no single factor that more greatly affects our ability to perform than the image we have of ourselves. (..) The most dramatic changes that take place…occur when you abandon a concept of self which had previously limited your performance. My job is to let go of the concepts and limiting images which prevent me from perceiving and expressing my greatest potential.”


(Timothy Gallwey, author of Inner Game of Tennis; in The Total Runner by Dr. Jerry Lynch)

Samstag, 31. Mai 2014

Laufband will gelernt sein

Ich habe einen Termin für eine Laufanalyse vereinbart. Seit dem Unfall laufe ich unrund und komme kaum vom Fleck. Da kann es natürlich viele Ursachen geben... klar. Mit einer Laufanalyse möchte ich also versuchen herauszufinden, ob es z.B. an Muskelverkürzungen liegt, die ich irgendwie beheben kann. 

Geparkt wird direkt vor der Tür. Das hat leider zur Folge dass ich nicht feststellen kann, ob der Analyst seine Corvette in der Tiefgarage geparkt hat. Schade eigentlich. Heute liegen die Prioritäten eben anders. Die Laufanalyse wird in kurzer Hose und Bustier durchgeführt. Das ist mehr Haut als ich sogar im Schwimmbad zeige, fällt mir in der Nachbetrachtung so auf. Aber darum geht es nicht. Der Analyst markiert verschiedenste Punkte und beklebt sie mit Markierungen um später Winkel zu bestimmen, die ideal oder eben auch nichtideal sind. 

Das Bekleben und vermessen dauert und ich kann nichts tun, außer rumstehen. Gerade und aufrecht. Ich ziehe außerdem den Bauch ein. Warum auch immer... aber falls so eine Kamera schon läuft ist das sicherlich hübscher anzusehen. Irgendwie. Der Analyst robbt auf der Erde rum um zu kleben und ich drehe mich hin und her, damit er auch alle Positionen erwischen kann, die er braucht. Später wird nämlich von hinten, von vorne und von beiden Seiten gefilmt, also müssen überall Markierungspunkte sein. 

Begonnen wird barfuß und später werden dann Aufnahmen mit Laufschuhen dagegen gestellt. Daran kann der Analyst sehen, was sich bei angezogenen Schuhen am Laufstil verändert. Positiv, wie negativ. 

Wir beginnen mit Barfuß und legen 8km/h für mich als Vergleichsgeschwindigkeit fest. Das ist für meine derzeitigen Verhältnisse ordentlich flott und reicht für den Analysten um die Bewegungsabläufe als rund anzusehen und entsprechend die einzelnen Phasen zu beurteilen. Warum auch immer, passiert es dann plötzlich: ich falle hin. Meine komplette rechte Seite landet auf den Laufband, flach, nicht nur mein Fuß. Allerdings halte ich den Kopf intuitiv hoch, damit meinem Kiefer nichts passiert. Immerhin. Ich lande irgendwo hinter dem Laufband auf dem Bauch. 

Dem Analysten ist das in 350 Laufanalysen bisher noch nicht passiert. Das tut mir natürlich sehr leid. Ich bin geschockt, mein Ellbogen ist aufgeschürft und mein Knie pocht. Jetzt machen wir das hier aber noch fertig, wo wir jetzt gerade alles aufgemalt haben. 

Später, unter der Dusche, tut mir schon alles weh und mein Knie paßt nicht mehr so gut in die Jeans, wie vorher. Das Einsteigen ins Auto ist mühsam und wenn ich nur daran denke, kommen mir die Tränen. Was ein Ärger. Mir tut alles weh, was sich seit dem Unfall mittlerweile mühsam erholt hatte. 

Mein Training für dieses Wochenende storniere ich ersatzlos. Dafür setze ich mich mit einem Kühlpack auf die Couch und schmiere im Haushalt vorhandene Sportsalben und Hautreparaturkits auf die Blessuren. Wie kann man nur auf einem Laufband hinfallen und quer durch den Raum geschossen werden? Das ist doch wie im Comic. Außer, dass ich jetzt die Schmerzen habe. 

Kommentare:

  1. Komm wir machen ein Lazarett auf. TTF könnte auch für Tollpatschige Triathleten aus Frankfurt stehen.

    Gruß vom Flitzer, der sich gerade bemitleidet :-)

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    1. Na, mal mal den Teufel nicht an die Wand... das sollten jetzt nicht noch mehr werden! Gute Besserung wünsche ich Dir.

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  2. Au wei, das tut mir sehr leid. Hoffentlich geht es schon wieder etwas besser.

    Aber das scheint mir doch nicht so sehr ungewöhnlich zu sein. Ich bin schon das ein oder andere Mal fast nahe dran gewesen. Andere beim Höhentraining haben auch gerade noch einmal so poltern und Arme wedelnd die Kurve auf dem Band bekommen... Das Notaus wird da häufiger bedient als die Stopptaste möchte man meinen...

    Aber vielleicht liegt das wirklich an uns Triathleten?!?

    Alles Gute!

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  3. Oh das tut mir leid. Ich hoffe du hast nicht all zu viel blaue Flecken abbekommen. Und ich hoffe dein Knie hat sich wieder beruhigt.
    Lass dir nicht die Laune verderben.
    Liebe Grüße
    Helge

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  4. Ach Menno,
    irgendwie ist der Wurm drin.
    Und ja: Laufbandlaufen ist nicht so einfach. Vor allem, wenn man sich noch auf andere Sachen konzentriert als nur das Laufen.
    Hoffe, das Knie hat nicht allzuviel abbekommen.
    Liebe Grüße
    Karina

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    1. Na ja Karina... Würmer müssen eben auch irgendwo hin.

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  5. Hallo Claudi,
    als ich das gelesen habe bin ich richtig erschrocken. Das tut mir so leid. Ich hoffe inständig, dass es mehr Schreck war, als dass Du jetzt wieder lange mit irgendetwas herumlaborieren musst, was kein Mensch braucht.
    ich drücke Dir die Daumen, dass nichts Schlimmes passiert ist und Du wie im Comic oder bei "Ups...der Pannenshow" bald wieder fröhlich rehgleich durch die Gegend höppeln kannst. :-)
    Ganz viele liebe Grüße und Genesungswünsche,
    Thomas

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    1. Thomas, lieben Dank!
      Ja... ich hab auch ganz schön blöd aus der Wäsche geschaut. Man man man.
      Danke für die guten Wünsche!

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